Dom Martin – Buried In The Hail – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Die westeuropäische Blues Rock-Szene bringt immer wieder neue, junge und talentierte Nachwuchshoffnungen hervor. Zu diesen besonders talentierten Personen zählt Dom Martin aus Nordirland. Der erst seit 2018 im Music Business aktive Gitarrist, Sänger und Songschreiber hat in den Jahren 2019 bis 2023 bereits eine Handvoll European bzw. UK Blues Awards gewonnen. Sein dritter Solo-Longplayer “Buried In The Hail” erscheint nun bei Forty Below Records.

Als Co-Produzenten der Scheibe fungieren die Grammy nominierten Dubliner Tonkünstler Chris O’Brien und Graham Murphy (u.v.a. Clannad, The Water Boys). Das Album listet 11 Songs, von denen drei vorab als Single erschienen sind, darunter auch der mächtige Track “Belfast Blues”. Getragen von Martins typischer nordirischer Blues-Voice und dem massiven Guitar-Sound schildert der Titel die Erlebnisse als Bühnenmusiker in den Pubs und Clubs der Heimatstadt.

Melodisch einfühlsam und komplett abweichend verarbeitet Martin die ganz persönlichen Erinnerungen an die Kindheit. Mit soulig-zärtlicher Stimmer covert er das Lieblingslied seiner Familie, Willie Nelsons Klassiker “Crazy”, und belegt damit auch sein weitreichendes Gespür für sehr emotionale Momente. Diese werden auf anderer Ebene, z.B. in der intensiven Fuzz-Nummer “Unhinged” (der 1. Single-Auskopplungl) bärenstark abgeliefert oder im traditionellen Blues-Rock “Howlin’” powerful intoniert. Atmosphärisch breit angelegt klingt hingegen der Album-Titelsong “Buried In The Hail”, der seinen Blues-Charakter von ganz unterschiedlichen Wurzeln zieht im Kontrast zum schweren Slow-Blues “Lefty 2 Guns”.

Martins Anspruch, sowohl “acoustic” als auch „electrifying“ Songs zu performen und sein großes Vorbild Rory Gallagher weiterhin nicht aus den Augen zu verlieren, ist für den noch jungen Nachwuchsgitarristen ein zukunftsweisendes Projekt. Wenn es eine Kunst ist, die verschiedenen Spielarten des Genres, im Bereich Blues, Roots, Rock zu vereinen, zu beherrschen und feinfühlig zu interpretieren, ist Dom Martin mit seinem neuen Album “Buried In The Hail” auf dem besten Weg, um in diese Fußstapfen zu treten.

Forty Below Records (2023)
Stil: Blues Rock, Roots Rock

Tracks:
01. Hello In There
02. Daylight I Will Find
03. Government
04. Belfast Blues
05. Crazy
06. Unhinged
07. The Fall
08. Howlin‘
09. Buried In The Hail
10. Lefty 2 Guns
11. Laid To Rest

Dom Martin
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Susan Tedeschi – Just Won’t Burn – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

25 Jahre nach der Originalausgabe veröffentlicht die US-Blues-Musikerin Susan Tedeschi ihr inzwischen mit Platin dekoriertes Solo-Album “Just Won’t Burn” als erweiterte Jubiläums-Edition. Die 1970 geborene Absolventin des renommierten Berklee College of Music in ihrer Heimatstadt Boston, Ma., hatte das Album zusammen mit Multi-Talent Tom Hambridge (Buddy Guy, George Thorogood, u.v.a.) aufgenommen. Es war das 2. Studiowerk der Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin und wurde als Top-Blues-Longplayer für die Grammy Awards nominiert.

Der von Hambridge geschriebene Titel ”Rock Me Right” eröffnet die Scheibe. Ein rasanter Blues Rock-Song, der sowohl etwas an Chuck Berry erinnert, als auch durch Tedeschis Stimme einen unverkennbaren Janis Joplin Touch erhält. Diese Intensität ihrer Vocals verfehlt ebenfalls bei der Ballade “It Hurt So Bad” den Eindruck nicht, die 70er Blues Rock-Ikone hätte einen neuen Song aufgenommen. Beide Titel wurden nicht zuletzt wegen ihrer besonders starken Ausdruckskraft in diversen TV-Serien und Filmproduktionen musikalische Begleiter.

Herausragend sind Tedeschis eigene Songs, die von “Just Won’t Burn”, einer Memphis Soul Nummer, über “You Need To Be With Me” (Reggae Blues-Konglomerat) bis zum pianogetriebenen “Found Someone New” reichen. Nicht zu vergessen ist selbstverständlich ebenso das Slow Blues-Meisterstück “Looking For Answers”! Der Erfolg als Newcomerin in der Szene kam nicht überraschend: Bereits 2009 spielte Susan Tedeschi als Vorband für B. B. King. Schon ein Jahr später gründete sie zusammen mit ihrem Ehemann die Tedeschi Trucks Band, deren erster Longplayer “Revelatar” 2011 erschien und den Grammy für das beste Blues Album erhielt.

