Wishbone Ash – 14.01.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Wisbone Haupt

Das fängt ja richtig gut an! Zu unserem ersten, im SoS beleuchteten Konzert im Jahr 2017 machten Gernot und ich uns in das von uns beiden sehr geschätzte, wunderschöne, Jugendstil-verzierte Dortmunder Musiktheater Piano auf und erlebten zu dieser frühen Zeit, direkt einen potentiellen Anwärter auf den Gig des Jahres. Um es also vorwegzunehmen, es war ein klasse Abend!

Mit Wishbone Ash verbindet sich bei mir ein sehr hoher Sentimentalitätsfaktor, die Band war 1980 mein allererstes, richtiges großes Konzert-Event im noch zarten Alter von 17 Jahren, als sie damals mit einer Support-Truppe namens Headboys im Rahmen ihrer aktuellen „Just Testing“-LP in der Düsseldorfer Philipshalle (heute ja in Mitsubishi Electric Halle umfirmiert) gastierten.

In der Zwischenzeit hatte ich sie nochmals in Hamburg in der Großen Freiheit Nr. 36 und in der Stadthalle meiner Heimatstadt Rheinberg gesehen, was aber auch schon wieder fast eine Ewigkeit her ist, somit war unser gestriger Besuch in Dortmund, der insgesamt vierte Gig.

Von der damaligen Besetzung ist heute nur noch Andy Powell, dementsprechend auch als unbestrittener Leader, übrig geblieben, der mittlerweile mit Bob Skeat, Muddy Manninen und Joe Crabtree eine gut harmonierende Mischung aus Erfahren und Jung  für die britische Kultband gefunden hat.

Ach ja, im Vorprogramm spielte diesmal ein gewisser Steve Hill. Der hochtalentierte Kanadier war der  lebende Beweis, dass Männer durchaus Multitasking-fähig sein können. Ok, zugegebener Maßen reicht es bei den meisten Exemplaren unserer Gattung höchstens dazu, zwei bis maximal drei hübschen Frauen gleichzeitig hinterherzupfeifen, aber der Bursche war schon ein Muster an praktizierender Vielfältigkeit.

Der bluesrockte für eine gute halbe Stunde im Alleingang mit Gesang, Gitarre, Fußtrommel, und noch einem lustigen Aufsatz aus einem Gummiball mit darin befindlichem Stöckchen (sah fast aus wie eine Pinnocchio-Nase) am Kopf seiner Gitarre, den er parallel zur Saitenarbeit, auch noch auf die seitlich von ihm höher positionierten Drumbecken schlug.  Eine Mundharmonika kam sporadisch auch noch mit dazu. Also der Mann hat aus einer, in ihm wogen zu scheinenden Hyperaktivität, eine Tugend gemacht und therapiert sich mit einer multiplen Art, solo zu performen und  bekam dafür auch zum Teil staunenden und anerkennenden Beifall des Publikums. Ein echter musikalischer Zappelphilipp also.

Apropos Publikum. Das Piano war an diesem Abend rappelvoll, die Stimmung angesichts der starken Leistungen der Akteure demnach auch prächtig. Wishbone Ash stiegen um 20:30 Uhr mit dem Southern-angehauchten Instrumentalstück „Bona Fide“, ein um sich direkt im Twin-Bereich, dem großen Markenzeichen des Quartetts, warmzuspielen.

Es folgte das satt rockende „Eyes Wide Open“, bei dem sich Muddy Manninen mit starken Wah-Wah-Einlagen auf seiner Les Paul bereits als belebendes Element erwies. Er brachte insgesamt auch viel Blues- und Southern Rock-Flair in das Programm und erwies sich bei den Double Lead-Passagen als kongenialer Partner zu Chef Powell (natürlich hauptsächlich wieder auf seiner Flying V Gibsons spielend). Der wiederum führte seine Mannen bestimmend, aber auch sympathisch durch die Vorstellung, ein echter Charismatiker.

Und so ging’s über Tracks wie „You See Red“, „Front Page News“, einem weiteren Instrumental „The Spirit Flies Free“, zu einem ersten Zwischen-Highlight, als der Vierer mit „The King Will Come“ und „Throw Down The Sword“ in seine epische und religiöse Hochphase von einst eintauchte und dann noch das texanisch eingefärbte, southern rockige Stück „Rock’N’Roll Widow“ nachlegte.

Über „Take It Back“, dem wieder südstaatlich anmutenden Ohrwurm „Way Down South“ (natürlich wieder mit Double Leads, mit eines meiner Lieblingssstücke dieses Gigs), bei dem Powells E-Gitarre am Ende förmlich mitzusingen schien, „In Crisis“, das megastark gespielte „Open Road“ (was für ein E-Gitarrenfeuer!) und dem ZZ Top-ähnelnden, satt rockenden „Deep Blues“ (Manninen mit surrendem Slide auf einer Epiphone-E-Gitarre), mündete es in die Zielgerade.

