Andy Frasco And The U.N. – 02.10.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Andy Frasco im fast vollen Club. Bereits zum 5. Mal im blue notez. Zwei Sets plus Zugaben. Meine Highlights „Ramble On“ (Led Z.) und „It’s Been A Struggle“ (Polka), das mich ein wenig an die Familie Popolski erinnerte. Vom ersten Song hatte Andy sein jüngeres Publikum im Griff. Singeinlagen, Tanzspielchen und Jägermeister lockerten die Darbietung auf. Party pur, da blieb kein Fuß still. Eine klasse Band die man gesehen haben sollte!

CD Tipp: „Songs From The Road“ (CD+DVD live aus Bamberg)

Line-up:
Andrew Frasco (lead vocals, keys)
Shawn Eckles (electric guitar)
Ernie Chang (saxophone)
Niels Kant (trumpet)
Andee Avila (drums, vocals)
Chris Lorentz (bass)

Text und Bilder: Peter Schepers

Andy Frasco And The U.N.
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Ruf Records
Blue Notez Dortmund

Six Sanchez – ‚Till The Last One’s Gone – CD-Review

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Hervorragendes „Real Country“-Debüt von Six Sanchez. Der in Austin geborene und in Zentral-Texas aufgewachsene Musiker veröffentlicht sein erstes Solo-Album unter der Regie von Trent Willmon.

Sanchez, zu einer Karriere als Countrykünstler animiert und unterstützt von seinem Vater, hatte früher schon einmal mit seiner Ex-Band Lost Wolf mit dem Song „She’s Gone“ einen Top-10-Hit in den Texas Music-Charts zu verzeichnen.

Unter den Fittichen von Trent Willmon, der alle Stücke mit diversen Co-Writern u. a. wie Brandon Lay, Chris Cavanaugh, Larry McCoy und Adam Yarger komponiert und produziert hat, überzeugt der Protagonist auf ganzer Linie.

Im besonderen Fokus dürfte die erste Single „Dance In The Rain“ (knackig stampfender Countryrocker mit viel Bakersfield-Drive) stehen, bei der kein geringerer als Shooting Star Chris Stapleton kompositorisch involviert war. Six beweist sein Talent in dieser Hinsicht bei der wunderbar Pathos-getränkten Ballade „Talkin‘ With My  Hands“. Einzige Fremdkreation ist das aus der Feder von Jeff Bates, Ben Hayslip und Rusty Tabor stammende „You Can’t Take It With You“ (auch eine schöne Ballade mit weinender Steel und Bariton-E-Gitarre).

Seine kräftige Stimme zeichnet sich durch den typischen Country-Schmelz neo-traditionalistischer Kollegen wie Blake Shelton, Justin Moore, Dustin Lynch & Co. aus.

Einen weiteren, nicht unerheblichen Teil am Gelingen des Werkes, haben die grandios aufspielenden und zusammenwirkenden Musiker Brian Pruitt (drums), Steve Bryant (bass), Carl Miner (acoustic guitar, banjo), die beiden filigranen E-Gitarristen JT Corenflos und Justin Ostrander, der omnipräsente Scotty Sanders (steel guitar), David Dorn (keys) und Russell Terrell (bgv).

Und so zünden auch alle anderen Tracks wie die beiden flockigen Opener „She’s Got Her Country On“ (klasse Banjo-Untermalung) und das launig groovende „Broken Heart“ (Orgel, Piano, klasse zweigeteiltes Southern E-Solo), die beiden saustarken relaxten Southern Soul-Stücke „Blue Collar“ sowie „Old Soul“ (mit tollen E-Gitarren), die fulminant, in Bakersfield-Manier abgehende Uptemponummer „My Thang“, das southern-blues-rockige „One Of Those“ (knarzende Bariton- und Slide-Gitarre, gurgelnde Orgel) und das melancholische Titelstück am Ende, als überaus kurzweiliger Mix.