Grundstein für diese Entwicklung war “Just Won’t Burn”, mit einer Auswahl an Coverversionen, z. B. Junior Wells “Little By Little”, dem 1952er Ruth Brown R&B-Hit “Mama, He Treats Your Daughter Mean”, oder John Prines “Angel Of Montgomery”, die eine musikalische Bandbreite von den Roots des Blues über Gospel zum Rock ablieferten. Der letzte Original Song “Friar’s Point” setzt dem Delta Blues Boogie nochmals ein Denkmal und bringt die Re-Issue Edition zu den Bonus-Tracks. Hier werden neben Alternate- und Outtakes-Titeln (u.a. eine funkige Version von “Voodoo Woman”) und mit zwei Live Aufnahmen insgesamt fast 14 Minuten Beacon Theatre-Konzertmitschnitt aus 2022 der Tedeschi Trucks Band geboten.

Für jeden, der 1998 die Erstausgabe von “Just Won’t Burn” übersehen hat, ist Susan Tedeschis Solo-Werk als Jubiläums-Edition eine lohnende Entscheidung. Das Album hat seinen zeitlosen Klassiker-Status souverän gehalten und bestätigt wieder die alte Erkenntnis: Good Music Lasts!

Fantasy Records (2023)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Rock Me Right
02. You Need To Be With Me
03. Little By Little
04. It Hurt So Bad
05. Found Someone New
06. Looking For Answers
07. Can’t Leave You Alone
08. Just Won’t Burn
09. Mama, He Treats Your Daughter Mean
10. Angel From Montgomery
11. Friar’s Point
12. Looking For Answers (Alternate Take)
13. Voodoo Woman (Album Outtake)
14. Waste Of Time (Album Outtake)
15. Looking For Answers (Tedeschi Trucks Band – Live)
16. Just Won’t Burn (Tedeschi Trucks Band – Live)

Susan Tedeschi
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Oktober Promotion

Scott Weis Band – 15.09.2023, Blue Notez Club, Dortmund – Konzertbericht

Was für ein herrlicher Abend gestern im Blue Notez in Dortmund. Erneut ließ mich mein Bauchgefühl nicht im Stich, dass es mit der Scott Weis Band einen lohnenswerten Gig geben würde. Aufgrund meiner beruflichen Situation bin ich ja seit geraumer Zeit gezwungen, bei Konzerten etwas kürzer zu treten. Deshalb ziehe ich es mittlerweile vor, Acts zu besuchen, die hier nicht in inflationären Ausmaßen auftreten oder, die ich halt bis dato eher wenig bis garnicht gesehen habe.

Die Scott Weis Band hatte mir ihr ‚Empfehlungsschreiben‘ mit ihrem starken aktuellen Album „Raise Your Hands“ zugesendet, das Vorgängerwerk „Simmer Me Down“ hatte der Kollege Schneider bei uns beleuchtet. Pünktlich um 20:00 Uhr rockte das Trio um den erkälteten Leader Scott Weis, samt seiner Rhythmusfraktion, bestehend aus dem schon fast klassisch geschult wirkenden Bassspieler Robert Kopec und dem kräftigen Drummer Roger Voss mit dem Opener „One Good Reason“ ordentlich los.

Beim Titelsong des oben erwähnten Albums „Simmer Me Down“ kam zum ersten Mal auch die Harp bei Weis zum Einsatz. Im ersten von insgesamt zwei Sets plus einer Zugabe, waren es allerdings neben den stark gespielten Stücken „Raise Your Hands“, dem psychedelischen „Mindless“ und „Bitch Please“ (alle von der neuen CD), vor allem die überragenden Coverversionen von Chris Stapletons „Tennessee Whiskey“ (danke dafür, dass ich diesen tollen Song das erste mal live in meinem Leben und dann noch mit solch tollen E-Gitarrenpassagen hören durfte) und „With A Little Help From My Friends“ mit virtuosem Bassintro, die besonders herausragten. Vor allem beim letztgenannten Klassiker, hätte man angesichts Scotts superrauen Stimme an diesem Abend mit verbundenen Augen fast auf eine Reinkarnation von Joe Cocker getippt.

Bei „Helpless“ gab es die Spitze in Richtung Ihres Radio-Promoters Rick Lusher (der sich dafür verantwortlich zeichnet, dass wir immer wieder, wie auch im Fall der Scott Weis Band, mit schönen Scheiben direkt aus Amerika bemustert werden), der behauptete, dass man diesen Song in Europa nicht bringen könnte, der dann allerdings Platz 7 der hiesigen Blues-Charts erreichte.

Set 2 enthielt mit „Judgement Day“, den beiden herrlichen Southern Soul-Ohrwürmern „Shine Down“ und „Stay“ (mit „Blue Sky“-Flair) und auch der Killerversion von „Have You Ever Loved A Woman“ (unglaublich hier das Solo mit der Harp in der rechten Hand am Mund und dem gleichzeitigen E-Gitarren-Solo in der linken Hand), auch wieder einen starken „Raise Your Hands“-Anteil.

