King King – Exile & Grace – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Bereits vor zwei Jahren wurde ich das erste Mal auf die Band mit dem charismatischen, Schottenrock tragenden Frontmann Alan Nimmo aufmerksam. Leider kam es aber zeitlich nie aus, dass ich mal eines ihrer Konzerte besuchen konnte. Umso gespannter war ich natürlich auf das mittlerweile fünfte Album der Glasgower Jungs, die im Laufe ihrer achtjährigen Bandgeschichte bereits dreimal zur besten britischen Bluesband gewählt wurden und sich in bester Gesellschaft mit Joe Bonamassa in der British Blues Awards Hall Of Fame befinden.

„Exile & Grace“ unterscheidet sich merklich von den Vorgängeralben, die alle durchweg wesentlich bluesig-poppiger waren. Das neue Album ist eine Reminiszenz an die guten alten 70er Jahre („Heed The Warning“) und deren bekannte Rockbands. Es ist also deutlich härter und rockiger als die ersten Alben, wenngleich es trotzdem Elemente aus dem Bereich des Blues Rock enthält. Fast alle Tracks der auf dem Silberling enthaltenen neun Lieder lassen die Kraft und den Geist von so großartigen Bands wie zum Beispiel Bad Company oder Whitesnake wieder aufleben.

Bei allen Stücken steht Alan Nimmos markante Stimme im Vordergrund, in den Refrains oft mehrstimmig unterstützt. Zudem sind die Songs vielfach, 70er Jahre typisch, mit einem partiellen dezenten, Synthesizer-ähnlichen Klangteppich unterlegt („Broken“). Stimmige Leadgitarreneinlagen runden das rockige Gesamtbild ab.

Der einzige reine Blues auf dem Album ist „Find Your Way Home“, die anderen Nummern sind allesamt in ihrer Gangart härter, treibender („She Don’t Gimme No Lovin’“) und immer zum Abtanzen (z. B. das straighte „Long Time Running“) geeignet. Das Blues Rock-Stück „Betrayed Me“ erinnert in Tempo und Stil stark an Bad Company, während „I Don‘t Wonna Lie“ und das harte „Tear It All Up“ eher in die Richtung von Whitesnake tendieren. „Nobody Knows Your Name“ hebt sich durch ein Intro mit Southern Rock-typischen Elementen, die sich wiederholend durch den gesamten Song ziehen, stilistisch etwas vom Rest der CD ab.

Insgesamt ist „Exile & Grace“ ein kraftvolles Album mit deutlichen Classic Rock Anleihen. Es sage also niemand, die Schotten könnten nur Dudelsack. Dass dem tatsächlich nicht so ist, beweist King King hier mit Nachdruck. Vom 01.03.2018 an gehen die Schotten übrigens wieder auf eine 14-tägige Deutschlandtournee, ein guter Anlass also, um sich von den musikalischen Qualitäten der Jungs zu überzeugen, die zur Zeit sicherlich nicht umsonst eine der angesagten Bands Großbritanniens sind.

Line-Up:
Alan Nimmo – Vocals, Gitarre
Lindsay Coulson – Bass
Wayne Proctor – Drums
Bob Fridzema – Keyboards

Manhaton Records (2017)
Stil: Blues Rock/Classic Rock

01. (She Don’t) Gimme No Lovin‘
02. Heed The waarning
03. Broken
04. Find Your Way Home
05. Tear It All Up
06. Betrayed Me
07. Long Time Running
08. Nobody Knows Your Name
09. I Don’t Wanna Lie

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