Florida Georgia Line – Can’t Say I Ain’t Country – CD-Review

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Mit dem Titel ihres 4. Studio-Albums „Can’t Say I Ain’t Country“, setzen Florida Georgia Line ihren größten Kritikern ein geschicktes Statement entgegen, das man aufgrund seines weit auslegbaren Interpretationsspielraums, wohl kaum entkräften kann.

Diese werfen dem erfolgsverwöhnten Duo, bestehend aus Brian Kelley und Tyler Hubbard, durch ihre nicht unerhebliche Einflechtung von Pop-, Rock-, R&B- und Hip Hop-Elementen, eine zu starke Verwässerung des Genres, quasi eine Art Etikettenschwindel vor.

Auch auf diesem Werk gibt es , wen wundert es angesichts des immensen Erfolges, natürlich keine 180 Grad-Kehrtwende in Richtung lupenreiner Countrymusik. Im Prinzip bleibt auch hier alles beim Alten.

Durch die Einbindung von eher im Hip Hop gebräuchlichen Skits, bei denen ein gewisser Brother Jervel in bestem Slang, auf die Anrufbeantworter der beiden, weitestgehend sinnfreie, aber aus seiner Sicht eminent wichtige Neuigkeiten quasselt, wird dem Ganzen sogar eher noch einer oben drauf gesetzt.

Trotzdem hat die Scheibe mit einigen schönen Countryrockern wie dem Titelstück „Can’t Say I Ain’t Country“, „Speed Of Love“ oder der tollen Kooperation mit Jason Aldean bei „You Can’t Hide Red“ sowie dem herrlich grassig-folkig instrumentierten „Simple“ auch in dieser Hinsicht wieder einiges zu bieten.

Ansonsten wird selbstredend wieder alles unternommen, um eine möglichst große Käuferschicht zu bedienen, sprich, sowohl in den Country- wie auch den allgemeinen Billboard-Charts abzuräumen.

Bis auf das Tanzclub-ausgelegte „Swerve“ , wo es mir dann doch wirklich zu ‚bunt‘ getrieben wird, gibt es teils eingängige melodische Tracks („Talk You Out“, „Women“, „People Are Different“, „Told You“ als auch launigen und mitsingbaren Stoff („Y’all Boys“, „Colorado“), der für große Massen, sei es als Käuferschichten oder als Publikum bei ihren Live-Auftritten, geradezu prädestiniert ist.

Wenn man aber genauer hinhört, sind es die vielen kleinen Feinheiten der Nashville-Studiomusiker, die mit ihren Akustik- und Barition-E-Gitarreneinlagen und der dezenten Einbindung von Steel, Mandoline, Banjo oder Dobro auch bei diesen Liedern zu punkten wissen. Die Protagonisten wissen hingegen mit ihren angenehmen Stimmen und vielen Harmoniegesängen zu überzeugen.

Wer im New Country-Genre weitestgehend flexibel unterwegs ist und mit melodiöser, charttauglich ausgerichteter Musik keine Probleme hat, der kann bei „Can’t Say I Ain’t Country“ von Florida Georgia Line wieder unbedenklich zugreifen. Und wer jetzt trotz meiner Ausführungen immer noch behauptet, das wäre absolut kein Country, der werfe selbst den ersten (musikalischen) Stein…

Big Machine Label Group (2018)
Stil: New Country

01. Tyler Got Him A Tesla (Skit) [feat. Brother Jervel]
02. Can’t Say I Ain’t Country
03. Simple
04. Talk You Out Of It
05. All Gas No Brakes (Skit) [feat. Brother Jervel]
06. Speed Of Love
07. Women [feat. Jason Derulo]
08. People Are Different
09. Told You
10. Sack’a Puppies (Skit) [feat. Brother Jervel]
11. Y’all Boys [feat. HARDY]
12. Small Town
13. Sittin‘ Pretty
14. Catfish Nuggets (Skit) [feat. Brother Jervel]
15. Can’t Hide Red [feat. Jason Aldean]
16. Colorado
17. Like You Never Had It
18. Swerve
19. Blessings

Florida Georgia Line
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Universal Music
Oktober Promotion

Sister Hazel – Fire – EP-Review

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Wenn ich Ken Blocks einzigartige, so herrlich ‚näselnde‘ Stimme, samt eines der weiteren, vielen vielen Sister Hazel-Ohrwürmer aus den Boxen erklingen höre, weiß ich, dass meine persönliche musikalische Welt immer noch Ordnung ist.

Jetzt gibt es nach „Water“ und „Wind“ mit „Fire“ die dritte EP aus ihrem vierteiligen Elemente-Zyklus. Und die lässt es einem, mit dem wunderbar melodischen Opener „Every Heartbreak“, direkt wieder warm ums Herz werden.

Ein typischer Sister Hazel-Track mit den gewohnten Komponenten wie einer markanten Eingangshook, eben Blocks markantem Gesang, Tempi- und Stimmungswechseln, toller Gitarre von Ryan Newell (hier mit Slide), Harmoniegesänge und alles dann noch schön eingängig zusammen geschnürt.