Auf dieser wurde es mit dem vom 71er Album „Pilgrimage“ stammenden „Jail Bait“ und „Blowin‘ Free“ aus ihrem mit Kultstatus bedachtem Werk „Argus“, zum Ende des frenetisch bejubelten Hauptteils, nochmal richtig historisch.

Da konnte die fällige Zugabe dann nur noch „Phoenix“ lauten und die gab es auch in einer gewohnt furios und filigran, mit Tempo- und Atmosphärenwechseln verschachtelten, tollen Version dargeboten. Andy widmete übrigens dieses knapp 15 Minuten währende WA-Paradelied, den vom Krieg gebeutelten Menschen im syrischen Aleppo.

Insgesamt eine tolle Mischung aus altbekannten und mir auch neuen Nummern, die einen richtig in den Bann zogen. Der heute mittlerweile 66-jährige Andy Powell hat im Gegensatz zu vielen, sich nur noch mehr schlecht als recht selbst covernden Traditionsacts (z. B. Stones, ZZ Top, Molly Hatchet, Skynyrd), einen richtig guten guten Weg gefunden, diese seit über 40 Jahren agierende Band in Würde altern zu lassen. Im Klartext, der Vierer hat noch genug Feuer unterm Hintern und musikalische Klasse, um noch durchaus ein paar Jährchen weiter zu machen. Ein großartiger Abend, Wishbone Ash! Danke, wie immer, an Jenny Dore, für die unkomplizierte Akkreditierung.

Line-up:
Andy Powell (lead vocals, lead guitar)
Muddy Manninen (lead guitars, vocals)
Bob Skeat (bass, vocals)
Joe Crabtree (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Wishbone Ash
Wishbone Ash bei Facebook
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Captain Ivory – 16.12.2016, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

15625987_1390496840974552_3008923037962211070_o

Die junge amerikanische Band spielte am Freitag Abend im Blue Notez Club Dortmund. Ein Mix aus ihren zwei Alben „Captain Ivory“ und „No Vacancy“ plus Coversongs von Bruce Springsteen und Fleetwood Macs „Oh Well“, das dem Original in Nichts nachstand. Bereits mit dem ersten Song „Never Mine“ zeigten sie, wohin der Abend geht. Eine Mischung aus Led Zeppelin, The Who und Southern Rock. Drumsolo und Lap Steel-Einlage im Publikum waren schöne Highlights. Ein gelungenes Konzert einer Band, von der man noch viel hören wird.

Bilder und Fazit: Peter Schepers

Captain Ivory
Captain Ivory bei Facebook
Teenage Head Music
Blue Notez Dortmund

Modern Earl – 26.11.2016, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

15235666_1363381763686060_6967441167521972341_o

Eigentlich hatte ich den aus Sounds Of South-Sicht ziemlich anstrengenden November in Sachen Konzerte schon gedanklich abgehakt und am Ende, nach diversen Terminen/Erledigungen am Tag, einen gemütlichen Fernseh-Abend auf der Couch geplant, zumal auch noch mein Kopf von der schönen Betriebsfeier der Firma, in der ich meine Penunzen verdiene, im ansehnlichen Lokschuppen in Bottrop, vom am Abend vorher, noch ein wenig brummte.

In Zeiten sozialer Netzwerke wird man ja mit Informationen regelrecht überflutet. Das meiste kann man schnell ad acta legen, sie haben aber auch zum Teil den Vorteil, dass man mit der Nase auf Dinge gestoßen wird, die einem vorher nicht bekannt waren oder die man vielleicht aus irgendwelchen Gründen ignoriert hätte.

Unser freier Mitarbeiter Peter Schepers hatte mich auf seinen Besuch eines Gigs von Modern Earl im Dortmunder Blue Notez aufmerksam gemacht und spätestens nach dem Ansehen ihres Clips zu „Hillbilly Band“ (der launige Song war natürlich auch mit im Programm), sagte mir mein Instinkt, dass man sich den Vierer aus Nashville nicht entgehen lassen sollte. Also hieß es, nochmals die Kräfte zu bündeln und ab nach Dortmund, wo das nette umd hilfssbereite Blue Notez-Team noch schnell die Akkreditierung klar machte.

Fotograf Peter war ja vor Ort und so kam es dann auch zu unserer ersten gemeinsamen Zusammenarbeit. Der klotze im Stile eines früheren Dortmunder Mittelstürmers natürlich richtig rein, und knipste unter vollstem Körpereinsatz, aus und in allen erdenklichen Lagen. Vorbildlicher Einsatz! Herzlichen Dank!

Der Vierer aus Nashville mit dem bulligen Fronter Christopher Earl Hudson (ein echter raubeiniger Redneck-Typ, aber unheimlich nett, typische Genre-Stimme), Ethan Schaffner, Ben Hunt und Dan Telander, stiegen nach dem Motto, das sie vermutlich auf ihre eigene Fahne geschrieben haben, ‚Paid To Party‘, in das in zwei Sets angelegte Konzert ein. Im Mittelpunkt stand natürlich das aktuelle Modern Earl-Live-Werk, das im Rahmen des anstehenden Weihnachtsfestes als Geschenk u. a. auch gesanglich angepriesen wurde („… I’ll wish you a happy Christmas, if you buy our CD…“, eingebunden in eine starke ruppige Cover-Version von „T For Texas“).

