Wild Rabbit Salad – Trouble In Town – CD-Review

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Review: Michael Segets

„Trouble In Town“ klingt irgendwie nach Independent-Aufnahme. Die Tonqualität ist völlig in Ordnung, aber die Instrumentalisierung sowie der Sound von Wild Rabbit Salad wirken wenig voll. Vielleicht begründet sich der Eindruck auch darin, dass die Songstrukturen oft nicht außerordentlich komplex sind. Dennoch unterhält das Album über weite Strecken gut. Dies liegt vor allem an dem wechselnden Lead-Gesang von Marietta Roebuck und Bucky Goldberg, die zusammen als Wild Rabbit Salad ihren dritten Longplayer rausbringen.

Roebuck, die klassischen Gesang studierte, übernimmt das Mikro bei den meisten Balladen, so beim countryfizierten „Tecumseh Valley“, dem 50er Jahre Barsong „Lying“ und dem sehr getragenen, tief gesungenen „When They Rise“. Überzeugend ist der rockige Touch in Roebucks Stimme auf „Killing Flood In Houston”, dem stärksten Track des Albums.

Insgesamt markanter ist die Stimme von Bucky Goldberg, was besonders beim Duett „Drop Top Cadillac” deutlich wird. Auf „Mine No. 9“ steuert Roebucks den Refrain, Goldberg die Strophen bei. Goldbergs Part in dem beschwingten Stück erinnert an Songs von Pete Seeger.

Pfiffig ist das rockige „Four Days Sober” durch die Kombination von Perspektivwechsel im Text sowie entsprechendem Gesang durch Mann und Frau. „Everybody Loves My Hat” hat ebenso witzige Lyrics. Anders als beim Refrain des süßlichen Midtempo-Stücks „Amelia“ streut Roebuck dort keine Harmonien ein, was den Sound erdiger macht.

Das Titelstück „Trouble In Town“ ist der songtechnisch am meisten ausgefeilte Beitrag. Er erinnert streckenweise an Balladen der späten Achtziger von Bruce Springsteen. Mit „Waiting Around To Die“ bildet ein atmosphärischer Countrysong den Abschluss der Scheibe. Bei beiden Stücken übernimmt Goldberg den Leadgesang.

Auf der CD sind vier Live-Tracks eingestreut. Die Mischung von Live- und Studio-Aufnahmen finde ich meist störend, aber hier integrieren sich die Mitschnitte der Auftritte unauffällig. Das Publikum ist nur am Schluss mancher Titel dezent zu hören.

Das Album wirkt nicht konzeptionell durcharrangiert. Dadurch bleibt es aber beim ersten Hören spannend. Es ist nämlich nicht abzusehen, was als nächstes kommt und wer den Gesangspart übernimmt. Nach ein paar Durchläufen kristallisieren sich schnell die Highlights des Albums heraus. Die Stripped-Down-Produktion „Trouble In Town“ von Wild Rabbit Salad wird kein Dauerbrenner im CD-Player, hält jedoch ein paar lohnende Songs parat.

REGI Music (2020)
Stil: Americana

Tracks:
01. Drop Top Cadillac
02. Tecumseh Valley
03. Mine No. 9 (live)
04. Everybody Loves My Hat (live)
05. Killing Flood In Houston
06. Amelia
07. Lying (live)
08. Four Days Sober
09. When They Rise (live)
10. Trouble In Town
11. Waiting Around To Die

Wild Rabbit Salad
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Two Side Moon Promotion

Climax Blues Band, 16.02.2020, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Zur Climax Blues Band habe ich bis heute ein eigenartiges Verhältnis gehabt. Obwohl ihre Scheibe „Gold Plated“ und später auch „Shine On“, seit frühsten Sammlerzeiten in meinem LP-Bestand vor sich hinstauben (ich bin ja ein absoluter CD-Verfechter), kann ich mich an kaum einen Song außer ihrem Ohrwurm „Couldn’t Get It Right“, der in unser damaligen Musikkneipe oft gespielt wurde, bewusst erinnern.

So richtig habe ich auch nie den Drang verspürt, mich mit der Musik der Briten auseinander zu setzen, obwohl ich die Band eigentlich an sich sympathisch fand. So bin ich dann mit Kollegen Gernot auch eher aus Respekt vor dem langjährigen konstanten Wirken der Band (jetzt über 50 Jahre!), die Reise ins geliebte Musiktheater Piano recht unbedarft angetreten, um die Woche Sonntags Abends entspannt ausklingen zu lassen, sieben Tage zuvor mussten wir ja wegen des heftigen Sturms beim Blues Caravan leider passen.

