Willie Nile – Positively Bob – Willie Nile Sings Bob Dylan – CD-Review

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Review: Michael Segets

Während seiner “American Ride”-Tour 2013 konnte ich am Rande des Konzerts in Düsseldorf ein paar Worte mit Willie Nile wechseln. Der sympathische Rocker mit den großen Bühnenposen erzählte mir damals, dass er noch Ideen für vier Alben im Kopf hätte. Ein gutes Jahr später veröffentlichte er „If I Was A River“ auf dem er seine neuen Kompositionen am Klavier präsentierte. 2016 griff Nile wieder zur Gitarre und brachte die Rock-Scheibe „World War Willie“ heraus. Auf „Positively Bob“ widmet er sich, wie spätestens der Untertitel verrät, den Songs von Bob Dylan, die ihn früher inspirierten und auch heute noch begeistern.

Nun gehören die Lieder von Bob Dylan wohl zu den meist gecoverten überhaupt. Die Zahl von Tribute-Alben ist ebenfalls kaum zu überschauen, sodass sich die Frage aufdrängt, ob ein weiteres nötig ist. Um es vorweg zu nehmen: „No one sings Dylan like Dylan“, aber Nile singt Dylan wie Nile. Er interpretiert die Songs so gelungen auf seine eigene Art, dass „Positively Bob“ eine waschechte Willie-Nile-Rockscheibe geworden ist und kein Versuch, Dylan zu kopieren.

Nile gelingt das Kunststück, die Originale so zu verändern, dass diese sofort wiedererkannt werden und dennoch neu und frisch klingen. Die Folk-Klassiker „The Times They Are A-Changin’“, „Blowin‘ In The Wind“,„Rainy Day Women #12 & 35“ und „Subterranean Homesick Blues” transformiert der New Yorker in Rock ’n Roll-Tracks, wobei die letzten beiden direkt ins Tanzbein gehen.

Bei den anderen Versionen modifiziert Nile das Tempo nicht so extrem, dennoch ist die Ausstrahlung der Tracks verändert. Sowohl in den akustisch gehaltenen Teilen der Lieder, in denen die unverwechselbare Klangfärbung von Niles Stimme eine besondere Atmosphäre zaubert, als auch in dem Arrangement der Rockelemente, wenn die Band zum Zuge kommt, erscheinen die Songs einerseits vertraut, andererseits als noch nie gehört. Was will man mehr von Covern?

Auf der CD sind die bekannten „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“, „I Want You“ und „You Ain’t Goin‘ Nowhere“ ebenso wie die weniger oft gespielten „Love Minus Zero/No Limit“ und „Abandoned Love“ vertreten. Nile konzentriert sich also auf die frühe Schaffenszeit des Meisters. Das neueste Dylan-Stück „Every Grain Of Sand“ findet sich auf dem 1981er Album „Shot Of Love“.

Wenn andere Rock- und Country-Größen ihren Vorbildern huldigen, sei es Pete Seeger bei Bruce Springsteen oder Townes Van Zandt bei Steve Earle, dann darf dies Willie Nile sicherlich auch. Mit der Wahl Bob Dylans hat er die Vergleichsmarke natürlich sehr hoch gelegt. Nile meistert diese Herausforderung jedoch bravourös. Die Neuentdeckung der alten Songs macht viel Spaß. Schade ist lediglich, dass nach knapp 38 Minuten der Schlussakkord verhallt.

Die Idee, eine Platte mit Stücken von Bob Dylan einzuspielen, kam Willie Nile erst anlässlich der Feierlichkeiten zum 75jährigen Geburtstag des Nobelpreisträgers im letzten Jahr. Da „Positively Bob“ also einer spontanen Eingebung gefolgt ist, befinden sich – wenn ich Nile 2013 richtig verstanden habe – noch zwei Alben in der Planung. Bei seiner immensen Produktivität in den letzten Jahren wird wahrscheinlich die Wartezeit nicht zu lang.

