Leider fanden nur etwa 140 Musikfans den Weg ins Dortmunder Musiktheater Piano. Wer weiß wie viele gekommen wären, wenn an diesem Abend eine Coverband angekündigt worden wäre, die Klassiker aus den 80er Jahren gespielt hätte.
Denn genau dies tat Russ Ballard mit seiner Band, neben starken Songs, die er in seiner eigenen Karriere als Solokünstler oder Bandmitglied aufgenommen hatte, spielte er eine Mischung aus Hits der 70er- und 80er-Jahre.
So präsentierte er unter anderem „So You Win Again“ von Hot Chocolate, „Surrender“, Since You Been Gone“ von Rainbow, „I Know There’s Something Going On“ von der ABBA-Frida oder „New York Groove“ von Hello oder Ace Frehley. Das ganze hatte aber wenig mit Covern zu tun, die Tracks stammten allesamt aus seiner Feder, was ein Indiz dafür war, welch begnadeter Songwriter den Weg ins Musiktheater Piano gefunden hatte.
So spielte Ballard mit seiner Band ein Programm, das durchaus den Charakter einer Songliste für eine Oldie-Party hätte sein können. So entwickelte sich schnell eine tolle Stimmung im Konzertsaal, die auch auf die Band übersprang. Am Ende durften sich die Besucher im Piano über einen tollen Musikabend mit bestens aufgelegten Musiker freuen, die ein zweistündiges Konzert hinlegten, an das sie sich bestimmt gerne erinnern werden.
Ein besonderer Dank an das Musiktheater Piano, dass trotz der zum Teil eher finanziell grenzwertigen Besucherzahlen, weiter solche Acts präsentiert und so die Rockkultur weiterleben lässt.
Line-up: Russ Ballard (vocals & guitars) Roly Jones (guitar) Mark Rapson (keyboards) PJ Phillips (bass) John Miller (drums)
Ich glaube jeder, der sich als Fan von Rockmusik bezeichnet und eine dementsprechende Sammlung an Tonträgern besitzt, wird in dieser sicherlich „Frampton Comes Alive“ aus dem Jahr 1976 inkludiert haben, eines der wohl bekanntesten und erfolgreichsten Live-Alben aller Zeiten.
Auch ich besitze sie als Doppel-LP und habe sie mir als Verfechter der CD natürlich dann irgendwann auch in digitaler Version zugelegt. Das ist aber schon lange her und ich muss zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich trotz meiner unzähligen Konzertbesuche bis dato, den mittlerweile in Nashville lebenden Briten nie live gesehen habe. Umso schöner, dass der Veranstalter Sparkassenpark Mönchengladbach, uns jetzt die Möglichkeit in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric HALLE dazu ermöglicht hat.
Zunächst konnte aber der britische Gitarrist und Songwriter Jack Broadbent für eine knappe halbe Stunde sich mit seinem eigenwilligen Stil, der sich überwiegend in Deltablues-Sphären bewegte, u. a. mit Tracks aus seinem aktuellen Werk „Ride“, als Alleinunterhalter der Audienz vorstellen.
Der als „New master of slide guitar“ gerufene Musiker wirbelte dabei wie von einer Tarantel gestochen mit einem Flachmann auf dem Hals seiner Gitarre herum und erntete nach dem finalen Ray Charles-Cover-Stück „Hit The Road Jack“ den gebührenden Applaus für eine engagierte und sympathische Performance.
Während der kurzen Pause kam eine humorvolle Ansage an unsere Handy-infizierte Spezies, doch diese bitte nur im Rahmen der ersten drei Stücke zu benutzen und es dann auszuschalten. Dies führte zum Einen, dass am Anfang eine große Meute in Richtung Fotograben stürmte, aber von den Ordnern dann wieder schnell in die Schranken verwiesen wurde. Für diese wurde es dann natürlich auch ab Stück 4 zum reinsten Spießroutenlauf mit den immer wieder aufleuchtenden Displays, denn Respekt und eine gewisse Regelakzeptanz, scheinen sich in dieser Ego-Gesellschaft leider zu Fremdworten entwickelt zu haben.
Dazu hatte ich auch noch das Glück in kurzer Entfernung einen Besucher der Marke Wichtigtuer neben mir zu haben, der durch regelmäßige Zwischenrufe seine scheinbar mangelnde Aufmerksamkeit im bisherigen Leben, auf diese Art und Weise zu kompensieren versuchte.
Ansonsten stimmte aber alles an diesem Abend (Sound, Licht, Stimmung) und ich muss schon vorab konstituieren, dass dieses Konzert mit Abstand das absolute Jahreshighlight darstellte und auch in meiner persönlichen Alltime-Favorite-Liste sicherlich unter den ersten Zehn landen würde.
Im Gegensatz zum Gig von Joe Bonamassa vor gut einem halben Jahr an gleicher Stelle, präsentierte sich hier ein Protagonist, bei dem trotz seiner charismatischen Bühnenpräsenz das Kollektiv nie außer Acht gelassen wurde, sprich, sein ebenfalls hochkarätiges Begleitensemble, bestehend aus Nashville-Paradebassist Steve Mackey (der war übrigens bei beiden Konzerten die gemeinsame Schnittmenge), Drummer Dan Wojciechowski, Co-Gitarrist Adam Lester und dem überragenden Rob Arthur (keys, electric and acoustic guitar, vocals) wurde von seiner Seite deutlich der gebührende Respekt (musikalisch wie auch menschlich) gezollt.
