Joe Louis Walker – Weight Of The World – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Der inzwischen 72-jährige Joe Louis Walker blickt auf auf ein langes und erfülltes Musikerleben zurück. Er ist sechsfacher Blues Music Award-Gewinner, wurde in die Blues Hall of Fame aufgenommen und hat im Laufe seiner Karriere mit namhaften Blues- und Jazzmusikern wie B.B. King, James Cotton, Muddy Waters, Thelonious Monk, Ike Turner, Bonnie Raitt, Taj Mahal und Steve Cropper gespielt, bzw. gemeinsam mit ihnen Platten aufgenommen.

Nun legt er am 2. Februar sein neuestes Album „Weight Of The World“ vor, eingespielt und produziert von und mit Eric Corne (John Mayall, Walter Trout, Sugaray Rayford), der auch am Songwriting beteiligt war und in mehreren Stücken als Gitarrist, Backgroundsänger und Perkussionist zu hören ist.

„Weight Of The World“ gilt als Walker‘s bislang stärkstes Album und vereint Blues, Gospel, Soul und sogar Jazzelemente auf einer Scheibe, auf der die Souleinflüsse aber eindeutig überwiegen. Es ist also eher ein soulgeprägtes, aber kein reinrassiges Bluesalbum. Wobei Joe Louis Walkers feine Tenorstimme immer leicht aus dem Hintergrund zu kommen scheint und nie dominierend ist.

Die Songs „The Weight Of The World“, „Is It A Matter Of Time?“ und „Don‘t Walk Out That Door“ sind herrlich soulig und mit druckvollen Bläsersätzen sowie auf- und abschwellenden Keyboardmelodien angereichert. „Hello, It‘s The Blues“ wiederum ist ein sehr melodiöser, pianobegleiteter Slowblues mit Streichern, gospeligem Backgroundchor und einem tollen Gitarrensolo im letzten Drittel des Songs.

„Waking Up The Dead“ und „Count Your Chickens“ gehören eher in eine funkige Schublade. Ersterer Track nur leicht, dafür aber sehr rhythmisch und mit immer wieder auftauchender Slidegitarre, der andere geht mit einem härteren Groove und wesentlich treibender zur Sache. Ein Alleinstellungsmerkmal auf der Scheibe hat der Titel „Blue Mirror“, handelt es sich doch um eine pure Rock‘n‘Roll-Nummer mit Pianogeklimper und wilden Gitarrentunes. „Root Down“ (ein rhythmisch stampfender Shuffle) und „Bed Of Roses“ stammen dann wieder eher aus der Bluesecke. Und mit „You Got Me Whipped“ gibt es dann zum Abschluss noch jazzigen Soul auf die Ohren.

Walker beweist auf „Weight Of The World“, dass er nicht nur im Blues, sondern auch in anderen Genres heimisch ist. Wer also nicht nur reinen, schwarzen Blues mag, sondern sich auch für andere Stilrichtungen, insbesondere Soul, begeistern kann, bekommt mit dieser Scheibe sicherlich ein sauber arrangiertes Album mit erstklassigen Musikern (Scott Milici: Keys, John Medeiros Jr.: Drums, Geoff Murfitt: Bass, Eddie Jackson: Bongos, Marc Pender: Trompete, David Ralicke: Saxophon, Eric Gorfain: Violinen und Gia Ciambotti: Hintergrundgesang) für sein Geld.

Forty Below Records (2023)
Stil: Blues

Tracks:
01. The Weight Of The World
02. Is It A Matter Of Time?
03. Hello, It‘s The Blues
04. Waking Up The Dead
05. Don‘t Walk Out That Door
06. Count Your Chickens
07. Blue Mirror
08. Root Down
09. Bed Of Roses
10. You Got Me Whipped

Joe Louis Walker
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Shania Twain – Queen Of Me – CD-Review

Es gab eine Zeit, da war Shania Twain tatsächlich die Königin sowohl des Country als auch des Pop. Sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, mit einem der bekanntesten Producer der Rockmusik verheiratet, parallel rauschte die MTV-Video-Welle durch unsere Fernsehgeräte. Ihr Album „Come On Over“ von 1997 schoss in beiden Genres durch die Decke.

Auch beim Nachfolger „Up!“ 5 Jahre später hielt dieser Trend noch an. Als im Jahr 2003 ihre Stimme aufgrund einer diagnostizierten Lyme-Borreliose-Erkrankung streikte und auch noch später die Ehe mit Robert ‚Mutt‘ Lange in die Brüche ging, wurde es recht still um die erfolgsverwöhnte Kanadierin.

Den Thron bestiegen in der Zwischenzeit die Underwoods, Swifts, Adeles, Lady Gagas, Rhihannas und Co. Die Major-Labels und besonders ihre Fans ließen sie allerdings nicht fallen und so kämpfte sich Shania mit ihrem 2017 erschienenen Album „Now“ mit einer Doppel-Nr. 1 (US-Country- und Pop-Charts) wieder in die gewohnten Regionen zurück.