In Anlehnung an das allseits bekannte, gegenseitige Abklatschen, nach einer gelungenen Aktion mit einem ‚Gimme Five‘, kann es bei uns nach dem starken Debüt „‚Till The Last One’s Gone“ des texanischen Durchstarters eigentlich nur heißen: „Gimme Six… Sanchez“! Klasse Scheibe!

Burning Canoe Records (2017)
Stil: New Country

01. She’s Got Her Country On
02. Broken Heart
03. Blue Collar
04. Talkin‘ With My Hands
05. My Thang
06. Old Soul
07. Dance In The Rain
08. You Can’t Take It With You
09. One Of Those
10. ‚Till The Last One’s Gone

Six Sanchez
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Bärchen Records

King King – Exile & Grace – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Bereits vor zwei Jahren wurde ich das erste Mal auf die Band mit dem charismatischen, Schottenrock tragenden Frontmann Alan Nimmo aufmerksam. Leider kam es aber zeitlich nie aus, dass ich mal eines ihrer Konzerte besuchen konnte. Umso gespannter war ich natürlich auf das mittlerweile fünfte Album der Glasgower Jungs, die im Laufe ihrer achtjährigen Bandgeschichte bereits dreimal zur besten britischen Bluesband gewählt wurden und sich in bester Gesellschaft mit Joe Bonamassa in der British Blues Awards Hall Of Fame befinden.

„Exile & Grace“ unterscheidet sich merklich von den Vorgängeralben, die alle durchweg wesentlich bluesig-poppiger waren. Das neue Album ist eine Reminiszenz an die guten alten 70er Jahre („Heed The Warning“) und deren bekannte Rockbands. Es ist also deutlich härter und rockiger als die ersten Alben, wenngleich es trotzdem Elemente aus dem Bereich des Blues Rock enthält. Fast alle Tracks der auf dem Silberling enthaltenen neun Lieder lassen die Kraft und den Geist von so großartigen Bands wie zum Beispiel Bad Company oder Whitesnake wieder aufleben.

Bei allen Stücken steht Alan Nimmos markante Stimme im Vordergrund, in den Refrains oft mehrstimmig unterstützt. Zudem sind die Songs vielfach, 70er Jahre typisch, mit einem partiellen dezenten, Synthesizer-ähnlichen Klangteppich unterlegt („Broken“). Stimmige Leadgitarreneinlagen runden das rockige Gesamtbild ab.

Der einzige reine Blues auf dem Album ist „Find Your Way Home“, die anderen Nummern sind allesamt in ihrer Gangart härter, treibender („She Don’t Gimme No Lovin’“) und immer zum Abtanzen (z. B. das straighte „Long Time Running“) geeignet. Das Blues Rock-Stück „Betrayed Me“ erinnert in Tempo und Stil stark an Bad Company, während „I Don‘t Wonna Lie“ und das harte „Tear It All Up“ eher in die Richtung von Whitesnake tendieren. „Nobody Knows Your Name“ hebt sich durch ein Intro mit Southern Rock-typischen Elementen, die sich wiederholend durch den gesamten Song ziehen, stilistisch etwas vom Rest der CD ab.

Insgesamt ist „Exile & Grace“ ein kraftvolles Album mit deutlichen Classic Rock Anleihen. Es sage also niemand, die Schotten könnten nur Dudelsack. Dass dem tatsächlich nicht so ist, beweist King King hier mit Nachdruck. Vom 01.03.2018 an gehen die Schotten übrigens wieder auf eine 14-tägige Deutschlandtournee, ein guter Anlass also, um sich von den musikalischen Qualitäten der Jungs zu überzeugen, die zur Zeit sicherlich nicht umsonst eine der angesagten Bands Großbritanniens sind.

