Sari Schorr & The Engine Room, 11.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Manchmal hat man als erfahrener Konzertbesucher ja schon gewisse Vorahnungen, was den Verlauf des bevorstehenden Gigs anbelangt. Bei der New Yorker Sängerin Sari Schorr und ihrer Begleitband The Engine Room, bestehend aus Gitarrenhexer Ines Sibun, Kevin Jefferies, Kevin O’Rourke und Anders Olinder habe ich mich absolut zuversichtlich auf den Weg ins immer wieder gerne besuchte Dortmunder Musiktheater Piano gemacht.

Das  lag nicht zuletzt an der tollen CD „A Force Of Nature„, die ich ja vor geraumer Zeit bereits beleuchtet hatte, wo die langmähnige Protagonistin mit fantastischer Stimme, als auch wirklich starken Songs, überzeugen konnte. Hier bei uns ist sie in Sachen Popularität aber gerade erst in der Anfangsphase und so besuchten an diesem Donnerstag vielleicht knapp über 100 Leute den Ort des Geschehens. Die verteilten sich aber recht gut, sodass es trotzdem ganz gut gefüllt aussah.

Sie brauchten vor allem ihr Kommen nicht zu bereuen, denn es war eine hervorragende, mitreißende Show, die das Quintett da zum Besten gab. Zuerst musste ich über den Keyboarder Anders Olinder schmunzeln. Der saß mit seiner Schlumpfmütze so in sich gekehrt an seinen Tasten, dass man zunächst den Eindruck eines Wachkomas hatte. Trotz seines ‚unbändigen‘ Temperaments setzte er mit seinen vielen Orgel- und Piano-Eingaben richtig tolle Akzente.

Die Rhythmusfraktion mit den beiden Kevins gab im Sinne des Blues Rocks eine routinierte Vorstellung, wobei Drummer O’Rourke, als Geburtstagskind des Abends, mit einem Ständchen von Band und Publikum beglückwünscht wurde und Basser Jefferies mit offenen Stiefeln, Hosenträgern und Pepita-Hut auch in modischer Hinsicht zu gefallen wusste.

Getragen wurde der Abend allerdings natürlich durch Fronterin Sari Schorr, die sich die Seele aus dem Leib sang, posierte und mächtig antrieb, sowie  Ex-Robert Plant-Gitarrist Ines Sibun, der einfach furios aufspielte, schwitzte, headbangte, ekstatisch hüpfte und ebenfalls mächtig Alarm machte. Seine quirligen, aber präzise gespielten Soli an diversen E-Gitarren waren mit das Salz in dieser Blues Rock-Delikatessen-Suppe.

Sari & Co. spielten sich nach absolut pünktlichem Beginn mit „Ain’t Got No Money“ eine gute einunddreiviertel Stunde durch ihre „A Force Of Nature“-CD, wobei mir hier die Pianoballade „Ordinary Life“ (nur Sari und Olinder), „Oklahoma“ (mit grandioser Orgel- und E-Gitarrenpassage) und das Whitesnake-umgarnte „Damn The Reason“ besonders zusagten.

Es gab natürlich auch Covernummern: Led Zeppelins „Rock & Roll“ wurde klasse interpretiert, das durch die Allman Brothers mir vordergründig bekannte „Stormy Monday Blues“ gefiel ebenso, das viel gespielte Freddie King Blues-Traditional „The Stumble“ bis zum finalen „Black Betty“ als Zugabe (sehr schön, wie auf ihrem Silberling, modifiziert von Sari) boten ansprechenden Unterhaltungswert.

Mein Lieblingsstück des Gigs war die wunderbare Ballade „I’ll Be There“, bei der Ines ein herrliches Südstaaten Rock-Solo auf seiner Gibson Les Paul abließ.

Am Ende stellte sich Sari Schorr am Merchandising-Stand noch als sehr sympathische, kommunikative, als auch umgängliche Persönlichkeit heraus und unterzeichnete mir noch das Booklet ihrer CD mit einer kleinen Widmung.

Ingesamt ein hoch erfreulicher Abend mit einer stark auftrumpfenden Künstlerin und ihrer tollen Begleitband. Und ich persönlich habe wieder mal festgestellt, dass meine musikalischen Instinkte immer noch ganz gut funktionieren…

Danke auch an die andere nette Dame, Jenny Dore, für die, wie immer, herzliche Aufnahme in ihrem, von uns so gerne aufgesuchten Piano.

Line-up:
Sari Schorr (lead vocals, percussion)
Kevin Jefferies (bass, vocals)
Kevin O’Rourke (drums)
Ines Sibun (electric guitar, vocals)
Anders Olinder (keys)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

Sari Schorr
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment
Brooke Lynn Promotion

Jive Mother Mary – Home Is Where The Heart Is – EP-Review

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Jive Mother Mary können bereits seit 2005 mit Banderfahrung aufwarten. Das von Mason Keck (guitars, vocals) und Seth Aldridge (drums) in Alamance, North Carolina gegründete Projekt, wurde später durch Tyler Schulz (guitars, vocals) und William Sanders (bass, vocals) vervollständigt.

Nach einer EP und zwei Alben, vielen Wohnungswechseln, immensem Touren (u. a. mit The Black Crowes, Jackyl, Blackfoot), steht jetzt seit Ende 2016 mit „Home Is Where The Heart Is“ eine weitere EP auf ihrer Habenseite.

