Joshua Hedley – Neon Blue – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Für Joshua Hedley war es mit 19 Jahren sicherlich keine einfache Entscheidung, von Naples, Florida nach Nashville, TN., zu gehen, um dort in Kneipen und Clubs auf Konzertbühnen Country-Music zu spielen. Der Gitarrist, Fiddle-Player, Songwriter und Sänger lernte so von der „Pieke“ auf sein musikalisches Handwerk, während seine Freunde zum College gingen.

Künstler, wie Ray Price, George Jones und Glen Campbell waren in dieser Zeit seine Vorbilder und die Vorliebe für Old-School-Country bestimmte die Stilrichtung seines Debut-Albums „Mr. Jukebox“ (2018). Dessen Titel kam durch Hedleys bemerkenswerte Bühnenfähigkeit zustande, auf Wunsch des Publikums nahezu jeden klassischen Country-Song stilecht nachzuspielen.

Auf seinen ersten Longplayer folgten schließlich ein Auftritt in Nashvilles größter Konzertarena als „Opener“ für Jack White (The White Stripes) und die ersten Planungen für das Nachfolgealbum „Neon Blue“. Rechtzeitig konnte Hedley seinen Alkoholkonsum wieder in den Griff bekommen und mit einigen Co-Writer-Freunden die Anforderungen der erfahrenen Produzenten Skylar Wilson und Jordan Lehning erfüllen. Entstanden ist dabei eine Art Konzeptalbum, das den Country-Sound zu Beginn der 90er Jahre einfängt und in zeitgenössischen Arrangements nostalgisch und zugleich modern interpretiert.

Zutaten für die melodiösen Songs sind vor allem swingende Fiddle-Parts und wimmernde Steel-Guitars, die in ihrer traditionellen Ausrichtung mit stark betonten Refrains typische Stücke „der alten Country-Schule“ aufbauen. Selbst Alleskönner, wie Garth Brooks wären mit Titeln, wie „Broke Again“, „Wonder If You Wonder“ oder „Neon Blue“ in ihrem Element: energiegeladener Country-Rock vom Feinsten!

Auch Glen Campbell hätte bestimmt mit „Found In A Bar“, „Free“ oder „Let’s Make A Memory“ ebenfalls sicher keine Probleme gehabt. Das zum Mitsingen auffordernde Stück „Bury Me With My Boots On“ klingt nach einem altbekannten Klassiker und die Balladen „Down To My Last Lie“ oder „Old Heartbroke Blues“ markieren eine abwechslungsreiche Songfolge.

Diesen „Good-Old-Country-Style“ hat Joshua Hedley lange Jahre in Robert’s Western World, einem Szene-Honkytonk am Rande von Music-City in stundenlangen Konzerten eingeübt. Er nennt die Location liebevoll eine selten gewordene, zeitlose „Oase“, eine Bastion der musikalischen Nostalgie des ursprünglichen Country, deren Bühne er immer verbunden bleibt und dies zum Abschluss des Longplayers mit der Heimweh-Hymne „River In The Rain“ mehr als eindrucksvoll symbolisiert.

Joshua Hedleys zweites Album „Neon Blue“ vermittelt die absolute Verbundenheit mit der Musik, die er mit einfachen Worten beschreibt: „The sound is modern, but it’s still discemibly country“! Eine Aussage, die in ihrer großzügigen Bescheidenheit als Understatement eines Anwärters auf eine Nominierung für das „Album Of The Year“ uneingeschränkt neue Fans bescheren dürfte.

New West Records (2022)
Stil: Country

Tracks:
01. Broke Again
02. Country & Western
03. Old Heartbroke Blues
04. The Last Thing In The World
05. Down To My Last Lie
06. Free (One Heart)
07. Neon Blue
08. Bury Me With My Boots On
09. Found In A Bar
10. Let’s Make A Memory
11. Wonder If You Wonder
12. River In The Rain

Joshua Hedley
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Charley Crockett – Lil’ G. L. Presents: Jukebox Charley – CD-Review

Review: Michael Segets

Charley Crocketts Veröffentlichungen folgen Schlag auf Schlag, zuletzt im Halbjahresrhythmus. Die Schlagzahl kann er einlegen, da er sich gerne am Fundus der Country- oder Bluesgeschichte bedient und ältere Titel covert. Unter seinem alter ego Lil‘ G. L. greift er auf „Lil’ G. L. Presents: Jukebox Charley” erneut in die Schatzkiste des Countrys aus vergangenen Tagen.

Ähnlich wie Lucinda Williams, die sich in ihrem Coverprojekt Beiträgen des Genres aus den 1960ern zuwandte, gewinnt auch Crockett den Songs einen eigenen Sound vor allem durch seinen Gesang ab. Da seine Arrangements semi-akustisch gehalten sind, wirken sie jedoch in einem stärkeren Maße traditionsverbunden. Mit seinem New Traditional Country schwimmt Crockett zurzeit auf einer Erfolgswelle. Er verzeichnet mittlerweile 155 Millionen Streams – die Hälfte davon im vergangenen Jahr. Sein letztes Album „Music City USA“ hielt sich sechs Wochen auf Platz 1 der Americana-Radio-Charts. Crockett hat also wenig Grund, etwas grundlegend zu ändern.

