Walter Trout – 26.10.2017, Zeche, Bochum – Konzertbericht

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Nachdem die Anreise zur Zeche Bochum aufgrund von Staus und Umleitungen länger als gewohnt gedauerte hatte, war ich dann doch noch nach über zwei Stunden Anfahrt (für ca. 70 km!) auf die letzte Minute um kurz nach 20 Uhr in der proppevollen Zeche angekommen und konnte mir noch mit Mühe einen Platz in der zweiten Reihe ergattern.

Zehn Minuten später betrat dann der Altmeister unter dem Jubelgeschrei der zahlreichen Fans zusammen mit seinen Musikern Sammy Avila (keyboards), Danny Avila (Bass) und Michael Leasure (drums) die Bühne und heizte dem Publikum von Beginn an kräftig ein (u. a. auch mit den älteren Songs „Cold Cold Feeling“ und „Put It Right Back“).

Danach gab’s neues Material vom aktuellen Album „We’re All In This Together“. Auf „Got Nothing Left“ folgte dann mit „Blues For Jimmy T.“ eine Reminiszenz an seinen, wie er selbst sagt, Mentor und LehrmeisterJohn Mayall, eine tolle Bluesnummer über Walter Trouts besten, aber vor einigen Jahren verstorbenen, Freund.

Zuvor holte sich Walter aber noch Dennis Zabienski, einen Gelsenkirchener Gitarristen, auf die Bühne, um mit ihm gemeinsam den B. B. King Klassiker „The Thrill Is Gone“ zu zelebrieren. Von Walter Traut wurde Zabienski als als junges Blues-Talent angesagt, das er schon seit dessen Kindertagen kennt. Der junge Gitarrist legte dann tatsächlich eine Performance hin, die sich hören und sehen lassen konnte. Man darf durchaus gespannt sein, was es von ihm in Zukunft noch so alles zu Hören geben wird.

Der Rest des Konzertes lief dann gewissermaßen unter Familentreffen, da nun auch Walter Trouts Sohn Jon die Bühne betrat und kräftig mitmischen durfte. In „Do You See Me At All“ vom neuen Album lieferte er sich ein wahres Gitarrenduell mit seinem Vater. Im sich anschließenden Titeltrack des Albums „We’re All In This Together“ setzte sich sodann Jons förmlich explodierende Spielfreude fort.

Besinnlich wurde es, als Walter Trout über seine schwere Lebererkrankung und anschließende Lebertransplantation sprach. Seine damaligen Sorgen und Ängste hatte er nach seiner Genesung auf dem Album. „The Battle Scares“ verarbeitet, von dem er das nachdenkliche Stück „Please Take Me Home“ mit Sohn Jon an der Akkustikgitarre spielte. Und natürlich versäumte er es nach dem Song nicht, leidenschaftlich für Organspenden zu werben.

Mit „Going Down“ ging dann das Konzert nach knapp zwei Stunden ohne Pause zu Ende. Herausragend hier Sammy Avilas Sohn mit einem minutenlangen, virtuosen Bass-Solo und einem ebenso beeindruckenden, wilden Schlagzeugsolo von Micheal Leasure. Ein perfekter Abschluss für ein grandioses Konzert mit einem Walter Trout in bester Spiellaune! Kaum zu glauben, dass dieser Mann vor noch nicht allzu langer Zeit mit dem Tod gerungen hat.

Bei dem lautstarken Verlangen des Publikums nach einer Zugabe ließen sich Walter Trout und seine Mannen nicht lange bitten und kehrten unter tosendem Beifall auf die Bühne zurück. Das ruhige „Amazing Grace“ bildete dann in der 15 minütigen Zugabe den Einstieg in den wilden Chuck Berry Rock’ n Roll-Klassiker „Little Queenie“, der vom Auditorium nach Animation von Walter Trout minutenlang inbrünstig mitgesungen und abgefeiert wurde.

Welch ein grandioses Konzert! Schade, dass es gefühlt viel zu schnell endete! Es war Walter Trout at his best!

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, electric guitar)
Danny Avila (bass)
Michael Leasure (drums, vocals)
Sammy Avila (keys, vocals)
Special guests:
Jon Trout (electric guitar, vocals)
Dennis Zabienski (electric guitar)

Bericht und Bilder: Jörg Schneider

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Carly Pearce – Every Little Thing – CD-Review

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Kann man dieser jungen Dame die Tür vorm Kopf zuschlagen? Wenn die bildhübsche, langhaarige, brünett-gesträhnte Carly Pearce einem, samt ihrer braunen Knopfaugen, mit verklärten Blick in luftigen Sommerkleidchen, auf dem Cover ihrer neuen CD „Every Little Thing“ entgegenblickt, dürften ihr, nicht nur meines, sondern eigentlich auch der überwiegende Teil aller anderer Männerherzen, mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit entgegenfliegen. Irgendwo stellt man dann doch immer wieder fest, dass man scheinbar ein Opfer seiner urgenetischen, bzw. evolutionär bedingten Veranlagungen ist…