Thema Cover-Stücke: Die Band hatte neben besagtem „T For Texas“ (Schaffner slidet mit Bierpulle) einige Nummern im Programm, die man eigentlich schon zu Genüge vorgeduddelt bekommen hat („I Know You Rider“, „Angel From Montgomery“ und „Sweet Home Alabama“), präsentierte die aber in solch fulminanten und teilweise ungewöhnlichen Versionen, dass man durchaus mehr als angetan war. Gerade das inflationäre  Skynyrdsche „SHA“ wurde in einer derart punkigen Speedversion abgerockt, dass einem wirklich die Spucke weg blieb. Da können sich die Original-Wiederkäuer mal eine Scheibe von abschneiden.

Mich persönlich interessierten natürlich die eigenständig kreierten Stücke des Quartetts am meisten. Auch die wussten allesamt zu überzeugen. „Whiskey On The Table“ (klassischer Southern Country Rock) , „Catfish & Titties“ (fetter Stampfer, Slide-Solo), mein Highlight des Abends „Blame The Bottle“ (wunderbar fluffiger melodischer (New) Country Rock, mit kurzem „Can’t You See“-Intermezzo) oder das wuchtige „Devil’s Playhouse“ (ein swampiger Southern Blues Rocker) hießen die Kostproben des ersten Sets, klasse hier zudem der alte, seiner Zeit durch die Osborne Brothers bekannte Blue Grass-Heuler „Rocky Top“, bei dem der starke Gitarrist Ethan Schaffner (eine Art Keith Urban-Typ, bis dato zunächst eine Telecaster bedienend) auch seine variable Spielfreudigkeit am Banjo (dazu auch mit Einsätzen an der Lap Steel) offerierte.

„Hot Dam“ (sehr schön shaky) , das bereits angeführte „Hillbilly Band“ (Schaffner mittlerweile mit einer Flying V-Gitarre zu Gange, starkes E-Solo), „Road Trippin'“ (lässig groovend), „Whiskey Sister“ (hymnisch, Twin-Part, Highlight!), „Backwoods Betty“ (flockiges Uptempo), „That Girl Can Drink“ (aus der Feder von Ethan, swampiger SR)  und „Bloody Mary Morning“ (grassiger Countryfeger mit Banjoführung, energiegeladenes Drum Solo am Ende von Dan Telander) bewiesen, dass die Jungs aus Tennessee, immenses Kreativ-Potential in sich stecken haben. Zu erwähnen sind sicher auch die gut sitzenden Harmoniegesänge der drei Musiker in vorderster Front, teilweise auch im Accapella-Stil.

Das brandneue „Gone To The Country“ wurde als erste Zugabe performt, bevor dann das furiose „Sweet Home Alabama“ mit eingestreutem „Walk On The Wild Side“-Zwischenpart einen höchst unterhaltsamen Gig beendete.

Fazit: Gut, dass man verlässliche Freunde in sozialen Netzwerken hat und auch schön, dass man sich auf seine Intuitionen noch verlassen kann, sowie keine spontanen Aktionen scheut. Ansonsten wäre diese starke und sympathische Band vermutlich an mir vorbeigerauscht. Modern Earl stehen ab jetzt in jedem Fall immer auf der To-Do-Liste, sollte irgendetwas im Rahmen dieses Magazins anstehen. Eine tolle energiegeladene und mitreißende Southern-Truppe!

Line-up:
Christopher Earl Hudson (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Ethan Schaffner (electric guitar, banjo, lap steel, vocals)
Ben Hunt (bass, vocals)
Dan Telander (drums)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

Modern Earl
Modern Earl bei Facebook
Blue Notez Dortmund

Ten Years After – 03.11.2016, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

_dsc0750-kopie

Bericht und Bilder: Jörg Schneider

Endlich! Die Helden meiner Jugend treten fast 50 Jahre nach ihrer Gründung mal wieder in meiner alten Heimatstadt Dortmund auf. Diesmal im Musiktheater Piano, einer Location, die immer ein Garant für gute live Acts ist! Zuletzt hatte ich Alvin Lee mit seiner Truppe irgendwann Anfang der 80’er Jahre in der Dortmunder Westfalenhalle gesehen. Da mir das Konzert noch in bester Erinnerung war, hab ich mir natürlich sofort voller Neugier auf die neu formierte Band, eine der letzten Karten für den Gig am 3.11. im Piano besorgt. Die Fahrerei nach Dortmund war natürlich wieder eine Katastrophe, dennoch war ich eine Stunde vor Konzertbeginn da und konnte mir noch einen guten Platz direkt vor der Bühne sichern, dem Konzertgenuss und -shooting stand also nichts mehr im Wege.

