Rozedale – Same – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Mit dem dritten Album ist Rozedale, ohne die beiden Vorgänger klein reden zu wollen, ein echter Knaller gelungen. Wie gewohnt prägen das vielseitige Gitarrenspiel von Charlie Fabert und die kraftvolle Stimme von Amandyn Roses die Musik der Franzosen. Im Gegensatz zu den vorherigen Werken ist das neue weitaus rockiger, verliert dabei aber den Blues als Basis nicht aus den Augen.

Vielleicht ist dies auch der Grund, warum sich das ’s‘ im Bandnamen in ein ‚z‘ verwandelt hat, um so auch visuell ein Zeichen zu setzen, dass eine neue Ära der Band begonnen hat.

Vom Songwriting her sind die neuen Stücke gradliniger und kraftvoller und können so den Weg bereiten, ein breiteres Publikum als nur die Bluesfans anzusprechen. Es war mit Sicherheit eine gute Entscheidung, das Album von Chris Sheldon, der u. a. auch Radiohead oder die Foo Fighters abmischte, in den IPC Studios in Brüssel produzieren zu lassen.

So ist ein Sound entstanden, der stilistisch in die Richtung des modernen rockigen Blues geht, die vorhandenen Stärken der Musiker perfekt in Szene setzt und so auch den kommerziellen Status der Band anhebt. Kommerziell ist in dem Zusammenhang nicht negativ zu sehen, da sich die Musik der Band nicht des Erfolg willens untergeordnet hat, sondern das Songwriting sich weiterentwickelt hat.

Neben rockigen Bluessongs in denen Charlie Fabert die Gitarrensaiten glühen lässt, scheint er die Gitarre in anderen Stücken fast wie eine zweite Stimme als Unterstützung von Amandyn Roses singen zu lassen. Diese setzt den Songs einen natürlich ganz eigenen Stempel auf. Von dynamisch rockend, über klagend bluesig bis hin zu melancholisch verträumt, bildet sie einen harmonischen Einklang zu ihrem Partner Charlie.

Die Grundlage für den vollen Sound bildet die Rhythmussektion um Icheme „Zou“ Zougart, der für perfekte zuweilen groovende tiefe Töne sorgt und Herve Koster an den Drums, der immer den richtigen Beat findet. Ein weiteres belebendes Element ist, wie schon in der Vergangenheit, das von Michael Lecoq gespielte Keyboard, der die Stücke meist schön, zuweilen leicht psychedelisch untermalt, und bei der Ballade „Burning“ die musikalische Begleitung Amandyns ist.

In einem durchweg starken Silberling, der das Zeug hat, nicht nur in den Bluescharts weit nach oben zu schießen, fällt kein Song ab und jeder hat seine Berechtigung. Mit dem gleichnamigen Album ist Rozedale das bisherige Meisterstück gelungen, in dem die Band, ihren eigenen Stil weiterentwickelt hat, ohne sich in eine kommerzielle Sparte zu begeben, in der die eigene Identität aufgegeben wird.

Spannend wird es sein, wie die Band die neuen Tracks, die genug Möglichkeiten fürs Improvisieren geben, auf der nächsten Tour im Spätsommer auf die Bühne bringt.

Neben einer Kaufempfehlung für das Album, kann jedem Bluesrockfan angeraten werden, eines der Konzerte zu besuchen, um sich von der Stimme Amandyn Roses und dem virtuosen Gitarrenspiel Charlie Faberts einfangen und verzaubern zu lassen.

Geplante Album Release Tour 2021:

16.09.2021 B-Verviers, Spirit of 66
17.09.2021 D-Dortmund, Musiktheater Piano
18.09.2021 D-Hamburg, Downtown Openair
23.09.2021 D-Köln, Kantine Freideck
24.09.2021 D-Freudenburg, Ducsaal
25.09.2021 D-Baden-Baden, Blues-Club

Baladins Tours Productions
Stil: Rock

Songs:
01. Ghost For You
02. Brand New State
03. Shine
04. Burning
05. Where Love Goes
06. Ce Soir Je T’àime
07. Can’t Get Enough
08. Before I Go
09. At The End Of The Day
10. Somewhere In The Mess

Rozedale
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Ivy Gold – Six Dusty Winds – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Mit „Six Dusty Winds“ bringt Ivy Gold die erste Platte auf den Markt. Die Band um die Fronterin Manou und den Gitarristen Sebastian Eder, die als Ursprung der Band gesehen werden können, haben nach und nach, eine illustre Truppe um sich gesammelt, deren Mitglieder mit Rock- und Bluesgrößen von Joe Bonamassa über Glenn Hughes bis zu B.B. King gearbeitet haben, um nur einige zu nennen. Dies spricht schon für die musikalische Klasse der Band, in der alle Musiker dem Sound ihren Stempel aufdrücken.

Im Vordergrund steht oft Manous energiegeladene Stimme, welche regelrecht mit den Songstrukturen verschmilzt. Dabei ist es schwer, die Musik einem Genre zuzuschreiben, was oft gerne gemacht wird. Dies ist vielleicht auch der Grund, warum man das Album unter dem eigenen Label produziert hat, um die absolute Selbstbestimmung über die eigene Musik zu behalten.