Und doch wurden der 27-jährigen, aus Taylor Mill, Kentucky stammenden Singer/Songwriterin in Nashville die entscheidenden Zugänge (und die sind ja auch dort immer noch meist in Männerhand) in Sachen Karrieresprung, lange Zeit verwehrt, sodass sie schon eine Rückkehr in die Heimat erwägte. Dabei galt Carly lange Zeit als eines der vielversprechendsten Talente im Countrygeschäft. Schon mit elf Jahren war sie Kopf einer eigenen Bluegrass-Band und hatte später ein festes Wochen-Arrangement in Dolly Partons Themenpark Dollywood.

Erst als sie, mittlerweile sogar wieder einer bürgerlichen Arbeit zum Lebenserhalt nachgehend, den von Danielle Bradberry performten Song „Dance Hall“ im Radio hörte, der eigentlich auf ihrem, bei Sony nicht veröffentlichten Debüt erscheinen sollte, packte die Musikerin nochmals der Ehrgeiz. Die entsprechende Unterstützung bekam sie dann endlich auch von Pete Fisher, dem Chef der Grand Ole Opry, der ihr mit einem Auftritt in benannter Kultstätte dann auch den Weg bis zu ihrem Plattendeal bei Big Machine Records ebnete.

Das schwergewichtige Label in Sachen New Country überließ auf ihrem Erstling „Every Little Thing“ dann nichts dem Zufall und stellte ihr mit dem Hitproduzent/Songwriter/Musiker Michael James Ryan Busbee (= busbee – u. a. Christina Aguilera, Pink, Maren Morris, Gwen Stefani, Shakira, Keith Urban, Lady Antebellum), namhaften Songwritern wie u. a. Hillary Lindsay, Nathalie Hemby, Ashley Gorley, Luke Laird, Barry Dean, usw. und den bewährten Nashville-Musiker-Koryphäen wie Ilya Toshinsky, Carl Miner, Derek Wells, Eric Darken & Co. ein überaus schlagkräftiges Team zusammen.

Carly hat immerhin acht der insgesamt dreizehn Stücke mitgeschrieben und somit, nebst ihres angenehmen Gesangs in Richtung von Kolleginnen wie LeAnn Rimes, Chely Wright, Rosanne Cash (manchmal versprüht ihre Stimme aus meiner Sicht auch etwas Esprit einer Christine McVie), einen nicht unerheblichen Anteil am Gelingen dieses durchgehend ansprechenden Werkes beigetragen.

Mit ihrer Bluegrass-Vergangenheit hat die neue Scheibe natürlich nur ganz wenig bis gar nichts mehr zu tun. Durch die Einbindung von Instrumenten wie Steel, Dobro, Mandoline und schön klar gespielter Akustikgitarren wurde, bei aller Radiotauglichkeit der meisten Tracks, von Produzent busbee doch auf die Einhaltung eines gewissen ‚organischen‘ Ambientes geachtet und auf die zur Zeit üblichen Effekthaschereien einiger erfolgreicher Vertreter des Genres wohltuend verzichtet.

Das Album und auch das gleichnamige Titellied haben in den Billboard-Charts bereits Top-5 Positionen erklommen. Zu meinen weiteren Favoriten auf dieser abwechslungsreichen Scheibe gesellen sich noch Kompositionen wie die ruhigen „If My Name Is Whiskey“  und „I Need A Ride Home“ (beide mit schöner Dobro, Pianountermalung), aber auch sehr eingängige flockige Nummern wie „Everybody Gonna Talk“ (mit tollen E-Gitarren), das farbenfrohe „Color“ (Fleetwood Mac-Flair), „Doin‘ It Right“ (blecherndes Banjo), das poppige euphorische „Feel Somethin'“ (Powerrefrain, Harmoniegesänge) oder danach das konträr dazu wunderbar melodische, herzzerreißende „You Know Where To Find Me“.

Das Debüt von Carly Pearce „Every Little Thing“ ist ein äußerst empfehlenswertes Album geworden, nicht zuletzt auch aufgrund eines guten Fingerspitzengefühls ihres Produzenten busbee, der hier mit feinem Blick für kleinste musikalische Details, zu punkten weiß. Für Werke dieser Qualität von Künstlerinnen ihrer Güte, werden somit die Türen im Sounds Of South immer geöffnet sein…!

Big Machine Records (2017)
Stil: New Country

01. Hide The Wine
02. Careless
03. Every Little Thing
04. Everybody Gonna Talk
05. Catch Fire
06. If My Name Was Whiskey
07. Color
08. I Need A Ride Home
09. Doin‘ It Right
10. Feel Somethin‘
11. You Know Where To Find Me
12. Honeysuckle
13. Dare Ya

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Jonny Lang – 23.10.2017, Gloria, Köln – Konzertbilder

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Wenn man das Cover der letzten CD von Jonny Lang betrachtet, wirkt er dort ruhig, nachdenklich und etwas tagträumerisch. Doch wenn man ihn im rappelvollen Gloria auf der Bühne erlebt, ist er ganz anders: wild, leidenschaftlich und hingebungsvoll.

