Katie Henry – High Road – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Die nächste junge Blues-Front-Frau veröffentlicht ihre Debüt-LP und liefert damit eine bemerkenswerte Eigenproduktion ab. Nachdem in Sounds of South bereits regelmäßig Blues-Women präsentiert wurden – u.a. Jessy Martens, Sari Schorr, Dana Fuchs, Beth Hart oder Rachelle Coba – kommt nun die US-Amerikanerin Katie Henry erstmals dazu.

Als Produzent für die Debüt-Scheibe war der erfahrene Studiomusiker John Ginty beteiligt. Dieser durfte bereits auf Alben von Santana, Warren Haynes oder den Punkern von Bad Religion mitwirken und in der Robert Randolph Family Band eigene spielerische Akzente am Keyboard setzen. Aufgenommen wurde „High Road“ im American Showplace Studio von Ben Elliott (Eric Clapton, Keith Richards). Namhafte Gastmusiker sind ebenfalls vertreten, mit Marcus Randolph, Anthony Krizan (Spin Doctors) und Billy Harvey.

Das Grundgerüst für ein sehr gutes Album ist also schon einmal vorhanden und Katie Henry geht sogleich sehr zielstrebig zur Sache. Der erst ein wenig bizarr klingende Orgel Sound auf „Nowhere Fast“ ergänzt sich perfekt mit Katies Gitarrenspiel und ergibt einen beat-getriebenen, schnörkellosen Blues-Song. Auf dem gospeligen „Chapels“ wird sie einprägsam von Marcus Randolph (Family Band) an der Pedal Steel Gitarre begleitet.

Das Titelstück „High Road“ lässt Katies ausdrucksstarke Blues- und Soul-Stimme noch stärker in den Vordergrund treten, als bei den anderen Tracks. Die Musik ist dafür minimalistischer mit einem eher moderaten Rhythmus ausgestaltet und Bill Harvey (Patti Griffin Band) unterstützt an einigen Stellen den Gesangspart. Waren die bisherigen Tracks weitestgehend geradlinig produziert, so ist der Slow Blues „Carry You“ mit seinen knapp 7 Minuten ein Song, der als Glanzstück des Albums herausragt. Das soulige „Gypsy Sister“ könnte auch eine Maroon 5 Nummer sein, aber das harte Gitarrensolo zum Ende hin, zeigt, dass Katie Henry auch den Blues-Rock beherrscht.

Auch auf „Roll Away“ spielt die US-Blues-Frau leidenschaftlich mit dem Refrain und lässt das ebenso starke „Takes a Lot“ als Abschlusstrack nochmals funkig in einem powervollen Gitarrenjam aufleben. Hervorzuheben ist die vielseitig versierte Band, die Katies Songs, in denen sie viele persönliche Erfahrungen schildert („Nothing To Lose“, „Someday“), sehr wirkungsvoll spielt.

„High Road“ ist ein modernes, zeitgemäßes Blues-Album, das den traditionellen Blues-Stil bewahrt und gleichzeitig frische, lebendige Sounds einfließen lässt. Mit „High Road“ befindet sich Katie Henry auch musikalisch voll auf der Überholspur!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Blues Rock

Tracklist:
01. Nowhere Fast
02. Nothing to Lose
03. Chapels
04. High Road
05. Carry You
06. Gypsy Sister
07. Dead Man’s Hands
08. Someday
09. Roll Away
10. Takes a Lot

Katie Henry
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Robben Ford – Purple House – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Für sein neues Album „Purple House“ hat sich der US-amerikanische Fusiongitarrist und Sänger Robben Ford drei Jahre Zeit gelassen. Sein letztes Album „Into The Sun“ erreichte einen beachtenswerten Platz 2 in den Billboard Blues Charts. Immerhin hatte er sich ja auch u. a. so prominente Gastmusiker wie Warren Haynes, Keb’ Mo‘ und Sonny Landreth für das Album um sich geschart.

Umso gespannter war ich jetzt natürlich auf sein neuestes Werk. Robben Ford spielt hier ganz souverän mit Einflüssen aus Soul, Jazz und Blues und arrangiert diese zu teilweise recht funkigen Stücken. Seine musikalische Herkunft als Fusiongitarrist tritt in all seinen Songs unverkennbar zu Tage. Miles Davis, Chick Corea und B. B. King, mit denen er schon für mehrere Projekte zusammengespielt hat, haben in seiner Musik eben ihre Spuren hinterlassen, was absolut positiv zu verstehen ist.

Vielmehr greift er deren Stilelemente auf, variiert sie geschickt und gibt so seinen Songs, zusammen mit seiner stets präsenten Stimme, einen eigenen unverwechselbaren Charakter. Insgesamt besticht Robben Ford auf seiner neuen CD als ein Gitarrist, der es immer wieder schaff,t seinem Instrument einen bemerkenswert klaren Sound zu entlocken.

Gleich der erste Track seines Albums „Tangle With Ya“ beginnt mit einer kraftvollen Schlagzeugperformance während im Folgenden soulige Gebläsesätze und funkige Backgroundvocals den treibenden Rhythmus aufrecht erhalten. Die musikalische Ausrichtung des Longplayers ist damit vorgegeben und setzt sich mit „Bound For Glory“, „Cotton Candy“ (schöne, pfundige Basslinie) und „Somebody’s Fool“ fort, wobei der letzt genannte Track eine durchaus etwas härtere Gangart anschlägt.