Das aktuelle Line-up der Band besteht aus den beiden Gründungsmitgliedern Ric Lee (Schlagzeug), der nicht, wie vielfach fälschlicherweise angenommen, ein Bruder des 2013 viel zu früh verstorbenen Alvin Lee ist, und Chick Churchill (Keyboard). Den Bass bedient seit 2014 Colin Hodgkinson und Alvin Lee ersetzt nun Markus Bonfanti (Gitarre, Gesang und Harp). Auch bei den beiden Letztgenannten handelt es sich um musikalische Schwergewichte: Colin „Bomber“ Hodgkinson hat schon für Alexis Korner, Emerson, Lake & Palmer, Whitesnake, Chris Farlowe, Konstantin Wecker und sogar für Peter Maffay in die Saiten gegriffen. Auch Markus Bonfanti, zu dessen Vorbildern u. a. Jimmy Page zählt, kann auf eine lange Referenzliste mit z. B. Robert Cray, Jack Bruce, Beth Hart, John Mayall, Ginger Baker un, Eric Burdon verweisen. Genug Gründe also, das Konzert der Bluesrock-Urgesteine mit Spannung zu erwarten.

Pünktlich um 20 Uhr betraten die alten Herren dann unter lautem Beifall des Publikums, zu dem erstaunlicherweise auch zahlreiche junge Fans gehörten, die Bühne des wohl ausverkauften Musiktheater Piano und legten sofort mit dem seltener gespielten Klassiker „Sugar The Road“ von ihrem 1970’er Album „Cricklewood Green“ los. Was dann in den nächsten 90 Minuten folgte, war ein Feuerwerk vieler bekannter TYA-Hits aus den Jahren 1969 bis 1973, darunter u. a. auch die Songs „One Of These Days“, „Hear Me Calling“, „50000 Miles Beneath My Brain“, „Love Like A Man“, „I Say Yeah“ und „Good Morning Litte School Girl“. Ohne nennenswerte Pause und ohne Ermüdungserscheinungen rockten die alten Recken die insgesamt 15 Stücke ihrer Setliste mit beachtlicher Spielfreude.

Allen voran natürlich der im Vergleich zu den übrigen Bandmitgliedern noch vergleichsweise jugendliche neue Frontmann Markus Bonfanti. In der Mitte des Sets gab es dann den Titel „Colin’s Thing“, ein neuer Track offenbar extra von Colin Hodgkinson geschrieben. Mit einem minutenlangen Bass-Solo, an dessen Ende es tosenden Applaus gab, spielte er sich in die Herzen der Zuhörer. Auch Ric Lee kam zu seinem Recht und performte in „The Hobbit“ ein schier endlos scheinendes Schlagzeugsolo. Ric Lee hat’s trotz seiner 71 Jahre immer noch drauf und gehört noch lange nicht zum alten Eisen! Das Abschlussstück bildete dann, wie kann es anders sein, das legendäre „I’m Going Home“.

Das Publikum war aus dem Häuschen und feierte frenetisch mit, was Frontmann Markus Bonfanti zu sagen veranlasste, dass sie am liebsten nur noch in Dortmund spielen würden. Klar, dass die Band natürlich nicht ohne lautstarke „Zugabe-Rufe“ von der Bühne gehen konnte. So dauerte es dann auch nicht lang und die vier standen für zwei weitere Stücke auf der Bühne. Als Bonus gab es dann noch „I Woke Up This Morning“ und das rockige „Choo Choo Mama“.

Insgesamt klangen die neuen alten TYA natürlich nicht mehr ganz so wie vor 45 Jahren, aber immer noch TYA-typisch, was sicherlich auch dem exzellenten Bassspiel von Colin Hodgkinson und der Fingerfertigkeit von Markus Bonfanti an der Gitarre geschuldet ist. Den größten Unterschied macht aber eindeutig die Stimme des neuen Frontmanns Bonfanti. Seine Stimme ist rauer und live von der Tonlage eher eine Bassstimme, als eine Tenorstimme, wie sie Alvin Lee hatte.

Auch fehlten die teilweise Jazz-angehauchten und spacigen Einflüsse, die es früher bei TYA gab. Die Stücke klingen heute alle etwas rotziger und frecher, was durchaus nicht schlecht ist, aber eben ein wenig anders. Eingefleischten TYA-Fans fällt das natürlich sofort auf. Nichtsdestotrotz war es ein geiles Konzert mit junggebliebenen Bluesrock-Veteranen. So endete der Gig nach zwei vergnüglichen Stunden und entließ ein durchweg begeistertes Publikum in die Dortmunder Nacht. Herz, was willst Du mehr!

Line-up:
Markus Bonfanti (lead vocals, guitar, harp)
Chick Churchill (keys)
Colin Hodgkinson (bass)
Ric Lee (drums)

Ten Years After
Ten Years After bei Facebook
Musiktheater Piano
Jörg Schneider Webseite

Jimmy Cornett And The Deadmen – 28.10.2016, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

cornett_dortmund

Peter Schepers ließ es wieder kräftig auf dem Auslöser seiner Kamera schep(p)ern.  „Das über drei Stunden währende Cornett-Konzert im Blue Notez war klasse und gut besucht.  Meine Highlights waren „Road To Heaven“, „Boogie Chillun“ und „Hoochie Coochie Man“. Der absolute Knaller war aber eine zehn-minütige Version von „The Highway Is My Home“. Jimmy im Wechselgesang mit dem Publikum, welches gar nicht genug bekam. Ein tolles Konzert. Im Gegensatz zum Vorjahr haben die Deadmen jetzt eine Drummerin“, so der ‚Westfalen-Shooter‘ in seinem Kurz-Fazit.

