Jessy Martens And Band – Tricky Thing – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Lange Zeit war es ruhig um diese kleine hanseatische Powerfrau mit der unglaublichen Bluesröhre. Jetzt ist Jessy Martens kraftvoller denn je mit ihrer Band zurück und legt mit ihrem neuen Album „Tricky Thing“ ein Werk vor, das sich nicht wirklich in eine Schublade pressen lässt.

Mal kommen ihre melancholischen Songs richtig bluesig daher, dann wieder eher mit Anleihen aus dem Jazz („Pack Of Lies“, ein soulig beschwingtes Stück mit passender Pianobegleitung, dessen Rhythmus in die Beine geht und zum Abtanzen einlädt) oder auch wie im Titelsong „Tricky Thing“, stimmlich und vom Arrangement her, an Amy Winehouse erinnernd, mit einem Gänsehaut erzeugendem Soulfeeling.

Die klare Sopran-Stimme der nur 1,52 m großen Gewinnerin des German Blues Award und des Deutschen Rockpreises ist mit den Jahren reifer und facettenreicher geworden. So kommt Ihre vokale Bandbreite z. B. besonders gut auf dem souligen „Undercover“ zur Geltung. Oft klingt sie auch nur zart und zerbrechlich und dann aber wieder rau und bluesig wie beim Opener „Stronger“, einem schönen Uptempo Blues über das Verlassen werden.

Eher zurückhaltend arrangiert ist dagegen der 6-minütige Blues „Hush Now“ mit zart gesungenen Refrains und bluestypischen Gitarreneinlagen. „Insanity“ hingegen ist ein sehr rhythmischer überschäumender Gute-Laune-Song, während der Slowblues „Fire“ einen wunderschönen Rahmen für Jessy Martens klaren Sopran bildet. Mit einem richtig hart-rockigen Intro und Extro geht’s dann auf „Home“ weiter, wobei der Mittelteil eher dem jazzig-souligen Grundstil des Albums entspricht.

Die beiden letzten Stücke der CD bieten dann einen sinnlich nachdenklich Ausklang, wobei „By Your Side“ weniger melancholisch und im Vergleich zu „Giants’’ richtig fröhlich klingt. „Giants“ überzeugt dafür mit wehmütigem Timbre, klaren Gitarrenklängen und Pianobegleitung – so richtig zum Chillen und Träumen.

Langweilig ist die Scheibe also nie, aber sie ist doch insgesamt eher für gemütliche, zweisame Couchabende geeignet. Die weiblichen und romantisch veranlagten Leserinnen dieses Magazin werden sicherlich ihre helle Freude an dem Album haben, für hartgesottene Americana- und Southern Rock-Fans ist das Teil allerdings wahrscheinlich zu soft. Allerdings sind, und dies kann nicht oft genug betont werden, die gesanglichen Qualitäten von Jessy Martens wirklich überragend.

P.S.
Achtung! Zur Scheibe wird es in Sounds Of South in Verbindung mit Netinfect Promotion Ende September noch ein Gewinnspiel geben!

Line-Up:
Jessy Martens – Lead vocals
Dirk Czuya – Electric guitar, background vocals
Christian Hon Adameit – Bass, background vocals
Markus „Mosch“ Schröder – Keyboards
Christian Kolf – Drums

Jayfish Records – (2017)
Stil: Blues, Soul

01. Stronger
02. Pack Of Lies
03. Hush Now
04. Tricky Thing
05. Insanity
06. Undercover
07. Fire
08. Home
09. By Your Side
10. Giants

Jessy Martens And Band
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