Das aktuelle Line-up beinhaltet zwar kein Mitglied mehr aus der Gründerphase, die Herren Glover, Simpson, Adams und Hunt sind aber schon seit Urzeiten mit dabei. Letztgenannter ist zu Fuß nicht mehr so gut dabei (kam mit Gehstock teils unsicheren Schrittes auf die Bühne), hat dafür aber seine Quirligkeit in der Fingern bewahren können und lieferte so manches tolles E-Gitarrensolo ab.

Relativ ’neu‘ dabei sind Fronter Graham Dee (seit 2012, mit engagierter Performance, sehr angenehme Stimme) und Saxofonist Boysey Battrum, dessen Lungenflügel und Backen, die wohl am meisten beanspruchten menschlichen Organe, beziehungsweise Körperteile, während des Konzerts abgaben.

In der knapp zur Hälfte gefüllten Lütgendortmunder Location präsentierte das Sextett den überwiegend 40-60-jährigen Besuchern, einen breitgefächerten Soul-Funk-Blues Rock, der sich vor allem in der Spielfreude der beteiligten Musiker entfachte. Toller Rhythmusteppich von Simpson und Adams, markanter Gesang von Dee, variable Keyboardspielereien vom Spaßvogel der guten englischen Schule, George Glover, immer irgendwann durchzogen von Battrums famosen Saxofon-Plustereien und/oder Hunts E-Soli, bildeten eigentlich das immer wieder kehrende Grundschema, ohne dass es allerdings langweilig wurde.

Die Band versteht sich heute als eigenständiges Kollektiv, das eigentlich weniger auf die Historie zurückschaut und eher das ‚Hier und Jetzt‘ im Fokus hat. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass ihr aktuelles Album „Hands Of Time“ mit Tracks wie „Straight Down In The Middle“ (Opener), „17th Canal Street“, „What’s Your Name“, „The Cat“ (alle in Set 1) und „Hands Of Time“, „Ain’t That A Kick In The Head“, „Hard Luck“ (mit Vorstellung und Soli aller Beteiligten) und „Wrong Time“ (alle im 2. Part), hier den Löwenanteil der Spielzeit einnahm.

Zwischen durch gab es mit „The Seventh Son“ und „Spoonful“ noch zwei, auf CBB-Art interpretierte Willie Dixon-Klassiker und natürlich auch kurz vor Ende oben besagtes „Couldn’t Get It Right“ (mit schönem Gesangsinttro von Dee zu sanftem Orgelhall Glovers im abgedunkelten Piano, bevor dann die Band richtig einstieg). Schön diesen Klassesong mal nicht von einer dieser vielen unsäglichen heutigen Coverbands, sondern von absoluten Könnern, serviert zu bekommen.

Die Zugabewünsche des im kompletten Verlauf des Gigs begeistert mitgehenden Publikums, wurden dann mit dem launigen Boogie „Towards The Sun“ auf dem Fuße erfüllt. Am Ende war es eine kurzweilige, musikalisch unterhaltsame Show der Climax Blues Band, der auch in Zukunft noch einiges an Kreativität zuzutrauen ist. Hat sich gelohnt hinzufahren!

Graham Dee – lead vocals
George Glover – keys, vocals
Neil Simpson – bass
Roy Adams – drums, percussion
Boysey Battrum – saxophone
Lester Hunt – electric guitar, vocals

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Climax Blues Band
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Musiktheater Piano
Onstage Promotion

Carly Pearce – Same – CD-Review

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Wenn ich mir das Titelbild und speziell das Backcover von Carly Pearces neuem, nach ihr selbst betitelten Album betrachte, wo sich die hübsche Amerikanerin in geschlitztem Leopardenkleidchen überaus aufreizend räkelt, muss ich ehrlicher Weise gestehen, dass ich in erster Linie nicht an New Country-Musik denke. Da kann man sich dann über das Millionen Jahre im Manne genetisch verankerte Jäger- und Sammlertum einfach nicht hinwegsetzen.

Aber auf Seite 3 des mit allen Texten und Infos versehenen Booklets, stellt sie allerdings eindeutig klar, dass es nur zwei Männer in ihrem Leben gibt, zum einen Ehemann Michael Ray, mit dem sie hier auf „Finish Your Sentences“ ein tolles Duett, Marke Lady Antebellum, zum Besten gibt und busbee, der dieses Werk produziert und auch instrumentell begleitet hat. Dem hat sie mit den Worten „I’ll always carry a piece of you with me“, was auch immer damit gemeint sein mag, dieses Werk letztendlich gewidmet.

Aber jetzt genug des Drumherums, auch auf ihrem zweiten Lonplayer unter der Big Machine Records-Major Labelfahne, liefert die aus Kentucky stammende Endzwanzigerin, eine tadellose vokale und musikalische Leistung ab. Vier von den insgesamt dreizehn Tracks hat sie dabei, in Assistenz von vielen namhaften Songwritern der Nashville-Szene, mitverfasst.