Der Stil der Band wird zwar auf ihrer Webseite mit „Soul ’n Roll from the heart of North Carolina…“ beschrieben, ich würde aber doch eher einen vordergründigen Bezug zum Southern Rock attestieren, gemischt, vermutlich, dank ihrer Aufenthaltszeit in Los Angeles, mit einer angenehmen Brise Westcoast.

Diese kommt vor allem in zwei der insgesamt fünf Stücke zum Tragen. Zum einen beim herrlichen „Great Decline“ mit seinem unterschwellig mitlaufenden „Hotel Cailfornia“-Flair als auch beim folgenden „Planes, Trains, and Automobiles“ mit der Eagles-typischen Melodie und den wunderbaren Harmoniegesängen.

Der Opener „Feelin‘ Fine“ ist typischer junger, frecher Southern Rock à la Whiskey Myers & Co., wie man es am beigefügten unterhaltsamen Videoclip vorgeführt bekommt. Das atmosphärische „The Ride“ ist eine wunderschöne Southern-Ballade und besticht mit schönen schwurbeligen, übereinander gelegten E-Gitarren sowie den Piano- und Orgel-Tupfern von Gastmusiker Rhett Huffman, der sich als absoluter Gewinn erweist.

Am Ende hauen die Burschen mit „The Climb“, dem längsten Track, noch einen echten Kracher mit Southern Rock-typischem Twin-E-Gitarrenfinale heraus. Eine tolle Nummer! Wenn schon ein Musiker wie Josh Smithey (sich nach einem grandiosen Album als Sänger von Darkwater Redemption im musikalischen Ruhestand befindlich) Jive Mother Mary fast schon euphorisch mit „These guys are one of the best bands I’ve heard in a long time!“ lobt, kann das doch wohl nur ein ganz heißer Tipp sein, oder?

Teenage Head Music (2016)
Stil: Southern Rock

01. Feelin‘ Fine
02. The Ride
03. Great Decline
04. Planes, Trains, and Automobiles
05. The Climb

Jive Mother Mary
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Teenage Head Music

Rascal Flatts – Back To Us (Deluxe Edition) – CD-Review

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Über die Rascal Flatts braucht man eigentlich nicht mehr viel schreiben. Das Trio um Gary LeVox, Joe Don Rooney und Jay DeMarcus hat in der Popsparte des New Country ihren festen Platz gefunden und daraus, seit ihrem Debüt 2000, eine grandiose Erfolgsgeschichte entwickelt. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei den genre-typischen Awards und achtmal Nr. 1 bei neuen Alben sprechen eine überdeutliche Sprache.

Mit ihrem neuen Jubileumswerk „Back To Us“, dem 10. Studioalbum ihrer Karriere, proklamieren sie zwar eine nostalgische Besinnung auf die Anfangszeiten ihres Wirkens, aber wenn man ehrlich ist, kennt man sie eigentlich nicht anders, man muss schon absoluter RF-Experte sein, um hier eventuelle marginale Bezüge zu den Alben im Frühstadium oder Unterschiede attestieren zu können.

Für mich klingt „Back To Us“ wie alle ihre anderen Veröffentlichungen. Konstanz und Verlässlichkeit bei hoher Qualität und zu ihnen passendes Songmaterial, sind für mich die entscheidenden Faktoren ihres Erfolgsrezeptes, und die sind auch hier wieder omnipräsent.

Gleich dreizehn Stücke in Deluxe-Ausgabe lassen vermutlich die Qual der Wahl, welcher Song wohl der richtige für die Single-Charts ist. Entschieden hat man sich zunächst für den energiegeladenen Opener „Yours If You Want It“, aus der Feder des verstorbenen Songwriters Andrew Dorff, mit schön dazu produziertem Video (Gary LeVox als singender Burger-Bräter in einem Diners).

Weitere flockige Tracks wie „Hopin‘ You Were Lookin'“, „Dance“, „Kiss You While I Can“, das R&B-trächtige „Vandalized“ (Chris Stapleton Co-Writer!), “ sowie das treibende „Thieves“ machen ebenfalls Laune auf die demnächst anstehende Cabrio-Saison.

Bei „Hands Talk“ schwebt von der Melodie her, immer der einstige Rhythm-&-Blues/Soul-Klassiker „Stand By Me“ mit, während das knackige „Roller Rink“ mit swampiger Note überzeugt. Die Herz-Schmerz-Balladen-Freunde werden mit „I Know You Won’t“, dem Blockbuster-tauglichen „Are You Happy Now“ (emotionales Duett von Gary mit der toll singenden Lauren Alaina) und am Ende „Our Night To Shine“ bedient, wobei letztgenanntes Lied mit Synthies, Streichern und bombastischen choralen Gesängen  zum Ausklang einen enormen Schmalz-Faktor aufweist.

Rascal Flatts‘ „Back To Us“ ist ein, der Band, gebührendes Jubileumsalbum geworden. Kurzweiliges gutes Songmaterial von 1A-Songwritern (wobei die drei auch zum Teil mitwirken), knackige Produktion, starke Musiker, tolle mitreißende Vokal-Performance von LeVox, typische Hamoniegesänge, Powerrefrains en masse, schickes bebildertes Coverartwork  mit allen Texten, lassen keine Wünsche offen. Müsste eigentlich, wenn das neue Chris Stapleton-Album nicht gerade ausgerechnet dazwischenfunken sollte, erneut eine klare Nr. 1 werden. Zum zehnten Mal, wie gewohnt, ganz feiner Countrypop!