Bei der Auswahl der Stücke meint Crockett allerdings, ein Risiko eingegangen zu sein, da er auf keine geläufigen Titel setzt. Mit Ausnahme von Willie Nelson („Home Motel“) ist mir die Riege der Songwriter unbekannt. Dies sagt natürlich wenig über die grundsätzliche Qualität der Musik, aber insgesamt bleiben die einzelnen Tracks und Interpretationen tastsächlich kaum im Ohr.

Wie gewohnt setzt Crockett auf Twang und Steel Pedal („Lonely In Person“, „Jukebox Charley“, „Out Of Control“). Etwas Varianz bringt er durch Pfeifen („Where Have All The Honest People Gone”) und Doo Wop im Background („Heartbreak Affair”) ein. Ein paar Balladen („Same Old Situation”) stehen neben den Midtempo-Stücken in herkömmlicher Country-Manier („Battle With The Bottle”, „ Between My House And Town”). Insgesamt stellt „Jukebox Charley” ein unaufgeregtes und unaufregendes Album dar, das sich an Traditionalisten richtet.

Aber Crockett kennt seine Zielgruppe und beweist mit der Auswahl seiner ersten Single einmal mehr ein sicheres Händchen. „I Feel For You” ist der beste Track des Longplayers und spricht mit einem eingängigen Refrain sowie einer souligen Performance nicht allein die Country-Enthusiasten an. Weitere Highlights des Albums sind der lockere Opener „Make Way For A Better Man” sowie das Traditional „Diamond Joe”. Kurz vor Schluss folgt dann noch „Six Foot Under”, das unter den Songs hervorsticht.

Charley Crockett ist ein Arbeitstier. Nicht nur die schnelle Folge seiner Veröffentlichungen, sondern auch sein unermüdliches Touren zeigen dies. Bis Mitte Mai sind 35 Auftritte in den USA angekündigt, dabei supportet er zweimal Willie Nelson. Wann er wieder nach Europa kommt, bleibt noch offen.

Mit „Lil’ G. L. Presents: Jukebox Charley” setzt Charley Crockett seine Reihe von Coveralben fort. Er nimmt sich eher unbekannten Songs aus der Frühzeit des Country an und arrangiert diese gewohnt stilvoll. Neben ein paar Highlights erscheinen die Titel und Interpretationen im Vergleich zu früheren Longplayern etwas schwächer. Crockett revolutioniert das Genre nicht, hält es aber in Erinnerung. Bislang ist das Konzept aufgegangen und so bleibt zu vermuten, dass auch dieses Album seine Hörer findet.

Son Of Davy – Thirty Tigers/Membran (2022)
Stil: Country

Tracks:
01. Make Way For A Better Man
02. I Feel For You
03. Lonely In Person
04. Diamond Joe
05. Where Have All The Honest People Gone
06. Home Motel
07. Jukebox Charley
08. I Hope It Rains At My Funeral
09. Heartbreak Affair
10. Battle With The Bottle
11. Out Of Control
12. Six Foot Under
13. Same Old Situation
14. Between My House And Town

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Paul Cauthen – Country Coming Down – CD-Review

Review: Michael Segets

Paul Cauthen führt mit „Country Coming Down“ den Weg fort, den er auf „Room 41“ einschlug. Country, Disco, R&B und etwas Rap treffen sich in einer eigenwilligen Kombination. Das funktioniert mal besser, mal weniger gut. Cauthen verbindet Provokation mit einer Portion Selbstironie, wenn man beispielsweise das „Video zur Single „Country As Fuck“ anschaut. Der Song sollte laut gespielt werden und zählt sicherlich zu den eher gelungen Experimenten auf der CD.

Cauthen nutzt elektrische Spielereien oftmals so ausgiebig, dass Songs wie „Country Clubbin‘“, „Campagne And A Limo 2“ oder „Cut A Rug“ letztlich mit Country nicht mehr viel zu tun haben und auch sonst weder Fisch noch Fleisch sind. Der Bariton von Cauthen, der für den Country gemacht scheint, baut einen künstlichen, gewollt wirkenden Kontrast zur instrumentellen Gestaltung der Titel auf. Das Schlagzeug hört sich bei einigen Tracks sehr nach Plastik an. „High Heels“ könnte mit dem eingängigen Refrain eine gute Nummer sein, wenn das Arrangement erdiger wäre.

Seine Stimmgewaltigkeit stellt Cauthen bei „Caught Me At A Good Time“ in den Vordergrund. Auf „Till The Day I Die“ erzeugt sein Gesang eine gewisse Dramatik, die nicht von der eher poppigen Untermalung unterstützt wird. Deutlich stimmiger ist da „Roll On Over“, bei dem Cauthen auf effektheischende Einsprengsel verzichtet und sich auf seine Stimme konzentriert sowie auf eine solide Bandbegleitung setzt.