Tal Bergmann an den Drums und der Bassist Kevin Moore legen eine druckvolle, groovende und dynamische Grundlage, auf der sich die drei anderen Musiker austoben können. Sebastian Eder harmoniert mit zuweilen hardrockenden Gitarrenriffs mit Manous Gesang und glänzt mit Soli, die jeder Bluesband gut zu Gesichte stehen würden.

Ein prägendes Element ist auch das Keyboard von Anders Olinder, welches den Songs zuweilen einen bombastischen, schon fast progressiven Rahmen vermittelt. Da ist es nicht verwunderlich, dass dieser auch schon mit Glenn Hughes und Peter Gabriel zusammenarbeitete.

„Six Dusty Winds“ ist ein emotionales, vielseitiges Album, dessen Musik die Band selbst als zeitgenössischen Blues bezeichnet, was ich in dem Falle eher für untertrieben halte, da viele Facetten vom Classic Rock, über Hard Rock und progressiven Rock bis hin zum Blues ineinander fließen.

Das dabei kein Flickwerk entsteht, sondern die Stücke trotz vieler Rhythmus- und Stilwechsel absolut homogen bleiben, spricht für das gekonnte Songwriting, bei dem Sebastian Eder oft die musikalische Grundidee gelegt hat und Manou die Texte und die Gesangsstruktur eingeflochten hat.

Die besondere Prise steuert dann Anders Olinder bei, der die Musik zuweilen mit sphärischen Klangteppichen untermalt. Als Fazit kann gesagt werden, dass Ivy Gold mit „Six Dusty Winds“ ein Debütalbum gelungen ist, welches das Zeug hat, eine große Bandgeschichte anzustoßen.

Schön ist dabei, dass durch die vielen musikalischen Einflüsse ein Werk entstanden ist, welches nicht nur in einer bestimmten Sparte Beachtung finden wird, sondern gekonnt einen weiten Bogen über alle Facetten der Rockmusik spannt.

Manou: Vocals
Sebastian Eder: Guitars
Andrers Olinder: Keyboards
Kevin Moore: Bass
Tal Bergmann: Drums

A1 Records (2021)
Stil: (Blues) Rock & More

Tracks:
01. Face Of Deceit
02. This Is My Time
03. Retribution
04. Believe
05. Six Dusty Winds
06. Suspicion
07. Shine On
08. We Are One
09. Without You
10. Born Again

Ivy Gold
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Brooke-Lynn Promotion

Jessie Lee & The Alchemists – Let It Shine – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Drei Jahre nach ihrer Gründung brachten Jessie Lee & The Alchemists in 2018 ihr gleichnamiges und hochgelobtes Debutalbum heraus. Und nun liefern die Franzosen, die bereits als Hoffnung der europäischen Bluesszene gefeiert werden, am 7. Mai ihr Nachfolgealbum „Let It Shine“ ab.

Die Truppe besteht aus der, aus der Pariser Blues-Szene entstammenden Sängerin und Gitarristin Jessie Lee und ihrem langjährigen musikalischen Partner Alexis „Mr. Al“ Didier, ebenfalls Gitarrist, sowie dem Bassisten Laurent Cokelaeres, dem Trommler Stéphane Minanas und dem Organisten Laurian Daires. Zudem sind für das Album einige Gastmusiker (Blasinstrumente, Chor) mit von der Partie.

Musikalisch ist das Album eine analog aufgenommene und abgemischte Reminiszenz an den klassischen Blues/Blues Rock der 70’er Jahre mit zehn kraftvollen, zum Teil knallharten, und elegischen Songs, angereichert mit zahlreichen Stilelementen des Soul. Und nur zwei Tracks des Albums dauern wirklich weniger als fünf Minuten.

Während die rockigeren Tracks zumeist von harten Basslinien beherrscht bzw. untermalt werden, weisen die ruhigeren und bluesigeren Stücke immer wieder Elemente der Soulmusik auf. In einigen Songs erinnert mich Jessie Lees Stimme ganz entfernt sogar an Dani Klein, die Sängerin der 80’ger Jahre Band „Vaya Con Dios“ („But You Lie“).

Überhaupt kommt Jessie Lee sehr stimmgewaltig daher und überzeugt in den lauten Nummern ebenso wie in den ruhigeren Tracks („But You Lie“, „Let It Shine“, „One Only Thing“, „You Took My Mind Away“) in denen ihre Stimme noch eindrucksvoller zum Tragen kommt. Auch die Leistung des Keyboarders Laurin Daires muss unbedingt erwähnt werden. Mit seinen Klangteppichen und aufblitzenden Einlagen trägt er definitiv zur Stimmung des Werks bei („Another“, „The Same“, „Get Out Of My Head“).