Big Machine Records (2017)
Stil: New Country (Pop)

01. Yours If You Want It
02. Hopin‘ You Were Lookin‘
03. I Know You Won’t
04. Dance
05. Back To Us
06. Kiss You While I Can
07. Vandalized
08. Are You Happy Now
09. Hands Talk
10. Thieves
11. Love What You’ve Done With The Place
12. Roller Rink
13. Our Night To Shine

Rascal Flatts
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Universal Music

Doyle Bramhall II, 07.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Dank meiner im Job angehäuften Überstunden, und des daraus resultierenden zweiwöchigen Urlaubs, hatte ich mal die Gelegenheit, die Arbeit für Sounds Of South zu intensivieren. So startete ich in die erste Woche mit drei gleich Konzerten in sechs Tagen! Und das jeweils mit ziemlich, vom Charakter her, unterschiedlichen Protagonisten und irgendwie auch recht anders gestrickter Musik.

Der dritte Kandidat im Bunde war Doyle Bramhall II im beliebten Musiktheater Piano in Dortmund. Der für seine Mitwirkung bei vielen großen Acts wie u. a. den Arc Angels, Eric Clapton, Fabulous Thunderbirds, Roger Waters, Tedeschi Trucks Band und Sheryl Crow bekannte Sänger, Gitarrist, Songwriter und Produzent, als auch Piano-Chefin Jenny Dore durften sich, über eine, für einen Sonntag erstaunlich, nahezu restlos gefüllte Location freuen (im Publikum übrigens auch Henrik Freischlader und Band, die sich das Konzert als Abschluss ihrer gerade beendeten Tour gönnten).

Der Halstuch-tragende Texaner entpuppte sich als recht in sich gekehrt und wortkarg (kaum Ansagen, außer ein paar der üblichen Standardfloskeln) und lenkte den Fokus, fast ausschließlich, auf seine Songs und das Treiben seiner Mitspieler, für die er ab und zu dann ein Lächeln erübrigte. Die Stimmung des Publikums war trotzdem ganz gut, aber eher eine Mischung aus Bewunderung und Anerkennung der musikalischen Klasse des Quartetts.

Doyle & Co. starteten mit dem schön groovenden „Keep You Dreamin'“ in das, für den Abend, festgelegte Programm, ein Stück aus dem aktuellen Album „Rich Man“, das wie so oft, dann auch im Mittelpunkt des Geschehens stand (mit weiteren Tracks wie „My People“, „Cries of Ages“, dem melodischen „November“ mit seinem R&B-Flair, „The Veil“, „Mama, Can’t Help You“, „Rich Man“, „New Faith“). Schon hier zeigte sich, dass Bramhall II nicht so großen Wert auf Darstellung seiner eigenen Person legte, sondern vordergründig, wie bereits oben erwähnt, eher eine recht gewichtige Einbindung seiner Mitstreiter favorisierte.

Die mussten dann auch ihre Multitasking-Fähigkeiten unter Beweis stellen: Basser Ted Pecchio, hatte neben seiner quirligen Fingerfertigkeit am Viersaiter, einige sporadische Vokaleinsätze, Ex JJ Grey-Schlagzeuger Anthony ‚AC‘ Cole, bediente neben seinem Parade-Instrument auch beim orientalisch anmutenden Instrumental „Saharan Crossing“ das Saxofon und hatte kurze Lead- und diverse Backgroundvocal-Einsätze.

Am schwersten musste der wild-gelockte Adam Minkoff schuften. Der wechselte ständig zwischen E-Gitarre und Keyboard, zeichnete sich für Harmoniegesänge verantwortlich, wurde als Cole-Ersatz beim o. a. „Saharan Crossing“ beim Drumming hart rangenommen und bewies bei der ersten Zugabe, dem The Impressions-Cover  „Choice Of Colors“, seine Frontgesangsqualitäten. Ein echtes Multitalent!

Höhepunkt war sicherlich das zum Finale des Hauptteils dargebotene, längste Stück,  „The Samanas“, das gegen Ende in einer nahezu psychedelischen Sound-Schlacht endete, bei der Doyle mit am Verstärker wedelnden Gitarrenbewegungen, haarsträubende, bis hin zu Tinnitus-fördernden Tönen erzeugte. Ein einziges infernalisches Klanggewitter! Da war der folgende Zugabenteil trotz des satt groovenden „Work To Do“ und der starken Uptemponummer „Green Light Girl“, bei dem Doyle nochmal auf der E-Gitarre solierte und brillierte, der reinste Erholungstrip.

Insgesamt ein gelungener Abend mit einem recht introvertierten Künstler Doyle Bramhall II, den man als Liebhaber von guter Rockmusik und Konzertbesucher einfach mal gesehen und gehört haben muss!