Carly hat, ähnlich wie Kacey Musgraves, wirklich eine Stimme wie ein Engel. Produzent busbee ist es gelungen, diese fantastisch mit der durch die versierten Musiker wie Ilya Toshinsky (Banjo, Mandoline), Derek Wells (tolle auf den Punkt gebrachte E-Gitarrenarbeit) und Josh Matheny (seine Dobro-Einlagen sind die Würze vieler Songs), als überragende Akteure, erzeugten Musikuntermalung, glasklar in Einklang zu bringen.

So gibt es letztendlich dreizehn, wunderbar melodisch und geschmackvoll inszeniert, ineinander fließende Country-Popsongs (in allen Tempi) mit diversem Hitpotential. Acts wie die bereits erwähnten Lady Antebellum, Little Big Town (beim herrlich relaxt groovenden „Call Me“ sind deren Phillip Sweet und Jimi Westbrook nicht umsonst Co-Writer), Carrie Underwood & Co. fallen spontan als Referenzgrößen ein. Mein persönlicher Favorit ist dabei das dezent pettyeske Duett mit Lee Brice bei „I Hope You’re Happy Now“. Wunderbarer Track!

Carly Pearce oder Carly Cristyne Slusser, wie sie eigentlich richtig heißt, liefert nach ihrem Debüt „Every Little Thing„, auch auf ihrem zweiten Longplayer eine tadellose Leistung ab. Schöne Musik, um sich fern ab der heutigen unsicheren Gemengelage im alltäglichen Leben, mal angenehm zu entspannen. Mich persönlich hat sie mit diesem wunderbar zu hörenden Album echt ‚gepearced‘. Und zwar am Ende eindeutig in Sachen toller New Country-Musik…

Big Machine Records (2020)
Stil: New Country

01. Closer To You
02. Call Me
03. I Hope You’re Happy Now
04. Dashboard Jesus
05. Halfway Home
06. Heart’s Going Out Of Its Mind
07. Finish Your Sentences
08. It Won’t Always Be Like This
09. Lightning In A Bottle
10. Love Has No Heart
11. Woman Down
12. You Kissed Me First
13. Greener Grass

Carly Pearce
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Universal Music

Erja Lyytinen – 13.02.2020, Zentrum Altenberg, Oberhausen – Konzertbericht

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Im Rahmen ihrer „Another World“-Tour spielte Erja Lyytinen mit ihrer Band das 10. Konzert innerhalb der letzten knapp zwei Wochen in Oberhausen im Zentrum Altenberg.

Der Geplante Support Piledriver fiel für den Tag aus. Impuls Promotion hatte aber kurzerhand den Recklinghauser Eddie Wagner eingeladen, der solo slidend den Besuchern die Wartezeit verkürzte. Mit Humor präsentierte er gecoverte Versionen von Klassikern wie David Bowies „Heroes“ in der deutschen Version oder den 10CC-Song „I’m not In Love“ aber auch eine textlich veränderte Version des Steigerliedes und Songs über die jetzt bald renaturisierte Emscher.

Gegen kurz nach Acht betrat dann Erja Lyytinen mit Gefolgschaft die Bühne und begrüßte sehr charmant in recht gutem Deutsch die Besucher. Was folgte, zeigte, dass Lyytinen nicht umsonst als Gitarristin hoch gelobt ist. Eine zum Teil rasante Fahrt durch Rock und Blues, sorgte immer wieder für Szenenapplaus. Unterstützt wurde sie dabei von ihren drei jungen Begleitern, Miika Aukio an den Keyboards, dem Bassisten Tatu Back und Iiro Laitinen an den Drums.

Passend zum Titel der Tour stellten Songs der aktuellen Platte den Großteil der Setlist. Nach dem krachenden „Don’t Let A Good Woman Down” folgten mit „Cherry Overdrive“ und „Hard As Stone” direkt zwei Tracks aus diesem Werk, die von den Besuchern begeistert angenommen wurden.

Lyytinen spielte diese sehr rau und hart, teilweise mit Fusion-Elementen, dass man sich zuweilen an einen Blues im Stile von Jimi Hendrix zurückversetzt fühlte. Ein wenig der Härte nahm den Stücken zuweilen das harmonische Keyboardspiel Kuoppalas. Stark auch das rockige „Black Ocean“ , dem mit „People Get Ready“ eine erste gefühlvolle Ballade folgte, in der auch Basser Tatu Back und Drummer Iiro Latinen bewiesen, dass sie neben druckvoll treibend auch leise unterstützend wirken können. Überhaupt kann gesagt werden, dass sich das Quartett in jeder Beziehung als harmonische Einheit präsentierte.

Mit „Everything’s Fine” fand auch ein älterer Song aus 2008 Berücksichtigung in der Setlist. Dies auch völlig zurecht, da Lyytinen sich hier in einem furiosen mehrminütigen Solopart austoben konnte, der die Anwesenden in Begeisterung versetzte. Auch im Titelsong der Tour „Another World“ ging es in der Art weiter. Furiose Soli, stimmlich auf den Punkt, bewies sie, dass ihr mit dem neuen Material etwas Großes gelungen ist, was auch das folgende „Snake In The Grass“ mit Boogie- und Southernelementen untermauerte.