Besonders gut gefallen haben die Tracks „The Same“ (mit hartem Rhythmus und ruhigen Gesangsmittelteil), das gefällige und soulige Midtempo-Stück „Let It Shine“ sowie das bluesig-soulige „One Only Thing“, in dem Jessies warme Stimme (hier an Layla Zoe erinnernd) nur sparsam von Schlagzeug und Bass begleitet wird und sich erst gegen Ende Keyboard und Gitarre dazugesellen. Der beste Song ist für mich allerdings die knapp neun Minuten(!) lange, akustische und teils gospelig anmutende Ballade „I Don’t Need To Say“.

Als französische Band wurden Jessie Lee &  The Alchemists natürlich zunächst in unserem Nachbarland bekannt. Aber mit diesem Longplayer soll sich das nun ändern. Bei der International Mississippi Blues Trial Challenge heimsten sie bereits 2018 mehrere Preise ein und erhielten im Jahr darauf die Einladung, Frankreich bei der European Blues Challenge 2021 zu vertreten. Ein guter Anfang ist also gemacht. Wir drücken Jessie Lee und ihren Mitstreiten die Daumen. Das Album gibt allen Anlass dazu.

Label: Dixiefrog Records (2021)
Stil: Blues, Blues Rock

Tracks:
01. Another
02. But You Lie
03. You Gotta
04. The Same
05. Let It Shine
06. Sometimes
07. One Only Thing
08. Get Out Of My Head
09. You Took My Mind Away
10. I Don’t Need To Say

Jessie Lee & The Alchemists
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Dixiefrog Records

Gary Moore – How Blue Can You Get – CD-Review

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Der nordirische und leider viel zu früh verstorbene Gary Moore, hatte zu Lebzeiten, so behaupte ich es einfach mal, auch in unseren präferierten Musikgeschmackskreisen, eine gewisse Relevanz.

Bei mir persönlich trat er mit seinem Einstieg für Brian Robertson bei Thin Lizzy auf dem auch heute noch gerne gehörten Werk „Black Rose“ erstmals in Erscheinung. Nach seinem kurzen Intermezzo dort, landeten dann diverse Alben aus seiner Hard Rock-Ära in meiner Sammlung und naja, sein wohl mit erfolgreichstes Album samt der Hinwendung wieder zum Blues mit „Still Got The Blues“ war damals 1990 quasi ein Pflichtkauf.

Live habe ich ihn einmal zwölf Jahre später gesehen, als er ziemlich aufgedunsen, den Support für ZZ Top in der ausverkauften Grugahalle in Essen gab. In 2011 erlitt Moore dann ja bekanntlich im Schlaf  einen für ihn tödlichen Herzinfarkt.

Zum 10-jährigen Gedenken hat man jetzt nochmal in seinen Archiven gekramt und einige bisher ungehörte und unveröffentlichte Deep Cuts und Alternative Versionen gefunden. Insgesamt sind dann acht Stücke unter dem Albumtitel „How Blue Can You Get“ zusammengekommen.

Die Gesamtspielzeit ist aufgrund der Tatsache, dass sich fünf Tracks im nahen 6-Minuten-Bereich und darüber hinaus befinden, trotzdem recht ordentlich. Den Einstieg bestreiten mit „I’m Tore Down“ und „Steppin‘ Out“ zwei Stücke, die im Prinzip für reflexartiges Losagieren von Blues Rock-Gitarrenfricklern der Marke King, Collins, Clapton, Bonamassa & Co. prädestiniert sind.

Ganz schön finde ich, wie hier der Unterschied, und das gleich an vier Beispielen, zwischen einer anmutenden Schmuse-Blues-Ballade und einem Slow Blues aufgezeigt wird.

Während sich „In My Dreams“ und „Love Can Make A Fool Of You“ mit ihren pathetisch-hymnischen E-Hooks und -Soli im klaren Fahrwasser des Megahits „Still Got The Blues“ bewegen, und eher auf die Emotionen des Hörers fokussiert sind, stehen beim Titelstück sowie dem abschließenden starken „Living With The Blues“ eher die Emotionen des Künstlers selbst im Vordergrund, die sich mittels besonders schmerzlichem Gesang und tiefgreifendem E-Gitarrenspiel ausdrücken.

Nicht zu vergessen noch die zwei Tracks, die für unsere Klientel besonders interessant erscheinen: zum einen das texas-bluesige „Looking At Your Picture“, bei dem dezente Reminiszenzen Richtung SRV, Arc Angels oder Storyville geweckt werden, zum anderen das in bester ABB-/Gregg Allman-Manier southern-bluesige „Done Somebody Wrong“, bei dem Moore auch seine Slide-Qualitäten auspackt.

Somit erweist sich „How Blue Can You Get“ ebenso als schöne Zugabe für Gary Moore-Fans und -Sammler wie auch für Liebhaber der klassischen Ikonen des Blues, beziehungsweise des Blues Rocks. Insgesamt eine wirklich schöne Erinnerung an den Nordiren.

