HER – Chain Reaction – CD-Review

HER_Front

HER, alias Monique Staffile hatte mit ihrer forsch-fröhlich einnehmenden Art, vor allem was ihr Debütalbum „Raise A Little Hell“ und die von uns erlebten Konzerte betrifft (nach dem letzten stand sie uns ja auch noch ganz unkompliziert für ein Interview zur Verfügung), meine Sympathien erobert.

Das sie dabei auch noch klasse aussieht und sich sehr sexy zu präsentieren weiß, hatte da natürlich, bei mir als überaus gefestigtem Mann, gar keine Rolle gespielt. Die Gesamtkonstellation trug aber ohne Zweifel dazu bei, dass ein gewisser imaginärer Kredit aufgebaut wurde.

Nach den beiden letzten Werken „Gold“ und „Revolution„, die eher zum schrillen, provozierenden Pop-Rock tendierten, hatte ich die leise Hoffnung, dass der Nachfolger vielleicht wieder mit mehr Country- und Southern Rock-Komponenten wie beim o. a. Debüt aufwarten würde. Schließlich wohnt die Dame ja in Nashville und wird sich dort wohl kaum ganz dem Spirit der Stadt ganz entziehen können.

Mein stilles Ansinnen wird mit „Chain Reaction“ leider nicht erfüllt. Monique setzt beim neuen, mit elf Songs bestückten Silberling, weiterhin auf, mit kreischender Stimme vorgetragenen, manchmal schon dezent punkig und thrashig verpackten Pop-Rock, der mich ein wenig an unsere gute Nina Hagen, zu Anfangszeiten, nur mit englisch-sprachigen Texten, erinnert.

Mit viel Wohlwollen kann ich noch Tracks wie „Unbreakable (Made Of Stone)“, das mit ein wenig Heart-Flair daherkommt, sowie die beiden Schlussnummern „Sun Goes Black“ (Richtung Robin Beck) und das mit einer Akustikgitarre verzierte „I Swear“, noch als halbwegs passabel bezeichnen. Der Rest der Stücke zerrt auf Dauer doch schon ziemlich an den Nerven.

Produziert hat wieder Caleb Sherman, der natürlich instrumentell und kompositorisch mitgewirkt hat, wie auch die gewohnten Bandmitglieder Brandon Roberts und Brandon Barnes.

Überzeugend lediglich das Coverartwork. Zum Piepen das Bild von der im geblümten Hosenanzug auf einem Rokoko-Sessel sitzenden, zickig dreinblickenden Monique, mit der, mit aufgerichteten gespitzten Lauschern, brav daneben sitzenden Dogge an einer Metallkette.

Somit ist „Chain Reaction“, aus meiner Sicht, nach jetzt drei Alben hintereinander, die mich allesamt nicht vom Hocker gerissen haben, weiterhin eine Kettenreaktion in die falsche Richtung. Zumindest musikalisch gesehen. Aber letztendlich wird Monique selbst am besten einzuschätzen wissen, was sie weiterbringt.

Ich persönlich bleibe dabei, ein Schwenk zurück in Richtung „Raise A Little Hell“ würde der Band sicherlich gut tun. HER und ihre Begleiter werden übrigens Mitte September auch live zu ein paar Konzerten wieder in Deutschland präsent sein.

India Records (2017)
Stil: Rock / Pop

01. Rock With Me
02. Chain Reaction
03. Taking Up Space
04. Say What Ya Man
05. Futuristic Frequency
06. What Do You Want
07. Unbreakable (Made Of Stone)
08. Seriously
09. Three Things For The Highway
10. Sun Goes Black
11. I Swear

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