Vanja Sky – 15.04.2023, Yard Club, Köln – Konzertbericht

Vanja Sky schafft es mit Ihrer Band die Zuschauerzahl im Vergleich zum ersten Auftritt 2019 zu verdoppeln und füllt damit den Yard Club knapp zur Hälfte. Wie hier gewohnt, betritt die Band sehr pünktlich gegen 20:00 Uhr die Bühne und nach einer kurzen Begrüßung startet die neu formierte Band mit „Rock´n´Roll Train“ den Konzertabend.

Dabei ist Das Stück gut gewählt, da es fast als Motto des Abends zu sehen ist. Vanja Sky nimmt die Fans mit auf eine Reise von Songs ihrer beiden Alben und einige Klassiker insbesondere der Bluesgeschichte. Mit „Bad Penny“, „I Take What I Want“ und „Shadow Play“ stehen dabei natürlich drei Cover ihres Vorbilds Rory Gallagher im Mittelpunkt, bei denen ihre gereifte Stimme gut zur Geltung kommt. Stark bei diesen Tracks sind  auch die Gitarrensoli von Guenther Haas, der als Studio- und Tourmusiker über Jahrzehnte bei verschiedensten Musikgrößen mitmischt.

Gekonnt waren auch die beiden Coverversionen „To Love Somebody“, bei der sich Sky ins Publikum begab und einige kleine Präsente verteilte und der Ten Years After-Blues „I´d Love To Change The World“.

Neben schon bekannten eigenen Songs wie „Hit Me With The Blues“, „Trouble Maker“ und „Crossroads Of Life“, bei denen Sky schon auf den ersten beiden Werkenn ihr Händchen fürs Songwriting beweisen konnte, präsentiert die junge Kroatin schon einige Sachen, die auf dem nächsten Album, das im Sommer erscheinen wird, veröffentlicht werden.

Herausragend war dabei „Run Away“, ein zunächst ruhig und mit Akustik-Gitarren vorgetragener Song, bei dem Sie später auf die E-Gitarre umstieg und sich mit Haas zum Ende hin in Richtung des Twingitarrensounds a à Wishbone Ash zu begeben.

Mit einer ruhig beginnenden, sich aber schnell in eine krachende Version des Klassikers „Louie Louie“ beendet Vanja Sky das Konzert, bei der es ihr, neben der musikmalischen Leistung der Band, auch durch ihre natürliche erfrischende Art gelungen ist, für eine tolle Stimmung zu sorgen und die Blues Rock-Fans absolut zu überzeugen.

In der Form ist von Vanja Sky noch einiges zu erwarten, die sich mit ihrem neuen Kollektiv auch nach dem Gig am Merchandisingstand sehr publikumsnah gibt und mit dem Auftritt die Latte für das kommende Album hoch aufgelegt hat.

Line-up:
Vanja Sky – lead vocals, guitars
Guenther Haas – guitars, backing vocals
Björn Kröger – bass
Sebastian Harder – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Vanja Sky
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Ruf Records
Yard Club Köln

Layla Zoe – 30.03.2023, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Pünktlich um 20,00 Uhr betritt die Kanadierin Layla Zoe mit ihrer Band die Bühne des ordentlich besuchten Musiktheater Piano. Mit dem ruhigen Beatles-Cover „Golden Slumbers“, das sie ohne Bandbegleitung vorträgt und dabei gewissermaßen die Besucher begrüßt, zeigt sie schon zu Beginn, welch großartige Stimme sie hat,.

Danach ist es mit der Ruhe für die folgenden 100 Minuten weitestgehend vorbei. Mit „Dark Heart“, vom aktuellen Album „The World Could Change„, das mit der „Gemini“ Scheibe im Mittelpunkt des Konzertes steht, wird es direkt rockig. Krissy Matthews setzt dabei an der Gitarre direkt Akzente mit einem Gitarrenriff, das sich durch den gesamten Song zieht. Im bluesigen „The World Could Change“ und dem folkigen „Praying Kind“ wird es noch einmal melodischer und Laylas klare kräftige Stimme steht wieder im Vordergrund.

Das rockige „Leave You For Good“ reißt die Fans aus der verträumten Stimmung der beiden vorherigen Songs und animiert zum Mittanzen, Hier kann sie sich voll auf ihre Band verlassen, wo oft Krissy Matthews bei seinen starken Gitarrensoli fast als zweiter Fronter zu sehen ist. Paul Jobson am Bass, bei einigen Stücken auch an den Keyboards und Felix Dehmel an den Drums sorgen mit einer auf den Punkt gespielten Rhythmusarbeit für eine satte Grundlage, und können in einem jammenden instrumentalen Stück bei bei ihren Einzelleistungen Szenenapplaus einheimsen.

Nach der melancholischen Blues Nummer „Susan“ wird es mit dem Southern Rock angehauchte „Weakness“ furios. Eindrucksvoll hier der kräftige Gesang von Layla und die rockende Gitarre von Krissy mit kurzen auf den Punkt gespielten Soli.

Nach diesem musikalischen Intermezzo wird es mit  „Ghost Train“ und „Roses and Lavender“ wieder bluesig und Layla Zoe zeigt, dass sie nicht umsonst vor einigen Jahren bei den Blues Awards eine Auszeichnung als Sängerin erhielt.