Dachte man schon, dass jetzt nichts mehr gehen würde, legten die Drei mit dem satt rockenden „“Right Where It Belongs“ und dem Sam & Dave-Evergereen „Something Is Wrong With My Baby“ die nächsten Pfunde auf. Mit „Little Child“, wo Kopec und Voss auch ihre Individual-Qualitäten samt schöner Soli nochmals ausgiebig präsentieren konnten. wurde sich unter frenetischem Beifall verabschiedet.

Klar war natürlich, dass das beeindruckte Blue Notez-Publikum noch einen Zuschlag haben wollte. Weis & Co. ließen sich nicht lange bitten und legten mit „Angelina (Baby Won’t You Please Come Home)“ einen äußerst amüsanten Mitsing-Schunkler nach.

Scott ging dabei durchs klasse mitmachende Publikum, schnappte sich drei Ladies, die dann auf der Bühne eine wirklich gute Figur als Backgroundsängerinnen machten. Eine klasse Interaktion am Schluss, die der Band sicherlich nochmals Sympathiepunkte oben drauf erbrachte. Schade, dass Blue Notez-Hausfotograf Peter Schepers (danke für die tollen Bilder)! leider zu diesem Zeitpunkt wegen Magenproblemen schon den Heimweg hatte antreten musste.

Am Ende sah man eigentlich nur zufriedene Gesichter, der Gig hätte allerdings ohne Zweifel eine deutlich besser besuchte Hütte verdient gehabt. Für mich persönlich ist es tatsächlich das Konzert-Highlight des bisherigen Jahres! Die Scott Weis Band weiß nicht nur in Studio, sondern auch live auf der Bühne absolut zu überzeugen. Muss man in seinem Rockmusikleben gesehen haben!

Line-up:
Scott Weis (lead vocals, electric guitar, harp)
Robert Kopec (bass, bgv)
Roger Voss (drums, bgv)

Bilder: Peter Schepers
Text: Daniel Daus

Scott Weis Band
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Blue Notez Club Dortmund

Stone Water – Make Me Try – CD-Review + Gewinnspiel

Der renommierte Session- und Tourmusiker Robert Wendt hat bei ’seinem‘ neuen Bandprojekt Stone Water aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Mit klarem Konzept, ohne persönliche Eitelkeiten (viele Bandleader tendieren ja oft dazu, was auch völlig legitim ist, dementsprechend im Vordergrund zu stehen) hat er ein Kollektiv um sich versammelt, das ohne Zweifel auch höheren internationalen Ansprüchen absolut gerecht werden kann.

Die Songs zum Debüt-Album „Make Me Try“ entstanden überwiegend in der Coronaphase und sprudelten laut eigener Aussage förmlich aus Robert heraus. Neben seiner Rhythmusfraktion mit seinen Kumpels Artjom Feldtser (bass, bgv) und Hanser Schüler (drums, percussion) gelang ihm mit der Hinzunahme des amerikanischen Sängers Bob Beerman (lead vocals, harp) der entscheidende Schachzug, eine Scheibe zu kreieren, bei der man nicht sofort meilenweit gegen den Wind erkennt, dass sie hier aus unseren Sphären stammt.

Wendt gelingt es überzeugend, englische Musik nach dezentem Vorbild der Stones mit gediegenem südstaatlichen Gitarrenflair zu überziehen (er erinnert in seinem Slidespiel oft an Duane Allman, klasse auch beim abschließenden „Melissa“-mäßigen „If You Get Lost“), Beermans rotzige Stimme, irgendwo zwischen Chris Robinson, Kid Rock und Bon Scott liegend, passt hervorragend hervorragend zum planvoll arrangierten Songmaterial. Auch seine punktuell quäkenden Harp-Einlagen laufen nie Gefahr, nervig zu werden. Gut gewählte weibliche Backing vocals von Miriam Thomas und Sylta Fee Wegmann, sowie die Keys-Variationen von Julian Bergerhoff und Hansi Kecker runden das von der Intensität her starke Gesamtwerk ergänzend ab.

Produziert wurde die CD von Hannes Haindl im Schalltona Studio in Hamburg, beim Abmischen assistierte Robert.  Gemastert hat dann Martin Meinschäfer in Arnsberg. 

Der stoneske Einfluss kommt gleich beim Opener „Stony Rock“ zum Tragen und wird gegen Ende mit dem starken „Sweet Charms“ und dem hervorragend gelungenen Stones-Cover „Sway“ nochmals deutlich untermauert.  Der Südstaaten Rock-Anteil, den ich aufgrund Roberts früheren Live-Gitarrenspiels stärker vermutet hätte, beläuft sich hier noch eher im Hintergrund, schimmert aber anhand von Dobro- und Slideeinlagen immer wieder durch.