Er ist zweifellos einer der besten Live-Performer und ein Top-Gitarrist, zudem hat er eine schöne, sehr markante, als auch rauchige Stimme. Mal steht er relaxt am Mic und singt ruhig, um gleich darauf wieder seine explosionsartigen Soli loszulassen. Es steckt pure Leidenschaft in ihm für den Blues und das Gitarrenspiel.

Im Rahmen seines neuen o. a. Werkes „Signs“ präsentierte er Tracks wie das gleichnamige Titelstück, „Snakes“, „Last Man Standing“ oder „Bring Me Back Home“, aber auch Sachen wie das Muddy Water-Cover „40 Days And 40 Nights“ oder ältere Songs der Marke „Lie To Me“, „Rack Em Up“, „A Quitter Never Wins“ und „Red Light“.

Line-up:
Jonny Lang (lead vocals, guitars)
Zane Carney (guitars, vocals)
Tyrus Sass (keyboards)
James Anton (bass, vocals)
Barry Alexander (drums)

Bilder und Eindrücke: Peter ‚Beppo‘ Szymanski

Jonny Lang
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Gloria Köln
Peter ‚Beppo‘ Szymanski

Ted Z And The Wranglers, 20.10.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Als eine der letzten Stationen ihrer ersten Europatournee machten Ted Z And The Wranglers in Krefeld halt. Bevor es bald zurück nach Costa Mesa, Kalifornien, geht, heizte die Truppe die Kulturrampe mit ihrem Qutlaw-Country mächtig auf. „Pille“ Peerlings versprach bei der Ankündigung der Band einen begeisternden Abend und behielt damit Recht. Unterbrochen von einer kurzen Pause präsentierte die Band zwei Sets, die es in sich hatten.

Das neue „Guest On Sunday Morning“ eröffnete den Abend. Danach folgte mit „Tightrope“ ein starkes Stück von dem ersten Longplayer „My Blood´s Still Red“ (2013), das von der Struktur und dem Gesang an Green On Red erinnert. Der langsamen Ballade „San Antoine“ steuerten Rachel Perry und Bassist Trevor Walton den Harmoniegesang bei. Bereits hier deutete sich die Extraklasse des Gitarristen Harrison Moore an. Der junge Mann, der mit seiner Baseball-Kappe direkt einem Manga entsprungen zu sein schien, überzeugte während des gesamten Konzerts mit seiner Fingerfertigkeit in allen Bereichen: ob beim Slide-Spiel, beim Picking oder bei rockigen Riffs. Wenn es Gerechtigkeit im Musikbusiness gäbe, müsste er zu einem der ganz Großen werden.

Ein Höhepunkt des ersten Sets war „Like A King“, Titelstück der zweiten EP der Band aus dem Jahr 2014. Der schnelle, staubtrockene Country-Song mit dem von Ted Z genölten Refrain ging direkt ins Tanzbein. „Lovin Blues“ rollte mit schönen Picking-Einlagen hinterher. Anschließend widmete Ted Z mit „Wiskey“ seinem Lieblingsgetränk einen Song. Während des Slide-Gitarrensolos von Harrison Moore brachte der Frontmann mit Stampfeinlagen ausdrucksstark Bewegung auf die Bühne. Bei „Cornerstore“ ergänzten sich die beiden elektrischen Gitarren von Rachel Perry und des Lead-Gitarristen prima. Die weibliche Stimme in den Harmoniegesängen wertet viele Songs nochmal auf. Besonders gelungen war der mehrstimmige Einstieg in „Johnny“, in dem ein tragischer Konflikt zweier Brüder thematisiert wird. Beim wunderschönen „Go Find Your Heaven“ stimmte dann auch – aufgemuntert durch Ted Z – das Publikum in den Refrain ein.

Tiefe Gitarrenklänge bereiteten das rockige „Setting Sun“ vor. Während „Bottles And Barrooms“ zum Schunkeln einlud, setzte „Kansas“ mit stampfendem Sound, abwechselndem Spiel der E-Gitarren und einer Lichtshow mit allem, was die Rampe hergibt, ein Ausrufezeichen zum Ende des ersten Sets.

Das zweite Set war insgesamt temporeicher angelegt. Mit schönem Slide-Intro nahm „Joseph Radcliff“ die Fahrt wieder auf. „Postcard“ setzte sie ungebrochen fort. Nach „Hold On“, das Erinnerungen an Tom Pettys „Wildflowers“-Album aufflackern ließ, folgte das langsame und bislang unveröffentlichte „Desiree“. Zu meinen Favoriten im Repertoire von Ted Z zählt „Shoot Em Up“, das Assoziationen zu Jason Ringenberg weckt. Harrison Moore zeigte hier wieder seine genialen Fähigkeiten an der Gitarre – diesmal mit härteren Riffs.