Frampton, durch seine tückische fortschreitende Muskelerkrankung IBM deutlich gezeichnet, musste den Gig auf dem Stuhl sitzend vollziehen, demnach passten sich auch die anderen Musiker entsprechend an, lediglich Rob Arthur war durch das ständige Wechseln der Keys und zwischenzeitlich zu den Gitarren (da saß er dann auch wie die anderen) läuferisch unterwegs.
Zum Glück scheint die Motorik des mittlerweile über Siebzig-jährigen in Armen und Händen noch nicht entscheidend beeinträchtigt zu sein, Peter glänzte mit seinen unzähligen quirligen, aber auch sehr gefühlvollen Gitarreneinlagen, auch seine Stimme hat nichts von ihrer Markanz und Ausstrahlung verloren.
Apropos Stimme: Es gab natürlich vor so gut wie jedem Stück eine Anekdote aus seinen Glanzzeiten, da u. a. war von einem sondergefertigtem grünen Bob Ludwig-Drumkit und von einer bei einem Flugzeugcrash verloren geglaubten Les Paul-Gitarre die Rede, die über Ebay und andere wundersame Weisen wieder in Framptons Besitz gelangt sind (und an diesem Abend auch zum Einsatz kamen), Scheidung, Gitarrenkaufsucht, wilden Parties in seinem Haus in der Nähe der Abbey Road, wo an einem regnerischen Abend plötzlich ein wildfremdes Pärchen vor der Tür stand und für gleich drei Wochen am Stück um Unterkunft bat (daraus entstand „The Lodger“), zwei feuchtfröhlichen Wochen mit Alvin Lee und Gattin von drei geplanten auf den Bahamas, wo nichts ging, in denen aber eigentlich ein Album entstehen sollte oder wie man den Zorn von Panama-Diktator Manuel Noriega wegen eines gecanzelten Gigs auf sich zog und nur mit viel Glück aus dem Land entschwinden konnte. Alles natürlich in klarstem Gentleman-Englisch und mit jeder Menge eigenwilligem britischem Humor überliefert.
Klar, dass neben Sachen wie dem standesgemäßen Opener „Baby (Something’s Happening)“, „Lying“, „It’s A Plain Shame“, „All I Wanna Be Is By Your Side“, „I’ll Give You Money“, die alle ihre besonderen Momente hatten und zum Teil auch durch die große Leinwand im Hintergrund visuell sehr passend unterlegt wurden, die Hitstücke wie „Show Me The Way“, „Lines On My Face“, „Baby I Love Your Way“ oder „Do You Feel Like We Do“ (mit den bekannten Talkbox-Einlagen) im Fokus, aber auch das in einer starken Instrumentalversion gebrachte „Georgia On My Mind“ oder das Soundgarden-Cover „Black Hole Sun“ und die beiden Tracks aus Peters Humble Pie-Zeit, „4 Day Creep“ und „I Don’t Need No Doctor“, wussten absolut zu gefallen.
Als das Quintett dann am Ende noch eine Killerverson vom Beatles-Klassiker „While My Guitar Gently Weeps“ nachlegte, gab es kein Halten mehr auf den Stühlen. Mehrminütige Standing Ovations zogen den sichtlich bei der letzten Vorstellung seiner Europa-Tournee gerührten Vollblutmusiker nochmals zu seinem Mikro zurück und er bedankte sich bei allen Involvierten auf herzlichste Weise. Auch wenn man Frampton ansah, dass er realisierte, dass es vermutlich sein letzter Auftritt in Düsseldorf war, verabschiedete er sich doch mit einem optimistisch gestimmten „Never Say Never“.
Wir erwidern: „Alles Gute Peter Frampton, was immer da noch kommen mag! Danke für dieses grandiose Musikerlebnis!“
Line-up: Peter Frampton (lead vocals, electric and acoustic guitar, talk box, percussion) Steve Mackey (bass) Rob Arthur (keys, electric and acoustic guitar, vocals) Dan Wojciechowski (drums) Adam Lester (electric and acoustic guitar, vocals)
On Stage Promotion brachte mit Corky Laing’s Mountain ein Rockurgestein in die Bonner Harmonie und nutzte dabei die Möglichkeit, dass sich die aus Hessen kommende Blues Rock-Band Atrio vor breiterem Publikum präsentieren konnte. Leider ging der Plan nur zum Teil auf, trotz Werbung durch den Promoter und auch durch die Harmonie fanden nur etwa 70 Fans den Weg in die Location.
Gegen 20 Uhr starteten Atrio ihren etwa 40 minütigen Gig und verkürzten den Fans die Wartezeit mit energiegeladenem harten Blues Rock, der bei den Zuschauern auch gut ankam, und demnach nicht mit Applaus zwischen den Songs sparten. Schön war zu beobachten, wie sich Mountain Gitarrist Richi Scarlett für einige Songs neben die Bühne begab und die Supportband moralisch unterstütze.