River House Records(2017)
Stil: Rock

01. The Times They Are A-Changin‘
02. Rainy Day Women #12 & 35
03. Blowin‘ In The Wind
04. A Hard Rain´s A-Gonna Fall
05. I Want You
06. Subterranean Homesick Blues
07. Love Minus Zero/No Limit
08. Every Grain Of Sand
09. You Ain’t Goin‘ Nowhere
10. Abandoned Love

Willie Nile
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Kirk Baxley – The Pain We Bring – CD-Review

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Bärenstarkes CD-Debüt von Kirk Baxley. Die Zeiten, wo im Red Dirt-Genre die neuen Scheiben und Bands wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, gehören leider mittlerweile der Vergangenheit an, auch wenn natürlich die Aushängeschilder des Genres durchaus weiter präsent sind.

Man freut sich aber um so mehr, wenn dann plötzlich unverhofft, richtig starke neue, recht unbekannte Interpreten auftauchen, wie es jetzt mit Kirk Baxley und seinem ersten Longplayer „The Pain We Bring“ der Fall ist. Der Musiker aus Belton, Texas,  mittlerweile zwischen dem Lonestar State und Nashville viel hin und her pendelnd, hat nach zwei Kurz-EPs, unter Regie der Novel Music Group und dem bekannten Smith Entertainment Vertrieb, zum ersten großen Wurf ausgeholt. Ein ganz starkes Werk.

Der Independant-Produzent Chad Mauldin hat ganze Arbeit geleistet und ein wunderbar transparent klingendes Werk, bestehend aus zwölf fein instrumentierten und sehr melodisch inszenierten Tracks geschaffen. Nicht zu vergessen der Protagonist Kirk Baxley, der mit einer sehr angenehmen und variablen Stimme gesegnet ist (Richtung Mike Eli, Wade Bowen, Don Henley), und ein Händchen für gutes Sonwriting besitzt (alle Stücke selbst komponiert, nur 2x mit Cameran Nelson als Co-Schreiber).

Der von einer flockigen E-Gitarre angetriebene, rhythmische Opener „Small Town“ erinnert sofort an Sachen von Bands wie der Eli Young Band oder No Justice, und macht sofort Lust auf mehr. Herrlich dann das atmosphärische countryeske Titelstück, das mit seiner wimmernden Steelgitarre (fast in allen Stücken präsent, Milo Deering ist in den Credits aufgeführt) und den dezenten Mandolinentupfern zu gefallen weiß.

Das wieder mit kratzig rockiger E-Gitarre (dazu tolles heulendes  Slide-Solo) und leiernder Steel ausgestattete „Bringing Her Back“ erinnert an Großtaten eines Wade Bowen. Als Single wurde aber zunächst die Nashville-taugliche New Country-Nummer „Moving On“ (typischer Powerrefrain, klasse E-Kurz-Solo) auserkoren.

Mit „If Only“ (mit herrlicher Mandoline), „Leaving“ (knarzende Dobro und Fiddle),  „A Better Man“ (Fiddle, Steel, herrlicher Countryschwofer) oder dem melancholischen Finale mit „This Love Will Last“ (schöne southern-mäßige E-Gitarren-Zwischenpassage) beweist Baxley auch sein Gespür für kitschfreie, aber durchaus berührende Balladen

Weitere Highlights sind Lieder wie das grassige „Do You Think Of Me (Constantly)“ oder das wunderbar, texas-typische Duett mit der grandios singenden Kylie Frey bei „Cold As A Stone“, wie man es von Kacey Musgraves und Josh Abbott im Gedächtnis hat. Auch das radio-taugliche „Afraid Of Her Tears“ (Richtung Eli Young Band, No Justice), hat Ohrwurmqualitäten.

So verwundert es nicht, dass Kollegen wie Aaron Watson („Kirk paints his own picture by pouring nothing but heart and soul into his songs“) und Bri Bagwell („I was blown away by the range of tunes and the depth of songwriting on this record, I can’t wait to witness the success of the release“) Kirk Baxley mit Lob nahezu überschütten.

Der Schmerz, den Kirk Baxley mit seinem Debüt „The Pain We Bring“ verbreitet, beschränkt sich wohl eher auf textliche Elemente in seinen z. T. Gänsehaut verbreitenden, als auch herzzerreißenden Balladen auf diesem Werk, ansonsten dominiert hier die große Freude, mit ihm einen saustarken, frisch klingenden und höchst kreativen Interpreten in der Red Dirt-Szene begrüßen zu dürfen. Eine exzellente Leistung, die schon jetzt Lust auf Mehr macht!