Das wehmütige „Ghost Train“ von der gleichnamigen CD (2015) wurde von Thor Fay am Schlagzeug und seiner Percussion treffend untermalt. Bei dem kraftvollen Rocker „Southland“ legte Ted Z einige Shuffle-Schritte aufs Parket. Das langsame Duett mit Rachel Perry „Sweet Loretta“ gönnte dem Publikum eine kurze Verschnaufpause, bevor mit „Rambler“ wieder Bewegung in die Menge kam. Der Song „Virginia“ – mit gelungenem Harmoniegesang – steigerte seine Geschwindigkeit und bereitete so auf den Boogie „Ball and Chain“ vor. Während des abschließenden Songs erfolgte die Vorstellung der Band.

Die Zuhörer bedachten die Musiker mit langem Applaus, sodass die Band als Zugabe noch „Trouble“ spielten. Zuvor vergewisserte sich Ted Z aber, dass keine Kinder im Saal anwesend waren, da der Text des Liedes nicht ganz jugendfrei ist. Ted lobte das Publikum als „bestes“ aufgrund von zwei Umständen: Die Leute würden so gut aussehen und vor allem seien sie zum Konzert gekommen.

Der freundliche und charismatische Ted Zakka hat neben Rachel Perry drei Wrangler zusammengetrieben, die trotz ihres jugendlichen Alters den Auftritt professionell gemeistert haben. Besonders hervorzuheben ist Gitarrist Harrison Moore, der mit seinem Spiel nicht nur mich, sondern auch Daniel und Gernot, die nun ja wirklich schon viele Virtuosen gesehen haben, zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Der abwechslungsreiche Auftritt von Ted Z And The Wranglers hat meine Erwartungen übertroffen. Wenn überhaupt etwas zu optimieren ist, dann hätte im ersten Set die eine oder andere Uptempo-Nummer eingestreut werden können. Wirklich vermisst habe ich nur „Afraid Of Dying“, das gefühlvolle Titelstück der ersten EP, die mittlerweile ausverkauft ist.

Line-up:
Ted Zakka (vocals, acoustic guitar)
Rachel Perry (electric guitar, vocals)
Harrison Moore (electric and slide guitar)
Trevor Walton (bass, vocals)
Thor Fay (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Michael Segets

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Jessy Martens & Band – 19.10.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Die aufstrebende Blues Rock-Röhre Jessy Martens zum Tourstart im Schwarzen Adler! Ich hatte persönlich, was Reviews angeht, bisher noch keine Gelegenheit, mich mit dem pfiffigen Energiebündel aus Hamburg und ihrer Band auseinanderzusetzen. Bekannt war mir bis dato nur ihre CD „Break Your Curse“. Ihr brandaktuelles Album „Tricky Thing“, das durch den werten Kollegen Jörg Schneider vor kurzem beleuchtet wurde (dazu gab es ja auch noch ein bereits abgeschlossenes Gewinnspiel), ist mir quasi ‚durch die Finger geglitten‘.

Umso schöner, dass sich jetzt zeitnah für Gernot und mich, die Chance bot, Jessy mal hautnah live zu erleben. Ich hatte zur Vorbereitung natürlich mal in die Soundschnipsel des neuen Werkes, dir mir auf Anhieb gut gefielen, hineingehört. Die ebenfalls fundierte Rezension des geschätzten und kompetenten Kollegen Uwe Plien von der Rheinischen Post, im hiesigen Lokalteil der Zeitung, hatte in mir die Vorahnung aufkommen lassen, einen tollen Abend zu erleben. Selbst Jessica hatte seinen Bericht gelesen und ihn zum Anlass genommen, Uwe, der etwas verspätet dann ebenfalls zugegen war, noch mal explizit in einer Ansage zu loben und sich zu bedanken.

Die Band samt ihrer Musiker Dirk Czuya , Christian Hon Adameit, Markus ‚ Mosch‘ Schröder und dem schlaksigen Drummer Christian Kolf kam, wie nicht anders zu erwarten, zu Beginn ihrer nun folgenden mehrwöchigen Konzertreihe, mächtig motiviert auf die Bühne, um dann das aktuelle Werk in Gänze, was ich sehr vorbildlich finde, im Rahmen eines zweigeteilten Sets, vorzustellen.

