Broken Witt Rebels – 03.11.2017, Köln, Luxor – Konzertbilder

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Die britische Band um ihren furios singenden Fronter Danny Core rockten als Supporter von The Cadillac Three frei von der Seele weg. Songs wie der Opener „Low“, das southern-rockige „Georgia Pine“ (mein Favorit), „Getaway Man“, das psychedelisch heftig stampfende „Snake Eyes“, „Loose Change“, bis zur finalen Halb-Ballade „Shake Me Down“ (hier kam Cores, fast Ray Charles-mäßiger Gesang naturgemäß am besten zum Ausdruck), dürften einen ordentlichen Kaufanreiz ihres in Kürze erscheinenden Debüt-Albums verbreitet haben. Eine kurzweilige, energiegeladene und unterhaltsame Dreiviertelstunde!

Line-up:
Danny Core (lead vocals)
James Tranter (electric guitar, vocals)
James Dudley (drums, vocals)
Luke Davis (bass, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Luxor Köln

Hannah Wicklund & The Steppin Stones, 02.11.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Die gerade mal knapp 21 Lenze zählende Hannah Wicklund gilt derzeit als eines der großen, kommenden Talente, was E-Gitarren-lastige (Blues) Rockmusik angeht.

Im Schlepptau unserer geschätzten Teenage Head Music-Freunde gab sie erstmals mit ihren Steppin Stones (Michael Comeaux und Michael Matthews) in der urigen Krefelder Kultstätte, der Kulturrampe, ihre Visitenkarte ab.

Die Besucher ließen KR-Chef ‚Pille‘ Peerlings im Vorverkauf zunächst ’schmoren‘, der durfte sich dann aber bei seiner Ansage des Trios, letztendlich über ca. gut 80 Anwesende freuen, was einer fast vollen Rampe, mit noch etwas angenehmer Bewegungsfreiheit, entspricht.

Das mittlerweile in Nashville ansässige Leichtgewicht mit den langmähnigen Engelslocken, ließ dann direkt mal beim eröffnenden Instrumental-Jam sofort die flinken Finger über ihr Saitengerät fliegen. Die adrigen Gelenke ihrer Hände offerierten bereits ein etliches Maß an intensiver Übung, Grundvoraussetzung, um sich in diesem breitgefächerten Metier an Meistern und Könnern, seinen kommenden Platz erfolgsträchtig zu erarbeiten.

Mit dem krachenden Stampfer „Bomb Through The Breeze“ gab Hannah eine erste Kostprobe aus ihrem für Januar 2018 anvisierten neuen Album. Aus den bereits bestehenden Steppin Stones-Alben servierte sie das shufflige  Titelstück „Looking Glass“ von 2013 sowie „False And Hollow“ (schöne Tempowechsel) sowie das mich ein wenig an Pat Travers erinnernde „Friends In The Dark“, jeweils aus 2015.

Mein Stück des Abends war der melodische Schwofer „Strawberry Moon“, einer der wenigen Momente zum Durchatmen in einem ansonsten furios abgehenden Programm, wie auch das von ihr solo performte „Shadow Boxes“.

Die erste Zugabe „Mama Said“ nutze sie zur Vorstellung der beiden Mitstreiter (mit Kurz-Soli), als auch zum Einsatz der durch Jeff Beck („Live In Japan“) und Peter Frampton auf seinem „Comes Alive“ zur Berühmtheit gelangten Talk Box, einem Schlauch, der quasi Gesang und E-Gitarre effektiv miteinander vermischt.

Mit den beiden Neil Young-Covern „Ohio“ (tolle, rassig rockige Version im Hauptteil mit mehrfachen, starken E-Gitarren-Soli) und der zweiten Zugabe „Rockin‘ In The Free World“ (wieder mit Talk Box-Einsatz) machte sie sowohl das begeisterte Publikum als auch Kollegen Gernot zu  glühenden Verehrern ihrer Spielkunst.

Hannah Wicklund und ihre Steppin Stones erfüllten in Krefeld die hohen Erwartungen im Vorfeld mit einer frischen, unverbrauchten, vielleicht noch ein wenig ungestümen und gesanglich auch noch nicht ganz perfekten Vorstellung.

Aber für ihr junges Alter war das schon ein klasse Auftritt bei ihrer Debüt-Tour hier in Europa. Beim nächsten Mal in der Kulturrampe wird man nicht drum herum kommen, sich Karten ganz frühzeitig zu besorgen, da ist ein ausverkauftes Haus sicherlich garantiert. Diesem kleinen weiblichen, aus South Carolina stammenden Wirbelwind, gehört ganz sicher die Zukunft!

Line-up:
Hannah Wicklund (lead vocals, electric guitar)
Michael Comeaux (bass)
Michael Matthews (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Hannah Wicklund & The Steppin Stones
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Kulturrampe Krefeld

Zach Williams – Chain Breaker – CD-Review

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Der christliche Beitrag in Sounds Of South im Rahmen der beiden Feiertage: „Chain Breaker“ von Zach Williams.