Wahre Ohrwurmqualitäten besitzt das relaxte „What I Haven’t Done“, getragen von Robben Fords einprägsamen, balladenhaften Gesang, angereichert mit fein arrangierten Bläser-Akzenten. Fürs Chillen nach einem anstrengenden Tag bieten sich „Empty Handed“ (ein verträumter Slowblues mit leicht verhallten und sphärischen Klangbildern), das sehr melodiöse und leicht jazzig-soulige „Wild Honey“ sowie „Break In The Chain“ mit countryartigem Intro im Singer/Songwriter-Stil an, wobei Bluessängerin Shemekia Copeland, ganz in der Tradition von Koko Taylor und Etta James, eine äußerst harmonische gesangliche Verstärkung bietet.

„Purple House“ ist also keine reinrassige Bluesscheibe, da Robben Fords Musikstil sehr stark von Soul-, Funk- und Jazz-Einflüssen geprägt ist. Sie bietet aber schön arrangierte Stücke, die man/frau sich immer wieder gern anhören wird.

earMUSIC (2018)
Stil: Blues, Fusion

Tracks:
01. Tangle With Ya
02. What I Haven’t Done
03. Empty Handed
04. Bound For Glory
05. Break In The Chain
06. Wild Honey
07. Cotton Candy
08. Somebody’s Fool
09. Willing To Wait

Robben Ford
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Eamonn McCormack – 25.11.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Im Rahmen seiner Herbst- Tour machte Eamonn McCormack Halt in Köln. Leider scheint der sympathische Ire dem Kölner Publikum kein Begriff zu sein, da der Besuch ausbaufähig ist. Schön ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass der Manager des Yard Clubs, Marcus Neu, wegen der Fähigkeiten des mittlerweile 56 jährigen McCormack, auch in Zukunft Konzerte mit plant, da er den Grundsatz lebt, dass Qualität sich letztendlich durchsetzt. Eben diese war an diesem Abend zur Genüge vorhanden.

Pünktlich um 20:15 Uhr betrat McCormack mit seiner Band die Bühne in klassischer Blues-Besetzung mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, um mit „From Town To Town“ die Anwesenden auf eine Reise durch den irisch-keltischen Blues zu nehmen, wie er seinen Stil in einem Gespräch nach dem Konzert definierte. Schon beim Opener war seine Affinität zu seinem Vorbild, dem legendären Rory Gallagher, zu erkennen. Gradliniger, zuweilen ungezügelter Blues Rock ohne irgendwelche Effekthascherei, vorgetragen von einem McCormack in Höchstform, mit einer unvergleichlichen Spielfreude, die letztendlich in ein fast zweieinhalbstündiges Konzert mündete, das die leider zu wenig Anwesenden sprichwörtlich von den Hockern der aufgestellten Stehtische riss.

Einen großem Anteil daran hatten auch seine beiden Begleitmusiker, Eddy Karg am Bass und Max Jung Poppe an den Drums, die mit ihrer starken Rhythmusarbeit, die Grundlage für viele Uptempo- bis Highspeed-Soli McCormacks lieferten.

Nach einigen Songs gelang McCormack vom Aufbau des Konzertes her ein kleiner Geniestreich. Direkt nach „Missing You“ folgte mit „Calling Card“ einer der großen Gallagher-Klassiker. Spätestens jetzt hatte er alle Anwesenden in seinen Bann gezogen, die teils mittanzend oder nur still genießend, den stark arrangierten Liedern folgten.

Danach kamen mit „Funky Town“ und „Rock Me Baby“ zwei Stücke von „Kindred Spirits“, einem zu empfehlenden Album, mit in den 90er Jahren aufgenommenen Liedern, in welchen er von schillernden Größen wie Rory Gallagher, Jan Akkerman, Hermann Brood und Keith Donald unterstützt wurde.

An das klassische Blues-Stück „Nite In The Life Of An Old Blues Singer“ wurde ein Medley aus alten Rock’n’Roll-Highlights angeschlossenf, bei dem die Band bewies, dass Blues und Rock schön miteinander verknüpft werden können.

Nach  „When You Cross The Line“ und „Heal My Faith“, in guter alter Gallagher-Manier vorgetragen, kam es zu einem kurzen Bruch im sonst vor Dynamik strotzenden Konzert. Poppe und Karg verließen die Bühne und Eamonn performte mit der Akkustikgittarre und Harp zwei sehr gefühlvolle Tracks. Einer fast rührenden Version des Hendrix Klassikers „Angel“ folgte mit „No Airs And Graces“ eine Hommage an sein Vorbild Gallagher. Bis auf zwei Besucher, die sich munter unterhielten, hörten alle verträumt zu, was eine der  Anwesenden dazu veranlasste, sie sprichwörtlich zusammenzustauchen.

Danach war bis auf das schöne Gitarrenspiel, den harmonischen Gesang und eingestreute Harpklänge nichts mehr zu hören. Manches regelt sich auch oft, wenn mal ein Machtwort gesprochen wird…

Mit „That’s Rock’N’Roll“ nahm das Konzert wieder Fahrt auf, um mit dem Instrumental „Mystica“ stilistisch kurz vom Blues der Marke Gallagher abzuweichen. Augen zu und man hätte meinen können, Gary Moore hätte mit auf der Bühne gestanden!

“Internet Star”, “Lousy Day” und “Down And Out” wurden in bewährter Manier vorgetragen, wobei sich McCormack bei einem Lied durchs Publikum bewegte, und scheinbar für jeden Einzelnen ein paar Noten spielte, um mit einer Bierflasche als Bottlenack den Song zu beenden. Mehr Publikumsnähe bei einem Konzert geht nicht.