Line-up: Lars Gurgler: Guitars & Vocals Gian Kuca Paris: bass Sascha von Struve: drums
Als die Umbaupause beendet war, betraten dann zunächst Richi Scarlet und Bernt Ek die Bühne und nur wenig später gesellte sich Corky Laing unter dem Applaus der Fans zu den beiden. Nach einer kurzen Begrüßung legten die drei mit „Long Red“ gleich los wie die Feuerwehr. In der Folge präsentierte die Band einen Querschnitt aus den erfolgreichen Jahren von Mountain. Neben krachenden Rocksongs wie „Mississippi Queen“ oder „Never In My Life“ zeigte das Trio mit dem balladesken „Theme For An Imanginary Western“, dass sie Ihre Instrumente auch gefühlvoll einsetzen können.
Im Gesang wechselten sich Laing und Ek ab, wobei der schwedische Bassist insbesondere bei den eher ruhigen Tracks mit seiner etwas weicheren Stimme überzeugen konnte, während Laing für die rauheren Songs verantwortlich war. Zudem bewies Corky, dass er auch ein guter Entertainer ist, der mal über sich selbst lachen kann, als er die eine oder andere Anekdote aus seiner Vergangenheit mit Mountain in die Ansagen zwischen den Songs einbaute.
So erfuhren die Besucher etwas über Goldene Schallplatten für Songs, an denen er keinen Anteil hatte, wie für den Ten Years After-Klassiker „Going Home“, der dann natürlich gecovert wurde oder eine verschwundene Jacke von Keith Moon, wo Laing seine Hände mit im Spiel hatte. Dass Laing danach den Dylan-Evergreen „Like A Rolling Stone“ in Form eines Schlagzeugsolos spielte, mag nicht nur als Homage an Dylan zu sehen sein, sondern auch für Keith Moon, dessen Drumspiel er bewunderte.
So vergingen knapp 100 Minuten musikalischer Rockhistorie wie im Fluge und die leider zu wenigen Besucher hatten ihr Kommen mit Sicherheit nicht bereut. Abgerundet wurde der musikalisch schöne Abend dadurch, dass sich Laing und seine Band nach der Show die Zeit für Smalltalk am Merchandising-Stand nahmen.
Ein Dank neben dem an die Musiker an die Harmonie für den gastfreundlichen Empfang und On Stage Promotion, die trotz eines nicht befriedigenden Vorverkaufs das Konzert durchgezogen haben. Daher die Bitte, wie auch bei anderen Clubs, schaut mal, was an Gigs stattfindet und besucht diese mal wieder, sodass die Rockkultur in den kleinen Clubs weiterlebt.
Joseph Parsons ist ein Teamplayer, der seine musikalische Kreativität gerne in Kollaborationen einbringt. So begründete er Hardpan, die US Rails und 4 Way Street oder war als Duo Parsons Thibaud mit Todd Thibaud (Water And Sand) produktiv. Mit seiner Begleitband, die sich aus Ross Bellenoit, Freddi Lubitz und Sven Hansen zusammensetzt, legt er nun sein fünfzehntes Album unter seinem Namen vor. Seit dem Doppelalbum „Slaughterhouse Live“ (2009) zählen die drei Mitstreiter zum harten Kern von Parsons‘ Touren und Studioaufnahmen. „Holy Loneliness Divine” ist der letzte Longplayer, der in dieser Konstellation eingespielt wurde. Die Bandmitglieder wollen neue Wege einschlagen und andere Projekte angehen.
Der nun vorliegende Abschluss dieser musikalischen Phase sollte ein ganz besonderer werden, der den charakteristischen Sound früherer Alben weiterhin einfängt und ihn zudem auf eine neue Stufe hebt. In den letzten Jahren habe ich Parsons‘ Veröffentlichungen nicht kontinuierlich verfolgt, zuletzt drehte sich „Digging For Rays“ (2018) in meinem CD-Player. Eine umfassende Einordnung, inwieweit dieser Anspruch eingelöst wurde, kann ich also nicht leisten. Festhalten kann ich aber mit Blick auf die mir bekannten Werke, dass „Holy Loneliness Divine” sein in der Gesamtheit bestes Album der vergangenen Dekade darstellt.
Parson spielt seine Stärke als Songwriter aus. Mit Ausnahme von „My My Caroline“, das er gemeinsam mit Ben Arnold (US Rails) verfasste, stammen alle Stücke alleinig aus seiner Feder. Die melodiösen Songs werden durch Parsons‘ markante Stimme getragen, mit der er seine poetischen Texte vorträgt. Die Lyrics sind introspektiv, berühren aber allgemeingültige Themen. Einzig „Bookshop Mary“ ist in der dritten Person verfasst. Der Track gehört zu den Highlights des Longplayers. Anders als bei früheren Stücken, setzt Parson hier auf einen deutlich abgehoben und eingängigen Refrain. Diesem ist auch der Titel des Albums entnommen.
