I’m With Her – See You Around – CD-Review

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Hinter dem (schon recht merkwürdigen) Bandnamen I’m With Her verbirgt sich nichts anderes als drei Koryphäen der Bluegrass-Szene, nämlich Nickel Creek-Initiatorin Sara Watkins, die mehrfache Grammy-Gewinnerin Sarah Jarosz und die Musik-Cosmopolitin Aoife O’Donavan.

Klar, dass sich bei einem Zusammenschluss dreier solch illustrer Damen die intellektuelle Musikkritikerschaft gerne zu Superlativen hinreißen lässt, wie z.B. die der New York Times inform von Aussagen wie: „Wenn diese drei Frauen miteinander singen, werden ihre Stimmen zu einem einzigen Instrument. Sie teilen jeden einzigen Atemzug.“

Da die Klientel dieses Magazins wie auch meine, eher proletarisch gestrickte Natur, es wohl überwiegend etwas weniger feinfühlig mag, und vermutlich auch nicht so zum ‚Hineininterpretieren von Dingen‘ neigt, sondern das reine Hörergebnis ‚betrachtet‘, ist die erste Kollaboration „See You Around“ des besagten Trios, aus meiner Sicht, von Gleichgesinnten mit gesunder Vorsicht zu genießen. Also vorab bitte erst mal antesten.

Helle Gesänge, oft in Harmonien übergehend, Akustikgitarren, sägende Violine, dezente E-Gitarren und Mandolinen, vereinzelte Dobro- und Banjo-Klänge, aus Musikersicht vielleicht intelligent als auch filigran eingesungen (viele Satzgesänge), perfekt ineinander greifend gespielt und im Bluegrass, Country- und Siebziger-umwehten Folk zusammengeführt, können  auf jeden Fall  das Prädikat der  Nichtalltäglichkeit für sich  in Anspruch nehmen. Zumindest bei mir persönlich, wollen sie jedoch meist nicht zur Freisetzung von Dopaminen beitragen.

Mit viel Wohlwollen kann ich Tracks wie „Ain’t That Fine“, dem im weitesten Sinne Heart-angelehnten „I-89“, „Wild One“, dem unterschwellig bluesigen „Ryland (Under The Apple Tree)“, dem noch melodischsten „Overland“ (mein Favorit) und „Crescent City“, einen Hauch von Sympathie entgegen bringen, aber in solchen Gefilden sind mir letztendlich Interpreten wie z. B. Madison Violet aufgrund der höheren Eingängigkeit doch wesentlich lieber. Das ganze Wirken des Trios ist mir insgesamt auf die Dauer auch zu reduziert dargeboten.

Die Krönung in entgegen gesetzter Richtung sind Tracks wie „Game To Lose“ (die piepsigen Gesänge – uaah…), das regelrecht nervtötende, kammermusikartige Instrumental „Waitsfield“ oder auch das Gilliam Welch-Cover „Hundred Miles“ (vor allem die Introphase) am Ende der CD.

Mein persönliches Fazit daher zu I’m With Her’s „See You Around“: I’m not with them – eine überaus harte Probe für meine mentale Belastbarkeit. Wenn auch sicher musikalisch anspruchsvoll in Szene gesetzt, trotzdem nicht für meine Gehörgänge geschaffen. Aus meiner Sicht eher überwiegend ein großer musikalischer Katzenjammer.

Rounder Records/ Universal Music (2018)
Stil: Bluegrass/Folk

01. See You Around
02. Game To Lose
03. Ain’t That Fine
04. Pangaea
05. I-89
06. Wild One
07. Waitsfield
08. Ryland (Under The Apple Tree)
09. Overland
10. Crescent City
11. Close It Down
12. Hundred Miles

I’m With Her
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Universal Music

Neil Merryweather & Janne Stark – Carved In Rock – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Mit Neil Merryweather und Janne Stark, haben sich zwei Musiker zusammen getan, die schon seit mehreren Jahrzehnten Mitglieder verschiedener, meist dem Hard und Heavy Rock zuzuordnener Bands waren.

Erste gemeinsame Kontakte wurden bei der Produktion des Mountain of Power-Albums „Volume Three“ geknüpft. Neil als Produzent und Gastmusiker und Janne als Sänger und Gitarrist der Band, die auch zwei alte Songs von Merryweather coverte.

