Thunder – 23.01.2018, Kantine, Köln – Konzertbericht

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Ich kenne eigentlich niemanden in meinem Southern Rock-Bekanntschaftskreis, der nicht auch irgendwie Sympathien für die britische Hard Rock-Band Thunder empfindet. Gutes, melodisches, niveauvolles und auch viel launiges, biersüffiges Songmaterial, charismatischer Leadgesang samt starker Band-Persönlichkeiten, hervorragende Gitarrenarbeit, sind allesamt, auch in ‚unseren‘ Kreisen, gern registrierte Attribute.

So bin ich seit Anfangstagen in Besitz aller ihrer eigentlich ausnahmslos gelungenen Studioalben und auch einiger Live-Tonträger. In unseren Landen war die Band um Luke Morley und Danny Bowes nie die ganz große Nummer, sondern eher immer ein gern gebuchter und angesehener Anheizer für Festivals und die ganz großen Acts der Hard Rock und Heavy Metal-Szene. Es reichte als Headliner meist, wenn überhaupt, leider höchstens für Hallen der mittleren Kategorie.

Seitenprojekte, nach sporadischen Trennungen und Reunion der Band, ihrer beiden Leader (Bowes & Morley) und auch von Chris Childs und Harry James (wieder mit herrlich kauziger Erscheinung) bei Shadowman, waren stets von gewohnt ordentlicher Qualität, fanden aber kommerziell gesehen, lediglich überschaubare Beachtung.

Live habe ich die Briten bisher zweimal erlebt, einmal 1995 in der proppevollen Bochumer Zeche (mit Lee Aaron als Support) am vermeintlichen Zenit ihrer Karriere und viele Jahre später auch nochmals an gleicher Stelle, was aber auch schon weit über zehn Jahre her ist. Schön, dass sich jetzt wieder im Rahmen ihrer aktuellen „Rip It Up“-Tour, in der Kölner Kantine, erneut die Gelegenheit, diesmal sogar im Rahmen eines Konzertberichts ergab. Nur enttäuschende, knapp etwas über 300 Zuschauer, hatten letztendlich an einem Dienstag in der Woche die gleiche Intention wie wir.

Zunächst hatte die Dortmunder Band Markk 13 mit Eigenkompositionen im Dunstkreis klassischen 90er Hard Rocks a la Bonfire und Konsorten wie u. a. „Dead Widow“, Girls Gone Wild“ und „Bad Side Of The City“ für eine halbe Stunde den Support-Act gegeben, wobei Gitarrist Roman Rakete mit einigen quirligen E-Soli punkten konnte. Eine ganz passable Vorstellung.

Nach 30 Minuten Umbaupause betraten um 21:00 Uhr Bowes, Morley, James, Childs und Ben Matthews die Bühne, um mit „Wonder Days“, dem Titelstück ihres vorletzten Albums, sofort den Stimmungspegel auf ein beträchtliches Maß anzuheben (und auch bis zuletzt zu halten). Über „The Enemy Inside“, „Serpentine“ ging es zu „Ressurection Day“, das die überstandene Krebserkrankung mit den damit verbundenen Unannehmlichkeiten von Ben Matthews reflektiert.

Mit „Right From The Start“ folgte das erste Stück des neuen Werkes „Rip It Up“ und zugleich die erste der berühmten Thunder-Semi-(Akustik) Balladen, bei der Danny mit emotionalem Gesang und Luke mit seinen filigranen Soli (hier an der Stratocaster) glänzten. Die beiden Thunder-Klassiker „Backstreet Symphony“ und „Higher Ground“ führten zum ersten Siedepunkt des Gigs.

Überhaupt trug der nicht zu bremsende, stetige Unruheherd, Danny Bowes, wie immer, seinen erheblichen Teil dazu bei, dass der beträchtliche Unterhaltungswert garantiert war. Er sang in seiner unnachahmlichen Art, kreischte, wirbelte über die Bühne, hüpfte und animierte die Zuhörerschaft immer wieder zur Interaktion. Das war durchgehend 120% pure Energie, obwohl der Mann mittlerweile ja auch schon stramm auf die Sechzig zugeht.

Das starke atmosphärische „In Another Life“ (hymnisch anmutendes Solo von Morley am Ende), das stoneske „The Thing I Want“ und die Killerballade „Don’t Wait For Me“ (Highlight!) waren die Vorboten für ein furioses Finish-Trio mit Tracks wie „She Likes The Cocaine“, dem 90er-Hit „Love Walked In“ und dem zünftigen „I Love You More Than Rock’n’Roll“ zum Ende des Hauptteils.

