Nick Moss Band – 13.07.2017, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Mit Nick Moss hatte sich ein echtes Schwergewicht der heute noch praktizierenden Vertreter des Chicago Blues in der Krefelder Kulturrampe angesagt.

Rampen-Chef Pille Peerlings sinnierte bei der Einleitung, bzw. Ansage, wie man wohl das Durchschnittsalter des Blues-Publikums in Zukunft senken könnte, und bot vermutlich den meist akademisch behafteten Anhängern und Philosophen des Genres, abendfüllenden Diskussionsstoff bezüglich dieser schier unlösbar erscheinenden Fragestellung. Denn in der Tat dominierte wieder mal die Ü-50 Generation im Saale. Schöner  Spruch eines Zuschauers daraufhin übrigens: „Pille du bist hier der Jüngste im Raum!“

Dem im wahrsten Sinne des Wortes mit wuchtigen Körpermaßen ausgestatteten Protagonisten, diesmal komplett auf einer Telecaster agierend, und seinen Mitstreitern Dennis Gruenling, Taylor Streiff, Nick Fane und Patrick Seals (Moss betitelte den backenbärtigen Drummer bei der Vorstellung der Band als Baby-Duane Allman) wohnten um die 100 Besucher an diesem Donnerstag Abend bei (also fast voll) und boten diesem äußerst stimmungsvollen Gig einen würdigen Rahmen.

Ja, ich muss tatsächlich schon überlegen, wann ich überhaupt mal, solch eine rasende Meute in der kleinen Kult-Location erlebt habe (auch wieder dabei, eine schon früher bei diversen Gigs zur Kenntnis genommene, ekstatisch vor der Bühne tanzende blonde Dame, die erneut voll in der Mossschen Musik aufging).

Das Instrumental zu Konzertbeginn um 20:45 Uhr diente zunächst mal der Abmischung des richtigen Sounds. Moss war mit der Einstellung seiner Gitarrentöne überhaupt nicht zufrieden und gestikulierte in Richtung Mischpult. Nach kurzen Instruktionen nach Ende des Openers war dann alles takko und die Band spielte sich mit „Someday“ quasi in den Gig ‚hinein‘.

Der Song hatte eigentlich auch schon wegweisende Wirkung auf die folgenden Tracks, meist durch Ricks Gesang, klimpernde Piano-, Harp- und quirlige intensive E-Gitarrensoli auf einem retrobehafteten swingendem Blues-Rhythmus-Teppich, in Szene gesetzt.

Vieles erinnerte mich, was meinen kleinen Horizont dieser recht Harp-lastigen Musikspielart angeht (ich hoffe, die Experten verzeihen mir hier ggfs. eine eventuelle zu einfache oder gar falsche Analyse), an Acts wie Muddy Waters, Paul Butterfield, Nick Gravenites oder ganz dezent auch an die J. Geils Band.

Mit dem herrlich schrill aussehenden Dennis Gruenling (Sonnenbrille, Schlangenleder-Sakko, schwarz lackierte Fingernägel, samt einer Unzahl von Ringen an den Greifern) wurde dieses Instrument natürlich per se dann zum echten Gesamtfarbtupfer. Der durfte dann auch bei zwei Stücken mal seine Gesangskünste als Fronter zum Besten geben.

Songs wie „Get Your Hand Out Of My Pockets“, das leicht Bakersfield-umwehte „Rockin‘ The Blues“, der überragende Schwofer „Woman You Must Be Crazy“ (mit ein wenig „Statesboro Blues“-Flair) und „Pretty Girls Everywhere“ (erste Zugabe) blieben bei mir im Gehör hängen. Zum krönenden Abschluss erzeugten dann Nick (am Schlagzeug sitzend, seichten Beckenrhythmus mit dem Fuß vorgebend, singend und E-Gitarre spielend) und Dennis an der Harp, im Duo bei der  zweiten (vehement) eingeforderten Zugabe, noch ein wenig Delta-Blues-Atmosphäre.

Somit lautet das knappe Fazit des launigen und umjubelten Abends in Abwandlung eines bekannten Sprichworts: Mit Nick Moss echt was los in der Krefelder Kulturrampe! Wer übrigens das Quintett in unseren Sphären nochmal sehen möchte, sollte dazu am morgigen Samstag (15.07.) die Gelegenheit im Kölner Yard Club nutzen.

Line-up:
Nick Moss (lead vocals, electric guitar)
Dennis Gruenling (harp, lead vocals)
Taylor Streiff (keys)
Nick Fane (bass)
Patrick Seals (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Nick Moss Band
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Kulturrampe Krefeld

MonkeyJunk – Time To Roll – CD-Review

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Dass es aus Kanada jede Meng gute Musik gibt, ist ja seit längerem bekannt, gerade auch, was den hier gerne besprochenen New Country-Sektor betrifft. Aber kanadischer Blues Rock? Außer Jeff Healey, aktuell hier natürlich Layla Zoe, eventuell noch die weniger bekannten Colin James und Sue Foley, war es das aber dann auch schon, zumindest aus meiner Sicht im Genre.

In Sachen MonkeyJunk spielte bei mir ‚Kommissar Zufall‘ die große Rolle, auf Umwegen bin ich irgendwie im Netz auf das Trio aus Ottawa gestoßen, hab dann mal in ein paar YouTube-Videos geklickt und freudig entdeckt, dass die Band ein relativ aktuelles Album, ihr bereits fünftes, „Time To Roll“ aufweist, was dazu noch Anfang des Jahres im Portfolio von der H’ART Musik-Vertrieb GmbH betreut wurde, mit der wir ja ein tolles Arbeitsverhältnis pflegen.

Und weil ‚H’ARTnäckigkeit‘ sich ja auch oft auszahlt, erhielt ich das Werk nach Anforderung dann doch noch zum Besprechen. Um es vorwegzunehmen, ein wirklich tolles Album.