Danach kann sie einige Minuten Pause machen und überlässt die Bühne ihren Musikern für einen Band Jam, um danach mit „Watch What You’re Doing“, „Brother“ und „The Man Behind the Curtain“ drei starke Songs des aktuellen Werks nachzulegen, die den Hauptteil des Konzertes beenden. Der Applaus der Fans und die lauten Zugabevorderungen sorgten dafür, dass die Band schnell wieder auf der Bühne zurückkehrte und mit „We’re All the Same“, einem langsamen gefühlvollen Blues, stilistisch in Richtung Gary Moore gehend, nachlegt. Danach verlassen bis auf Layla Zoe und Paul Jobson, der das letzte Stück nur am Keyboard begleitet, die Bühne. So endet ein starkes Blues- Konzert mit „He Loves Me“ so ruhig wie es begonnen hatte.

Den Musikern, die sich nach dem Konzert im Merchandising- Bereich einfanden, war während des gesamten Konzerts anzumerken, wie sie die Stimmung und das Flair des Piano genossen haben, sodass dieser Abend mit Sicherheit den Besuchern in guter Erinnerung bleiben wird.

Text und Bilder: Gernot Mangold

Lalya Zoe
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Samantha Fish & Jesse Dayton – 23.03.2023, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Ursprünglich war das Samantha Fish-Konzert für 2022 geplant. Die Fans erwartet im Piano der Deutschland-Premiere der „Death Wish Blues“-Tour direkt eine Überraschung, Neben Samantha Fish steht in der Band mit Jesse Dayton ein zweiter Fronter auf der Bühne, sodass beide als Duo mit Begleitband agierten.

Schon der Opener, das Vince Taylor-Cover „Brand New Cadillac“ in einer rockigen, in manchen Phasen leicht punkigen Version, bringt das Musiktheater Piano zum Kochen. Der Leadgesang wird dabei von Jesse Dayton übernommen, während Samantha Fisch den Backgroundgesang mit einigen Kiksern übernimmt.

Im weiteren Verlauf präsentiert das Duo eine bunte Mischung von eigenen Stücken, Coversongs und zum Großteil Tracks aus der gemeinsamen Zusammenarbeit. Mit „Death Wish“ folgt direkt der Titelsong des im Mai erscheinenden gemeinsamen Albums, Dabei wechseln sich beide im Leadgesang ab, wie es sich für ein Duo gehört und schießen wechselweise Gitarrensoli in den Saal.

Schon nach zwei Songs ist klar, dass sich mit Samantha Fish und Jesse Dayton ein explosives Gespann gefunden hat, von dem in der Zukunft noch einiges zu erwarten ist. Über knapp 100 Minuten hin  verlassen die beiden mit der Band abgesehen von einer kurzen Ausnahme nicht mehr die Überholspur. Nur bei den beiden akustischen Songs „I`ll Be There In The Morning“ und „Babys Long Gone“, welche die beiden ohne Begleitband spielen, wird es ruhiger und die Fans im ausverkauften Piano können sich von dem Feuerwerk erholen, das vorher abgebrannt wurde.

Beim rockigen „Lover On The Side“ vom kommenden Album wird der Blinker wieder nach links gesetzt, um dann das bluesige „Rippin & Runnin“ nachzulegen, bevor die Post mit den ineinander gehenden Covern „Shake Your Hips / Whole Lotta Rosie“ so richtig abgeht. Von der Härte her stehen die beiden dabei beim AC/DC-Original in Nichts nach, die Riffs und Soli fegen dem Publikum regelrecht um die Ohren.

Mit dem Texas-bluesigen „Riders“ beenden die beiden den Gig, um nach lautstarken Zugabe-Forderungen mit der Samantha Fish-Nummer „You Know My Heart“ und dem groovenden TL BurnsideEvergreen „Going Down South“ noch zwei starke Zugaben nachzulegen, um sich danach unter tosendem Applaus vom Publikum zunächst zu verabschieden.

Nur wenige Minuten später erscheinen beide wie angekündigt am Merchandisingstand, der von den Fans schon regelrecht belagert ist, um geduldig Autogrammwünsche zu erfüllen und für Erinnerungsfotos zur Verfügung zu stehen. So ging ein furioser Abend zu Ende, an dem den Anwesenden musikalisch nachhaltig erklärt wurde, was „Death Wish Blues“ bedeutet.

Line-up:
Samantha Fish (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Jesse Dayton (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Phil Breen (keys)
Ron Johnson (bass)
Scott Graves (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Samantha Fish
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Jesse Dayton
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Ally Venable – Real Gone – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Die ungebrochene Dominanz männlicher Musiker hat im rauen Texas-Blues-Rock die musikalische Stilrichtung über Jahrzehnte hinweg geprägt. Heavy und Powerful, die Sounds des Genres wurden unwillkürlich mit ZZ Top, Stevie Ray Vaughan oder Albert Collins in Verbindung gebracht. Dass auch seit einiger Zeit talentierte, weibliche Interpreten in diesen Southern-Rock-Gefilden eine starke Rolle spielen, beweist u.a. die Texanerin Ally Venable. Die erst 23-jährige Gitarristin, Songwriterin und Sängerin hat mit ihrem neuen Longplayer “Real Gone” ein packendes Album vorgelegt.