Line-up:
Doyle Bramhall II (Lead vocals, electric guitar, vocals)
Ted Pecchio (Bass, vocals)
Anthony ‚AC‘ Cole (Drums, saxophone, vocals)
Adam Minkoff (Electric guitar, keys, drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Doyle Bramhall II
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Band Of Friends – 05.05.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Blues Rock-Legenden-Time im Schwarzen Adler zu Rheinberg! Der mittlerweile stramm auf die Siebzig zugehende Gerry McAvoy hatte mit seiner, seit 2012 bestehenden Formation Band Of Friends, mit dem wuchtigen Marcel Scherpenzeel und Drummer-Urgestein Ted McKenna (Alex Harvey Band, Rory Gallagher, Gary Moore, Michael Schenker Group) im Vierbaumer Blues Rock-Tempel, Halt gemacht.

Aber ähnlich wie auch bei Hundred Seventy Split mit u. a. Gary Lyons vor ein paar Monaten, war hier ebenfalls absolut kein gemütlicher Alt-Herren-Abend angesagt, sogar ganz im Gegenteil, McAvoy & Co. bluesrockten mit einer Energie und Dynamik, von der sich viele Jungtruppen unserer Zeit (egal welchen Genres), gleich mehrere Scheiben abschneiden können.

Ich habe McAvoy das letzte Mal vor ewigen Zeiten live gesehen und zwar im Rahmen eines zweitägigen Rockpalast-Festivals auf der Loreley (mit u. a. Molly Hatchet, The Band und Lynyrd Skynyrd), als er für Nine Below Zero, zu Ehren seines langjährigen, berühmten Bandkollegen Rory Gallagher, in seiner unnachahmlichen Art, den Bass zupfte. Apropos Rory Gallagher: Band Of Friends wurden ja von Gerry ins Leben gerufen, um sich dem Songkatalog des 1995 verstorbenen Irens wieder intensiver widmen zu können, aber auch gleichzeitig eigenes Material zu entwickeln.

So ging es mit „The Man I Am“ von ihrem aktuellen Studio-Album „Repeat After Me“ mit der vollen Blues Rock-Seite zum Auftakt in den zweiteilig angelegten Set, um dann das ebenfalls gut mitgehende Ü40/50-Publikum, mit einem fetten Rory Gallagher-Brett, bestehend aus launigen Tracks wie u. a. „The Last Of The Independance“, „Shin Kicker“, „Follow Me“ (mit schönem Southern E-Solo von Scherpenzeel), „Moonchild“, „Philby“ und dem für mich überragenden „Do You Read Me“ (mit herrlichem ‚Leisespiel‘-Bridge von Scherpenzeel und McAvoy im Solo-Part) bestens in Stimmung zu bringen. Beim melodischen BOF-Stück „Homeland“ bewies Gerry neben seinen fulminanten Entertainer- und Bass-Spiel-Qualitäten, auch sein Talent als Leadsänger. Dieser Track war der einzige, der auch ohne intensive E-Gitarren-Solo-Passage punktete, und den 1. Set abschloss.

Nach einer knappen halben Stunde Pause ließ auch der zweite Abschnitt nicht in seiner Intensität nach. McAvoy erstickte jeden aufkommenden Anflug von Alters-Müdigkeit im Auditorium sofort im Keim. Er pushte, was das Zeug hielt, rannte ins Publikum und bat sogar eine blonde Dame zum Tanz auf die Bühne. Dazu kamen zu den Songenden oft launige Erweiterungs-Finishes, wo er McKenna nochmals ordentlich die Drums beackern ließ. Lediglich der überragende Slow Blues „A Million Miles Away“ (aber auch da animierte er zum Mitsingen) gab mal Gelegenheit zum Durchatmen. Mit „Bad Penny“ und dem überragend gespielten „Shadow Play“ gab es am Ende kein Halten mehr.

Die vom Publikum mit lauten Rufen und Gesängen eingeforderten Zugaben wurden dann mit einer starken Version von u. a. „Bullfrog Blues“ erhört, bzw. bedient, Scherpenzeel war hier von der ansonsten, auch für Gallagher typischen, abgewetzten Stratocaster, mal auf eine Telecaster umgestiegen.

Insgesamt war der Gig der Bands Of Friends eine höchst unterhaltsame, dynamische und temperamtvolle Angelegenheit (wie man es auch an den tollen Bildern von Gernot Mangold unten in der Galerie nochmal nachvollziehen kann). Das Trio um Gerry McAvoy hatte merklich, richtig Bock zu spielen, und dies übertrug sich natürlich absolut positiv auf alle Beteiligten. Auch die Akustik war trotz des powervollen Treibens der Band wieder klasse. Einer der besten Abende, die ich, als eigentlich passionierter Southern Rocker, bis jetzt im Adler erlebt habe. Hut ab, meine Herren Bandfreunde!

Line-up:
Marcel Scherpenzeel (lead vocals, electric guitar)
Gerry McAvoy (bass, lead vocals)
Ted McKenna (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Band Of Friends
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Schwarzer Adler

Chris Stapleton – From A Room Volume 1 – CD-Review

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Ich schreibe ja schon seit mittlerweile fast zwanzig Jahren CD-Reviews und ein Großteil davon war immer dem New Country-Bereich gewidmet gewesen. Ein über die Jahre gefühlter, unterschwelliger Begleiter war Chris Stapleton, zwar nicht rein musikalisch, allerdings auf geschätzt, unglaublich vielen Alben, meist als Co-Songwriter. Und in der Tat hat er ja auch so ziemlich für alles, was Rang und Namen hat, wie u. a. George Strait, Kenny Chesney, Luke Bryan, Tim McGraw und sogar für Popstern Adele als kreativer Ideengeber gewirkt.