Aus dieser Zusammenarbeit fruchtete die Idee, gemeinsam den Hardrock der 70er und 80er Jahre wieder aufleben zu lassen. Wenn man auf das Alter der Protagonisten schaut – das „Küken“ Janne Stark, 1963 geboren und Neil Meryweather, Jahrgang 1945 – kommt zunächst der Gedanke, ob alte Rockmusiker noch mal Retro-Musik machen wollen.

Doch schon bei den ersten Klängen wird der Zuhörer eines Besseren belehrt. Das Intro von „Irma La Douce“ zeigt direkt, dass gradliniger Hard-Rock auf einen zukommt. Beide stimmlich auf der Höhe, was nicht unbedingt von allen Rockmusikern, insbesondere derer im Alter Merryweathers zu sagen ist, legen mit einer Hardrocknummer los, welche entweder als frontales Element oder im Hintergrund, mehrere melodiöse Soli beinhaltet.

Der treibende Bass von Merryweather wird vom Rythmusmonster Peter „TrumPeter“ Svensson sicher unterstützt und bildet das Grundgerüst solider starker Genre-Kost. Belebend ist auch der Zwiegesang der beiden Hauptprotagonisten und stilistische Elemente aus anderen Musiksparten, welche in fast allen Songs zu finden sind. Erkläbar vielleicht durch Merryweathers Zusammenarbeit mit unterschiedlichen veranlagten Künstlern wie Steve Miller, Billy Joel, Randy California oder Lita Ford.

Mit „It Ain’t Pretty geht die Zeitreise in die Hardrockphase der 80er Jahre im Stile der Musik von Guns n‘ Roses, wobei ich persönlich die tieferen Stimmen von Merryweather und Stark als sehr angenehm zum Sound empfinde. Mit „We Got To Own This Thing“ geht es nahtlos weiter, um bei „Babylon Sin City“ zu landen.

In diesen Song sind Elemente vieler damaligen Hardrockgrößen zu finden. Bombastisch wie Kiss, Esprit alter Aerosmiths, Soloeinlagen Richtung Southern Rock und mit leicht funkigen Einlagen. Schön, wie es aber gelingt, nicht wie ein Abklatsch daherzukommen, sondern in einem eigenen Stil mündet, und Altbekanntes, in ein neues Gewand zu wickeln, um zu zeigen, dass es auch heute noch handgemachten Hardrock gibt!

„Give Èm Hell Boy“ könnte in mehreren Passagen auch auf einer der alten Nazareth-Scheiben in deren starker Hardrock-Ära wiederzufinden sein. Ohne viel Firlefanz, gradlinig, einfach rockend. Mit „Rockers Lament“ wird noch mehr aufs Gaspedal getreten. Es geht Richtung Judas Priest, mit leichtem Grundrhythmus von „Breaking the Law“.

“Lay Your Body Down“ beginnt etwas ruhiger, doch im Verlauf des Songs besinnt sich die Band darauf, mit einem klassischen Hardrock-Gitarrensolo, wieder Fahrt aufzunehmen.

„Love And War“, klassischer 80er Jahre Hardrock mit Highspeedsolo und schönem zweistimmigen Gesang, erinnert zum Teil an damalige Rockhymnen, ohne den damaligen oft schmalzigen Charakter zu entwickeln. Mit „Freedom Of Love“ geht es eher ‚getragenen‘ auf die Zielgerade. Die abwechslungsvollen Gesangspassagen, unterbrochen von stilistisch vielfältigen Gitarrensoli lassen Reminiszenzen zu Black Sabbaths Dio-Zeiten aufkommen. Ähnlich geht es mit „What’s It Gonna Be“ weiter.

Der letzte Titel, „I Believe“, kann im Prinzip das Fazit einleiten. Ich glaube, Merryweather und Stark ist zusammen mit Svensson ein ganz starkes Hard-Rock Album gelungen, das absolut erfrischend daherkommt und einfach Spaß beim Anhören bereitet. Angenehm zu wissen, dass es auch in der heutigen Zeit noch Bands gibt, die ohne die unsäglichen elektronisch erzeugten Rhythmuslinien auskommen.

Wie sagte der kanadische Landsmann von Merryweather, Neil Young in den 70er Jahren: „Hey Hey My My, Rock N‘ Roll will never die“. Hard Rock, wie gehört, scheinbar auch nicht! Aber wer weiß, ob es dieses Album gegeben hätte, wenn Merryweather das Angebot von Stills in den frühen 70er Jahren angenommen hätte, bei Crosby, Stills, Nash and Young, den Bass zu bearbeiten?

