Tas Cru’s neueste Scheibe „Live“ betreibt leider ein wenig Etikettenschwindel. „Live“ steht zwar im Titel, aber ist da auch wirklich „Live“ drin, so wie man sich eine richtige Liveaufnahme vorstellt? Darüber lässt sich sicherlich streiten. Richtig ist, das Tas Cru und seine Bandmates das Ding im Studio eingespielt haben, allerdings mit Studiogästen, die als Livepublikum dienen.
Da liegt es in der Natur der Sache, dass sich eine solche Aufnahme natürlich nicht wie ein „echter“ Livemitschnitt aus einem Club anhört. Trotzdem, das Teil ist ziemlich gut, nur eben nicht wirklich live. Das muss man wissen, sollte man mit dem Gedanken spielen, sich die CD der Plattensammlung einzuverleiben.
Aufgenommen hat Tas Cru die zehn Songs des Albums zusammen mit seiner eingespielten Tourband, bestehend aus der Sängerin Mia Casale, die bisher auf jedem seiner Studiowerke dabei war, Tom Terry (Bass, Gesang), Phil Dilorio (Drums, Gesang), Scott Ebener (Piano, Orgel) und natürlich Tas Cru selbst als Gitarrist und Vokalist.
Das Material auf der Scheibe ist nicht neu, vielmehr ist es eine Zusammenstellung der von seinen Fans am meisten geliebten Songs aus seinen Alben der Jahre 2009 bis 2023. Der Opener „Dat Maybe“ stammt von der für den Blues Music Award nominierten Scheibe „Simmered & Stewed“ aus 2016.
Der Gospelblues „Stand Up!“ und das fröhliche „Brown Liquor Woman“ erblickten das Licht der Welt auf dem 2023‘er Longplayer „Riffin‘ The Blue“ und die drei Stücke „Take Me Back To Tulsa“, „Drunk Half The Time“ und „You Keep The Money“ sind erstmals auf dem gleichnamigen Album aus 2014 zu hören. 2018 veröffentlichte Tas Cru das Album „Memphis Songs“ aus dem „Have A Drink“ und der gospelige Rausschmeißer „Heal My Soul“ ihren Weg auf die neue Scheibe gefunden haben. Die ältesten Tracks sind aber „Grizzle n‘ Bone“ vom gleichnamigen 2009‘er Album und „One Eyed Jack“.
Alle zehn Tracks auf diesem Album kommen recht frech und flott daher, teils mit Gospelanleihen oder leicht funky und manche auch mit einer Rockabilly-Note. Auf jeden Fall immer gute Laune verbreitend und in die Tanzbeine gehend. Die Scheibe macht echt Spaß, auch wenn sie in meinen Augen kein reinrassiges Live-Opus ist. Trotzdem kann ich sie nur empfehlen und ich selbst würde ich sie auch meiner Musiksammlung hinzufügen. Die Chance dazu haben alle Interessierten ab dem 27. September.
Subcat Records (2024) Stil: Indie Rock, Blues & more
Tracks: 01. Dat Maybe 02. Stand Up! 03. Brown Liquor Woman 04. Have A Drink 05. Take Me Back To Tulsa 06. Grizzle n‘ Bone 07. One Eyed Jack 08. You Keep The Money 09. Drunk Half The Time 10. Heal My Soul
Thomas Kraft zieht in „Americana. Ein zerrissenes Land im Spiegel der Country Music“ Verbindungslinien zwischen Country Music und nationaler Identität der Vereinigten Staaten von Amerika. In dem Buch finden viele Musiker_innen Erwähnung, die in der Interpretenskala von Sounds-of-South vertreten sind, sodass es für unsere Leser_innen bereichernd sein könnte. Die Anregung für die erste Buch-Rezension bei SoS gab Andreas Reiffer, in dessen Verlag das Werk am 27.09.2024 erscheint.
Musik muss nicht politisch sein, aber ihre Entstehung ist stets durch den kulturellen und gesellschaftlichen Kontext geprägt. Offensichtlich wird die Verbindung von Musik und Politik, wenn sich die Künstler_innen öffentlich zu politischen oder gesellschaftlichen Problemen äußern oder solche Themen in ihren Texten verarbeiten. Für Politiker_innen wird die Musik interessant, wenn sie deren Popularität für ihre Zwecke instrumentalisieren können. Dass sich die Urheber_innen dagegen wehren, zeigen die zahlreichen Unterlassungsklagen gegen Trump, der ohne Zustimmung Musiktitel in seinem Wahlkampf einsetzt. Kraft zeichnet im ersten Kapitel seines Werks einige Skandale und Kontroversen nach, die im Spannungsfeld von Politik und Musik – speziell der Country Music – in den letzten Jahren aufflammten. Dabei reichen die Beispiele von den Dixie Chicks, den heutigen The Chicks, über Jason Aldeam bis zu Taylor Swift. Gefüllt mit hierzulande kaum wahrgenommenen Hintergrundinformationen bemüht sich Kraft um die Darstellung mehrerer Perspektiven. Deutlich wird dabei, dass die Country-Szene nicht nur in Bezug auf politische Ansichten, sondern auch hinsichtlich der dahinter stehenden Werte gespalten ist.