Zach Williams, der vor vielen Jahren mit seiner angeschlossenen Band The Reformation mit zwei starken Alben sowas wie für den Beginn einer jungen New Southern Rock-Generation stand, hatte 2012 in dieser Hinsicht zu Ende reformiert und war bekanntlich ausgestiegen.

Mittlerweile oder vermutlich auch schon vorher hat er, was seine musikalische Weiterentwicklung betrifft, den lieben Gott für sich entdeckt, und bewegt sich nun in Sphären des Christian Rock (zum Teil auch durchaus Nashville-kompatibel), der sich in den Staaten ja einer großen Beliebtheit erfreut.

Ich, als äußerst weltoffener und toleranter Mensch bekannt, habe die eine oder andere Scheibe aus diesem Bereich tatsächlich in meiner Sammlung, auch wenn ich mit ‚Vater Unser‘, Halleluhja, Amen & Co. eigentlich schon seit der frühen Schulzeit nichts mehr am Hut habe. Spontan fallen mir da z. B. Bands wie Big Daddy Weave oder Third Day ein, Letztgenannte gerade übrigens wieder mit einem richtig starken Album („Revival“) präsent.

Nun also Zach Williams, der mit seinem neuen Werk „Chain Breaker“, um es vorweg zunehmen, wenn man die Texte der Lieder mit ihren christlichen Botschaften, mal Texte sein lässt, auf musikalischem Parkett auf ganzer Linie überzeugt.

Viele Informationen außer der Musik habe ich nicht, im Scheinwerferlicht stehen die eingängigen, schön klar instrumentierten, transparent abgemischten, sehr melodischen Tracks und Williams‘ angenehme Stimme, die sich in sanft-rauen Regionen eines Bryan Adams bewegt.

Schon das dezent angegospelte Titelstück „Chain Breaker“  (tolle Melodie, herrliche Backgroundvocals) oder das nachfolgende, positives Esprit versprühende „Old Church Choir“ sind ein wunderbares Plädoyer für ein fröhliches und gemeinsames Zusammenleben, egal welcher Hautfarbe, Rasse oder Schicht/Herkunft man entstammt.

Das hohe musikalische Niveau bleibt auch im weiteren Verlauf vorhanden. „To The Table“, mein absoluter Favorit, das Southern Rock-umwehte „Song of Deliverance“ (swampiger Stampfer, Banjountermalung, klasse E-Slide), das pathos-getränkte „Fear Is A Liar“ oder der weitere radiotaugliche Ohrwurm „Everything Changed“ gehen runter wie Honig.

Da die adressierte Zielgruppe ja hier in der Regel aus Individuen besteht, die sich mit dem endlichen Dasein des Menschen nicht anfreunden können, darf ein Titel wie „Revival“ (dieser Song könnte spielend ins Bryan Adams-Power-Balladen-Portfolio aufgenommen werden) wohl auf keinem Album dieser Art, so auch hier natürlich nicht, fehlen.

Am Ende gibt es das im Großen und Ganzen auf eine klare Akustikgitarre und eine Hintergrund-Violine reduzierte „So Good To Me“, bei der Zachs tolle Stimme sich nochmals bestens entfalten kann.

Mit „Chain Breaker“ gelingt Zach Williams ein überzeugender Befreiungsschlag in eigener Sache zurück auf die Bühne als Solo-Interpret. Das Gesamtwerk kann man als einen positive, freudige Spiritualität vermittelnden, christlichen Akt musikalischer Nächstenliebe umschreiben (ohne Zeigefinger), den man als aufgeschlossener Mensch jederzeit hören kann und auch dementsprechend für sich einzuordnen weiß.

Essential Records (2017) 
Stil: Christian Rock

01. Chain Breaker
02. Old Church Choir
03. Survivor
04. To The Table
05. My Liberty
06. Song of Deliverance
07. Fear Is A Liar
08. Everything Changed
09. Revival
10. So Good to Me

Zach Williams
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Scott Miller – Ladies Auxiliary – CD-Review

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Review: Michael Segets

Als Sänger der V-Roys trat Scott Miller das erste Mal in Erscheinung. Steve Earle hatte die Roots-Rocker 1996 auf seinem Label unter Vertrag genommen und mit ihnen gemeinsam die EP „Johnny Too Bad” eingespielt. Nachdem sich die Truppe am Ende des Jahrhunderts nach zwei Studio-Alben und einer Live-Veröffentlichung auflöste, startete Miller eine Solo-Karriere, bis 2007 noch mit seiner Begleitband The Commonwealth. Musikalisch entwickelte er sich vom Roots Rock in Richtung Americana und Alternative Country. Nach vier Jahren Funkstille bringt Miller nun sein zehntes Solo-Projekt „Ladies Auxiliary“ raus. Mit dem Titel verbeugt er sich vor der Produzentin Anne McCue sowie den Musikerinnen, die ihn auf der Platte unterstützen.