Das seit 2008 agierende Trio, in Kanada seitdem mit vielen Awards dekoriert, bestehend aus Steve Marriner (lead and backing vocals, acoustic, baritone and electric guitar, bass, harmonica, Hammond organ), Tony D. (= Tony Diteodoro – rhythym, acoustic and lead guitar) und Matt Sobb (drums, percussion and backing vocals), interpretiert den Blues Rock auf „Time To Roll“ recht weitläufig, sodass man eine gewisse Vielseitigkeit attestieren kann. Als Swamp Blues, R&B Soul Boogie with Bedroom Funk weist der Dreier seine Musik aus.

Laut Recherche wurde auf diesem Silberling erstmals ein elektrischer Bass in den Sound eingebunden, live wird auf dieses Instrument in der Regel verzichtet. Produziert hat ein gewisser Ken Friesen, der auch Harmonie-Gesänge beim rhythmischen Titelstück (erinnert mich dezent an „Can I Get A Witness“) beisteuerte. Weibliche Gesangsunterstützung gab es dazu noch von Kelly Prescott, die hier ebenfalls und bei meinem Lieblingstrack der Scheibe , dem fluffigen, fast Otis Redding-mäßigem Ohrwurm „Can’t Call You Baby“ aushilft.

Der Opener „Best Kept Secret“, ein schöner Stampfer,  steht quasi als Synonym für den vermutlichen Bekanntheitsgrad in unseren Sphären. Hier kommt auch ein Trademark der Band zu Tage, eine oft quäkende Harp, mit der ich irgendwo die J. Geils Band assoziere. Toll übrigens auch die Stimme von Steve Marriner, die wie eine Mischung aus Paul Rodgers und Malford Miligan klingt.

„See The Sign“ groovt und rockt im Stile der Nimmo Brothers, während „Blue Lights Go Down“ die Freunde des atmosphärischen Slow Blues bedient. Das herrliche Stück hat in der der E-Gitarren-Solo-Phase Peter Green-Flair. Die orientalisch, psychedelische Note von Bad Company kommt bei „Pray For Rain“ zum Ausdruck.

„The Hunter“ ist der einzige Coversong, der früher mal von Albert King bedient wurde. Der „Undertaker Blues“ bewegt sich schön schroff  im Delta-Blues-Areal während „Gone“ eine launige Mischung aus Country- und Southern Rock offeriert (klasse hier das HT-Piano-Geklimper). Als Finale hat das Trio mit „Fuzzy Poodle“ ein Instrumental bestimmt. Hier zeigen Marriner & Co. wie man einen Jam kompakt in cool groovende drei Minuten mit starker E-Gitarre, gurgelnder Hammond, pumpendem Bass und polternden Drums verpacken kann. Ein starker Abschluss eines jederzeit prickelnden Silberlings.

Über das Coverbild zu „Time To Roll“ kann ich nur mutmaßen. Sieht aus wie ein Uralt-Foto des kleinen Marriners als beleidigt bockendes Kind auf einem Bobby Car-Motorrad. Der Bandname resultiert wohl übrigens aus einem Interview, als dieser mal gefragt wurde, woher bei ihm die Passion für seine Musik kommt. Seine Antwort :“I’m talkin‘ ‚bout the blues. . . I ain’t talkin‘ ‚bout monkey junk“.

Stoney Plain Records (2017)
Stil: Blues Rock

01. Best Kept Secret
02. Time To Roll
03. See The Sign
04. Blue Lights Go Down
05. Pray For Rain
06. The Hunter
07. Can’t Call You Baby
08. Undertaker Blues
09. Gone
10. Fuzzy Poodle

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H’ART Musik-Vertrieb GmbH
Stoney Plain Records

Stacie Collins – 14.06.2017, Yard Club, Köln – Konzertbilder

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Trotz des schönen und ziemlich warmen Sommerwetters haben sich doch einige SC-Fans im Yardclub eingefunden, um sie mit ihrer Band auf der Bühne zu erleben. Im Club ist es heiß, gefühlte 40 Grad. Stacie betritt die Bühne, wie immer mit ihrem unverkennbaren Markenzeichen, diesem coolen alten Strohhut, wohl geformt und gebogen. Als ich sie in Bonn im Oktober 2013 gesehen habe, trug sie ihn auch schon.
Und dann geht sie los die Show, aufgeteilt in 2 Sets (Trackliste siehe Galerie). Mit einer unglaublichen Leichtigkeit tänzelt sie über die Bühne, singt ihre Songs und bläst die Harp dazu, perfekt begleitet von ihrer Band. Was für ein schöner Abend!

Line-up:
Stacie Collins (lead vocals, harp)
Al Collins (bass)
Ryan McCormick (drums)
Jon Sudbury (electric guitar)

Bilder und Eindrücke: Peter ‚Beppo‘ Szymanski

Stacie Collins
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Yard Club Köln
Peter ‚Beppo‘ Szymanski

Joe Bonamassa – Live At Carnegie Hall – An Acoustic Evening – CD-/DVD-Review

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Es scheint so ein bisschen, als ob Joe Bonamassa hier in Sounds Of South in der Sparte ‚DVD des Jahres‘ den Spitzenplatz im Dauerabonnement belegen möchte. Auch in diesem Jahr bringt er mit seinem opulenten Doppel-CD-/Doppel-DVD-Werk „Live At Carnegie Hall – An Acoustic Evening“ ein absolut fantastisches Paket auf den Markt, an dem man als Musikgenießer nicht vorbei kommt.

Wie schon bei seinen Auftritten im beeindruckenden Greek Theatre in Los Angeles, ist man auch hier vom visuellen als auch klangtechnischen Erlebnis im historischen Manhattener Konzerthaus zutiefst beeindruckt, das wie gewohnt vom Team Kevin Shirley und Roy Wiseman nahezu mit Perfektion in Szene gesetzt wurde.