Die stürmischen Zugabeforderungen des begeistert und frenetisch mitgehenden Publikums wurden mit dem launigen Who-Evergreen „Substitute“ (sprichwörtlich als Ersatz für das eigentlich geplante „River Of Pain“) und „Dirty Love“ (Bowes zelebrierender Auftritt beim Intro war schon allein das Eintrittsgeld wert) bestens gewürdigt, bei dem das Quintett der diesmal, auch mit vielen jüngeren Menschen durchsetzten Audienz, wie so oft bewies, dass Männer unseres Alters immer noch höllisch intensiv abrocken können. Unterhaltung pur, ein absolut starker und kurzweiliger Abend mit Thunder in der Kölner Kantine – natürlich auch für Southern Rock-Freaks wie uns!

Danke an Marcus Neu (Kantine) für die Akkreditierung!

Line-up:
Danny Bowes (Lead vocals)
Luke Morley (Electric and acoustic guitars, vocals)
Ben Matthews (Keyboards, electric guitar, vocals)
Chris Childs (Bass, vocals)
Harry James (Drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Thunder
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Kantine Köln

Blues Caravan – 21.01.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Was für ein grandioser Abend im Musiktheater Piano in Dortmund! Labelinhaber Thomas Ruf, hat diesmal im Rahmen eines 22 Konzerte umfassenden Blues Caravans durch Deutschland mit Bernard Allison und Mike Zito, zwei echte Blues-Rock-Schwergewichte auf die Reise geschickt und ihnen mit der Kroatin Vanja Sky noch eine talentierte weibliche Newcomerin in Obhut gegeben, deren neue CD „Bad Penny“ es auch ein wenig bei uns zu promoten galt.

Dem nicht genug. Mit Star-Bassist Roger Inniss, den wir ja neulich schon bei Tasha Taylors Konzert bewundern durften, und dem furiosen Drummer aus der Bernard Allison Band, Mario Dawson, wurde das musikalische Treiben der drei Protagonisten in Sachen Rhythmus-Sektion, mit absoluter Weltklasse unterfüttert.

Auch Bernard Allisons neues Werk „Let It Go“ steht in den Startlöchern, zudem hatte Ruf Records ja noch anlässlich des 20. Todestages seines Vaters Luther im letzten Jahr ein fantastisches, limitiertes LP-Set auf den Markt gebracht, sodass der Geist dieser Blues-Musik-Ikone naturgemäß im Konzert  mitschwebte und auch mit Stücken gehuldigt wurde.

Aber von vorne. Pünktlich um 20:00 Uhr (vorbildlich!), betraten die Musiker samt Label-Chef die Bühne. Blickfang war zunächst natürlich der weibliche Part des Trios, der mit hochhackigen Stiefeletten, einer super-eng anliegenden Leggings und einem Flokati-ähnlichen weißen Überwurf, rein optisch, auch eher anderen Gewerben als dem Blues-Musikertum, hätte zugeordnet werden können. Aber was soll’s, scheiß was auf ‚Haute Couture‘, hier geht’s schließlich um Musik!

Nach Rufs Vorstellung stieg das Quintett mit Luther Allisons „Low Down And Dirty“, dem Stück, mit dem man das Ereignis auch als Trailer beworben hatte, in den Gig ein. Der abwechselnde Gesang der drei Hauptdarsteller und die surrenden E-Gitarren (Bernard mit klasse Slide), samt des damit verbundenen Southern Blues Rock-Flairs, waren natürlich direkt nach unserem Gusto. Stark!

Zu loben ist besonders die kurzweilige Gestaltung des Abends. Im Anschluss hatte jeder der drei Protagonisten Gelegenheit, sich in kleineren Segmenten, in eigener Sache zu präsentieren und zeitweise zu pausieren. Lediglich Inniss und und Dawson mussten richtig schuften, die spielten von Beginn bis Ende durch.

Los ging es mit Vanja Sky, die mit ein paar Stücken aus ihrem neuen Album „Bad Penny“ aufwartete. Ihre gute Stimme, ordentliches Gitarrenhandwerk und Songwriting, geben Hoffnung, in einem, von Damen mittlerweile auch stark frequentierten Genre, demnächst Fuß fassen zu können. Mike Zito kam zur Unterstützung zweimal mit auf die Bühne. Hängen blieb u. a. das Slide-trächtige „Crossroads Of Life“,  die Rory Gallagher-Cover-Nummer „Bad Penny“ und das Rhythm-bluesige, abschließende „Give Me Back My Soul“.

Als nächster war mit Mike Zito, einer meiner persönlichen Lieblings-Blues Rocker, an der Reihe. Mit seiner tollen Stimme, seiner Southern-umwehten Interpretation des Blues Rocks und all seinen ausnahmslos starken Alben, hat er sich schon lange in mein Herz gespielt. Jetzt hatte ich endlich auch mal die Gelegenheit, ihn live zu erleben (übrigens, wie sich nachher am Merchandising- Stand herausstellte, auch ein sehr sympathischer Typ).

„One More Train“, „Keep Coming Back“, das überragende „Gone To Texas“, „Wasted Time“ (mit Stevie Ray Vaughan-Flair) und „Make Blues Not War“, das Titelstück seines aktuellen Albums, und das Southern Rockige „Highway Mama“ hießen die Stationen seiner brillanten ‚Solo‘-Performance. Danach folgte eine viertelstündige Pause.