Label: Mascot Label Group (2021)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. I’m Tore Down
02. Steppin‘ Out
03. In My Dreams
04. How Blue Can You Get
05. Looking At Your Picture
06. Love Can Make A Fool Of You
07. Done Somebody Wrong
08. Living With The Blues

Mascot Label Group
Another Dimension

Black Banjo – Out Of The Skies – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Black Banjo, das ist ein italienisches Quartett, welches sich ganz und gar dem Blues Rock verschrieben hat. Die vier Jungs sind schon seit langem im Musikgeschäft unterwegs und haben in der Vergangenheit jeder für sich bereits mit vielen namhaften Musikern/Bands zusammengespielt (Deep Purple, Slash, Uli Jon Roth, Ian Paice & Don Airey, um nur einige zu nennen). Die Band besteht aus Alex Alessandrini Calisti (Gitarre, Gesang), Francesco Caporaletti, genannt „The Captain“ (Bass), Archelao Macrillò (Drums) und Massimo Sacutelli (Piano & Orgel). Zudem haben am Album noch Louis Marini aus der Original „Blues Brothers Band“ und Nathaniel Peterson, ehemaliger Bassist von Savoy Brown mitgewirkt.

Mit „Out Of The Skies“ legt die Truppe nun ihr erstes Album vor. Es enthält elf Tracks, die alle mehr oder weniger dem Blues Rock zuzurechnen sind. Der Opener „Alive And Well“ legt mit seinem eingängigen Rhythmus und seinem leichtem Südstaatenflair den Grundstein für den Charakter der weiteren Songs. Auch „Stone Cold Killer“ steht mit seinen Bluesharpeinlagen und der Keyboarduntermalung stilistisch ganz im Zeichen des traditionellen Blues Rock und erzeugt fast ein wenig 70‘er Jahre Feeling. Das mit viel Spielfreude und Bläsern dargebrachte schwungvolle „The Contest“ hingegen ist eine schöne Reminiszenz an vergangene Rock‘n‘ Roll Zeiten und geht mächtig in die Beine. Auch „Out Of The Skies“ ist ein wenig Retro und könnte durchaus vor 50 Jahren geschrieben worden sein.

In direktem Kontrast zu den ersten vier Songs steht das melodiöse, ruhigere und mit gefälligen Bläsersätzen angereicherte „If It Wasn‘t For The Music“, während „Last Man Standing“ wiederum etwas schwerer und rockiger daher kommt. Die Bluesnummer „Youth Of The Nation“ hingegen wartet mit gefälligen Slidegitarren-Riffs auf, die dem Song etwas Southern-Atmosphäre verpassen.

Flott-fröhlich und mit reichlich Piano und Hintergrundbläsern lädt „Miss Daisy“ dann zum Abtanzen ein. „Bumps Boogie“, ein reines Instrumentalstück, beginnt mit einem Boogie-typischen Rhythmus, wechselt dann zum Blues, um letztendlich doch wieder als furioser Boogie zu enden. Mit „Tainted Love“ geht’s kurz vor dem Ende der Scheibe nach einem kurzen Schlagzeugintro nochmals ein bisschen rockig-härter zu, bevor der Rausschmeißer „Sue‘s Gone Away“ erklingt, ein ruhiges Stück im Songwriter-Stil, geprägt durch akustisches, fast spanisch anmutendes Gitarrenspiel und harmonischen Gesang.

Offiziell segelt das Album unter der Flagge des Blues Rock und tatsächlich sind derartige Stilelemente auch reichlich vorhanden. Trotzdem fehlen teilweise die deftig-schweren Töne, was sicherlich auch am Stil insgesamt liegt, der über weite Strecken Assoziationen an den Keyboard-geschwängerten Rock der 70‘er Jahre weckt. Und dann kommt noch Calistis relativ hohe Stimmlage hinzu, die gar nicht so rau und dreckig klingt, wie es man es von einem Bluesrocksänger erwarten würde.

Unter dem Strich ist es dennoch keine schlechte Scheibe, aber eben doch etwas anders, als man vielleicht erwarten würde. Im Handel ist sie seit dem 5. März zu bekommen. Abschließend bleibt noch zu sagen, dass die Jungs, so Corona es will, ab Ende Juni 2021 zusammen mit den legendären Animals auf Europatournee gehen.

Label: Eigenproduktion (2021)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Alive And Well
02. Stone Cold Killer
03. The Contest
04. Out Of The Skies
05. If It Wasn‘t For The Music
06. Last Man Standing
07. Youth Of The Nation
08. Miss Daisy
09. Bumps Boogie
10. Tainted Love
11. Sue‘s Gone Away

Black Banjo
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Two Side Moon Productions

Ally Venable – Heart Of Fire – CD-Review

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Ach, waren das noch Zeiten, als Ally Venable im Rahmen des Rufschen Blues Caravans in knappem Minifummel (zu sehen auch noch mal in gleicher Montur im Innenteil der CD) gerade mal ein Meter auf der Bühne im Dortmunder Musiktheater Piano von mir entfernt stand und der Audienz ihre vielen quirligen E-Gitarren-Soli um die Ohren fegte.

Jetzt bringt die gerade mal im April, 22 Jahre alt werdende Texanerin mit „Heart Of Fire“, ihr viertes offizielles Album heraus. Wie schon auf dem Vorgänger „Texas Honey“ gibt es wieder elf Lieders, diesmal aber produziert von Jim Gaines (John Lee Hooker, George Thorogood, Albert Cummings, Devon Allman, Royal Southern Brotherhood).