Selbst auf dem neuen Jubileumsalbum der ebenfalls preisgekrönten Rascal Flatts, das demnächst hier besprochen wird, hat er mit „Vandalized“ schon wieder seine Finger mit im Spiel. Unterdrückt man mal seine ersten eigenen überschaubaren musikalischen Erfolge als reiner Musiker mit der Bluegrass-Band The SteelDrivers, ging es bei ihm aber erst 2015 mit dem Solo-Album „Traveller“ so richtig los, ja es brach mit den CMA-Awards, als er gleich drei Titel abräumte, fast schon ein richtiger Hype um seine Person aus.

Ob dem kauzigen, eher introvertiert wirkenden  Rauschebartträger der ganze Rummel so recht ist, wird er vermutlich nur selber wissen. „Traveller“ hat mich natürlich ebenfalls begeistert. Diese unaufdringlich instrumentierten Songs mit ihrer Melodik, dem hohen Wiederkennungswert und der starken Stimme des Protagonisten, sind schon wirklich faszinierend. So stieg die Spannung auf den Nachfolger in den letzten Wochen natürlich beträchtlich.

Jetzt ist sein neues Werk mit dem Namen „From A Room – Volume 1“ endlich da. Der Titel ‚Volume 1‘ suggeriert natürlich bereits, dass es weitere Auflagen geben wird und tatsächlich ist auch für Ende des Jahres die nächste Ausgabe geplant.

Was soll man sagen, die Scheibe ist klasse, aber auch von einer ergreifenden Schlichtheit geprägt! Das fängt mit dem nicht sonderlich visuell auffälligen Cover-Artwork an (nicht mal der Titel der Scheibe wurde auf dem Frontbild abgebildet, mit gerade mal neun, kompakt gehaltenen, kurzen Tracks, wurde die Maximalspielzeit einer CD nicht gerade ausgereizt, und die natürlich wieder bestechenden Songs, orientieren sich verständlicher Weise auch am sparsam instrumentierten Erfolgsrezept des Vorgängers.

Der vorab ausgekoppelte Opener „Broken Halos“ erinnert an den Titelsong des Debüts, beim folgenden Schwofer „Last Thing I Needed, First Thing This Morning“ (mit schön quäkender Mundharmonika, klasse Harmoniegesänge von seiner Frau Morgane), der einzigen Fremdkomposition, ist die spannende Frage, ob Chris einen ähnlichen Erfolg, wie einst 1983 Willie Nelson, mit dem Lied erzählen kann.

Kommen wir zu meinem Lieblingsstück: „Second One To Know“ ist der lebende beweis, dass Stapleton auch richtig (southern) rocken kann, klasse hier seine rotzige Stimme und sein E-Gitarren-Solo.  „Up To No Good Livin'“ ist ein steel-getränkter Slow-Waltz, wieder ist der Duettgesang des Ehepaars beeindruckend. ‚Reduktion‘ ist das Stichwort bezüglich des nur mit einer Akustikgitarre und Gesang konstruierten „Either Way“. Hier greift natürlich Stapletons grandiose Stimme, die sich dann auch brillant entfaltet.

Mit Stück 6 „I Was Wrong“ wechselt der Protagonist von der Countryschiene mehr auf die Bluesebene. Ein wunderbarer Slow-Blues voller Atmosphäre, tollen E-Gitarren und ergreifendem Gesang. Hier hast du wirklich, zumindest, was den Song betrifft, nix falsch gemacht, Chris!

Das ruhige „Without Your Love“ hätte auch gut auf Claptons damaliges „Ocean Boulevard 461“ gepasst. Tolle Nummer! Der Countryrock-Blues „Them Stems“ hat ein ähnlich rotzig freches Flair wie die eines Dan Bairds. Macht Laune. Bevor es jetzt zu überschwänglich wird, tritt Chris dann aber wieder auf die Bremse, um sich mit einem dezent introvertiert und psychedelisch-bluesig gehaltenen „Death Row“ wieder in seine Komfortzone zu begeben und gleichzeitig zu verabschieden.

Fazit: Das neue Album von Chris Stapleton „From A Room Volume 1“ ist schon richtig stark, aber nicht unbedingt auch ein Grund, vor Freude einen Doppelsalto mit dreifach angeschlossenem Flickflack zu machen. Bei allem Tamtam, das jetzt vermutlich wieder um seine Person veranstaltet wird, meine ich, dass man hier bei neun Stücken und nicht revolutionär neuer Musik, durchaus den Ball auf angepasster Höhe halten könnte. Und ich spekuliere mal, Chris persönlich wird das, von seinem Typus her, im Innersten, vermutlich auch ähnlich sehen. Trotzdem ist natürlich eine absolute Kaufempfehlung zu attestieren.