Der wie ein Rasta-lockiger Mafiosi in Erscheinung tretende Bernard Allison, legte als Spaßmacher im Bunde samt Inniss und Dawson, mit einem fingerfertigen Instrumental los und servierte mit dem Reggae-umgarnten „Love Was Meant To Be“ meinen Favoriten seines Sets nach. Auch seine Version von Hendrix „Voodoo Child“ in einer ‚Extended Version‘ war der Hammer.

Der mit satten vier Stücken gestaltete Zugabenbereich stand dann nochmals mit u. a. „Life Is A Bitch“, bei dem dann alle wieder zugegen waren, im Zeichen von Luther Allison. Am Ende konnten auch Roger Inniss und Mario Dawson mit zwei furiosen Solo-Einlagen auf ihren Arbeitsgeräten glänzen, wobei Letztgenannter auf seinem Schlagzeug (teilweise mit sich überkreuzenden Schlägen) regelrecht wütete.

Nach fast 3 Stunden (inkl. der Pause) ganz großer Blues Rock-Schule ging es anschließend noch am Merchandising-Stand weiter und es durfte sich über reißenden Tonträger-Absatz, den man sich auch redlich verdient hatte, gefreut werden. Sky, Zito und Allison standen am Ende auch noch anstandslos für unser obligatorisches Bild für die VIP-Galerie zur Verfügung.

Fazit: Ein herrlicher Abend mit spielfreudigen und gut gelaunten Akteuren, der keine (Blues Rock)-Wünsche offen ließ. Wer die reichhaltigen Gelegenheiten bei den noch kommenden Konzerten, verstreichen lassen sollte, verpasst wirklich einen musikalischen Genuss. Blues Caravan 2018 – Hingehen Pflicht!

Line-up:
Vanja Sky (lead vocals, electric guitar)
Bernard Allison (lead vocals, electric guitar)
Mike Zito (lead vocals, electric guitar)
Roger Inniss (bass, vocals)
Mario Dawson (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Mike Zito
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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Tommy Castro & The Painkillers – Support: Eamonn McCormack – 25.11.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

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Der Konzertabend im renommierten Dortmunder Musikclub „Blue Notez“ ist mit dem kalifornischen, mehrfach ausgezeichneten Ausnahmegitarristen Tommy Castro für viele ein langerwarteter Termin. 2010 gewann Castro u.a. den begehrten „B.B. King Entertainer Of The Year Award“ und konnte mit seinem 2009 erschienen Album „Hard Believer“ gleich vier Blues Awards abräumen. Das Konzert in Dortmund ist die letzte Station von sechs Tourterminen in Deutschland.

Tommy hat dafür seine hervorragende Begleitband The Painkillers mitgebracht und das neue Studioalbum „Stompin Ground“ im Gepäck. Auf die ausgeprägten Bläserparts, die ihn bei vielen Songs des Albums unterstützen, muss heute Abend leider verzichtet werden, dafür rückt der heavy bluesige Sound seiner Band in den Vordergrund und gewährt viele spielerische Freiheiten.

The Painkillers und ihr Bandleader beginnen um 21:02 Uhr mit dem soul-groovigen „Shak-a-lak“. „Nasty Habits“ lässt dem ausgezeichneten Mike Emerson am Keyboard Raum für ein langes Solo. Das folgende „Nonchalant“, der Opener des neuen Albums, brachte die Location zum Brodeln. Mit „Lose Lose“ folgt die einzige wirklich ruhigere Bluesnummer an diesem Abend. Tommy spielt ein ausgiebiges Solo und geht auf Tuchfühlung zum Publikum. „Make It Back To Memphis“ ist ein Abstecher in Swamp-Rockige Rhythmen á la John Fogerty und CCR; gefolgt vom harten „The Devil You Know“ und dem Boogie „Enough Is Enough“ zeigt sich eine abwechslungsreiche Spielart, die bisweilen an Stevie Ray Vaughan erinnert, mit rhythmisch-melodischen Blues Rock.

Das slidige „Ride“ geht direkt über in eine sehr schöne Bluesrock Version des Tom Petty Hits „Breakdown“. Der funkig-soulige Sound „Further Down The Road“ zeigt weitere Facetten von Tommys exzellenter Spielkunst. Seine vielseitige Stimme kommt auf dem groovigen „Right As Rain“ besonders gut zum Ausdruck. „My Old Neighborhood“ ist eine bluesige, Midtempo-Hymne an seine Heimatstadt San Jose. Der vorletzte Song „Serves Me Right To Suffer“, ein Cover von John Lee Hooker, fesselt mit seinem „La Grange“ artigen Gitarrensolo, dem starken Keyboardsound, und macht aus dem Original eine eingängige Boogie-Nummer, mit traditionellem Charakter.