Das Werk startet mit dem sanften Liebeslied „Epic Love“. Nach akustischem Anfang und Zwischenpassagen, erzeugt der Einsatz des Basses und später der des Schlagzeugs tolle Spannungsbögen. Nach dem schon sehr gelungen Einstieg legt „The River’s Yours/This Valley’s Mine“ an Intensität noch eine Schippe drauf. Der erdige Sound der akustischen Gitarre in Verbindung mit der wimmernden Geige von Rayna Gellert und Millers ausdrucksstarker Gesang versetzen unmittelbar auf die Rinderfarmen des mittleren Westens.

Dazu passt „Ten Miles Down The Nine Mile Road“, das einen leichten Country-Rhythmus aufnimmt und mit Banjo, dezenter Percussion und weiblicher Begleitstimme untermalt ist. Wenn die genannten Songs bereits viel Gefühl transportieren, bildet „Someday/Sometime“ doch den am tiefsten bewegenden Beitrag auf der CD. Ganz im Americana-Stil gehalten, mit weiblichen Harmoniegesängen im Refrain und wiederum sehr schönen Geigen, verarbeitet der Songwriter den Selbstmord einer Mutter. Der Text ist aus der Sicht des hinterbliebenen Vaters, der zu seinem Kind spricht, verfasst. Wenn harte Männer überhaupt eine Gänsehaut bekommen können, dann bei dem Song.

Zwischen die getragenen Tracks sind zwei leichtere Stücke eingeflochten. „Jackie With An Eye“ swingt dank der Bassläufe von Bryn Davies und das Cover „Mother-In-Law“ scheppert mit Barroom-Piano und lustigem Text über eine eher unappetitliche Schwiegermutter.

Das autobiographisch geprägte „Middle Man“ ist eine Americana-Nummer mit viel Slide, die nicht im Gedächtnis bleibt und damit durch den Titel gut charakterisiert wird. Miller erinnert hier zeitweise an Bob Dylan. Deutlicher wird der Bezug noch bei „Los Siento, Spanishburg, WVa“. Nicht nur die politische Aussage des Songs, sondern auch der schnelle – fast schon gesprochene – textlastige Gesang lässt den Vergleich mit dem Altmeister zu.

Das zweite Cover, die irisch angehauchte Ballade „Body And Soul“, wurde ursprünglich von Bill Monroe gesungen. Mit „Get Along Everybody“ folgt der beschwingte Abschluss, der wiederrum mit einem augenzwinkernden Text versehen ist.

Die Kompositionen sind abwechslungsreich, wobei sich die Arrangements auf die Qualität des Songwriters konzentrieren. Miller zeigt sich auf „Ladies Auxiliary“ textlich auf hohem Niveau. Das Album bietet hervorragende Americana-Balladen und mit „Mother-In-Law“ ein Party-taugliches Trinklied. Daher einen Toast auf Scott Miller und seine Damen!

F.a.Y. Recordings (2017)
Stil: Americana

01. Epic Love
02. This River’s Yours
03. Jacki with An Eye
04. Someday Sometime
05. Mother-In-Law
06. Ten Miles Down the Nine Mile Road
07. Middle Man
08. Lo Siento, Spanishburg, Wva
09. With Body and Soul
10. Get Along, Everybody

Scott Miller
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Walter Trout – 26.10.2017, Zeche, Bochum – Konzertbericht

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Nachdem die Anreise zur Zeche Bochum aufgrund von Staus und Umleitungen länger als gewohnt gedauerte hatte, war ich dann doch noch nach über zwei Stunden Anfahrt (für ca. 70 km!) auf die letzte Minute um kurz nach 20 Uhr in der proppevollen Zeche angekommen und konnte mir noch mit Mühe einen Platz in der zweiten Reihe ergattern.

Zehn Minuten später betrat dann der Altmeister unter dem Jubelgeschrei der zahlreichen Fans zusammen mit seinen Musikern Sammy Avila (keyboards), Danny Avila (Bass) und Michael Leasure (drums) die Bühne und heizte dem Publikum von Beginn an kräftig ein (u. a. auch mit den älteren Songs „Cold Cold Feeling“ und „Put It Right Back“).

Danach gab’s neues Material vom aktuellen Album „We’re All In This Together“. Auf „Got Nothing Left“ folgte dann mit „Blues For Jimmy T.“ eine Reminiszenz an seinen, wie er selbst sagt, Mentor und LehrmeisterJohn Mayall, eine tolle Bluesnummer über Walter Trouts besten, aber vor einigen Jahren verstorbenen, Freund.