Die Scheibe beeindruckt von Beginn an (Titeltrack “Real Gone”) mit ausgefeilten, natürlich gitarrenlastigen Stücken. Straight-up Rock-Songs, Mid-Tempo und Slow-Blues Nummern wechseln die Blues-Farbe und den traditionellen Rhythmus, lassen aber keinen Zweifel aufkommen: die American-Texas-Blues Produktion ist Venables bisher bestes Studio-Album. Verantwortlich zeichnet Tom Hambridge, Produzent, Co-Writer und Schlagzeuger der Sessions. Der Grammy-Winner Hambridge (u. a. Buddy Guy, Susan Tedeschi) hat die ungeschliffen wirkenden Recordings erneut perfekt arrangiert.

Als hätte Ally Venable nicht ohnehin genug neue Titel zur Verfügung, folgt dabei ein herausragender Song auf den anderen und die Playlist der “Highlights” registriert nur einen kleinen Teil der technisch versierten Passagen der jungen Texanerin. So z. B. beim Slow-Blues “Broken And Blue” feat. Joe Bonamassa, Venables soulful voice und die extra Solo-Time für den Guitar-Hero bieten eine ebenso extravagante wie elegante Interpretation. Mit dem ruppig, funkigen “Don’t Lose Me” folgt ein bassgetriebener Gegensatz, der das Rhythmusgefühl intensiv herausfordert und die Saitenenergie der Gibson Les Paul massiv zu strapazieren scheint.

Dass auch ein 60er Jahre Soul Blues mit “Old-Style Vocals” und weichen Gitarrenakzenten modern getragen werden kann, wird bei “Any Fool Should Know” formschön und originell vorgeführt: immer wieder ein Anspieltipp. Dies gilt umso mehr für die erste Single des Longplayers, den Southern Blues Rock “Texas Louisiana”. Während des Duetts mit dem 86-jährigen Blues-Urgestein Buddy Guy kommt ein Gefühl früherer blues-rockiger Jahre auf und begeistert in seiner Ausgelassenheit und ungestümen Vitalität.

Ebenso rau im Text wie im Sound verbreitet “Kick Your Ass” als Südstaaten-Kracher jedoch eine deutliche Verehrungssympathie für das ausdrucksstarke Guitar-Play von Stevie Ray Vaughan. Einflussreiche Vorbilder, z. . Buddy Guy, SRV oder Bonnie Raitt, kennzeichnen die dynamische Spielweise von Ally Venable, die ihre Leidenschaft für die unterschiedlichen Stilrichtungen auch songtechnisch gerne betont. Mit dem am Dobro Sound orientierten Track “Blues Is My Best Friend” zelebriert die junge Musikerin nicht nur im besten Wortsinn eine Rückkehr zu ursprünglichen Blues-Jam Passagen, sondern findet intuitiv ebenso die passende Stimmlage zum komplexen Thema. Das Album schließt, wie es begonnen hat, mit einem starken Texas Blues. “Two Wrongs” hinterlässt noch einmal – vielleicht etwas zu kurz geraten – den bleibenden Eindruck einer herausragenden Studio Produktion.

Mit “Real Gone”, ihrem 5. Solo Album, ist es Ally Venable erneut offenbar mühelos gelungen, modernen Texas-Blues-Rock mit traditionellen Einflüssen zu verbinden. Die authentische Aufnahme-Session wird ihre Wirkung in der Roots-Szene nicht verfehlen und die inzwischen tournee-erfahrene Musikerin weiter motivieren. Mit dem Blues Caravan ist Ally Venable in Kürze auch bei uns im SoS-Sektor wieder unterwegs.

Ruf Records (2023)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Real Gone
02. Going Home
03. Justifyin’
04. Broken & Blue (feat. Joe Bonamassa)
05. Don’t Lose Me
06. Any Fool Should Know
07. Texas Louisiana (feat. Buddy Guy)
08. Kick Your Ass
09. Blues Is My Best Friend
10. Gone So Long
11. Hold My Ground
12. Two Wrongs

Ally Venable
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Ruf Records

Marcus King – 16.03.2023 – Carlswerk Victoria, Köln – Konzertbericht

Um 20:00 Uhr beginnt Leah Blevins den Support für Marcus King mit seiner Band. In einem 30-minütigen Auftritt verkürzt die aus Sandy Hook, Kentucky, stammende, nun in Nashville lebende Sängerin die Wartezeit zum Topact. Mit ihrem Auftritt, den sie solo nur mit der Akustikgitarre spielt, kommt sie beim Publikum gut an, was sich am Applaus nach den Countrysongs zeigt.

Nach einer etwa 30-minütigen Umbaupause ist es soweit. Markus King und seine Musiker betreten unter Applaus die noch abgedunkelte Bühne im Carlswerk, wo sich zwischen 900 und 1000 Besucher in der Halle, in der  das letzte Viertel abgehängt ist, eingefunden haben und so der offene Bereich sehr gut gefüllt ist. Im Vergleich zum letzten King-Konzert ist die Besetzung um einen weiteren Gitarristen und Bläser erweitert, was den Sound noch einmal kraftvoller macht.