Vieles geht hier mehr in Richtung rootsigem Rock, vor allem der Ohrwurm „Scarecow“ (mein Lieblingstrack) mit Mellencamp-Flair und das Little Feat-trächtige „Fee Too Well“ lassen das großartige Songwriting-Potential von Robert in seinem ganzen Glanz erscheinen. Auch der melancholisch-progressiv beginnende Titelsong „Make Me Try“ mit seinem psychedelischen Ende hinterlässt bleibenden Eindruck, ebenso wie der straighte Rocker „Second Floor“.

Wenn auch noch nicht auf diesem Album präsent, gibt es noch eine weitere bemerkenswerte Personalie zu vermelden. Mit Ben Forrester hat sich ein weiterer arrivierter Gitarrist dem Quartett angeschlossen, der auch auf der anstehenden Tour schon involviert sein wird. Von ihm erhoffe ich mir insgeheim natürlich eine noch deutlichere Schärfung des Südstaaten Rock-Profils! 

Dies zu überprüfen, sollte dann am 04. November leicht fallen, denn da wird das neue Quintett seine Live-Visitenkarte in unserer geliebten Kulturrampe in Krefeld erstmals abliefern. Es darf dabei gerne dieses  hervorragend gelungene Werk komplett durchgespielt werden.

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Wir verlosen wir ein Debüt-CD-Exemplar von Stone Water.

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Für welchen anderen Act haben Wendt & Co. gewirkt, bevor sie Stone Water ins Leben gerufen haben?

a) Vanja Sky
b) Earth, Wind & Fire
c) KC & The Sunshine Band

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 18.09.2023 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, die/der dann umgehend benachrichtigt und mit der CD beliefert wird.

Gewinnerin ist Gabi Busch aus Tostedt

TIMEZONE Records (2023)
Stil: Rock

Tracks:
01. Stony Rock
02. Change
03. Scarecrow
04. Make Me Try
05. Awful Blues
06. Fare Thee Well
07. Second Floor
08. Backdoor Man
09. Sweet Charms
10. Sway
11. If You Get Lost

Stone Water
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Scott Weis Band – Raise Your Hands – CD-Review

Das letzte Album „Simmer Me Down“ der Scott Weis Band von vor drei Jahren war ja bereits von meinem geschätzten Kollegen Jörg Schneider positiv beleuchtet worden, jetzt stellt das Trio um Leader Scott Weis in bewährter Besetzung (mit Roger Voss (drums) und Robert Kopec (bass) mit „Raise Your Hands“ ihr achtes Werk vor.

Unterstützend tätig sind auch wieder Tastenvirtuose John Ginty, und Bashiri Johnson (percussion) sowie die Backgroundsängerinnen  Cindy Mizelle und Sarah Smith (neu) wieder mit von der Partie. Insgesamt werden neun Eigenkompositionen und zwei Klassiker neu ins Licht gesetzt.

Darüber, ob man eine weitere Version von „With A Little Help From My Friends“ (ohne Cockerschen Urschrei, dafür aber mit schönem Southern Flair) und „Have You Ever Loved A Woman“ (in Heavy-Blues-Manier mit inkludiertem Harp-Solo) haben muss, lässt sich gewiss streiten, fest steht aber, dass die Fassungen der Scott Weis Band sicherlich zu den guten Adaptionen dieser Rock- und Blues-Evergreens gezählt werden kann.

Gerade der Southern Rock-Einfluss, der bei Stücken wie dem Slide-/Organ-trächtigen Opener „Motherless Child“, den Dickey Betts-umwehten „Shine Down“ (Lieder wie „Blue Sky“, „Bougainvillea“ oder „Sail Away“ kommen in den Sinn) und „Stay“ (schöner Southern Soul-Schwofer)  sowie dem im Stil von ZZ Tops „La Grange“ performten „Judgement Day“ zum Ausdruck kommt, macht die CD besonders auch für unsere Klientel interessant. 

Auch das starke stampfende Titelstück „Raise Your Hands“ klingt wie eine Kooperation aus ZZ Top, Mountain und Ted Nugent. Der Rest, teilweise mit psychedelischen („Mindless“) und jammigen  („Bitch Please“, „Have You Ever Loved A Woman“) Akzenten, lässt die Spielfreude der Beteiligten im Studio für den Hörer erahnen.

Am Ende verabschiedet man sich mit einem Veranda-tauglichen Delta-Blues („Bring Me Home“). Die Scott Weis Band weiß, wie guter Blues Rock funktioniert, da hebe ich für „Raise Your Hands“ gerne auch den Daumen ganz weit nach Oben!

Eigenproduktion (2023)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Motherless Child
02. Shine Down
03. Judgement Day
04. Raise Your Hands
05. With A Little Help From My Friends
06. Mindless
07. Bitch Please
08. Lost Myself
09. Stay
10. Have You Ever Loved A Woman
11. Bring Me Home

Scott Weis Band
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Smoking Wolf – Road To Valhalla – CD-Review

Wolfgang Dohr, der Protagonist des Albums, alias Smoking Wolf, und ich wohnen, wie wir beide nach dem Erstkontakt feststellten, nur den berühmten Steinwurf voneinander entfernt. Er in Walsum, meine Wenigkeit in Rheinberg. Der deutsche Meister im Frisbeescheibenweitwurf hätte mir vermutlich seine aktuelle CD „Road To Valhalla“ (bereits schon 2022 erschienen), mal eben schnell zu anderen Rheinseite rüberzirkeln können.