„Dreams We Dare“ hat ebenfalls einen auffälligen Chorus, dessen Besonderheit darin liegt, dass er durch einen mehrstimmigen Background vervollständigt wird. Die Variabilität der von Parson geschaffenen Songstrukturen tritt vor allem auch bei „Daring To Fall“ mit seiner effektvollen Bridge zutage. Die Arrangements erzeugen einen vollen, komplexen Sound, dabei sind sie nicht überladen und stehen im Dienst der Songs, die ihre Linie nicht verlieren. Während nach meinem Geschmack bei dem Album aus dem Jahr 2018 manche Schlenker in der Produktion zu viel waren, trifft Parson hier genau das richtige Maß.
Auf „Holy Loneliness Divine” schlägt Parsons deutlich rockigere Töne an als auf vorangegangenen Alben. Die Gitarrenpassagen sind teilweise kräftig („Dreaming A Universe“), teilweise filigraner („Invisible“). Die überwiegende Anzahl der Songs bewegt sich in einem mittleren Tempobereich. Vor allem im letzten Drittel finden sich zudem langsamere, atmosphärisch dichte Beiträge („Forever Yours“, „Full Moon Tide“), bei denen Parsons Gesang, dem eine gewisse Schwere anhaftet, voll zur Geltung kommt. „Thankful“ bildet mit dem akzentuierten Schlagzeug und der kraftvoll wimmernden Gitarre den fulminanten Abschluss eines durchgängig gelungenen Albums.
Für diejenigen, die Joseph Parsons Soloveröffentlichungen noch nicht kennen, bietet „Holy Loneliness Divine” einen empfehlenswerten Einstieg, um seinen Backkatalog dann von hinten aufzurollen. Das Album bildet eine weitere Zäsur in Parsons breit gefächertem musikalischen Werk, da es den ambitionierten Abschluss seiner Zusammenarbeit mit seiner langjährigen Begleitband darstellt. Die Joseph Parsons Band zeigt sich dabei nochmal in Hochform.
Erwähnung verdient zudem die hochwertige Gestaltung des Digipacks, wie sie für Veröffentlichungen aus dem Hause Blue Rose üblich sind. Texte, Produktionsinfos und Fotos sind beigefügt. Egal ob man nun auf Vinyl oder CDs zurückgreift, man hat ein haptisches und visuelles Erlebnis, das den Musikgenuss ergänzt und vervollständigt. In Zeiten der Streaming-Dienste wird es gerade für kleinere Labels schwieriger, diese Ausstattungsqualität zu halten, daher ein großes Kompliment an Beate und Edgar Heckmann von Blue Rose.
Meer Music/Blue Rose Records (2022) Stil: Rock
Tracks: 01. Dreaming A Universe 02. Passengers 03. Invisible 04. My My Caroline 05. Bookshop Mary 06. Dreams We Dare 07. Daring To Fall 08. Forever Yours 09. Full Moon Tide 10. Thankful
Die in Antwerpen ansässige Joost de Lange Band bringt mit „Hypnotized“ das mittlerweile sechste Studioalbum heraus. Dabei ist dem Powertrio um Mastermind Joost de Lange ein beachtliches Werk gelungen, das die Bandbreite vom Blues aus der Richtung Rory Gallagher oder Jimmy Hendrix über Rock bis hin zum Hard- und zuweilen Southern Rock umspannt.
Tricky ist der Einstieg in die CD, wo das rockige „I Won’t Follow“ mit einigen Riffs eingeläutet wird, die an das Intro des Golden Earing-Klassikers „Radar Love“ erinnern, um dann in eine schnörkellose Bluesnummer einzumünden, die einen Refrain mit hohen Wiedererkennungswert hat. Schon im ersten Song zeigt sich die Klasse seiner Begleitmusiker Ramses Donvil an den Drums und Mitchell Goor am Bass, die eine groovende Grundlage legen, in die Joost immer wieder feine Gitarrensoli einstreut.
Herausragend ist der Titeltrack „Hypnotized“, mit einem slidenden Intro und Ende des Tracks auf dem Dobro. Prägnant sind dabei neben dem emotionalen, fast melancholischen Gesang der pulsierende Tieftöner.
Neben den meist eher härteren Nummern zeigt er beim balladesken „Love, Fear and Uncertainty“, dass er mit seiner Band auch die eher ruhige Gangart beherrscht, wobei er in den Song ein furioses Solo integriert. Mit dem gradlinigen krachenden „Shout It All Out“ nähert sich Joost de Lange denn dem Hard Rock mit grungigen Einflüssen. Schön ist hier auch das Songwriting mit einem einprägsamen Refrain.
Abgeschlossen wird der durchgängig starke Longplayer mit dem rockigen „Rush“, mit stampfenden Bass, und energievollen, dynamischen Drums, zu denen Joost de Lange gekonnt Akzente mit seiner Gitarre setzt.
Spätestens mit ihrer neuen Scheibe „Hypnotized“ hat sich die Joost de Lange Band im Bereich des eher harten Blues Rocks etabliert und man darf gespannt sein, wie das Trio die neuen Sachen, die live einige Möglichkeiten zur Improvisation geben, präsentieren wird.