Im Zentrum der Bühne steht natürlich der mit Cowboyhut bedeckte King, links von ihm Keyborder und Orgelspieler Mike Runyon, auf der rechten Seite Drew Smithers (Bishop Gun) als zweiter Gitarrist, Bassist Stephen Campbell, während Drummer Jack Ryan und die drei Bläser nach hinten versetzt spielten, wobei die Bläser auf einem Podest stehen und so auch gut zu sehen sind. In dem über zweistündigen Auftritt umspannt King die Bandbreite von Southern Rock, Blues, Country und Soul, sodass den Fans ein sehr abwechslungsreiches Konzert geboten wird.

King zeigt dabei, dass er sowohl ein exzellenter Gitarrist als auch auch ein guter Sänger ist und kann sich bei seiner Soloarbeit voll auf seine Band verlassen, die ihm mit ihrem starken Zusammenspiel den Freiraum gibt, sich zuweilen regelrecht auszutoben. Auch wenn er mittlerweile als Soloartist und nicht mehr als Marcus King Band auftritt, ermöglicht er seinen Musikern genügend Gelegenheiten, in Soloparts ihr Können zu zeigen. Mit Drummer Ryan und Bassist Campbell hat er dabei seine aus der King Band bewährte Rhythmusfraktion dabei, wobei Ryan in einem der letzten Songs mit einem etwa fünfminütigen Drumsolo auf der Bühne allein gelassen wird und dafür Szenenapplaus einheimst.

Mike Runyon sorgt an den Tasten für einen voluminösen Sound, bringt in jammenden Phasen psychedelische Einflüsse und hat in den Songs mehrfach kurze Soloparts. Drew Smithers ist mehr als nur ein zweiter Gitarrist, der insbesondere die Rhythmusarbeit leistet. Einige starke Soli, zum Teil sich mit King duellierend und slidendend, offerieren, dass er eine absolute Bereicherung ist. Die drei Bläser bringen oft souliges Flair in die Tracks und sorgen bei den jammenden Parts für eine besondere Dynamik. In manchen Stücken legen sie aber ihre Blasinstrumente beiseite, um mit verschiedensten Perkussioninstrumenten mit der Rhythmusfraktion für einen gewaltigen Beat zu sorgen. 

Es fällt schwer aus den allesamt starken Songswelche herauszuheben. Ein besonderer Moment war, als die Band „Saturday Night Special“ von Lynyrd Skynyrd ertönen ließ. In den Augen mancher Fans sah man das sprichwörtliche Tränchen im Auge (mit Rossington ist das letzte Alltime-Mitglied der Southern-Legende vor wenigen Tagen verstorben). Dies war dann allerdings ganz schnell Schnee von Gestern, als die Band den Song in die Halle feuert und beweist, dass spätestens jetzt eine neue Epoche im Southern Rock eingeläutet ist, in der Markus King mit Sicherheit eine wichtige Rolle spielen wird. 

Eine schöne Geste ist, als King Leah Blevins auf die Bühne holt und mit ihr einen ruhigen Countrysong im Duett aufführt. Zum Ende des Konzertes bringt King mit dem hymnischen „Oh Carolina“ einen absoluten Höhepunkt, um nach Zugabeforderungen noch einmal nachzulegen. Mit „Coming Home“, das von einem mehrminütigen Mörderintro eingeleitet wird, verabschiedet Marcus King mit seiner Band die Fans gegen 23:10 Uhr von einem großartigen Abend, in dem der Hauch des Südens das Carlswerk erfasst hatte.

Line-up:
Marcus King – guitars & vocals
Stephen Campbell – bass
Jack Ruyan – drums
Mike Runyon – keyboards
Drew Smithers – guitars
Alex Bradley – trumpet
Chris Spies – sax
Kyle Snuffer – trombone

Text & Bilder: Gernot Mangold

Marcus King
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Leah Blevins
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Carlswerk Victoria
Prime Entertainment Promotion

Sari Schorr & Band, 07.03.2023, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Nach mehreren coronabedingten Verschiebungen kann Sari Schorr mit ihrer Band endlich die Freedom Tour in Deutschland im Dortmunder Musiktheater Piano starten. In dem knapp 100 minütigen Auftritt zeigt die New Yorkerin, dass sie mit Ihrer Präsenz und gesanglichen Qualitäten mit Sicherheit zu den Top Acts in der Blues Rock-Szene zu zählen ist. Dies hat sich scheinbar auch bei den geneigten Fans herumgesprochen. So ist es ihr gelungen mit über 200 Besuchern gelungen, die Zuschauerzahl im Vergleich zur Tour vor der Corona-Epidemie fast zu verdoppeln.

Die meisten Songs des Sets sind von den beiden letzten Studiowerken, ergänzt um einige bisher noch nicht auf einem Album veröffentlichte Stücke. Mit den vier Engländern hat Sari Schorr eine Band um sich versammelt, die sie selbst als richtige Band beschreibt und nicht nur als angemietete Musiker. Gitarrist Ash Wilson ist dabei der einzige, der sie schon seit Jahren begleitet und fast schon als musikalischer Partner zu sehen ist. Mit seinem Gitarrenspiel, auch in vielen Soli, setzt er den Songs auch eine Stempel auf, den Keyboarder Adrian Gautrey nochmals zum Teil psychedelisch verfeinert.