Zuvor holte sich Walter aber noch Dennis Zabienski, einen Gelsenkirchener Gitarristen, auf die Bühne, um mit ihm gemeinsam den B. B. King Klassiker „The Thrill Is Gone“ zu zelebrieren. Von Walter Traut wurde Zabienski als als junges Blues-Talent angesagt, das er schon seit dessen Kindertagen kennt. Der junge Gitarrist legte dann tatsächlich eine Performance hin, die sich hören und sehen lassen konnte. Man darf durchaus gespannt sein, was es von ihm in Zukunft noch so alles zu Hören geben wird.

Der Rest des Konzertes lief dann gewissermaßen unter Familentreffen, da nun auch Walter Trouts Sohn Jon die Bühne betrat und kräftig mitmischen durfte. In „Do You See Me At All“ vom neuen Album lieferte er sich ein wahres Gitarrenduell mit seinem Vater. Im sich anschließenden Titeltrack des Albums „We’re All In This Together“ setzte sich sodann Jons förmlich explodierende Spielfreude fort.

Besinnlich wurde es, als Walter Trout über seine schwere Lebererkrankung und anschließende Lebertransplantation sprach. Seine damaligen Sorgen und Ängste hatte er nach seiner Genesung auf dem Album. „The Battle Scares“ verarbeitet, von dem er das nachdenkliche Stück „Please Take Me Home“ mit Sohn Jon an der Akkustikgitarre spielte. Und natürlich versäumte er es nach dem Song nicht, leidenschaftlich für Organspenden zu werben.

Mit „Going Down“ ging dann das Konzert nach knapp zwei Stunden ohne Pause zu Ende. Herausragend hier Sammy Avilas Sohn mit einem minutenlangen, virtuosen Bass-Solo und einem ebenso beeindruckenden, wilden Schlagzeugsolo von Micheal Leasure. Ein perfekter Abschluss für ein grandioses Konzert mit einem Walter Trout in bester Spiellaune! Kaum zu glauben, dass dieser Mann vor noch nicht allzu langer Zeit mit dem Tod gerungen hat.

Bei dem lautstarken Verlangen des Publikums nach einer Zugabe ließen sich Walter Trout und seine Mannen nicht lange bitten und kehrten unter tosendem Beifall auf die Bühne zurück. Das ruhige „Amazing Grace“ bildete dann in der 15 minütigen Zugabe den Einstieg in den wilden Chuck Berry Rock’ n Roll-Klassiker „Little Queenie“, der vom Auditorium nach Animation von Walter Trout minutenlang inbrünstig mitgesungen und abgefeiert wurde.

Welch ein grandioses Konzert! Schade, dass es gefühlt viel zu schnell endete! Es war Walter Trout at his best!

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, electric guitar)
Danny Avila (bass)
Michael Leasure (drums, vocals)
Sammy Avila (keys, vocals)
Special guests:
Jon Trout (electric guitar, vocals)
Dennis Zabienski (electric guitar)

Bericht und Bilder: Jörg Schneider

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Carly Pearce – Every Little Thing – CD-Review

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Kann man dieser jungen Dame die Tür vorm Kopf zuschlagen? Wenn die bildhübsche, langhaarige, brünett-gesträhnte Carly Pearce einem, samt ihrer braunen Knopfaugen, mit verklärten Blick in luftigen Sommerkleidchen, auf dem Cover ihrer neuen CD „Every Little Thing“ entgegenblickt, dürften ihr, nicht nur meines, sondern eigentlich auch der überwiegende Teil aller anderer Männerherzen, mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit entgegenfliegen. Irgendwo stellt man dann doch immer wieder fest, dass man scheinbar ein Opfer seiner urgenetischen, bzw. evolutionär bedingten Veranlagungen ist…

Und doch wurden der 27-jährigen, aus Taylor Mill, Kentucky stammenden Singer/Songwriterin in Nashville die entscheidenden Zugänge (und die sind ja auch dort immer noch meist in Männerhand) in Sachen Karrieresprung, lange Zeit verwehrt, sodass sie schon eine Rückkehr in die Heimat erwägte. Dabei galt Carly lange Zeit als eines der vielversprechendsten Talente im Countrygeschäft. Schon mit elf Jahren war sie Kopf einer eigenen Bluegrass-Band und hatte später ein festes Wochen-Arrangement in Dolly Partons Themenpark Dollywood.

Erst als sie, mittlerweile sogar wieder einer bürgerlichen Arbeit zum Lebenserhalt nachgehend, den von Danielle Bradberry performten Song „Dance Hall“ im Radio hörte, der eigentlich auf ihrem, bei Sony nicht veröffentlichten Debüt erscheinen sollte, packte die Musikerin nochmals der Ehrgeiz. Die entsprechende Unterstützung bekam sie dann endlich auch von Pete Fisher, dem Chef der Grand Ole Opry, der ihr mit einem Auftritt in benannter Kultstätte dann auch den Weg bis zu ihrem Plattendeal bei Big Machine Records ebnete.