AQ2A9840-1024x683In fast allen Tracks, vielleicht bis auf das swampig-delta-bluesige „Played The Game“ (mit herrlichem Akustik-Slide-Spiel), ist die Verehrung ihres großen Vorbildes, Stevie Ray Vaughan, unverkennbar. Wer es bis zum Ende der CD dann noch immer nicht vernommen haben sollte, bekommt den endgültigen Beweis mit dem knapp neun-minütigen Instrumental „Tribute To SRV“, bei der sich ruhige Grundphasen, die mich so ein wenig an Peter Greens „Albatross“ erinnern, immer wieder von langen, euphorisch und quirlig gespielten E-Gitarren-Soli im Stil des einstigen texanischen Guitar Slingers durchbrochen werden.

Für schöne Farbtupfer zwischendurch sorgen Gastpräsenzen von Devon Allman bei „Road To Nowhere“ mit prägnantem Harmoniegesang und furiosem E-Gitarrensolo sowie Kenny Wayne Shepherd, der auf „Bring On The Pain“ bei seinen rasanten Saitenkünsten bis an die Schmerzgrenze geht.

Mein persönlicher Favorit ist jedoch das Southern-trächtige „Do It In Heels“, das ein wenig in der grimmigen  Art von Skynyrds „Gimme Back My Bullets“ daherkommt. Klasse! Da kann ich nur begeistert zu sagen: „Yes, do it in heels, Ally!“

Keine Frage, auch dieses vierte Werk verdeutlicht eindrucksvoll, dass in Ally Venables Herz das Blues Rock-Feuer lichterloh am brennen ist. Die blutjunge Texanerin zählt weiterhin zu den ganz großen Hoffnungsträgern der weiblichen Szene des Genres.

Ruf Records (2021)
Stil: Blues Rock

01. Heart Of Fire
02. Played The Game
03. Hateful Blues
04. Road To Nowhere
05. Bring On The Pain
06. Hard Change
07. Do It In Heels
08. Sad Situation
09. Use Me
10. Tribute To SRV
11. What Do You Want From Me

Ally Venable
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Ruf Records

Joanna Connor – 4801 South Indiana Avenue – CD-Review

cover Joanna Connor - 4801 South Indiana Avenue

Review: Jörg Schneider

Die aus Chicago stammende Slide-Gitarren-Virtuosin Joanna Connor wird inzwischen als eine der stärksten und einflussreichsten ihrer Zunft gefeiert. Am 26. Februar erscheint nun ihr vierzehntes Album, benannt nach der Adresse des kultigen Chicagoer Bluesclubs „Theresa’s Lounge“ an der 4801 South Indiana Avenue. Es ist eine Hommage an den Chicago-Blues.

Da Joanna Connor im Laufe der Jahre bereits mit vielen namhaften Musikern der Bluesszene zusammengespielt hat, darunter Größen wie James Cotton, Buddy Guy und Jimmy Page, um nur einige zu nennen, war es eigentlich unvermeidlich, dass auch Joe Bonamassa auf ihr intensives und leidenschaftliches Gitarrenspiel aufmerksam wurde.

Er bot ihr an, ein Album auf seinem Independent-Blues-Label „Keeping The Blues Alive“ (KTBA) zu produzieren. Herausgekommen ist ein Werk mit zehn authentischen und einzigartigen Blues-Nummern, an dessen Entstehung musikalisch auch Joe Bonamassa selbst, Josh Smith und andere hochrangige Bluesmusiker beteiligt waren.

Joanna selbst sagt, dass das Album das elektrisierende Gefühl transportieren soll, welches man beim Betreten eines Bluesclubs hat, in dem gerade schweißtreibende, heiße Rhythmen gespielt werden.

Und genauso startet die Scheibe. Der Opener „Destination“, ursprünglich von der eher unbekannten Band The Assassins mit Jim Thackeray stammend, ist eine pulsierende, ungebändigte Rock’n Roll-Nummer mit fetzigem Piano, unterstützt von Bonamassa und Smith.

Schwungvoll geht es dann auch mit dem Reese Wynans-Klassiker „Come Back Home“ weiter: bluesig-stampfend und mit wild schrammelnden Slide-Guitar-Einlagen. Mit dem folgenden Stück „Bad News“ wird dann nach dem Glockenintro (entfernt an AC/DCs „Hells Bells“ erinnernd) etwas Tempo herausgenommen. Luther Allisons Slowblues klingt mit Joanna Connors druckvoller Stimme herrlich verzweifelt, ja der Seelenschmerz ist fast körperlich zu spüren.

„I Feel So Good“ ist dann wieder ein äußerst flotter Boogie, der so richtig die Beine zappeln lässt, zum Ende aber harmonisch und ruhig auszuklingen scheint, bevor es noch einmal für ein paar Takte mit Schmackes in die vollen geht und Albert Kings „For The Love Of A Man“ präsentiert sich als schöner Schwofer mit funkigen Bläsersätzen, aber auch quietschenden Gitarrenriffs. Den Song „I Feel So Good“ kann man übrigens auch schon hier mal als Video genießen.