Jetzt mit ihrem sechsten Longplayer „Queen Of Me“, diesmal unter Republic Nashville/Universal-Fahne, startet die mittlerweile 57-jährige Künstlerin, die, wie es Booklet und Coverbild suggerieren, immer noch sehr attraktiv wirkt, einen erneuten Comeback-Versuch. Sie liefert zwölf, wie gewohnt, melodisch eingängige Popsongs, alle selbst mit diversen Co-Writern verfasst, die das Anforderungsprofil in Sachen Mission eines erneuten Nr. 1-Werkes tadellos erfüllen.

Besagte Haupt-Co-Writer wie David Stewart, Mark Crew, Dan Priddy, Adam Messinger, Mark Ralph und Tyler Joseph übernahmen, dann auch die Produktion und den Löwenanteil der Instrumente, bzw. des heute üblichen Programming. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, ist es, dass die Songs demnach etwas synthetisch rüberkommen und auch ihre Stimme in der Tat nicht mehr ganz so wie früher klingt (man braucht etwas Gewöhnungszeit).

Nichtsdestotrotz haben gerade die Kernsongs wie „Best Friend“ und das shufflige „Giddy Up!“ spürbares Hit-Potential. Mir gefallen allerdings eher die flockig-gitarren-untermalten Tracks wie „Inhale/Exhale Air“, „Got It Good“ und das pettyeske „Not Just A Girl“ mit am besten. Ich war zwar nie ein großer Queen-Fan, aber die Umsetzung des Titelstücks (mit den Queen-typischen Gesangselementen) ist klasse gemacht.

„This album is dedicated to my fans worldwide. Music made for YOU from my heart, for all your inspiration“ steht dann am Ende des Booklets. Die Kämpferin Shania Twain hat geliefert, demnächst wird sie für eine UK-Tour auch in Europa wieder präsent sein. Jetzt liegt es an genau ihren Fans, sie zumindest temporär wieder mal als Königin des Pop auf den Thron zurück zu hieven.

Republic Nashville (2023)
Stil: Pop

01. Giddy Up!
02. Brand New
03. Waking Up Dreaming
04. Best Friend
05. Pretty Liar
06. Inhale/Exhale Air
07. Last Day Of Summer
08. Queen Of Me
09. Got It Good
10. Number One
11. Not Just A Girl
12. The Hardest Stone

Shania Twain
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Universal Music

AJ Plug – 27.01.2023 – Blues, Rhede – Konzertbericht

Um kurz vor 21 Uhr kündigte André Knoch AJ Plug an und machte noch einmal deutlich, wie froh er ist, dass die aus Katwijk kommende Musikern nach einer schweren Krebserkrankung wieder auf der Bühne steht. Unter Applaus betrat dann die Band die Bühne und eröffnete das Konzert mit „Free At Last“ vom ersten Album „Chew Chew Chew“ aus 2016.

Der Einstieg war durchaus geschickt gewählt, das treibende Intro des Songs brachte die Besucher direkt auf Betriebstemperatur und so wurde AJ gewissermaßen der musikalische Teppich ausgerollt, auf dem sie die Bühne betrat und direkt eindrucksvoll bewies, dass sie stimmlich voll auf der Höhe war. Ähnlich powervoll ging es mit den folgenden Songs „Shine“ und „Better Off“ sowie „Crazy For You“ einem gefühlvollen balladesken Liebeslied vom 2017er Album „Let go … or be dragged“ weiter.

Schon zu diesem Zeitpunkt waren die Rollenverteilungen auf der Bühne klar zu erkennen. Am rechten Rand visuell etwas im Hintergrund legten die erfahreneren Klaas Kuijl an der Rhythmusgitarre und Roelof Klijn am Bass eine Soundgrundlage, die den anderen Musikern alle Spielräume ermöglichten.

In der Rhythmusarbeit wurden sie dabei von Tommy Parker Jr an den Drums unterstützt, der sich zuweilen fast in einen Rausch spielte. Auf der linken Bühnenseite zauberte Axel Zwinselman, der schon neulich in der Sean Webster Band, bei einem Konzert in Oberhausen, eine glänzende Visitenkarte abgegeben hatte, am Keyboard einige furiose Soli hin und gab insbesonders den etwas ruhigeren Stücken schöne melodische Elemente.

Neben ihm sorgte Sebas Fleddermann für einigen Szenenapplaus bei seinen auf den Punkt gespielten Soli. Der Mittelpunkt der voll besetzten Bühne gehörte der zerbrechlich wirkenden AJ Plug, die das Publikum mit ihrer positiven Ausstrahlung schnell auf ihre Seite gezogen hatte, sodass eine eindrucksvolle Atmosphäre im Blues in Rhede entstand, die schon etwas Besonderes hatte.

Richtig emotional wurde es dann, als Plug sich erstmals auf den bereitgestellten Hocker setzte und mit übereinandergeschlagenen Beinen über das letzte Werk „Killer King“ und dessen Hintergrund, die Verarbeitung ihrer Krankheitsphase sprach.in der die letzten Jahre körperlich nicht spurlos an ihr vorbeigegangen sind. Danach folgte mit dem Titelsong ihre Bezeichnung für den Krebs und es sollten im Verlauf des knapp zweistündigen Konzertes über zwei Sets noch alle Songs des Albums wie zunächst „Gimme A Smile“, „River Blue“ und „It Will Be Alright“ folgen.