Allerdings war das Teil dann auch mit Hilfe des etatmäßigen deutschen Zustellers am nächsten Tag im Briefkasten. Smoking Wolf hat sich dem ganz dezent südstaatlich umwobenen Blues (Rock) verschrieben. Da er sicherlich erkannt hat, dass an ihm wohl nicht der ganz große Sänger (trotz rauchiger, angenehmer Stimme) und auch Lyriker verloren gegangen ist, hat er seinen Stil richtigerweise am eher kauzigen (Sprech-) Gesang von Künstlern wie Tony Joe White, J.J. Cale, Mark Knopfler & Co. angelehnt, was den Songs auch gut tut.

Seine Stärken liegen ganz klar auf dem E-Gitarrenparkett, da ist es eine wahre Wonne, ihm zuzuhören, wenn er besonders bei den Soli in nahezu jedem Lied ordentlich in die Saiten greift. Tragisch ist, dass der Bassist seiner Rhythmusfraktion (Drummer ist Mathias Knorr), Michael Strohm, während der Aufnahmen zum Album verstorben ist (demnach ist die CD auch ihm gewidmet und enthält aus diesem Grund am Ende nur 8 Tracks).

Dieser zeigt sich für den einzigen deutschen Track, der auf diesem Werk enthalten ist, „Warmes Bier“ verantwortlich, ein schöner launiger Jam, bei dem zwischendurch immer nur die Titelzeile gesungen wird. Ansonsten gibt es leicht swampig angehauchten Blues Rock, klar, dass beim Opener „The Train“ auch der Duisburger Hauptbahnhof namentlich und mittels Hintergrundgeräuschen nicht fehlen darf.

Höhepunkte des Werkes sind für meinen Geschmack die beiden langsameren, atmosphärischen Tracks „Standing In The Rain“ und „Me And My Guitar“. Beide Nummern gewinnen enorm durch die Hinzunahme von Keyboarder Sascha Kühn, der eine klasse Leistung u. a. am E-Piano/Organ abliefert. Erstgenannter Song hinterlässt auch durch die hinzugefügten weiblichen Backgroundvocals von Julie Wnuk beim Southern-Fan Eindruck.

„Me And My Guitar“ entpuppt sich als eine eigenständig zusammenbraute Mischung aus Tracks wie „Blue Jean Blues“ (ZZ Top), „Slabo Day“ (Peter Green) und „While My Guitar Gently Weeps“ (in der Healeyschen Art). Am Ende schickt dann Smoking Wolf seinen schmerzlich vermissten Kumpanen in Form eines Delta Blues auf die „Road To Valhalla“, wo ihm jede Menge ‚kühles Bier‘ vergönnt sein möge.

Wer Spaß an den bereits erwähnten Interpreten hat und im europäischen Bereich mit Acts wie Hank Shizzoe oder der Andreas Diehlmann Band gut leben kann, der wird diese zweite Scheibe von Smoking Wolf ganz schnell in sein Herz schließen.

Eigenproduktion (2022)
Stil: Blues Rok

Tracks:
01. The Train
02. Right Time
03. Standing In The Rain
04. Hot Bikes
05. Voodoo Tri
06. Warmes Bier
07. Me And My Guitar
08. Road To Valhalla

Smoking Wolf
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Eric Johanson – The Deep And The Dirty – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Eric Johanson hat bislang vier Longplayer herausgebracht. „The Deep And The Dirty“ ist nun sein fünftes Album, dessen Titel eine Anspielung auf den Süden der USA ist. Bisher ist er allerdings hier im Sounds-Of-South-Magazin nicht nicht aufgefallen, was eigentlich schade ist. Eric Johanson ist Autodidakt, stammt aus den Südstaaten, genauer gesagt aus Alexandria in Louisiana und spielt seitdem er fünf Jahre alt ist Gitarre.

Ein starker Roots-Einfluss ist seinen Stücken daher durchaus anzuhören. Und zumindest auf diesem Album ist sein roher, schrammeliger Gitarrensound und prägnanter Gesang sicherlich kennzeichnend für seine Art Blues neu zu spielen und mit mit anderen Einflüssen, wie z. B. Hard Rock, Americana und Country zu vermischen.

Alle Songs des Albums wurden im Studio binnen zwei Tagen live und roh eingespielt:
„Ich nehme meine Gitarrensoli nicht einzeln auf und ich muss mit der Band interagieren, um das Solo an einen besonderen Ort zu bringen, deshalb ist es für uns wichtig, live aufzunehmen. Selbst wenn es ein oder zwei Fehler gibt, fühlt es sich wie eine ehrliche Darstellung des Augenblicks an.“, so Erics Kommentar zur Entstehung der Scheibe.