„Mit My Saving Angel“ wurde es noch einmal ruhiger. McCormack  setzte sich auf eine Box und trug den Song ohne elektronische Verstärkung seiner Stimme leise begleitet von seiner E-Gitarre, den ehrfurchtsvoll lauschenden Zuschauern im Storytelling-Stil vor.

Der Ausklang mit den Highlights „Falsely Accused“ und „Shadow Play“, mit einem ausladenden Solo zum Ende, stand wieder ganz im Zeichen Gallaghers.

Als Zugaben legte die Band noch „Moving On“ und „Johnny Be Good“ nach, wobei Eamonn in einem Refrain dem Johnny noch ein Winter folgen ließ.
Nach positiv turbulenten knapp zweieinhalb Stunden verabschiedete sich McCormack vom Publikum, um den gebührenden Applaus zu empfangen. Im Anschluss stand der Ire für Smalltalks und Fotos am Merchandising-Stand bereit und erwies sich trotz des leider geringen Zuschauerzuspruchs bestens gelaunt und erfreut über ein ansonsten tolles Blues Rock-Konzert in Yard Club. Er gab sich dabei als charmanter Mensch mit dem viel über Vergangenes in seiner Karriere aber auch über die Gegenwart geklönt werden konnte.

Es ist zu hoffen, dass in der Zukunft, nach diesem fulminanten Auftritt viele Blues Rock-Fans die Chance nutzen, einem solchen Abend beizuwohnen. Mein Dank gilt zudem Marcus Neu, der es wieder möglich gemacht hat, dass handgemachte Musik im Yard Club geboten wird. Sowohl der Sound- und Licht-Techniker als auch der Mann an der Theke, der während der Show bei der Band anfragte, ob sie noch etwas zu trinken haben wollen, machten einen hervorragenden Job.

Line-up:
Eamonn McCormack (lead vocals, electric guitars)
Eddy Karg (bass)
Max Jung Poppe (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Eamonn McCormack
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Yard Club, Köln

Beth Hart – Live At The Royal Albert Hall – CD/DVD-Review

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Review: Michael Segets

2018 ist ein Jahr der hochkarätigen Live-Veröffentlichungen. Unter anderem John Mellencamp, Little Steven, Jason Isbell legten vor und auch Beth Hart meldete sich mit „Front And Center“ bereits aus New York. Pünktlich zum Advent setzt Hart diese Serie fort und bringt ihren Auftritt in der Royal Albert Hall in London vom vierten Mai diesen Jahres auf Bild- und Tonträgern heraus.

Beth Hart muss hier nicht eigens vorgestellt werden. Die Blues-Musikerin dient oft genug als Referenz für andere Künstlerinnen des Genres. Nicht zuletzt durch ihre Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa ist sie einem breiten Publikum bekannt. Für diejenigen, die sich noch nicht mit ihrem Repertoire auseinandergesetzt haben, bietet „Live At The Royal Albert Hall“ einen sorgsam ausgewählten Querschnitt ihres bisherigen, gut zwanzigjährigen, musikalischen Schaffens. Das Programm reicht von Titeln ihrer letzten Studio-Aufnahme „Fire On The Floor“ (2016) bis zurück zu ihrem Debüt-Werk „Immortal“ (1996).

Beth Hart wählt einen ungewöhnlichen Einstieg für ihr Konzert. Ganz auf ihre Stimme vertrauend schreitet sie „As Long As I Have A Song” a capella singend durch den Zuschauerraum in Richtung Bühne. Dort erwarten sie Jon Nichols an der Gitarre, Bob Marinelli am Bass und Bill Ransom am Schlagzeug, der den kraftvoll Startschuss für das rockige „For My Friends” gibt. Bereits hier brilliert Nichols mit einem ausgedehnten Solo an der E-Gitarre.

Temporeich geht es mit dem Blues Rocker „Lifts You Up“ weiter, bevor die Band mit „Close To My Fire” einen Gang runter schaltet. Nicols betätigt ausgiebig das Tremolo seiner Gitarre, sodass Country-typische Vibrationen den Song begleiten. Einen noch deutlicheren Country-Einschlag hat das hervorragende „Bang Bang Boom Boom“.

Beth Hart, die mittlerweile am Piano Platz genommen hat, lässt die beiden locker-rockenden und gute Laune verströmenden „Good As It Gets“ und „Spirit Of God“ folgen. Nach dem jazzigen „Baddest Blues“ erlebt das Konzert mit „Sister Heroine“ einen seiner Höhepunkte. Den berührenden, vom Klavierspiel sowie dem hier fast zerbrechlich wirkenden Gesang von Hart getragenen und wohl kurzfristig auf die Setlist gekommenen Song widmet sie ihrer verstorbenen Schwester. Beeindruckend fügt sich ein Gitarrensolo von Nichols in die Liedstruktur ein, die eine unglaubliche Dramatik entwickelt.

Anschließend legt Beth Hart das dynamische, eher experimentelle „Baby Shot Me Down“ nach. Ihre gewaltige Stimme spielt sie dann beim rockenden „Waterfall“ aus, bei dem härtere Gitarrenriffs den Ton angeben.

Die Mitte des Konzerts markiert „Your Heart Is As Black As Night”. Den Blues performt Hart in ihrem kleinen Schwarzen stilecht auf einem Hocker sitzend. Die bis hierher genannten zwölf Songs finden sich auf der ersten CD. Sie spiegeln die enorme Bandbreite von Harts Musik und die Vielzahl unterschiedlicher Stimmungen wider, die sie mit ihr erzeugen kann.

Balladen bilden den Schwerpunkt im zweiten Teil des Konzerts. Zuvor legt sich Hart aber bei dem Boogie „Saved” tempomäßig nochmal richtig ins Zeug und gibt Nichols Raum erneut sein Können an der Gitarre zu zeigen.