Mercury Records (2017)
Stil: New Country

01. Broken Halos
02. Last Thing I Needed, First Thing This Morning
03. Second One To Know
04. Up To No Good Livin‘
05. Either Way
06. I Was Wrong
07. Without Your Love
08. Them Stems
09. Death Row

Chris Stapleton
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Universal Music International

Frankie Ballard – 03.05.2017, MTC, Köln – Konzertbericht

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Eine Fahrt zu Konzerten nach Köln mit ihren verkehrstechnischen Besonderheiten (an vielen Stellen darf man z. B. nicht links abbiegen, abenteuerlich anmutende Parkplatzsuche), ist doch immer wieder schön, besonders, wenn man sich zu den, in dichtbesiedelten Wohngebieten liegenden Clubs, wie in diesem Fall, dem MTC, im Studentenviertel der Stadt, begeben darf.

Man mag es eine glückliche Fügung des Schicksals nennen, als nach mehreren vergeblichen Runden durch das Gebiet, sich plötzlich zwei junge Burschen, direkt vor der Nase, in ihr Auto zur Wegfahrt setzten, und der mitgereiste Fotograf Jörg Schneider und meine Wenigkeit sich dann in die enge Parklücke quetschen konnten.

Es war unser/mein erster Besuch im schlauchförmigen MTC-Club, der mich dann irgendwie an eine etwas verengte und etwas düstere Variante des ebenfalls nicht weit weg liegenden Luxors erinnerte. Nach und nach füllte sich die Location und als um 21:00 Uhr etwas unverhofft eine junge hübsche Dame, namens Marla, sich mit ihrer Akustikgitarre auf den bereitstehenden Barhocker vors Publikum setzte, hatten sich für einen Mittwoch in der Woche, geschätzt, gute 150 Zuschauer, für den eigentlichen Hauptact, den New Country Rocker Frankie Ballard, eingefunden.

Das langhaarige Mädel aus dem schönen Heidelberg ‚melancholierte‘ dann eine knappe halbe Stunde englisch gesungene Songs, aber im Stile und mit der Nonchalance einer französischen Liedermacherin/Chanteuse. Da das Anliegen der Reise jedoch nicht ‚Verliebt in Paris‘, sondern eher ‚Hungrig auf Nashville‘ war, ist man dann doch irgendwann froh gewesen, als Frankie Ballard inklusive ’seiner Jungs‘ Eddie Robinson, Travis McNabb und Robbie Harrington, mit dem launigen Opener „Drinky Drink“ die Bude ordentlich in Schwung brachte. Die Stimmung war von Beginn an bis zum Ende prächtig.

Das lag nicht zuletzt an der instrumentellen Qualität der beteiligen Burschen, ihrem agilen Auftreten, dem tollen Songmaterial (plus sehr stark interpretierter Covernummern wie u. a. „Folsom Prison Blues“ – Johnny Cash, „L.A. Woman“ – The Doors, „Hound Dog“ – Elvis, „You’ll Accomp’ny Me“ – Bob Seger) und natürlich auch an der mitnehmenden, freundlichen und humorvollen Führungsqualität des immer noch lausbubig wirkenden Protagonisten samt seiner tollen Stimme.

Frankie präsentierte im weiteren Verlauf unterhaltsame, kurzweilige, immer melodische Stücke aus dem eigenen Fundus seiner drei bisherigen Werke wie „Young & Crazy“, „Little Bit Of Both“, „Tell Me You Get Lonely“, „Wasting Time“, „It All Started With A Beer“ (die beiden letztgenannten Lieder mit Frankie an der Akustikgitarre), „Cigarette“, „Helluva Life“, „Good As Gold“ und „El Camino“, wobei man an der Setlist deutlich sieht, dass man sich naturgemäß vordergründig auf sein aktuelles Album „El Rio“ konzentrierte.

Wie bereits erwähnt, ein tolles Kollektiv dieses Quartett. Ballard überzeugte mit seinem rauchigen Gesang, guter und variabler Gitarrenarbeit sowie seiner aufs Publikum eingehenden und kommunikativen Art. Das kam hervorragend an. Der schlaksige Eddie Robinson beeindruckte mit vielen filigranen Fills und Soli, besonders klasse war’s, wenn er mit seinem Glasröhrchen zum Sliden ansetzte. Herrlich auch immer, wenn sich die beiden Gitarrenkönner zu den Southern Rock-typischen Twins ‚vereinten‘. Die Rhythmusfraktion mit Kraftpaket McNabb und Harrington, polterte, pumpte und groovte, was das Zeug hielt.

Mit der fulminanten, southern-rockigen Version von „Sunshine & Whiskey“ von gleichnamiger CD (erneut grandiose E-Gitarren von Robinson und Ballard) zum Abschluss des Hauptteils und der tosend eingeforderten Zugabe „You Could’ve Loved Me“ (wunderbare semi-akustische Ballade) verabschiedeten sich Ballard & Co. nach tollem Gig, wobei der Protagonist es nicht versäumte, am Ende auch noch ausgiebig Autogramme am Bühnenrand zu verteilen. Insgesamt somit eine fantastische Gesamtleistung von Frankie Ballard und Band! Er hat an diesem Abend hier sicherlich viele Freunde gefunden. Und auch die gute alte Domstadt am Rhein war deshalb mal wieder ihre Reise wert…!