Bilder: Peter Schepers

Jimmy Cornett And The Deadmen
Jimmy Cornett And The Deadmen bei Facebook
Blue Notez Dortmund

Devon Allman – Ride Or Die – CD-Review

allman_ride_die_300

Hatten wir vor einigen Tagen noch das Vergnügen, Devon Allman und seine Band im schönen Musiktheater in Dortmund live erleben zu können, ist jetzt auch noch seine gerade erschienene CD „Ride Or Die“ bei uns eingetrudelt.

Merkwürdigerweise hat er diese bei seinem Gig fast ganz Außen vor gelassen und lediglich den starken Opener „Say Your Prayers“ (ist auch im Studio eine satt rockende Nummer  mit herrlichen E-Gitarren geworden) als Zugabe gebracht. Ob es daran lag, dass lediglich Bass-Spieler Steve Duerst vom seinem Begleit-Line-up für einige Tracks hier involviert war, bleibt Spekulation. Aber eigentlich war der Name der Tour ja auch noch dem Vorgänger-Album gewidmet.

Wie dem auch sei, der dritte Longplayer in Zusammenarbeit mit Ruf Records, weiß von vorne bis hinten zu überzeugen, Papa Gregg darf zurecht stolz auf seinen Sohnemann sein. Bester Beweis ist der verdiente Spitzenplatz in den Billboard Blues Charts.

Produziert hat Devon selbst, assistiert, sowie Drums/Percussion gespielt, hat der, uns ebenfalls bestens bekannte, Tom Hambridge. Das Werk gefällt vor allem durch die recht unterschiedliche Gestaltung der einzelnen Tracks, die sich aber im Gesamtkontext durchgehend am Leitfaden von Southern-umwehter Blues Rockmusik orientieren. Die wunderbar eingängigen Melodien und Refrains tragen zur Eröffnung eines größeren Publikums bei, woraus sich auch o. a. Erfolg erklären lässt.

Zu den rockigeren Nummern zählen hier, zusammen mit dem bereits erwähnten Opener, das überragende „Galaxies“ (im Song kommt auch der Headder des Albums vor: „…when galaxies collide will you ride or die…“), das von Hambridge geschriebene „Shattered Times“, wobei Devons Les Paul-Unikat natürlich vehemente Spuren hinterlässt.

Die restlichen Stücke bewegen sich, fast immer, samt atmosphärischem Ambiente, im balladesken bis melodischen Midtempobereich. Lieder wie „Find Ourselves“ und „Vancouver“ wurden mit Saxofon-Einlagen (gespielt von Ron Holloway) aufgepeppt. Überragend auch Keyboarder Kevin McKendree, der mit hallenden/gurgelnden Orgel-Klängen, sowie Piano- und gluckernden E-Piano-Klimpereien seine brillanten Tastenqualitäten Preis gibt und oft starke Akzente setzt.

Zu den herausstechenden Liedern zählen das (im Stile wie einst Peter Frampton) mit quäkenden Talkbox-Soli durchzogene „Lost“ und am Ende das 8oer/90er -umwehte „A Night Like This“, das fast schon in Sphären bei David Bowie, Bryan Ferry (Roxy Music) oder dezent auch The Cure angesiedelt werden kann. Ein netter Indiz für Allmans Mut und Variabilität, mal andere Dinge auszuprobieren (wir hätten aber eigentlich lieber, wenn der Schuster auch in Zukunft bei seinen Leisten bliebe…).

Erwähnenswert am Ende ist vielleicht auch noch das tolle Coverbild mit dem, in ein digitales, orientalisch-farbenprächtiges Blumen-Arrangement, integrierten Totenschädel, designed durch Pete Paras (unter Mithilfe von J. Webber).

Devon Allmans neues Werk „Ride Or Die“ bestätigt den starken Eindruck, den wir bereits live von ihm bekommen haben. Ein heißer Kandidat sowohl für unser Album-, als auch Konzert des Jahres. Die Zusammenarbeit Allman/Ruf ist an einem ersten Zenit angelangt!

Ruf Records (2016)
Stil: Southern Blues Rock

01. Say Your Prayers
02. Find Ourselves
03. Galaxies
04. Lost
05. Shattered Times
06. Watch What You Say
07. Vancouver
08. Pleasure & Pain
09. Hold Me
10. Live From The Heart
11. Butterfly Girl
12. A Night Like This

Devon Allman
Devon Allman bei Facebook
Ruf Records

Devon Allman – 20.09.2016, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

100a4624-bearbeitet

Trotz ungünstiger Voraussetzungen (Arbeitswochentag, zeitgleiches Fußball-Bundesliga-Spiel des Dortmunders heiliger BVB AG bei VW Wolfsburg…), hatten an diesem Abend immerhin weit über 100 Zuschauer den Weg ins schöne Dortmunder Musiktheater Piano gefunden, um den Allman-Sprössling Devon (mittlerweile natürlich längst ein gestandener Mann) erstmals mit eigener Band zu begutachten.