Line-Up:
Alan Nimmo – Vocals, Gitarre
Lindsay Coulson – Bass
Wayne Proctor – Drums
Bob Fridzema – Keyboards

Manhaton Records (2017)
Stil: Blues Rock/Classic Rock

01. (She Don’t) Gimme No Lovin‘
02. Heed The Warning
03. Broken
04. Find Your Way Home
05. Tear It All Up
06. Betrayed Me
07. Long Time Running
08. Nobody Knows Your Name
09. I Don’t Wanna Lie

King King
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Brooke Lynn Promotion

Hogjaw, 29.09.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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2. Tourtag der Hogjaw-„Way Down Yonder“-Tour im Dortmunder blue notez club. Vor gut gefülltem Haus spielte die sympathische Südstaatengruppe aus Arizona ein tolles Konzert. Bereits nach den ersten Songs war klar, dass es hier heute Abend nur straighten Southern Rock gibt. Es kommt schon sehr homogen daher, was Sänger und Gitarrist Jonboat Jones, Jimmy Rose an der Leadgitarre, Elvis DD am Bass und Kwal, der Drummer an Sound abliefern. Das erste Set endet nach sieben Titeln mit dem Hammersong „County Line“ (inklusiv einem nicht enden zu scheinenden E-Gitarrensolo).

Nach kurzer Pause ging es durch das zweite Set. Ein Kracher folgt dem nächsten. Nach über zwei Stunden plus zweier Zugaben ist Schluss. Ein rundherum zufriedenstellender Gig. Diese Truppe sollte man gesehen haben. Gelegenheit gibt es auf der Tour noch genug. Unter anderem auch in Krefeld!

Line-up:
Jonboat Jones (lead vocals, electric guitar)
Jimmy Rose (electric guitar, vocals)
Elvis DD (bass)
J. ‚Kwall‘ Kowalski (drums)

Text und Bilder: Peter Schepers

Hogjaw
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Teenage Head Music
Blue Notez Dortmund

Steve Young – The Great North Road – EP-Review

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New Country-Musik erlebt ja derzeit auch bei unseren EU-abwanderungsfreudigen Briten einen regelrechten Boom, nicht zuletzt entstanden durch das aufsehenerregende mehrtägige Country2Country-Festival u. a. in der Londoner O2-Arena, in Dublin und Glasgow, bei dem sich die großen Stars der Nashville-Zunft, seit einigen Jahren, die Klinke allesamt in die Hand reichen.

So haben für 2018 z. B. auch schon wieder Tim McGraw und Ehefrau Faith Hill ihr Kommen avisiert. Es wird sogar an einer Expansion auf weitere Städte in Europa hingearbeitet. Wäre ja klasse, wenn so ein New Country-Spektakel auf höchstem Niveau auch bei uns mal ermöglicht würde.

Der hier zu besprechende Künstler Steve Young ist ein weit gereister Musiker, der 2016 das Vergnügen hatte, in London mit dabei gewesen zu sein.  Seine von Justin Johnson produzierte EP „The Great North Road“ wurde mir jetzt mal so einfach zugesendet. Laut der beigefügten Bio hatte er bisher musikalische Berührungspunkte u. a. mit Lionel Richie, Peter Andre und dem Ex-Savage Garden-Frontmann Harren Hayes, der Steve als Touring-Gitarrist mit um die Welt nahm und auch an seinem letzten Album partizipieren ließ.

Unter Mithilfe von Insel-Musikern wie Scott Poley, Ollie Collins, Chris Howard, Justin Johnson, Toby Shear, Kris Alexander, Joe Topping, Laura Oakes, Thorne Hill gibt er sechs selbst-komponierte Stücke zum Besten, wobei das erste mit 37 Sekunden Länge (ein bisschen Piano-Geklimper und Basstöne) nur als Intro für den Opener „Trembling Heart“ gewertet werden kann.

Youngs Songs lassen sich durchaus dem New Country-Genre zuordnen (fast in allen Tracks ist z. B die Pedal Steel präsent), klingen aber allesamt sehr bardenhaft. Überwiegend fühle ich mich mehr an die Zeiten der Donavans und Art Garfunkels & Co.  in den Flower-Folk-Pop-umwehten 70er-Jahren erinnert.

Alles ist sehr melodisch gehalten, „Beautiful Tonight“ ist aufgrund schöner Mandolinenklänge, integrierter Fiddle und einem zünftigen E-Gitarren-Solo mein Favorit des Werkes.