Das folgende von Rhythmus-Gitarrist Drew Copeland gesungene dynamische „On And On“ offeriert ein weiteres Luxusproblem des so beständigen, durch Jett Beres (Bass) und Mark Trojanowski (Drums) vervollständigtem Quintetts, das mittlerweile auch bei uns verdient hätte, über ihren Insiderstatus hinaus, bekannt zu werden. Copeland ist nämlich ebenfalls ein außerordentlich guter Lead-Sänger, der hier mit „Fire“ und „She’s All You Need“ auch einen fast gleichwertigen Anteil am Frontmikro hat.

Das Titelstück ist diesmal klar der Mittelpunkt der EP (selbst von der Platzierung her). Ein sehr schön atmosphärischer Midtemposong mit einem dezenten Southern Rock-Touch, der sich am Ende in Newells tollem E-Gitarren-Solo in Marshall Tucker-Manier äußert. Auch das roots-poppige „She’s All You Need“ mit seinen pettyesken Zügen im Refrain und der Bruce Hornsby-angelehnten Piano-Passage, hat Chartpotential, sofern es von den Radiostationen mal erkannt werden würde.

Block glänzt dann bei den restlichen „Life And Love“ (Tex-Mex-Flair), dem herz-Schmerz-Lovesong „Here With You“ und dem ziemlich krawallig verlaufenden Finalstück „Elements III (Growin‘ Up)“, das, man glaubt es im Zusammenhang mit Sister Hazel kaum, anfangs an alte Queen-Zeiten erinnert (Mercury-ähnelnde Stimme und May-mäßig aufbrausende E-Gitarre) und dann in eine kurze Uptempophase mit schnellem Gesang und Honkytonk-Piano mündet, um dann abrupt zu enden.

Auch das dritte ‚Element‘ von Sister Hazel zündet von vorn bis hinten. Sieben tolle Lieder in gewohntem Sister Hazel-Ambiente! Schön zu sehen, beziehungsweise zu hören, dass das Feuer von Block, Copeland & Co. noch lange nicht erloschen zu sein scheint.

Croakin‘ Poet Records (2019)
Stil: Southern (Rock) Pop

01. Every Heartbreak
02. On And On
03. Life And Love
04. Fire
05. She’s All You Need
06. Here With You
07. Elements Part III (Growin‘ Up)

Sister Hazel
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Kaylor Girl Promotion

Jesse Kinch – I’m Not Like Everybody Else – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Musik-Castingshows gibt es mittlerweile wie „Sand am Meer“. In allen erdenklichen Formaten werden neue Superstars gesucht. Allein in Deutschland konkurrieren mit „DSDS“, „Voice of Germany“ oder „Das Supertalent“ regelmäßige Sendungen, um die nächste große Entdeckung zu präsentieren. International, vor allem im englischsprachigen Raum, sind Castingshows ebenso zahlreich im TV vertreten. Die Erfolgreichen dieser Shows können den schnellen Erfolg jedoch meistens nicht lange aufrechterhalten und bleiben oft nur als One-Hit-Wonder im Gedächtnis.

Der Sieger der US-Show „Rising Star“, Jesse Kinch, musste sich 2014 dem Urteil der Jury aus US-Country-Star Brad Paisley, Pop-Sternchen Kesha und Rapper Ludacris stellen. Entgegen der weit verbreiteten Methode, Gewinner solcher Sendungen sofort zu vermarkten und Alben zu veröffentlichen, beschritt Kinch, teils unfreiwillig, einen anderen Weg. Aufgrund von Unstimmigkeiten mit seinem früheren Label über seine musikalische Ausrichtung konnte sein Debüt-Album leider erst vier Jahre (inklusive Label-Wechsel) nach seinem TV-Erfolg erscheinen.

Die Vorab-Single „Preaching Like The Pope“, zu der auch ein Musikvideo aufgenommen wurde, ist für diese Platte ein stimmiger, rockiger Opener mit überzeugendem Refrain. Im 90er ‚Take That-Stil‘ wirkt die schöne Rock-Ballade „How Do I Reach You (The Last Veil)“ besonders eindrucksvoll. Die Auswahl des Ray Davies-Covers und Titelstücks „I’m Not Like Everybody Else“ kann auch als persönliches Statement verstanden werden, da der 24-jährige als Casting-Show-Gewinner nicht den üblichen Einstieg ins Musikbusiness hatte. Der ursprüngliche Beat-Song begeistert als sehnsuchtsvolle Rock-Ballade mit Streicher-Arrangement. Auf „After All These Lovers“ kommt seine Bariton-Stimme voll zum Einsatz. Die Spencer Davies Group-Adaption „I’m A Man“ bleibt hingegen sehr nah am Original.