Band: Joost de Lange – Vocals & Guitars Mitchell Goor – Bass Ramses Donvil – Drums
Eigenproduktion (2022) Stil: Blues Rock
Tracks: 01. I Won`t Follow 02. Mixed Emotions 03. Hypnotized 04. Love, Fear and Uncertainty 05. The Unknown 06. Shout It All Out 07. Take Me Higher 08. Beyond The Horizon 09. Walk The Line 10. Rush
In den vielen Jahren zuvor, als ich noch für zwei andere, allgemeinere Musikmagazine gearbeitet hatte, die von mir damals zum Teil mitbegründet wurden, sind mir immer wieder auch viele Scheiben aus dem Melodic Rock-Bereich untergekommen, bei den das italienische Label Frontiers natürlich eine gewichtige Rolle spielte. Die schicken mir auch heute noch, wo wir uns aus diesem Bereich eigentlich größtenteils entfernt haben, immer noch ihre neuen Sachen zu.
Eine Dame, die mir auch immer wieder in meinen Facebook-Accounts über den Weg läuft, ist die griechisch-stämmige, mittlerweile in den Staaten ansässige Australierin Orianthi, oder mit vollem Namen heißende Orianthi Panagaris. Die hat jetzt gerade mit „Rock Candy“ ihr 6. Studiowerk am Start. Bekannt ist sie für ihre Zusammenarbeit oder den Support von vielen Größen, wie u. a. Michael Jackson, Alice Cooper, Carrie Underwood, Prince oder ZZ Top.
Die blendend aussehende langmähnige Blondine ist eine virtuose Gitarristin und weiß auf diesem Werk neben ihren Saitenkünsten, besonders stimmlich zu gefallen. Unterstützt wird sie auf diesem Longplayer maßgeblich vom Emmy-dekorierten Omnisassa Jacob Bunton (Bass, Guitar, Keyboards, Piano, Violin, Backing Vocals, Production) und Drummer Kyle Cunningham.
Die Scheibe wird vorne und hinten umrahmt von zwei Instrumentaltracks („Illuminate“ Part I und II), die ihre episch-quirligen E-Gitarrenfingerfertigkeiten zur Schau stellen, Part II wird am Ende noch von schöner atmosphärischer Violine durch Burton aufgewertet.
Zwei Stücke fallen deutlich aus dem Rahmen, wenn man bei „Where Did Your Heart Go“ und „Living Is Like Dying Without You“ (mit toller Akustikgitarre inkl. Solo), den musikalischen Spielraum ganz weit auslegt, könnten die Tracks auch auf einer modernen New Country-Platte von Mädels wie Carrie Underwood, Gabby Barrett & Co. präsent sein. Orianthis stimmliche Weiterentwicklung ist besonders beim letztgenannten Song bemerkbar, wo man teilweise meint, da wäre noch eine zweite Person am Mikro im Duett mit zugange.
Ansonsten verlaufen die Songs so gut wie alle im Wechsel melodische Strophe, krachend-rockig-polternder Refrain oder umgekehrt, schöne E-Soli und fast immer ein abrupter Schluss. Hier hat das eingängige „Fire Together“ vielleicht sogar Chartambitionen.
Insgesamt gelingt Orianthi mit „Rock Candy“ ein echtes Melodic Hard Rock-Bonbon der kurzweiligen und äußerst bekömmlichen Art. Einen dezenten Bezug zu unserem Magazin habe ich ja auch eindrucksvoll herausgearbeitet. Ansonsten darf man sich hier ja wohl auch mal einen kleinen Ausflug gönnen…
Frontiers Records (2022) Stil: Melodic Hard Rock
01. Illuminate (Part I) 02. Light It Up 03. Fire Together 04. Where Did Your Heart Go 05. Red Light 06. Void 07. Burning 08. Living Is Like Dying Without You 09. Witches & The Devil 10. Getting To Me 11. Illuminate (Part II)
Wenn sich eine einstige Supergroup wie die Black Crowes nach vielen Jahren des Zwists unter ihren Mitgliedern wieder zusammenfindet und dann bei uns in der Nähe auftaucht, sind wir natürlich auch zur Stelle. Aber der Reihe nach. Begonnen hatte alles beim The Georgia Thunderbolts-/Blackstone Cherry–Gig in Köln, als uns Michael Schmitz vom Mascot Label fragte, ob wir gerne ein Interview mit der Supportgruppe DeWolff durchführen würden.
So machten wir uns am späten Samsatg-Nachmittag auf den Weg nach Bochum, um mit dem aufsteigenden niederländischen Trio im direkt um die Ecke des RuhrCongress gelegenen Stax by Friends-Hotel zu sprechen. Als wir eines der Parkhäuser ansteuerten, war gerade die Bundesliga-Partie VFL Bochum gegen Eintracht Frankfurt zu Ende und die Fans des hessischen Clubs liefen nach der 0:3-Niederlage mit ziemlich bedröppelten Gesichtern Richtung ihrer Fahrzeuge.