Absolute Kaufempfehlung für Freunde ursprünglicher Hardrockbands der 70er und 80er Jahre, sowie der Anfangszeit des Heavy Metal!  Live könnte die Fans ein Gewitter erwarten, wobei es fraglich ist, ob der mittlerweile fast Mittsiebziger Merryweather sich eine ausgedehnte Tour noch einmal antun würde.

Line-Up:
Neil Merryweather – Gesang, Bassläufe
Janne Stark – Gitarre, Bassläufe
Peter „Trumpeter“ Svensson – Drums

GMR Music Group (2018)
Stil: Heavy Rock

01. Irma La Douce
02. It Ain’t Pretty
03. We Got To Own This Thing
04. Babylon – Sin City
05. Give ‚Em Hell
06. Rockers Lament
07. Lay Your Body Down
08. Love And War
09. Freedom To Love
10. What’s It Gonna Be?
11. I Believe

GMR Music Group
Brooke Lynn Promotion

Charlie Parr – 06.02.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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‚Pille‘ Peerlings, der Chef der Krefelder Kulturrampe, hat 2018 die neue Konzertreihe „Caesar’s Pallets“ ins Leben gerufen. Im „Bluebird Cafe“ (BBC) werden dienstags akustisch gehaltene Liveauftritte präsentiert, bei denen vor allem Newcomern eine Bühne geboten wird. Nach dem Gastspiel des gut aufgelegten Dortmunders Edy Edwards lud das BBC zum ersten „Special“ mit dem alten Hasen Charlie Parr aus Minnesota ein.

Der im Qualitätsjahrgang 1967 geborene Singer/Songwriter hatte seine neue CD „Dog“ im Gepäck. Eine Auswahl der stärksten Stücke seines sechzehnten Album streute Parr in die beiden Sets des Abends ein. Neben dem eingängigen Titelsong „Dog“ durfte das grandiose „Hobo“ natürlich nicht fehlen. Ebenfalls begeistert vom Publikum aufgenommen wurden „I Ain’t Dead Yet“ und das swingende „Boiling Down Silas“. Den Geist New Orleans atmete die Liveversion von „LowDown“ – trotz der reduzierten Instrumentierung – ebenso deutlich wie auf dem Longplayer.

Parr beeindruckte mit den Klangvariationen, die er seiner akustischen 12-String-Guitar entlockte. Slide-Passagen, so bei „Remember Me If I Forget“, und feines Picking, wie bei „Last Day“ wechselten sich ab oder wurden bei „True Friends“ gekonnt kombiniert. Nicht nur hinsichtlich der Gitarrenarbeit zog Parr alle Register, auch mit den stilistischen Elementen zwischen Folk, Blues und Country zeigte er die Bandbreite seiner älteren Kompositionen.

Er spielte mit einem augenzwinkernden Kommentar zu Bob Dylan „Cheap Wine“, das Blues-getränkte „Too Much Liquor, Not Enough Gasoline“, seinen bislang größten Erfolg „1922 Blues“ und die stampfende Country-Nummer „Rocky Raccoon“. Seine besondere Vorliebe zu Hunden schien erneut bei „Old Dog Blue“ durch.

Neben den Eigenkompositionen unternahm Parr eine Zeitreise durch die Geschichte des Folks mit seinen unterschiedlichen Variationen. So spielte er „My Grandfathers Clock“ und „Ragged And Dirty“, das von William Brown stammt. Die Auswahl der Songs trifft Parr auf seinen Konzerten spontan. Er lässt sich von Stimmungen treiben oder wird getrieben. Wer kann das bei Künstlern schon sagen? Den krönenden Abschluss bildete eine A-Cappella-Zugabe von „Ain’t No Grave Gonna Hold My Body Down“. An Intensität übertraf Parr die bekannte Version von Johnny Cash bei weitem.

Das Publikum im vollen BBC verabschiedete Parr mit tosendem Applaus. Es erlebte einen introvertierten Musiker, dessen Humor in kurzen Anekdoten aufblitzte. In seinen Songs legt er hingegen seelische Abgründe offen. Manche sprachlichen Wendungen bleiben reduzierte Gedankensplitter, die zur Interpretation einladen. In bester Singer/Songwriter-Tradition erzählt Parr Geschichten, denen man gerne zuhört, da sie Situationen und Gefühle aufgreifen, die wohl jeder mal erlebt hat.