Eine weitere Blues-Facette ertönt zur CD-Halbzeit: „Trouble Trouble“, ein klassischer Chicagoblues-Tune mit typischem Pianogeklimper und Bläserklängen. Eine Hommage an Hound Dog Taylor ist der folgende Track „Please Help“. Der Song ist schnell, laut und in Hound Dog Taylors typischem Bottleneck-Stil arrangiert, ein kerniger Electric-Blues-Sound. Rhythmisch hypnotisierend und gut tanzbar ist auch „Cut You Loose“, während „Part Time Love“ wieder zum Klammerbluestanzen mit Bläseruntermalung einlädt.

Das zehnte und letzte Stück des Albums „It’s My Time“ passt dann allerdings nicht so ganz zum bis dahin gepflegten Stil der Scheibe. Es stammt aus der Feder von Josh Smith und besticht diesmal durch für ein Bluesstück doch eher unüblichen Sprechgesang, wartet dafür aber im Mittelteil mit einem wunderschönen Slide-Gitarren-Duett zwischen Joanna und Josh auf.

Mit diesem Album beweist Joanna Connor, dass sie ihrem Ruf als grandiose Gitarristin mehr als gerecht wird. Die Scheibe versprüht pure Energie und macht einfach nur Spaß. Ein absolutes Muss für jeden, der es etwas wilder mag. Das Album kann als CD oder auch als digitale Download-Variante bestellt werden.

KTBA Records
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Destination
02. Come Back Home
03. Bad News
04. I Feeling So Good
05. For The Love Of A Man
06. Trouble Trouble
07. Please Help
08. Cut You Loose
09. Part Time Love
10. It‘s My Time

Joanna Connor
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Another Dimension

Ghalia Volt – One Woman Band – CD-Review

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Die belgische Musikerin besinnt sich zurück auf ihre Wurzeln als Straßenmusikerin und präsentiert ihre dritte Ruf-Produktion im vornehmlich auf sich selbst fixierten Ambiente, sprich, wie es der Titel des Albums „One Woman Band“ schon suggeriert, quasi als Alleinunterhalterin, die vom Songwriting, Gesang, über die Gitarren und Drums, so gut wie alles übernommen hat.

Lediglich Weggefährte Dean Zuchero am Bass („Espiritu Papágo“, „Just On More Time“) und Mike Welch an der E-Gitarre („Evil Thoughts“, „Just One More Time“) durften der Protagonistin bei jeweils zwei Stücken assistieren.

Im Prinzip bleibt die mich rein äußerlich ein wenig an Erja Lyytinen erinnernde Musikerin ihrer auf den Vorgänger-Alben eingeschlagene Linie treu, nur alles etwas roher und mit mehr Live-Esprit rüber kommend. Und tatsächlich hat Volt auch größtenteils auf technische Spielereien verzichtet und versucht vieles simultan zu performen, was allerdings auch zu etwas Eintönigkeit, besonders was zum Beispiel den Drum-Part betrifft, zur Folge hat.

Viele Songs werden im treibenden und stampfenden (Texas) Blues Rock- und Rythym Blues-Schema abgeliefert, mal klingen ZZ Top („Espiritu Papago“, das an „Dust My Broom“ erinnernde „Reep What You Saw“, sowie das Elmore James-Cover „It Hurts Me Too“) oder auch psychedelische Tupfer der Marke Led Zeppelin („Can’t Escape“, „Bad Apple“) unterschwellig mit.

Zwischenzeitlich ertönen immer mal wieder wilde Slide-Schwurbeleien, wobei, wie auch auf dem Coverbild erkennbar, eine Cigarbox-Gitarre zum Einsatz kommt.

Ich, als eher filigrane Nashville-Produktionen präferierender Mensch, höre solche Musik, ehrlich gesagt, nicht so gerne im heimischen Wohnzimmer, für mich ist die Musikerin eine klassische Live-Performerin. Mir persönlich fehlt es hier vor allem an etwas Eingängigkeit, Melodik und dem gewissen Wohlfühlfaktor beim Hören.

Wer auf rauen weiblichen Blues Rock der Marke Stacie Collins, Jane Lee Hooker & Co. steht, dürfte allerdings an Ghalia Volts „One Woman Band“ seine Freude haben.

Ruf Records (2021)
Stil: Blues Rock

01. Last Minute Packer
02. Espiritu Papago
03. Can’t Escape
04. Evil Thoughts
05. Meet Me In My Dreams
06. Reep What You Saw
07. Loving Me Is A Full Time Job
08. It Hurts Me Too
09. It Ain’t Bad
10. Bad Apple
11. Just One More Time

Ghalia Volt
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Ruf Records

Kenny Wayne Shepherd Band – Straight To You Live – CD-/DVD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Auf seiner ausgedehnten „Traveler World Tour“ war der US-amerikanische Blues Rock-Gitarrist Kenny Wayne Shepherd neben den Auftritten in Sao Paulo, London und Mumbai Ende 2019 u. a. auch in Leverkusen gelandet. Shepherd und seine Band spielten dort auf den 40. Jazztagen, ein vom WDR aufgezeichnetes Konzert, das nun unter dem Titel „Straight To You Live“ veröffentlicht wird.