Novel Music Group (2017)
Stil: Red Dirt

01. Small Town
02. The Pain We Bring
03. Bringing Her Back
04. If Only
05. Nothing On
06. Do You Think Of Me (Constantly)
07. Cold As A Stone (feat. Kyle Frey)
08. Leaving
09. Afraid Of Her Tears
10. A Better Man
11. Don’t Stop Loving Me
12. This Love Will Last

Kirk Baxley
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Bärchen Records

Steve Earle & The Dukes – So You Wannabe An Outlaw (Deluxe) – CD/DVD-Review

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Review: Michael Segets

Steve Earle lotet in seinen Werken die Grenzen verschiedener Spielarten des Country aus und unternimmt immer wieder Ausflüge in Richtung Rock und Folk. Er setzt in seinen Alben unterschiedliche Schwerpunkte und konzipiert sie zumeist um diese herum. Die Grundidee von seinem 21. Album „So You Wannabe An Outlaw“ liegt darin, die Facetten seiner musikalischen Einflüsse auf einer Scheibe darzustellen.

Herausgekommen ist dabei eine CD, die die Bandbreite Steve Earles zwar wiedergibt, insgesamt aber einen deutlichen Schwerpunkt auf seine Country-Wurzeln legt. Er besinnt sich auf seine Anfänge, die von der Outlaw Music geprägt sind, wobei er sich auf dem vorliegenden Album vor allem an Waylon Jennings orientiert, dem es auch gewidmet ist. Standesgemäß wurde es in Austin, Texas, aufgenommen und von Richard Bennett produziert.

Das titelgebende Duett „So You Wannabe An Outlaw” mit der Outlaw-Country-Ikone Willie Nelson eröffnet die CD. Die beiden übernehmen zunächst jeder für sich eine Strophe des kratzigen Country-Songs, um die dritte dann gemeinsam zu singen. Mit „Lookin‘ For A Woman“ folgt ein weiteres Country-Stück, das mit dem gleichmäßigen Rhythmus dazu einlädt, sich aufs Pferd zu schwingen und Steve Earle auf seiner Suche zu begleiten. Der Ritt wird bei „The Firebreak Line“ dann etwas schneller, wobei Earles markante Stimme besonders gut zur Geltung kommt. Den dort eingeschlagene Weg in Richtung Country-Rock verfolgt das starke „If Mama Coulda Seen Me” konsequent weiter.

Das absolute Highlight der CD ist aber „Fixin‘ To Die“. Es ist schon eine Weile her, dass Earle eine so kraftvoll rausgeschriene und dunkle Rock-Nummer veröffentlicht hat. Thematisch greift er die Todesstrafe auf, gegen die er sich bereits bei früheren Songs aussprach, so beispielsweise auf dem Soundtrack zu „Dead Man Walking“. Dabei hat ihm das soziale und politische Engagement seiner Songs in der USA immer wieder Kritik eingebracht.

Seine Folk-orientierte Seite zeigt Earle bei den akustisch gehaltenen „News From Colorado“ und „The Girl On The Mountain”. Unter den Balladen ist „Goodbye Michelangelo“ jedoch besonders bemerkenswert. Earles knarziger Gesang transportiert hier viel Gefühl. Das Stück ist im Andenken an seinen Mentor, den kürzlich verstorbenen Guy Clark, geschrieben.

Mit Miranda Lambert singt Earle „This Is How It Is“. Auf seinen Alben finden sich gelegentlich Duette mit weiblichen Gesangspartnern. Im letzten Jahr veröffentlichte er sogar einen Longplayer zusammen mit Shawn Colvin.

Bei „You Broke My Heart” und „Walkin´ In LA”, einem Duett mit Johnny Bush, orientiert sich Earle am traditionellen Country der fünfziger Jahre. Der Twang und der übermäßige Einsatz von sanfter Geige und wimmerndem Pedal Steel sind nicht mein Fall. „Sunset Highway“ ist diesbezüglich noch im Toleranzbereich.

Auf der LP und der Deluxe-Edition der CD finden sich vier weitere Songs mit denen Earle seine musikalischen Vorbilder würdigt. „Ain’t No God In Mexico“ stammt aus der Feder von Billy Joe Shaver, „Sister’s Coming Home/Down At The Corner Beer Joint“ und „Local Memory” aus der von Willie Nelson. Den Abschluss bildet der Klassiker „Are You Shure Hank Done It This Way” von Waylon Jennings.