Der Rest von Steve Youngs EP „The Great North Road“ geht, genau wie seine Stimme, schön, meist samtweich, aber auch relativ unspektakulär ins Ohr. Was britische Musik angeht, bleiben hier wohl erst mal Blues- und Hard Rock doch meine dominierenden Präferenzen.

Eigenproduktion (2017)
Stil: New Country

01. Intro
02. Trembling Heart
03. Hard Times In A Beautiful Place
04. The Great North Road
05. Beautiful Tonight
06. The Greatest Love Song (Of All Time)

Steve Young
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Robert Jon & The Wreck – Wreckage Vol. 1 – CD-Review

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Die Süd-Kalifornier Robert Jon & The Wreck stehen  in unseren Augen für eine neue junge Generation an Südstaaten-Rockern. Nicht, dass sie dabei das Rad neu erfinden – auch sie bedienen sich natürlich der altbewährten Zutaten – wirken aber viel frischer, kreativer und hungriger als der mittlerweile schwer in die Jahre gekommene Rest der arrivierten Vertreter dieser Zunft.

Mit „Wreckage Vol. 1“, einer Ansammlung von B-Seiten und Outtakes, leisten sie sich jetzt den Luxus, direkt parallel zu ihrem gerade auf den Markt gekommenen neuen Album zur aktuellen Tour (wir haben ja wieder ihr Konzert in der Krefeder Kulturrampe beleuchtet), ihre stetig anwachsende Fanbasis, noch mit weiterem Stoff zu verwöhnen.

Im Gegensatz zu ihren letzten beiden Werken, wo ihre kompositorische und technische Weiterentwicklung deutlich spürbar in den Vordergrund gerückt wurde, erhält man hier, die quasi unbändige Variante der Band, so wie man sie bei ihren mitreißenden Live-Auftritten erlebt.

Die Songs kommen mit ihrem ungeschliffenen Charakter rau und kompromisslos rockend rüber, ja man fühlt sich zum Teil in die frühere analoge Anfangszeit des Southern Rocks zurückversetzt.

Fronter Robert Jon Burrison singt hier regelrecht gegen ein instrumentelles Bollwerk seiner Kollegen an, wobei Kristopher Butcher mit seinen furiosen E-Gitarren- und Slideeinlagen, Steve Maggiora mit variablen Keys (HT-Piano, Orgel, E-Piano) und Andrew Espantman mit seinem wüst polterndem Drumming immer wieder auffällig in Erscheinung treten.

Sämtliche Tracks spielen sich im gehoben Midtempo bis Uptempo ab und haben zum Teil einen dezenten psychedelischen 70er-Touch (u. a. „Water“, „Cry Of Love“). Zeit zum Durchatmen ist so gut wie Fehlanzeige.

Robert Jon & The Wrecks „Wreckage Vol. 1“ ist somit quasi ein schöner Nachspann als auch Goodie  zu ihren starken Konzerten der vergangenen Wochen, sowie dem grandiosen aktuellen Album. Nicht nur aus Vollständigkeitsgründen kann man auch hier bedenkenlos zugreifen, die Jungs bereiten einfach in jeder Hinsicht Spaß und sind immer ihr Geld wert!

Eigenproduktion (2017)
Stil: Southern Rock

01. Rhythm Of The Road
02. Georgia Mud
03. Don’t Let The Fire Burn Out
04. Breaker
05. Back Around
06. Water
07. On The Run
08. Raised By Wolve
09. Breaking Down The Road
10. Let Her Go
11. Cry Of Love
12. Gypsy Of Love

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music

Chris Rea – Road Songs For Lovers – CD-Review

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Review: Michael Segets

Chris Rea muss an dieser Stelle nicht eigens vorgestellt werden. 30 Millionen verkaufte Alben sprechen für sich. Klassiker wie „I Can Hear Your Heartbeat“, „Josephine“ oder „The Road To Hell“ gehen auf sein Konto. Nach seinen großen Erfolgen der 80er und 90er Jahren wurde um die Jahrtausendwende bei ihm eine schwere Erkrankung diagnostiziert und Chris Rea wandte sich Projekten zu, die ihm besonders am Herzen lagen, aber weniger mainstreamtauglich waren.