„Don‘t Hold Back“ ist der Aufmacher des Albums, dessen schrammeliger Head-Banger-Sound mit Black Sabbath Attitude die grobe Richtung der folgenden elf Tracks vorgibt: heavy und zumeist rockig mit gewaltigem Gitarrensound. Da machen nur ein paar wenige Songs eine Ausnahme. „Just Like New“ ist eine ruhige Ballade mit Slidegitarrenintro, „Familiar Sound“ besticht als ruhiger, aber kräftiger Blues mit Akkustikgitarre und auch der Abschlusstitel „She Is The Song“ präsentiert sich als ein toller Electric Blues in bester Oldschool-Tradition.

Den restlichen Nummern ist die eingangs genannte, etwas brachiale Anmutung, mal mehr („Galaxy Girl“, „Get’s Me High“ und „Stepping Stone“) und mal weniger („Beyond The Sky“, „Elysian Fields“ und „Undertow“) zu eigen.

„The Deep And The Dirty“ wird sicherlich seinen Weg in die Herzen der Freunde eines überaus kraftvollen Musikstiles finden, der Blues, Hard Rock und Americana zu einem „Heavy Sound“ vereint, der mit seiner teilweise unüberwindbar scheinenden Klangwand aus Gitarre und Bass zeitweise an alte Hard Rock-Zeiten erinnert.

strong>Label: Ruf Records
Stil: Blues

Tracks:
01. Don‘t Hold Back
02. The Deep And The Dirty
03. Beyond The Sky
04. Undertow
05. Just Like New
06. Elysian Fields
07. Galaxy Girl
08. Familiar Sound
09. Gets Me High
10. Stepping Stone
11. Borrowed Time
12. She Is The Song

Eric Johanson
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Ruf Records

Paul Boddy & The Slidewinder Blues Band – Nosy Neighbors – CD-Review

Wenn es am Ende dieses Jahres wieder gilt, die vergangenen zwölf Monate zu beleuchten und den bewährten Rückblick zu verfassen, wird die Scheibe „Nosy Neighbours“ von Paul Boddy & The Slidewinder Blues Band sicherlich zu den sehr angenehmen Überraschungen zählen.

Das Quartett um ihren Gesangsfronter und Gitarristen Paul Boddy hat seine Wurzeln in Doylestown, Philadephia, und wird momentan durch Glenn “The Wizard” Hale an den Keys, Chuck Hearn am Bass und Drummer Dave Hollingsworth vervollständigt. Dazu kommen noch weibliche Backgroundsängerinnen sowie eine Bläserfraktion (Stücke 9-11), die allerdings namentlich nicht auf dem als nur zweiseitiger gehaltenen Pappschuber aufgeführt sind.

Schon beim Opener „Trouble Finds Me Everyday“ werden Anhänger von Duane Allmans Slidespiel die Ohren spitzen, der typisch fiepend-schrammlige Sound ist ein bestimmendes Moment auf dieser CD und zieht sich somit durch das ganze Werk samt vieler typischer Soli und Fills. Paul Boddy erweist sich hier als exzellenter E-Gitarrist mit Freuden am Southern Blues Rock,  auch Skynyrd-Reminiszenzen bei „Milk & Cookies“ (dezent „You Got That Right) und „Right Way Up“ (hier ziemlich offensichtlich, ein Schelm, wer da beim Intro an „I Know A Little“ denkt), kommen zum Tragen, und selbst beim flotten Boogie „Baby Let’s Try Again“ schimmert so gar der gute Rory Gallagher ein wenig durch.

Also allesamt hervorragende Referenzen, die so manchen Anhänger des jammigen Allman Brothers-Sound der 70er Jahre sehr freudig ansprechen werden. Der zweite recht dominante Akteur ist Glenn “The Wizard” Hale, der hier alles an Keyboard-Mitteln auffährt und sich besonders mit klarem HT-Piano-Klimperspiel auszeichnet. Ein weiterer Southern-Faktor sind die weiblichen Background-Gesänge, die eigentlich auch omnipräsent zum Einsatz kommen.

Dies alles bündelt sich dann im letzten Track „Trashcan Head“, der dann nochmals alles in sich vereint, im Gesang dann aber den involvierten Damen überlassen wird. Da wird launig instrumentell vor sich hingejammt, bis dann nur die Titelzeile jeweils mit einer Wiederholung in Harmonie-Manier gesungen wird (insgesamt viermal) und in den Zwischenparts, dann ordentlich geslidet und geklimpert wird, wobei auch Hearn und Hollingsworth zu kurzen Soli eingebunden werden. Eine Art Stück, das man live, wo die Band sicherlich ihre Stärken noch besser entfalten kann, endlos verlängern kann.

Paul Boddy & The Slidewinder Blues Band machen mit ihrer hervorragenden Scheibe „Nosy Neighbors“ nicht nur Nachbarn neugierig, sondern werden auch in unserer Lesergemeinde das eine oder andere Interesse wecken. Besonders Fans des Southern Blues sollten sich die Band zu Gemüte führen.