Das schwergewichtige Label in Sachen New Country überließ auf ihrem Erstling „Every Little Thing“ dann nichts dem Zufall und stellte ihr mit dem Hitproduzent/Songwriter/Musiker Michael James Ryan Busbee (= busbee – u. a. Christina Aguilera, Pink, Maren Morris, Gwen Stefani, Shakira, Keith Urban, Lady Antebellum), namhaften Songwritern wie u. a. Hillary Lindsay, Nathalie Hemby, Ashley Gorley, Luke Laird, Barry Dean, usw. und den bewährten Nashville-Musiker-Koryphäen wie Ilya Toshinsky, Carl Miner, Derek Wells, Eric Darken & Co. ein überaus schlagkräftiges Team zusammen.

Carly hat immerhin acht der insgesamt dreizehn Stücke mitgeschrieben und somit, nebst ihres angenehmen Gesangs in Richtung von Kolleginnen wie LeAnn Rimes, Chely Wright, Rosanne Cash (manchmal versprüht ihre Stimme aus meiner Sicht auch etwas Esprit einer Christine McVie), einen nicht unerheblichen Anteil am Gelingen dieses durchgehend ansprechenden Werkes beigetragen.

Mit ihrer Bluegrass-Vergangenheit hat die neue Scheibe natürlich nur ganz wenig bis gar nichts mehr zu tun. Durch die Einbindung von Instrumenten wie Steel, Dobro, Mandoline und schön klar gespielter Akustikgitarren wurde, bei aller Radiotauglichkeit der meisten Tracks, von Produzent busbee doch auf die Einhaltung eines gewissen ‚organischen‘ Ambientes geachtet und auf die zur Zeit üblichen Effekthaschereien einiger erfolgreicher Vertreter des Genres wohltuend verzichtet.

Das Album und auch das gleichnamige Titellied haben in den Billboard-Charts bereits Top-5 Positionen erklommen. Zu meinen weiteren Favoriten auf dieser abwechslungsreichen Scheibe gesellen sich noch Kompositionen wie die ruhigen „If My Name Is Whiskey“  und „I Need A Ride Home“ (beide mit schöner Dobro, Pianountermalung), aber auch sehr eingängige flockige Nummern wie „Everybody Gonna Talk“ (mit tollen E-Gitarren), das farbenfrohe „Color“ (Fleetwood Mac-Flair), „Doin‘ It Right“ (blecherndes Banjo), das poppige euphorische „Feel Somethin'“ (Powerrefrain, Harmoniegesänge) oder danach das konträr dazu wunderbar melodische, herzzerreißende „You Know Where To Find Me“.

Das Debüt von Carly Pearce „Every Little Thing“ ist ein äußerst empfehlenswertes Album geworden, nicht zuletzt auch aufgrund eines guten Fingerspitzengefühls ihres Produzenten busbee, der hier mit feinem Blick für kleinste musikalische Details, zu punkten weiß. Für Werke dieser Qualität von Künstlerinnen ihrer Güte, werden somit die Türen im Sounds Of South immer geöffnet sein…!

Big Machine Records (2017)
Stil: New Country

01. Hide The Wine
02. Careless
03. Every Little Thing
04. Everybody Gonna Talk
05. Catch Fire
06. If My Name Was Whiskey
07. Color
08. I Need A Ride Home
09. Doin‘ It Right
10. Feel Somethin‘
11. You Know Where To Find Me
12. Honeysuckle
13. Dare Ya

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Jonny Lang – 23.10.2017, Gloria, Köln – Konzertbilder

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Wenn man das Cover der letzten CD von Jonny Lang betrachtet, wirkt er dort ruhig, nachdenklich und etwas tagträumerisch. Doch wenn man ihn im rappelvollen Gloria auf der Bühne erlebt, ist er ganz anders: wild, leidenschaftlich und hingebungsvoll.

Er ist zweifellos einer der besten Live-Performer und ein Top-Gitarrist, zudem hat er eine schöne, sehr markante, als auch rauchige Stimme. Mal steht er relaxt am Mic und singt ruhig, um gleich darauf wieder seine explosionsartigen Soli loszulassen. Es steckt pure Leidenschaft in ihm für den Blues und das Gitarrenspiel.

Im Rahmen seines neuen o. a. Werkes „Signs“ präsentierte er Tracks wie das gleichnamige Titelstück, „Snakes“, „Last Man Standing“ oder „Bring Me Back Home“, aber auch Sachen wie das Muddy Water-Cover „40 Days And 40 Nights“ oder ältere Songs der Marke „Lie To Me“, „Rack Em Up“, „A Quitter Never Wins“ und „Red Light“.