Der gute Smokin‘ Joe präsentiert diesmal ein schönen Reigen ausgewählter Stücke im akustischen Gewand. Auf der mit viel Liebe zum Detail angerichteten Bühne, begleiten ihn mit Leuten wie Keyboard-Legende Reese Wynans am Pianoflügel, Drummer Anton Fig und den Backgroundsängerinnen Juanita Tippins (mit wunderschönem ozeanischen Blumengeflecht im Haar), Mahalia Barnes (dezent Geisha-mäßig), bereits bekannte Gesichter.

Frisches und alternatives Blut wurde mit dem erfahrenen Perkussionisten Hossam Ramzy (Peter Gabriel), dem im Stile eines indischen Maharadschas bekleideten Sänger Gary Pinto, dem Multi-Instrumentalisten von den Hooters, Eric Bazilian (Dobro, Banjo, Flöte, Mandolinen, Saxofon) und dem nicht nur orientalischen Blickfang am Cello und der Erhu, Tina Guo aus Shanghai (mittlerweile aber in Los Angeles ansässig), ins Bandgefüge integriert.

Mit dem energiegeladenen Opener „This Train“, dem grandios atmosphärisch und folkig dargebotenen „Drive“, dem souligen „The Valley Runs Low“ und später „Livin‘ Easy“ (Bazilian mit starker Saxofon-Einlage) beinhaltet der Gig gleich vier Nummern seines letzten Studioalbum „Blues For Desperation“, die auch im akustischen Gewand überaus zu gefallen wissen. Natürlich wird auch der Backkatalog des Protagonisten reichhaltig verarbeitet.

Großartig sind das stampfende „Dust Bowl“, das wunderbare „Driving Towards The Daylight“ (Bazilian mit Banjo-, Wynans mit Pianofills, herrliche Harmoniegesänge), das countryeske „Black Lung Heartache“ mit einem wild slidenden Bonamassa oder auch das rhythmische „Get Back My Tomorrow“ (Publikum klatscht mit, Pinto mit Gesangseinlagen).

Ein Höhepunkt von vielen ist sicher auch das bluesig-gospelige „How Can A Poor Man Stand Such Times And Live?“, bei dem auch Tippins und Barnes ihre Solo-Parts bekommen und eines seiner Paradestücke „Song Of Yesterday“ in einer über neun-minütigen, packenden Fassung.

Center-Stück dieses Live-Werkes ist jedoch „Woke Up Dreaming“, das in den Bonus-Features nochmals in einer weiteren Version vom 2. Spielabend präsent ist. Das Stück brachte Joe, laut dem Bonus-Interview auf der zweiten DVD, bei dem auch alle anderen Musiker reichhaltig zu Worte kommen, an den Rande seiner technischen Fingerfertigkeiten. Und in der Tat liefert er sich hier mit der wüst am Cello schreddernden Tina Guo ein atemberaubendes Spielduell.

Die Klassiker „Hummingbird“ (Leon Russell, Joe Cocker, B.B. King) und „The Rose“ (Bette Middler) beenden ein zutiefst beeindruckendes Konzert. Komplettiert wird dieses tolle Doppel-CD-/DVD-Package durch eine starke Bildergalerie von Christie Goodman.

Nach „Live At The Greek Theatre“ liefert Joe Bonamassa mit „Live At Carnegie Hall – An Acoustic Evening“ einen weiteren audio-visuellen Hochgenuss ab, der in allen Belangen überzeugt und mitnimmt. Da heißt es einfach nur gemütlich ab aufs Sofa und sich von diesen großartigen Musikern akustisch-bluesig und auch ein wenig orientalisch in herrlichem Ambiente berauschen zu lassen!

Mascot Label Group (2017)
Stil: Acoustic Blues Rock & More

DVD1:
01. Cold Streets (Intro)
02. This Train
03. Drive
04. The Valley Runs Low
05. Dust Bowl
06. Driving Towards The Daylight
07. Black Lung Heartache
08. Blue And Evil
09. Livin‘ Easy
10. Get Back My Tomorrow
11. Mountain Time
12. How Can A Poor Man Stand Such Times And Live?
13. Song Of Yesterday
14. Woke Up Dreaming
15. Hummingbird
16. The Rose
17. Cold Streets (Credits)

DVD2:
01. Behind The Scenes
02. Woke Up Dreaming (Second Night)
03. Photo Gallery

Joe Bonamassa
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Julian Sas – 10.06.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Mit Julian Sas verbindet mich so ein Hauch von Nostalgie in eigener Sache. Er war der allererste Musiker, über dessen Live-Künste ich als Rezensent ein paar Zeilen verfasst habe. Wir schrieben das Jahr 2001 und Sas machte den Support für Roger Chapman in der Rheinberger Stadthalle. Es war die Zeit, als das Internet erst allmählich begann, Fahrt aufzunehmen und wir hatten gerade mit ein paar Typen aus ganz Deutschland, wovon sich niemand gegenseitig kannte, das erste Rockmusik-Online-Magazin gegründet und in die Tat umgesetzt.

Damals schrieb ich über Julian: „… Äußerlich mich an den noch etwas jüngeren Hughie Thomasson (The Outlaws, später Lynyrd Skynyrd) erinnernd, die lange, gelockte Mähne durch ein Stirnband umringt, aber dem mit der Zeit immer breiter werdenden Mittelscheitel hilflos ausgeliefert, ließ er ein Blues’n’Boogie Rock-Gewitter über uns fegen, das sicherlich bei jedem Genre-Fan für eine recht hohe Ausschüttung von Glückshormonen sorgte…“

Seitdem ist viel Wasser den Rhein heruntergelaufen. Viele Veröffentlichungen und unzählige Konzerte auf Seite des Protagonisten und weit über 1000 Reviews und als Inhaber eines noch recht jungen Magazins meinerseits später, nutzen Fotograf Gernot und ich die Gelegenheit, den Holländer samt seiner Mitstreiter Roland Bakker, Fotis Anagnostou und Rob Heijne, im Schwarzen Adler erneut unter die Lupe zu nehmen.