Mit „Going Under“ vom zweiten Longplayer schickte AJ Plug die Fans dann in die Pause. Wie bei einigen Songs waren hier neben den bluesigen auch Southerrn-Akzente, insbesondere durch das Gitarrenspiel von Fleddermann, zu hören. Nach dem schon sehr guten ersten Set legte AJ Plug mit ihrer Band im zweiten Abschnitt voch eine Schippe drauf. Über die rockigen „Spitting Fire“, „Never Gonna Stop“ und „The Sky Turned Black“ ging es zum eher ruhigen melancholischen „Dream“, zu dem sie die Entstehungsgeschichte erzählte, wie das Leben in letzter Zeitscheinbar wie im Traum an ihr vorbeigezogen ist.

Nach den folgenden „Down On My Knees“, „The Shape I´m In“ und „Trouble“ spielte die Band mit „Dakota“ einen Track, den sie im Rahmen einer Fernsehsendung vorgeführt hatte, den Plug aber direkt als eher untypisch ankündigte. Vom Sound her erinnerte es mich an alte Sachen von Blondie. Danach beendete Plug kurz den zweiten Set, um direkt die Zugabe „Tears Ran Dry“ anzukündigen. Es folgte knallharter Blues Rock, der wohl auch Jimi Hendrix gefallen hätte.

Minutenlange Zugabeforderungen nach dem Stück sorgten dafür, dass die Band noch einmal die Bühne betrat und als Outro gewissermaßen noch einmal eine harte Version des ersten Songs „Free At Last“ hinzulegen und somit ein absolut begeistertes Publikum ins Wochenende zu schicken.

Line-up:
AJ Plug – vocals
Klaas Kuijl – rhythm guitar
Roelof Klijn – bass
Tommy Parker Jr – drums
Axel Zwinselmann – keyboards
Sebas Fleddermann – leadguitar

Text und Bilder Gernot Mangold

AJ Plug
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blues Rhede

Wishbone Ash – 24.01.2023, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Wishbone Ash war nicht nur meine aller erst besuchte hochwertige Band in der langen Liste meiner Konzertbesuche, sondern mittlerweile auch wohl die am öftesten gesehene dieser Spezies, ich zähle mittlerweile sieben Gigs der Briten über die vielen Jahre verteilt. Da können nicht mal meine einstigen Superheroen Lynyrd Skynyrd mithalten.

Maßgeblich trägt natürlich dazu bei, dass die Mannen um Andy Powell ihre Spielstätten seit vielen Jahren nicht nach Größe aussuchen, sondern lieber dort spielen, wo ihnen das Ambiente zusagt. Und auf dieser Liste steht nun mal auch zurecht das schöne Musiktheater Piano in Lütgendortmund.

Ganz besonders gefreut habe ich mich für die Betreiber der Location Jenny Dore und Thomas Falke, dass es sogar an einem Dienstag eine rappelvolle Hütte gab. Powell und Co. eröffneten wie so oft mit einem Instrumental („In The Skin“), um die Finger und vor allem die E-Gitarrensaiten (auch die seines kongenialen Mitspielers Mark Abrahams) auf etwa gleiche Betriebstemperatur zu bringen, wie man weiß, ist das Twinspiel ein Markenzeichen der Truppe und somit ein durchgehendes Moment.

In den ersten 45 Minuten gab es zunächst eine Mischung aus allen Phasen der Band, wobei „We Stand As One“ und „Coat Of Arms“ (vom gleichnamigen Album), von noch recht frischer Natur sind. Als neue Facette freute ich mich über die starken Lap Steel-Einlagen von Abrahams beim Opener und beim altbekannten, nach einem Konzert im waffenfreudigen Texas entstandenen „Rock ‚N Roll Widow“. Eine famose Version von „Standing in The Rain“ mit grandiosen Soli von beiden Gitarristen war dann der Cut.

Ab diesem Zeitpunkt wurde angesichts des 50-jährigen Bestehens ihres  zusammen mit „Live Dates“ wohl bekanntestem und beliebtesten Werks „Argus“ in Form der kompletten Vorführung die Ehre erwiesen. Powell fragte scherzhafter Weise, die mit ihm würdevoll gealterte, zu über 90 Prozent anwesende Ü-50/60 Generation, was denn wohl der Opener wäre, er hätte es vergessen, und kaum ausgesprochen, schoss ihm schon aus dem Publikum „Time Was“ entgegen, was dann direkt in eine furiose Nummer mündete.

Als eine Bereicherung erwies sich auch schon von Anfang an der neue Drummer Mike Trusscott, der sich nicht nur gut einfügte, sondern sowohl mit Gefühl als auch mit ordentlich Druck in manchen Passagen aufwarten konnte. Der kauzige Bob Skeat sorgte an seinem sechssaitigen Bass wie gewohnt für den Groove und ergänzte Powell immer wieder mal sporadisch mit Harmoniegesängen.