Quasi identisch zum Silberling wurde mit „Stronger“ und „Pack Of Lies“ fett losgegroovt sowie kräftig gestampft und wir erhielten direkt einen guten Eindruck ihrer ausdrucksstarken Stimme. Der erste Set mit weiteren Tracks wie „Insanity“, „Hush Now“, „Tricky Thing“ dem überragenden, swampigen „Little Mama Don’t Play“ (Jessy teilweise im Stil einer Gospelsängerin, partiell sogar ohne Mikro, dazu Sing-Interaktion mit Publikum), der Ballade „Darling“ und dem abschließenden „You‘re Not The One I Need“, das sie der vor einigen Tagen an Krebs verstorbenen Piano-Legende Gottfried Böttger widmete (da sang sie ihre Trauer und ohnmächtige Wut regelrecht aus sich heraus), verflog wie im Nu, ein Indiz für einen kurzweiligen und unterhaltsamen Konzertabschnitt.

Auch Part zwei des Gigs, wieder aus acht Songs bestehend, ließ in Sachen Intensität und Spielfreude der Band (die Rhythmusfraktion Adameit/Kolf mit viel Druck, aber auch Gefühl, ‚Mosch‘ Schröder mit variablen Keyboardeinsätzen, der lange Dirk Czuya mit einigen zünftigen Les Paul-Soli) und vokalem Power der Protagonistin, keine Wünsche offen. „Toch My Blues Away“, „Undercover“, „By Your Side“ (herrliche Southern Soul-Ballade), „Fire“ (alle drei wieder vom neuen Album), „Trust Me” (Joe Cocker-Flair), “Brand New Ride” (Jessy bewegt sich singend ins Publikum) und “One Minute Love” hießen die weiteren Stationen, um mit dem stampfenden „Home“ (schön heulende Orgel von Schröder), den Hauptteil zu beenden.

Es war klar, dass das Quintett nicht ohne Zugaben zum Plausch und Verkauf an den Merchandising-Stand entlassen wurde. Und so gab es mit dem rockigen, launigen „Hands Up“ und dem konträr dazu sehr melancholischen, dezent sogar etwas Chanson-artigen Barroom Blues “Giants“, auch wieder von „Tricky Thing“, einen runden Abschluss.

Am Ende ging dann noch das übliche Treiben in Sachen Verkäufe, Autogramme, Smalltalk (wir machten noch unser Bild mit kompletter Band für die Sounds Of South-VIP-Galerie) von statten und der mittlerweile anwesende Uwe Plien bekam von Jessy als zusätzlichem Dank, noch einen dicken Schmatzer auf die Wange verpasst. Kurz-Fazit: Ein gelungener und lohnenswerter Tourauftakt von Jessy Martens und Band im, für einen Donnerstag, gut gefüllten Schwarzen Adler. Absolute Besuchsempfehlung!

Line-up:
Jessy Martens (Lead vocals)
Dirk Czuya (Electric guitar, background vocals)
Christian Hon Adameit (Bass, background vocals)
Markus „Mosch“ Schröder (Keyboards)
Christian Kolf (Drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Jessy Martens And Band
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Schwarzer Adler

Ghalia & Mama’s Boys – Let The Demons Out – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die belgische Bluessängerin Ghalia Vauthier hat den großen Teich überquert und sich im Süden der USA Mitstreiter für ihr neues Projekt gesucht. In Zusammenarbeit mit den Mama’s Boys entstand so „Let The Demons Out“ im Music Shed Studio in New Orleans. Ohne die schwüle Atmosphäre einzufangen, die mit der Stadt und ihrer Musik oftmals verbunden wird, setzt Ghalia eher auf eine kühlere Interpretation ihrer Eigenkompositionen, die mit den klassischen Zutaten des Blues beziehungsweise des Rhythm ’n Blues spielen.

Die Tracks der CD bewegen sich überwiegend im Mid- bis Uptempo-Bereich. Auf der Scheibe finden sich drei lupenreine Boogies. „4am Fried Chicken“ ist ein klassisch gemachter Genrebeitrag, während „Hiccup Boogie“ mit experimentellen Gesangspassagen aufwartet. Beide sind textlich originell: Auf die Idee, Fastfood oder einen Schluckauf zu thematisieren, muss man erst mal kommen. „All The Good Things“, aufgewertet durch die Arbeit von Smokehouse Brown an der Gitarre, ist allerdings der Boogie, der mich am meisten mitnimmt. Ebenfalls einer schnellen Gangart folgt das gleichförmige „Hoodoo Evil Man“.

Unter den Midtempo-Songs prägen sich „Have You Seen My Woman“ und „See That Man Alone” schnell ein. Bei „Press That Trigger“ gefällt das treibende Schlagzeug von Rob Lee und der Einsatz der Mundharmonika von Johnny Mastro. Mastro singt zudem das Duett „Waiting“ zusammen mit Ghalia. In dieses integriert sich, wie auch in „Hey Little Baby“, ein kratziges Gitarrenspiel. „I’m Shakin’“ greift Jazz-Elemente auf und sorgt für Abwechslung auf dem Album. Mit dem Blues „Addiction“ schlägt Ghalia ruhigere Töne an, die instrumental sanft unterlegt sind. Mehr Energie entwickelt das ebenfalls zu den langsameren Titeln zählende „Let The Demons Out“.