Ihm kam vermutlich, neben seinen bisherigen guten Leistungen als Solo-Künstler, auch noch zu Gute, dass er bereits schon zuvor, seine Visitenkarte als Part der Allstar-Band Royal Southern Brotherhood in der beliebten Szene-Location, hinterlassen hatte.

Devon und seine Mitspieler Anthony Nanney, Steve Duerst sowie der technisch brillierende Zweitgitarrist Bobby Schneck jr. bewiesen nach pünktlichem Beginn um 20:00 Uhr mit dem fulminanten „Half The Truth“ sofort mal, wie herrlich live dargebotener Southern Rock rüber kommt, wenn so richtig kräftig in die Saiten einer Gibson Les Paul gegriffen wird (diese übrigens mit persönlicher geschriebener Widmung des Gitarrenbauers verziert). Für mich direkt einer der Höhepunkte des Gesamtsets.

Mit dem folgenden „Can’t Lose ‚Em All“ wurden erste musikalische Allman-Ur-Gene in nächster Generation weitergeleitet. Auch das später gespielte „Back To You“ (starke Gesangsleistung von Devon) ließ keinen Zweifel an seiner familiären Herkunft. „Mahalo“ entpuppte sich als eines von zwei megastark gespielten längeren Instrumentalstücken (dazu kam noch gegen Ende der grandiose Slow Blues „Midnight Lake Michigan“), bei denen alle Akteure ihr tadelloses Handwerk ausgiebig präsentieren konnten.

In Sachen Coverstücke wurde Claptons „Forever Man“ (vom „Behind The Sun“-Album) in ein schönes knackiges Southern Rock-Gewand gekleidet, Bob Marleys „No Woman, No Cry“ zur Interaktion mit dem gesangsfreudigen, wie immer angenehmen Piano-Publikum genutzt, das durch die legendäre Band von Daddy Gregg bekannt gewordene „One Way Out“ als Rausschmeißer erkoren.

Mit dem atmosphärischen „Left My Heart In Memphis“ wurde seine Royal Southern Brotherhood-Zeit gestriffen, das shufflig funkige „Could Get Dangerous“ lichtete die Honeytribe-Ära ab. „Say Your Prayers“ als erste Zugabe, war dann der einzige Track aus seinem gerade frisch auf den Markt gekommenen, neuen Longplayer „Ride Or Die“, der dann am Merchandising Stand rege Abnahme fand.

Fazit: Ein klasse Abend, der auch von den vielen kleineren Randnotizen lebte. Da war zum einen der sehr angenehme Band-Leader Devon Allman, der zwar klar demonstrierte, wer der Chef in seiner Truppe ist, den anderen Mitmusikern, aber immer auch wieder Gelegenheit gab, sich in den Vordergrund zu spielen.
Da war sein stetiges Bemühen, das Publikum immer wieder gesangstechnisch oder durch Klatschrhythmen einzubinden, sein ausgiebiger Spaziergang durch die Zuschauer bei „Midnight Lake Michigan“, seine sehr schön ausgewogene Bühnenpräsenz zum Wohle der recht vielen anwesenden Fotografen und die nette Geste, eine sehr junge begeisterte Zuschauerin (Kompliment von Sounds Of South übrigens an die Eltern für die gute musikalische Erziehung!) während eines Stückes an den Bühnenrand zu zitieren, um ihr ein Plektron zu schenken.

Am Ende gab er mit stoischer Ruhe noch Autogramme, bis dann auch der letzte Fan versorgt gewesen war. Insgesamt ein absolut runder Abend mit starkem Southern Rock Allmanscher Jung-Prägung, der wie im Nu verflog. Vielen Dank wie immer auch an Jenny von 3Dog Entertainment für die gewohnt unkomplizierte Akkreditierung.

Line-up:
Devon Allman (lead vocals, lead guitar)
Bobby Schneck jr. (guitars, vocals)
Steve Duerst (bass, vocals)
Anthony Nanney (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Devon Allman
Devon Allman bei Facebook
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Dirt River Radio, 02.09.2016, Blue Notez Club, Dortmund – Konzertbilder

DSC_2207

Die Sounds Of South-Filiale Westfalen, alias Peter Schepers, war bei den Pub Country Rockern Dirt River Radio erneut vor Ort und liefert schöne Bilder des Gigs im Dortmunder Blue Notez Club, der übrigens gerade sein fünf-jähriges Bestehen gefeiert hat. Sounds Of South gratuliert hiermit nochmal herzlichst.