Bis zum Finalstück des Werkes „Throw Down The Sword“ gab es dann die erwartet brillante Gitarrenschlacht zwischen Powell und Abrahams (der knarzte, shuffelte und wah-wahte phasenweise unwiederstehlich) im dezent keltisch umwehten Classic Rock-Liedgut mit Twin-Markenzeichen. Nach Abschluss, des von den Titel her aktuell wie nie zuvor anmutenden Albums, verwies Andy noch mal darauf, dass ihm die Zeit um 1972 irgendwie angenehmer vorkam, als heute mit Despoten wie Putin und Trump.

Wer im Anschluss auf „Phoenix“ spekuliert hatte, brauchte nicht enttäuscht zu sein. Das Quartett lieferte mit den rein instrumentellen „F.U.B.B.“ aus „There’s The Rub“ einen ebenso starken Klassiker. „Phoenix“ erhielt zumindest dann noch in der finalen, stürmisch vom Publikum eingeforderten Zugabe, dem nochmals variantenreich performten  „Jailbait“, ein kurzes Intermezzo.

Zum runden Abschluss brachte uns Mark Abrahams nach dem Gig noch im Backstagebereich mit der Band zusammen, sodass wir auch noch unser obligatorisches Bild mit dem Logo machen konnte. Insgesamt somit ein klasse Abend, der sicherlich noch diverse Besuche (solange es Wishbone Ash hoffentlich noch geben wird) in Zukunft zur Folge haben wird.

Line-up:
Andy Powell (lead vocals, electric guitar)
Mark Abrahams (electric guitar, lap steel)
Bob Skeat (bass, vocals)
Mike Trusscott (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Wishbone Ash
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Eddie 9V – Capricorn – CD-Review

Review: Jörg Schneider

„Capricorn“ ist nach seinem 2021 Album „Little Black Flies“ die dritte Scheibe von Eddie 9V. Namensgeber sind die legendären Capricorn Studios in Macon, Georgia, in denen er zusammen mit lauter hochkarätigen Rootsmusikern aus dem amerikanischen Süden sein neuestes Werk eingespielt hat.

Im Gegensatz zu „Little Black Flies“, welches ein sattes Bluesalbum war, überrascht seine aktuelle Scheibe mit komplett anderen Tunes. Brooks Mason selbst – alias Eddie 9V – berichtet, nach seinem letzten Album stark durch die Muscle Shoals-Musik, also eine Mischung aus Hillibilly, Blues, Rock‘n‘Roll, Soul, Country und Gospel beeinflusst worden zu sein. Und diese neue Erfahrung schlägt sich auch auf „Capricorn“ nieder. Alle Songs atmen förmlich den Soulspirit der späten 60‘er Jahre aus, unterstützt durch schmissige Altsaxophon-, Posaunen- und Baritonhorneinlagen sowie harmonische Backgroundvocals. Und alles zusammen einfach großartig arrangiert.

Das Album wird eröffnet durch die fröhlich-flotte Soulnummer „Beg Borrow And Steal“, gefolgt vom sumpfigen „Yella Alligator“ mit viel Slidegitarre, bevor es leicht funky mit dem treibenden Shuffle „Bout To Make Me Leave Home“ weitergeht. Gospelig hingegen sind der Slowblues „Are We Through?“ und insbesondere „ Mary Don‘t You Weep“ mit Khristie Frenchs zartem Leadgesang.

Hervorzuheben wäre dann auch noch eine Coverversion von Bob Dylans Klassiker „Down Along The Cove“, ein schnörkeliger Bluesrocker mit schrammelnden Gitarren und das Fingerpickingstück „It‘s Going Down“, in welchem Eddie 9V seine Alkoholerfahrungen verarbeitet. Die übrigen Songs sind gefällige Soulnummern, mal flotter („How Long“ und „Tryin’ To Get By“) und mal gemächlicher („Missouri“ und „I’m Lonel-“). Wobei der Refrain von „How Long“ schon fast einen leichten Reggaetouch aufweist.

„Capricorn“ ist insgesamt ein spannendes und äußerst abwechslungsreiches Album, das dem Soulspirit der späten 60‘ger frönt, einer Zeit also, in der der heute 27-jährige Eddie noch lange nicht geboren war. Um so erstaunlicher ist es (und es zeugt nicht zuletzt auch von seiner musikalischen Genialität), wie gut er es schafft, die Vibes dieser Zeit nicht nur ins Hier und Jetzt zu transportieren, sondern auch erfrischend neu zu interpretieren. Für mich ist es mit Abstand das spritzigste Album des noch jungen Jahres und es verdient allemal eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Die Scheibe ist seit dem 27. Januar im Handel.