Da keines der Stücke die vier Minuten-Marke erreicht, liegt die Gesamtspielzeit bei 50 Minuten, die der Standard-CD ohne die Bonus-Tracks bei unter 39 Minuten. Die DVD der Deluxe-Edition umfasst ein „Making Of“ des Albums, das Video des Titelsongs sowie Track-by-Track-Kommentare von Earle, bei dem die Lieder kurz angespielt und dann von ihm erläutert werden.

Insgesamt liefert das Werk einen guten Überblick über Steve Earles vielfältiges musikalisches Schaffen. Daher dürfte für jeden Freund von Rootsmusik etwas dabei sein und dazu anregen, seine früheren Veröffentlichungen (nochmal) zu durchforsten. Die von mir favorisierte rockige Spielart des Country kommt etwas zu kurz, dennoch zeigt Earle beeindruckend, dass er diese immer noch beherrscht.

Warner Bros. Records (2017)
Stil: Country/Country Rock

CD:
01. So You Wannabe An Outlaw
02. Lookin‘ For A Woman
03. The Firebreak Line
04. News From Colorado
05. If Mama Coulda Seen Me
06. Fixin‘ To Die
07. This Is How It Ends
08. The Girl On The Mountain
09. You Broke My Heart
10. Walkin‘ In LA
11. Sunset Highway
12. Goodbye Michelangelo
13. Ain’t No God In Mexico (Bonus)
14. Sister’s Coming Home/Down At The Corner Beer Joint (Bonus)
15. Local Memory (Bonus)
16. Are You Sure Hank Done It This Way (Bonus)

DVD:
1. The Making Of The Album
2. “So You Wannabe An Outlaw” – Official Video
3. Steve Earle: Album Track-by-Track Video Commentary

Steve Earle
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Bärchen Records

The Infamous HER – Gold – CD-Review

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Einen Tag vor Beginn meiner Abreise in den verdienten Urlaub kam noch die neue Scheibe von der mir liebgewonnen Monique Staffile und ihren Kumpanen ins heimatliche Haus getrudelt. „Gold“ heißt das neue Werk und es hat sich ein bisschen was geändert. Aus dem Kollektivnamen HER & Kings County ist nur noch HER übrig, was eine noch stärkere Fokussierung auf die attraktive Frontfrau impliziert. Auch der Musikstil wurde zugunsten einer etwas jüngeren Zielgruppe deutlich mehr in die Breite modifiziert.  The Infamous HER – Gold – CD-Review weiterlesen

The Infamous HER – Chain Reaction – CD-Review

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HER, alias Monique Staffile hatte mit ihrer forsch-fröhlich einnehmenden Art, vor allem was ihr Debütalbum „Raise A Little Hell“ und die von uns erlebten Konzerte betrifft (nach dem letzten stand sie uns ja auch noch ganz unkompliziert für ein Interview zur Verfügung), meine Sympathien erobert.

Das sie dabei auch noch klasse aussieht und sich sehr sexy zu präsentieren weiß, hatte da natürlich, bei mir als überaus gefestigtem Mann, gar keine Rolle gespielt. Die Gesamtkonstellation trug aber ohne Zweifel dazu bei, dass ein gewisser imaginärer Kredit aufgebaut wurde.

Nach den beiden letzten Werken „Gold“ und „Revolution„, die eher zum schrillen, provozierenden Pop-Rock tendierten, hatte ich die leise Hoffnung, dass der Nachfolger vielleicht wieder mit mehr Country- und Southern Rock-Komponenten wie beim o. a. Debüt aufwarten würde. Schließlich wohnt die Dame ja in Nashville und wird sich dort wohl kaum ganz dem Spirit der Stadt ganz entziehen können.

Mein stilles Ansinnen wird mit „Chain Reaction“ leider nicht erfüllt. Monique setzt beim neuen, mit elf Songs bestückten Silberling, weiterhin auf, mit kreischender Stimme vorgetragenen, manchmal schon dezent punkig und thrashig verpackten Pop-Rock, der mich ein wenig an unsere gute Nina Hagen, zu Anfangszeiten, nur mit englisch-sprachigen Texten, erinnert.