Danach nahm Lyytinen mit „Slowly Burning“, wie es der Titel schon verheißt, wieder etwas Fahrt heraus und es folgte ein sehr ruhiges bluesiges Stück, in dem auch ihre Stimme voll zur Geltung kam.

Sehr emotional wurde es dann mit dem gefühlvollen „Wedding Day“. Plötzlich verließ Lyytinnen die Bühne, um sich unter das Publikum zu mischen und über mehrere Minuten scheinbar einzelnen Besuchern ein Ständchen in Form eines kurzen Solos zu spielen. Spätestens hier war jedem Besucher klar, wie wichtig Lyytinen die Beziehung oder Einbeziehung der Zuschauern ist.

Wir haben diesbezüglich im letzten Jahr auch schon andere Einstellungen erleben können. Das krachende „Rocking Chair“ beendete dann den Hauptset. Alle Musiker durften sich noch einmal austoben und Lyytinen gelang es die Zuschauer zum Mitsingen zu animieren. Die letzten Minuten des Stückes überließ Erja ihren Mitstreitern, wo insbesondere Laitinen sich in einem mehrminütigen Drumsolo profilieren konnte.

Begeisternde Zugabevorderungen sorgten dafür, dass sich die Band nicht lange bitten ließ, um für zwei weitere Lieder zurückzukommen. Humorvoll, mit Hinweis, dass sie dieses Stück auch schon für ihre beiden sechsjährigen Zwillinge gespielt habe, folgte nun ein Intro in Form von „Old McDonalds Had A Farm“ teilweise auf finnisch singend, wobei die Zuschauer sie beim Refrain tatkräftig unterstützen. Nach etwa einer Minute wurde dann der Schalter umgelegt und in den Hendrix Klassiker „Crosstown Traffic“ gedriftet, den sie in ihrer gewohnten Spielart klasse interpretierte.

Nach diesem wie entfesselt gespielten Song wurden die Besucher mit dem fast 20 Jahre alten harmonischen und ruhigen „Wildflower“ wieder heruntergekühlt und ein schöner Konzertabend hatte einen würdigen Abschluss gefunden.

Nach dem Konzert nahm sich Lyytinen noch Zeit für zahlreiche Unterhaltungen, wo sie noch einmal ihren Charme bewies und dass Finnen nicht Icemänner/frauen sein müssen.

Lyytinen wird im Herbst noch einmal nach Deutschland kommen und wer sie auf dieser Tour nicht gesehen hat, dem kann nur angeraten werden, dies dann nachzuholen.

Ein Dank an Klemens Kübber der den Kontakt zu Lyytinen und Impuls Promotion hergestellt hat und die danach folgende problemlose Akkreditierung.

Line-up:
Erja Lyytinen (lead vocals, guitars)
Iiro Laitinen (drums)
Miika Aukio (keys)
Tatu Back (bass)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Erja Lyytinen
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Zentrum Altenberg Oberhausen

Tom The Suit Forst – World of Broken Hearts – EP-Review

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Review: Jörg Schneider

Tom The Suit Forst macht an sich schon Zeit seines Lebens Musik. Allerdings entschied er sich erst im reifen Alter von 57 Jahren, nachdem die Kinder aus dem Haus waren, dazu, Vollzeitmusiker zu werden und in das Profibusiness einzusteigen. Zuvor arbeitete er im Medienbereich für eine TV-Gesellschaft. Das ist jetzt alles 12 Jahre her und Tom The Suit Forst legt nun mit 69 Jahren sein neuestes Album „World Of Broken Heats“, in Form einer EP mit fünf Stücken, vor. Es kommt am 14. Februar in den Handel.

Für das Album hat „The Suit“, wie ihn seine Fans nennen, zahlreiche renommierte Musiker um sich versammelt, unter anderem z. B. den Gitarristen Paul Nelson (Johnny Winter Band) und den Blues-Harp Spieler James Montgommery, der schon mit den Allman Brothers, Janis Joplin, Muddy Waters und Bonnie Raitt, um nur einige zu nennen, auf der Bühne stand. Stilistisch bewegt sich Forst’s Musik irgendwo zwischen Eric Clapton, Gary Clarke, jr. und Joe Walsh, um daraus modernen Blues mit Americana-Anleihen zu kreieren.

Der erste Song des Albums „Late Night Train“ legt, ganz bluestypisch, gemächlich, aber mit einer sehr kraftvollen und einprägsamen Basslinie los, angereichert mit Einlagen von Paul Nelson an der Slide-Gitarre.