Bis auf das Schlagzeug hat Kinch in Lenny Kravitz-Manier alle Instrumente selbstständig eingespielt. Insgesamt werden acht Eigenkompositionen und fünf Cover-Songs angeboten, deren Schwerpunkt in den 1960er Jahren liegt, eine Phase, die Kinch auch als sehr wichtig für seine Musik erachtet und dabei bekannte Größen, wie Jim Morrison, Jimi Hendrix oder CCR als Vorbilder nennt.

„No Reason At All“ hat einen 1960er-Beat-Anstrich und „Nighttime New York City“ ist viel bluesiger als die anderen Songs. Der Michael-Jackson-Pop-Hit „Billie Jean“ verwandelt sich bei Jesse Kinch in eine einfühlsame Rock-Ballade und wird von Streichern im langsamen Rhythmus begleitet. Das vielfach neu aufgelegte „I Put A Spell On You“ ragt leider nicht aus der Masse der zahlreichen Versionen heraus. An den Beatles Song „This Boy“ von der „Meet the Beatles“-LP (1964) wagt sich Kinch ebenfalls heran, weicht aber nicht bedeutend von der Lennon/McCartney-Originalausgabe ab. Der letzte Track „Tamed“ ist vielschichtig komponiert, Gitarrensolo, Schlagzeug- und Keyboard-Parts bringen die Scheibe rockig zum Ende.

Auf seiner Debüt-Platte „I’m Not Like Everybody Else“ beweist Jesse Kinch, dass er aus der Menge der Casting-Show Teilnehmer qualitativ herausragt. Es ist zu hoffen, dass er sich zukünftig mit seinen musikalischen Ideen und Fähigkeiten behaupten kann.

Curb Records (2018)
Stil: (Retro) Rock-Pop / Singer/Songwriter

Tracks:
01. Preaching Like The Pope
02. How Do I Reach You (The Last Veil)
03. I’m Not Like Everybody Else
04. After All These Lovers
05. I’m A Man
06. Rain On The Dog
07. Masami (The Elegant Beauty)
08. No Reason At All
09. Nighttime New York City
10. Billie Jean
11. I Put A Spell On You
12. This Boy
13. Tamed

Jesse Kinch
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Carrie Underwood – Cry Pretty – CD-Review

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CUSounds Of South-Redakteuren geht ja der Ruf voraus, mental gefestigte, an der Sache orientierte Menschen zu sein. Beim Blick auf den Promo-Begleitzettel zu Carrie Underwoods neuem Werk „Cry Pretty“ weckte bei mir, zugegeben,  allerdings nicht, wie gewohnt, zuerst der Text mit den dazugehörigen Album-Informationen mein Interesse, sondern das große, integrierte Foto der langmähnigen blonden Künstlerin. Mann-o-Mann, ist das ein hübsches Mädel…!

Gut, die Sturm- und Drangzeit ist bei einem in unserem Alter schon lange vorüber. Dass der Zahn der Zeit an einem genagt hat (sofern man den Blick in den Spiegel ignoriert hat), merkt man dann relativ schnell, spätestens, wenn man sich über die involvierten Musiker in den Liner-Notes des Booklets informieren möchte. Da ist ohne Lesebrille oder Zuhilfenahme eines Vergrößerungsglases absolut Schicht im Schacht.

Apropos Musiker: Da ist hier natürlich bei der Einspielung mit Leuten wie u. a. Chris McHugh, Jimmy Lee Sloas, Tom Bukovac, Rob McNelly, Danny Radar, Dan Dugmore, Charlie Judge, Ilya Toshinsky & Co. die Crème de la Crème der Nashville-Studio-Musiker-Riege vertreten und trägt samt der Produktion des ebenfalls instrumentell und kreativ involvierten David Garcia zum starken und hochwertigen Klangbild der Stücke bei.

Auch unter den Songwritern befinden sich mit Hillary Lindsay, Tom Douglas, Brett James und Chris DeStefano Leute, bei denen man eine Hitgarantie quasi mitbucht. Lobend muss hier erwähnt werden, dass Carrie satte 9 von 13 Tracks mitgeschrieben hat.

Die CD beginnt direkt mit dem Titellied, einer schönen Powerballade (klasse E-Gitarren-Solo). Wenn hier vier tolle Damen wie Carrie Underwood, Hillary Lindsay, Liz Rose und Lori McKenna was ausklamüsern, muss das eigentlich gut werden. Toller Einstieg!

Für die Wahrung der Country-Etikettierung sorgen in erster Line die Herren Dan Dugmore, Steve Hinson mit Steel- und Ilya Toshinsky samt Bouzouki-, Banjo- und Dobro-Einlagen bei Songs wie „Ghosts In The Stereo“, „Low“, „Drinking Alone“, „The Bullet“ oder dem überwiegend Piano- und Cello-lastigen „Spinning Bottles“.

Ansonsten gilt hier wohl überwiegend bei der Pop- und R&B-Klientel von Damen wie Rihanna, Beyoncé oder Mariah Carey mal vorstellig zu werden. Gipfeln tut es in dem eigentlich keineswegs schlechten Song „The Champion“ als abschließendes Duett mit Rapper Ludacris, der hier seine Sprecheinlagen zum Besten gibt. Diese Stücke leben dann in erster Linie von ihrer Melodik, der versierten Instrumentierung und dem in allen Bereichen starken, immer emotional wirkenden Gesang der Protagonistin.

