Layla Zoe – 05.03.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Layla_Haupt

Nach ungestümem Tatendrang, personifiziert durch die Mädels von Jane Lee Hooker, war für den Rest des weiblich dominierten Abends, ‚Diven-Time‘ angesagt. Fotograf Gernot und ich haben die charismatische Kanadierin Layla Zoe jetzt zum dritten Mal in noch gar nicht so lange zurückliegender Zeit erlebt.

Zum einen bei der vorletzten Rheinberger Bluesparty in der voluminösen Stadthalle, dann im Zentrum Altenberg in Oberhausen, einer mittelgroßen Location, und nun im eher Club-trächtigen Schwarzen Adler, quasi zum Anfassen. Bei allen drei Gigs stand ihr starker Gitarrist Jan Laacks als einzige Konstante zur Seite, gewechselt wurde jedes Mal die Rhythmusfraktion, die in Vierbaum diesmal mit dem rein deutschen Duo Claus Schulte und Christoph Hübner vertreten war.

Layla Zoe aktueller Silberling ist nach wie vor „Breaking Free“ und aus dem Fundus dieses Werkes bediente sie sich auch größtenteils.  Mit dem kräftigen „Backstage Queen“ ging’s los,  das shufflige, dezent progressive „Runaway“ (Laacks entlockte seiner Stratocaster z. T. Pink Floyd-ähnliche Klänge), das Southern-soulige „A Good Man“ (gefiel uns natürlich besonders), sowie das Hendrix-umwehte „Pull Yourself Together“ folgten samt der variablen Stimmgewalt der Protagonistin.

„Workinghorse“ mit Peter Frampton-Talkbox-Gedächtnis-Einlage  und das mit einem, in Southern Rock-Tradition gespieltem langen E-Gitarrensolo, verzierte „Why Do We Hurt The Ones We Love“, standen im Zeichen von Jan Laacks, der sich spielerisch noch einmal verbessert zu haben scheint (tolle Leistung!). Über das krachende „Why You So Afraid“ und das retrobehaftete „“Never Met A Man Like You“ ging es schon auf den Höhepunkt des Gigs zu.

„Highway Of Tears“, ein Stück, in dem es um verschwundene Frauen und deren verzweifelte Angehörige in Kanada geht, war dann am Ende das hoch-emotionale und auch das spielerisch stark dargebotene Finale, nach dem jeder andere Track, kaum noch hätte Wirkung entfalten können. Von daher ein absolut richtiger und stimmiger Ausklang.

Am Ende waren Gernot und ich uns einig, in der eher gedrungenen Räumlichkeit des Adlers, den bisher besten Auftritt des Rotschopfes erlebt zu haben. Layla Zoes Musik und einnehmende Aura kam einfach intensiver rüber, nicht nur aufgrund ihres Gangs von der Bühne ins Publikum bei der, unter die Haut gehenden Ballade „Sweet Angel“ (ein Song für ihre ehemals beste Freundin Marsha, die 2010 aufgrund eines Hirnaneurysmas gestorben ist).

So wurde der Sonntag-Abend mit Jane Lee Hooker und Layla Zoe , der unter dem Motto ‚Double Trouble‘ gestartet war, am Ende eher ein ‚Twice the Fun‘ für alle Beteiligten. Danke dafür natürlich auch explizit an Ernst Barten und Ruf Records!

Line-up:
Layla Zoe (lead vocals)
Jan Laacks (electric guitar, vocals)
Christoph Hübner (bass, vocals)
Claus Schulte (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Layla Zoe
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Schwarzer Adler

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