Für die Zugabe „Them Changes“, ein Buddy Miles-Stück, holt sich Tommy den irischen Bluesrockgitarristen Eamonn McCormack, der als Support Act bereits überzeugen konnte, zur Unterstützung auf die Bühne. Die beiden gleiten in eine Jam Session, mit ausgiebigen Soloparts von Keyboarder Mike Emerson und auch Randy McDonald am Bass und Schlagzeuger Bowen Brown bekommen die Gelegenheit ihr Können zu beweisen. Man merkt Tommy und seiner Band durchgängig die Spielfreude an, die vom Publikum dankbar aufgenommen wird. Er sucht immer wieder den Kontakt für ein wohlverdientes „Bad in der Menge“. Um kurz vor 23:00 Uhr verabschiedet sich die Band unter jubelndem und langanhaltendem Applaus von der Bühne.

Fazit: Tommy Castro & The Painkillers bieten tolle Samstagabendunterhaltung, die noch lange in Erinnerung bleiben wird. Man kann nur hoffen, dass der 62-jährige seine Intensität aufrechterhält und seinem rockigen „You Can’t Keep A Good Man Down“ bald wieder Taten folgen lässt.

Setlist:
Shak-A-Lak
Bad Luck
Nasty Habits
Nonchalant
Lose Lose
Can’t Keep A Good Man Down
Make It Back To Memphis
The Devil You Know
Enough Is Enough
Ride
Breakdown
Further On Down The Road
Right As Rain
My Old Neighborhood
She Wanted To Give It To Me
Serves Me Right To Suffer
Encore:
Them Changes

The Painkillers are:
Tommy Castro: Lead vocals, guitars
Randy McDonald: Bass
Mike Emerson: Keyboard
Bowen Brown: Drums

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Stephan Skolarski

Tommy Castro & The Painkillers
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Eamonn McCormack
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Blue Notez Dortmund

Samantha Fish – 12.11.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Schöner Sonntag-Abend mit Samantha Fish und ihrem starken Begleit-Ensemble! Die nicht mal 30 Jahre alte Blues Rock-Musikerin hat sich in diesem Jahr mit gleich zwei, recht unterschiedlich gestalteten CD-Veröffentlichungen „Chills & Fever“ und der in den nächsten Tagen auf den Markt kommenden „Belle Of The West“ schon ein Fleißkärtchen verdient. Jetzt auch noch dazu Live-Auftritte – vorbildlich!

Apropos ‚Belle‘: Die Protagonistin gab allein mit ihrem Marilyn Monroe-artigen Frisur- und Schmink-Styling, den hochhackigen, blass-pink-farbigen Pumps (passend zur Lederjacke in gleichem Farbton überm weißen Bauchfrei-Minitop) und der wunderbar eng anliegenden Jeans, schon rein optisch, einen Blickfang. Man hatte den Eindruck, dass Kollegen Schneider, wie auch den anderen anwesenden Fotografen, der Klick auf den Auslöser demnach recht leicht von der Hand ging.

Sounds Of South, das Magazin, das sich aber eigentlich immer ausnahmslos auf die Musik konzentriert, wurde auch in dieser Hinsicht mit einer starken Vorstellung mehr als zufrieden gestellt. Sympatisches Auftreten, tolle abwechslungsreiche, teilweise richtig brodelnde, powernde Songs, spielerische Klasse aller Beteiligten, sorgten für eine Benotung recht weit oben auf der Skala der diesjährigen Konzerte.

Obwohl Samantha natürlich die tonangebende Person auf der Bühne war (mit vielen starken E-Gitarrensoli, aber auch einfühlsamen Akustikgitarrenspiel), machte auch das Team um sie herum (alle sehr schick in dunklen Anzügen), richtig Laune. Die Bläser Levron und Blotzky plusterten meist synchron, wie man es wohl nur im Raume Louisiana lernt, ließen ab und zu auch Einzel-Soli los, der schlaksige Drummer Kenny Tudrick polterte ungemein agil.

Bassist Chris Alexander ließ seien Tieftöner unaufgeregt pumpen und grooven und hatte beim wunderbaren „Go Home“ im Zugabenteil einen schönen Harmoniegesangspart. Wuschelkopf Phil Breen verrichtete unaufgeregt seine immer auf den Punkt gebrachten Piano- und Orgel Einsätze.

Die Band stieg pünktlich um 20:00 Uhr mit  „He Did It“ in den Set ein. Die erste Hälfte des Gigs stand dann ganz im Zeichen von „Chills & Fever“.  Der Titelsong,  „You Can’t Go“, „You’ll Never Change“, „Little Baby“, „Either Way I Lose“ und das jammig psychedelisch gebrachte „Somebody’s Always Trying“ (Pink Floyd-Touch, Samantha mit ausgedehntem E-Gitarrensolo auf den Knien) waren ausnahmslos Stücke aus diesem Werk.

