Climax Blues Band, 16.02.2020, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

CBB- haupt

Zur Climax Blues Band habe ich bis heute ein eigenartiges Verhältnis gehabt. Obwohl ihre Scheibe „Gold Plated“ und später auch „Shine On“, seit frühsten Sammlerzeiten in meinem LP-Bestand vor sich hinstauben (ich bin ja ein absoluter CD-Verfechter), kann ich mich an kaum einen Song außer ihrem Ohrwurm „Couldn’t Get It Right“, der in unser damaligen Musikkneipe oft gespielt wurde, bewusst erinnern.

So richtig habe ich auch nie den Drang verspürt, mich mit der Musik der Briten auseinander zu setzen, obwohl ich die Band eigentlich an sich sympathisch fand. So bin ich dann mit Kollegen Gernot auch eher aus Respekt vor dem langjährigen konstanten Wirken der Band (jetzt über 50 Jahre!), die Reise ins geliebte Musiktheater Piano recht unbedarft angetreten, um die Woche Sonntags Abends entspannt ausklingen zu lassen, sieben Tage zuvor mussten wir ja wegen des heftigen Sturms beim Blues Caravan leider passen.

Das aktuelle Line-up beinhaltet zwar kein Mitglied mehr aus der Gründerphase, die Herren Glover, Simpson, Adams und Hunt sind aber schon seit Urzeiten mit dabei. Letztgenannter ist zu Fuß nicht mehr so gut dabei (kam mit Gehstock teils unsicheren Schrittes auf die Bühne), hat dafür aber seine Quirligkeit in der Fingern bewahren können und lieferte so manches tolles E-Gitarrensolo ab.

Relativ ’neu‘ dabei sind Fronter Graham Dee (seit 2012, mit engagierter Performance, sehr angenehme Stimme) und Saxofonist Boysey Battrum, dessen Lungenflügel und Backen, die wohl am meisten beanspruchten menschlichen Organe, beziehungsweise Körperteile, während des Konzerts abgaben.

In der knapp zur Hälfte gefüllten Lütgendortmunder Location präsentierte das Sextett den überwiegend 40-60-jährigen Besuchern, einen breitgefächerten Soul-Funk-Blues Rock, der sich vor allem in der Spielfreude der beteiligten Musiker entfachte. Toller Rhythmusteppich von Simpson und Adams, markanter Gesang von Dee, variable Keyboardspielereien vom Spaßvogel der guten englischen Schule, George Glover, immer irgendwann durchzogen von Battrums famosen Saxofon-Plustereien und/oder Hunts E-Soli, bildeten eigentlich das immer wieder kehrende Grundschema, ohne dass es allerdings langweilig wurde.

Die Band versteht sich heute als eigenständiges Kollektiv, das eigentlich weniger auf die Historie zurückschaut und eher das ‚Hier und Jetzt‘ im Fokus hat. Deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass ihr aktuelles Album „Hands Of Time“ mit Tracks wie „Straight Down In The Middle“ (Opener), „17th Canal Street“, „What’s Your Name“, „The Cat“ (alle in Set 1) und „Hands Of Time“, „Ain’t That A Kick In The Head“, „Hard Luck“ (mit Vorstellung und Soli aller Beteiligten) und „Wrong Time“ (alle im 2. Part), hier den Löwenanteil der Spielzeit einnahm.

Zwischen durch gab es mit „The Seventh Son“ und „Spoonful“ noch zwei, auf CBB-Art interpretierte Willie Dixon-Klassiker und natürlich auch kurz vor Ende oben besagtes „Couldn’t Get It Right“ (mit schönem Gesangsinttro von Dee zu sanftem Orgelhall Glovers im abgedunkelten Piano, bevor dann die Band richtig einstieg). Schön diesen Klassesong mal nicht von einer dieser vielen unsäglichen heutigen Coverbands, sondern von absoluten Könnern, serviert zu bekommen.

Die Zugabewünsche des im kompletten Verlauf des Gigs begeistert mitgehenden Publikums, wurden dann mit dem launigen Boogie „Towards The Sun“ auf dem Fuße erfüllt. Am Ende war es eine kurzweilige, musikalisch unterhaltsame Show der Climax Blues Band, der auch in Zukunft noch einiges an Kreativität zuzutrauen ist. Hat sich gelohnt hinzufahren!

Graham Dee – lead vocals
George Glover – keys, vocals
Neil Simpson – bass
Roy Adams – drums, percussion
Boysey Battrum – saxophone
Lester Hunt – electric guitar, vocals

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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