Nichols und Hart greifen bei „The Ugliest House On The Block” zu akustischen Gitarren. Bei „Spiders In My Bed” wechselt Hart zum akustischen Bass. Mit den beiden Songs verarbeitet Hart persönliche – mal eher amüsante, mal eher bittere – Erinnerungen in bester Singer/Songwriter-Tradition.

Danach singt Beth Hart vier Stücke allein am Klavier. Die sehr intensive Ballade „Take It Easy On Me” wird durch Überblendungen und langsame Kamerafahrten äußerst stimmungsvoll unterstützt. Filmtechnisch stellt der Titel sicherlich einen Höhepunkt der DVD dar. Es folgen „Leave The Light On”, „Mama This One’s For You” und „My California”. Emotional ist Beth Hart voll bei der Sache, zumal sie die einzelnen Titel Menschen widmet, die ihr viel bedeuten – so ihrer Mutter, die im Saal anwesend ist.

Das ansonsten sehr abwechslungsreiche Konzert verliert durch die verhältnismäßig lange Solo-Performance von Hart vielleicht etwas an Schwung, sorgt aber in dieser Phase durch den leidenschaftlichen Einsatz der Musikerin für Gänsehaut-Momente.

Nachdem die Band für die Zugabe wieder auf die Bühne zurückgekehrt ist, heizt sie bei „Trouble“ dem Publikum mächtig ein. Gegen Ende des Konzerts konzentriert sich Hart schließlich auf ihre musikalische Domäne: den Blues. Auf das spannungsgeladene „Love Is A Lie“ und das sanftere „Picture In A Frame“ folgt „Caught Out In The Rain“ als krönender Abschluss des zweistündigen Sets.

Auf der DVD finden sich als Extras ein dreiminütiges „Behind The Scenes“, das Impressionen der Konzertvorbereitung und alternative Perspektiven während des Auftritts einfängt, und ein fast halbstündiges „Interview“, bei dem Hart über Stationen ihrer musikalischen Karriere spricht. Auch während des Konzerts leitet sie viele Stücke mit persönlichen Bemerkungen ein.

Mit der Varianz der Stücke hinsichtlich aufgegriffenen Stileinflüssen, Tempo, Instrumentalisierung und Atmosphäre unterstreicht Beth Hart ihre Stellung als Ausnahmekünstlerin. Ich hätte mir mein Lieblingsstück von ihr „Thru The Window Of My Mind“ gewünscht, von dem meines Wissens noch keine Live-Version auf einem offiziellen Silberling existiert. Aber das ist keine Kritik an den vorliegenden Bild- und Tonträgern, an denen es weder technisch noch musikalisch ernstlich etwas auszusetzen gibt.

„Live At The Royal Alber Hall“ verkürzt das Warten auf Weihnachten oder sollte zumindest bei Blues-Fans unter dem Tannenbaum liegen.

Provogue/Mascot Label Group/Rough Trade (2018)
Stil: Blues/Blues Rock and more

Tracks:
01. As Long As I Have A Song
02. For My Friends
03. Lifts You Up
04. Close To My Fire
05. Bang Bang Boom Boom
06. Good As It Gets
07. Spirit Of God
08. Baddest Blues
09. Sister Heroine
10. Baby Shot Me Down
11. Waterfalls
12. Your Heart Is As Black As Night
13. Saved
14. The Ugliest House On The Block
15. Spiders In My Bed
16. Take It Easy On Me
17. Leave The Light On
18. Mama This One’s For You
19. My California
20. Trouble
21. Love Is A Lie
22. Picture In A Frame
23. Caught Out In The Rain

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Netinfect Promotion

Ben Poole – 18.11.2018, blues, Rhede – Konzertbericht

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Am Sonntag stellte Ben Poole seine neue CD „Anytime You Need Me“ im Blues in Rhede vor und feierte gleichzeitig seinen Tourabschluss. Da gab es Partystimmung und einige Überraschungen.

Endlich konnte André Knoch mal Wunschkandidat Ben Poole im blues in Rhede präsentierten. Der  Brite hatte sein oben angeführtes Werk mit im Gepäck und beendete seine zweimonatige Tour. Eine weitere Besonderheit war der Special Guest Guy Smeets.

Poole & Co. starteten direkt mit einem älteren Hit „Let‘s Go Upstairs“ und weiter ging es mit „Win You Over“, bei dem Keyboarder Joe Mac für den richtigen Groove sorgte. Mit „Take It No More“ wurde das erste Stück des neuen Longplayers vorgestellt und damit die Musik rockiger, als auch die Gitarrenriffs härter, bevor mit „The Question Is Why“ wieder etwas Tempo zurückgenommen wurde.

Leider musste Ben Poole dabei sein Solo unterbrechen, um eine laute Störung zu beenden. Die 17 Minuten lange Freddy King-Adaption von „Have You Ever Loved A Woman“ war einer der Höhepunkte. Eingeleitet wurde es durch ein langes intensives Gitarrensolo, mal leise mal laut, von Ben Poole ohne Beteiligung der weiteren Musiker.

Es folgte ein langes melodiöses Solo von Joe Mac, der die Keys wie ein Konzertpianist spielte. Zum Ende konnte auch Schlagzeuger Stéphane Avellaneda sein dynamisches Können beweisen. Mit dem neuen Stück „Further On Down The Line“ verabschiedete man sich nach einer Stunde in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte stellte Ben Poole seinen guten Freund und Gitarristen Guy Smeets vor. Der junge Niederländer stand in seinem Können dem Protagonisten in nichts nach und unterstützte ihn kräftig. Wurde in der ersten Hälfte noch nach Setlist gespielt, beherrschte jetzt Spontanität und Improvisation die Szenerie. Die Bandmitglieder reagierten auf die Entwicklung. Es wurde ordentlich gejammt.