Die Leute und wir beide brauchten unser Kommen in der rappelvollen Vierbaumer Blues-Kult-Kneipe nicht zu bereuen, das Quartett zog alle Register der heutigen Blues Rock-Kunst und überzeugte mit ungeheurer Dynamik, Power und sympathischer Ausstrahlung in zwei ausgiebig ausstaffierten Sets.

Hängen geblieben aus dem ersten Part sind Songs wie das Wah-Wah-begleitete, schön stampfende „Mercy“, die in texanischer Manier zelebrierten Boogies „Jump For Joy“ (Wahnsinns-Power) und „Driftin‘ Boogie (ZZ Top-Flair), sowie der atmosphärische Slow Blues „Fear Of Falling“, die bis dato allesamt von Sas mit einer Stratocaster abgewickelt wurden. Für das Gregg Allman gewidmete, mit passenden ABB-Jam-Anleihen ausgeschmückte „Helping Hand“ zum Ende des ersten Sets und im weiteren Verlauf wechselte der Niederländer dann zu den, auch von Warren Haynes gerne gespielten, Gibson Firebird-Gitarren.

Im zweiten Set legten die vier Musiker in Sachen Intensität und Spielfreude noch einen oben drauf. Als Toptracks hab ich das hymnische, mit ein wenig „Freebird“-Esprit performte „Coming Home“ auf meinem Notizzettel stehen. Herrlich auch das vor Power nur so strotzende Freddie King-Cover „Going Down“ mit launig integriertem E-Gitarren-Hammond-Orgel-Duell zwischen Sas und dem rein äußerlich eher weniger nach Tasten-Virtuose, sondern mehr wie ein schlitzohriger Metzgermeister („…darf es gerne eine Scheibe mehr sein…?“) wirkenden, wuchtigen Roland Bakker (auch mit einigen tollen HT-Piano-Einlagen), das seiner Frau gewidmete „Blues For J“ (mit dezenten Gary Moore-Reminiszenzen) und das rhythmisch rockende „The Devil Got My Number“ zum Ende des musikalischen Hauptteils.

Unter zurecht tosendem Applaus und Zugabe-Gesängen ließ das Quartett es sich nicht nehmen, noch Sas‘ bekannten Rory Gallagher-Präferenzen zu huldigen. Der Bandleader schnappte sich eine Telecaster und slidete zunächst den allseits beliebten „Bullfrog Blues“ in Alleinunterhalter-Manier, bis sich der Rest seiner Kumpanen samt der schwer schuftenden Rhythmusfraktion Anagnostou/Heijne und Bakker (erneut klasse HT-Piano) für ein furioses Finish dazu stießen.

Julian Sas und Band untermauerten nachhaltig, dass ihnen auf europäischen Blues Rock-Parkett nur sehr wenige Acts das Wasser reichen können. So kann ich erneut eine tadellose und vor allem äußerst energiegeladene Leistung im, wieder durch einen klaren und transparenten Sound glänzenden Adler, attestieren.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Julian, wie bereits erwähnt, auch diverse Southern Rock-typische Akzente mit in manche Lieder einfließen ließ. Bei schwül-warmen Temperaturen draußen, gab es das fällige Gewitter, allerdings wie damals schon, nur in musikalischer Hinsicht, und zwar innerhalb des Rheinberger Bluestempels. Und ich wette, dass auch diesmal bei Ernst Barten und seinem Adler-Publikum, wieder jede Menge Endorphine freigesetzt wurden…

Line-up:
Julian Sas (lead vocals, electric & slide guitar)
Roland Bakker (piano, organ)
Fotis Anagnostou (bass)
Rob Heijne (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Julian Sas
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Schwarzer Adler

Rozedale – Long Way To Go – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Zu vielen Plattenreviews gibt es Vorgeschichten. Als ich meinen Freund Daniel anlässlich eines Konzertbesuchs von Marc Ford abholte, drückte er mir die Scheibe „Long Way To Go“ von Rozedale in die Hand, mit der Bitte, ob ich das Review übernehmen könnte. Rozedale, ein im Juni 2016 gegründetes französische Bluesrock-Projekt mit der Sängerin Amandyn Roses und dem Gitarristen Charlie Fabert als musikalischen Köpfen aus der Region Mulhouse und Nancy, war für mich zunächst absolutes Neuland. Die beiden veröffentlichen in Kürze ihren ersten Longplayer auf dem französischen Blues-Label DixieFrog, nachdem es im letzten Jahr eine, auf 300 Exemplare, limitierte EP gab.

Eine wichtige Bezugsgröße war für beide unter anderem von Led Zeppelin. Amandyn wurde gesanglich inspiriert von Größen wie Beth Hart, Eta James und Janis Joplin, was sich auch in der Vielseitigkeit der Gesangsbreite widerspiegelt. Das Songwriting und Gitarrenspiel von Charlie ist beeinflusst von Jimmy Page, dem Vorbild aus Jugendzeiten und Projekten, unter anderem mit Roger Cotton (Keyboarder bei Peter Green), Alan Glen (Gitarrist bei den Yardbirds und Dr. Feelgood) und Bobby Tench (Sänger der Jeff Beck Band). Dies hat dazu beigetragen, dass Rozedale die ganze Bandbreite der Bluesmusik ausfüllen kann. Unterstützt werden die beiden von Nathalie Theveny-Sagaert am Piano, Denis Palatin an den Drums und Philipe Sissler am Bass.