Am Ende gefallen mir das atmosphärische „Low“ und der flippige ‚Gute-Laune-Song‘ „Southbound“ (klasse Bariton-E-Gitarren-Solo) mit am besten.

Also insgesamt, kein Grund für PETA’s World’s Sexiest Vegetarian von 2007 (was für ein Titel!) in Sachen ihrer neuen CD „Cry Pretty“, zu jammern oder auf Heulsuse zu machen. Das Album wird von kommerziellem Erfolg begleitet werden. Hitpotential ist mehr als genug vorhanden. Trotz der offensichtlichen Avancen in Richtung Pop/R&B bleibt die ehemalige American Idol-Queen, insgesamt noch dem (New) Country verbunden. Und, was das zu Anfang erwähnte rein Äußerliche betrifft, bleibt für mich nur anzumerken: Nie war Weinerei schöner anzusehen, ähm anzuhören…!

Capitol Records Nashville (2018)
Stil: New Country (Pop)

01. Cry Pretty
02. Ghosts On The Stereo
03. Low
04. Backsliding
05. Southbound
06. That Song That We Used To Make Love To
07. Drinking Alone
08. The Bullet
09. Spinning Bottles
10. Love Wins
11. End Up With You
12. Kingdom
13. The Champion (feat. Ludacris)

Carrie Underwood
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Universal Music Deutschland

Marc Broussard – Easy To Love – CD-Review

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Mit Marc Broussard kam ich vor vielen Jahren durch einen Bekannten aus Österreich in Berührung, der mir u. a. seine Alben „Carencro“ (Marcs Heimatstadt, in der er immer noch mit seiner Familie wohnt) und „Keep Coming Back“ nahe brachte. Irgendwann hatte ich mir auch noch das 2015er-Werk „A Life Worth Living“ zugelegt.

Im gleichen Jahr nutze ich die Gelegenheit, ihn mir im Dortmunder Musiktheater Piano live anzuschauen. Die Kulisse war allerdings ziemlich spärlich, er ist in  unseren Gefilden – ich vermute auch heute leider immer noch – eher mit Insiderstatus bedacht.

Dabei hat der Mann neben seiner wunderbaren Stimme, ein tolles ‚Händchen‘ für das Schreiben von herrlich melodischen, sauber und stilvoll instrumentierten Liedern, die, der Herkunft Louisianas entsprechend, im südstaatlich soulig-bluesigen Pop- und Rockmusik-Bereich ansiedelt sind.

Auch auf „Easy To Love“ bekommt man wieder 14 hochklassig arrangierte Tracks geboten. Klare Akustik- und knarzige Bariton-E-Gitarren, gluckerndes E-Piano, hallende Orgel, gospelige weibliche Harmoniegesänge, ab und zu eine fiepende Steel-Gitarre, mischen sich samt Rhythmus-Sektion aus Bass und Drums unter seinen formidablen inbrünstigen Gesang (zum Teil an Malford Miligan erinnernd). Dabei gelingt es Broussard, diesen typischen ‚Louisiana-Sound‘, auch ohne Einsatz von Bläser-Sektionen, zu suggerieren.

Highlights aus meiner Sicht sind das grandiose Frankie Miller-Cover „Baton Rouge“, das dezent Steely Dan-umwehte „Anybody Out There“ und das mit einem herrlichen E-Slide-Solo bestückte „Don’t Be Afraid To Call Me“. Im hinteren Bereich der CD wird die Instrumentierung ein wenig sparsamer gehalten, und der Fokus mehr auf seine ausdrucksvolle Stimme gerichtet.

Marc Broussard legt erneut eine starke kreative Leistung hin.  Er macht es einem somit ziemlich leicht, sein neues Werk „Easy To Love“ zu lieben. Es wird von daher interessant sein, wie die Stücke im Rahmen seiner Anfang Oktober stattfindenden Europa-Tournee (auch mit einigen Deutschland-Terminen – wir werden am 12.10. in Düsseldorf zugegen sein), auf der Bühne zur Geltung kommen. Hingehen lohnt sich garantiert!

Big Lake Music
Stil: Soul Blues/Pop/Rock

Tracks:
01. Leave A Light On
02. Baton Rouge
03. Please Please Please
04. Rosé All Day
05. Easy To Love
06. Memory Of You
07. Stand By You
08. Anybody out There
09. Wounded Hearts
10. Don’t Be Afraid To Call Me
11. I Miss You
12. Send Me A Sign
13. Mercy Mercy Me
14. Gavin’s Song

Marc Broussard
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Music Matters

Sister Hazel – Wind – EP-Review

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Die in unseren Gefilden immer noch eher als Insider-Tipp geltenden Sister Hazel hatte ich sofort in mein Herz geschlossen, als ich vor Ende der Jahrtausendwende ihr „All For You“ in einem hiesigen Radiosender per Zufall zu hören bekam. Seitdem habe ich eigentlich so gut wie alle ihrer essentiellen Tonträger in meiner Sammlung.