Der mit großer Besetzung inklusive Bläser Truppe angereiste 43-jährige Songschreiber und Produzent, hat für diesen Festival-Gig auf den exzellenten Ruf der „iconic German TV Show Rockpalast“ (Shepherd) zurückgegriffen und die hervorragenden Aufnahmen vom 25.11.2019 als zweites Live-Album seiner Karriere und erste Konzert-DVD herausgegeben.

‚Aufreißer‘ des Sets ist das fesselnde Blues-Rock-Stück „Woman Like You“, das wie die folgenden Songs „Long Time Running“ und „I Want You“ vom vorherigen Longplayer „The Traveler“ stammt. Von Beginn an lässt Shepherd den überwiegend extended ausgerichteten Blues-Rock-Interpretationen viel Raum für seine ausgedehnten Soli und zugleich ebenso Platz für die eindrucksvollen Einzelleistungen der Bandkollegen.

Die Auswahl tiefgreifend swingender Slow-Blues-Tracks, wie „Heat Of The Sun“ und „Shame, Shame, Shame“ ermöglichen den Leadvocals von Noah Hunt ebenfalls längere brillante Selbstdarstellungen, die sich wie ein roter Faden wechselnder Energie im Spannungsfeld mit den Soloinstrumenten in den Songs entwickeln.

Wie gut Kenny Wayne Shepherd neben exklusiver Gitarrenkunst außerdem gesangliche Qualitäten beherrscht, zeigt er nicht zuletzt bei „Diamonds & Gold“, dem Boogie „Down For Love“ und beim klassischen Chicago-Blues-Cover „Talk To Me Baby“ (im Original von Elmore James).

Die fulminante Bandleistung, die in dieser 7-köpfigen Formation erstmals in Europa begeistert, wird beim 1997er Mega-Seller „Blue On Black“ nochmals getoppt. Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Stück unlängst auf Initiative der kalifornischen Rockband Five Finger Death Punch (featuring Kenny Wayne Shepherd, Country-Sänger Brantley Gilbert und Queen-Gitarrist Brain May) 2018 nochmals den 1. Platz der Billboard Chart erreichen konnte.

Vom Publikum gleichermaßen umjubelt wurde der alte Muddy Waters-Song „(I’m a) King Bee“, der anschließend und als Zeichen für den flexiblen Sound der Band, puren Chicago Rhythm and Blues abliefert. Eine kaum mehr mögliche Steigerung des Auftritts brachte danach zum Abschluss jedoch die Stevie Ray Vaughn-Version des legendären Jimi Hendrix-Klassikers „Voodoo Child“, in einer 12-Minuten Edition.

Der Guitar-Maestro Kenny Wayne Shepherd hat sich in den vergangenen Jahren einen außergewöhnlichen Rang erspielt und liefert mit „Straight To You Live“ einen Konzert-Mitschnitt ab, der als umwerfendes Blues-Rock-Ereignis eine ausgewogene Setlist meisterlich und mit großartiger Begleitband inszeniert.

Hier ist es naheliegend die Kategorie eines der besten Blues-Rock-Live-Alben des Jahres zu vergeben. Für Fans von DVD-/Blu-Ray-Ausgaben gibt es mit dem Bonus Titel „Mr. Soul“, einen Buffalo Springfield-Track obendrauf. Ab September 2021 soll die „Traveler World Tour“ dann hoffentlich wieder in Deutschland fortgesetzt werden. Für Blues-Rock-Begeisterte ein Pflichttermin, auf den man sich schon jetzt durch Rockpalast „Straight To You Live“ perfekt einstimmen kann!

Provogue Records (2020)
Stil: Blues-Rock

Tracklist:
01. Woman Like You
02. Long Time Running
03. I Want You
04. Diamonds & Gold
05. Talk To Me Baby
06. Heat Of The Sun
07. Down For Love
08. Shame, Shame, Shame
09. Turn To Stone
10. Blue On Black
11. King Bee
12. Voodoo Child (Slight Return)

Kenny Wayne Shepherd
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Mascot Label Group

The Bluesbones – Live On Stage – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Ende 2019 fasste die belgische Blues Rock Band den Entschluss, ein Livealbum aufzunehmen und es anschließend auf einer Tour zu promoten. Das Material war eingespielt und dann kam jäh die Corona-Pandemie, und wie die meisten Tourneen, wurde auch die der Bluesbones abgesagt. Nichtsdestotrotz wurde das Album weiter produziert, und so haben die Fans wenigstens das Lifefeeling, der kurz vor dem Lockdown eingespielten Songs.

Alle 12 Stücke sind Eigenkompositionen und haben eine rockigen Einschlag, zum Teil mit psychedelischen Einflüssen, ohne dabei das Grundgerüst des Blues zu verlieren. Das 2018 veröffentlichte Studioalbum „Chasing Shadows“ stellt hier den überwiegenden Anteil der Songs. Lediglich 3 Stücke sind älteren Datums, wobei der Begriff ‚alt‘ relativ gesehen werden muss, denn das erste Studioalbum „Voodoo Guitar“ ist ja gerade erstmal vor acht Jahren veröffentlicht worden.