Ruf Records (2023)
Stil: Soul, Blues

Tracks:
01. Beg Borrow And Steal
02. Yella Alligator
03. Bout To Make Me Leave Home
04. Are We Through?
05. How Long
06. It‘s Going Down
07. Tryin‘ To Get By
08. Down Along The Cove
09. Mary Don‘t You Weep
10. Missouri
11. I‘m Lonely

Eddie 9V
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The Bad Ends – The Power And The Glory – CD-Review

Review: Michael Segets

„The Power And The Glory” versetzt mich in die Zeit zurück, als ich noch vor Kraft strotzte und die Wege zum Ruhm noch offen standen – also in die achtziger Jahre. Seit dieser Dekade sind Mike Mantione (Five Eight) und Bill Berry (R.E.M.) musikalisch aktiv. Die beiden altgedienten Musiker haben sich ihre Energie erhalten und sind zu einiger Bekanntheit gelangt. Sie bilden den Kern der neu formierten The Bad Ends, bei denen ebenfalls Dave Domizi, Geoff Melkonian und Christian Lopez mit der von der Partie sind.

The Bad Ends lassen den Alternative Rock wieder aufleben und erinnern so an die frühe Phase von R.E.M. Dabei zeigt die Band, die ihren Stammsitz in Athens, Georgia, hat, eine große Bandbreite zwischen krachenden Rocknummern und folkinspirierten Balladen. Wie es im Independent-Bereich oft üblich ist, bedienen sich auch The Bad Ends bei unterschiedlichen musikalischen Elementen und bauen diese in ihre Songs ein. Insgesamt prägt eine düstere Atmosphäre den Longplayer. Wie die Titel der Einzelbeiträge schon vermuten lässt, verströmen auch die Texte, die überwiegend von Mantione verfasst wurden, keinen freudestrahlenden Optimismus.

Rockstücke und langsamere Vertreter halten sich die Waage. Das auf dem Album mittig platzierte, instrumentelle „Ode To Jose“, bei dem eine Sitar zu hören ist, bildet quasi eine Zäsur. Davor sind mit „Mile Marker 29“, „Thanksgiving 1915“ und „All Your Friends Are Dying“ drei typische Alternative Rocker versammelt. Der letztgenannte Track wurde als erste Single veröffentlicht. Hinsichtlich der Radiotauglichkeit sicherlich die richtige Wahl. Aber auch die anderen beiden sind runde Songs geworden, die ein paar Unwuchten aufweisen und so ihren Independent-Charakter deutlicher offenbaren.

Zwischen diese schnelleren Nummern ist die dunkle, stimmungsvolle Ballade „Left To Be Found“ eingestreut. Erst in der zweiten Hälfte des Longplayers finden sich weitere Stücke mit reduziertem Tempo. Unter diesen ist das folkige „Little Black Cloud“ das eingängigste. Das verhalten einsteigende „Honestly“ nimmt in seinem Verlauf an Volumen zu, welches vor allem durch verzerrte Gitarren sowie einem kräftigen Backgroundgesang erzeugt wird. Die Grundanlage des getragenen „New York Murder Suicide“ wirkt zunächst schmalzig, der Text und Details beim Arrangement konterkarieren allerdings diesen ersten Eindruck.

Mantione zeigt auf der Scheibe beeindruckende Facetten seines Gesangs. Zur Hochform läuft er beim psychodelisch angehauchten Cowpunk „The Ballad Of Santan’s Bride“ auf. Der originelle Song stellt für mich das überraschende Highlight des Albums dar.

The Bad Ends besinnen sich auf die Ursprünge des Alternative Rocks und legen sich mit ihrem Erstling mächtig ins Zeug. Abwechslungsreich, mit großer Spiel- und Experimentierfreude atmet „The Power And The Glory“ den Geist der Independent-Music. Ob sie den Zeitgeist trifft und entsprechende Absatzzahlen erzielt, sei dahingestellt. Künstlerischer Verdienst und Ruhm misst sich ja nicht ausschließlich am kommerziellen Erfolg – oder sollte dies zumindest nicht tun.

New West Records – Redeye/Bertus (2023)
Stil: Alternative Rock

Tracks:
01. Mile Marker 29
02. All Your Friends Are Dying
03. Left To Be Found
04. Thanksgiving 1915
05. Ode To Jose
06. The Ballad Of Satan’s Bride
07. Little Black Cloud
08. Honestly
09. New York Murder Suicide

The Bad Ends
New West Records
Redeye Worldwide
Bertus

Zed Mitchell – 14.01.2023 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Der schon lange in Düsseldorf wohnende Serbe Zed Mitchell sorgte mit seiner Band für einen eindrucksvollen Konzertabend im Dortmunder Musiktheater Piano, der sicher mehr als die etwa 80 Besucher verdient gehabt hätte. Die Anwesenden wurden dafür mit einem abwechslungsreichen, etwa 100 minütigen Konzert belohnt. Dabei lieferte die Band die Bandbreite von langsamen Bluesstücken wie u. a. „Springtime In Paris“, die sogar Pärchen zum Kuschelblues animierten, bis hin zu rockigen Bluesnummern reichte.