Erst mit dem Griff zur Akustikgitarre und einer Solo-Performance bei „Need You More“ wurde die brandneue CD „Belle Of The West“ gestriffen, es blieb der aber einzige Song. Für den Charley Patton-Track „Jim Lee Blues“ kehrte die Band dann wieder zurück. Ein herrlicher Countryblues. Schön swampig stampfte „Highway’s Holding Me Now“, gefolgt vom geslideten „Blame it On The Moon –  eine mir besonders zusagende Phase des Gigs.

Mit dem heiß brodelnden „It’s Your Voodoo Working“, dem wunderbaren Schwofer „Nearer To You“ und  dem erneut Slide-trächtigen „Crow Jane“ (Samantha effekthascherisch auf Gitarre mit Zigarrenkisten-Korpus) gab es wieder reichlich „Chills & Fever“-Stoff zum Abschluss des Hauptteils. Das begeisterte Publikum ließ das Sextett natürlich nicht ohne Zugaben in den sonntäglichen Feierabend. Das oben erwähnte, traumhafte „Go Home“ erzeugte richtig Gänsehaut, mit „Right Now, Right Now“ (Zuschauereinbindung beim Gesang) wurde nochmals richtig furios und launig abgerockt.

Fazit: Ein Fish namens Samantha und ihre brillante Band sorgen im vollen Dortmunder Musiktheater Piano für einen herrlichen musikalischen Wochenausklang. Tolles Konzert, großes Kompliment!

Line-up:
Samantha Fish (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Phil Breen (keys)
Chris Alexander (bass, vocals)
Kenny Tudrick (drums)
Travis Blotzky (saxophone)
Marc Levron (trumpet)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Samantha Fish
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Musiktheater Piano
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Ruf Records
Jörg Schneider Webseite

Skinny Molly – 07.10.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Dritter Abend unserer Konzerttriologie an diesem Wochende mit Skinny Molly, einer Band, die natürlich, als lupenreiner Southern Rock-Act, am perfektesten in unser eigentliches Anforderungsprofil passt.

Gegründet einst von Mike Estes (Drivin‘ Sideways, zeitweise Lynyrd Skynyrd/Blackfoot) und dem vor kurzem leider verstorbenen Molly Hatchet-Gitarristen Dave Hlubek, sind sie heute im Quartett, bestehend aus Estes, einer weiteren Southern Rock-Legende, dem Kraftpaket Jay Johnson (Blackfoot, Rossington Band), Luke Bradshaw und dem aus Wien stammenden Christoph Ullmann, der auch schon früher für Blackfoot getrommelt hat, unterwegs.

Das anwesende Publikum an diesem Abend im schönen Musiktheater Piano in Dortmund war mit zwischen 70-80 Zuschauern doch recht überschaubar, die Leute hatten sich aber im Raum recht gut verteilt, sodass es überhaupt nicht trist wirkte.

Kleine Randnotiz: Zur Auflockerung der Stimmung trug vor dem Konzert dann noch ein kauziger Besucher bei, der im Vorfeld des Gigs augenscheinlich erheblich zu tief ins Glas geschaut hatte. Der wankte schon leicht angeschlagen, als die Musiker gerade zur Bühne schritten, vor diese, stellte sich dann quasi vors anwesende Plenum und brüllte mit erhobener Flasche, wie auch später immer mal zwischendurch, erstmal ein lautes ‚Yeah‘, heraus. Das kam aber wohl eher aus erheblich ‚beschwingter‘ Freude heraus, nicht aus irgendeinem Geltungsdrang.

Ich hatte Skinny Molly bisher nur ein einziges Mal zuvor live gesehen und das war vor einigen Jahren in Holland, im Rahmen eines Festivals (was ich aber gar nicht so zur Kenntnis genommen hatte, da ich mich ganz spontan, auf die ‚letzte Minute‘ aufgemacht hatte). Da spielte die Band am Ende als Headliner nach zwei langatmigen, mir nicht zusagenden Voracts, erst gegen 1 Uhr nachts und wurde von mir somit nur sehr ermüdet und angenervt aufgenommen, was demnach also nicht ihrer ordentlichen Leistung geschuldet war.

Umso schöner, dass sich jetzt im geliebten Piano bei ‚voller Konzentration‘ im Rahmen ihrer jetzt stattfindenden ‚Southern Fried World Tour 2017‘, nochmals die Gelegenheit ergab, den Vierer zu begutachten. Estes, Johnson und Co. starteten zum Auftakt mit „Here For A Good Time“, von ihrem, immer noch aktuellen, gleichnamigen Album von 2014. Mike riss am Ende des Liedes eine Saite und schwenkte dann im weiteren Verlauf des ersten Sets (die Pause nutzte er dann zur Reparatur), etwas unplanmäßig, zu einer anderen Gibson Les Paul-E-Gitarre.