Line-up:
Frankie Ballard (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, percussion)
Eddie Robinson (electric guitar, slide guitar, vocals)
Robbie Harington (bass, vocals)
Travis McNabb (drums)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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The Regulators – Same – CD-Review

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1992, als die noch amtierenden bekannten Southern Rock Bands, aus vielerlei Gründen (aufblühende Popularität des Synthesizers, Druck der Plattenfirmen in Richtung Mainstream, aufkommende Konkurrenz-Stile wie u. a. Grunge, Sleaze Rock, personelle Veränderungen)  gehörig daran zu knabbern hatten, ihr Musik-Genre halbwegs gewinnträchtig am Laufen zu halten und dabei ihre Fan-Gemeinschaft nicht vollständig zu vergrätzen, brachte ein Sextett aus Huntington Beach, Süd-Kalifornien, relativ unbemerkt ihr Debüt heraus. Und dies direkt mit einem Major-Kontrakt im Rücken. Ein Grund, die Scheibe wurde zunächst nur für den amerikanischen Markt produziert und war hier damals demnach sehr schwierig zu beziehen.

Die sechs Herren Clifford Smith (lead vocals , harmonica), Jimi Hughes (acoustic and electric guitars, keys, bgv), Johnny Barnes (acoustic and electric guitars, bgv), Bobby Bird (acoustic and electric guitars), Randy Smith (bass, bgv) und Mark Aceves (drums, percussion, bgv) präsentierten sich im südstaatlich klassischen 3er-Gitarren-Line-up und erzielten mit ihrem Erstling einen hochwertigen, launigen Kompromiss, Southern Rock, im Rahmen der damaligen Begebenheiten, eine Frischzellenkur zu verabreichen.

Auch wenn das JFK-Attentat bereits zu diesem Zeitpunkt thematisch ausgelutscht erschien, kann der treibende Opener „Trouble In Dallas“ mit seinen krachenden E-Riffs und schönem Solo musikalisch punkten. „Outskirts“ brodelt und stampft in Skynyrd-mäßiger Tradition. Mit „Let It Ride“ lässt man Marshall Tucker Band-Ingredienzien mit Outlaws-typischen Vokal-Harmonien wie zu besten Zeiten wunderbar verschmelzen, toller Song.

„Good To Go“ versucht ein wenig, sich an ZZ Tops  einstigen „Eliminator“-Erfolgskonzept zu berauschen, klasse hier das Honkytonk-Piano, diesmal in der eher seltenen E-Variante. Überhaupt kommt die Scheibe mit recht wenig Keyboard-Anteilen aus, der ungeliebte Synthesizer bleibt, für ein Major-Projekt in dieser Ära, sogar erfreulicher und erstaunlicher Weise, ganz außen vor.

Hymnen-Charakter hat die Ballade „Last Chance“, die wieder viel Outlaws-Esprit aufweist, Clifford Smiths Gesang erinnert tendenziell an Hughie Thomasson. Hätte man vielleicht mit einem Gitarrenfinish noch ergänzen und am Schluss platzieren können. Das befreiende „Lay Down Your Money“ ist ein shuffliger Gute-Laune-Rocker, bei dem der Titel zum Mitgrölen animiert.

Mit das größte Hitpotential hatte vermutlich der „Texas Lawman“, ein herrliches Duett hier von Smith mit dem raunzenden Gastssänger Marq Torien. Die größte Aufmerksamkeit erzielten aber zwei der folgenden Tracks: Zum einen gelangte „Need For Speed“, bei dem die spielerische Gangart wirklich die Bezeichnung  ‚Nomen est Omen‘ verdient, in den Film „Kuffs“ (Ein Kerl zum Schießen) mit Christin Slater in der Hauptrolle und das groovige, mit einer satten Horn-Section unterstützte „Whiskey Fever“ in den Kinohit „Under Siege“ (Alarmstufe: Rot) mit Steven Seagal.

Das launige, poltrige „The Boys Are Goin‘ Out“ und die Bad Co.-Covernummer „Circles“ zum Ausklang, fallen unter die Rubrik ‚angenehmes Beiwerk‘. Aus meiner Sicht ein tolles, kurzweiliges Album mit jeder Menge filigraner und quirliger E-Gitarren, auch inklusiver Twin-Parts, neben dem einstigen Debüt von Copperhead (mit Neil Carswell) mit die unverhoffte Überraschung des damaligen Jahres.

Nur ein Jahr später, 1993, kam es dann allerdings knüppeldick für die Band. Die beiden markantesten Figuren (auch was das Songwriting anging), Jimi Hughes (bei einer Rauferei vor einem Hotel erschossen) und Clifford Smith (exzessive Lebensweise) verstarben unerwartet. Man versuchte 1998 mit veränderter, teils prominenter Neubesetzung (u. a. Ronnie Farrell und Asphalt Ballet-Fronter Gary Jeffries –  vom Original-Line-up waren nur noch Johnny Barnes und Randy Smith dabei) schlicht unter etwas reduzierter Firmierung ‚Regulators‘ mit dem Album „Bar & Grill“ (später noch mal modifiziert als „Above The Law“ herausgebracht) ein Comeback.