Zed Mitchell bewies dabei, dass er ein exzellenter Gitarrist ist und zeigte sich auch stimmlich bestens aufgelegt. Als zweiten Gitarristen hatte er seinen Sohn Todor dabei, wobei dieser aber schon als zweiter Fronter zu sehen war, der nicht nur mit klasse Soli begeisterte, sondern auch bei einigen Songs den Leadgesang übernahm. Tricky war, wie Zed die Riffs von „Smoke On The Water“ ins Piano schoss, um nach diesem Intro mit seinem Sohn abwechselnd den bekannten Beginn des Deep Purple-Klassikers langsam in seine Bestandteile zu zerlegen, um schließlich im eigenen Lied „Like You Do“ zu landen. Während des Stückes gab es dann immer wieder Sequenzen, aus denen die beiden mühelos wieder beim Purple-Song landten.

Bei anderen Tracks begaben sich die beiden fast schon twinguitarsmäßig in die Nähe von Bands wie Wishbone Ash. Unterstützt wurden Zed und Tudor von ihrer jungen Rhythmussektion mit Fabio Cimpeanu am Schlagzeug und Lukas Kaminski am Bass, die beide mit kurzen Soli ihre spielerische Klasse offerieren konnten.

So wie sich die jungen Musiker um das Bluesurgestein Zed Mitchell an diesem Abend präsentierten, muss man sich keine Sorgen um die nächste Generation machen. Wie handgemachte bluesorientierte Musik gemacht wird, offenbarten sie nachhaltig bei der Zugabe „I’m Gonna Keep You Satisfied“, wo sie sich krachend vom Dortmunder Publikum verabschiedeten.

Text und Bilder Gernot Mangold

Line-up:
Zed Mitchell – vocals, guitar
Todor Manojlovic – vocals, guitar
Lukas Kaminski – bass
Fabio Cimpeanu – drums

Zed Mitchel bei Facebook
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Laura Cox – Head Above Water – CD-Review

‚Weiterentwicklung‘. Das ist das Schlagwort, das mir spontan als erstes nach dem Hören vom neuen Album „Head Above Water“ von Laura Cox in den Sinn kam. Und dabei ist ja gerade oft das dritte Werk immer mit das schwierigste, meist der Zeitpunkt, bei denen bei Interpreten und Bands nach Abebben der Anfangseuphorie, der leidige Alltag eintritt.

Ob es das Entfernen des Wörtchens Band und der vielleicht noch stärkeren Fokussierung auf die eigene Person damit zu tun hat, darüber kann zunächst nur spekuliert werden, aber auch nach mehrmaligen Hören der Scheibe steht eindeutig fest, dass es sich klar um den bis dato besten Longlayer der einst durch Youtube-Videos bekannt gewordenen Französin (mit englischem Vater) handelt.

Ob es ihrem Daddy geschuldet ist, der ja, so liest man, einen Faible für Country und Rock’N‘ Roll besitzen zu scheint, ist nicht überliefert, man nimmt allerdings (wohlwollend) eine deutliche Abkehr von klassischen Hard Rock in Richtung mehr ergänzender Southern Rock- und (New) Country-Einflüsse zur Kenntnis, wobei man in vielen Tracks auch immer wieder (meist in Form von Riffs und Sequenzen in ihren Soli) an die großen Rockbands der guten alten Zeit wie den Stones, Lynyrd Skynyrd, Bad Company, Molly Hatchet oder ZZ Top erinnert wird.

Einen Löwenanteil trägt auch ihr deutlich besser gewordener Gesang mit zum Gesamtergebnis bei. Statt den üblichen Shouterattitüden beweist die junge Dame diesmal auch viel Einfühlungsvermögen und Variabilität am Mikro, was zu viel Diversität im Gesamtgeschehen beiträgt. Das gleiche gilt für die Einbindung von Akustikgitarren, Slide und vor allem des meist schön vor sich hin klackernden Banjos. Dass sie eine Meisterin der E-Gitarre ist, ist natürlich auch weiterhin unverkennbar.

Meine Lieblingsstücke sind neben den vier New Country-lastigen Stücken („Old Soul“, „Before We Get Burned“, das fast schon hypnotisch von Laura dahingehauchte „Seaside“ und „Glassy Days“), die, man lese und staune, auch auf jedem Little Big Town-Album integriert werden könnten, das für das Werk richtungsweisende Titelstück „Head Above Water“, eine Art Mischung aus eigenen Ingredienzien, vermischt mit dem Flair von altgediegenen Rockbands wie den Rolling Stones, Lynyrd Skynyrd und Bad Company und vor allem „One Big Mess“, das mit einem, an Skynyrds „Simple Man“ erinnernden atmosphärischen E-Intro beginnt, dann aber in einen treibenden Rocker der Marke „Beatin‘ The Odds“ mündet. Gerade Southern Rock-Fans werden an den vielen quirligen und klirrenden E-Soli (man höre sich nur das Solo im The Georgia Thunderbolts-umwobenen „Set Me Free“ an) der zierlichen Französin großen Spaß haben.

Mit eingespielt haben das Werk ihre etatmäßigen Mitreiter Mathieu Albiac (Rhythmusgitarre) und Antonin Guerin (Drums, Percussion) und als neue Personalie Adrien Kah am Bass. Germain Destremont (Keys, Glockenspiel) und Nina Babel, Monique Harcum sowie Steve Kashala (alle Backing vocals) verbuchen Credits als Gastmusiker.