Bilder: Peter Schepers

Dirt River Radio
Dirt River Radio bei Facebook
Teenage Head Music
Blue Notez Club, Dortmund

Tito & Tarantula, 30.08.2016, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

_DSC0005

Bericht und Bilder: Jörg Schneider

Fast pünktlich betraten die Chicano-Desert-Kult-Rocker aus Austin, Texas im Rahmen ihrer „Bloodsucker Suckers Summer Tour 2016“ die Bühne des mit über 400 Zuschauern völlig ausverkauften Dortmunder Musiktheater Piano. Der aus Mexiko stammende Tito Larriva (Gitarre, Gesang) hatte sogar die anderen beiden Gründungsmitglieder der 1992 ursprünglich als Spaßband gegründeten Formation „Tito and Tarantula“ mitgebracht. So waren also auch Peter Atanasoff an der Gitarre und Johnny „Vatos“ Hernandez am Schlagzeug mit dabei. Weitere Rhythmusunterstützung gab’s von Titos Tochter Lolita Carroll Lynne am Bass und Allysa Grace an den Trommeln. Marcus Paerd bearbeitete das Keyboard und spielte zusätzlich auch Gitarre.

Spätestens seit dem 1996 erschienenen Filmklassiker „From Dusk ‚Til Dawn“, dem u. a. bekanntlich Tito and Tarantulas größter Hit „After Dark“ entstammt, besitzt die Band Kultcharakter. Ihre vom Punk beeinflussten Tex-Mex-Desert-Rock Live-Acts gelten seit je her als laut, schweißtreibend und energiegeladen.
Und so war es dann auch im Laufe dieses Abends. Zwar startete das Konzert nach unspektakulärer Ankündigung der Band aus dem Off mit den beiden etwas ruhigeren Stücken „Everybody Needs“ vom 3. Album „Little Bitch“, gefolgt von „Bleeding Roses“ vom 2. Werk mit einem sehr schönen Geigenintro von Allysa Grace. Überhaupt erwies sich Allsya im Laufe des Konzertes als wahrhafte Multi-Instrumentalistin. Sie bediente nicht nur die Trommeln, sondern griff neben der Geige auch zu Blockflöte und verschiedenen Saiteninstrumenten.

Die im Folgenden gespielten Songs, (ausnahmslos alle aus den bisherigen Alben der Band), immer begleitet von den beiden tiefenentspannten Peter Atanasoff und Carrol Lynne und dem durchgehend Kaugummi kauenden Tito mit leicht krächzender, heiserer Stimme, wechselten sich diverse Male im Tempo ab. Über das härtere „Clumsy Beautiful World“ und das leicht mystische „Sweet Dream“ steuerte das Konzert dann nach dem melodischen „Mexico“ dem eigentlichen Höhepunkt des Abends zu: die über 10-minütige psychodelisch angehauchte Performance von „After Dark“, zu der Tito dann zahlreiche Mädels und Jungs aus dem Publikum auf die Bühne bat, um gemeinsam mit Ihnen das Stück tanzend und singend abzufeiern.

Selbst seine Gitarre überließ Tito für ein paar Minuten einem jungen Kerl aus dem Publikum. Spaßig wurde es dann, als einer der Zuschauer auf der Bühne das Mikrophon ergriff und sehr zum Gefallen von Tito anfing, zum Rhythmus von „After Dark“ zu rappen. Spätestens jetzt gab’s kein Halten mehr für’s Publikum und es wurde frenetisch applaudiert. Nach dem kraftvollen „Angry Cockroaches“ und „Strange Piece of Love“, beide vom „Tarantism“-Album neigte sich das Konzert nach 1 ½ Stunden dem Ende entgegen. Zum Abschluss gab’s dann noch ein gemeinsam mit dem Publikum intoniertes „Happy Birthday“ zu Ehren ihres Tourguides, der an diesem Tag Geburtstag hatte.

Natürlich wollte das Publikum Tito und seine Truppe nicht ohne Zugabe ziehen lassen und so kam es, dass „Tito and Tarantula“ sich nicht lange bitten ließen und nach einer kurzen Pause wieder auf der Bühne versammelt waren. Gut gelaunt und voller Spielfreude und Energie lieferten sie noch das fetzige „La Bamba“ und ein weiteres Stück als Zugabe ab.

Als das Konzert dann nach 1 3/4 Stunden zu Ende ging, konnten die Fans völlig zufrieden und durchgeschwitzt nach Hause gehen. Es war ein großartiger Abend und jedem, der „Tito and Tarantula“ hier verpasst hat oder die Truppe überhaupt einmal sehen und hören möchte, sei einer der noch stattfindenden Konzerttermine wärmstens empfohlen. Bis zum 26.09.2016 ist die Truppe noch mit ihrer „Bloodsucker Suckers Summer Tour“ u. a. hier bei uns in Deutschland unterwegs. Ein Konzertbesuch lohnt alle Male, nicht nur für After-Dark-Aficionados.

Tito & Tarantula
Tito & Tarantula bei Facebook
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment
Goldrush Productions
Jörg Schneider Webseite

Mark Gillespie & Band – 08.04.2016, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Während 99,99% der Dortmunder vermutlich – angesichts der ergreifenden Tuchel-Klopp-Rührstücks vom Vorabend – noch damit beschäftigt waren, sich des nicht enden wollenden Tränenmeers ihrer zutiefst geröteten Augen zu entledigen, fanden ein paar Unentwegte, samt einiger Auswärtiger wie mir, den Weg in das schöne Jugendstil-verzierte Musiktheater Piano, um sich Kommerz-, Doping- und Wettbetrugs-freier Kultur hinzugeben.