Ben Poole und Guy Smeets steigerten sich regelrecht in Gitarrenbattles hinein und integrierten auch Joe Mac in ein solches Scharmützel. Beau Barnard bekam seine Soliergelegenheit und zeigte eine tolle Basslinie. Wieder auffallend waren die kraftvollen Improvisationen von Drummer Stéphane Avellaneda. Der Spaß kam ebenfalls nicht zu kurz. Da wurde auch mal „Wannabe“ von den Spice Girls angestimmt, um es unter Gelächter wieder zu beenden.

Eines der musikalischen Highlights war sicher „Old Love“ von Eric Clapton, das auch in der Version von King King sehr bekannt ist. Dabei setzte sich Ben Poole zeitweise auf den Bühnenrand und überließ einem vortrefflichen Guy Smeets das großartige Gitarrensolo.

Die Überraschung des Abends begann aber damit, dass jemand Drummer Stéphane Avellaneda zwei Esslöffel reichte. Der fing sofort an, damit seine Drums zu spielen. Dabei riss es ihn vom Sitz. Zusammen mit Ben Poole sprang er von der Bühne ins Publikum. Jetzt war nichts mehr vor ihm und seinen Löffeln sicher.

Während Ben Poole auf einen Barhocker hüpfte und von dort oben, mitten im Publikum Gitarre spielte, trommelte sich Stéphane mit den Löffeln auf Biergläsern, Bierflaschen, Heizungsrohren oder an der Raumdecke in Rage. Joe Mac und Guy Smeets waren mit Drumsticks in den Händen ins Publikum gefolgt und trommelten ebenfalls auf allem, was Töne abgab, mit. Tolle Partystimmung in der Band und im Publikum!

Damit endete dieses ungewöhnliche und bemerkenswerte Konzert nach insgesamt drei Stunden, wobei ein bestens gelaunter Ben Poole später noch fleißig Autogramme gab und für den einen oder anderen Smalltalk mit den Anwesenden seine Zeit fand.

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, guitars)
Beau Barnard (bass, bgv)
Stéphane Avellaneda (drums)
Joe Mac (Keys, bgv)
Special guest:
Guy Smeets (guitars, bgv)

Text und Bilder: Martina Middeke

Ben Poole
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Blues Rhede

Sari Schorr & Band, 15.11.2018, Schwarzer Adler – Konzertbericht

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Sari Schorr zum ersten Mal im Schwarzen Adler! Wir hatten das weibliche Energiebündel zuvor bereits 2017 und vor gut einem halben Jahr im voluminöseren Musiktheater Piano in Dortmund erlebt. Diesmal war für uns die spannende Frage, wie ihre Musik in der mehr beengten Clubatmosphäre der Rheinberger Kultstätte wirken würde.

Dazu kam, dass die aus Brooklyn, New York, stammende Sängerin mit „Never Say Never“  mittlerweile ihr, von der allgemeinen Kritikerschaft, als auch uns, hochgelobtes zweites Album im Schlepptau hatte.

Begleitet wurde sie, inklusiv einer Veränderung, von der bewährten ‚Klasse-Mannschaft‘ mit dem, an den diversen E-Gitarren, wieder furios auftrumpfenden Ash Wilson, dem niederländischen Tastenvirtuosen Bob Fridzema und dem britischen Parade-Drummer Roy Martin. Am Bass erwies sich der musikalische Tausendsassa Roger Inniss – wen wundert es –  als ideale Verstärkung der Rhythmusfraktion.

Mit „New Revolution“ als Opener gab es zwar keine musikalische Aufruhr im Adler, aber ihre eher auf klassischen Rock basierende Ausrichtung war in der überwiegend Blues-verwöhnten Vierbaumer Location, ein durchaus mutiges Unterfangen. Schön, dass Ernst Barten und sein Team immer auch ein offenes Ohr für ‚frisches Blut‘ bei ihrer Programm-Zusammenstellung beweisen.

Spaß bereitete mir bei diesem Stück direkt das Skynyrd-angelehnte E-Gitarren-Solo von Ash Wilson. Nach dem dezent Whitesnake-behafteten „Damn Reason“ (typische Orgel von Fridzema), der emotionalen Widmung in Richtung Robert Johnson mit „King Of Rock And Roll“, gab es mit dem schön bluesig umgesetzten „Demolition Man“ (Bob lässt seine Hammond herrlich ‚durchgurgeln‘) erstmals so richtig Wasser auf die Mühlen des Adler-Publikums (später nochmals vor allem bei der dritten Zugabe).

Das shufflige „Ain’t Got No Money“ zollte ihrer einstig finanziell etwas klammeren Zeit Tribut, als Sari noch in Paris lebte. Der Mott The Hoople-/Bad Company-Rock-Evergreen „Ready For Love“ begeistert aus dem Munde  einer solchen Stimm-Charismatikerin ebenso, wie es einst bei Paul Rodgers der Fall war.

In „I Just Wanna Make Love To You“ brillierte Roger Inniss mit einem starken Bass-Solo und legte mehr als eindeutig klar, warum er zu einem der meist gebuchtesten Akteure im Tieftönerbereich zählt.

Über „Kiss Me“ (Schorr hier wie eine rockige Melissa Etheridge), „Maybe I’m Fooling“ (erneut mit southern-rockigem E-Solo) und dem ein wenig auf sich selbst ironisch gemünzten „Valentina“, ging es mit dem Ian McLagan-Ohrwurm und zugleich Titelstück des neuen Werkes, „Never Say Never“, in die Schlussphase des Gigs.