In „I’m Not Over You Yet“ blitzen dann, hervorgerufen durch das hookige Electric-Banjo, gespielt von Forst himself, immer wieder American-Versatzstücke auf.

Ganz anders „World Of Broken Hearts“. Der Titelsong kommt im Singer/Songwriter-Stil sehr blumig und leicht, mit Akustikgitarre und zarten Violinenklängen im Background daher. Für mich der schönste Track des Albums.

Zusammen mit Christine Ohlmann liefert Forst in „Everything Is Falling“, einem Song den er bereits im Alter von 17 Jahren geschrieben hat, ein nettes Duett ab. Nach eigenem Bekennen ist es für ihn das herausragendste Stück der EP. Es ist bestimmt kein schlechter Song, aber der beste der fünf Tracks ist es nach Ansicht des Rezensenten sicherlich nicht, siehe oben.

Zum Abschluss gibt es dann noch den härteren Willie Dixon-Klassiker „Hoochie Coochie Man“ mit klagenden Gitarren und typischem Keyboard-Sound-Teppich.

Insgesamt präsentiert Tom The Suit Forst eine kurzweilige EP, solide produziert und mit guter Hausmannskost, aber ohne große Überraschungen. Lediglich „World Of Broken Hearts“ fällt aus dem musikalischen Rahmen, den die übrigen Songs bieten, und ist schon deshalb das beste Stück des Albums.

Label: Retro Records
Stil: Blues

Tracks:
01. Late Night Train
02. I’m Not Over You Yet
03. World Of Broken Hearts
04. Everything Is Falling
05. Hoochie Coochie Man

Tom The Suit Forst
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Dave Warmerdam Band – Play – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Die Dave Warmerdam Band hat mit dem Erreichen des Halbfinales bei einer Blues Challange in Memphis sehr erfolgreich teilgenommen. Was hat diese Information mit einer Plattenrezension zu tun? In ihrem Internetauftritt beschreibt die Band, welche Ambitionen sie hat und mit welchen Kosten diese verbunden sind, die durch Liveauftritte bisher (noch) nicht abgedeckt sind. So kam die Idee eines Crowdfundings und die Aufnahme eines 300 Exemplare limitierten Livealbums, um diesen Traum Memphis zu verwirklichen. Zudem hat die Band im letzten Jahr bei den niederländischen Blues Awards für Aufsehen gesorgt hat, als sie diesen Wettbewerb bravourös gewonnen hat.

Bei der Dave Warmerdam Band steht das Piano im Mittelpunkt und stellt in den meisten Songs das dominierende Element dar, was auch nicht verwunderlich ist, da der Bandleader eben dieses Instrument bedient und nicht wie bei den meisten Bluesbands entweder Gitarristen oder SängerInnen die Hauptprotagonisten sind.

Auf dem insgesamt starken Livealbum „Play“ präsentiert die Band eine Mischung von einfühlsamen ruhigen Bluessongs wie „Tennessee Whiskey“, wo der ausdrucksstarke Gesang von Janne Timmer im Vordergrund steht, und die anderen Musiker sich zunächst sehr im Hintergrund halten, um im späteren Verlauf des Songs präsenter zu werden und mit schönem Harmoniegesang das Stück abzuschließen, sowie Songs in alter Fleetwood Mac-Manier wie „Our Fire Still Burns On“, der stilistisch in manchen Passagen auch an den von vielen Musikern gecoverten Etta James-Klassiker „I’d Rather Go Blind“ erinnert, bei dem Sonny Ray Van den Berg mit einem gefühlvollen Gitarrensolo glänzen kann, in das Warmerdam später seine Keyboards entsprechend einbringt.

Einen starken Part bildet auch die Rhythmussektion um Drummer Rick van den Voort und Bassist Lars Hoogland, die auf den Punkt abliefern und so eine perfekte Basis für die Songs hinlegt.

Mit „Proud Mary“ covert die Band einen CCR-Evergreen, wobei sie das Stück zunächst in ein sehr slow-bluesiges Gewandt hüllen, sodass dieser zunächst kaum erkennbar ist. Dies ändert sich jedoch ab dem Mittelteil, in dem die Band dann Richtig Vollgas gibt, Warmerdam mit furiosen Geklimper, und auch Janne Timmer zeigt, dass sie rockig singen kann und sich so ein Powerbluessong entwickelt, bei dem sich zu guter Letzt auch Van Den Berg an der Gitarre mal austoben kann.

Der Dave Warmerdam Band ist mit „Play“ ein absolut hörenswertes Livealbum mit 12 Tracks gelungen, was auch als Werbung in eigener Sache gesehen werden kann und durchaus als Appetizer für die nächste Tour geeignet ist, bei der sie auch im Frühjahr im Kölner Yard Club Station machen werden. Ist ist der der Band zu wünschen, dass sie dann genug bluesbegeisterte Fans dorthin lockt, um die entsprechende Audienz zu haben.