Mit viel Wohlwollen kann ich noch Tracks wie „Unbreakable (Made Of Stone)“, das mit ein wenig Heart-Flair daherkommt, sowie die beiden Schlussnummern „Sun Goes Black“ (Richtung Robin Beck) und das mit einer Akustikgitarre verzierte „I Swear“, noch als halbwegs passabel bezeichnen. Der Rest der Stücke zerrt auf Dauer doch schon ziemlich an den Nerven.

Produziert hat wieder Caleb Sherman, der natürlich instrumentell und kompositorisch mitgewirkt hat, wie auch die gewohnten Bandmitglieder Brandon Roberts und Brandon Barnes.

Überzeugend lediglich das Coverartwork. Zum Piepen das Bild von der im geblümten Hosenanzug auf einem Rokoko-Sessel sitzenden, zickig dreinblickenden Monique, mit der, mit aufgerichteten gespitzten Lauschern, brav daneben sitzenden Dogge an einer Metallkette.

Somit ist „Chain Reaction“, aus meiner Sicht, nach jetzt drei Alben hintereinander, die mich allesamt nicht vom Hocker gerissen haben, weiterhin eine Kettenreaktion in die falsche Richtung. Zumindest musikalisch gesehen. Aber letztendlich wird Monique selbst am besten einzuschätzen wissen, was sie weiterbringt.

Ich persönlich bleibe dabei, ein Schwenk zurück in Richtung „Raise A Little Hell“ würde der Band sicherlich gut tun. HER und ihre Begleiter werden übrigens Mitte September auch live zu ein paar Konzerten wieder in Deutschland präsent sein.

India Records (2017)
Stil: Rock / Pop

01. Rock With Me
02. Chain Reaction
03. Taking Up Space
04. Say What Ya Man
05. Futuristic Frequency
06. What Do You Want
07. Unbreakable (Made Of Stone)
08. Seriously
09. Three Things For The Highway
10. Sun Goes Black
11. I Swear

Her
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India Media Groupetzt

Lucinda Williams – 26.08.2017, Kantine, Köln – Konzertbilder

Lucinda-Haupt

Die 64-jährige Grand Dame des Country-Folk-Rock mit ihrem 2. Konzert, im Rahmen der beiden Deutschland-Auftritte, in der Kölner Kantine.

Begleitet dieses Jahr von den drei Musikern Stuart Mathis, David Sutton und Butch Norton, alias Buick 6. Die Protagonistin wirkte bei der Performance ein wenig müde und abgekämpft von ihrem Gig, abends zuvor, in der Hamburger Fabrik. Der Sound und die Stimmung waren gut.

Line-up:
Lucinda Williams (lead vocals, guitars)
Stuart Mathis (guitars)
David Sutton (bass)
Butch Norton (drums)

Bilder und Eindrücke: Peter ‚Beppo‘ Szymanski

Lucinda Williams
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Kantine Köln
Peter ‚Beppo‘ Szymanski

The Steepwater Band – 25.08.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

Steepwater_Haupt

Die erfahrene Band aus Chicago präsentierte ihr aktuelles Album „Shake Your Faith“ mit Stücken wie unter anderem „Mama Got To Ramble“, „I Will Never Know“, „Be As It May“, „Last Second Chance“ & Co. und konnte auch mit stark gespielten Coverversionen wie „Sugar Mama“, You Don’t Love Me“ oder „Cortez The Killer“ überzeugen.

Line-up:
Jeff Massey (lead vocals, guitar)
Eric Saylors (lead guitar, lap steel guitar, vocals)
Tod Bowers (bass)
Joe Winters (drums)

Bilder und Eindrücke: Peter Schepers

The Steepwater Band
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Blue Notez Dortmund

Robert Jon & The Wreck, 24.08.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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High Noon fürs SoS! Unsere Freunde Robert Jon & The Wreck kehrten zum dritten Mal in die Kulturrampe ein, was natürlich ausverkaufte Hütte bedeutete. Schon beim letztjährigen Auftritt wusste der Fünfer um Leader Jon Burrison mit einer fantastischen Vorstellung zu überzeugen, sodass die spannende Frage war, ob es da überhaupt noch ein gewisses Steigerungspotential gab.