Der Opener „Find My Way Out“ zeigt in seiner progressiven Heterogenität die Bandbreite der Band. Nico de Cock mit einem klaren zuweilen psychedelischen Gesang steht zunächst im Mittelpunkt, wobei im späteren Verlauf auch Jens Roelandt mit einem kurzen Drumintermezzo und Stef Paglia mit einem auch in den Southern Rock passenden Solo glänzen können. Dazu setzt Edwin Risbourg mit seinem Orgelspiel prägende Elemente in dem vollen Sound.

Mit „The End“ gibt dann eindeutig der Blues den Ton an. In diesem eher ruhigen Stück setzt das Piano die quirligen Elemente und im ruhigen Zwischenteil zeigen Geert Boeckx am Bass und Stef Paglia an der Gitarre, dass sie auch Meister des Jammens sind, wobei nach und nach auch die anderen Musiker einsteigen, um in einem kurzen gemeinsamen Finale Furioso zu enden, bevor mit dem einsetzenden Gesang die Grundstruktur des Songs wiedergefunden wird.

Im klassischen Bluesstil hier mit den Keyboards asl Führung geht es mit dem „Demon Blues“ weiter. Ein sehr gefühlvolles Stück, in dem auch der ausdrucksstarke Gesang De Cocks zur Geltung kommt, da die anderen Musiker ihre Instrumente eher dezent einsetzen. Bei „Going Down“ wird der Sound, wie die Stimme De Cocks etwas rauher. Ein in weiten Teilen fast erzählend vorgetragenes Stück, das auch in die Titty Twister Bar in „Dust Till Dawn“ gepasst hätte, was hier als Kompliment zu verstehen ist.

Gefühlsmäßig setzt „Better Life“ einen absoluten Kontrast zum vorherigen Song. Rasant, spielfreudig, wird passend zum Titel Lebensfreude ausgedrückt.
An „The Witchdoctor“ werden erneut Freunde des Jams ihren Spaß haben. Neben den in fast allen Stücken im Vordergrund spielenden Stef Paglia und Edwin Risbourg, überzeugt hier auch Geert Boeckx mit einem starken Basssolo.

Nach den furiosen Vorsongs wird es mit dem bluesigen „Betrayal“ wieder ruhiger und der Hörer wird quasi eingestimmt auf das melancholische „Sealed Souls“. Eine ganz starke Ballade mit einem fast epischen Gitarrensolo zum Ende hin. Ein absoluter Höhepunkt in einem durchweg gelungenen Album. In „Romance For Rent“ wird wieder der Fuß von der Bremse genommen. Ein rockiges Stück mit einem durchaus tanzfähigen Rhythmus und einprägsamen Refrain, in dem Edwin Risbourg an der Orgel erneut starke Akzente setzt.

Mit „Cruisin’“ wird Speed aufgenommen. Ein ZZ Top-affines Intro und dann Augen zu, aufs Moped und dann mit Tex-Blues Rock den Highway runterrasen.
Ähnlich geht es mit „Psycho Mind“ weiter, wobei passend zum Titel, insbesondere durch die Orgel, noch einmal eine psychedelische Priese eingehaucht wird und der Song zum Ende hin einen sehr progressiven Charakter gewinnt.

Den Schlusspunkt setzt „Whiskey Drinking Woman“, das im klassischen Bluesrhythmus beginnt, wo De Cock noch einmal offeriert, dass er den Blues in der Stimme hat. Damit es in dem knapp 11 minütigen Song nicht langweilig wird, wir zuweilen fast jazzig gejammt und insbesondere in den ruhigeren Passagen beherrschen die Musiker ihre Instrumente auf den Punkt.

Mit „On Stage“ ist es den Bluesbones gelungen, die Livemusik in dieser momentanen pandemiebedingten Stille zumindest als Konserve in die Wohnzimmer zu transportieren. Auf jedem Fall ist klar, dass es sich bei den ihnen um eine starke Liveband handelt, wobei das Album auch als Apethizer für folgende Tourneen oder ein Studioalbum gesehen werden kann. Dies auch in der Hoffnung, um beim Titel des Albums zu bleiben, dass es möglichst bald wieder dazu kommt, solches Livefeeling als Besucher ‚on Stage‘ zu erleben.

Line-up:
Nico De Cock: Lead Vocals
Stef Paglia: Guitar & Backing Vocals
Edwin Risbourg: Hammond Organ, Rhodes & Backing Vocals
Geert Boeckx: Bass
Jens Roelandt: Drums

Donor Productions (2020)
Stil: Blues, Rock

Tracks:
01. Find My Way Out
02. The End
03. Demon Blues
04. Going Down
05. Better Life
06. The Witchdoctor
07. Betrayal
08. Sealed Souls
09. Romance For Rent
10. Cruisin'(FCC Warning)
11. Psycho Mind
12. Whiskey Drinking Woman

The Bluesbones
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