Nach Vorstellung ihrer wieder bärenstark agierenden Begleitband nutzte Sari beim Schlusslied „Freedom“ die Gelegenheit, auf den in der USA existierenden Waffenwahn aufmerksam zu machen, der sich unter der Vorherrschaft eines Donald Trumps und wem auch immer danach, aber vermutlich kaum beseitigen lassen wird.

Drei lautstark eingeforderte Zugaben, u. a.  mit der eigenwilligen Schorr- Interpretation des One-Hit Wonders „Black Betty“ waren ein bestes Indiz dafür, dass sich im Adler oft auch ein Blick über den Tellerrand lohnt, auf dem der Blues diesmal eher als dekorierende Beilage präsent war.

Sari Schorr und ihre Begleittruppe haben an diesem Abend mit einer engagierten und couragierten Leistung eine beeindruckende Visitenkarte abgegeben. Ich bin mir relativ sicher, dass man sie nicht zum letzten Mal in Vierbaum erlebt haben wird.

Line-up:
Sari Schorr (lead vocals)
Roger Inniss (bass)
Roy Martin (drums)
Ash Wilson (electric guitar, vocals)
Bob Fridzema (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Sari Schorr
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Schwarzer Adler Rheinberg

Andreas Diehlmann Band – Your Blues Ain’t Mine – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Der Kasseler Andreas Diehlmann macht seit seiner frühen Jugend Musik. Mit bereits elf Jahren spielte er Gitarre und studierte später die klassische Variante dieses Instruments an der dortigen Musikakademie. Seit 1993 arbeitet Diehlmann als freiberuflicher Livemusiker, Gitarrenlehrer, Komponist und tourte mehrere Jahre mit der amerikanischen Bluessängerin Sydney Ellis durch Europa.

2016 war der Startschuss für die Andreas Diehlmann Band, bestehend aus ihm (Gesang, Gitarre), Volker Zeller am Bass und Tom Bonn an den Drums. Folgerichtig erschien dann in 2017 das erste, vielbeachtete Album „ADB“ des Kasseler Powertrios.

Und nun das Nachfolgewerk „Your Blues Ain’t Mine“. Auch hier bietet Diehlmann einige Coverversionen klassischer Bluesnummern, aber auch spannende Eigenkompositionen.

Gleich mit dem Opener, dem Robert Johnson-Klassiker „Come On Into My Kitchen“, den u. a. auch schon die Allman Brothers und Eric Clapton auf ihrer Setliste hatten, bietet Diehlmann kraftvollen Deltablues der Extraklasse.

Die Coverversion von Hendrixs „Little Wing“ überrascht als pure Instrumentalversion, die sich im Intro und am Ende des Tracks am 1967’er Original orientiert, im Mittelteil aber viel Spielraum für Diehlmanns eigene Interpretationen lässt.

Auch  „Soulshine“, ursprünglich von dem langjährigen Gitarristen der Allman Brothers Band Warren Haynes komponiert und gesungen, verleiht der Kasseler Blueser in der vorliegenden Fassung seinen eigenen Charme. Wirklich hörenswert.

Die restlichen sechs Tracks des Albums sind kraftvolle Eigenkompositionen, die durch Diehlmanns außergewöhnliches Gitarrenspiel und seine markante, raue Stimme getragen werden.

Insgesamt liefern er und seine beiden Mitstreiter mit ihrem zweiten Silberling ein grandioses, Hendrix-, Freddie King- und ZZ Top-beeinflusstes Blues-Opus ab, wie ich es von einem deutschen Blues-Musiker an sich nicht erwartet hätte.

Schon jetzt spielen Diehlmann, Zeller und Bonn in der absoluten Blues-Elite-Liga. In Zukunft werden wir hoffentlich noch viel mehr von dieser Truppe zu hören bekommen. Für die Scheibe gibt es 5 Sterne und eine dicke Kaufempfehlung!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Blues

Tracks:
01. Come On Into My Kitchen
02. Your Blues Ain’t Mine
03. I Don’t Wonna Loose You
04. I Don’t Know
05. Head Down Low
06. Little Wing
07. Going Home
08. Soulshine
09. F#cking Happy Blues

Andreas Diehlmann Band
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The Bluesbones – 31.10.2018, Meisenfrei, Bremen – Konzertbericht

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Das Motto der belgischen Band „The Bluesbones“ leitet sich vom Namen ab „playing blues that gets into your bones“. Das klingt schon mal gut, aber kann Belgien für großartige Bluesmusik stehen?

Gegründet in 2011, haben die Bluesbones bereits drei Studio- und zwei Livealben veröffentlicht. Darunter ragt „Double Live“, ein mit 15 Songs und über 100 Minuten Spielzeit vollgepacktes Livedokument, heraus. Wer hier reinhört, ist sofort infiziert. Ähnlich überzeugend muss wohl auch ihr Auftritt beim „European Blues Challenge“ gewesen sein. Dort erreichten die Bluesbones 2017 den zweiten Platz. Auch namhafte europäische Festivals haben sie bereits gerockt: „Blues Peer“, Culemborg Blues“, „Swing Wespelaar“ oder „Moulin Blues“ seien hier exemplarisch genannt.