Vergänglichkeit und Tod, Freiheit und Einsamkeit sind in seinen Texten gegenwärtig. Aus seinen Lyrics spricht oftmals ein tiefes Mitgefühl für verlorene Seelen und eine rastlose, letztlich unvollendete, Sinnsuche. Charlie Parr stellt sich der Frage, welche Spuren man hinterlässt. Von dem Abend bleibt die Erinnerung an ein intimes Konzert und an die intensive Darbietung eines bescheiden auftretenden Menschen, der großartige Songs schreibt.

Das BBC ist eine tolle Idee und eine bessere Alternative zu einem Abend vor dem Fernseher, der schnell vergessen wird. Dass bei den Caesar’s-Pallets-Konzerten in der Regel auf einen festgesetzten Eintritt verzichtet wird und stattdessen ein Hut rumgeht, ist fair und lädt zu einem spontanen Besuch ein. Für den nächsten Termine im Februar sind das Duo Kassiopeia und Hello Luke angekündigt.

Line-Up:
Charlie Parr (vocals, guitar)

Bilder und Text: Michael Segets

Charlie Parr
Charlie Parr bei Facebook
Kulturrampe Krefeld

Vanderlinde – Live Trails – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Die seit Jahren vorbildliche Musikkultur in den Niederlanden lässt teilweise mit ein wenig Neid zu unserem „kleinen“ Nachbarn hinüberschauen. Nicht nur, dass fast jede internationale Band auf Tour immer einen Stop dort einlegt, auch die eigene Musikszene glänzt seit langem mit vielen unterschiedlichen Acts.

Vanderlinde, die sich nach ihrer treibenden Kraft, Bandleader Arjan van der Linde, benannt haben, bringen mit „Live Trails“ ihr erstes Live-Album heraus, das in Groningen aufgenommen wurde. Erwähnt werden muss die lobenswerte Idee der Band, die Einnahmen des Albums für wohltätige Zwecke zu Gunsten eines Waisenhauses in Ecuador zu spenden.

Der beschwingte Opener „The Difference“ bildet einen guten Auftakt für diese umfangreiche Live-Sammlung. „In One Day“ weist klare R.E.M.-Reminiszenzen auf, mit radiotauglichem Refrain, der sich schnell im Gehörgang festsetzt. Die schöne Akustik-Gitarren-Begleitung auf „Spending It All Jack“ lässt den Song sehr melodisch wirken und schließt mit einem fulminanten Gitarrensolo ab.

Hervorzuheben ist bereits jetzt Gitarrist Wietze Koning, der auf „When You Walk On By“ mit einem stimmigen und interessanten Solo begeistern kann. Das fünfte Stück „I’ll Weep Tonight“ ist ein langsames, harmonisches Duett und fügt sich mit der ausgefeilten Hookline gut in die Klangbilder ein. „Little Things“ ist wunderschön instrumentalisiert; Hauptaugenmerk sollte hier aber die Stimme van der Lindes sein, die sehr eingängig Erinnerungen an Michael Stipe aufkommen lässt. Mit „In Your World“ und „While The Devil Deals“ kommen zwei eher vom Country angehauchte Stücke, die dem Album einen kleinen Stilwechsel verpassen und ein wenig an eine Mischung aus den Eagles und Garth Brooks erinnern.

Das Gespür der Band für die richtige Stimmung findet sich auch auf den folgenden „Katie Lee“ und „Miss Molly“, die mit einem packenden Rhythmus aufwarten. Der letzte Song „She’s Rock’N’Roll“ wird von kräftigen Southern- und Blues Rock-Tönen getragen und bildet einen starken und powervollen Abschluss.

Leider kommt der Live-Sound in der Produktion nicht ausreichend zur Geltung. Das Potenzial für wuchtige und ausfüllende Stadionrock-Hymnen mit animierenden Mitsingrefrains a la R.E.M. oder U2 haben die Songs (noch) nicht. Vanderlinde stellen aber auf jeden Fall eine Bereicherung für die niederländische und europäische Musikszene dar und sind ein absoluter Geheimtipp für Liebhaber melodisch gut dosierter Rocksongs, die harmonisch eine schöne Soundlandschaft erschaffen.

