Chris Rea – Road Songs For Lovers – CD-Review

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Review: Michael Segets

Chris Rea muss an dieser Stelle nicht eigens vorgestellt werden. 30 Millionen verkaufte Alben sprechen für sich. Klassiker wie „I Can Hear Your Heartbeat“, „Josephine“ oder „The Road To Hell“ gehen auf sein Konto. Nach seinen großen Erfolgen der 80er und 90er Jahren wurde um die Jahrtausendwende bei ihm eine schwere Erkrankung diagnostiziert und Chris Rea wandte sich Projekten zu, die ihm besonders am Herzen lagen, aber weniger mainstreamtauglich waren.

Jetzt legt er mit „Road Songs For Lovers“ ein neues Album vor, das nahtlos an den Sound früherer Jahre anknüpft. Seine unverwechselbare Stimme, sein typisches Gitarrenspiel und das Songwriting garantieren einen hohen Wiedererkennungswert. Thematisch geht es in vielen Stücken um Reisen, Veränderungen und die Bewegungen auf dem Lebensweg, wie bereits die Titel andeuten.

„Happy On The Road“ eröffnet den Longplayer. Die Midtempo-Nummer (sogar dezentes Southern-Flair) strahlt trotz aller Nachdenklichkeit eine Gelassenheit aus, die den Grundton des Albums vorgibt. Dieser wird auch bei der Ballade „Nothing Left Behind” aufgegriffen, in der sich schöne Klavierpassagen finden.

Dem unaufgeregten Titelstück „Road Songs For Lovers“ folgt das etwas sperrigere „Money“ mit Blues- und Jazz-Einflüssen. „Two Lost Souls“ ist eine wehmütige Rockballade, die sich direkt als Chris-Rea-Song identifizieren lässt. Mit „Rock My Soul“ greift Rea Swing-Elemente auf, welche durch den Einsatz des Schlagzeug-Besens und der Bläser verstärkt werden.

„Moving On“ überzeugt mit guter Percussion, „The Road Ahead“ mit kraftvollem Schlagzeug und rockiger Gitarre. Letztgenannter Song ist als erste Single sicherlich die richtige Wahl. Die beiden Tracks bilden zusammen mit dem folgenden, tief gesungenen Blues „Last Train“ den stärksten Teil des Albums. Bei dem Sprechgesang wirkt Chris Reas Stimme weniger samtig als üblich. Schlagzeug, Bläser und Gitarre ergänzen sich bei dem langen Instrumentalteil am Ende hervorragend. Einzig das Fade-Out hätte – wie bei anderen Songs auch – anders gelöst werden können.

Drei gefühlvolle Balladen vervollständigen die CD, bei denen es Rea auf seine eigene Weise gelingt, die mitschwingende Sentimentalität nicht im Kitsch enden zu lassen. Seine Stimme hat bei „Angel Of Love“ wieder die für ihn charakteristische warme Färbung. In die reduzierten „Breaking Point“ und „Beautiful“ mischen sich gebrochene Töne in seinen Gesang, die den Songs eine hohe Intensität verleihen.

Mit 66 Jahren, wenn andere an die Rente denken, will es Chris Rea nochmal wissen. Ihm ist ein Album gelungen, mit dem er Liebhaber seiner eingängigeren Werke wieder zurückgewinnen wird. Vermutlich findet sich kein überragender Single-Hit auf der Scheibe, aber Reas Einladung zu einem nachdenklichen und dennoch entspannten Road-Trip folgt man gerne über die ganze Strecke.

BMG – (2017)
Stil: Blues/Rock

01. Happy On The Road
02. Nothing Left Behind
03. Road Songs For Lovers
04. Money
05. Two Lost Souls
06. Rock My Soul
07. Moving On
08. The Road Ahead
09. Last Train
10. Angel Of Love
11. Breaking Point
12. Beautiful

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