Ghalias Stimme besitzt keine besonders einprägsame Klangfarbe, aber genug Varianz, um schöne Akzente zu setzen. Gesangstechnisch liefert die Frontfrau sicherlich eine Leistung auf hohem Niveau ab, dennoch – oder gerade deshalb – will bei manchen Songs kaum Gefühl überschwappen. Die CD wirkt bis ins Detail durchgeplant, als hätte Ghalia sich nicht getraut, ihre Dämonen raus zulassen. „Let The Demons Out“ ist ein unaufgeregtes Album, das technisch souverän eingespielt und von Ghalia Vauthier sowie Dean Zucchero, der auch den Bass beisteuert, sauber produziert wurde.

Ruf Records (2017)
Stil: Blues Rock

01. 4 AM Fried Chicken
02. Let The Demons Out
03. Press That Trigger
04. Have You Seen My Woman
05. Hoodoo Evil Man
06. Addiction
07. All The Good Things
08. I’m Shakin‘
09. Waiting
10. See That Man Alone
11. Hey Little Baby
12. Hiccup Boogie

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Midland – On The Rocks – CD-Review

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Eine Newcomer Band, die momentan in Nashville richtig für Furore sorgt, heißt Midland. Hinter dem Namen verbirgt sich ein texanisches Trio, bestehend aus dem ehemaligen Schauspieler und Calvin Klein-Unterwäsche-Model Mark Wystrach (Gesang – sieht mit seiner amüsanten Rotzbremse ein wenig aus wie eine Mischung aus Tom Selleck und James Coburn zu jüngeren Jahren), dem Video-Regisseur Cameron Duddy (Bass) und dem Gitarristen Jess Carson.

Das Projekt ist eher ein reines Zufallsprodukt. Die drei Protagonisten waren Gäste bei einer Hochzeitsfeier eines gemeinsamen Freundes in einem kleinen Kaff in Wyoming. Im Laufe der Nacht schnappte man sich ein paar Instrumente und da man beim Jammen und Spielen soviel Spaß entwickelte, beschloss man einfach, eine Band zu gründen.

Big Machine Records hat sich die Burschen letztendlich gekrallt und für Midlands Debüt „On The Rocks“ mit Dan Huff, Shane McAnally und Josh Osborne ein Nashville-erprobtes Produzententeam gestellt, wobei die beiden Letztgenannten auch beim Songwriting neben den Jungs stark involviert waren (dazu kommen noch weitere prominente Co-Writer wie Rhett Akins, Jonathan Singleton, David Lee Murphy, Luke Laird und Rodney Clawson).

Auch in Sachen Musikern (diesmal Dan Huff omnipräsent) wurde mit Leuten wie u. a. Derek Wells , Ilya Toshinsky, Paul Franklin, Dan Dugmore, Charlie Judge, Danny Rader, Gordon Mote und Greg Morrow das ganz große Besteck herausgeholt.

Man erhält 13 wirklich wunderschön ins Ohr fließende Countrysongs ohne jeglichen modernen Firlefanz der heutigen Zeit, die aufgrund der Eingängigkeit und Vokal-Harmonien sehr stark im Fahrwasser der von Glenn Frey komponierten Songs der Eagles mit schwimmen. Auch Mark Wystrachs Art zu Singen geht in seine Richtung, wobei hier zudem Leute wie Ronnie Dunn, George Strait oder auch Dwight Yoakam unweigerlich in den Sinn kommen.

Das Center-Stück des Albums ist die vorab ausgekoppelte Single „Drinkin‘ Problem“ (herrlicher Schwofer), die in den Billboard-Charts Platz 3 erreichte und samt Video auf Youtube schon über 18 Millionen mal angeklickt wurde. Die digitale Version des Albums (physikalischer Termin 20.10.2017) hat die Band auf bereits Platz 2 gehievt.

Neben den tollen Melodien und Gesängen sind es immer wieder die vielen kleinen eingestreuten instrumentellen Tupfer, die für erheblichen Zusatz-Genuss sorgen. Da sind z. B. die ganzen starken Bariton- und Twin E-Gitarren, viel weinendes Steel-Geleiere (Dugmore und Franklin), Piano-Geklimper, Bläser beim Tex-Mex Stück „At Least You Cried“ oder Mickey Raphaels Harp beim abschließenden „Somewhere On The Wind“, nur als einige unter vielen Highlights herauszuheben.

Midlands „On The Rocks“ zählt ohne Zweifel zurecht zu den wohl prägnantesten und stärksten Veröffentlichungen des Jahres. Die Scheibe ist eigentlich sowohl für Parties, beim abendlichen Date, zum Cruisen, beim Barbecue im Garten, als auch zum gemütlichen Abhängen auf der Couch, überaus vielseitig geeignet. Ganz großes Kompliment an die Herren Wystrach, Duddy und Carson, davon hören wir gerne noch viele weitere Kostproben!