Mit dem umtriebigen Roger Inniss am Bass, dem man an seinem Dauergrinsen ansieht, mit welcher Freude er live spielt und Ash Wilsons Bruder Phil an den Drums, hat die Band, in der sich Sari als Bestandteil sieht, ein Rhythmusfraktion gefunden, die auf den Punkt, die Grundlage für den fetten bluesigen Sound legt.

Sari selbst zeigt sich stimmlich bestens aufgelegt und trifft mit ihrem emotionalen Auftritt genau den Nerv der Fans und es ist Ihr anzusehen, wie sie die tolle Stimmung im Musiktheater Piano regelrecht aufsaugt und diese Energie auf der Bühne wieder rauslässt.

Aus einer starken Setlist ragten für mich die fast mystische vorgetragene Version von „Black Betty“, das vom Keyboardspiel an Doors aber auch Gregg Allman erinnernde „Oklahoma“, das melancholische „Damn The Reason“ wo sie nur von Ash an der Gitarre begleitet wird und der letzte Song „Beautiful“, den Sie gestenreich den Besuchern widmete.

Gespannt darf man auf die im Herbst erscheinende neue Platte sein, die sie mit Sicherheit nächstes Jahr im Piano präsentieren wird.

Line-up:
Sari Schorr – vocals
Ash Wilson – guitars, backing vocals
Roger Inniss – bass
Adrian Gautrey – keyboards
Phil Wilson – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Sari Schorr
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Connor Selby – Connor Selby – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Connor Selby war mir bis dato völlig unbekannt und ich musste zunächst einmal ein wenig googeln, um etwas über ihn herauszufinden. Also, der Brite ist nicht mit dem viel zu früh verstorbenen Blueser Mark Selby verwandt, wie man eventuell vermuten könnte. Dennoch entpuppt er sich auf der CD als melancholischer Bluesbarde, der in seinem jungen Alter bereits mit einer beeindruckenden Vita aufwarten kann.

Multinational in Essex, Connecticut und Dubai aufgewachsen, wurde er als Teenager von Musikern wie Eric Clapton, Ray Charles, Bill Withers oder Sam Cooke geprägt, entdeckte aber auch seine Liebe zur amerikanischen Rootsmusik und stand 2019 als Twen bereits als Opener für The Who im Wembley Stadium auf der Bühne, gefolgt von Auftritten mit Pearl Jam, den Stereophonics und anderen. Nun hat er sein Erstlingswerk „Connor Selby“ aus dem Jahr 2021, diesmal mit vier zusätzlichen Bonustracks, warum auch immer erneut veröffentlicht.

Vielleicht liegt es an der Auswahl der dem „Sounds Of South“-Magazin für ein Review zur Verfügung gestellten CDs, dass bei dem Rezensenten der Eindruck entstanden ist, viele Bluesmusiker würden zur Zeit ihre Songs sehr soulig und in Bläserarrangements eingehüllt präsentieren. Da macht auch Connor Selbys Wiederveröffentlichung keine Ausnahme. Auch er springt, zumindest teilweise, musikalisch auf diesen „Retrozug“ auf. Was handwerklich und musikalisch auch ziemlich gut gemacht ist. Da gibt es nichts zu kritisieren, aber es bleibt das Gefühl alles irgendwie schon einmal gehört zu haben.

Stilistisch bewegen sich die Tracks zwischen Slow- und Midtempoblues („I Can‘t Let You Go“, „If You’re Gonna Leave Me“, „The Man I Ought To Be“, „Anyhow“, „Starting Again“ und „Love Letter To The Blues“), Singer-Songwriter („Hear My Prayer“, „Waiting On The Day“) und etwas flotteren Nummern („Falling In Love Again“, „Show Me A Sign“, „My Baby Don‘t Dig Me“), allesamt auf eingängigen Melodien basierend und den Gehörgängen schmeichelnd. Mir persönlich hat am besten der Bonustrack „I Shouldn‘t Care“, ein klassischer Chicagoblues, gefallen.

Selbys Songs ziehen Dich nicht unweigerlich auf die Tanzfläche, sind aber für entspannte Abende bestens geeignet oder um sie bei einem gemeinsamen Abendessen mit Freunden im Hintergrund laufen zu lassen. Sie sind zeitlos melancholisch und irgendwie auch elegant. Und bei genauerem Hinhören entdeckt man bei einigen Stücken sogar dezente Southernanleihen a la Allman Brothers oder Lee Roy Parnell. Als noch junger Bluesmusiker hat Connor Selby sicherlich noch viel Potential, wenn es ihm gelingt, seine Songs mit einem höheren Wiedererkennungswert auszustatten. Ab dem 3. März ist die Scheibe im Handel.