Aber rollen wir das Feld von vorne auf. KR-Chef Pille Peerlings musste zurück zur Basis und Dienst an der Kasse schieben, während es Urgestein Mario Scholten diesmal vorbehalten blieb, die kalifornische Band anzusagen. Mario läutete den Gig mit der Bitte um ein Ständchen für Keyboarder Steve Maggiora ein, denn der hatte an diesem Tag Geburtstag, der das Publikum natürlich lauthals nachkam.

Dann ging es mit altbekannten Stücken wie „Good Lovin‘“ (klasse Maggioras ‚unterkühlte‘ Keyboard-Klänge), „The Devil Is Your Only Friend“ und „Blame It On The Whiskey“ direkt in die Vollen, wobei der Faible der Jungs für die Allman Brothers klar zum Ausdruck kam, was nicht nur bei Kristopher Butchers, an Duane Allmans angelehntes Slidespiel, zu erkennen war. Butcher hatte im Vergleich zum Vorjahr gewichtsmäßig ordentlich abgenommen und wirkte jetzt fast wie ein Strich in der Landschaft.

Die Burschen aus Orange County hatten aber auch ein neues 8-Stücke-Kurzwerk mit dabei (Besprechung folgt demnächst), aus dem dann allesamt starke Songs wie „Old Friend“, „Let It Go“, „I Know It’s Wrong“ oder „High Time“ erstmals präsentiert wurden. Also auch in kreativer Hinsicht, lassen die Burschen nicht locker. Highlight vor der Pause, die mit dem ebenfalls neuen „I Got My Eyes On You“ eingeläutet wurde, war sicherlich die sensationelle Version von „Cold Night“ von der „Good Life Pie“-Scheibe, bei der Kristopher Butcher sich mit gleich drei Solo-Passagen (am Ende mit kleinem „Jessica“-Intermezzo) in einen regelrechten Rausch spielte.

Nach dem Break wurde erstmal kräftig in Allman-Tradition gejammt. „Tightrope“ ist da der passende Song aus ihrem eigenen Fundus, an diesem Abend fast 20 Minuten lang. Hier hatte dann auch die Rhythmusfraktion, bestehend aud Dave Pelusi und dem spindeldürren, aber wie ein Kraftprotz trommelnder Andrew Espantman (überragend wieder sein agil wirbelndes Drumming) Gelegenheit zu ausgiebigem Solieren. Espantman wurde dann auch zurecht mit heftigen Klatschrhythmen der Anwesenden gefeiert.

Das schöne „Mary Anne“, der launige Schunkler „Old Friend“ (da schwang selbst Burrison das Tanzbein auf der Bühne) und das stoneske „Rollin‘“ (Maggiora mit klimperndem HT-Piano, Publikums-Einbindung beim Refrain) standen für Teil 2 dieses wahrlich grandiosen Gigs. Der lauthals ‚erzwungenen‘ Zugabe wurde mit einer regelrecht krachenden Version von „Gypsy Love“ (Butcher mit quirilgem Wah-Wah-Spiel) nachgekommen. Fettes Psychedelic-Rock-Feeling der 70er Jahre in der Rampe.

Ich glaube, sowohl alle Leute, die eigentlich durchgehend begeistert mitgegangen waren, als auch die anwesenden SoS-Kollegen Mangold und Segets, waren sich einig, mit Robert Jon & The Wreck das bisherige, und kaum zu toppende Konzert-Highlight des Jahres in der Kulturrampe gesehen und gehört zu haben.

Ach ja, da war doch noch die Frage nach dem Steigerungspotential. Uns gefiel, dass die Burschen, anders als bei den vorherigen Auftritten, wo sie sich doch mehr introvertiert gaben und um rein spielerische Klasse bemüht waren, diesmal den Austausch mit dem Publikum suchten. Gut, Jon redet immer noch nicht wie ein Wasserfall vor den Liedern, aber ihm und seinen Kumpels war der Spaß sichtlich anzumerken (es wurde viel gelächelt und auch zum Mitsingen und Klatschen animiert) was sich natürlich auf die tolle Atmosphäre bestens auswirkte. Somit war es ein nahezu perfekter Abend, der Robert Jon & The Wreck zum ganz heißen Kandidaten in unserem Magazin für den Titel ‚Konzert des Jahres‘ avancierte.