Die Band um ihre Mitglieder Ken Block, Andrew Copeland, Mark Trojanowski, Ryan Newell, Jett Beres und Dave LaGrande steht musikalisch für Maximen, denen auch ich mich eigentlich Zeit meines Lebens verschrieben habe: Fleiß, Kontinuität, Verlässlichkeit, allesamt verbunden mit einem ‚gesunden‘ Qualitäts- und Leistungsanspruch.

Bei Sister Hazel weiß man schon vor dem Hören eines Werkes, dass man nicht die berühmte ‚Katze im Sack‘ kauft, sondern überwiegend selbst kreierte, mit viel liebevollem Feingefühl arrangierte melodische Stücke (oft mit Ohrwurm-Charakter) serviert bekommen wird, wobei der markante genäselte Gesang von Ken Block als eines der Haupt-Trademarks gilt.

Und mindestens auch ein am Frontmikro performter Song von Andrew Copeland, mit seiner ebenfalls angenehmen Stimme, wird vermutlich wieder eines der tragenden Elemente des Tonträgers abgeben.

Apropos Elemente: Nach ihrer zu Beginn des Jahres erschienenen EP „Water“, kommt jetzt Anfang September mit „Wind“ ein weiterer thematisch bedachter Silberling unter die Leute.

Und was soll man sagen – nach einem verspielten kurzen Intro, weht einem mit „Come A Day“, direkt ein rhythmischer, wunderbar melodischer, viel positive Energie verströmender Track entgegen, wie man ihn vom Florida-Sextett schon so oft zu schätzen gelernt hat. Blocks Stimme, feine Orgel- und Piano-Tupfer, perfekt sitzende Harmoniegsänge, der Powerrefrain und Newells southern-umwehtes Gitarrenspiel (inkl. Solo) machen sofort Lust auf mehr.

Das von einer markante E-Gitarrenhook bestimmte „Small Town Living„, das Fußwippen-entfachende, Slide-trächtige „Whirlwind Girl„, die von Copeland  gesungene, unter die Haut gehende Herz-Schmerz-Ballade (schöne Akustikgitarre, Piano-Moll-Töne, weibliche Harmonies, Streicher), der flockige, dezent countryeske Gute-Laune Song „You’ll Be Safe Here“ (Banjo-Untermalung, freudige Ooohoh-Gesänge, klasse Slide-E-Gitarre) und der überragende, atmosphärische Ohrwurm „Midnight Again“ bieten allesamt Stoff am oberen schöpferischen Limit der Musiker. Am Ende wird mit „Elements Part II (I’m Free)“ noch ein kurzer knackiger Southern-Kurzrocker rausghauen.

Also, wie bereits vermutet: Mit „Wind“ erhält man erneut eine frische Brise feinster Sister Hazel-Kompositionen. Und da das Leben ja insgesamt vier Elemente parat hat, darf man im Prinzip voller Vorfreude gespannt sein, was Block, Copeland & Co. demnächst in Sachen ‚Feuer‘ und ‚Erde‘ an musikalischen Einfällen zu bieten haben…

Croakin‘ Poet Records (2018)
Stil: Southern (Rock) Pop

01. Come A Day
02. Small Town Living
03. Whirlwind Girl
04. In Two
05. You’ll Be Safe Here
06. Midnight Again
07. Elements Part II (I’m Free)

Sister Hazel
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Kaylor Girl Promotion

Anderson East – 03.06.2018, Köln, Stadtgarten – Konzertbericht

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Der ursprünglich aus Athens, Alabama, stammende, heute in Nashville ansässige Musiker Anderson East machte mit seinem Ensemble im Rahmen seiner 2018er World Tour jetzt nochmal bei uns einen Stop für zwei Konzerte, unter anderem im Stadtgarten Köln, der an diesem Abend, trotz der sommerlichen Hitze, mit über 300 Zuschauern sehr gut gefüllt war.

Zunächst lieferte ein Künstler namens Sir Pryce auf einem Nord Stage 2 EX-Piano für eine gute halbe Stunde eine One Man Show als Support ab. Der äußerlich, mit buntem Belize-Hemd und teil-gefärbter Irokesen-Frisur, ziemlich exotisch anmutende Solo-Performer, bewies mit Stücken wie „All New“, „Follow Your Light“, „Through My Head“ oder „Pulse“, durchaus ein Gespür für gutes und melodisches Pop- und R&B-Songwriting, wenn mir auch am Ende das Ganze, insgesamt etwas zu sehr synthetisch und monoton rüber kam.