Dave Warmerdam Band:
Janne Timmer – vocals
Dave Warmerdam – keys & vocals
Sonny Ray van den Berg – guitar
Lars Hoogland – bass
Rick van de Voort – drums

Tracklist:
01. Where The Fuck Is The Truck
02. Daddy Why Don`t You Touch Me How To Play The Blues
03. Tears Ain`t Fun
04. Tennessee Whiskey
05. Sweet Lover
06. Our Fire Still Burns On
07. The Mirrored Mask
08. Mean Man
09. Strange Fruit
10. Proud Mary
11. I Won`t Complain
12. Play

Dave Warmerdam Band
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Harper And Midwest Kind – Rise Up – CD-Review

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Einen Künstler, der ein Didgeridoo einsetzt, hatten wir, wenn ich mich bisher recht entsinne, noch nicht in unserem Magazin. Der aus Australien stammende Peter D. Harper, mittlerweile aber schon lange in Detroit lebend, zollt damit seinen heimatlichen Wurzeln Tribut und bringt dieses eigenwillige Instrument geschickt in seine Blues Rock-Musik ein.

Bei uns hier dürfte er einigen Leuten noch vom Grolsch-Blues-Festival 2018 bekannt sein, für meine Wenigkeit ist er bis dato absolutes Neuland gewesen.

Wer sich dieser Musikrichtung verschrieben hat und auch noch Harper heißt, für den ist natürlich dann auch die Mundharmonika Pflicht. Auch hier macht der Multi-Instrumentalist seinem Namen alle Ehre und verleiht diversen Tracks mit den typisch quäkigen Einlagen seine Würze.

Harper und seine spielstarke Unterstützung Midwest Kind bieten auf ihrem 2. Longplayer „Rise Up“ sehr variable Musik, die gerne auch über den Tellerrand hinausschaut.

Da gibt es mit „Blues I Can’t Use“ einen mit reißenden Slides bestückten Southern Rocker erster Güte oder auf „Heavy Horses“ (tolles Duett mit Bobbi Llewellyn) schöne relaxt-shufflige Roots-/Americana-Kost, und das bereits erwähnte (immer wohl dosierte) Didgeridoo gibt so manchem Track wie u. a. dem Opener „Rise Up“ (besonders beim Instrumentalausklang) noch leicht spaciges Flair.

Manchmal scheint mir Harper auch ein Faible für ZZ Tops Rhythmusuntermalungen aus der „Eliminator“-Zeit zu haben. Das schimmert bei der einen oder anderen Instrumentalpassage immer wieder durch.

Ansonsten liefern der Protagonist und seine Mitstreiter angenehm ins Ohr fließende Blues Rock-Musik, zum Teil sehr atmosphärisch und auch mit sozial kritischen Untertönen („Rise Up“, „Hateful“, „World’s Insane“), wobei er hier klar Kante für Mensch, Friede und Natur zeigt.

Meine Favoriten sind neben dem bereits erwähnten Southern Rock-Stück, das soulig groovende „Still Got You“ und das mit einem Hauch von Steely Dan (typisches E-Piano) rüberkommende „Peaceful“ ganz am Ende. Toll hier auch das knarzende Akustikgitarrensolo. Ein starker Abschluss einer wirklich sehr abwechslungsreich und trotzdem stimmig gestalteten CD.

Somit zählen Harper And Midwest Kind, das kann man schon jetzt sagen, sicherlich zu den ganz positiven Überraschungen des Jahres 2020. Leute, die gerne mal neue oder eher unbekannte Künstler entdecken wollen, sind hier an der richtigen Stelle. Klare Kaufempfehlung meinerseits! Die CD kann man ab heute erwerben!

Access Records (2020)
Stil: Blues Rock & More

Tracks:
01. Rise Up
02. Blues I Can’t Use
03. I Still Got You
04. Hateful
05. Heavy Horses
06. Talk To Me
07. World’s Insane
08. Welcome Home
09. Let You Go
10. Peaceful

Harper And Midwest Kind
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Blues Caravan – 09.02.2020, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbilder

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Blues Caravan 2020 mit Jeremiah Johnson, Whitney Shay und Ryan Perry. Das Sturmtief Sabine machte dem etablierten Team Mangold-Daus (und vermutlich auch noch einigen anderen) jedoch einen Strich durch die Rechnung. Da mussten wir aus Vernunftsgründen leider passen.

Adam Zegarmistrz Glagla zählte jedoch zu den Uentwegten, die, laut seiner eigenen Aussage, eine begeisterte Show geliefert bekamen, und war für Sounds Of South zur Stelle, sodass wir zumindest eine eine Bildergalerie liefern können, die sein Statement visuell untermauert.

Vielen Dank lieber Adam!