Snakebite Records (2018)
Stil: Rock

01. The Differenece
02. In One Day
03. Spending It All Jack
04. When You Walk On By
05. I’ll Weep Tonight
06. Little Things
07. In Your World
08. While The Devil Deals
09. Katie Lee
10. Miss Molly
11. Across The Hall
12. She’s Rock’n’Roll

Vanderlinde
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cmm – consulting for music and media

Greasy Tree – 03.02.2018, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Greasy Tree am 3.2.2018 im blue notez club. Das Powertrio aus Arkansas unter der Fahne von Teenage Head Music gab am Samstag ein tolles Konzert im Dortmunder Bluesclub.

Cameron Roberts, Red Dorton und Creed Slater betraten pünktlich um 20:15 Uhr die Bühne und legten los. Neben Eigenkompositionen aus ihrem Album „Greasy Tree“ spielten sie auch Songs wie „Red House“ (Jimi Hendrix), „Whipping Post“ (Allman Brothers), ein Medley von Led Zeppelin-Songs und Titel von ZZ Top, die im Zugabenteil das Konzert beendeten.

Dem treuen Stammpublikum im Blue Notez Club gefiel diese Mischung. Ein Gast meinte: „Eine Gitarre ein Bass und ein Schlagzeug, das reicht für gute Mucke.“ Recht hatte er. Das hat Spaß gemacht!

Line-up:
Cameron Roberts (guitar, vocals)
Dustin ‚Red‘ Dorton (bass, vocals)
Creed Slater (drums, vocals)

Bilder und Eindrücke: Peter Schepers

Greasy Tree
Greasy Tree bei Facebook
Teenage Head Music
Blue Notez Dortmund

Wade Bowen – The Given – CD-Review

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Red Dirt Vorzeige-Countryrocker/Texas Country-Artist Wade Bowen ist mit seinem vierten Studioalbum “The Given” (nebst zweier Live-Werke) erneut ein Meisterwerk gelungen. Er ist ein Künstler, dem es seit Anbeginn seiner Karriere gelungen ist, stetig sein Leistungsvermögen in behutsamen Schritten zu verbessern. Somit zeigt seine Formkurve auch weiterhin nach oben. Wade hat für seine neue CD einen (Major-) Labelwechsel vollzogen (jetzt bei BNA/Sony) und auch mit Justin Niebank (Bon Jovi, Kenny Chesney, Lonestar, Blackberry Smoke) einen neuen Produzenten angeheuert.  Wade Bowen – The Given – CD-Review weiterlesen

Wade Bowen – Live At Billy Bob’s Texas – CD/DVD-Review

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2 CDs & 1 DVD-Set, inklusiv zweier neuer Studiotracks! Tolles Live-Konzert des sympathischen und so ungemein populären, großartigen Red Dirt-Countryrockers und seiner Band aus dem legendären Billy Bob’s in Fort Worth/Texas vom 21. November 2009 – auf einer Doppel-CD mit zwei neuen Studio-Tracks, und als DVD (komplette Show)! Der aus Waco, Texas stammende Wade Bowen hat sich im Laufe seiner mittlerweile elf Jahre währenden Karriere, ähnlich wie Randy Rogers, Pat Green, sein Schwager Cody Canada (als Bandleader von Cross Canadian Ragweed) oder die Eli Young Band zu den Leitfiguren der Red Dirt-Szene entwickelt.  Wade Bowen – Live At Billy Bob’s Texas – CD/DVD-Review weiterlesen

Wade Bowen – Solid Ground – CD-Review

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Ich weiß nicht, wie es unseren Lesern geht, aber zu manchen Künstlern hat man irgendwie schon nach Hören des ersten Liedes einen ‚Draht‘, der einen dann im Verlauf der Karriere dieser nicht mehr los lässt. Ist bei mir jedenfalls oft so. Zu dieser Kategorie zählt für mich zweifellos Wade Bowen, den ich bereits seit seiner Mitwirkung bei West 84 und erst recht als Solo-Performer, zu einem meiner großen Lieblingsinterpreten zähle.

Der ist jetzt nach zwischenzeitlichen Kooperationen mit Randy Rogers wieder mit einer neuen Studio-Scheibe „Solid Ground“ am Start. Und um es vorwegzunehmen, eine überragende Arbeit, die der ursprünglich aus Waco stammende Texaner hier erneut abliefert. Das Schöne daran – Wade hat, trotz eines für ihn typischen musikalischen Red Dirt-Grundfundamentes, doch seinen Sound ein wenig spürbarer in Roots Rock/Americana-Gefilde variiert.