Nach dem Interview mit den drei netten Jungs, über das wir dann später noch berichten werden, ging es dann in die sich zunächst nur behäbig füllende Location, in der wir bereits zuvor Acts wie die Tedeschi Trucks Band, Beth Hart oder Kenny Wayne Shepherd begutachtet hatten. Einziger Unterschied, es gab diesmal keine erweiterte Tribünen-Bestuhlung und so fühlte sich der Innenraum, fast überdimensional groß an.
Am Ende kamen immerhin knapp 2.500 Zuschauer um sich das Rockmusik-Spektakel anzusehen, beziehungsweise anzuhören. Den Auftakt machten dann DeWolff, ein aufstrebendes niederländisches Trio, bestehend auch aus zwei Brüdern, Pablo (vocals, guitar) und Luka van de Poel (drums, vocals) sowie Robin Piso (keys, vocals).
Die legten in einer knappen Dreiviertelstunde einen beherzten und recht selbstbewussten Auftritt hin. Sie starteten vor dem mit einem sehenden Auge und zwei heulenden Wölfen gestalteten Bühnenbild mit dem Opener ihres neuen, im Februar 2023 auf den Markt kommenden Albums „Love, Death & In Between“, „Night Train“, und rissen die Audienz mit ihrem retro-umwehten, souligen, 70er-Psychedelic Rock mit dezenten Southern-Einflüssen von Beginn an mit.
Pablo war der einzige, der nicht durch sein Arbeitsgerät statisch gebunden war und ihm gebührte dann als Fronter quasi die Gesamtheit der großen Bühne, die er dann auch ziemlich bewegungsfreudig nutzte. Schön seine Anekdote, dass er sich bereits als Fan für das ja schon vor zwei Jahren geplante BC-Konzert eine Karte gekauft hatte und sich jetzt mit dem Spielen im Vorprogramm ein echter Traum verwirklicht hat. So schnell kann es gehen im Musikbusiness!
Das jugendlich forsch auftrumpfende Trio spielte und jammte sich dann (zum Teil mit Wechselleadgesängen zwischen Pablo und Luka) durch Songs wie „Live Like You“, „Sugar Moon“, „Heart Stoppin‘ Kinda Show“ (auch vom neuen Album), „Tragedy Not Today“, „Double Crossing Man“ und „Nothing Is Changing“ als Schlusspunkt und wurde von den Anwesenden zurecht mit viel Applaus in ihre nächsten musikalischen Abenteuer verabschiedet.
Line-up De Wolff: Pablo van de Poel (lead vocals, electric guitar) Robin Piso (keyboards, vocals) Luka van de Poel (drums, vocals)
Knapp 30 Minuten später war die schöne Bühne samt Bar und Jukebox hergerichtet und Backgroundsängerin Leslie Grant ‚drückte‘ den Elmore James-Klassiker „Shake Your Moneymaker“ als Einspieler, der ja auch den Titel des wohl bekanntesten Black Crowes-Albums aus dem Jahre 1990 abgibt, während dem dann die aktuellen Mitglieder zu ihren Positionen schritten.
Fortan wurde dieses Werk auch in genau gleicher Reihenfolge komplett wieder aufgelegt. Die beiden Robinson-Brüder demonstrierten zwischenzeitlich immer wieder Nähe, um jeden aufkommenden Zweifel an der wieder gewonnenen Harmonie, direkt im Keime zu ersticken. Chris war natürlich der wuselige Fronter, der die Leute sofort mitnahm und besonders in den balladeskeren Stücken zu überzeugen wusste.
Ansonsten musste er doch ziemlich gegen den nicht immer transparent und teilweise dumpf wirkenden Sound, wenn alle zusammen agierten, ordentlich ansingen. Rich Robinson (mit vielen Einzelakzenten, z. B. mit der Akustikgitarre bei „She Talks to Angels“, Slide, Intros) und sein Gitarren-Pendant an der linken Bühnenseite Isaiah Mitchell (der mit mehr Soli) sorgten für den typischen Black Crowes-Rock. Bassist Sven Pipien (mit Harmoniegesängen) ging im voluminösen Sound ein wenig unter.
Der starke Drummer Brian Griffin (mit unaufgeregtem, aber sehr kräftigen und variablen Spiel) und ihr gefühlvoller Keyboarder Joel Robinow (mit HT-Einlagen bei u. a. „Jealous Again“ oder schöner Orgel bei „Struttin‘ Blues“) gefielen mir persönlich unheimlich gut. Als Fan von weiblichem Backgroundgesang bereiteten mir auch Mackenzie Adams und Leslie Grant großen Spaß, die bei „Seeing Things“ und beim späteren „Remedy“ besonders glänzen konnten.
Nach Ablauf des ‚Albums‘ mit dem knackigen „Starin‘ Cold“ ging es dann mit Stücken wie „Oh Josephine“, „Wiser Time“, „Thorn in My Pride“ und „Sting Me“ etwas progressiver weiter bis zum starken „Remedy“ als Finale eines insgesamt sehr überzeugenden Gigs. Die begeisterten Zuschauer konnten der Band aus Atlanta, Georgia, dann zum Schluss noch den Velvet Underground-Klassiker „Rock & Roll“ als Zugabe abgewinnen.