Line-up:
Jonny Lang (lead vocals, guitars)
Zane Carney (guitars, vocals)
Tyrus Sass (keyboards)
James Anton (bass, vocals)
Barry Alexander (drums)

Bilder und Eindrücke: Peter ‚Beppo‘ Szymanski

Jonny Lang
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Gloria Köln
Peter ‚Beppo‘ Szymanski

Ted Z And The Wranglers, 20.10.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Als eine der letzten Stationen ihrer ersten Europatournee machten Ted Z And The Wranglers in Krefeld halt. Bevor es bald zurück nach Costa Mesa, Kalifornien, geht, heizte die Truppe die Kulturrampe mit ihrem Qutlaw-Country mächtig auf. „Pille“ Peerlings versprach bei der Ankündigung der Band einen begeisternden Abend und behielt damit Recht. Unterbrochen von einer kurzen Pause präsentierte die Band zwei Sets, die es in sich hatten.

Das neue „Guest On Sunday Morning“ eröffnete den Abend. Danach folgte mit „Tightrope“ ein starkes Stück von dem ersten Longplayer „My Blood´s Still Red“ (2013), das von der Struktur und dem Gesang an Green On Red erinnert. Der langsamen Ballade „San Antoine“ steuerten Rachel Perry und Bassist Trevor Walton den Harmoniegesang bei. Bereits hier deutete sich die Extraklasse des Gitarristen Harrison Moore an. Der junge Mann, der mit seiner Baseball-Kappe direkt einem Manga entsprungen zu sein schien, überzeugte während des gesamten Konzerts mit seiner Fingerfertigkeit in allen Bereichen: ob beim Slide-Spiel, beim Picking oder bei rockigen Riffs. Wenn es Gerechtigkeit im Musikbusiness gäbe, müsste er zu einem der ganz Großen werden.

Ein Höhepunkt des ersten Sets war „Like A King“, Titelstück der zweiten EP der Band aus dem Jahr 2014. Der schnelle, staubtrockene Country-Song mit dem von Ted Z genölten Refrain ging direkt ins Tanzbein. „Lovin Blues“ rollte mit schönen Picking-Einlagen hinterher. Anschließend widmete Ted Z mit „Wiskey“ seinem Lieblingsgetränk einen Song. Während des Slide-Gitarrensolos von Harrison Moore brachte der Frontmann mit Stampfeinlagen ausdrucksstark Bewegung auf die Bühne. Bei „Cornerstore“ ergänzten sich die beiden elektrischen Gitarren von Rachel Perry und des Lead-Gitarristen prima. Die weibliche Stimme in den Harmoniegesängen wertet viele Songs nochmal auf. Besonders gelungen war der mehrstimmige Einstieg in „Johnny“, in dem ein tragischer Konflikt zweier Brüder thematisiert wird. Beim wunderschönen „Go Find Your Heaven“ stimmte dann auch – aufgemuntert durch Ted Z – das Publikum in den Refrain ein.

Tiefe Gitarrenklänge bereiteten das rockige „Setting Sun“ vor. Während „Bottles And Barrooms“ zum Schunkeln einlud, setzte „Kansas“ mit stampfendem Sound, abwechselndem Spiel der E-Gitarren und einer Lichtshow mit allem, was die Rampe hergibt, ein Ausrufezeichen zum Ende des ersten Sets.

Das zweite Set war insgesamt temporeicher angelegt. Mit schönem Slide-Intro nahm „Joseph Radcliff“ die Fahrt wieder auf. „Postcard“ setzte sie ungebrochen fort. Nach „Hold On“, das Erinnerungen an Tom Pettys „Wildflowers“-Album aufflackern ließ, folgte das langsame und bislang unveröffentlichte „Desiree“. Zu meinen Favoriten im Repertoire von Ted Z zählt „Shoot Em Up“, das Assoziationen zu Jason Ringenberg weckt. Harrison Moore zeigte hier wieder seine genialen Fähigkeiten an der Gitarre – diesmal mit härteren Riffs.

Das wehmütige „Ghost Train“ von der gleichnamigen CD (2015) wurde von Thor Fay am Schlagzeug und seiner Percussion treffend untermalt. Bei dem kraftvollen Rocker „Southland“ legte Ted Z einige Shuffle-Schritte aufs Parket. Das langsame Duett mit Rachel Perry „Sweet Loretta“ gönnte dem Publikum eine kurze Verschnaufpause, bevor mit „Rambler“ wieder Bewegung in die Menge kam. Der Song „Virginia“ – mit gelungenem Harmoniegesang – steigerte seine Geschwindigkeit und bereitete so auf den Boogie „Ball and Chain“ vor. Während des abschließenden Songs erfolgte die Vorstellung der Band.

Die Zuhörer bedachten die Musiker mit langem Applaus, sodass die Band als Zugabe noch „Trouble“ spielten. Zuvor vergewisserte sich Ted Z aber, dass keine Kinder im Saal anwesend waren, da der Text des Liedes nicht ganz jugendfrei ist. Ted lobte das Publikum als „bestes“ aufgrund von zwei Umständen: Die Leute würden so gut aussehen und vor allem seien sie zum Konzert gekommen.