Über „Too Much“ von ihrem Debüt „No Good Deed“ und dem Stampfer „After You“ sowie dem Skynyrd-trächtigen „I Don’t Care“ vom Nachfolger „Haywire Riot“ wurde der Cover-Reigen mit Steve Earles „Copperhead Road“ in Gang gesetzt, dem im weiteren Verlauf des Abend noch altbekannte Stücke wie „Wishing Well“ (mit integrierter Vorstellung der Band) , „Train, Train“ (Jay bei beiden mit Lead Gesang, Mitsing-Interaktion), „Dead Flowers“ und meine geliebten „Call Me The Breeze“ und „SHA“ (beide jetzt in der gefühlt 1.000sten Variante gehört…, aber natürlich gut gespielt!) folgen sollten.

Das ebenfalls bekannte „Devil In The Bottle“ (hier aber legitim, da von Estes mitgeschrieben),  „When The Goin‘ Gets Tough The Tough Go Fishin'“, „Me And The Devil Himself“ (atmosphärischer Opener des 2. Sets, Erzählgsang), „Snakebit“ (Mike mit Slide und Anschluss von Jay im Solo-Part), „Two Good Wheels“ und das starke „Better Than I Should“ sowie das von Estes mit einer kleinen Träne der Dankbarkeit im Auge (bezüglich der Treue), der Southern Rock-Fan-Gemeinde gewidmete „For Y’all“ (1. Zugabe), waren die selbst-kreierten Stücke, die mir persönlich im Verlauf des Konzerts am meisten Spaß bereiteten.

Am Ende durfte natürlich „Free Bird“ nicht fehlen, das auch in einer starken Version performt wurde. Jay übernahm die berühmten Rossington-Slide-Parts, und lieferte sich mit Mike (Gesang) im berühmten Finish wüste Duelle, um sich auch kurz in Twins zu ‚vereinigen‘. Hier hatte dann auch die insgesamt stark agierende  Rhythmusfraktion ihren Glanzpunkt, die sich mit kräftigen Mitteln, zur Gitarrenpower von Estes und Johnson gesellte (Bradshaw ließ den Bass ganz hart pumpen und stampfte heftig mit den Füßen, dass man fast Angst bekam, dass er den unter Teppichen verborgenen Bühnenholzboden durchtreten könnte; Ullmann mit deftig polterndem Drumming). Gernot wurde sogar gestattet, aus der Bandperspektive vom hinteren Bühnenteil, zu fotografieren.

Am Ende nach dem Gig gab sich das äußerst sympathische und kooperative Quartett sehr publikumsnah, erfüllte jeden Autogrammwunsch und ließ sich ganz locker für die SoS-VIP-Galerie mit unserer Logotafel ablichten. Mit gutem Gelingen in Richtung der vier Musiker für ihre restlichen Auftritte in Spanien, Frankreich und England und herzlichen ‚Handshakes‘ verabschiedeten wir uns dann zur Rückfahrt in die regnerische Nacht. Auch der dritte Konzert-Abend hintereinander mit gut aufgelegten Skinny Molly hatte sich für uns absolut gelohnt! Tolle Musiker!

Line-up:
Mike Estes (lead vocals, lead guitar)
Jay Johnson (lead guitar, lead vocals)
Luke Bradshaw (bass, vocals)
Christoph Ullmann (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Skinny Molly
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Andy Frasco And The U.N. – 02.10.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Andy Frasco im fast vollen Club. Bereits zum 5. Mal im blue notez. Zwei Sets plus Zugaben. Meine Highlights „Ramble On“ (Led Z.) und „It’s Been A Struggle“ (Polka), das mich ein wenig an die Familie Popolski erinnerte. Vom ersten Song hatte Andy sein jüngeres Publikum im Griff. Singeinlagen, Tanzspielchen und Jägermeister lockerten die Darbietung auf. Party pur, da blieb kein Fuß still. Eine klasse Band die man gesehen haben sollte!

CD Tipp: „Songs From The Road“ (CD+DVD live aus Bamberg)

Line-up:
Andrew Frasco (lead vocals, keys)
Shawn Eckles (electric guitar)
Ernie Chang (saxophone)
Niels Kant (trumpet)
Andee Avila (drums, vocals)
Chris Lorentz (bass)

Text und Bilder: Peter Schepers

Andy Frasco And The U.N.
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Ruf Records
Blue Notez Dortmund

Hogjaw, 29.09.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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2. Tourtag der Hogjaw-„Way Down Yonder“-Tour im Dortmunder blue notez club. Vor gut gefülltem Haus spielte die sympathische Südstaatengruppe aus Arizona ein tolles Konzert. Bereits nach den ersten Songs war klar, dass es hier heute Abend nur straighten Southern Rock gibt. Es kommt schon sehr homogen daher, was Sänger und Gitarrist Jonboat Jones, Jimmy Rose an der Leadgitarre, Elvis DD am Bass und Kwal, der Drummer an Sound abliefern. Das erste Set endet nach sieben Titeln mit dem Hammersong „County Line“ (inklusiv einem nicht enden zu scheinenden E-Gitarrensolo).

Nach kurzer Pause ging es durch das zweite Set. Ein Kracher folgt dem nächsten. Nach über zwei Stunden plus zweier Zugaben ist Schluss. Ein rundherum zufriedenstellender Gig. Diese Truppe sollte man gesehen haben. Gelegenheit gibt es auf der Tour noch genug. Unter anderem auch in Krefeld!