Big Machine Records (2017)
Stil: New Country

01. Lonely For You Only
02. Make A Little
03. Drinkin‘ Problem
04. At Least You Cried
05. Burn Out
06. Out Of Sight
07. More Than A Fever
08. Check Cashin‘ Country
09. Nothin‘ New Under The Neon
10. This Old Heart
11. Altitude Adjustment
12. Electric Rodeo
13. Somewhere On The Wind

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Ina Forsman – 14.10.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Ina Forsman mit Band im Blue Notez im Rahmen ihrer „Pretty Messed Up“-Tour! Die bezaubernde finnische Frontfrau, die 2014 ihr Heimatland bei der European Blues Challenge vertrat und auch schon mit dem Blues Caravan unterwegs war, ist bekannt für authentische Blues-, Jazz- und Soulmusik, von der es auch an diesem Abend reichhaltige Kostproben gab.

Line-up:
Ina Forsman (lead vocals)
Jaakko Pöyhönen (drums)
Samuli Rautiainen (keys)
Iiro Kautto (bass)
Davide Floreno (guitars)

Text und Bilder: Peter Schepers

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Hogjaw, 13.10.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Nach dem, so ein wenig noch im Fahrwasser der guten alten klassischen Southern Rock-Zeiten schwimmenden Gig von Skinny Molly am letzten Wochenende, gab es gestern mit Hogjaw einen Abend aus der Abteilung ‚bedingungslose Attacke‘.

Die Band aus Arizona mit ihrem wuchtigen rauschebärtigen Frontmann Jonboat Jones (so in etwa stellt man sich einen typischen Holzfäller vor), Zweitgitarrist Jimmy Rose, dem agilen Derwisch am Bass, Evis DD, und Powertrommler J. ‚Kwall‘ Kowalski, hat sich im Laufe der letzten Jahre hier bei uns eine stetig wachsende Fangemeinde erarbeitet und so durfte sich Kulturrampenchef Pille Peerlings nach einer kleinen Durststrecke in den letzten Wochen, was die Besucherzahlen anging, endlich wieder über ein ausverkauftes Haus freuen.

Im Fokus stand an diesem Abend Hogjaws neues Album „Way Down Yonder“, das vom sehr selbstbewusst auftretenden Quartett natürlich auch ordentlich abgegrast wurde.

Zum Auftakt gab es direkt ein heftiges ‚Brett‘ mit ihrem dafür prädestinierten Opener „Rollin‘ Thunder“,  gefolgt von „Beast Of Burdon (Roll On)“, „Brown Water“ und „Where Have You Gone“.

Für mich ein Highlight des ersten Sets war „North County Way“. Zu meiner großen Überraschung erwies sich hier Jimmy Rose mit einer starken Lead vocals-Performance als ernst zu nehmende Ergänzung/Alternative zu Jonboats insgesamt doch immer sehr hölzern und monoton rüberkommenden, allerdings zum Sound der Band ganz gut passenden, Gesang.

Über „Am I Wrong“, „Build My Pride“,“Back Home Today“ wurde die Pause mit dem grandios gespielten „County Line“ (hier war wirklich alles drin, von Soli, über Twins bis zum obligatorischen langen Finish, was das Southern Rock-Gitarrenherz begehrt) anvisiert. Danach brauchte man dann auch ein kühles Bier!

Die zweite Phase wurde dann mit dem für Hogjaw-Verhältnisse recht ruhigen „The Fog“ begonnen. Aber Tracks wie „Never Surrender“ und „Hells Half“ bliesen dann sofort wieder zum Angriff. Das swampig stampfende Titelstück ihres neuen Werkes „Way Down Yonder“ (toller Song) war beste Absatz-Werbung zum Verkauf des Silberlings.

„Road Of Fools“ (gesungen von Drummer ‚Kwall‘, der insgesamt, vom seinem stetig krachenden Spiel her, fast besser in eine Heavy Metal-Truppe passen würde; etwas mehr Sensibilität würde zum Teil hier dem Sound der Band ganz gut tun), das bärenstarke, episch umwehte „I Will Remain“ und das zu dritt gesungene, überlaut ausgesteuerte, „Redemption“ (war schon grenzwertig, mein linkes Ohr dröhnt jetzt noch) läuteten die ganz heiße Endphase des Gigs ein.