Line-up:
Jeremiah Johnson (lead vocals, electric guitar, vocals)
Whitney Shay (lead vocals, vocals)
Ryan Perry (lead vocals,electric guitar, vocals)
Roger Inniss (bass)
Amanda Dal (drums)

Bilder: Adam Zegarmistrz Glagla

Jeremiah Johnson
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Whitney Shay
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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Thorbjorn Risager & The Black Tornado – 06.02.2020, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Thorbjörn Risager machte an einem Donnerstag-Abend die Kulturrampe in Krefeld voll. Dies sogar in zweierlei Hinsicht. Schon Tage vorher war die letzte Karte über den Tresen gegangen, sodass nicht nur die Bude prall gefüllt war, sondern auch die Bühne bis zum letzten Quadratmeter, damit alle Mannen um den Bandleader Platz finden konnten.

Schnell füllte sich der kleine, aber feine Konzertsaal mit Risager-Fans, von denen einige schon auf Konzerten in den Tagen zuvor waren und um kurz nach acht Uhr kündigte Pille Peerlings nicht ohne erkennbaren Stolz die Band an. Interessant ist dabei, dass die Initiative für den Auftritt von der Risager & Co. ausging und die Rampe der kleinste Veranstaltungsort der Tour war.

Es scheint sich bei den Musikern herumgesprochen zu haben, dass den Krefelder Club ein Flair umgibt, den man als Musiker gerne mitnimmt. Im Laufe des Konzertes gab Risager dies auch zum Ausdruck, dass nicht die Menge der Besucher ausschlaggebend für einen gelungenen ausschlaggebend sei, sondern eher das Ambiente und die Stimmung.

Die Band legte direkt los wie die Feuerwehr und präsentierte den Besuchern ein zweiteiliges Set von insgesamt knapp 2 Stunden Spieldauer, wo ein Klassesong den nächsten jagte. Risager wählte eine bunte Mischung aus alten Stücken und neuen, vom erst Anfang des Jahres bei Ruf-Records erschienen Album „Come On In“. Positiv war dabei, dass das neue Werk mit sieben Songs zu großen Teilen dem Publikum präsentiert wurde.

Insgesamt kamen alle Lieder sehr gut beim begeistert mitgehenden Publikum an, wobei die gefühlvolle Ballade „Two Lovers“ im ersten Set besonders hervorstach, während im zweiten Part „Over The Hill“ (Gitarrist Joachim Svensmark bearbeitete hier seine Gitarre zunächst mit einem Geigenbogen) und „Sin City“ herausragten, wo Hans Nybo neben dem Saxofon, auch an einem Kreissägenblatt, welches am Mikrofonständer hing, im Takt anschlug und Drummer Martin Seidlin damit assistierte.

Ohnehin muss gesagt werden, dass der Schwarze Tornado Risager fulminant unterstütze. Neben der spielerischen Güte muss die Spielfreude hervorgehoben werden, mit der die Musiker die Besucher von der ersten Sekunde bis zum Schlussakkord mitnahmen. Risager selbst moderierte gut gelaunt und humorvoll durch das Konzert, war stimmlich sowohl bei den treibenden rockenden Stücken, wie auch den Balladen stimmlich bestens aufgelegt und überzeugte mit einigen starken Gitarrensoli. Was die Gitarrenarbeit angeht, muss der Jungspund der Band, Joachim Svensmark hervorgehoben werden, der zuweilen wie ein Derwisch über die Saiten fegte aber auch gefühlvolle Soli hinlegte.

Die Rhythmussektion um Drummer Martin Seidelin, wie immer mit seinem roten Hut Grimassen schneidend und Basser Søren Bøjgaard, der in einigen Songs auch über einen Syntheziser, Basslinien einspielte, legten eine volle Grundlage im klar ausgepegelten Sound in der Kulturrampe. Kompliment an dieser Stelle schon einmal für Malte Menzer, der nicht nur einen tollen Sound in die Rampe zauberte, sondern die Bühne auch mit einem schönen Licht illuminierte.

Die Würze in den Blues und Rock’n’Roll von Thorbjörn Risager & The Black Tornado geben Peter W Kehl an der Trompete und Hans Nybo am Saxophon, beide zuweilen auch als Backgroundsänger, Tänzer und Einpeitscher agierend und Emil Balsgaard, der sein Piano zum Teil mit Honkytonk-Einlagen zum Glühen brachte.

Neben den neuen Tracks begeisterten aber auch die alten, wobei die Band bei „Hold My Lover Tight“ eine Energie auf die Bühne brachte, dass förmlich die Decke abhob.

Atmosphärisch herausragend waren „Rock’n’Roll Ride“, bei dem das Publikum begeistert im geänderten Refrain auf Deutsch mitsang und Risager so stimmlich auf das am nächsten Tag folgende Konzert in Berlin begleitete und die launige Zugabe „Baby Please Don’t Go“, dem viele Besucher auch folgten und nicht direkt nach dem Konzert die Kulturrampe verließen, sondern sich am Merchandise-Stand mit Utensilien versorgten und den einen oder anderen Plausch mit den bestens gelaunt bereit stehenden Musikern hielten.

