David Crosby – Sky Trails – CD-Review

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Über die mittlerweile 75-jährige Musiker-Legende David Crosby braucht man nicht mehr viele Worte zu verlieren. Gerade in Verbindung mit seinen Kollegen Graham Nash, Stephen Stills und Neil Young ist sein Wirken so ziemlich jedem unserer Generation in irgendeiner Form bekannt. Er ist gleich zweimal in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen worden, dazu 2009 in die prestigeträchtige Songwriters Hall Of Fame.

Auch wenn er mich nicht zu seiner eigentlichen Klientel zählen darf, hatte ich ebenfalls meine Berührungspunkte mit ihm, die allerdings auch schon wieder eine halbe Ewigkeit her sind. Zum einen kaufte ich mir Anfang der Achtziger Jahre in einem Anflug einer Westcoast-Begeisterungsphase die CS&N-Alben „Daylight Again“ und „Allies“, im Rahmen des letztgenannten Werkes sah ich das Trio 1983, auf dem heiligen Rasen des Georg-Melches-Stadions stehend (leider war meine damalige, dort hinterlassene Aura als Tischtennis-Bundesliga-Spieler nicht mit den nachfolgenden Generationen der Rot-Weiss Essen-Fußballspieler kompatibel…) , als Headliner eines Festivals mit den weiteren Voracts Icehouse, Peter Tosh, Van Morrison und Mike Oldfield.

Das war es dann aber auch bis zum heutigen Tage. Jetzt hat mir Netinfect Promotion David Crosbys neues Solo-Werk „Sky Trails“ einfach mal zugeschickt, das im Wesentlichen in Zusammenarbeit von ihm und seinem einst zur Adoption freigegebenen Sohn, James Raymond,  getragen wird. Weitere involvierte Musiker sind u. a. Leute wie Steve Tavaglione (Sopran-Saxofon), Mai Agen (Bass) und Steve DeStanislao (Drums) sowie Becca Stevens (schöne Harmoniegesänge beim Titelstück „Sky Trails“).

Das Gesamtwerk wird überwiegend getragen von einem relaxten, oft fast schon meditativen Charakter, diverse Tracks sind von einem gediegenen Steely Dan-Flair umweht. Bezugspunkte zu unserem Magazin gibt es lediglich durch ein paar eingeflochtene Steel-Passagen wie bei meinem, die Gier in Politikerkreisen anprangernden Lieblingsstück auf diesem Silberling, „Capitol“, bei dem bei Crosby so ein wenig wieder der wütende Alt-Revoluzzer zum Vorschein kommt.

Insgesamt ist „Sky Trails“ ein sehr spezielles, teilweise manchmal schon fast Kammermusik-artiges Album für die eher ruhigen Momente im Wohnzimmer. Um eine weiterführende, vielleicht sogar himmlische Wirkung von Crosbys Kreationen hier beurteilen zu können, müsste begleitend vermutlich noch der eine oder andere Joint gezündet werden…

BMG – (2017)
Stil: Westcoast, (Psychedelic) Folk

01. She’s Got To Be Somewhere
02. Sky Trails
03. Sell Me a Diamond
04. Before Tomorrow Falls On Love
05. Here It’s Almost Sunset
06. Capitol
07. Amelia
08. Somebody Home
09. Curved Air
10. Home Free

David Crosby
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