Line-up:
Jonboat Jones (lead vocals, electric guitar)
Jimmy Rose (electric guitar, vocals)
Elvis DD (bass)
J. ‚Kwall‘ Kowalski (drums)

Text und Bilder: Peter Schepers

Hogjaw
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Teenage Head Music
Blue Notez Dortmund

UFO, 07.09.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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UFO ist eine Band, die Gernot und mich durch unsere Jugend und auf so mancher Fete begleitet hat, demnach war klar, dass wir auch im SoS über ein Konzert berichten würden, sofern sich die Gelegenheit dazu bieten würde. Und am 07.09. war es, im von uns immer überaus gerne besuchten Musiktheater Piano in Dortmund, soweit.

Besitzerin Jenny Dore durfte sich am Abend zuvor schon über ein ausverkauftes Haus bei Mothers Finest freuen, auch bei der legendären britischen Truppe um Phil Mogg war die Hütte wieder rappelvoll. Ich hatte die Band schon an gleicher Stelle drei Jahre zuvor gesehen, als sie noch ihre damalige CD „Seven Deadly“ im Gepäck hatte, die mir, wie auch der Vorgänger „The Visitor“, ziemlich gut gefallen hatten.

Die Briten starteten, aus nicht ersichtlichen Gründen, mit 20 Minuten Verspätung und ließen vermutlich deswegen auch mit „Baby Blue“ und „Making Moves“ zwei geplante Stücke unter den Teppich fallen, der vielleicht einzige kleine Kritikpunkt dieses Abends.

Aber als das Quintett mit Phil Moog, Vinnie Moore, Rob de Luca, Paul Raymond und Andy Parker zu „Faith Healer“-Klängen auf die Bühne marschierte und mit dem Opener „We Belong To The Night“ direkt in die Vollen ging, war sofort prächtige Stimmung in der Bude, die auch bis zur letzten Sekunde des Konzerts anhielt.
Nach „Run Boy Run“ vom letzten Studioalbum aus eigener Hand „A Conspiracy Of Stars“ (später gab es mit „Messiah Of Love“ noch einen weiteren Track daraus), und „Ain’t No Baby“ folgten mit „Lights Out“ und „Only You Can Rock Me“ die ersten Highlights aus ihrer großen Zeit (damals ja noch mit Michael Schenker), was natürlich sofort mit frenetischen „U-F-O, U-F-O“- Rufe gefeiert wurde.

Bereits zu dieser Zeit hatte Vinnie Moore mit seinen vielen quirligen E-Gitarrensoli neben dem wieder mit britischem Charme singenden und moderierenden Fronter Phil Mogg die Co-Hauptrolle eingenommen. Andy Parker überzeugte mit einer überaus fetten Drum-Performance, dem agilen Basser de Luca wurden einige Harmoniegesänge gegönnt, während sich Paul Raymond mit Piano- und Orgel- sowie Rhythmus-E-Gitarren und Backgroundvocals-Einsätzen als der variabelste zeigte.

„Burn Your House Down“ (sehr schön knackig) von „Seven Deadly“ und das vom Tempo her abwechslungsreiche „Cherry“ läuteten die heiße Schlussphase des Hauptteils ein. Das teil-balladeske „Love To Love“ mit Piano- und Akustikgitarrenklängen (Moore wechselte auch zur E-Gitarre), das dreckig rockende „Too Hot To Handle“ (mein persönlicher Favorit des Abends) und eines ihrer Paradesongs „Rock Bottom“ (Mitgrölrefrain, saustarke mehrphasige E-Gitarrepassage von Moore) brachten den, auch mit vielen jüngeren Besuchern durchzogenen Saal, endgültig in Rage.

Mit den beiden allseits bekannten und launig performten Hit-Rausschmeißern „Doctor Doctor“ und „Shoot Shoot“ gab es am Ende kein Halten mehr. UFO hatten ihre treue Fan-Gemeinde wieder voll (na ja, wie oben erwähnt, fast voll…) auf ihre Kosten kommen lassen. Ein gelungener Abend im Piano mit Hard Rock der guten alten Schule und Zeit, der viele schöne Erinnerungen wach rief.

Vielen Dank wie immer an Jenny Dore für die unkomplizierte und nette Kooperation.

Line-up:
Phil Mogg (lead vocals)
Vinnie Moore (electric and acoustic guitars)
Rob de Luca (bass, vocals)
Andy Parker (drums)
Paul Raymond (keys, guitar, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

UFO
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Musiktheater Piano
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The Steepwater Band – 25.08.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Die erfahrene Band aus Chicago präsentierte ihr aktuelles Album „Shake Your Faith“ mit Stücken wie unter anderem „Mama Got To Ramble“, „I Will Never Know“, „Be As It May“, „Last Second Chance“ & Co. und konnte auch mit stark gespielten Coverversionen wie „Sugar Mama“, You Don’t Love Me“ oder „Cortez The Killer“ überzeugen.