Das liegt zum einen an der produktionsseitigen Zusammenarbeit mit dem umtriebigen Kollegen Keith Gattis, als auch den vielen, hier integrierten, namhaften Musikern wie Black Crowes-Gitarrist Audley Freed, Jeff Trotts (Sheryl Crow), Fred Eltringham (The Wallflowers, Willie Nelson, Robert Plant), Billie Mercier (Ryan Adams, Lucinda Williams), Jenn Gunderman (Sheryl Crow), Rami Jaffe (The Wallflowers, Foo Fighters) und John Henry Trinko (Randy Houser), die quasi als Garanten eines Qualitätsproduktes bürgen.

Auch das Songwriting mit etablierten Musikern wie Gattis, Freed, Jon Randall, Andrew Combs, Jeremy Spillman, Charlie Worsham oder Seth James ließ allein schon vom Papier her, auf interessante Ergebnisse schließen, was sich am Ende auch mit elf durchgängig starken Tracks bestätigte.

Über Bowens warm-rauchige Wohlfühl-Stimme braucht nicht mehr viel geschrieben zu werden. Nicht, dass sie vermutlich schon unzählige Frauenherzen zum Dahinschmelzen gebracht haben dürfte, sie ist natürlich auch für solch einen beschrieben Sound ein idealer Wegbegleiter.
Grandios schon der Einstieg mit dem von Wade, Gattis und Freed komponierten, melancholisch-atmosphärischen „Couldn’t Make You Love Me“, gefolgt von dem grandiosen, durch Gattis allein kreierten Tex-Mex-Schwofer „Day Of The Dead“ (klingt unterschwellig wie die die texanische Abwandlung von „Hotel California“), mit toller Akkordeon-Untermalung und göttlich einsetzenden Mariachi-Trompeten zum Ende hin. Großartig!

Mit „So Long 6th Street“, „Acuna“, „Compass Rose“ oder „Anchor“ hat er vier hyper-melodische Stücke dabei, die seine Red Dirt-Klientel und auch Fans von Acts wie der Eli Young Band, No Justice & Co. begeistern werden. Die dazwischen liegenden Lieder wie „Broken Glass“, „Death, Dyin‘ And Develin‘ Eggs“ und „7:30“ bieten fantastisch instrumentierten Roots-/Americana-Stoff.

Und zur großen Überraschung schwenkt die Scheibe mit der launigen Uptempo-Nummer „Fell In Love On Whiskey“ und dem psychedelisch-düster-dämonenhaft umwehten „Calling All Demons“ (erinnert ein wenig an „Long-Haired Country Boy“) noch glatt in Richtung Southern Rock.

Mit „Solid Ground“ serviert uns Wade Bowen ein weiteres Meisterwerk seiner passablen Karriere. Der Titel wirkt, auch wenn man mit ‚solide‘ ja durchaus eine positive Begrifflichkeit suggeriert, angesichts der superben Leistungen aller Beteiligten auf diesem Werk, ungewollt ironisch, fast eher wie eine Art bodenlose Untertreibung. Ganz klar schon jetzt ein ganz heißer Anwärter auf das Album des Jahres 2018!

Thirty Tigers (2018)
Stil: Red Dirt/Roost Rock/Americana

01. Couldn’t Make You Love Me
02. Day Of The Dead
03. So Long 6th Street
04. Broken Glass
05. Death, Dyin‘ And Devilied Eggs
06. 7:30
07. Acuna
08. Compass Rose
09. Anchor
10. Fell In Love On Whiskey
11. Calling All Demons

Wade Bowen
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Oktober Promotion

King King, 01.02.2018, Luxor Live, Arnheim – Konzertbericht

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Obwohl ich King King in den letzten Jahren live schon fast inflationär gesehen habe, gab es diesmal doch wieder gute Gründe, der Truppe des (in allen Beziehungen) schwergewichtigen Bandleaders Alan Nimmo (im obligatorischen Schotten-Rock und mit dementsprechend schottisch beflaggten, aus seinen Boots herausragenden Socken, auftretend), wieder einen Besuch abzustatten.

Zum einen ergab sich die Gelegenheit, die Band erneut im wunderschönen Luxor Live in Arnheim anzuschauen, örtlich für uns recht schnell und gut erreichbar, das uns ja beim Sass Jordan-Gig vor einigen Monaten, vom gesamten Ambiente her, richtig gut gefallen hatte.