Der erste Song, „Bad News“, eine Midtempo Nummer, besticht durch den ausdrucksstarken Gesang und sehr melodisches, schnörkelloses Gitarrenspiel.
„Soul Posession“, einer meiner Lieblingsstücke auf der Scheibe, erschien mir beim ersten Hören schon wie ein alter Bekannter, den ich lange Zeit nicht mehr gesehen habe. Hier ist es Rozedale schön gelungen, eine Grundharmonie von Stevie Wonders „Superstition“ in einen auf Blueskomponenten reduzierten Song zu modifizieren.

Mit „Man, I Don`t Want You Around“ wird etwas Fahrt aufgenommen und die Gitarre mehr in den Vordergrund gestellt. „I Will Never Let You Go“ steht wieder im Zeichen von Amandyns Stimme und die Inspiration durch Beth Hart wird deutlich, ohne ein Gefühl zu erwecken, dass ein erfolgreicher Stil abgekupfert wird. Bei „Long Way To Go“, dem Titelsong, kommt die Vielseitigkeit der Band zum Vorschein. Blues als Grundelement mit Akzenten von Swing, aber auch leicht rockig mit mehreren Tempowechseln, ohne chaotisch oder hektisch zu wirken – mit ein Highlight der Platte.

Ähnlich geht es mit „When Evil Sets It’s Sights On You“ weiter, wobei hier die rockige Variante des Blues im Vordergrund steht. Zwei eher stramme Gitarrensoli runden den Track, unterstützt mit stampfenden Drums ab. Mit „Before You“ wird es wieder ruhiger. Ein Song, der auch in einer klassischen Cocktailbar gespielt werden könnte. Der im Mittelpunkt stehende Gesang und die eher untergeordneten Instrumente, rücken Amandyn Roses gedanklich in Sphären einer Diva, die von einer Barband begleitet wird.

Weg von der Lounge geht es mit „Lost Soul“, einer dynamischen Bluesrocknummer, auf die Straße, bei der das Gitarrenspiel in kurzen Momenten an ZZ Top erinnert. Den Abschluss unter ein kurzweiliges Album bildet „New Frontier“, wieder mit charismatischen Gesang von Amandyn, sowie psychedelischem Gitarrenspiel von Charlie, bzw. von Nathalie Theveny-Sagaert am Piano. Vom Stil her fühlt man sich zum Teil in die Zeit um Woodstock zurückversetzt, ohne dass der Song verstaubt wirkt – mein absoluter Favorit der Platte.

Insgesamt ist Rozedales „Long Way To Go“ ein starkes Debüt, bei dem manche Feinheiten erst beim zweiten Hinhören Gewahr werden. Wenn es der Band gelingt, die Kreativität, Dynamik und hörbare Spielfreude beizubehalten, kann der Titel „Long Way To Go“ dahin gehend interpretiert werden, dass sich Rozedale, für die Zukunft, noch einiges vorgenommen haben. Schön wäre es, auch in hiesigen Gefilden, live zu erleben, wie die Vielfältigkeit der Lieder auf die Bühne zur Wirkung gebracht werden.

DixieFrog (2017)
Stil: Blues Rock

01. Bad News
02. Soul Possession
03. Man, I Don’t Want You Around
04. I Will Never Let You Go
05. Long Way To Go
06. When Evil Sets Its Sights On You
07. Before You
08. Lost Soul
09. New Frontier

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H’ART Musik-Vertrieb GmbH

Blues Alive Festival, 13.05.2017, Bürgerhaus Stollwerck, Köln – Festivalbericht

Auch wenn unser Fokus ja bekanntlich in anderen Genres angesiedelt ist, mache ich keinen Hehl daraus, dass ich, besonders live, gut gemachten und gespielten Blues Rock, ebenfalls ganz gerne höre. Die Premiere des Blues Alive Festivals im Kölner Bürgerhaus Stollwerck bot sich mit dem hochwertigen Line-up, bestehend aus Layla Zoe (die ich allerdings in letzter Zeit schon fast inflationär gesehen habe) sowie den Herren Danny Bryant und Blues Rock-Legende Walter Trout, besonders an, zumal ich die beiden letztgenannten Musiker bisher noch nicht auf der Bühne erlebt habe.

Der ganz schön korpulente Danny Bryant betrat pünktlich um 20:00 Uhr mit seinen beiden Mitmusikern Alex Phillips und Dave Raeburn die für ihn vorbereitete Bühne. Er stieg mit einem Instrumental in den Gig ein und sorgte für exakt 45 Minuten mit seinen diversen verzerrten und knarzenden E-Gitarren für einen unterhaltsamen Auftakt des Abends.

Haften geblieben sind dabei das atmosphärische „Slow Suicide“, das mit einer Les Paul performte (tolles Solo), dezent southern-umgarnte „Take Me Higher“ sowie die furios gecoverte Version von „All Along The Watchtower“ als Schlusspunkt.

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Alex Phillips (bass)
Dave Raeburn (drums)

Layla Zoe glich, von der Besetzung und Setlist her, ihrem Auftritt vor geraumer Zeit im Schwarzen Adler, im Rahmen der Double Trouble-Geschichte, zusammen mit Jane Lee Hooker. Die rothaarige kanadische Blues-Röhre beeindruckte wie gewohnt mit toller Charakter-Stimme und ihrer, aufs Publikum eingehenden und emotionalen Art (kommunizierte viel, tanzte mit den Leuten, strich einem Fotografen mit der  Hand durch den wohl gepflegten Drei-Tage-Bart).

Höhepunkte hier waren die emotional berührenden Songs „Sweet Angel“ (gewidmet ihrer, an einem  Aneurysma verstorbenen Freundin Marsha) und „Highway Of Tears“ (über getötete, vermisste und verschleppte kanadische Ureinwohnerinnen), sowie das starke „Workinghorse“ (mit Talkbox-Einlage des furios aufspielenden und scheinbar immer besser werdenden Gitarristen Jan Laacks). Eine kurzweilige, ebenfalls wie im Fluge vergangene  Stunde, mit ansprechendem Diven-Blues Rock dieser Zeit.