Jetzt legt er mit „Road Songs For Lovers“ ein neues Album vor, das nahtlos an den Sound früherer Jahre anknüpft. Seine unverwechselbare Stimme, sein typisches Gitarrenspiel und das Songwriting garantieren einen hohen Wiedererkennungswert. Thematisch geht es in vielen Stücken um Reisen, Veränderungen und die Bewegungen auf dem Lebensweg, wie bereits die Titel andeuten.

„Happy On The Road“ eröffnet den Longplayer. Die Midtempo-Nummer (sogar dezentes Southern-Flair) strahlt trotz aller Nachdenklichkeit eine Gelassenheit aus, die den Grundton des Albums vorgibt. Dieser wird auch bei der Ballade „Nothing Left Behind” aufgegriffen, in der sich schöne Klavierpassagen finden.

Dem unaufgeregten Titelstück „Road Songs For Lovers“ folgt das etwas sperrigere „Money“ mit Blues- und Jazz-Einflüssen. „Two Lost Souls“ ist eine wehmütige Rockballade, die sich direkt als Chris-Rea-Song identifizieren lässt. Mit „Rock My Soul“ greift Rea Swing-Elemente auf, welche durch den Einsatz des Schlagzeug-Besens und der Bläser verstärkt werden.

„Moving On“ überzeugt mit guter Percussion, „The Road Ahead“ mit kraftvollem Schlagzeug und rockiger Gitarre. Letztgenannter Song ist als erste Single sicherlich die richtige Wahl. Die beiden Tracks bilden zusammen mit dem folgenden, tief gesungenen Blues „Last Train“ den stärksten Teil des Albums. Bei dem Sprechgesang wirkt Chris Reas Stimme weniger samtig als üblich. Schlagzeug, Bläser und Gitarre ergänzen sich bei dem langen Instrumentalteil am Ende hervorragend. Einzig das Fade-Out hätte – wie bei anderen Songs auch – anders gelöst werden können.

Drei gefühlvolle Balladen vervollständigen die CD, bei denen es Rea auf seine eigene Weise gelingt, die mitschwingende Sentimentalität nicht im Kitsch enden zu lassen. Seine Stimme hat bei „Angel Of Love“ wieder die für ihn charakteristische warme Färbung. In die reduzierten „Breaking Point“ und „Beautiful“ mischen sich gebrochene Töne in seinen Gesang, die den Songs eine hohe Intensität verleihen.

Mit 66 Jahren, wenn andere an die Rente denken, will es Chris Rea nochmal wissen. Ihm ist ein Album gelungen, mit dem er Liebhaber seiner eingängigeren Werke wieder zurückgewinnen wird. Vermutlich findet sich kein überragender Single-Hit auf der Scheibe, aber Reas Einladung zu einem nachdenklichen und dennoch entspannten Road-Trip folgt man gerne über die ganze Strecke.

BMG – (2017)
Stil: Blues/Rock

01. Happy On The Road
02. Nothing Left Behind
03. Road Songs For Lovers
04. Money
05. Two Lost Souls
06. Rock My Soul
07. Moving On
08. The Road Ahead
09. Last Train
10. Angel Of Love
11. Breaking Point
12. Beautiful

Chris Rea
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Netinfect Promotion

David Crosby – Sky Trails – CD-Review

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Über die mittlerweile 75-jährige Musiker-Legende David Crosby braucht man nicht mehr viele Worte zu verlieren. Gerade in Verbindung mit seinen Kollegen Graham Nash, Stephen Stills und Neil Young ist sein Wirken so ziemlich jedem unserer Generation in irgendeiner Form bekannt. Er ist gleich zweimal in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen worden, dazu 2009 in die prestigeträchtige Songwriters Hall Of Fame.