Der freundliche und charismatische Ted Zakka hat neben Rachel Perry drei Wrangler zusammengetrieben, die trotz ihres jugendlichen Alters den Auftritt professionell gemeistert haben. Besonders hervorzuheben ist Gitarrist Harrison Moore, der mit seinem Spiel nicht nur mich, sondern auch Daniel und Gernot, die nun ja wirklich schon viele Virtuosen gesehen haben, zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Der abwechslungsreiche Auftritt von Ted Z And The Wranglers hat meine Erwartungen übertroffen. Wenn überhaupt etwas zu optimieren ist, dann hätte im ersten Set die eine oder andere Uptempo-Nummer eingestreut werden können. Wirklich vermisst habe ich nur „Afraid Of Dying“, das gefühlvolle Titelstück der ersten EP, die mittlerweile ausverkauft ist.

Line-up:
Ted Zakka (vocals, acoustic guitar)
Rachel Perry (electric guitar, vocals)
Harrison Moore (electric and slide guitar)
Trevor Walton (bass, vocals)
Thor Fay (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Michael Segets

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Jessy Martens & Band – 19.10.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Die aufstrebende Blues Rock-Röhre Jessy Martens zum Tourstart im Schwarzen Adler! Ich hatte persönlich, was Reviews angeht, bisher noch keine Gelegenheit, mich mit dem pfiffigen Energiebündel aus Hamburg und ihrer Band auseinanderzusetzen. Bekannt war mir bis dato nur ihre CD „Break Your Curse“. Ihr brandaktuelles Album „Tricky Thing“, das durch den werten Kollegen Jörg Schneider vor kurzem beleuchtet wurde (dazu gab es ja auch noch ein bereits abgeschlossenes Gewinnspiel), ist mir quasi ‚durch die Finger geglitten‘.

Umso schöner, dass sich jetzt zeitnah für Gernot und mich, die Chance bot, Jessy mal hautnah live zu erleben. Ich hatte zur Vorbereitung natürlich mal in die Soundschnipsel des neuen Werkes, dir mir auf Anhieb gut gefielen, hineingehört. Die ebenfalls fundierte Rezension des geschätzten und kompetenten Kollegen Uwe Plien von der Rheinischen Post, im hiesigen Lokalteil der Zeitung, hatte in mir die Vorahnung aufkommen lassen, einen tollen Abend zu erleben. Selbst Jessica hatte seinen Bericht gelesen und ihn zum Anlass genommen, Uwe, der etwas verspätet dann ebenfalls zugegen war, noch mal explizit in einer Ansage zu loben und sich zu bedanken.

Die Band samt ihrer Musiker Dirk Czuya , Christian Hon Adameit, Markus ‚ Mosch‘ Schröder und dem schlaksigen Drummer Christian Kolf kam, wie nicht anders zu erwarten, zu Beginn ihrer nun folgenden mehrwöchigen Konzertreihe, mächtig motiviert auf die Bühne, um dann das aktuelle Werk in Gänze, was ich sehr vorbildlich finde, im Rahmen eines zweigeteilten Sets, vorzustellen.

Quasi identisch zum Silberling wurde mit „Stronger“ und „Pack Of Lies“ fett losgegroovt sowie kräftig gestampft und wir erhielten direkt einen guten Eindruck ihrer ausdrucksstarken Stimme. Der erste Set mit weiteren Tracks wie „Insanity“, „Hush Now“, „Tricky Thing“ dem überragenden, swampigen „Little Mama Don’t Play“ (Jessy teilweise im Stil einer Gospelsängerin, partiell sogar ohne Mikro, dazu Sing-Interaktion mit Publikum), der Ballade „Darling“ und dem abschließenden „You‘re Not The One I Need“, das sie der vor einigen Tagen an Krebs verstorbenen Piano-Legende Gottfried Böttger widmete (da sang sie ihre Trauer und ohnmächtige Wut regelrecht aus sich heraus), verflog wie im Nu, ein Indiz für einen kurzweiligen und unterhaltsamen Konzertabschnitt.

Auch Part zwei des Gigs, wieder aus acht Songs bestehend, ließ in Sachen Intensität und Spielfreude der Band (die Rhythmusfraktion Adameit/Kolf mit viel Druck, aber auch Gefühl, ‚Mosch‘ Schröder mit variablen Keyboardeinsätzen, der lange Dirk Czuya mit einigen zünftigen Les Paul-Soli) und vokalem Power der Protagonistin, keine Wünsche offen. „Toch My Blues Away“, „Undercover“, „By Your Side“ (herrliche Southern Soul-Ballade), „Fire“ (alle drei wieder vom neuen Album), „Trust Me” (Joe Cocker-Flair), “Brand New Ride” (Jessy bewegt sich singend ins Publikum) und “One Minute Love” hießen die weiteren Stationen, um mit dem stampfenden „Home“ (schön heulende Orgel von Schröder), den Hauptteil zu beenden.