Provogue Records / Mascot Label Group (2023)
Stil: Blues

Tracks:
01. I Can’t Let You Go
02. Falling In Love Again
03. If You’re Gonna Leave Me
04. Emily härter Rhythmus
05. The Man I Ought To Be
06. Hear My Prayer
07. Show Me A Sign
08. Anyhow
09. Waitin’ On The Day
10. Starting Again
11. I Shouldn’t Care (Bonus Track) chicagoblues
12. Love Letter To The Blues (Bonus Track)
13. My Baby Don’t Dig Me (Bonus Track)
14. The Deep End (Bonus Track)

Connor Selby
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Netinfect Promotion

Savoy Brown – Blues All Around – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

“Blues All Around” heißt das neue Album der Band “Savoy Brown” und reflektiert die jahrzehntelange musikalische Lebenseinstellung und Erfahrung von Mastermind und Gitarrist Kim Simmonds. Alle Songs, wieder von Simmonds geschrieben, verbinden in ihrer energiegeladenen Ausstrahlung eine ansteckende Begeisterung mit genialer Spielkunst und setzen von Beginn an das Blues-Rock-Markenzeichen einer Studio-Live-Produktion: vorneweg mit “Black Heart” einer satten Nummer, die mit treibender Kraft die Initiative ergreift, gefolgt von “Going Down South”, angesiedelt in südstaatlichen ZZ Top-Gefilden und passenden Harmonica-Sounds, die Simmonds zu standesgemäßen E-Solo Parts serviert. Die stampfende Blues Power des “Gypsy Healer” verdient ebenso eine Top-Bewertung, wie der darauf folgende eigentliche Titel-Track in feiner Blues-Maßarbeit, eben “Blues All Around”.

Savoy Brown, die von Kim Simmonds 1965 im Alter von 18 Jahren gegründet wurden und bereits damals mit Meilenstein-Alben, wie “Blue Matter” (1969), “A Step Further” (1969) oder “Street Corner Talking” (1971) u.a. Klassiker der Blues-Rock-Szene herausbrachten, haben in stetig wechselnden Besetzungen über 40 Longplayer produziert. Kim Simmonds spielte als ständiges Mitglied seiner Band immer im Spitzenbereich internationaler Blues-Künstler und konnte so auch 2017 mit “Witchy Feelin” ein Nummer 1 Billboard-Album feiern.

Eine ähnliche Einstufung verdienen ebenfalls viele Songs auf “Blues All Around”. Der scheinbar von Stevie Ray Vaughan inspirierte Boogie “Texas Love”, der groovende Shuffle “Winning Hand”, sowie “Hurting Spell” als Best of Blues Rock bewahren ihre Simmonds typische Eigenständigkeit in der Einheit aus Songschreiber, Sänger, Gitarrist und Lebensinhalt: Blues All Around.

So ist auch das letzte Stück des Albums “Falling Through The Cracks” – vielleicht eine Hommage an John Lee Hookers zum Teil traurige Stilelemente – ein “Abschieds-Blues”. Ein musikalisch wieder in jeder Hinsicht ausdrucksstarker, aber im Text pessimistisch wirkender Simmonds: “Time I face the facts, ….it feels like I’m …falling through the cracks”. Das als Intro der Scheibe kurz angespielte Stück offenbart seine vollständige Wahrheit erst am Ende: scheitern und durch alle Raster fallen als Ergebnis aller Bemühungen.

Kim Simmonds ist am 13.12.2022 nach langer Krankheit verstorben. Einer der führenden britischen/US “Old School” Blues Gitarristen, in einer Reihe mit Peter Green, Mick Taylor und Eric Clapton wird in den Credits zum neuen Album zitiert: “Life is energy, Music is energy. I try to …play the music I’ve loved since I was a young teenager”. Ein Lebensmotto, das fast über zwei Generationen Blues-Fans immer neue Lebensfreude bereitet hat, ist auf der LP nochmal komprimiert allen gewidmet.

Das brillante Album “Blues All Around” generiert das breite Songspektrum aus Kim Simmonds leidenschaftlicher Blues-Seele, der seinen Antrieb bis ins hohe Alter und bis an die Grenze der Belastbarkeit schöpferisch ausgiebig nutzte. Als besondere Empfehlung sei auf den legendären “Savoy Brown Boogie” (22 Minuten live in Detroit, 1969) verwiesen, der natürlich nur ein atomares Bruchteil an bleibender Erinnerung ausgleichen kann. Thanks Kim!

Quarto Valley Records (2023)
Stil: Blues Rock

Tracklist:
01. Falling Through
02. Black Heart
03. Going Down South
04. Gypsy Healer
05. Blues All Around
06. Texas Love
07. Winning Hand
08. Hurting Spell
09. Can’t Go Back To My Hometown
10. California Days Gone By
11. My Baby
12. Falling Through The Cracks

Savoy Brown
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V2 Records Promotion GSA

Bernard Allison – 29.01.2023 – to hoop, Rheinberg – Konzertbericht

Mit Bernard Allison ist es Sami Durak gelungen, zum Jahresauftakt einen Blues-Topact ins to hoop zu holen. Dementsprechend waren die Sitzplätze alle belegt und im hinteren Bereich standen noch einige weitere Fans und sorgten so für ein volles Haus. Der geplante Start der Eddie Kold Band feat. Doc Watkins verzögerte sich allerdings, da Allison mit seiner Band für die Fahrt aus Dänemark, wo sie tags zuvor gespielt hatten, länger als geplant braauchte und so der Soundcheck stattfand, während die Kneipe im to hoop schon rappelvoll war.

Zunächst betrat nur das Trio der Eddie Kold Band die Bühne und eröffnete den Abend mit einem Instrumental. Auch zu Beginn des zweiten Songs legte die Band zunächst ein Intro hin, bis plötzlich aus dem Nichts die Stimme von Larry „Doc“ Watkins zu hören war. Gebückt, auf einen Stock gestützt, bahnte er sich scheinbar blind singend zum „Hoochie Coochie Man“ den Weg durch die Sitzreihen zur Bühne. Die Band spielte gekonnt einige Coversongs, die von den Zuschauern begeistert aufgenommen wurden.