Line-up:
Layla Zoe (lead vocals)
Jan Laacks (electric guitar, vocals)
Christoph Hübner (bass, vocals)
Claus Schulte (drums)

Walter Trout, dem die verbundenen Qualen und Erlebnisse  im Zuge seiner Lebertransplantation 2014 deutlich im Gesicht eingemeißelt waren, brachte zunächst seine Finger mit einem quirligen Intro zum Opener „Help Me“ auf Betriebstemperatur. In der Folgezeit wurde er bei seinem etwas über zwei Stunden währenden, hochdynamischen Auftritt, seinem Status als Headliner des Abends, voll und ganz gerecht.

Angesichts des Erlebten (60 Kilo abgenommen, 8 Monate ans Bett gefesselt, musste Laufen und Sprechen wieder lernen, geschweige, sich das Gitarrenspiel wieder beizubringen), glich es schon einem Geschenk (für alle Beteiligten), ihn hier wieder mitreißend singen zu hören, als auch seine unzähligen filigranen E-Gitarren-Soli bestaunen zu können.

Selbstredend, dass während seines Gigs, das aus seiner Sicht düstere, depresssive und z. T. morbide Werk „Battle Scars“ mit Tracks wie u. a. „Almost Gone“, „Haunted By The Night“, „Playin‘ Hideawy“ und „Please Take Me Home“ (seiner Frau gewidmet, die ihm durch diese schwere Zeit geholfen hat), in dem all diese wenig erfreulichen Umstände reflektiert werden, im Blickpunkt des Geschehens stand.

Laune machte neben der Standard-Formation mit Sammy Avila (ließ seine Hammond ordentlich gurgeln), dem tierisch Gas gebenden Drummer Michael Leasure und dem Benjamin, Adam Ditt am Bass (wirkte, vermutlich aufgrund der Schwergewichte um sich herum, etwas schüchtern, zupfte aber sehr solide) vor allem auch die Einbindung der Gäste wie Sohnemann Jon, der auch bewies, dass er die musikalischen Gene des Vaters intus hat (wirbelte ebenfalls schon gehörig auf seiner hellblau-weißen Strat, dazu mit gutem Kurz-Lead Vocals-Einsatz), Sänger Andrew Elt (überwiegend Harmoniegesänge, einmal kurz als Fronter) und dem beim furiosen „The Blues Came Callin'“-Jam dazu stoßenden und erneut glanzvoll aufgelegten Danny Bryant.

Das grandios dargebotene „Going Down“ mit munterem ‚Bäumchen- Wechsel-Dich‘-Intermezzo am Frontmikro (stark hier auch Sammy Avila) zum Abschluss des Hauptteils, plus zwei Zugaben (eine Ballade, ein launiger Boogie) sorgten für ein maximales Maß an finaler Freude im sehr gut besuchten Stollwerck. Verdienter Applaus für Stehauf-Männchen Walter Trout und seine starke Begleittruppe!

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, electric guitar)
Adam Ditt (bass)
Michael Leasure (drums, vocals)
Jon Trout (electric guitar, vocals)
Sammy Avila (keys, vocals)
Andrew Elt (vocals, acoustic guitar)
Danny Bryant (electric guitar – jam)

Fazit: Dieses Blues Alive Festival im Kölner Bürgerhaus Stollwerck war ein toller und kurzweiliger Abend. Hervorragend durchorganisiert von der ersten bis zur letzten Minute mit drei vorzüglichen Bands, die sich allesamt in ihren ansprechenden Leistungen nichts schenkten. Schön dabei zu erleben, dass Walter Trout nach überstandener Lebertransplantation in seinem ‚2. Leben‘, musikalisch wie mental, wieder voll auf dem Damm zu sein scheint. Insgesamt eine Veranstaltung auf absolut hohem Niveau, die gerne in dieser Form im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden darf.

P.S. Vielen Dank an Fotokünstler Albrecht Schmidt, der für den am Knie verletzten Jörg Schneider spontan eingesprungen ist und somit Premiere in diesem Magazin feiert.

Bilder: Albrecht Schmidt
Bericht: Daniel Daus

Danny Bryant
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Layla Zoe
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Walter Trout
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Rock-Times Production
Ruf Records
Bürgerhaus Stollwerck Köln

Joanne Shaw Taylor, 14.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Noch ganz unter dem Eindruck des kurz nach Mitternacht zu Ende gegangenen Blues Alive Festivals mit Diva Layla Zoe, Schwergewicht Danny Bryant und dem, nach seiner Lebertransplantation schwer gezeichneten, aber gewaltig aufgetretenen Walter Trout, stand zum Abschluss der Woche mit Joanne Shaw Taylor nochmal die unverbrauchte, nahezu jugendlich wirkende Variante des Blues Rocks im schönen Dortmunder Musiktheater auf dem Programm.

Dabei hat die noch so mädchenhaft wirkende 31-jährige britische, von Dave Stewart entdeckte Dame, seit 2009, bereits sechs Alben eingespielt und wurde von keinem geringeren als Joe Bonamassa  schon als ‚a superstar in waiting‘ bezeichnet. Die hatte mit ihren Mitstreitern Luigi Casanova (mit kunstvoll aufgedrehter Rastazopfmähne), Kraftpaket Oliver Perry und dem vielseitigen Drew Wynen ihr aktuelles, in Nashville aufgenommenes Studiowerk „Wild“ im Schlepptau, das, wie sie stolz verkündete, zum ersten Mal mit Top-20-Charterfolgen bedacht worden ist.