Es war klar, dass das Quintett nicht ohne Zugaben zum Plausch und Verkauf an den Merchandising-Stand entlassen wurde. Und so gab es mit dem rockigen, launigen „Hands Up“ und dem konträr dazu sehr melancholischen, dezent sogar etwas Chanson-artigen Barroom Blues “Giants“, auch wieder von „Tricky Thing“, einen runden Abschluss.

Am Ende ging dann noch das übliche Treiben in Sachen Verkäufe, Autogramme, Smalltalk (wir machten noch unser Bild mit kompletter Band für die Sounds Of South-VIP-Galerie) von statten und der mittlerweile anwesende Uwe Plien bekam von Jessy als zusätzlichem Dank, noch einen dicken Schmatzer auf die Wange verpasst. Kurz-Fazit: Ein gelungener und lohnenswerter Tourauftakt von Jessy Martens und Band im, für einen Donnerstag, gut gefüllten Schwarzen Adler. Absolute Besuchsempfehlung!

Line-up:
Jessy Martens (Lead vocals)
Dirk Czuya (Electric guitar, background vocals)
Christian Hon Adameit (Bass, background vocals)
Markus „Mosch“ Schröder (Keyboards)
Christian Kolf (Drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Jessy Martens And Band
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Schwarzer Adler

Ghalia & Mama’s Boys – Let The Demons Out – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die belgische Bluessängerin Ghalia Vauthier hat den großen Teich überquert und sich im Süden der USA Mitstreiter für ihr neues Projekt gesucht. In Zusammenarbeit mit den Mama’s Boys entstand so „Let The Demons Out“ im Music Shed Studio in New Orleans. Ohne die schwüle Atmosphäre einzufangen, die mit der Stadt und ihrer Musik oftmals verbunden wird, setzt Ghalia eher auf eine kühlere Interpretation ihrer Eigenkompositionen, die mit den klassischen Zutaten des Blues beziehungsweise des Rhythm ’n Blues spielen.

Die Tracks der CD bewegen sich überwiegend im Mid- bis Uptempo-Bereich. Auf der Scheibe finden sich drei lupenreine Boogies. „4am Fried Chicken“ ist ein klassisch gemachter Genrebeitrag, während „Hiccup Boogie“ mit experimentellen Gesangspassagen aufwartet. Beide sind textlich originell: Auf die Idee, Fastfood oder einen Schluckauf zu thematisieren, muss man erst mal kommen. „All The Good Things“, aufgewertet durch die Arbeit von Smokehouse Brown an der Gitarre, ist allerdings der Boogie, der mich am meisten mitnimmt. Ebenfalls einer schnellen Gangart folgt das gleichförmige „Hoodoo Evil Man“.

Unter den Midtempo-Songs prägen sich „Have You Seen My Woman“ und „See That Man Alone” schnell ein. Bei „Press That Trigger“ gefällt das treibende Schlagzeug von Rob Lee und der Einsatz der Mundharmonika von Johnny Mastro. Mastro singt zudem das Duett „Waiting“ zusammen mit Ghalia. In dieses integriert sich, wie auch in „Hey Little Baby“, ein kratziges Gitarrenspiel. „I’m Shakin’“ greift Jazz-Elemente auf und sorgt für Abwechslung auf dem Album. Mit dem Blues „Addiction“ schlägt Ghalia ruhigere Töne an, die instrumental sanft unterlegt sind. Mehr Energie entwickelt das ebenfalls zu den langsameren Titeln zählende „Let The Demons Out“.

Ghalias Stimme besitzt keine besonders einprägsame Klangfarbe, aber genug Varianz, um schöne Akzente zu setzen. Gesangstechnisch liefert die Frontfrau sicherlich eine Leistung auf hohem Niveau ab, dennoch – oder gerade deshalb – will bei manchen Songs kaum Gefühl überschwappen. Die CD wirkt bis ins Detail durchgeplant, als hätte Ghalia sich nicht getraut, ihre Dämonen raus zulassen. „Let The Demons Out“ ist ein unaufgeregtes Album, das technisch souverän eingespielt und von Ghalia Vauthier sowie Dean Zucchero, der auch den Bass beisteuert, sauber produziert wurde.

Ruf Records (2017)
Stil: Blues Rock

01. 4 AM Fried Chicken
02. Let The Demons Out
03. Press That Trigger
04. Have You Seen My Woman
05. Hoodoo Evil Man
06. Addiction
07. All The Good Things
08. I’m Shakin‘
09. Waiting
10. See That Man Alone
11. Hey Little Baby
12. Hiccup Boogie

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