Auch wenn ich anfangs ein wenig noch Probleme mit dem Wiedererkennungswert der Refrains hatte, hat sich das mit jedem weiteren Hördurchgang immer mehr gelegt. Ob der eine oder andere Song für die Ewigkeit dabei sein wird, ist zwar fraglich, aber das gelingt ja heute in unserer schnelllebigen Zeit auch so gut wie gar keiner Rockband mehr, nicht mal den noch existierenden großen Acts dieser Zunft (die bekommen ja fast garnichts Kreatives mehr hin).

Kein Grund für Laura Cox also den Kopf in den Sand zu stecken, ihr neues Album „Head Above Water“ stellt, wie anfangs erwähnt, eine mehr als deutliche Weiterentwicklung dar. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt, wenn sie die enthaltenen Tracks im März live im (u. a. im Musiktheater Piano in Dortmund) hoffentlich ausgiebig vorstellen wird. Ein tolles, melodisches und kurzweiliges Rockalbum, dass sicherlich mit zu den positiven Überraschungen in 2023 avancieren wird.. Oder, wie es der Franzose sagen würde: „Merveilleux, Laura!“

Earmusic (Edel) (2023)
Stil: Rock & More

Tracklist:
01. Head Above Water
02. So Long
03. One Big Mess
04. Set Me Free
05. Old Soul
06. Wiser
07. Before We Get Burned
08. Seaside
09. Fever
10. Swing It Out
11. Glassy Days

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Black Star Riders – Wrong Side Of Paradise – CD-Review

Review: Michael Segets

Heute wildere ich mal in fremden Regionen. Sonst für SoS meist in Sachen Roots Rock und Americana unterwegs, steht heute ein Ausflug in den Rock an der Grenze zum Hard Rock an. Im Herzen bin ich ja ein Rocker, für die härteren Gangarten konnte ich mich allerdings nie so richtig erwärmen. Als ich die erste Auskopplung „Better Than Saturday Night“ wahrnahm, dachte ich aber, dass die Black Star Riders ein genaueres Hinhören wert sind. Der Verdacht bestätigt sich bei der Sichtung von „Wrong Side Of Paradise“.

Seit etwas über zehn Jahre existiert die Band. Die Gründungsmitglieder spielten zu der Zeit alle bei Thin Lizzy und wollten mit eigenen Songs neue Wege beschreiten. Marco Mendoza und Damon Johnson verließen die Band 2014 beziehungsweise 2019. Scott Gorham spielte den aktuellen Longplayer ebenfalls nicht mit ein, begleitet aber die angekündigte UK-Tour in diesem Jahr. Letztlich bleibt nur noch Ricky Warwick (Gesang, Gitarre) von den ursprünglichen Musikern. Zur aktuellen und verjüngten Besetzung gehören Christian Martucci (Gitarre), Robbie Crane (Bass) und Zak St. John (Schlagzeug).

Die ersten vier Alben der Black Star Riders schossen in Deutschland allesamt kurzfristig in die Top-Thirty. In Großbritannien gelang „Heavy Fire“ (2017) sogar der Sprung in die Top-Ten. „Wrong Side Of Paradise“ weist auf alle Fälle das Potential auf, an diese Erfolge anzuknüpfen. Das Album geht insgesamt ein hohes Tempo, für Balladen nimmt sich die Band keine Zeit. Für den Hard Rock typische Gitarrenklänge tauchen häufig in den Songs auf.

Wie beim Opener „Wrong Side Of Paradise“ oder auch beim Rausschmeißer „Life Will Be The Death Of Me“ halten sich die Gitarrensoli aber insgesamt in Grenzen, sodass die Songs straight durch gespielt werden und melodisch bleiben. Bei „Pay Dirt“ und „Catch Yourself On“, welche sich noch in meinem Geltungsbereich bewegen, folgen die Black Star Riders ebenfalls deutlich Hardrock-Pfade. Der einzige Song, den ich nicht mitgehe, ist der zweieinhalbminütige „Crazy Horses“.

Das vom kräftigen Schlagzeug getriebene „Hustle“ punktet durch die Mundharmonikapassagen und die Backgroundsängerinnen. Die erdiger gehaltenen Stücke des Albums liegen eher auf meiner Linie. Vor allem „Green And Troubled Land“ und „Don’t Let The World Get In The Way“ – einschließlich eines Gitarrensolos, das nochmal kurz die Affinität der Black Star Riders zum Hardrock aufblitzen lässt – überzeugen durch die Refrains mit hohem Wiedererkennungswert.

Eingängig ist auch „Riding Out The Storm“, das daher mit gutem Grund als zweiter Track des Longplayers veröffentlicht wurde. Neben dem schon erwähnten Highlight „Better Than Saturday Night“, bei dem übrigens Joe Elliott (Def Leppard) mitsingt, glänzt „Burning Home“. An dem herausragenden Titel gibt es nichts auszusetzen: klare Struktur, erdige Gitarren und mehrstimmiger Background im Chorus, der zum mitsingen einlädt.

