Lucas Hoge – Dirty South – CD-Review

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Noch ein Hoge in Sounds Of South. Nach unserem schon oft besprochen Will Hoge handelt es sich diesmal um den vermutlich hier noch recht unbekannten Lucas Hoge, der mit „Dirty South“ das dritte Album in seiner Karriere veröffentlicht. Beide stehen in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zueinander, was sie lediglich eint, ist ihr Wohnsitz in Nashville, Tennessee.

Lucas stammt aus einer 44-Seelen-Gemeinde in Nebraska, war zunächst Lead-Sänger von der Southern Rock-Formation Southern Cross und der Christian-Band Xtreme Devotion, bevor er sich letztendlich um die Jahrtausendwende ins Mekka der Countrymusik aufmachte, um als Solokünstler sein Glück zu versuchen.

Dort hat der Protagonist sich zu einem umtriebigen Musiker und Songwriter entwickelt, der neben Stücken in eigener Sache vor allem auch Lieder für Fernsehshows schrieb. Er engagierte sich für die US-Truppen im Mittleren Osten im Rahmen der ‚Armed Forces Entertainment Wrangler National Patriot‘-Tour, spielte zudem auch Skandinavien. Dazu agiert er als Marken-Botschafter für Cabela’s, einem der größten Outdoor-Ausstatter der Welt, der auch seine Tour im Jahr 2015 sponserte.

Soviel zu Hoges Background. Seine aktuelle, zehn Tracks umfassende CD „Dirty South“ bietet lupenreinen, eingängigen New Country, mit viel radiotauglichem Potenzial, dazu, wie der Titel der Scheibe es schon suggeriert, auch Southern Rock-Ingredienzien.

Lässig und locker instrumentierte Stücke wie der Opener „Shoo Fly Pie“ (klasse southern-trächtige E-Gitarrenkurzpassage), der beschwingte voller Herzklopfen präsentierte Lovesong „Boom Boom“, der herrliche Schunkler  „To Go With The Whiskey“ (mein Lieblingssong des Werkes) und „Flip Flops“ sind für Sommer, Strand und Cabrio geradezu prädestiniert.

Southern Rock-Fans mit Faible für New Countrymusik werden mit Stücken, wie dem dynamischen „Mad Dog Memories“ und den swampigen „Halabamaluhja“ (was für ein Titel! – würde auch gut zu Trace Adkins passen) sowie dem coolen Slide-getränkten Titeltrack „Dirty South“ beglückt.

„The Power Of Garth“ ist eine Hommage an die Ausstrahlkraft von Songs wie „The Thunder Rolls“ und „The Dance“ von Superstar Garth Brooks, die auch in der Familie Hoge ihre Spuren hinterlassen hat. Die beiden finalen Lieder „That Ain’t Cool“ und „Who’s Gonna Be There“ (mit Streichern , einem verstorbenen Freund gewidmet) schwelgen mehr zwischen Melancholie und Trauer, und fahren den, in den ersten acht Tracks aufgebauten Adrenalinspiegel wieder auf Normalmaß zurück.

Insgesamt bietet Lucas Hoges neues Werk „Dirty South“ natürlich nicht so viel ‚Schmutzigen Süden‘, wie es der Titel vielleicht auf den ersten Blick erhoffen lässt. Statt Musik, die man mit irgendwelchen swampigen Spelunken in Louisiana assoziieren würde, erhält man hier sehr ausgewogenen, fein instrumentierten und melodischen Stoff (gut eingesetzte E-Gitarre, Dobro, Banjo, Steel), der eher für eine launige Beach-Party mit viel Flip Flops und Bikini-Tops in Miami tauglich ist.

Viele der Songs werden aber durchaus von einem gewissen Southern-Charme durchzogen. Wer an Interpreten wie u. a. Jake Owen, Billy Currington, Kip Moore, Blake Shelton, Kenny Chesney oder auch dezent Eric Church (zu Anfangszeiten) und Garth Brooks Spaß hat, ist auch bei Lucas Hoge an der richtigen Adresse. Macht richtig Laune!

Rebel Engine Entertainment (2017)
Stil: New Country

01. Shoo Fly Pie
02. Boom Boom
03. Power Of Garth
04. Mad Dog Memories
05. To Go With The Whiskey
06. Halabamaluhja
07. Flip Flops
08. Dirty South
09. That Ain’t Cool
10. Who’s Gonna Be There (In Memory of Michael Berry) – Bonus Track

Lucas Hoge
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