Höhepunkt des Albums stellt „Fuck You Money“ dar. Cauthen rockt hier unterstützt von kräftigen Riffs und Solo der E-Gitarre. Im Gegensatz dazu und zu den anderen Stücken zeigt sich Cauthen beim Titeltrack von einer akustischen Seite. Zum Abschluss des Longplayers kommt somit ein ruhiger, runder Countrysong zu Gehör.

Paul Cauthen bereichert als Produzent (Leah Blevins) und mit seinen eigenen Veröffentlichungen die Country-Sparte und überschreitet deren Grenzen. Der Einbezug elektrischer Elemente und die Verbindung zu populären Musikstilen war auf „Room 41“ noch innovativ, auf Dauer bleibt aber fraglich, ob dieses Konzept tragfähig ist. Vielleicht bin ich aber auch schon zu alt, um mich länger auf diesen Sound einzulassen.

„Country Coming Down“ kann als Fortführung seines vorangegangenen Albums angesehen werden. Die synthetischen Elemente der Musik im Zusammenspiel mit seiner Stimme bilden ein Spannungsfeld, das nicht durchgängig zündet. Der innovative Einfall dieser Verbindung scheint ausgeschöpft zu sein. Vollständig überzeugt letztlich nur das rockige „Fuck You Money“. Hoffentlich kündigt sich mit ihm eine neue Richtung an, in der Paul Cauthen seiner Kreativität und seinem bissigen Humor freien Lauf lässt.

Velvet Rose – Thirty Tigers/Membran (2022)
Stil: Country and more

Tracks:
01. Country As Fuck
02. Caught Me At A Good Time
03. High Heels
04. Country Clubbin’
05. Campagne And A Limo 2
06. Fuck You Money
07. Cut A Rug
08. Till The Day I Die
09. Roll On Over
10. Country Coming Down

Paul Cauthen
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

High South – Peace, Love & Harmony Revisited – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Zwei Jahre nach ihrem letzten Studio-Album ist die US-Band High South aus Nashville, TN, mit einer Limited-Doppel-CD Edition erneut am Start. „Peace, Love & Harmony Revisited“ ist die gelungene Fortsetzung des bisherigen Westcoast Sounds, der u.a. an die stilprägende Epoche von Crosby, Stills and Nash, The Eagles und The Byrds grandios erinnert.

Mit 11 feinen Studio-Tracks, zum Teil Alternativ-Versionen eigener Kompositionen, aber auch ansprechenden Cover-Songs, wie „Ventura Highway“ (America), „The Weight“ (The Band), „Suite Judy Blue Eyes“ (CSN) und nicht zu vergessen „If You Want Get To Heaven“ (Ozark Mountain Daredevils) liefern High South eine ganze Reihe musikalischer Glanzstücke ab, die auf dem zweiten Silberling durch einen Konzert-Mitschnitt „Live in Woodstock“ und 13 Tracks ergänzt werden.

Als Produzent ist Josh Leo (u.a. Glenn Frey, Nitty Gritty Dirt Band) wieder mit von der Partie, der für die Studio-Sessions erfahrene Gastmusiker eingeladen hatte. Neben Devon Pangle (John Fogerty Band), Jack Pearson (The Allman Bothers), Steve Mackey (The Wallflowers) waren auch Tony Harrell (u. a. Toby Keith) und NIR Z (u. a. John Mayer) Special-Guests.

Diese Unterstützung ist bei den neuen Eigenkompositionen wie zum Beispiel „Every Road Feels Like Home“ und „420 on 62“ zu spüren, die durch starke Gitarren- und Harmonica-Parts neben den durchweg erstklassigen Gesangsharmonien besonders auffallen.

Eine mitreißende Konzertstimmung bietet auch die live in Woodstock-CD mit den beiden Erstveröffentlichungen („Dig It“ und „Candy Apple Jane“). Die Aufnahmen lassen die Ausstrahlung der Band und den begeisternden Sound des allgegenwärtigen Westcoast-Spirits zwischen Americana und Country in eigener Faszination freien Lauf.

Die drei High South-Mitglieder Kevin Campos (Vocals, Acoustic-Guitar), Jamey Garner (Vocals, Acoustic-Guitar, Harmonica) und Phoenix Mendoza (Vocals, Acoustic & Electric Guitar, Horns) haben mit der „Revisited“ – Ausgabe eine bemerkenswerte Ergänzung zum „Peace, Love & Harmony“ Album (2020) nachgelegt.

Der neue Longplayer kommt rechtzeitig zur bevorstehenden Tournee 2022, die ab dem 01.04. in über 25 Locations in Deutschland, Österreich und der Schweiz terminiert ist. Auch für Fans von Tom Petty, den Doobie Brothers, CSN, und den Eagles ist „Peace, Love & Harmony Revisited“ von High South ein gut produziertes musikalisches Sammlerstück, das den besonderen Spaß an den legendären Sounds der Westcoast-“Gründerjahre“ aufrechterhält.