Zweitens galt es wieder bei Fotografen-Kollege Gernot eine musikalische Bildungslücke zu schließen, der schändlicher Weise Nimmo & Co. bis dato überhaupt nicht kannte. Weiterhin hat King King ja mit „Exile & Grace“ ein neues Album am Start. Somit konnte man sich auch auf etwas neue Musik gefasst machen. Last but not least hatten die Briten mit Jonny Dyke (u. a. Amy McDonald, B.E.King, Patricia Kaas) einen neuen Keyboarder zu integrieren. Hier war die spannende Frage, wie er die nicht kleine Lücke, die Bob Frizdema hinterlassen hat, mit neuem Leben füllen wird.

Pünktlich wie ein schottischer Maurer betrat Nimmo mit seiner arrivierten Gefolgschaft Wayne Proctor, Lindsay Coulson und besagtem Jonny Dyke um 20:30 Uhr zu AC/DC-Klängen die, mit den herrlichen Verzierungen an den Seiten gerahmte, großzügige Bühne, im erneut beeindruckend beleuchteten Auditorium.

Und schon beim Opener stand das neue Werk im Fokus. Mit “(She Don’t) Gimme No Lovin‘” gab es einen zünftigen Rocker im Stile der legendären Combo Bad Company, die nicht nur aufgrund der Stimmähnlichkeiten zwischen Paul Rodgers und Alan Nimmo, auch im weiteren Verlauf bei vielen der dargebotenen Tracks durchschimmerte.

Mit den beiden eingängigen Ohrwürmern „Waking Up“ und „You Stopped The Rain“ (mit erster integrierter Publikumsinteraktion und zwei tollen Nimmo-E-Soli) des starken Vorgänger-Werkes „Reaching For The Light“, das auch diesmal immer noch den Hauptfokus des Gigs bildete, kam sofort gute Stimmung in den insgesamt ganz ordentlich besuchten großen Saal des Luxor Live.

Alan witzelte, dass er zum ersten Mal mit 12 Jahren im Rahmen eines internationalen Jugenfußballspiels in Arnheim gewesen ist, und natürlich gewonnen hatte. Er erklärte, dass die Schotten damals in dieser Alterssparte nahezu unschlagbar gewesen wären (vermutlich dank ihm…), erst in den darüber liegenden Stufen hätte es dann (bis heute) leider nicht mehr so geklappt (ich gehe davon aus, dass er da schon zur Gitarre übergeschwenkt war…).

Über „Broken“ (vom neuen Album), dem wunderbar atmosphärischen „Long History Of Love“ (Dyke brilliert mit Orgel-Solo), dem Stones-/Bad Co.-umgarnten Rocker „Lose Control“ (schöne HT-Fills von Dyke), das furiose „Rush Hour“ und dem weiteren, zünftigen „Exile & Grace“-Track „Long Time Running“, war die Zeit bereits wie im Nichts verflogen und es ging schon in Richtung Zielgerade.

Die hatte mit dem grandiosen „Stranger To Love“ , bei der die Band ihre ganze Klasse bewies und Alan zur berühmten, ganz verstärker-losen „Leisespielphase“ (man hörte nur die zarten Metallseiten seiner Gibson Les Paul klingen, sodass die ansonsten ja immer ziemlich redseligen Holländer sogar mal inne hielten) ansetzte und der funkigen, shuffligen, aber auch extrem launig abrockenden und klasse gespielten Nummer „All Your Life“ (inkl. Vorstellung der Band jeweils mit kleinen Solo-Einlagen) zum Abschluss des Hauptteils, ganz starke Kost zu bieten.

Da war natürlich noch nicht an Feierabend zu denken. Das Quartett bot dann mit der atmosphärischen Ballade „Find Your Way Home“ und dem dezent Southern soulig–garnierten Gute-Laune-Schunkler „Let Love In“, bei dem Nimmo seine Audienz nochmals zum Mitsingen der Refrainzeilen einbezog, äußerst vergnügliche Abschluss-Minuten.

King King war somit auch bei unserem zweiten Auslands-Einsatz wieder eine Reise wert. Eine typische Band vom Kaliber ‚kannste blind hingehen‘. Nimmo & Co. werden demnächst natürlich auch wieder in unseren Landen ‚vorsprechen‘, siehe hierzu unsere Konzert-Tipps. Danke von unserer Seite an das nette und hilfsbereite Luxor Live-Team sowie an das  kooperative KK-Management bezüglich der unproblematisch und glatt verlaufenen Akkreditierung.