Am Ende hatten die Black Crowes meine zuvor gehegten Bedenken ausgeräumt, sodass ich unterm Strich als Fazit von einem gelungenen Comeback und lohnenswerten Besuch sprechen kann. Die Robinson-Brüder wieder in Harmonie vereint, neues Material geplant (hoffentlich wieder mit dem einen oder anderen Geistesblitz), so darf es gerne weitergehen!
Line-up The Black Crowes: Chris Robinson (lead vocals, harp) Rich Robinson (guitars, bgv) Isaiah Mitchell (guitars, bgv) Joel Robinow (keyboards) Sven Pipien (bass, bgv) Brian Griffin (drums) Mackenzie Adams (bgv) Leslie Grant (bgv)
Nach dem Konzert des Brighton Blues Cartel im Leverkusener topos, hatte mich Will Wilde, wie bereits beschrieben, gebeten, auch die Debüt-CD seines neuen Projekts Black Luck Friday zu reviewen. Die Scheibe ist schon seit dem 2. September käuflich erwerbbar.
Die Band besteht neben ihm als unbestrittener Mastermind mit den ebenfalls beim Konzert vertretenen Steve Brook, der hier in Sachen Gitarrenparts, Harmoniegesängen, dem überwiegenden Bassanteil, Co-Songwriting der Musik sowie der Co-Produktion, auch ein gewichtiges Wörtchen mitspricht und Drummer Alan Taylor. Der vierte im Bunde ist Jack Turnbull, der hier auf Track 1 und 3 den Tieftöner zupft und demnach nur eine eher marginale Rolle ausübt. Die Texte hat eine Dame namens Sara Starbuck zusammen mit Will kreiert.
Das bandnamensgebende Titelstück „Black Luck Friday“ vereint eigentlich schon alles, was man dann in den nächsten knapp 40 Minuten Spielzeit geboten bekommt. Stark Harp-basierten Blues (Hard) Rock der äußerst dynamischen Art. Krachende, im Hard-/Heavy-/Melodic Rock verwurzelte E-Gitarrenriffs, polternde Drums, starker, zuweilen an Paul Rodgers erinnernder Lead-Gesang und vielseitige Harp Soli – da ist von Fiepen, Plustern, Nöhlen, Klirren, Heulen, etc. alles mit dabei, was man von diesem Instrument so kennt – die hier fast im Stil einer ersten Leadgitarre auftrumpfen.
Vieles erinnert an die bekannten und beliebten Acts der Rock-/Hard Rock-Szene wie Bad Company, Whitesnake, The Quireboys, Great White, Thin Lizzy, Snakecharmer, Blackwater Conspiracy & Co, wobei man sich allerdings dann immer eine Mundharmonika hinzudenken muss. Einziger ruhigerer und auch harp-freier Track ist hier das atmosphärische, episch-balladesk anmutende „Dust & Bones“, das sich für mich auch am Ende als mein persönlicher Lieblingssong herauskristallisiert. Klasse hier der kanonartige Harmoniegesang von Brook.
Der Rest geht einfach nur gut und kurzweilig ab, Stücke wie das treibende „666 At The Crossroads“, das Black-Crowes-mäßige „Jealous Woman“, „Take The Best Of Me“, „Mistress“ oder der stampfige Heavyblues „Low Down Dirty“ (leichte unterschwellige ZZ Top-Note) haben ihre Livetauglichkeit im topos bereits bewiesen. Die für mich ’neuen‘ Tracks „Banshee“, „Bonnie To My Clyde“ und der Rausschmeißer „Rebel With A Cause“ stehen dem restlichen Konvolut in ihrer satten Dynamik in Nichts nach und rocken mit Wilde-/Brook-/Taylor-typischem Triple-Wumms.
Bad Luck Friday überzeugen mit ihrem Debüt auf ganzer Linie und finden aufgrund der brookschen Gitarren-Manier und Wildes wild-rockiger Harp so etwas wie eine kleine Nische in der britischen Blues Rock-Szene. Was vom Bandnamen her nach schlechten Vorzeichen klingt, entpuppt sich in Wirklichkeit als ein echter Glücksfall für das Genre!
Eigenproduktion (2022) Stil: Blues (Hard) Rock, Rock
Tracks: 01. Bad Luck Friday 02. 666 At The Crossroads 03. Banshee 04. Dust & Bones 05. Jealous Woman 06. Take The Best Of Me 07. Mistress 08. Low Down Dirty 09. Bonnie To My Clyde 10. Rebel With A Cause
Nach etwa vier Jahren machte Tommy Castro mit seinen Painkillers mal wieder Halt im Lütgendortmunder Musiktheater Piano. Schade war, dass es wie bei einer großen Zahl von Konzerten in vielen Locations in den letzten Monaten, einen eher unbefriedigenden Zuschauerzuspruch gab.
Nichtsdestotrotz betrat Tommy mit seinen Mitstreitern mit einem Lächeln im Gesicht die Bühne des Pianos und legte einen furiosen Auftritt hin, bei dem es ihm gelang, schon vom ersten Song „Night Stomp“ die Besucher mitzunehmen, dass sich eine tolle Stimmung entwickelte, welche auch im Umkehrschluss auf die Band übersprang. Castro, stimmlich bestens aufgelegt, nahm zwischen den Songs immer wieder Kontakt zu den Besuchern auf und machte deutlich, was es für die Band bedeutete, endlich wieder in dieser schönen Location auftreten zu können.