Auch wenn er mich nicht zu seiner eigentlichen Klientel zählen darf, hatte ich ebenfalls meine Berührungspunkte mit ihm, die allerdings auch schon wieder eine halbe Ewigkeit her sind. Zum einen kaufte ich mir Anfang der Achtziger Jahre in einem Anflug einer Westcoast-Begeisterungsphase die CS&N-Alben „Daylight Again“ und „Allies“, im Rahmen des letztgenannten Werkes sah ich das Trio 1983, auf dem heiligen Rasen des Georg-Melches-Stadions stehend (leider war meine damalige, dort hinterlassene Aura als Tischtennis-Bundesliga-Spieler nicht mit den nachfolgenden Generationen der Rot-Weiss Essen-Fußballspieler kompatibel…) , als Headliner eines Festivals mit den weiteren Voracts Icehouse, Peter Tosh, Van Morrison und Mike Oldfield.

Das war es dann aber auch bis zum heutigen Tage. Jetzt hat mir Netinfect Promotion David Crosbys neues Solo-Werk „Sky Trails“ einfach mal zugeschickt, das im Wesentlichen in Zusammenarbeit von ihm und seinem einst zur Adoption freigegebenen Sohn, James Raymond,  getragen wird. Weitere involvierte Musiker sind u. a. Leute wie Steve Tavaglione (Sopran-Saxofon), Mai Agen (Bass) und Steve DeStanislao (Drums) sowie Becca Stevens (schöne Harmoniegesänge beim Titelstück „Sky Trails“).

Das Gesamtwerk wird überwiegend getragen von einem relaxten, oft fast schon meditativen Charakter, diverse Tracks sind von einem gediegenen Steely Dan-Flair umweht. Bezugspunkte zu unserem Magazin gibt es lediglich durch ein paar eingeflochtene Steel-Passagen wie bei meinem, die Gier in Politikerkreisen anprangernden Lieblingsstück auf diesem Silberling, „Capitol“, bei dem bei Crosby so ein wenig wieder der wütende Alt-Revoluzzer zum Vorschein kommt.

Insgesamt ist „Sky Trails“ ein sehr spezielles, teilweise manchmal schon fast Kammermusik-artiges Album für die eher ruhigen Momente im Wohnzimmer. Um eine weiterführende, vielleicht sogar himmlische Wirkung von Crosbys Kreationen hier beurteilen zu können, müsste begleitend vermutlich noch der eine oder andere Joint gezündet werden…

BMG – (2017)
Stil: Westcoast, (Psychedelic) Folk

01. She’s Got To Be Somewhere
02. Sky Trails
03. Sell Me a Diamond
04. Before Tomorrow Falls On Love
05. Here It’s Almost Sunset
06. Capitol
07. Amelia
08. Somebody Home
09. Curved Air
10. Home Free

David Crosby
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Netinfect Promotion

Jessy Martens – Gewinnspiel

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Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß ‚Jayfish Records‘!

Über die brandaktuelle Jessy Martens-CD „Tricky Thing“ darf sich

Jörg Reutter aus Baiersdorf,

freuen, dem der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

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Netinfect Promotion hat uns netterweise das neue Album der hanseatischen Blues-Röhre Jessy Martens (Gewinnerin German Blues Award), „Tricky Thing„, für ein Gewinnspiel zur Verfügung gestellt, dem wir natürlich gerne nachkommen.

Folgende trickreiche Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Unter welchem Label wurde „Tricky Thing“ von Jessy Martens produziert und eingespielt?

a) Jaycat Records
b) Jaydog Records
c) Jayfish Records

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 30.09.2017 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der CD beliefert wird.

Jessy Martens And Band
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Netinfect Promotion

Kip Moore – Slowheart – CD-Review

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Kip Moore ist ein Bursche, der viele Talente in sich vereint. Dem stand leider auch lange Zeit eine ‚Komm ich heute nicht, komm ich morgen‘-Mentalität entgegen. Sein Basketballspiel war nicht zu verachten, aber als Sohn eines Golfprofis wurde ihm das Schlagen, Chippen und Putten mit dem kleinen Dimples-bestückten Kunststoffball natürlich besonders mit in die Wiege gelegt, was ihm sogar ein Stipendium an einer Universität einbrachte.