Eigenproduktion (2022)
Stil: Folk Rock, Westcoast, Country

Tracks:
CD 1
01. Peace, Love And Harmony (Alternate Version)
02. If You Wanna Get To Heaven
03. Every Road Feels Like Home
04. 420 ON 62
05. All Over But The Cryin
06. Slow Burn
07. All I Want Is You
08. Ventura Highway
09. Suite: Judy Blue Eyes
10. The Weight
11. Joshua Tree (Acoustic Version)

CD 2 (Live in Woodstock)
01. If You Wanna Get To Heaven
02. Dig It
03. 420 On 62
04. Ghost Town
05. Joshua Tree
06. Leaving California
07. Roll That Stone Away
08. Make It Better
09. Everybody’s Getting High On Something
10. Let’s Get High
11. Candy Apple Mary
12. Peace, Love And Harmony
13. Love Ain’t Gonna Let You Down

High South
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Elles Bailey – Shining In The Half Light – CD-Review

Elles Bailey zählt zu den Künstlerinnen, die bei den Dingen, die wir in ihrer Sache bisher im SoS beleuchtet haben, allesamt restlos überzeugen konnte. Zum einen bei ihren beiden starken Konzerten 2018 und 2019 im heimeligen topos in Leverkusen und auf ihren beiden bis dato veröffentlichten Silberlingen, wobei sie bei ihrem Debüt „Wildfire“ sogar den geschätzten Kollegen Segets begeisterte, der ja für seinen überwiegenden Faible für eher verschrobene Musik bekannt ist.

Am 25. Februar erscheint nun ihr drittes Werk „Shining In The Half Light“, das zum ersten Mal (vermutlich der Pandemie und auch den zu dieser Zeit zu erwartenden Mutterfreuden der Protagonistin geschuldet) komplett in den Middle Farm Studios  im englischen Devon entstanden ist (bei den Vorgängern war Elles ja zum Teil auch nach Nashville gereist).

Assistiert und geholfen haben ihr in Sachen Songwriting Leute wie Ash Tucker, Will Edmunds, Martin Harley, Matt Owens von der Indie-Folk-Band Noah And The Whale, Alex Maile, Tamara Stewart, Brett Boyett sowie ihr sympathischer Gitarrist Joe Wilkins, der sich auch wieder für die formidable Saitenarbeit verantwortlich zeigt. 

Bassist Matthew Waer, Jonny Henderson an den Keys und Drummer Matthew Jones vervollständigten den instrumentellen Teil, Izo Fitzroy, Jade Elliot sowie Andrusilla Mosley sorgten für herrlich gospelige Harmoniegesänge, Dan Weller (Enter Shikari) übernahm die Produktion der Scheibe.

Elles Bailey ist für mich eindeutig die amerikanischste Britin, die ich bisher rezensieren durfte. Nicht nur ihrer Stimme wegen, die mich zu einem großen Teil in ihrer Gewalt und Variabilität an die grandiose Sängerin Wynonna erinnert, sondern vor allem dank des stark südstaatlich geprägten Sounds, der von swampigen Slide-Gitarren, Southern Rock-artigem und countryesken Sound, nicht zu vergessen den weiblichen Backgroundvocals, bestimmt wird.

Gerade die drei ersten Stücke „Cheats And Liars„, „The Game“ und „Stones“ werden unserer Southern Rock-Klientel Freudentränen in die Augen treiben, was aber auch für die ruhigeren Sachen gilt, die nur so vor Southern Soul und Countryfeeling strotzen und bei denen die überragenden Lead vocals von Bailey noch besser zum Tragen kommen.

Klaro, bei Tracks wie dem mit wummernder Orgel und rockigen E-Gitarren angeschobenen „Sunshine City“, das auch gut auf Whitesnakes damaliges „Ready ‚An Willing“ gepasst hätte, oder dem abschließenden Titelsong „Shining In The Half Light“ mit einem unterschwelligen psychedelischen Bad Co.-Flair, blinzelt der britische Ursprung dann auch mal hervor.

Kommen wir am Ende zu den Ungerechtigkeiten dieser Welt. Während ihrer Landsmännin Adele die Welt stilübergreifend zu zu Füße liegt, vom Finanziellen ganz zu schweigen, wird Elles Bailey wohl, trotz einiger Aufseher, wie die Wahl zum ‚UK Blues Artist of the Year 2021‘ oder einer Nominierung zum ‚Artist of the Year‘ bei den UK Americana Awards 2022, weiterhin eher ihrem sparteninternen Insiderstatusleben fristen müssen.

Dabei kann sie auf eine mindestens ebenso, wenn nicht sogar  ausdrucksstärkere Stimme als der Star aus London verweisen und die bessere Musik, wie es auch „Shining In The Half Light“ wieder beweist, macht sie ohnehin schon immer…

Outlaw Music – (2022)
Stil: Blues/(Southern) Rock/Country/Roots

01. Cheats And Liars
02. The Game
03. Stones
04. Colours Start To Run
05. Different Kind Of Love
06. Who’s That
07. Sunshine City
08. Halfway House
09. Riding Out The Storm
10. Shining In The Half Light

Elles Bailey
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V2 Records & Bertus Musikvertrieb

 

 

 

Kommen wir am Ende zu den Ungerechtigkeiten dieser Welt. Während ihrer Landsmännin Adele die Welt stilübergreifend zu zu Füße liegt, vom Finanziellen ganz zu schweigen, wird Elles Bailey wohl weiterhin, trotz einiger Aufseher, wie die Wahl zum ‚UK Blues Artist of the Year 2021‘ oder einer Nominierung zum ‚Artist of the Year‘ bei den UK Americana Awards 2022, eher ihrem sparteninternen Insiderstatus fristen müssen.