Um 21:00 Uhr stellte Anderson nach einem Einspieler mit seinen Begleitern Scotty und Jonny Murray, Darren Dodd, Philip Towns, Nate Hefron sowie Ben Clark, mit dem kräftigen „Somebody Pick Up My Pieces“ als Opener, sofort die Weichen auf eine begeisternde, schweißtreibende Show, mit überwiegend zünftigem Soul Rock und tollen Balladen samt wohl dosierter Pop-, R&B- und Country-Ingredienzien, die beim Publikum (überwiegend weiblich dominiert), als auch bei uns, bestens ankam.

Der 29-jährige hat eine tolle Stimme, spielt richtig gut Gitarre und kann eine Audienz mitreißen, auch wenn es altersbedingt in charismatischer Hinsicht, vielleicht noch etwas Spielraum nach oben gibt. Er wirkt halt noch sehr jungenhaft. Vom Niveau her, braucht er aber schon jetzt keine Vergleiche mit ähnlichen Acts wie JJ Grey & Mofro oder Thorbjorn Risager und seinen Black Tornados zu scheuen.

Verlassen kann er sich dabei vor allem auf ebenso starke Akteure in seinem ‚Rücken‘. Da wären mit Nate Hefron und Ben Clark eine herrlich, im Dienste der Songs, plusternde Bläserfraktion. Dann mit Darren Dodd ein routinierter und unaufgeregter Drummer, mit Philip Towns ein rasta-gelockter, spielfreudiger Keyboarder und dem, fast wie siamesische Zwillinge, dicht nebeneinander agierenden Murray-Brüderpaar an Bass und E-Gitarre (Scotty auch mit ein paar schönen Steel-ähnlichen Slideeinlagen), Musiker, bei denen ein Rädchen perfekt ins andere passt.

So flog die Setliste, bei der überwiegend natürlich sein aktuelles Major-Album „Encore“ die Hauptrolle spielte (übrigens von Dave Cobb produziert), mit Stücken wie „Satisfy Me“, „Sorry You’re Sick“, „Surrender“, „If You Keep Leaving Me“, „King For A Day“ und dem wunderbar atmosphärischen „Devil In Me“, regelrecht an einem vorbei. Erst ab dem für den Sampler „Southern Family“ kreierten, und am Ende frenetisch gefeierten „Learning“ wurden einige Tracks deutlich länger ausstaffiert.

Den Höhepunkt und zugleich Abschluss des Hautteils markierte die fantastische Southern Soul-Ballade „This Shall Too Last“ mit einem furiosen Instrumentalteil am Ende, in dem die Beteiligten noch mal alle Register zogen. Besonders die E-Gitarrenparts vom kauzigen, zwirbelbärtigen Scotty Murray an der Les Paul (in aller bester Southern Rock-Manier) und von Anderson (an der Stratocaster im Stile von Mark Knopfler), am Ende sogar kurz Twin-mäßig,  hauten mich regelrecht vom Hocker. Einer der besten Songs, die ich live bis jetzt in der ersten Jahreshälfte präsentiert bekommen habe!

Für die Zugaben ließ sich das Septett, angesichts der Begeisterung, nicht lange bitten, und machte mit dem Mariah Carey-Cover „Always Be My Baby“ und der weiteren tollen Ballade „House Is A Building“ (wieder mit furiosem, stimmungsreichen Finale) den ‚Sack‘ endgültig zu. Nach dem Konzert stand der sichtlich ausgepumpte Protagonist dann noch für Selfies und Autogramme geduldig zur Verfügung. Seine Frage, ob unser Bericht denn positiv ausfallen würde, konnte da eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt, wie man es jetzt auch nachlesen kann, nur mit einem glasklaren „Yes, of course!“ beantwortet werden!

Line-up:
Anderson East (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Scotty Murray (electric guitar)
Philip Towns (keys)
Jonny Murray (bass)
Darren Dodd (drums)
Nate Hefron (saxophone)
Ben Clark (trumpet)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Anderson East
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Konzertbüro Schoneberg
Stadtgarten Köln

The Shires – Accidentally On Purpose – CD-Review

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Während sich bei uns in Deutschland ein relativ überschaubares Grüppchen an Leuten bemüht, das Pflänzchen New Countrymusik eher behutsam aufzuziehen, scheint sich in Großbritannien eine echte Euphorie für diese Sparte zu entwickeln.

Zum einen durch die pompösen medienwirksamen Country2Country-Festivals, wo sich seit Jahren das Who-Is-Who der Nashville Szene die Klinke in die Hand drückt, als auch in aktiver Hinsicht. In letzter Zeit kommen mir, gefühlt, auch immer mehr Veröffentlichungen von Künstlern dieses Landes zur Begutachtung unter die Fittiche.

Die zur Zeit wohl unangefochtenen Shooting-Stars der britischen Szene geben im Moment Ben Earle und Chrissie Rhodes, alias The Shires, ab, die jetzt mit „Accidentally On Purpose“ ihr bereits drittes Album unter Major-Fahne auf den Markt werfen.