Eigenproduktion (2023)
Stil: (Southern) Blues & More

Tracks:
01. Trouble Finds Me Everyday
02. Hurts Me Too
03. Hanky Panky Blues
04. Baby Let’s Try Again
05. Nosy Neighbors
06. Milk & Cookies
07. Right Way Up
08. Blues Is Company
09. Delta Lady
10. Bells & Whistles
11. Jam It In
12. Trashcan Head

Paul Boddy & The Slidewinder Blues Band
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Billy F. Gibbons & The BFG’s – Support: Kaskadeur – 24.06.2023, Carlswerk Victoria, Köln – Konzertbericht

Der Name Billy Gibbons hat nach wie vor nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Gut 1.400 Leute zog es bei tropischen Temperaturen in das Carlswerk in Köln, um dem mittlerweile 73-jährigen ZZ Top-Fronter die Ehre als Solo-Artist zu erweisen.

Auch hier performte er mit Austin Hanks (Rhythmusgitarre) und John Douglas (Drums), bekannt auch für seine Tourtätigkeiten für Aerosmith, im klassischen 3-er-Line-up.

Zunächst ließ einen die Vorband Kaskadeur aus Potsdam jedoch mal wieder ratlos zurück. Man fragte sich unweigerlich nach knapp 30 Minuten, was so eine unscheinbare und blass agierende ‚Prog-Rock-Irgendetwas‘-Combo in einem Vorprogramm eines hochkarätigen Texas Blues Rock-Konzerts zu suchen hat. So wurde die Wartezeit auf den Protagonisten des Abends nicht verkürzt, sondern eher verlängert. Leider, man muss es so hart sagen, wie sooft bei Support-Acts, absolut fehl am Platze.

Auch die Fotografen hatten ihr Päckchen zu tragen, so hieß es Knipsen vom Mischpult aus (und wer das langgezogene Carlswerk kennt, weiß wo das immer steht), statt vorne aus dem Fotograben. So durften sie sich ebenerdig für drei Stücke (zunächst hieß es sogar nur für zwei) ihren weiten Weg an so manchem, vor Ihnen stehendem Hünen vorbei zum Auslöseziel suchen. Angesichts dieser Umstände hat der geschätzte Kollege Gernot Mangold, wie ich meine, einen ausgezeichneten Job vollrichtet.

Kommen wir aber jetzt zum Positiven. Was schon in der Umbaupause gefiel, war das minimalistische, aber sehr stilvolle Bühnenbild samt einer mittigen Leinwand, vor der die Schlagzeuganlage von Douglas positioniert war. Links und rechts waren dann jeweils retro-stylische Magnatone-Boxen und -Verstärker aufgebaut, auf denen nur jeweils zwei umgedrehte, knallig-leuchtfarbene Skateboards hingestellt waren. Mit dem im Hintergrund gezeigten (texanischen) Sternenhimmel und den wechselnden Lichtspielen, ergaben sich schöne, schlichte und sehr geschmackvolle Effekte.

Um 21:05 Uhr nahm der sogar Frank Beard ein wenig ähnlich wirkende John Douglas seinen Platz ein, und kurze Zeit später tauchten dann Billy und sein Compagnon Austin Hanks mit Cowboyhüten und Blaumännern (man fühlte sich so ein wenig an die „El Loco“-Zeit erinnert, als ich Gibbons & Co. zum ersten Mal live erlebt habe), hier allerdings eher Beigemänner, bekleidet auf der Bühne auf und gingen mit dem ZZ Top-Klassiker „She Got Me Under Pressure“ direkt in die Vollen.

Im weiteren Verlauf präsentierte der kauzige Langbartträger aus Houston, wie erwartet, eine gelungene Mischung aus Stücken seinen Solophasen (u. a. „More-More-More“, „Missin‘ Yo Kissin'“, „The Devil Is Red“, „Treat Her Right“) und eine gut zusammengestellte Auswahl der vielen ZZ Top-Klassiker wie u. a. „Beer Drinkers And Hell Raisers“,“Gimme All Your Lovin'“, „Blue Jean Blues“, „Francine“, „Sharp Dressed Man“, „Thunderbird“ oder das launige „Tube Snake Boogie“.

Douglas sorgte immer wieder mit vielen Poltereinlagen für ordentlich Wumms im Hintergrund, Austin Hanks spielte quasi die Bassparts, aber auf der E-Gitarre und hatte eher Zuspieler- und Stimmungsmacher-Funktion, dazu konnte er mit einigen Backgroundgesängen aufwarten (z. B. bei „Beer Drinkers“). Im choreografischen Bereich muss er an der ‚Dusty Hill-Rolle‘ jedoch noch ein wenig arbeiten, die ist allerdings als Linkshänder natürlich auch komplizierter.

Billy war mit seinen vielen („Eliminator“-) typischen E-Soli, Gesten und Ansagen in seinem Element und bestens gelaunt. Klasse war gegen Ende noch das erst langsam und solo von Gibbons gestartete „Brown Sugar“, das dann mit Einsetzen von Hanks und Douglas in eine furiose Nummer mündete. Als sich das Trio nach gut 85 Minuten mit einer satten Version von „La Grange“ aus dem ‚Glutofen‘ Carlswerk verabschiedete, gab es kein Halten mehr und auch die/der letzte Anwesende verließ mit klatschnassen Klamotten glücklich und begeistert ein heißes und kurzweiliges Texas Blues Rock-Konzert.