Dabei kann sie auf eine mindestens ebenso, wenn nicht sogar  ausdrucksstärkere Stimme verweisen und die bessere Musik macht sie ohnehin schon immer…

Outlaw Music – (2022)
Stil: Blues/(Southern) Rock/Country/Roots

01. Cheats And Liars
02. The Game
03. Stones
04. Colours Start To Run
05. Different Kind Of Love
06. Who’s That
07. Sunshine City
08. Halfway House
09. Riding Out The Storm
10. Shining In The Half Light

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Kommen wir am Ende zu den Ungerechtigkeiten dieser Welt. Während ihrer Landsmännin Adele die Welt stilübergreifend zu zu Füße liegt, vom Finanziellen ganz zu schweigen, wird Elles Bailey wohl weiterhin, trotz einiger Aufseher, wie die Wahl zum ‚UK Blues Artist of the Year 2021‘ oder einer Nominierung zum ‚Artist of the Year‘ bei den UK Americana Awards 2022, eher ihrem sparteninternen Insiderstatus fristen müssen.

Dabei kann sie auf eine mindestens ebenso, wenn nicht sogar  ausdrucksstärkere Stimme verweisen und die bessere Musik macht sie ohnehin schon immer…

Outlaw Music – (2022)
Stil: Blues/(Southern) Rock/Country/Roots

01. Cheats And Liars
02. The Game
03. Stones
04. Colours Start To Run
05. Different Kind Of Love
06. Who’s That
07. Sunshine City
08. Halfway House
09. Riding Out The Storm
10. Shining In The Half Light

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Walk That Walk – You Good.?! – CD-Review

Walk That Walk ist ein Quartett, das sich bis dato einen Namen in der Bostoner Blues-Szene gemacht hat, aber, zumindest auf diesem Album mit dem Titel „You Good.?!“, ihren Blues mit Elementen bereichert, die man eher in südstaatlichen Gefilden wahrnimmt.

Dies kann man schon an den genutzten Instrumenten des Bandleaders, Lead-Vokalisten (tolle raue Stimme irgendwo zwischen Roger Chapman und Billy Gibbons) und auch Produzenten dieses Werks, Chuck ‚Poppa C‘ DeSnyder, erkennen, der sich für Gitarren, Slide und Dobro verantwortlich zeigt, aber auch denen des Gastmusikers Pappy Biondo, der mit Gitarre, Banjo, Fiddle und Dobro eine wichtige Rolle spielt.

Das etatmäßige Line-up wird noch durch Jon ‚Gutlet‘ Reese am Bass, James ‚Stickman‘ Waldron an der Mundharmonika und Alan Waters am Schlagzeug vervollständigt. Weitere recht markante Akzente setzen Rebecca Jean Smith mit schönen weiblichen Harmonyvocals und der überragende Ray Paczkowski, der mit einigen Orgelspielereien und viel Pianogeklimper ebenfalls einen wesentlichen Stempel aufdrückt.

Meine beiden Favoriten der CD sind direkt der Opener „I’m The Man“, der durch seinen „After Midnight“-Groove mit reichlich J.J. Cale-Flair daherkommt und das originell gemachte „All Kinds Of Alcohol“, wo DeSnyder und die weitere Gastsängerin namens Queen E, zu einer bluesigen Untermalung, eine Art  typische Thekenunterhaltung führen und sich ein humorvolles Frage- und Antwortspiel liefern. Klasse gemacht, schön finde ich die Passage, wo er sie fragt: „Whatya think of my singin‘? Sie: „You know what I tell people about your singin‘?“ Er: „Well, what do you say?“ Sie:  I tell ‚em that you are a really good guitar player!“

„Country Boy Strong“ kommt, wie es der Titel vermuten lässt, countrylastig, in „Detroit Rumble“ werden Musiker aus der Region wie u. a. Bob Seger und Mitch Ryder textlich gewürdigt, der Rest ist klasse und authentisch performter Blues, mal rockiger, mal traditioneller, wobei die hier und da eingebrachte quäkige Harp auch für ein wenig Deltaspirit sorgt.

Da ich mal davon ausgehe, dass Walk That Walk in unseren Sphären eine eher unbekannte Variable darstellen, darf man der hiesigen Blues-Interessen-Gemeinde ihr Album „You Good.?!“ guten Gewissens als Tipp empfehlen. Wirklich gut gemacht!