Am Halloweenabend im gemütlichen Bremer Bluesclub „Meisenfrei“ präsentiert das Quintett aus Belgien fast alle Songs ihres aktuellen Albums „Chasing Shadows“, das in den Top 40 Charts der Independent Blues Broadcasters‘ Association (IBBA) die Pole Position als „Most Played Album“ erreichte. Daraus stechen eine Reihe von Songs hervor, darunter das atmosphärisch dichte „Going down“. Der junge Seitenhexer Stef Paglia treibt den Song mit einem markanten Riff an, gleitet dabei gekonnt mit dem Bottleneck über die Gitarrenseiten und lässt sie beim Solo herrlich aufheulen.

Bassist Geert Boeckx legt mit einer butterweichen Bassline das Fundament der funkigen und tanzbaren Nummer „The End“. Den Midtempo-Song „Betrayal“ veredelt Edwin Risbourg mit einem klangvollen Hammond-Solo. Bluesballaden beherrscht das Quintett auch. „Sealed Souls“ ist ein Ohrenschmeichler erster Güte und verzückt das Publikum mit einem satten Refrain. Nicht nur hier entfaltet Sänger Nico de Cock sein kraftvolles Stimmvolumen und beeindruckt als charismatischer Shouter.

Von den übrigen Studioplatten „Saved by the blues“ und „Voodoo Guitar“ intoniert der belgische Fünfer ebenfalls begeisternde Songs. „I Try“ ist so ein Kracher. Dafür streift Stef Paglia einmal mehr die schneeweiße Fender Stratocaster über. Beim ausufernden Solo berührt er die Gitarrenseiten nur ganz leicht und lässt sie so immer leiser erklingen, steigert dann langsam die Lautstärke und löst die aufgebaute Spannung mit einem krachenden Finale. Einmal mehr applaudiert das begeisterte Bremer Publikum für diese glänzende Einzelleistung.

Mit dem treibenden „She’s got the devil in her“ präsentiert das Quintett eine der wenigen Coverversionen. Höhepunkt dieser äußerst gelungenen Darbietung ist das ausgedehnte Solo von Edwin Risbourg. Zum Finale drückt er so intensiv in die Tasten seiner braunen Hammond B 3, dass die Funken regelrecht zu sprühen scheinen.

Das hart rockende „Devil’s Bride“ bringt noch mal richtig Dampf auf den Kessel und beendet zunächst das erstklassige Konzert. Als stürmisch eingeforderte Zugabe folgt der Titeltrack des ersten Albums „Voodoo Guitar“. Im Solopart dieser herrlichen Ballade wechselt der junge Stef Paglia gekonnt zwischen druckvollen und gefühlvollen Passagen und belegt nochmals seine Klasse am Griffbrett. Folglich vergeht das reichlich mit Highlights gespickte zweistündige Konzert wie im Fluge.

Fazit: Obwohl jede Position in der Band mit hervorragenden Einzelkönnern bestückt ist, überzeugt gerade das Kollektiv auf der ganzen Linie. Nicht unerwähnt bleiben darf hier die hervorragend aufspielende Abteilung Rhythmus, bestehend aus Schlagzeuger Koen Mertens und Tieftöner Geert Boeckx.

Angesichts dieses großartigen Konzertes der Bluesbones, kann die eingangs gestellte Frage nur mit einem deutlichen „ja“ beantwortet werden. Zumindest alle anwesenden Musikfreunde dürften die Bluesbones in ihr Herz geschlossen und Belgien künftig auf die Blueslandkarte aufgenommen haben.

(Herzlichen Dank an Uli Witte für das zur Verfügung stellen seiner Fotos!)

Line Up:
Nico de Cock (lead vocals)
Geert Boeckx (bass)
Stef Paglia (electric guitar)
Edwin Risbourg (organ)
Koen Mertens (drums)

Text: Thomas Völge
Bilder: Ulrich Witte

The Bluesbones
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Meisenfrei Bremen
Kingbee Music

The Marcus King Band – Carolina Confessions – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Die Marcus King Band legt ein Bekenntnis ab! Musikalisch, dass sie sich voller Hingabe dem Blues und Southern Rock verschrieben hat. Thematisch geht es um Schuld und Vergebung nach dem Ende einer Beziehung. Der 22-jährige Bandleader und Songschreiber Marcus King verarbeitet auf dem dritten Studioalbum den schwierigen Abschied aus seiner Heimat South Carolina.

Produziert wurde „Carolina Confessions“ an der Seite von Grammy Award-winner Dave Cobb (u.a. Chris Stapleton, Jason Isbell, Zac Brown Band, Whiskey Myers und Rival Sons), der sich vor allem im Americana- und Country-Bereich ausgezeichnet hat, im RCA Studio in Nashville, TN.

Sein Mentor, der legendäre Blues-Musiker und das Allman Brothers Band Mitglied Warren Haynes, ebnete King den Weg, indem er ihn 2015 auf seinem Label (Evil Teen Records) unter Vertrag nahm und das zweite Album mit produzierte. Die Einflüsse der Allman Brothers Band sind unverkennbar („8 a.m.“). Aber auch die Dereck Trucks Band oder Gov’t Mule finden sich als musikalische Vorbilder („Goodbye Carolina“, „Autumn Rains“) wieder.

King ist zwar der alleinige Songwriter, legt aber sehr viel Wert darauf, das Album als Bandprojekt zu verstehen: „There’s six of us, and we have our own arbitration process; he [Dave Cobb] was really understanding of the fact that this is a band.“ Wie auf den vorherigen Studioalben „Soul Insight“ (2015) und „The Marcus King Band“ (2016) orientiert man sich am Sound der Vorbilder und Unterstützer, scheut andererseits keine Experimente.