So hatte ein herausragender Konzertabend einen würdigen Abschluss gefunden, der im Sinne der Besucher noch des öfteren wiederholt werden könnte. Ein großer Dank an Pille dafür, dass es ihm immer wieder gelingt, in die kleine aber feine Kulturrampe solch hochkarätige Acts hinein zu locken.

Line-up:
Thorbjørn Risager (lead vocals, guitar)
Joachim Svensmark (guitars, keys, vocals)
Emil Balsgaard (keys)
Søren Bøjgaard (bass)
Martin Seidelin (drums, percussion, vocals)
Hans Nybo (saxophone, vocals)
Peter W Kehl (trumpet, percussion, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Thorbjørn Risager & The Black Tornado
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Kulturrampe Krefeld

Christopher Paul Stelling – Best Of Luck – CD-Review

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Review: Michael Segets

Christopher Paul Stelling bezeichnet seine Musik als Folk und wehrt sich gegen die Einordnung in das Americana- oder irgendein Alternative-Genre. Dabei ist der Singer/Songwriter sicherlich kein Purist, der nicht über den musikalischen Tellerrand schaut.

Wie für einen Folksinger anzunehmen, dominiert die akustische Gitarre die meisten Beiträge auf „Best Of Luck“. „Made Up Your Mind“ ist so ein genretypischer Song, bei dem sich die Begleitung im Wesentlichen auf diese reduziert. Sein Können an den Saiten zeigt Stelling auch bei dem Instrumentalstück „Blue Bed“.

Das wohl in einem kreative Rutsch entstandene „Have To Do For Now“ und „Something To Return“ profitieren von der Rhythmusarbeit, für die sich Stelling Schlagzeuger Jimmy Paxon (Stevie Nicks, Dixie Chicks) und Mike Valerio (Randy Newman), der den Upright-Bass zupft, holte. Die Melodien von „Waiting Game“ und „Goodnight Sweet Dreams“ werden von Stellings Klavier getragen. Der zweitgenannte Titel hat ebenso wie „Lucky Stars“ etwas von einem Gutenachtlied. Julia Christgau singt hier im Background und Ben Harper steuert die Lap Steel bei.

An der Realisation des Longplayers hatte Harper großen Anteil. Er gab den Anstoß dafür, dass Stelling die Songs einspielte. Harper übernahm auch den Sitz auf dem Produzentenstuhl. Diesen abzugeben, war eine neue Erfahrung für Stelling, der seine vier bisherigen Alben selbst produzierte. Thematisch drehen sich die Lyrics auf „Best Of Luck“ um Vertrauen, um unabgeschlossene Episoden der Vergangenheit und den Aufbruch zu ungewissen Ufern.

Der überwiegende Teil der CD schlägt ruhige Töne an, wobei Stelling sanft seine ausgefeilten Texte singt. „Hear My Calling“ überrascht daher, wenn Stelling mit sich überschlagender Stimme losrockt und dabei die E-Gitarre auspackt. Ebenfalls einen raueren Klang legt er bei „Until I Die“ in seinen Gesang. Während hier Anleihen beim Blues zu hören sind, verweist „Trouble Don’t Follow Me“ auf den Gospel. Die drei unterschiedlichen Uptempo-Nummern sind rundum gelungen und die Songs des Albums, die im Gedächtnis bleiben.

Christopher Paul Stelling lotet auf „Best Of Luck“ die Grenzen des Folks aus. Die Kompositionen folgen genretypischen Mustern, wobei durch die dezente Variation der Instrumentierung keine Monotonie aufkommt, aber der letzte Funke springt bei manchen langsameren Titeln nicht so richtig rüber. Größeren Wiedererkennungswert als die Balladen haben die rockigeren Stücke, bei denen vor allem der Gesang mehr Ecken und Kanten offenbart und so stärkere Konturen entwickelt.

Durch seine ausgiebigen Tourneen in den letzten zehn Jahren schaut der Mann aus Florida, der mittlerweile in North Carolina lebt, auf reichlich Bühnenerfahrung zurück. Im Frühjahr und Herbst sind Auftritte in Deutschland angekündigt, bei denen sich zeigen wird, wie die Songs live wirken.

Anti-/Indigo (2020)
Stil: Folk, Folk Rock

Tracks:
01. Have To Do For Now
02. Lucky Stars
03. Trouble Don’t Follow Me
04. Until I Die
05. Made Up Your Mind
06. Blue Bed
07. Something To Return
08. Hear My Calling
09. Waiting Game
10. Goodnight Sweet Dreams

Christopher Paul Stelling
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Anti-/Indigo
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