Eigenproduktion (2021)
Stil: Blues & More

Tracklist:
01. I’m The Man
02. You Good.?!
03. Detroit Rumble
04. After Hours
05. The Workin‘ Blues
06. Country Boy Strong
07. Gone Fishin‘
08. All Kinds Of Alcohol
09. It’s Cocktail Time

Walk That Walk
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Brent Cobb – And Now, Let’s Turn The Page… – CD-Review

Ich muss zugeben, dass ich als großer Fan von Brent Cobb, zum ersten Mal, von einem seiner Alben „And Now, Let’s Turn To Page…“ , ein Gospelwerk, enttäuscht bin. Allerdings muss man dieses Werk am Ende auch gerechter Weise aus zwei, beziehungsweise sogar aus drei Perspektiven beleuchten.

Zum einen aus meiner persönlichen Sicht als Rezensent mit meinem zu Grund liegendem Geschmack, dann aus der des Künstlers selbst und der seiner potentiellen Klientel.

Im Gegensatz zu den Amis habe ich es nicht mit Gott, Religion und Kirche. Ich bin mit 18 Jahren aus dieser ausgetreten und sie hat mich seit der 5. Klasse dann auch nur einige wenige Male von innen gesehen. Gefürchtet waren immer besondere Anlässe, wie Hochzeiten oder Kommunion und ähnliche Feiern von den Kindern meiner Geschwister.

Ich bin heute nach wie vor der Meinung, dass, wenn Menschen nicht glauben würden, zumindest nicht an religiöse Dinge, würde schon ein Großteil des Leides dieser Erde erspart bleiben. Deshalb kann ich auch mit dieser christlich-umwehten Scheibe, nur in Teilen etwas anfangen. Gut, das ist ein anders Thema und hier geht es ja um Brent Cobb, seine Intention zum Werk und die musikalische Umsetzung.

Die Idee zu einer Gospelsache kam ihm, nachdem er mit seinem Sohn, bei einem Autounfall, fast ums Leben gekommen ist und er die Endlichkeit des Seins rigide vor Augen geführt bekommen hatte. Zudem ist seine gesamte Familie kirchengesangsgeprägt und alle großen Countrykünstler wie Elvis & Co. waren wohl mal in diesen Sphären unterwegs. Warum also nicht auch Brent Cobb.

Der hat acht Klassiker dieses Genres (southern-) countrytechnisch neu interpretiert und einen Song mit seiner Frau dazukreiert.  Die meisten der mit Brian Allen (Bass), Mike Harris (Gitarre) Chris Powell (Drums) und Philip Towns (Keyboards) eingespielten Tracks plätschern dabei mit Piano, sanfter Orgel, Akustikgitarre, etwas Steel, ein wenig E-Slide und Harmoniegesängen, sehr langsam und andächtig vor sich hin. Hier machen die ebenfalls aus Georgia stammenden Anderson East, und Caylee Hammack  einen starken Job. Produziert hat sehr feinfühlig sein berühmter Cousin Dave Cobb.

Richtiges Gefallen finde ich insgesamt nur an den drei Liedern „When It’s My Time“, ein Countryschwofer mit leichten Little Feat-Tendenzen und den beiden southernrockigen „Are You Washed In The Blood“ und  dem Skynyrd-mäßigen „We Shall Rise“, wo Brent seine ganze Klasse aufblitzen lasst.

Aus der Sicht vom gläubigen Brent himself hat er natürlich demnach, ein der Thematik angepasstes, tolles Werk voller familiärer Emotionen und Authentizität abgeliefert, und es dabei musikalisch nahezu perfekt umgesetzt.

Kommen wir zur Klientel. Die Leute, die seine Southern-Country-Rock-Alben mögen und mit Jesus hier und Jesus da, nix anfangen können, so wie ich, werden insgesamt sein künstlerisches Potential würdigen, aber eher unzufrieden sein.

Für Leute, die auf solch andächtige Musik im ruhigen Old School Country-Format stehen und vielleicht auch heute noch religiös verankert sind, ist diese Scheibe natürlich Weihwasser auf ihre Mühlen.

Nach knapp 29 Minuten ist dann die Messe gelesen, bzw. die letzte Seite umgedreht. Bei meinen, von der Anzahl her, spärlichen Besuchen in der Kirche, wäre ich  vermutlich froh gewesen, wenn es, statt scheinheiligem Singsang, solche Musik, wie auf „And Now, Let’s Turn To Page…“ von Brent Cobb, zu hören gegeben hätte. Trotz aller Authentizität der Scheibe hoffe ich, dass er diese demnächst wieder im Dorf lässt und an seine überragenden Alben „No Place Left To Leave“ oder „Providence Canyon“ anknüpft.

Ol‘ Buddy Records (2022)
Stil: Country/Gospel

01. Just A Closer Walk With Thee
02. When It’s My Time
03. In The Garden
04. Are You Washed In The Blood
05. Softly And Tenderly
06. Old Rugged Cross
07. We Shall Rise
08. Old Country Church
09. Blessed Be The Tie That Binds

Brent Cobb
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Jamestown Revival – Young Man – CD-Review

Jamestown Revival mit ihrem vierten Album! Die aus Texas stammende Band um das Anführer-Duo Zach Chance und Jonathan Clay führen den Weg, den sie auf dem Vorgängerwerk „San Isabel“ eingeschlagen haben, konsequent fort, allerdings in noch reduzierterer Form. So wurde die E-Gitarre zum Beispiel diesmal völlig ausgeklammert.