Beide hatten zunächst in eigener Sache mit ihren alleinigen Gehversuchen (Rhodes sang auf Hochzeiten und in Clubs Dolly Parton-Songs, Earle brachte es bis zum Support von KT Tunstall, beide scheiterten jeweils bei X-Faktor) wenig Erfolg. Erst, als sie sich nach einem Suchaufruf Earles via Facebook zusammengetan hatten, sollte sich alles rapide zum Besseren wenden.

Von da an ging es Schlag auf Schlag: Teilnahme am C2C-Festival, Major-Verträge (UK und US), grandioser Einstieg mit dem 2015er-Debütalbum (Nr. 1 UK Country Charts), diverse britische Awards, Support bei der Comeback-Tour der Corrs, eigene Headlinig-Tour, 2. Album (Platz 1 UK Country-Charts, Platz 3 allgemeine UK-Charts), Gewinner Global Artist bei den US-CMA-Awards, etc.

Eine rasante Entwicklung. Jetzt also mit „Accidentally On Purpose“ der nächste Streich. Aufgenommen in Nashville unter der Regie vom angesagten Produzenten Lindsay Rimes (u. a. Parmalee, The Cadillac Three, Thomas Rhett, Lauren Alaina), der hier mit Star-Musikern wie Ilya Toshinsky, Mike Johnson und Jimmy Robbins auch das instrumentelle Heft in der Hand hatte. Lediglich für Track 10, „Strangers“, wurde mit Chris DeStefano eine weitere Nashville-Koryphäe bemüht.

Die Musik besticht – wen wundert es bei diesem Erfolg – in erster Linie durch ihre Eingängigkeit. Man orientiert sich mit gutem Gespür an Acts des Genres wie American Young, Sugarland, Little Big Town, Lady Antebellum & Co., wo weibliche und männliche Wechsel- und Harmoniegesänge den Ton angeben sowie poppige, wie countryeske Elemente, harmonisch in Einklang gebracht werden. Mir gefällt an dem Duo vor allem die Mandolinen-lastige Ausrichtung der Songs (repäsentiert durch den Könner auf diesem Gebiet, Ilya Toshinsky).

Earle ist bei allen Tracks kompositorisch beteiligt, Rhodes auch erbeblich, für die einzige Ausnahme „Stay The Night“ hat man vermutlich, um das Aufmerksamkeitspotential weiter zu erhöhen, dann noch auf ein Lied von Pop-Superstar Ed Sheeran zurückgegriffen.

Fazit: Die Zeichen für The Shires stehen auf (Erfolgs-) Sturm. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass die ‚Grafschafter‘, Ben Earle und Chrissie Rhodes mit „Accidentally On Purpose“ ihr drittes Nr.1-Album in den UK-Country-Charts abliefern werden und ab Mai auf ihrer kommenden UK-Tour frenetisch gefeiert werden. Auch für den US-Markt sind sehr vielversprechende Akzente gesetzt worden.

Decca Records – Universal (2018)
Stil: New Country

01. The Hard Way
02. Echo
03. Guilty
04. Sleepwalk
05. Accidentally On Purpose
06. Stay The Night
07. Ahead Of The Storm
08. Speechless
09. River Of Love
10. Strangers
11. World Without You
12. Loving You Too Long

The Shires
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Jordan Davis – Home State – CD-Review

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Rein optisch hätte ich bei Jordan Davis mit seinem opulenten Rauschebart auf eine Mucke fernab jeden Mainstreams getippt. Die meisten Typen mit ähnlichem Erscheinungsbild, die ich in letzter Zeit, musikalisch unter die Lupe genommen habe, bewegten sich meist in irgendwelchen Insider-Sphären zwischen zünftigen Honkytonk Country-, Roots- und Southern Rock.

Gut, wir haben es hier mit einem Debüt auf einem Major-Label tun, wo eigentlich immer ein größeres Publikum als Adressat im Fokus steht. Vielleicht geht es daher ja eventuell in Richtung Chris Stapleton, war der zweite Gedanke, aber die Parfüm-Fotografie-ähnliche Aufmachung des Coverbildes hegte die ersten Zweifel. Und in der Tat, mit Jordan Davis haben wir es mit einem Neuling zu tun, der sich dem massenkompatiblen Country Pop verschrieben hat, wobei das ‚Country‘ eher marginalen Charakter aufweist (etwas Mandoline, Banjo, aber kaum wahrnehmbar).

Der aus einer, wie so oft, musikbegeisterten Familie (sein Onkel hat Songs für keinen geringeren als Tracy Lawrence geschrieben) stammende Künstler aus Louisiana, hat nun mal einfach eine, eher dem Pop und R&B zuträgliche Stimme. Warum sollte man solche Fakten dann einfach ignorieren? Trotzdem ist „Home State“ ein tolles Album geworden!

Ich mag es  eigentlich immer, wenn die Protagonisten auch kompositorisch stark involviert sind, was hier der Fall ist. Davis hat alle Tracks mitgeschrieben zum Teil mit Leuten, die man nicht so oft in den Credits findet (u. a. Ben Daniel, Pawel Dovgalyuk, Steven Dale Jones, Justin Ebach, Jamie Paulin), aber auch mit arrivierten Songwritern wie Blair Daly, Jeff Middleton, Scooter Carouso oder Jonathan Singleton, die einem alle Nase lang bei Nashville-Veröffentlichungen über den Weg laufen.