Ihr berühmt berüchtigtes „Gitsum“ (das Video zu kennen, ist vermutlich bei jedem Einstellungsgespräch bei Heckler & Koch oder SIG Sauer ein existenzielles Muss – da verballern die schießwütigen Bandmitglieder in knapp 5 Minuten mit sämtlich erdenklichem Waffen-Arsenal mehr Munition, als ich, während meiner elf Monate in der Sportkompanie). Glück für Pille, dass während der obligatorischen Harmonieparts, nicht noch in die Decke der Rampe geschossen wurde…

Mit „This Whiskey“ von ihrem Debütwerk „Devil In The Details“ gab es dann zum Abschluss des Hauptteils noch mal fulminanten Southern Rock in bester Skynyrd-Tradition. Die frenetisch geforderten Zugaben wurden mit dem rhythmisch rockenden „Fire, Fuel & Air“ sowie dem atmosphärisch servierten „Blacktop“ bestens gekontert.

Fazit: Hogjaw erobern mit authentisch und dynamisch performten Southern Rock die Herzen der Anhänger und und untermauern ihren Status als einer der ‚Rising Acts‘ im Genre.

Line-up:
Jonboat Jones (lead vocals, electric guitar)
Jimmy Rose (electric guitar, vocals)
Elvis DD (bass)
J. ‚Kwall‘ Kowalski (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Supersonic Blues Machine – Californisoul – CD-Review

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Review: Michael Segets

Hinter Supersonic Blues Machine verbergen sich keine Geringeren als Sänger und Gitarrist Lance Lopez, Bassist Fabrizio Grossi und Schlagzeuger Kenny Aronoff. Für ihr zweites Album „Californisoul“ holten sie sich namhafte Unterstützung u. a. von Billy F. Gibbons, Steve Lukather und Walter Trout.

So viel Prominenz schraubt die Erwartungen natürlich nach oben. Diese werden aber locker erfüllt und die Scheibe kann als ein Referenzpunkt der diesjährigen Veröffentlichungen im Bereich Texas Rock gelten. Von den 13 Tracks mit über 63 Minuten Spielzeit stellt zwar nicht jeder einen Volltreffer dar, aber es findet sich auch kein Totalausfall unter ihnen.

„Californisoul“ ist ein homogenes Werk geworden, das sich überwiegend im Midtempo-Bereich bewegt. Alle Songs sind von den drei Bandmitgliedern komponiert. An den beiden sehr starken „L.O.V.E.“ und „Hard Times“ beteiligte sich Serge Simic am Songwriting. Beim letztgenannten Stück steuert Steve Lukather einige Gitarren-Licks bei. „Broken Heart“ klingt streckenweise nach ZZ Top. Das verwundert nicht, da Billy F. Gibbons an dem Song mitwirkt. „Somebody’s Fool“ mit Robben Ford und „Elevate“ mit Eric Gales überzeugen ebenfalls, wobei die Künste der Gastgitarristen ihren Anteil daran haben.

Steht bei diesen Nummern die rockige Seite des Blues Rock im Vordergrund, schlägt bei „What’s Wrong“ unter der Beteiligung von Walter Trout die Nadel in Richtung Blues aus. Mit „Cry“ findet sich ein weiterer Blues auf der Scheibe, der den vorher genannten an Intensität noch übertrifft, was nicht zuletzt an dem nachdenklichen Text und dem gefühlvollen Gesang von Lopez liegt.

Die weiteren Tracks, ohne die Beteiligung von Gastmusikern, „Bad Boys“, mit kraftvollem Schlagzeug und mehrstimmigen Backgroundgesang, sowie die beiden eher straight gespielten „The Stranger“ und „Thank You“ können sich ebenso hören lassen. Das schwächste Stück auf der CD ist „The One“, das zu glatt und gleichförmig arrangiert erscheint und dessen Chorus deplatziert wirkt.

Das Album wird durch „I Am Done Missing You“ und „This Is Love“ gerahmt, die das gleiche Intro aufweisen. Während sich in das Eröffnungsstück nur zeitweilig ein Reggae-Rhythmus mischt, es aber insgesamt dem Blues Rock verhaftet bleibt, behält der Abschluss das Reggae-Feeling durchgängig bei.

Supersonic Blues Machine legt die Messlatte in Sachen Blues Rock hoch. Diese bleibt aber dadurch zu überbieten, dass einzelne Songs in manchen Momenten zu glatt arrangiert anmuten. Pluspunkte gewinnt „Californisoul“ allerdings durch die abwechslungsreichen Kompositionen, die zudem durch die Handschrift der angeworbenen Größen des Blues Rock aufgewertet werden.

Fabrizio Grossi hatte bei der Produktion eine lange Autofahrt vor dem inneren Auge, wofür der Longplayer bestens geeignet ist: Er verleitet nicht zum Rasen, sondern verführt zum Genießen.

Provogue/Mascot Label Group/Rough Trade (2017)
Stil: Texas Rock/Blues Rock

01. I Am Done Missing You
02. Somebody’s Fool
03. Love
04. Broken Heart
05. Bad Boys
06. Elevate
07. The One
08. Hard Times
09. Cry
10. The Stranger
11. What’s Wrong
12. Thank You
13. This Is Love

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