Kurz-Fazit: Großartiger, dynamischer Southern Rock in proppenvoller Rampe, die am Ende einem Hexenkessel glich. Ganz starker Live-Tobak!

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Kristopher Butcher (electric guitar, vocals)
Dave Pelusi (bass, vocals)
Andrew Espantman (drums)
Steve Maggiora (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Various Artists – The Music Of Nashville – Season 5, Volume 3 – CD-Review

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Ich hatte die beiden bereits reviewten „The Music Of Nashville“-Sampler der 5. Staffel (5/1, 5/2), ehrlich gesagt, schon innerlich abgehakt, da liegt doch tatsächlich zu meiner eigenen Überraschung noch eine dritte Ausgabe im Briefkasten. Wieder 17 satte Songs, natürlich performt von den etatmäßigen Protagonisten der Serie, Charles Esten, Claire Bowen, Sam Palladino, Lennon & Maisy, Hayden Panettiere & Co.

Der Strippenzieher in Sachen Produktion ist demnach auch wieder Tim Lauer, der, wie auch bei den beiden anderen CDs, für ein ausgewogenes, abwechslungsreiches musikalisches Country & More-Stimmungsbild gesorgt hat. Für die instrumentelle Umsetzung sorgten wieder die bekannten Musiker der Studioszene Nashvilles.

Beginn und Ende sind diesmal von Charles Esten vereinnahmt, wobei der Opener „Good Rain Or Jesus“ für mich sofort das Highlight des Werkes abgibt. Ein herrlich Southern Rock-umwehter Track mit typischer E-Gitarre sowie dezent gospeligem Touch bei den Harmoniegesängen. Stark! Am Ende haut er noch eine dahinschwofende Retro-Schnulze fast im Stile von Elvis Presley heraus.

Dazwischen werden dann wieder viele Musikstile von Pop bis Bluegrass mit Country vermischt, wobei das launig vor sich hin tickende “Clockwork“ (Lennon & Maisy), die stark von Hayden Panettiere besungene Ballade „On My Way“, das atmosphärische „Without You“ (wieder Charles Esten) und das von Jonathan Jackson gelenkte, beatleske „No One Cares About Your Dreams“ weitere markante Etappenziele bilden.

Auffällig ist natürlich auch wieder Rhiannon Giddens, die mit der zünftigen Bluegrass-Uptemponummer „Going Down The Road Feeling Bad“ und der piano-trächtigen Southern Ballade „Count On Me“ (auch mit dezenter Gospelnote) ihre Duftnote hinterlässt.

Die Nashville-Profis um Tim Lauer werden vermutlich bei der Songzusammenstellung für die drei Exemplare schon im Vorfeld ein festgezurrtes Konzept gehabt haben, so dass es kaum verwunderlich erscheint, dass auch Sampler 3 den beiden Vorgängern absolut auf Augenhöhe begegnet.

Big Machine Records (2017)
Stil: New Country & More

01. Good Rain Or Jesus [feat. Charles Esten]
02. As The Crow Flies [feat. Clare Bowen & Sam Palladio]
03. Clockwork [feat. Lennon & Maisy]
04. On My Way (Choir Version) [feat. Hayden Panettiere]
05. Going Down The Road Feeling Bad (Electric Version) [feat. Rhiannon Giddens]
06. Rose And Thorn [feat. Jonathan Jackson]
07. Stand Up [feat. Chris Carmack]
08. Love Until It Hurts [feat. Lennon & Maisy]
09. Without You [feat. Charles Esten]
10. Water Rising [feat. Hayden Panettiere]
11. Beautiful Dream (Ballad Version) [feat. Lennon Stella]
12. In The End [feat. Sam Palladio]
13. Little Darlin‘ [feat. Clare Bowen & Chris Carmack]
14. Count On Me [feat. Rhiannon Giddens]
15. No One Cares About Your Dreams [feat. Jonathan Jackson]
16. Forever [feat. Clare Bowen]
17. Dreaming My Dreams With You [feat. Charles Esten]

CMT
Big Machine Records
Universal Music

Steve Azar & The Kings Men – Down At The Liquor Store – CD-Review

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Das letzte musikalische Lebenszeichen von Steve Azar war der, von ihm, für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2015 in Vail, komponierte Song „Fly“, den er dann auch bei der Eröffnungsfeier zusammen mit Andreas Gabalier  performte.