Dafür war aber nicht nur der stimmlich bestens aufgelegte Doc Watkins verantwortlich, sondern auch das Trio der Eddie Kold Band. Eddie legte einige krachende Gitarrensoli, zuweilen durchs Publikum gehend und auf dem Rücken spielend, aufs Parkett, während Klaus Brunschede am Bass und Christian Wübben an den Drums für eine gekonnte Rhythmusgrundlage sorgten. Besonders in Erinnerung blieb eine starke Version von „Sitting On The Dock Of The Bay“, wo Watkins das Geschehene von Georgia nach Virginia verlegte und „Weeping Willow Tree“.

Nach dem etwa 45-minütigen launigen Auftritt blieb den Bluesfans genügend Zeit, den Hunger am Grill zu stillen, bevor Sami Durak Bernard Allison und seine Band ankündigte, die lautstark angefeuert die Bühne betraten. Schon beim Intro „Sooner Or Later“ schaffte es Allison, der anfangs sehr angespannt wirkte, aber sich nach wenigen Minuten regelrecht freispielte, das to hoop in seinen Bann zu ziehen.

Dabei ließ er seine Gibson Les Paul mal mit Wah-Wah aufjaulen oder virtuos klingen, um im nächsten Moment mit krachenden Riffs die Location in seinen Grundfesten erschüttern zu lassen. Ein entspannender Pol war bei dem Feuerwerk, was das Trio abbrannte, der meist tiefenentspannt den Bass spielende George Moye, den Allison später Augenzwinkernd als den Papa der Band vorstellte.

Der gerade erst 19-jährige Drummer Allen Mathew Kimathi versetze die Bluesgemeinde mit seiner energiegeladenen Art in Staunen. Dabei zeigte er, dass er nicht nur schnell und dynamisch spielen kann, sondern auch dezent zurückhaltend Akzente setzen kann. Über „So Exited“, „Night Train“, „Love Was Meant To Be“ ging es bluesig weiter und beim Intro von „Rocket 88“ hatte Keyboarder Eric Robert seinen großen Auftritt.

Erst behutsam leicht psychedelisch angehaucht, läutete er den Song ein, um sich in einen wahren Spielrausch zu steigern, dass man das Gefühl haben konnte, die Tasten des Keyboards würden jeden Moment anfangen zu glühen. Neben dem spielerisch begeisternden Auftritt gelang es der Band auch durch ihren Charme das Publikum regelrecht um den Finger zu wickeln. Nach etwa 50 Minuten gönnte die Band sich und den Fans erst einmal eine verdiente Pause.

Nach etwa 25 Minuten ging es dann mit „Serious“, einem Klassiker seines Vaters, weiter, in dem er nachhaltig bewies, dass er die musikalischen Gene Luthers geerbt hat. Beim folgenden „Bad Love“ animierte er das Publikum zum mitsingen, wobei nicht jeder den richtigen Ton traf, was aber mit Humor hingenommen wurde. „Be Good To Me“ kündigte George Moye augenzwinkernd damit an, dass, wenn das Publikum gut zur Band sei, ist die Band auch gut zum Publikum.

Wenn man die Aussage zu Grunde legt, war das Publikum sehr gut zur Band, denn das Konzert nahm immer mehr Fahrt auf. Abwechslungsreich war, wie Bernard Allison hier mit seiner Gitarre mit den Anwesenden kommunizierte, mit etwas Phantasie könnte man Sätze wie „How Do You Feel“ heraushöhren, während er dabei direkten Augenkontakt mit betreffenden Zuschauern aufnahm. Auf die Art setzte er die Kommunikation mit seinem Bassisten und Keyboarder fort.

Zum Ende des Songs spielte dann nur noch der junge Drummer Allen Mathew Kimathi eher sehr bedächtig und die anderen Musiker verließen die Bühne Richtung Kneipe. Danach folgte ein Drumsolo, bei dem man zuweilen mit dem Auge kaum noch den Drumsticks folgen konnte. Nach einigen Minuten kam dann Moye mit auf die Bühne und stieg mit einem zuweilen funkigen Bassolo mit ein. Als dann Robert fulminant an den Keyboards dazu stieß, war die Band fast wieder komplett.

Bernard gesellte sich dann auch auf die Bühne und wechselte nun erstmals die Gitarre und stieg um auf seine weinrote Gibson SG und kurz danach begann der Gitarre entsprechend eine fetzigede Version von „Voodoo Child“ mit einem Intro von „Purple Haze“ und einem Outro Richtung von „Hey Joe“. Spätestens jetzt hielt es kaum einen der Besucher auf den Sitzen und der Saal bebte. Lautstarke Zugabeforderungen sorgten dann dafür, dass die Band noch ein mehrminütiges Instrumental nachlegte, in dem jeder Musiker seine Soloanteile hatte.

Danach verabschiedete sich ein gut gelaunter Allison von den Fans, um diese direkt zum Merchstand einzuladen, wo die gesamte Band für Fotos, Autogrammwünsche und Smalltalk zur Verfügung stand. Ein bemerkenswerter Abend fand so einen würdigen Abschluss, der bisher als absolutes Highlight in Sachen Blues im to hoop zu sehen ist.