Ihre bisherigen, in Eigenregie produzierten, überwiegend hochgelobten Alben, waren aber wegen des unausgewogenen Sounds zum Teil kritisiert worden (stimmt, wie ich meine). Deshalb hat man mit Robert Ellis und Joshua Block erstmals zwei echte Profis an die Reglerknöpfe gelassen und das merkt man in der Tat sofort.

Die dominierenden Instrumente wie Akustik- und Steel-Gitarre, sowie Fiddle (kommt erstmalig bei den Jungs zum Einsatz), die für einen sehr starken Country-Einschlag sorgen, sind hervorragend auf die von Chance und Clay meist im Doppelgesang performten Songs abgestimmt. Dazu gesellen sich, je nach Stimmung der Tracks, Mandoline, Dobro, ein hauchzartes E-Piano, Bass und überwiegend perkussive Klänge als Rhythmusgeber.

„Ich denke wirklich, dass dies ein Album über das Erwachsenwerden und das Einleben in eine Identität ist.“  Es geht darum, seine Identität zu verlieren und danach sie wieder zu suchen. Es ist das Gefühl, als hättest du sie gefunden und dann erkannt, dass es nicht so ist. Und es geht um unsere Erfahrungen aus den letzten 15 Jahren des Musikmachens – die Erfolge und Misserfolge und all diese Dinge miteinander vermischt,“ so Clay zur Intention des neuen Longplayers.

Der herrlich desertmäßig mit hallender, als auch fiepender Steel und mexikanisch anmutender Akustikgitarre in Szene gesetzte Opener „Coyote“ gibt direkt die oft melancholisch und im countryesken Veranda-Stil gehaltene Grundstimmung des nachfolgenden Songmaterials vor.

Viele Lieder wie u. a. das überragende Titellied „Young Man“ erinnern mich aufgrund der tollen, typisch texanischen Vokalharmonien an den Stil der Band Of Heathens, allerdings hier natürlich ohne deren rockigen Charakter (man muss sich aber im Prinzip nur klassische Drums und deren E-Gitarren ‚dazudenken‘). Mein Lieblingstrack ist das zum Entschleunigen animierende „Slow It Down“, das dank der Pedal Steel-Töne sogar mit einen leichten Marshall Tucker Band-Touch daherkommt.

Am Ende erhält man mit „Young Man“ von Jamestown Revival ein tolles atmosphärisches Gesamtwerk, fein eingespielt und mit klasse Texten, das man sehr schön als perfekte Hintergrundmusik zum sommerlichen Barbecue-Abend laufen lassen kann.

Eigenproduktion (2022)
Stil: Country / Americana

Tracks:
01. Coyote
02. Young Man
03. Moving Man
04. Northbound
05. These Days
06. One Step Forward
07. Slow It Down
08. Way It Was
09. Old Man Looking Back
10. Working On Love

Jamestown Revival
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Mandy Marylane – Blues Shack – EP-Review

Kein einfacher Stoff für mich, was da die Tage, mal wieder aus Amerika gesendet, bei mir im Briefkasten lag. Eine Cover-EP mit fünf Stücken namens „Blues Shack“ von der mir bis dato unbekannten Mandy Marylane. Aus dem Beipackzettel erfahre ich, dass sie bereits zuvor schon eine EP mit fünf eigenen Liedern herausgebracht hat (in die ich dann natürlich auch hineingehört habe).

Für „Blues Shack“ hat sie sich mit dem Multiinstrumentalisten Fernando Perdomo zusammengetan und zu zweit haben sie sich an Stücke aus dem Blues- und Countrybereich  von Musikern wie u. a. Lonnie Johnson, Marty Brown, Fred Neil gemacht, die schon etliche Jahre auf dem Buckel haben.

Im Prinzip läuft hier alles nach gleichem Schema ab, allerdings musikalisch durchaus variantenreich. Perdomo tobt sich nämlich an zahllosen Instrumenten (E-, Akustikgitarre, Dobro, Bass, Organ, Piano, Sound Machine, Drums und allerhand Percussionutensilien) aus, jedoch immer in sehr zurückhaltender und reduzierter Form, wodurch sich die Protagonistin mit ihrer charismatischen tiefen Altostimme, bestens entfalten kann. In manchen Phasen („Drunkyard’s Blues“, „Dragnet For Jesus“) erinnert sie mich von der Ausdrucksstärke und emotionalen Art an Beth Hart.

Die Tracks entwickeln mit der Zeit eine fast surreale Atmosphäre, man fühlt sich vorm geistigen Auge wie in einer kleinen dunklen verräucherten Bar, mit leichtem Schwindel nach schon etlichen (zu viel) konsumierten Drinks oder in einer Art schrillen musikalischen Varieté-Umgebung, wo Gaukler, Clowns und Jongleure, den Blues auf ihre Weise zelebrieren. 