Die Songs der Black Star Riders auf „Wrong Side Of Paradise“ liegen zwischen Rock und Hard Rock. Für den SoS-Leser wird das Album vielleicht nicht in Gänze, aber zumindest in Auszügen interessant sein. Der gradlinige Rocker „Better Than Saturday Night“ oder das rootsige „Burning Home“ sind Anspieltipps. Um die Ohren durchzupusten, ohne dabei in Extreme zu verfallen, eignet sich der Longplayer sowieso.

Earache Records – Edel (2023)
Stil: Rock/Hard Rock

Tracks:
01. Wrong Side Of Paradise
02. Hustle
03. Better Than Saturday Night
04. Riding Out The Storm
05. Pay Dirt
06. Catch Yourself On
07. Crazy Horses
08. Burning Home
09. Don’t Let The World Get In The Way
10. Green And Troubled Land
11. Life Will Be The Death Of Me

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Earache Records
Oktober Promotion

Layla Zoe – The World Could Change – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Eine mit 24 Terminen eng gestrickte Tournee quer durch Deutschland und Österreich verspricht für Blues Rock-Fans im Frühjahr 2023 ein echtes Konzerterlebnis: die kanadische Sängerin Layla Zoe – inzwischen in Westeuropa zu Hause – wird ihr neues Album “The World Could Change” live präsentieren. Zoe ist bekannt für ihre leidenschaftlichen und mitreißenden Auftritte. Die vorliegende Scheibe bietet dabei weitaus mehr als nur das notwendige Material für die Bühnen-Performance, sie macht geradezu neugierig auf die Konzert-Präsenz der sehr produktiven Blues-Lady.

Auch dieser 14. Longplayer seit 2006 ist mit 12 neuen Songs und 72 Minuten Spielzeit randvoll gepackt. Die wiederbelebte Kooperation mit dem Wuppertaler Blues Rock-Gitarristen Henrik Freischlader, die bereits 2013 u. a. das Top-Album “The Lily” hervorbrachte, hat sich auch bei “The World Could Change” als äußerst kreativ erwiesen: Poetische Lyrics von Zoe, wie geschaffen für die Musik von Freischlader, der ebenfalls für Gitarre, Bass, Schlagzeug und die Produktion zuständig war, sowie den Orgel-Sound von Moritz Fuhrhop und das technische Fingerspitzengefühl von Toningenieur (und Musiker) Martin Meinschäfer.

Es entstand ein ausgesprochen faszinierendes Studiowerk, maßgeschneidert für die immer elegant, charismatische und alles beherrschende Ausnahmestimme von Layla Zoe. Die in Kombination aus unterschiedlichen Stil-Modulen von Rock und Blues bis Soul und Folk variantenreich komponierten Songs bieten Zoe ausgiebig Gelegenheit, ihre genre-übergreifenden Vocal-Fähigkeiten in unnachahmlicher Perfektion auszugestalten, oft in einer natürlichen Wechselbeziehung mit den feinfühligen Guitar-Reflektionen Freischladers.

Mit dem Opening-Track “Dark Heart“ und einer ausdrucksstarken Blues Rock-Voice beginnt die gebürtige Kanadierin. Die Faszination ihrer Stimmgewalt kennzeichnet und erschließt starke Rock-Nummern, wie bei “Honey Pie”, “Watch What You’re Doing” oder beim explosiv getriebenen Titel “Jasmine”, artikuliert sich gleichermaßen angenehm weich (in der Ballade “Praying Kind”), wunderbar mitfühlend (im herrlichen Song “Brother”) oder feinsinnig ausgeglichen in “Baby Bird”.

Die sanfte Freundlichkeit einer eloquenten Erzählerin kommt bei “We’re All The Same” voll zur Geltung und wird in ihrer stimmlichen Zärtlichkeit beim letzten Titel (“Shine Brightly“) folk-song-artig zur akustischen Gitarre nochmals übertroffen. Aus dem kleinen Kreis brillant-talentierter Blues Rock-Sängerinnen bieten sich von Billie Holiday über Patti Smith oder Beth Hart und natürlich Janis Joplin nur wenige Vergleiche an, die ebenso in ihrer Besonderheit eine individuelle musikalische Identität entwickelten.

Mit ihrem neuen Album “The World Could Change” und dem absolut energiegeladenen Titelsong rechtfertigt Layla Zoe erneut ihre führende Position unter den europäischen Blues-Ladies. In ihrer alten kanadischen Heimat hat die renommierte Toronto Blues Society einen stolzen Beitrag zum Longplayer veröffentlicht. Die Möglichkeit, Layla Zoe und die Songs von “The World Could Change” live zu erleben, wird in Kürze allen Blues Rock-Enthusiasten und solchen, die es werden wollen, auf Konzerten in der SoS-Region geboten.

Cable Car Records (2022)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Dark Heart
02. Honey Pie
03. Praying Kind
04. The World Could Change
05. The Man Behind The Curtain
06. Brother
07. Watch What You’re Doing
08. The Truth Song
09. Baby Bird
10. Jasmine
11. We’re All The Same
12. Shine Brightly

Lalya Zoe
Cable Car Records