Line-up Billy F. Gibbons & The BFG’s:
Billy F. Gibbons – lead vocals, electric lead guitar
Austin Hanks – electric rhythm guitar, bgv
John Douglas- drums, bgv

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Billy F. Gibbons
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Kaskadeur
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ELHartz Promotion GmbH
Carlswerk Victoria

Gov’t Mule – Peace…Like A River – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Mit Blick auf das 30-jährige Bandjubiläum im kommenden Jahr haben Gov’t Mule ihr neues Album “Peace…Like A River” vorgestellt. Die 12. Studioproduktion seit 1994 reiht sich ein in die frühere Werkschau von “By A Thread” (2009) oder “Shout!” (2013) und ist gespickt mit bekannten Gastinterpreten. Laut Bandleader und Songschreiber Warren Haynes ist “Peace…Like A River” nicht das eigentliche, thematische Nachfolgealbum des Grammy nominierten Longplayers “Heavy Load Blues” (2021), sondern stilistisch als Follow-up von “Revolution Come, Revolution Go” aus 2017 zu verstehen.

Die erste Single “Dreaming Out Loud” begeistert mit einem starken Wechselgesang im Stil von Sly & The Family Stone, diesmal dargeboten durch Ivan Neville (u. a. The Neville Brothers) und Blues Sängerin und Gitarristin Ruthie Foster (u. a. Derek Trucks) und gibt in den auf Zitaten von Dr. Martin Luther King, John und Robert Kennedy basierenden Lyrics, einen “first taste” des ambitionierten Projekts. Die einst aus der Allman Brothers Band hervorgegangenen Gov’t Mule haben ihr musikalisches Southern-Rock/Blues-Jam Konglomerat erneut ausgedehnt. Das komplette Originalmaterial kennzeichnet die Entwicklung der Band und deren Einflüsse, z. B. beim ZZ Top inspirierten “Shake Our Way Out” (mit Gast-Vocals von Billy Gibbons). Die prägende Stimme von Billy Bob Thornton markiert die experimentelle Reggae-Nummer “The River Only Flows One Way” und Soul-Blues Sängerin und Gitarristin Celisse Henderson leiht “Just Across The River” ihre intensive, stimmliche Ausdruckskraft.

Die 12 Songs des Longplayers wurden zur gleichen Zeit wie “Heavy Load Blues” im Power Station Studio, New England, produziert, jedoch grundsätzlich in anderen Räumen, sowie vollständig mit anderen Instrumenten und Equipments, um den neuen Songs von “Peace…Like A River” eine andere Individualität und damit musikalische Persönlichkeit auf den Weg zu geben. Diese sensible Kreativität begründet Haynes mit den sehr ehrgeizigen Zielen der Band, u.a. Arrangements zu schaffen, deren Wendungen und vielseitige Song-Philosophie in der heutigen Popmusik unüblich und daher selten sind.

Die vorliegenden Tracks wirken in ihrer Gesamtheit und vielen Parts wie ein rock-geschichtlicher Rückblick, in Anklängen durchaus nach Pink Floyd (“Made My Peace”) und Doors (“After The Storm”). Eine gewisse southern-soundige Ursprünglichkeit ist in weiten Jam Guitar Parts der durchweg längeren Titel zu spüren. Zum Beispiel auch im letzten Song “Gone Too Long”, unverkennbar eine etwas melancholische Rückbesinnung, jedoch mit positiver Lebensperspektive untermalt vom einschlägigen heavy Texas-Blues Temperament. Ergänzt wird der Longplayer in der CD-Deluxe-Ausgabe durch die “Time Of The Signs”-EP, mit weiteren 4 Bonus-Tracks und einer alternativen Version von “The River Only Flows One Way”.

Das Album “Peace…Like A River” bekräftigt den großartigen Rock’n’Roll Spirit von Gov’t Mule. Die 12 Aufnahmen präsentieren die Band als massives Urgestein mit hohen Ansprüchen an die Kraft der eigenen musikalischen Wurzeln, ein Masterpiece aus Blues- und Southern Rock, Soul und erstklassigen Collaborations.

Fantasy Records (2023)
Stil: Southern Rock, Blues Rock, Soul

Tracks:
01. Same As It Ever Was
02. Shake Our Way Out (ft. Billy Gibbons)
03. Peace I Need
04. Made My Peace
05. Your Only Friend
06. Dreaming Out Loud (ft. Ivan Neville and Ruthie Foster)
07. Head Full Of Thunder
08. The River Only Flows One Way (ft. Billy Bob Thornton)
09. After The Storm
10. Just Across The River (ft. Celisse Henderson)
11. Long Time Coming
12. Gone Too Long

Gov’t Mule
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