Line-up:
Bernard Allison – guitars, lead vocals
George Moye – bass
Allen Mathew Kimathi – drums
Eric Robert – keyboards

Text und Bilder: Gernot Mangold

Bernard Allison
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to hoop
Ruf Records

AJ Plug – 27.01.2023 – Blues, Rhede – Konzertbericht

Um kurz vor 21 Uhr kündigte André Knoch AJ Plug an und machte noch einmal deutlich, wie froh er ist, dass die aus Katwijk kommende Musikern nach einer schweren Krebserkrankung wieder auf der Bühne steht. Unter Applaus betrat dann die Band die Bühne und eröffnete das Konzert mit „Free At Last“ vom ersten Album „Chew Chew Chew“ aus 2016.

Der Einstieg war durchaus geschickt gewählt, das treibende Intro des Songs brachte die Besucher direkt auf Betriebstemperatur und so wurde AJ gewissermaßen der musikalische Teppich ausgerollt, auf dem sie die Bühne betrat und direkt eindrucksvoll bewies, dass sie stimmlich voll auf der Höhe war. Ähnlich powervoll ging es mit den folgenden Songs „Shine“ und „Better Off“ sowie „Crazy For You“ einem gefühlvollen balladesken Liebeslied vom 2017er Album „Let go … or be dragged“ weiter.

Schon zu diesem Zeitpunkt waren die Rollenverteilungen auf der Bühne klar zu erkennen. Am rechten Rand visuell etwas im Hintergrund legten die erfahreneren Klaas Kuijl an der Rhythmusgitarre und Roelof Klijn am Bass eine Soundgrundlage, die den anderen Musikern alle Spielräume ermöglichten.

In der Rhythmusarbeit wurden sie dabei von Tommy Parker Jr an den Drums unterstützt, der sich zuweilen fast in einen Rausch spielte. Auf der linken Bühnenseite zauberte Axel Zwinselman, der schon neulich in der Sean Webster Band, bei einem Konzert in Oberhausen, eine glänzende Visitenkarte abgegeben hatte, am Keyboard einige furiose Soli hin und gab insbesonders den etwas ruhigeren Stücken schöne melodische Elemente.

Neben ihm sorgte Sebas Fleddermann für einigen Szenenapplaus bei seinen auf den Punkt gespielten Soli. Der Mittelpunkt der voll besetzten Bühne gehörte der zerbrechlich wirkenden AJ Plug, die das Publikum mit ihrer positiven Ausstrahlung schnell auf ihre Seite gezogen hatte, sodass eine eindrucksvolle Atmosphäre im Blues in Rhede entstand, die schon etwas Besonderes hatte.

Richtig emotional wurde es dann, als Plug sich erstmals auf den bereitgestellten Hocker setzte und mit übereinandergeschlagenen Beinen über das letzte Werk „Killer King“ und dessen Hintergrund, die Verarbeitung ihrer Krankheitsphase sprach.in der die letzten Jahre körperlich nicht spurlos an ihr vorbeigegangen sind. Danach folgte mit dem Titelsong ihre Bezeichnung für den Krebs und es sollten im Verlauf des knapp zweistündigen Konzertes über zwei Sets noch alle Songs des Albums wie zunächst „Gimme A Smile“, „River Blue“ und „It Will Be Alright“ folgen.

Mit „Going Under“ vom zweiten Longplayer schickte AJ Plug die Fans dann in die Pause. Wie bei einigen Songs waren hier neben den bluesigen auch Southerrn-Akzente, insbesondere durch das Gitarrenspiel von Fleddermann, zu hören. Nach dem schon sehr guten ersten Set legte AJ Plug mit ihrer Band im zweiten Abschnitt voch eine Schippe drauf. Über die rockigen „Spitting Fire“, „Never Gonna Stop“ und „The Sky Turned Black“ ging es zum eher ruhigen melancholischen „Dream“, zu dem sie die Entstehungsgeschichte erzählte, wie das Leben in letzter Zeitscheinbar wie im Traum an ihr vorbeigezogen ist.

Nach den folgenden „Down On My Knees“, „The Shape I´m In“ und „Trouble“ spielte die Band mit „Dakota“ einen Track, den sie im Rahmen einer Fernsehsendung vorgeführt hatte, den Plug aber direkt als eher untypisch ankündigte. Vom Sound her erinnerte es mich an alte Sachen von Blondie. Danach beendete Plug kurz den zweiten Set, um direkt die Zugabe „Tears Ran Dry“ anzukündigen. Es folgte knallharter Blues Rock, der wohl auch Jimi Hendrix gefallen hätte.

Minutenlange Zugabeforderungen nach dem Stück sorgten dafür, dass die Band noch einmal die Bühne betrat und als Outro gewissermaßen noch einmal eine harte Version des ersten Songs „Free At Last“ hinzulegen und somit ein absolut begeistertes Publikum ins Wochenende zu schicken.

Line-up:
AJ Plug – vocals
Klaas Kuijl – rhythm guitar
Roelof Klijn – bass
Tommy Parker Jr – drums
Axel Zwinselmann – keyboards
Sebas Fleddermann – leadguitar

Text und Bilder Gernot Mangold

AJ Plug
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