Nach knapp sechs-jähriger Abstinenz, was Alben betrifft (sein letztes war das tolle „Delta Soul, Vol. 1“), hat die Wartezeit nun ein Ende. Der in Greenville, Mississippi, geborene und aufgewachsene Tausendsassa (Filmusikschreiber, Festivalveranstalter, Labelinhaber, Sportler, Koch, engagierter Spendensammler für karitative Zwecke, was ihm zu Ehren in den Staaten Mississippi und South Dakota, seitens höchster politischer Kreise, mit einem Steve Azar-Tag gewürdigt wurde) präsentiert mit „Down At The Liquor Store“  sein nun mehr 6. Studio-Werk.

Dafür hat er sich mit einer neuen Begleitband The Kings Men umgeben, die mit Leuten wie u. a.  Ray Neal, Regi Richards, Walter King, Jason Young, Herman Jackson, und David Briggs, Musiker beherbergt, die schon für Legenden wie B.B. King und Elvis Presley tätig gewesen sind.

Steve Azar, dessen Tour mit Bob Seger 2007 vom Polistar Magazine zur Nr. 1-Tour in Amerika gekürt wurde und dessen ‚The Mighty Mississippi Music Festival‘ in der dritten Ausgabe von ‚1,000 Places in the United States and Canada to See Before You Die‘ gewürdigt wird, hat sich schon seit langem von seinem durchaus auch erfolgreichen Nashville-Major-Label-Intermezzo Anfang des Jahrtausends (mit der tollen Scheibe „Waitin‘ On Joe“) gelöst und hat sich seitdem eher einer entspannt groovenden, wahnsinnig starken Mischung aus Blues, (Southern) Soul, Roots und Country verschrieben, die auf diesem Lonplayer wieder nahezu meisterhaft repräsentiert wird.

Diese Scheibe „Down At The Liquor Store“ lädt geradezu ein, sich in einem Sprituosen-Geschäft mit ein paar Flaschen Wein einzudecken und diesen 13 unaufgeregten, relaxten, so wunderbar instrumentierten  und wohlig besungenen Liedern wie u. a. dem melodisch southern bluesigen Opener „Rena Lara“, ‚Mörder‘-Balladen wie „Tender And Tough“, „Over It All“ sowie „These Crossroads“ (mit grandiosem Sax-Solo), dem funkig groovenden „Wake Me From The Dead“ (Doobie Brothers-Flair) oder dem autobiografischen „Greenville“ in gemütlichem Ambiente beizuwohnen.

Tolle Gitarren (das bluesige E-Spiel von Ray Neal in Anlehung an die großen Kings, aber auch eines Toy Caldwells), das Memphis-trächtige Gepluster der Bläser-Fraktion und die Tasten-Einlagen von Keyboard-Institution David Briggs jagen einem förmlich einen Schauer nach dem anderen den Rücken runter und bilden einen fantastischen Counterpart zu Steves Wohlfühlgesang.

Fazit: Steve Azar ist nach sechs Jahren mit dem überragenden  „Down At The Liquor Store“ auf der musikalischen Bühne in eigener Sache zurück. Seine überwiegend selbst geschriebenen (z. T. mit ein paar wenigen Co-Writern wie Ryan Mitchell Burgess, James House und Johnny Douglas) Kompositionen bieten eine perfekt harmonierende Symbiose aus Blues, Soul, Country und Roots-Einflüssen. Das Werk kommt in einem geschmackvoll gestalteten DigiPak mit Steckbooklet, das alle Texte und Backgroundinfos zum Album beinhaltet. Ein absolutes ‚Must Have‘ in 2017!

Ride Records (2017)
Stil: Blues, Soul, Country & More

01. Rena Lara
02. Start to Wanderin‘ My Way
03. Tender And Tough
04. Wake Me From The Dead
05. Down At The Liquor Store
06. She Just Rolls With Me
07. I Don’t Mind (Most of the Time)
08. Chance I’ll Take
09. Over It All
10. Road Isn’t There Anymore
11. These Crossroads
12. Ode to Sonny Boy
13. Greenville

Steve Azar
Steve Azar bei Facebook
Bärchen Records