Dies ließ, vom Stil her, den Sound und Spirit der einstigen Truppe durchaus wieder aufleben, enthielt auch mit der Jimi Hughes-Hommage „Sweet Sustain“ eine echte Genre-Hymne (viele SR-Hardliner werden es insgesamt, aufgrund des raueren und weniger kommerziell angelegten Grundschemas, vermutlich sogar besser finden),  konnte, meiner Ansicht nach, aber gesanglich sowie von der Leichtigkeit und Eingängigkeit der Songs, nicht mit dem Erstling mithalten. Die Band (erneut personell verändert) rief sich im neuen Jahrtausend mit ein paar sporadischen Auftritten mal kurzzeitig in Erinnerung, ist aber sonst bis zum heutigen Tage nicht mehr großartig in Erscheinung getreten.

Polydur Records (1992)
Stil: Southern Rock

01. Trouble In Dallas
02. Outskirts
03. Let It Ride
04. Good To Go
05. Last Chance
06. Lay Down Your Money
07. Texas Lawman
08. Need For Speed
09. Boys Are Goin‘ Out
10. Whiskey Fever
11. Circles

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Cale Tyson – Careless Soul – CD-Review

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Der Rolling Stone führte ihn im Herbst 2014 unter den ’10 New Artists You Need to Know‘ und charakterisierte seine Musik als „old school, sad-bastard outlaw country for a new generation of excited country fans“. Auch das prominente Blatt The Guardian titelte begeistert über den jungen, aus Forth Worth stammenden Texaner “A traditionalist for the future”.

Mittlerweile liegt mir Cale Tysons zweites Album „Careless Soul“ zur Rezension vor, und in der Tat, traditionelle Countrymusik, wird hier, mit all ihren Facetten von einst, wirklich groß geschrieben. Für mich, um es zuzugeben, der lieber die rockigen Variationen des Country bevorzugt, eher gewöhnungsbedürftiger und schwieriger Stoff.

Tyson hat sich dazu mit gestandenen Musikern wie Jeremy Fetzer, Pete Lindberg, Skylar Wilson, Brett Resnick, David Hood, Jon Radford, Dan Knobler und Michael Rinne in die berühmten Fame Studios in Muscle Shoals, Alabama, begeben. Hinzu kommen noch eine Horn Section, ein String Quartett sowie diverse Backgroundsänger/-innen (u. a. Caitlin Rose). Michael Rinne (Emmylou Harris, Rodney Crowell) hat das Werk produziert.

Und so fühlt man sich beim Hören von Tysons Eigenkompositionen auch wie in die Sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückversetzt. Eine Mischung aus Country im Stile der großen Meister (Johnny Cash/Hank Williams  z. B. bei „Dark Dark“, manchmal mit ein wenig Bakersfileld-Touch („Easy“, „Railroad Blues“), Waltz-artige, Melancholie-getränkte Schwofer („Somebody Save Me“, Traveling Man“) und ein paar Schunkler (High Lonesome Hills“), wie man sie vermutlich in den damaligen Dancehalls und Honkytonks vorgesetzt bekam, garniert mit etwas Soul („Staying Kind“, „Some Love A Woman“), teilweise an Sachen aus der Phil Spector-Ära erinnernd („Careless Soul“), und ein wenig Blues („Pain In My Heart“).

Cales Stimme und Brett Resnicks weinende, wimmernde und leiernde Pedal Steel (ohne dabei allerdings aufdringlich zu wirken), setzen naturgemäß die markantesten Akzente auf diesem Silberling.

Die zweite Scheibe von Cale Tyson „Careless Soul“ ist Wasser auf die Mühlen der Anhänger von Countrymusik der guten alten Schule. Interpreten wie u. a. Dwight Yoakam und J.P. Harris würde ich in etwa als ungefähre zeitgenössische Bezugsgrößen hier anführen. Der Bursche wird im Mai in Kürze zu drei Terminen auf Bühnen in unserem Lande vorstellig, darunter auch am 08.05.2017 in unserer geliebten Kulturrampe in Krefeld (siehe dazu auch unsere Konzert-Tipps).

Clubhouse Records (2017)
Stil: Country

01. Staying Kind
02. Somebody Save Me
03. Careless Soul
04. Easy
05. Traveling Man
06. Pain In My Heart
07. Railroad Blues
08. Dark Dark
09. High Lonesome Hill
10. Gonna Love A Woman
11. Pain Reprise
12. Ain’t It Strange

Cale Tyson
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H’ART Musik-Vertrieb GmbH

Thorbjørn Risager & The Black Tornado – 27.04.2017, Piano, Dortmund – Konzertbilder

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Thorbjørn Risager & The Black Tornado im Rahmen ihrer neuen CD „Change My Game“ zu Gast im vollen Dortmunder Musiktheater-Piano.

Unser Fotograf Peter Schepers war angesichts der spektakulären Leistung der Dänen, die er bis dato nicht kannte, absolut begeistert.  Seine, wie immer, auf den Punkt gebrachten Schnappschüsse des in zwei Sets geteilten Konzerts, diesmal hier bei uns in einer unten angefügten Bildergalerie.

Line-up:
Thorbjørn Risager (lead vocals, guitar)
Peter Skjerning (guitars, vocals)
Emil Balsgaard (Keys)
Søren Bøjgaard (bass)
Martin Seidelin (drums, percussion, vocals)
Hans Nybo (saxophone, vocals)
Peter W Kehl (trumpet, percussion, vocals)

Bilder: Peter Schepers

Thorbjørn Risager & The Black Tornado
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Musiktheater Piano
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