Der Vollblut-Entertainer mit der eigenwilligen Straßenmusiker-Vita, Mark Gillespie, hatte sich angesagt. Ein Garant für lebensnahe, humorvolle und stilsichere Unterhaltung! Das Piano, war für einen Freitag Abend enttäuschender Weise somit nur halb belegt, durch die fast optimale Verteilung des untereinander auf Tuchfühlung bedachten Publikums, wirkte der Saal aber irgendwie trotzdem ganz gut gefüllt.

Ich selbst bin nicht der große Gillespie-Experte und habe ihn an diesem Freitag zum ersten Mal live erlebt. Ich kannte im Vorfeld einzig und allein nur seine starke Live-DVD, wo ich sofort von seiner Stimme, seinem Charisma und den versierten Mitmusikern fasziniert war. Auch die lässig und relaxt groovende melodische Mucke mit ihrem dezenten Southern Soul-Flair war mir auf den Leib geschnitten.

Der ‚Boy from Manchester‘ wie sich Mark am Ende des Gigs selbst bezeichnete, präsentierte auf seiner aktuellen ‚Circle Of Life‘-Tour ausschließlich Stücke aus seinem eigenen Fundus. Er selbst bewies naturgemäß mit Gesang, Gitarre, Percussion via Tambourine und mitgebrachtem ‚Spielzeug‘ (O-Ton Gillespie), einem Roland Handsonic Percussion Pad, seine variablen Fertigkeiten.

Als Unterstützung hatte er die Rhythmusfraktion, bestehend aus Drummer Klaus Tropp und Frank Höfliger am Bass, den Keyboarder Olaf Roth sowie den mit E-Gitarre und Trompete beeindruckenden Burghard Mayer, an seiner Seite stehen. Wie im Vorfeld bereits vermutet, fehlte leider der von mir, bei solcher Art von Musik so geliebte weibliche Background-Gesang, was der aber insgesamt guten Vorstellung nicht abträglich war.

Das Quintett eröffnete mit dem atmosphärisch groovenden „Take To The Skies“ und dem Trompeten-bestückten „Chasing The Moon“. Im folgenden Verlauf offerierten Gillespie & Co. eine bunte Mischung an Tracks wie „April Sun“, „I Believe“, „The Road“, dem jazzigen „I Miss My Mommy“ (inkl. Soli aller Beteiligten),“Whatever That Means“ (mit leichtem Bon Jovi „Dead Or Alive“-Touch) und Sachen wie „So Beautiful“ (schönes Piano-Solo), „Easy“, dem rockigen „Don’t Know What To Do“ (mit quirilgem E-Solo von Mayer) bis hin zum, den Hauptset abschließenden, wieder ein wenig jazzig servierten Paradestück „Supersonic Sunday“.

Zwischenzeitlich fand Gillespie immer wieder Gelegenheit, über Dinge wie u. a. die richtige Aussprache seines Namens, die Mühen und Nöte im digitalen Zeitalter, die Entwicklung seiner beiden Töchter von Engeln zu Teenager-Teufelinnen, zu witzeln. Schön war auch zu erfahren, wozu er so allem fähig wäre, wenn man ihm seine Arbeitsgrundlage entziehen würde.

Im üppigen Zugabenteil ließen die Protagonisten, auf Publikumswunsch hin, zwischen dem melodisch groovenden „Give It Time“, dem passend in rot-grün-gelb beleuchteten launigen Reggae-Schunkler „Don’t Mess Around“, wo Mark auf seinem ‚Spielzeug‘ solierte, und dem von ihm allein zelebrierten melancholischen „The Light At The End“, nochmals das Stimmungsbarometer in verschiedene Richtungen pendeln. Beim finalen letztgenannten Stück stellte Mark witziger Weise, seine Bandkollegen ausgiebig vor, ohne dass sie auf der Bühne anwesend waren.

Nach knapp 2 ¼ Stunden intensiver und authentischer Musik (erinnerte mich insgesamt so ein bisschen an Chris Rea) verabschiedete sich der britische Allroundmusiker, um mit seinen Mannen in der Nacht noch pünktlich das Hotel in Osnabrück zu erreichen, wo am folgenden Abend schon der nächste Auftritt ansteht. Für mich persönlich, der ja eigentlich anderen Musik-Präferenzen unterliegt (es hätte gern etwas Southern-angehauchter sein dürfen), war es eine schöne angenehme Unterhaltung zum Abschluss einer langen Arbeitswoche.

Achja, und ich habe übrigens für den Gillespie-Gig doch glatt einen so herausragenden Klassiker wie RW Ahlen gegen den einzig wahren Fußball-Verein dieser Welt, Rot-Weiss Essen, sausen lassen…

Mark Gillespie
Mark Gillespie bei Facebook
Musiktheater Piano