Am Ende weiß man, dass Mandy Marylane sowohl den Blues- und Countrygesang bestens beherrscht, die großen Massen mit der teils schwierig zu konsumierenden und reduzierten Kost (auch übrigens bei ihrem überwiegend akustisch, leicht folkig gehaltenen Erstwerk) aber wohl erst mal nicht erreichen wird. Das hier ist sympathische und authentische Kost mit Herz für Bluespuristen, die es gerne etwas spezieller mögen.

Y&T Music (2021)
Stil: Blues

Tracks:
01. Devil’s Got The Blues
02. High And Dry
03. Blues On The Ceiling
04. Drunkyard’s Blues
05. Dragnet For Jesus

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Y&T Music

Stash – Walk The Walk – CD-Review

Review: Michael Segets

Ted Russell Kamp, Rich McCulley und Joey Peters haben Stash in Leben gerufen. Im Musikbusiness sind die drei keine Neulinge, legen jetzt aber mit „Walk The Walk“ ihr gemeinsames Debüt vor. Ted Russell Kamp verdiente sich seine Sporen als Bassist. So spielte er bei Waylon Jennings und lange Zeit in der Band dessen Sohns Shooter Jennings oder heimste einen Grammy mit Tanya Tucker ein. Jüngst begleitete er auch Marilyn Manson. Seine Songs wurden von Shooter Jennings, The Statesboro Revue und Micky & The Motorcars aufgenommen.

Seit den 1990ern veröffentlicht er Solo-Alben, die vor allem in Europa erfolgreich waren. Rich McCulley ist ebenfalls seit zwanzig Jahren als Solokünstler unterwegs und wirkte an einigen Filmmusiken mit. Die Film- und Werbeclip-Branche stellt zurzeit das Hauptbetätigungsfeld von Joey Peters dar. Er war Drummer bei Grant Lee Buffalo – mit dem Frontmann Grant-Lee Phillips– und Cracker. Derzeit aktiv ist er bei Rusty Truck.

Alle drei arbeiten als Produzenten für andere Musiker und haben das Heft nun ebenso bei ihrer CD selbst in die Hand genommen. Bei so viel Erfahrungen und dem breiten musikalischen Background verwundert es nicht, dass „Walk The Walk“ routiniert eingespielt wirkt. Die alten Hasen verzichten auf die Unterstützung weiterer Musiker mit Ausnahme von „Talk The Talk“, auf dem Anna Maria Rosales die Vocals ergänzt.

Auf dem Erstlingswerk schlägt Stash überwiegend einen rockigen Weg ein. Dabei gehen manche Tracks in Richtung Countryrock („Queen Of The Highway”, „One Step Ahead Of The Law”), andere wecken Erinnerungen an den Gitarrenrock der 1980er („You’re The One”). Gute Laune verbreitet „Hey, Hey, Hey“, der aus der Anfangszeit des Rock ‘n Roll stammen und eine Nummer der Blues Brothers sein könnte. Ebenfalls ein hohes Tempo geht „One Track Mind“. Deutlich rauer gibt sich „What I Need” oder auch „Catch Me If You Can”, bei dem E-Gitarren und Mundharmonika den Sound bestimmen.

Das Trio zeigt zudem seine Nähe zum Outlaw-Country. Da kommen traditionell Banjo („Smoke And Mirrors”) und Mandoline („Into The Sunset”) zum Einsatz, aber Stash trumpft bei „Ain’t That Kind Of Man“ auch noch mit Trompete und Posaune – beide gespielt vom Multiinstrumentalisten Kamp – auf. Während sich „Sweet Salvation Of The Dawn” stilistisch in der gleichen Schiene bewegt, fällt der Schmachtfetzen „By Your Side“ aus dem Rahmen.

Sowohl im Rock- als auch im Country-Bereich überzeugen die von den Bandmitgliedern gemeinsam geschriebenen Songs. Sie sind geradeaus verfasst und dennoch abwechslungsreich. Die Stimme von Kamp ist nicht außerordentlich markant, gewinnt aber bei mehrmaligen Durchläufen. Der Kalifornier kommt im Februar auf Konzerttour nach Europa, wo man sich dann ein Bild seiner Live-Qualitäten machen kann – sofern die Umstände es zulassen.

Mit Stash betritt eine neue Band die Rock- und Country-Bühne, die von der langjährigen Erfahrung ihrer Mitglieder – Ted Russell Kamp, Rich McCulley und Joey Peters – profitiert. Handgemacht eingespielt und gradlinig produziert spiegeln die Anspieltipps „What I Need” und „Ain’t That Kind Of Man“ die beiden Seiten von „Walk The Walk“ wider.

Eigenproduktion (2021)
Stil: Rock, Country

Tracks:
01. Smoke And Mirrors
02. Catch Me If You Can
03. Queen Of The Highway
04. You’re The One
05. Into The Sunset
06. One Step Ahead Of The Law
07. One Track Mind
08. Ain’t That Kind Of Man
09. Talk The Talk
10. Sweet Salvation Of The Dawn
11. What I Need
12. By Your Side
13. Hey, Hey, Hey

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