Genau wie auf dem Album, begann sie ihre Show mit „Dyin‘ To Know“, das mit seinem swampigen Intro und dem treibenden Boogiegroove, schon eine ganz unterschwellige ’südstaatliche Amerikanisierung‘ ihres Sounds andeutete (sie benutzte zudem ausschließlich Telecaster- und Les Paul-E-Gitarren für ihr Spiel), was unserem Magazin ja durchaus nicht unangenehm ist. Diese blitzte immer mal wieder im weiteren Verlauf sporadisch auf (z. B. wenn Wynen slidete und Joanne in kurz Twins verwickelte), war aber insgesamt nicht omnipräsent.

Überwiegend blieb sie, bis auf einige Stevie Ray Vaughan-Reminiszenzen („Time Has Come“), dem Stil ihrer Heimat treu. Das rockig powernde „Nothing To Lose“, das melodische „Reason To Stay“ (dezent southern) und das, mit zwei starken E-Soli bestückte „Jump That Train“ waren die nächsten Stationen. „Diamonds In The Dirt“ endete mit einer ziemlich lang gezogenen, am Ende recht aggressiv gespielten E-Gitarren-Solo-Passage, bei der sie ihre erstaunliche Fingerfertigkeit demonstrierte.

Klasse ihr rauchiger und auch insgesamt sehr schön ins Ohr gehende Gesang zu hallenden Orgelklängen von Wynen, beim  relaxten „Tired, Trusted & True“  und natürlich wieder ihre Soli (eines davon fast in der Tradition eines Dickey Betts). „Watch Em Burn“ stampfte traditionell und entwickelte sich zum lautesten und längsten Track des Abends.

Knackig und rhythmisch ging es bei „Wanna Be Your Lover“ zur Sache, das David Bowie gewidmete „Wild Is The Wind“ (Casanova und Wynen mit Harmoniegesängen) bestach atmosphärisch, während es mit „Going Home“, meinem Favoriten des Gigs und gleichzeitig Endstück des Hauptteils, nochmals southern-swampig zur Sache ging. Drew Wynen bot der Protagonistin hier mit tollem Slide-Solo die Stirn.

Als Zugabe gab es noch das flockige „Mud Honey“. Insgesamt ein angenehmer Blues Rock-Abend. Wenn es der so lieb und brav wirkenden Joanne Shaw Taylor noch gelingt, in Sachen Aura und Charisma zuzulegen, und somit ein Publikum mehr mitzureißen und für sich einzunehmen, wird Joe Bonamassa vermutlich Recht behalten. Und die junge Britin hat ja auch durchaus noch ein paar Jährchen vor sich…

Line-up:
Joanne Shaw Taylor (lead vocals, electric guitar)
Luigi Casanova (bass, vocals)
Oliver Perry (drums)
Drew Wynen (keys, acoustic, electric & slide guitar, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Joanne Shaw Taylor
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Sari Schorr & The Engine Room, 11.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Manchmal hat man als erfahrener Konzertbesucher ja schon gewisse Vorahnungen, was den Verlauf des bevorstehenden Gigs anbelangt. Bei der New Yorker Sängerin Sari Schorr und ihrer Begleitband The Engine Room, bestehend aus Gitarrenhexer Ines Sibun, Kevin Jefferies, Kevin O’Rourke und Anders Olinder habe ich mich absolut zuversichtlich auf den Weg ins immer wieder gerne besuchte Dortmunder Musiktheater Piano gemacht.

Das  lag nicht zuletzt an der tollen CD „A Force Of Nature„, die ich ja vor geraumer Zeit bereits beleuchtet hatte, wo die langmähnige Protagonistin mit fantastischer Stimme, als auch wirklich starken Songs, überzeugen konnte. Hier bei uns ist sie in Sachen Popularität aber gerade erst in der Anfangsphase und so besuchten an diesem Donnerstag vielleicht knapp über 100 Leute den Ort des Geschehens. Die verteilten sich aber recht gut, sodass es trotzdem ganz gut gefüllt aussah.

Sie brauchten vor allem ihr Kommen nicht zu bereuen, denn es war eine hervorragende, mitreißende Show, die das Quintett da zum Besten gab. Zuerst musste ich über den Keyboarder Anders Olinder schmunzeln. Der saß mit seiner Schlumpfmütze so in sich gekehrt an seinen Tasten, dass man zunächst den Eindruck eines Wachkomas hatte. Trotz seines ‚unbändigen‘ Temperaments setzte er mit seinen vielen Orgel- und Piano-Eingaben richtig tolle Akzente.

Die Rhythmusfraktion mit den beiden Kevins gab im Sinne des Blues Rocks eine routinierte Vorstellung, wobei Drummer O’Rourke, als Geburtstagskind des Abends, mit einem Ständchen von Band und Publikum beglückwünscht wurde und Basser Jefferies mit offenen Stiefeln, Hosenträgern und Pepita-Hut auch in modischer Hinsicht zu gefallen wusste.

Getragen wurde der Abend allerdings natürlich durch Fronterin Sari Schorr, die sich die Seele aus dem Leib sang, posierte und mächtig antrieb, sowie  Ex-Robert Plant-Gitarrist Ines Sibun, der einfach furios aufspielte, schwitzte, headbangte, ekstatisch hüpfte und ebenfalls mächtig Alarm machte. Seine quirligen, aber präzise gespielten Soli an diversen E-Gitarren waren mit das Salz in dieser Blues Rock-Delikatessen-Suppe.

Sari & Co. spielten sich nach absolut pünktlichem Beginn mit „Ain’t Got No Money“ eine gute einunddreiviertel Stunde durch ihre „A Force Of Nature“-CD, wobei mir hier die Pianoballade „Ordinary Life“ (nur Sari und Olinder), „Oklahoma“ (mit grandioser Orgel- und E-Gitarrenpassage) und das Whitesnake-umgarnte „Damn The Reason“ besonders zusagten.

Es gab natürlich auch Covernummern: Led Zeppelins „Rock & Roll“ wurde klasse interpretiert, das durch die Allman Brothers mir vordergründig bekannte „Stormy Monday Blues“ gefiel ebenso, das viel gespielte Freddie King Blues-Traditional „The Stumble“ bis zum finalen „Black Betty“ als Zugabe (sehr schön, wie auf ihrem Silberling, modifiziert von Sari) boten ansprechenden Unterhaltungswert.