Line-up:
Jeff Massey (lead vocals, guitar)
Eric Saylors (lead guitar, lap steel guitar, vocals)
Tod Bowers (bass)
Joe Winters (drums)

Bilder und Eindrücke: Peter Schepers

The Steepwater Band
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Blue Notez Dortmund

Matt Schofield – 27.07.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

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Da wir uns im Moment, zumindest was die von präferierte Live-Musik angeht, so ein wenig in einem kleinen Sommerloch befinden, passte es natürlich ganz hervorragend, dass es dem Blue Notez Club, der ja auch für sein ausgewogenes und anspruchsvolles Programm bekannt ist, gelungen war, den exzellenten britischen, Awards-dekorierten Gitarristen Matt Schofield wieder nach Dortmund zu locken.

Zudem habe ich mich gefreut, mal wieder mit unserem Fotografen Peter Schepers, der ja quasi im Blue Notez ‚zu Hause‘ ist, einen gemeinschaftlichen Konzertbericht zu erstellen. Matt und seine Mitstreiter Drummer Jamie Little, Bassist Carl Stanbridge sowie Tastenmann Dan Moore eröffneten um 20.15 Uhr ihren am Ende etwas über 100 Minuten dauernden Gig (inklusive einer Zugabe) mit dem groovigen Opener „What I Want Hear“, der Dank Moores Orgelspiel auch ein wenig Allman-Flair aufwies.

Matt, der übrigens vor fünf Jahren schon einmal an gleicher Stelle aufgetreten war, ließ die Organisatoren sich über eine prall gefüllte Location freuen. Ich habe bei meinen bisherigen Besuchen im Blue Notez auch noch nicht so viele Besucher schon zu Einlass-Beginn vor der Pforte stehen sehen. Die Band legte mit „Live Wire“ direkt ein starkes Stück nach, auch hier schwebte dezente Südstaaten-Luft mit, den Song könnte man sich durchaus auch im Warren Haynes-Umfeld vorstellen.

Als eines seiner persönlichen Lieblingsstücke in einem Greatest Hits-Programm, ohne wirklich je einen Greatest Hit gehabt zu haben, bezeichnete der Protagonist den Slowblues (sehr schön sperrig gespielt) „See Me Through“. Schofield zeigte natürlich nicht nur hier mit seinen vielen brillanten Soli, warum er etliche Male zum besten britischen Gitarristen ausgezeichnet wurde.

Aber auch ein harmonisch agierendes Kollektiv scheint ihm ungeheuer wichtig zu sein. So durften sich seine Mitspieler, die er auch immer wieder zwischendurch vorstellte, bei „Siftin‘ Thru Ashes“ zum ersten Mal mit integrierten Solo-Parts ihr Können präsentieren. Das im Stile der großen Blues-Meister wie Albert Collins & Co recht retro gebrachte „I Don’t Know What I’d Do“ und das knackige, claptoneske „Ship Wrecked“ waren die nächsten Stationen.

Was ein guter Sänger im Blues Genre wert ist, zeigte sich dann beim Gastauftritt von Jay Stollman, der dem Quartett bei zwei Tracks (u. a. „Don’t Take Advantage Of Me“) am Frontmikro assistierte. Toll sein energiegeladener und emotionaler Gesang (aus meiner Sicht eigentlich sogar fast mehr für’s Hard Rock-Genre prädestiniert), der mich ein wenig an Chris Ousey erinnerte. Stollman erwies sich als echter Zusatz-Farbtupfer.

„Where Do I Have To Stand“ war dann das absolute Highlight des Gigs. Matt brillierte in zwei intensiven filigranen E-Gitarren-Solo-Passagen auf seiner stark beanspruchten Stratocaster, wobei ich Klänge von David Gilmour bis hin sogar zu Ted Nugent zu entdecken glaubte. Toll, was der Mann alles auf seinem Arbeitsgerät abzuliefern weiß.

Zum Ende gab es noch ein Instrumental mit erneutem Solieren aller Beteiligten, wobei hier Jamie Littles percussion-artiges Agieren mit den Händen zu Beginn des Drum-Solos ordentlich Eindruck machte und eine retro-bluesige Zugabe, mit der Matt Schofield und seine Mannen die restlos begeisterte Audienz auf den Heimweg verabschiedete. Natürlich nicht, bevor am Merchandising-Stand, dann noch alle Autogramme und Fotografie–Wünsche erfüllt wurden. Insgesamt ein sehr starker Abend im Blue Notez, in der Matt tolle Werbung für den Blues Rock und nicht zuletzt auch in eigener Sache ablieferte. Klasse!

Line-up:
Matt Schofield (lead vocals, electric guitar)
Dan Moore (keys)
Carl Stanbridge (bass, vocals)
Jamie Little (drums)
Jay Stollman (guest lead vocals)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

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Blue Notez Dortmund