Da wäre zunächst das leicht funkige „Homesick“ zu nennen oder auch „Where I’m Headed“ mit saftiger Bläserbegleitung im Refrain. Die überwältigende und melancholische Southern Rock Ballade „Goodbye Carolina“ ist das beeindruckende Aushängeschild des Albums, was nicht nur am persönlichen Songwriting von King liegt, der hier über den Verlust eines engen Freundes singt. „How Long“ ist hingegen ungewöhnlich experimentell, mit einem schwungvollen Rhythm & Blues Sound versehen, der den aktuellen R&B „Überfliegern“ Nathaniel Rateliff & The Night Sweats in nichts nachsteht.

„Confessions“, der bluesigste Tune der Scheibe, nimmt wie andere Songs, nochmals Bezug auf das LP-Grundthema „Sünde und Verzeihung“ („Forgive me for I have sinned“). Das aktuelle Werk ist für King aber genauso ein Aufbruch zu neuen Ufern, gleichbedeutend mit dem Verlassen seiner Heimat. Dieser Weg ist für ihn verbunden mit Zweifeln und Ängsten, die er auf den Tracks immer wieder zum Ausdruck kommen lässt („Where I’m Headed“).

Abschließend mit dem souligen „Side Door“, dem von der Akustik-Gitarre geprägten „Remember“ und dem harten Stoner Rock Jam-Track „Welcome ʹRound Here“, mag man irgendwie kaum glauben, dass es sich bei „Carolina Confessions“ erst um den dritten gemeinsamen Longplayer handelt, so routiniert spielt die sechs Mann starke Band zusammen.

„Carolina Confessions“ ist ein hingebungsvolles Blues- und Southern Rock-Album und ein Bekenntnis zu den musikalischen Wurzeln. Mit diesem meisterlichen Longplayer wird der erfolgreiche Siegeszug der Marcus King Band fortgesetzt!

Fantasy Records (2018)
Stil: Blues Rock, Southern Rock, Soul

01. Confessions
02. Where I’m Headed
03. Homesick
04. 8 a.m.
05. How Long
06. Remember
07. Side Door
08. Autumn Rains
09. Welcome ’Round Here
10. Goodbye Carolina

The Marcus King Band
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Oktober Promotion

Alastair Greene – Live From The 805 – CD Review

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Review: Jörg Schneider

Kurz nach seinem gefeierten 2017’er Album „Dream Train“ ist nun im August Alastair Greenes neue CD „Live From The 805“ erschienen. Dabei handelt es sich um den Live-Mittschnitt eines Konzertes in seiner Heimatstadt Santa Barbara, Kalifornien. Ähnlich wie bei dem kürzlich besprochenen Doppelalbum der Imperial Crowns beinhaltet auch Greenes Werk 20 Tracks aus seiner 20 jährigen Karriere als Blues- und Rock-Gitarrist.

Die meisten der Songs sind Eigenkompositionen und stammen von seinen bisherigen fünf Studioalben, aber auch einige Coverstücke (Albert King, Amos Blackmore, Jimmy Reed) sind darunter. Alastair Greene, geboren 1971, wird bereits als einer der besten Rockgitarristen seiner Generation gefeiert und braucht, bezüglich der Southern Rock-Kompositionen, Vergleiche mit Gov’t Mule oder ZZ Top nicht zu scheuen.

Musikalisch ist Alastair Greene ein Wanderer zwischen den Blues-, Blues Rock- und Southern Rock-Welten. Seine Stücke weisen durchgehend eingängige und gute Laune verbreitende Rhythmen auf, die direkt unser Belohnungszentrum im Gehirn ansprechen und eine gehörige Portion Dopamin ausschütten lassen. Man möchte einfach mehr hören von diesen schnörkellosen Fetzern.

Gleich der Starter des Doppelalbums, „The Sweetest Honeymoon“, ist eine treibende Rock’n Roll-Nummer gefolgt von einem „hough, hough hough“-mäßigen, straighten Southern Track a la ZZ Top. Überhaupt sind fast alle Kompositionen von Greene stark vom Südstaaten-Rock beeinflusst.

Besonders zu erwähnen sind hier das an Lynyrd Skynyrd erinnernde „Down To Memphis“, das basslastige „Back Where I Belong“ und das wohlige, in Moll arrangierte „T’ Other Way“, sowie der Titelsong „Dream Train“ seines letzten Studioalbums mit stampfendem Bass und Slidegitarre.

Einzig der Bluestitel „Big Boss Man“ kommt etwas betulicher daher. Ansonsten sind natürlich auch mindestens genau so gute Rhythm & Blues-Sachen (z. B. „Trouble At Your Door“, „Love So Strong“, „Lawdy Mama“) auf den beiden CDs eingebrannt, in denen auch schon mal Anleihen der legendären Supergroup Cream („Love You So Bad“) aufblitzen. Den Abschluss des Doppelplayers bildet schließlich die schmissige Boogie-Woogie-Nummer „Walking In Circles“.

An alle Fans guter, handgemachter und kompromissloser Blues- und Rhythm & Blues-Rhythmen mit Südstaateneinfluss: diese Scheibe gehört definitiv in eure Musiksammlung!

Rip Cat Records (2018)
Stil: Blues Rock

CD 1:
01. The Sweetest Honeymoon
02. Big Bad Wolf
03. Trouble At Your Door
04. 3 Bullets
05. Red Wine Woman
06. Say What You Want
07. Love So Strong
08. Down To Memphis
09. Lawdy Mama
10. Lucky 13

CD 2:
01. Dream Train
02. Back Where I Belong
03. T’ other Way
04. Last Train Around The Sun
05. Love You So Bad
06. Rain Stomp
07. Big Boss Man
08. First Born Son
09. Shoe On The Other Foot
10. Walking In Circles

Alastair Greene
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