Schon mit dem Opener „Take It From Me“ lässt sich Davis‘ Händchen für feine Hooks, Melodien und eingängige Refrains ausmachen. Bestes Beispiel ist „Singles You Up„, ein Song, dem man sofort anmerkt, dass er Hitcharakter in sich trägt und auch prompt unter den ersten 15 der Billboard-Charts landete. Weitere Kandidaten sind vielleicht Stücke wie „Selfish“, „So I Do“ oder das, wie für Tim McGraw geschaffene „Dreamed You Did“. Im Prinzip haben die Entscheidungsträger hier durchgehend die Qual der Wahl .

Produziert hat Paul di Giovanni, Gitarrist von Boys Like Girls, der in Nashville als Schreiber von Dan+Shays  No.1-Hit „How Not To“ bisher von sich Reden machte. Den Löwenanteil am Gelingen des Werkes aber haben die involvierten Nashville Star-Musiker wie Ilya Toshinsky, Tony Lucido, Bryan Sutton, Nir Z & Co., aber auch di Giovanni und Derek Wells sorgen mit ihren auf den Punkt gebrachten, filigranen E-Gitarren-Soli (in fast allen Liedern) für das Salz in der Suppe.

Deshalb ist „Home State“ eine flockige, launige Scheibe geworden, die ideal für die kommenden wärmeren Tage geeignet ist. Im Prinzip zwar mehr auf die weibliche Klientel zugeschnitten oder für Leute aus unserer Kundschaft, die ab und zu mal zwischendurch für unkomplizierte, aber gut gemachte Musik offen sind (wie gesagt, in fast jedem Stück ist ein E-Gitarren-Solo präsent). Wer mit Interpreten wie David Nail, Brett Young, Canaan Smith, Sam Hunt oder besagten Dan+Shay etwas anfangen kann, wird ganz sicher auch bei Jordan Davis seine Freude haben. Der Rolling Stone deklarierte ihn übrigens als ‚Artist You Need To Know‘.

MCA Nashville (2018)
Stil: New Country Pop

01. Take It From Me
02. Goin‘ Round
03. More Than I Know
04. Slow Dance In A Parking Lot
05. Singles You Up
06. Sundowners
07. Tough To Tie Down
08. Selfish
09. Made That Way
10. So I Do
11. Dreamed You Did
12. Leaving New Orleans

Jordan Davis
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Universal Music

Danny McMahon – Making Memories – EP-Review

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Just in den Tagen, wo in Großbritannien wieder aufgrund des bevorstehenden pompösen C2C-Festivals, das amerikanische Musikfieber grassiert, bin ich eher per Zufall auf einen talentierten britischen Jung-Songwriter namens Danny McMahon gestoßen, der erst seit kurzem seine Passion fürs (New) Country-Genre entdeckt hat.

Auslöser für ihn war der Headliner des letztjährigen Großevents, Brad Paisley, und speziell dessen Song „Letter To Me“, der Danny dazu bewegte, sowohl sein Songwriting in diese Richtung zu lenken, als auch, sich aktiv als Künstler zu betätigen.

Sein aus nur vier Songs bestehendes Kurzwerk „Making Memories“ bestätigt durchaus seine Ambitionen, zumindest, was die Mainstream-Sparte des Genres betrifft. Sehr melodisches, absolut radiotaugliches und demnach eingängiges Material, was der Brite produziert und mit Drummer Jay Cook eingespielt hat. Die britische Presse zeigt sich begeistert.

Parallelen zu derzeit vornehmlich im weiblichen Sektor angesagten Burschen wie u. a. Canaan Smith, Brett Young, Thomas Rhett & Co. sind unverkennbar, von mir persönlich wird aufgrund der Songstrukturen (gemäßigte Strophen, kräftigere Refrains) und der stimmlichen Ähnlichkeiten zu Gary LeVox, noch der Name Rascal Flatts in den Ring geworfen, wie man es vielleicht am Beispiel „What’s It Like“ nachempfinden kann.

Auf einem US-Festival in St. Diego im Januar wurden erste, viel versprechende Kontakte nach Nashville geknüpft, daraus resultierend ist eine US-UK-Tour im kommenden Sommer. „Making Memories“ erfüllt somit seinen Zweck als Vorstellung und erster gelungener Kurzeindruck von Danny McMahon. Ob es irgendwann mal für nachhaltige Erinnerungen in Sachen seiner Person im mittlerweile hart umkämpften Genre reichen wird, kann dann erst der Zahn der Zeit beweisen.

Puzzle Maker Records (2017)
Stil: New Country

01. The Other Sides
02. What’s It Like
03. Hide Away
04. Worth Waiting For

Danny McMahon bei Reverbnation UK
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