Dort entdeckte er seine Vorliebe für die Musik und begann sowohl solo als auch in Bands aufzutreten. Nach dem Abschluss tauchte er erstmal für ein halbes Jahr auf Hawaii ab, wo schließlich der Entschluss reifte, es in Nashville zu versuchen. Zunächst als Songlieferant für Interpreten wie u. a. Jake Owen und Thompson Square tätig, zog er die Aufmerksamkeit von Hitschreiber Brett James auf sich, der ihn dann mit dem erfolgreichen Debütwerk „Up All Night“ so richtig in die musikalische Spur brachte.

Nach dem nicht minder gelungenen „Wild Ones“ legt Kip Moore jetzt mit „Longheart“ sein drittes Album vor, das er diesmal weitestgehend allein produziert hat, sporadisch wurden hier noch David Garcia und Luke Dick mit eingebunden, die sich auch bei den Songwriter- und Instrumentalisten-Credits wiederfinden. Großes Lob vorab! Auch auf dieser CD hat Kip wieder fast alle Stücke mitkreiert, Josh Kear, Dan Couch, Josh Miller, Blair Daly, Troy Verges, David Lee Murphy sind weitere bekannte Co-Writer in der Szene.

Auch ohne die typischen Instrumente wie Steel, Fiddle, Banjo, etc. auskommend (lediglich eine von Dan Tyminski gespielte Mandoline ist vertreten), gelingt es hier, mit den Tracks einen Nashville-Bezug herzustellen. Das ist in erster Linie den Gitarrenkönnern Rob McNelley, Tom Bukovac und Danny Rader zu verdanken, die mit ihren markanten Spieleinlagen sehr viel Southern-Flair erzeugen und das Gesamtwerk somit zum Teil in Richtung von Vertretern wie Jason Aldean, Brantley Gilbert, Eric Church & Co. rücken.

Beste Beispiel sind Songs wie „Just Another Girl“, “Fast Women“, „Blonde“ und „Last Shot“, bei denen sie in Sachen Hooks, Fills und Soli teilweise herrlich Southern Rock-mäßig in die Saiten greifen! Natürlich sind auch wieder jede Menge eingängige hittaugliche Nummern (z. T. mit viel Heartland-Flair) vertreten. Hier stechen besonders der flockige Opener „Plead The Fifth“, das treibende „I’ve Been Around“, das hymnische, stadion-taugliche „Bittersweet Company“, das launige „Sunburn“ (U2-Rhythmus-E-Gitarre), „The Bull“ (dezente Fleetwood Mac-Note) und das poppig euphorische „Good Thing“ hervor.

Wer gerne geschmackvoll inszenierte Balladen hört, ist hier, bei in der Trackliste gut platzierten Liedern wie „Fast Women“, „More Girls Like You“ oder „Try Again“, bestens aufgehoben. Und am Ende überrascht Kip Moore dann noch mit dem, in dylaneskem Erzählstil vorgetragenen „Guitar Man“, wo er so etwas wie eine Art Seelenstriptease in eigener Sache betreibt.

Kip Moore, der von sich sagt „Musik ist meine einzige echte Liebe, alles andere sind nur Affären“ liefert mit seinem dritten Lonplayer „Slowheart“ sein vielleicht bisher persönlichstes, aber auch bestes Album ab. Sehr empfehlenswert!

MCA Nashville (2017)
Stil: New Country

01. Plead The Fifth
02. Just Another Girl
03. I’ve Been Around
04. Fast Women
05. Bittersweet Company
06. Sunburn
07. More Girls Like You
08. The Bull
09. Blonde
10. Good Thing
11. Last Shot
12. Try Again
13. Guitar Man

Kip Moore
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Universal Music