Line-up:
Alan Nimmo (lead vocals, electric guitar)
Lindsay Coulson (bass)
Wayne Proctor (drums, backing vocals)
Jonny Dyke (keys, backing vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

King King
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Luxor Live, Arnheim

Brian Fallon – Sleepwalkers – CD-Review

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Review: Michael Segets

Bruce Springsteen adelte den ebenfalls in New Jersey geborenen Brian Fallon, als er ihn bei seinem Konzert im Hyde Park 2009 auf die Bühne holte. Zuvor trat Fallon als Frontmann von The Gaslight Anthem in Erscheinung. Mit „Handwritten“ (2012) lieferte die Band ein Rockalbum ab, das zu den besten der letzten Dekade gehört. Zwischenzeitlich ruht das Bandprojekt und 2016 veröffentlichte Fallon sein erstes Solowerk „Painkiller“. Nun legt er „Sleepwalkers“ nach, das tendenziell rockiger als sein Debüt ausfällt.

Die beiden ersten Titel des Longplayers wurden vorab herausgebracht und spiegeln die Grundatmosphäre des Werks wider, auf dem es Brian Fallon dank seiner charakteristischen Stimme sowie guten Texten schafft, Gefühle wie Angst, Trotz oder Hoffnung zu verarbeiten und mit den Mittel des Rock auszudrücken. „If Your Prayers Don’t Get To Heaven” legt mit klarem Rock ’n Roll-Rhythmus locker los, wobei Fallon mit seinen stimmlichen Vibes dem Stück seinen Stempel aufdrückt, sodass unverkennbar ist, aus wessen Feder es stammt. Rockig schließt „Forget Me Not“ an. Der klasse Refrain ist eingängig und einzelne rausgeschriene Textzeilen machen den Song zusätzlich interessant.

Auch auf „Come Wander With Me“ transportiert Fallons Gesang Emotionen, die Aggression und Verletzlichkeit zugleich zum Ausdruck bringen. Nicht weniger intensiv ist „Etta James“, bei dem das Tempo etwas heruntergefahren wird. Das Lied um die vor sechs Jahren verstorbene Sängerin klingt am Ende sanft aus und leitet so passend zu „Her Majesty’s Service“ über. Die Nummer weist Tempowechsel auf, ist aber insgesamt im oberen Midtempo-Bereich zu verorten. Sie wirkt schön eingängig, zumal Fallon das raue Kratzen aus seiner Stimme herausnimmt.

„Proof Of Life“ beginnt mit einem irischen Einschlag. Ohne Kitsch baut Brian Fallon hier mehrstimmige Passagen und helle akustische Gitarrentöne in den langsamen Song ein. Bei „Little Nightmares“ packt Fallon wieder die E-Gitarre aus. Das dominierende Schlagzeug, das auch bei den vielen anderen Titeln auffällt, nimmt mit stampfendem Rhythmus richtig Fahrt auf und wird bei Konzerten für viel Bewegung im Publikum sorgen.

Die Bläser auf dem Titelstück „Sleepwalkers“ erzeugen ein Motown-Feeling. Besonders gelungen sind dabei die stilleren Phasen mit den anschließenden Steigerungen des Tempos. Danach folgen noch zwei Rockstücke. „My Name Is The Night“ bietet überraschende Gitarrensequenzen und Fallon bringt mit Hauchen und Schreien sein emotionales Repertoire zum Ausdruck. Bei „Neptune“ kommen Keys zum Einsatz, die den Sound gegenüber dem der anderen Songs leicht variieren. Die Orgel prägt auch „Watson“, das im mittlerem Tempo das Ende des Longplayers vorbereitet. Zum Abschluss unternimmt Fallon noch mit dem akustisch gehaltenen „See You On The Other Side“ einen Ausflug in den Folk.

Brian Fallon liefert mit „Sleepwalkers“ ein homogenes Rockalbum auf hohem Niveau ab, das vor allem auf druckvolle Rhythmen setzt. Es lebt von seiner markanten Stimme und seinen Qualitäten als Songwriter. Fallon hält dabei die Fahne des Heartland Rocks hoch und tritt so mit einem eigenständigen Sound in die Fußstapfen des Bosses.

Island Records/Universal (2018)
Stil: Heartland Rock

01. If Your Prayers Don’t Get To Heaven
02. Forget Me Not
03. Come Wander With Me
04. Etta James
05. Her Majesty’s Service
06. Proof Of Live
07. Little Nightmares
08. Sleepwalkers
09. My Name Is The Night
10. Neptune
11. Watson
12. See You On The Other Side

Brian Fallon
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Universal Music