Mein Lieblingsstück des Gigs war die wunderbare Ballade „I’ll Be There“, bei der Ines ein herrliches Südstaaten Rock-Solo auf seiner Gibson Les Paul abließ.

Am Ende stellte sich Sari Schorr am Merchandising-Stand noch als sehr sympathische, kommunikative, als auch umgängliche Persönlichkeit heraus und unterzeichnete mir noch das Booklet ihrer CD mit einer kleinen Widmung.

Ingesamt ein hoch erfreulicher Abend mit einer stark auftrumpfenden Künstlerin und ihrer tollen Begleitband. Und ich persönlich habe wieder mal festgestellt, dass meine musikalischen Instinkte immer noch ganz gut funktionieren…

Danke auch an die andere nette Dame, Jenny Dore, für die, wie immer, herzliche Aufnahme in ihrem, von uns so gerne aufgesuchten Piano.

Line-up:
Sari Schorr (lead vocals, percussion)
Kevin Jefferies (bass, vocals)
Kevin O’Rourke (drums)
Ines Sibun (electric guitar, vocals)
Anders Olinder (keys)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

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Doyle Bramhall II, 07.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Dank meiner im Job angehäuften Überstunden, und des daraus resultierenden zweiwöchigen Urlaubs, hatte ich mal die Gelegenheit, die Arbeit für Sounds Of South zu intensivieren. So startete ich in die erste Woche mit drei gleich Konzerten in sechs Tagen! Und das jeweils mit ziemlich, vom Charakter her, unterschiedlichen Protagonisten und irgendwie auch recht anders gestrickter Musik.

Der dritte Kandidat im Bunde war Doyle Bramhall II im beliebten Musiktheater Piano in Dortmund. Der für seine Mitwirkung bei vielen großen Acts wie u. a. den Arc Angels, Eric Clapton, Fabulous Thunderbirds, Roger Waters, Tedeschi Trucks Band und Sheryl Crow bekannte Sänger, Gitarrist, Songwriter und Produzent, als auch Piano-Chefin Jenny Dore durften sich, über eine, für einen Sonntag erstaunlich, nahezu restlos gefüllte Location freuen (im Publikum übrigens auch Henrik Freischlader und Band, die sich das Konzert als Abschluss ihrer gerade beendeten Tour gönnten).

Der Halstuch-tragende Texaner entpuppte sich als recht in sich gekehrt und wortkarg (kaum Ansagen, außer ein paar der üblichen Standardfloskeln) und lenkte den Fokus, fast ausschließlich, auf seine Songs und das Treiben seiner Mitspieler, für die er ab und zu dann ein Lächeln erübrigte. Die Stimmung des Publikums war trotzdem ganz gut, aber eher eine Mischung aus Bewunderung und Anerkennung der musikalischen Klasse des Quartetts.

Doyle & Co. starteten mit dem schön groovenden „Keep You Dreamin'“ in das, für den Abend, festgelegte Programm, ein Stück aus dem aktuellen Album „Rich Man“, das wie so oft, dann auch im Mittelpunkt des Geschehens stand (mit weiteren Tracks wie „My People“, „Cries of Ages“, dem melodischen „November“ mit seinem R&B-Flair, „The Veil“, „Mama, Can’t Help You“, „Rich Man“, „New Faith“). Schon hier zeigte sich, dass Bramhall II nicht so großen Wert auf Darstellung seiner eigenen Person legte, sondern vordergründig, wie bereits oben erwähnt, eher eine recht gewichtige Einbindung seiner Mitstreiter favorisierte.

Die mussten dann auch ihre Multitasking-Fähigkeiten unter Beweis stellen: Basser Ted Pecchio, hatte neben seiner quirligen Fingerfertigkeit am Viersaiter, einige sporadische Vokaleinsätze, Ex JJ Grey-Schlagzeuger Anthony ‚AC‘ Cole, bediente neben seinem Parade-Instrument auch beim orientalisch anmutenden Instrumental „Saharan Crossing“ das Saxofon und hatte kurze Lead- und diverse Backgroundvocal-Einsätze.

Am schwersten musste der wild-gelockte Adam Minkoff schuften. Der wechselte ständig zwischen E-Gitarre und Keyboard, zeichnete sich für Harmoniegesänge verantwortlich, wurde als Cole-Ersatz beim o. a. „Saharan Crossing“ beim Drumming hart rangenommen und bewies bei der ersten Zugabe, dem The Impressions-Cover  „Choice Of Colors“, seine Frontgesangsqualitäten. Ein echtes Multitalent!

Höhepunkt war sicherlich das zum Finale des Hauptteils dargebotene, längste Stück,  „The Samanas“, das gegen Ende in einer nahezu psychedelischen Sound-Schlacht endete, bei der Doyle mit am Verstärker wedelnden Gitarrenbewegungen, haarsträubende, bis hin zu Tinnitus-fördernden Tönen erzeugte. Ein einziges infernalisches Klanggewitter! Da war der folgende Zugabenteil trotz des satt groovenden „Work To Do“ und der starken Uptemponummer „Green Light Girl“, bei dem Doyle nochmal auf der E-Gitarre solierte und brillierte, der reinste Erholungstrip.

Insgesamt ein gelungener Abend mit einem recht introvertierten Künstler Doyle Bramhall II, den man als Liebhaber von guter Rockmusik und Konzertbesucher einfach mal gesehen und gehört haben muss!

Line-up:
Doyle Bramhall II (Lead vocals, electric guitar, vocals)
Ted Pecchio (Bass, vocals)
Anthony ‚AC‘ Cole (Drums, saxophone, vocals)
Adam Minkoff (Electric guitar, keys, drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

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