Schön war auch, dass die Setlist im Vergleich zum letzten Konzert, obwohl es schon recht lange zurücklag, mit einigen anderen Songs aufwartete. Dabei mischte die Band einige gekonnt gecoverte Songs wie den Eingangssong „Night Stomp“ von Albert King, „Leaving Trunk“ von Sleepy John Estes, „It Serves You Right To Suffer“ von John Lee Hooker oder „Gimme Some Lovin`“ der Spencer Davis Group, unter die eigenen starken, meist bluesorientierten Songs, oft aber mit einem Einschlag von Rock`n`Roll.
Besonders wussten dabei „When A Bluesman Comes To Town“, „Blues Prisoner“, „Make It Back To Memphis“ und „The Devil You Know“ zu gefallen. Castro glänzte mit etlichen furiosen, aber auch gefühlvollen Soli und einigen gekonnten Slideeinlagen. Verlassen konnte er sich dabei auf seine Rhythmussektion um den fast fortwährend mit einem breiten Grinsen im Gesicht spielenden Drummer Bowen Brown und den quirligen Bassisten Randy McDonald, die eine fette Grundlage für die Songs legten. Keyboarder Mike Emerson versprühte nicht nur eine gewisse Milde auf manche Songs, sondern begeisterte die Fans auch mit der einen oder anderen Soloeinlage, zum Teil mit Honkytonk-Charakter.
Die Zugabe „Gimme Some Lovin’“ war geschickt gewählt und konnte als Beschreibung für das Miteinander dienen, was gerade in der heutigen Zeit so wichtig ist und zumindest für die Dauer des Konzertes bei allen Anwesenden zu spüren war.
Nach dem Konzert nahm sich die Band noch die Zeit für Smalltalk, das Signieren von Fanartikeln oder das eine oder andere Foto als Andenken. Wer mit dafür sorgen will, dass diese Form von Kultur weiterleben kann, sollte überlegen, die gemütliche Coach öfters mal zu verlassen und Konzerte insbesondere bei der kleinen und mittleren Clubszene zu besuchen. „Rock`n`Roll Will Never Die“, um eine Zeile eines Neil Young-Songs zu zitieren, kann es nur heißen, wenn auch die Rockfans dabei mitmachen.
Line-up: Tommy Castro: guitar, vocals Randy McDonald: Bass, vocals Mike Emerson: Keyboards Bowen Brown: Drums, vocals
Wie im letzten Jahr tourt Little Caesar in diesem Herbst wieder durch Europa. Freitags, am 09.09.2022 brachte die kalifornische Hard Rock-Band der Kulturrampe in Krefeld ein volles Haus und nur zwei Tage später sorgte eine ähnliche Zuschauerzahl im weitaus größerem Piano dafür, dass dies zumindest zumindest zu einem Drittel gefüllt war, was für den Veranstalter aus finanzieller Sicht nicht gerade befriedigend ist.
An beiden Abenden spielte die Band ein identisches Programm mit leichten Änderungen zum Vorjahr und erzeugte eine gute Stimmung unter den Rockfans, von denen manche die Chance nutzten, beide Konzerte zu besuchen. Im Mittelpunkt stand der charismatische Fronter Ron Young, der sich stimmlich bestens aufgelegt präsentierte.
Dass die Chemie bei Little Caesar stimmt, zeigte sich auch dadurch, dass alle Musiker genügend Freiraum für sich hatten, um sich in den Vordergrund spielen zu können. Loren Molinare glänzte nicht nur mit einigen rockigen Soli, sondern machte mit einigen Posen auch etwas für das Visuelle.
Mark Tremaglia als Pendant auf der anderen Seite der Bühne schaffte es mit diversen slidenden Soli einen Southernflair in manche Songs zu bringen. Neben Young setzte der hünenhafte Bassist Pharoah Barrett auch einige gesangliche Akzente und sorgte mit dem von den Cruzados bekannten Drummer Rob Klonel für eine fette Rhythmusgrundlage.
Aus einem starken Setup ragten das melodiöse „Midtown“, das fast schon punkrockig präsentierte Merle Haggard- Cover „Mama Tried“, die Hard Rock-Nummern „Rock`n`Roll State Of Mind“ und „Straight Shooter“ heraus. Gekrönt wurden die Auftritte durch die Zugaben „Wrong Side Of The Tracks“, die Ballade „In Your Arms / I Wish It Would Rain“ und „Real Rock Drive“, dem in Krefeld noch „Drive It Home“ folgte.
Nach beiden Gigs ließen es sich die bestens gelaunten Musiker nicht nehmen, am Merchandisingstand für Smalltalk und Fotos ihren Fans zur Verfügung zu stehen.
Line-up: Ron Young (lead vocals) Loren Molinare (electric guitar) Mark Tremaglia (electric guitar) Pharoah Berrett (bass) Rob Klonel (drums)