Eine zentrale Frage wird im zweiten Kapitel, in dem eine Analyse der gesellschaftlichen Situation in den Vereinigten Staaten von Amerika erfolgt, aufgeworfen: „Hat das Land seinen moralischen Kompass verloren?“ (S. 39) Diese Frage stellt sich nicht erst seit der Präsidentschaft von Trump, tritt seitdem aber immer offener zutage. Eine grundlegende These des Autors ist, dass Brüche in der nationalen Identität der USA bestehen, die historische Wurzeln haben. Obwohl sich die Vereinigten Staaten Freiheit und Demokratie auf die Fahnen schreiben, sieht die gesellschaftliche und soziale Realität anders aus. Der Umgang mit der indigenen Bevölkerung während der Kolonalisierung des Kontinents oder die Sklaverei haben Spuren hinterlassen, die bis heute nachwirken. Wie Kraft diagnostiziert, durchziehen tiefe Gräben die amerikanische Gesellschaft, die unter anderem in der Kluft zwischen arm und reich offensichtlich werden.
In weiten Teilen der Bevölkerung besteht ein Gefühl der Unsicherheit, der Benachteiligung oder gar der Existenzbedrohung sowie das Bedürfnis nach Orientierung in einer komplexen Welt. Damit geht ein Rechtsruck in der Gesellschaft einher. Der Ruf nach einem starker Mann, der Klarheit im Sinne einfacher Wahrheiten schafft und Sicherheit verspricht, wird nachvollziehbar. Kraft kommt zu dem Schluss, dass das Phänomen Trump erst aufgrund der existierenden Polaritäten möglich wurde, die er zugleich schürt. Für den Autor stellen sich die Vereinigten Staaten von Amerika als ein gespaltenes Land dar, dessen Risse sich in mehreren Dimensionen und damit auch in der Musik zeigen.
Vor dem Hintergrund dieser Gesellschaftsanalyse widmet sich Kraft in dem folgenden, umfangreichsten Kapitel des Buches wieder der Country Music. Er unterscheidet mehr als zwei Dutzend Spielarten des Country, die er unter dem Sammelbegriff „Americana“ zusammenfasst. Unabhängig davon, ob man alle angeführten Richtungen der Country Music oder dem Americana zuordnen möchte, verdeutlichen die Ausführungen, dass diese kein homogenes Bild abgibt. Der klassische Country, der in ländlichen Regionen seinen Ursprung fand, ist heute nur noch eine Sparte unter anderen. Er dreht sich thematisch um das Leben der arbeitenden Bevölkerung mit ihren mehr oder weniger alltäglichen Problemen. Als traditionelle Volksmusik ist er „weiß, männlich, patriotisch“ (S. 69).
Indem Kraft den Einfluss einzelner Musiker_innen auf den Country in lebendig geschilderten Episoden und Zitaten schildert, verfolgt er dessen Wandlungen und Entwicklungen. Dabei spannt er einen Bogen beginnend in den 1920ern bis in die Gegenwart. Die Verbindungen zum Rock in den sechziger Jahren sowie gesellschaftliche Faktoren wie die Friedens- und Protestbewegung vor dem Hintergrund des Vietnam-Krieges brachten neue Impulse in die Country Music, sodass sich spätestens seitdem die Frage stellt, was noch Country ist und was nicht. „Die Musiker hat diese Frage meist nicht interessiert. Sie wollen kreativ sein, experimentieren und neue Stilrichtungen ausprobieren.“ (S. 126) Gleiches gilt für Künstler_innen, die eher nicht aus der Country-Ecke kommen, aber deren Tradition aufgreifen und verarbeiten. Die Country Music verliert damit endgültig ihre klaren Abgrenzungen und differenziert sich aus, sodass Kraft den Oberbegriff „Americana“ für angemessen hält, um die Facetten neben dem klassischen Country zu erfassen.
Der Autor geht unterschiedlichen Spielarten nach und weist Verknüpfungen zu anderen Musikrichtungen auf, wobei er diese Entwicklungen unter den jeweiligen sozialen und gesellschaftlichen Aspekten im historischen Kontext beleuchtet. Seine Ausführungen sind gespickt mit vielen Details und Querverbindungen. So enthält das Buch auch eine Vielzahl von Informationen, die für die meisten Leser_innen wohl neu sind. Wer hätte gewusst, dass das „erste offen schwule Country-Album der Welt“ (S. 193) von Lavender Country bereits im Jahr 1973 veröffentlicht wurde?
Die Ausführungen machen deutlich, dass die Country Music nicht per se für ein tradiertes, typisch amerikanisches Wertebewusstsein steht. Sie widmet sich auch kritisch und progressiv gesellschaftspolitischen Fragen. Um die Verbindung zwischen Gesellschaft und musikalischer Offenheit zum Ausdruck zu bringen, wählt Kraft den Begriff „Americana“. Kraft beendet seine Ausführungen mit dem Appell in Richtung der Vereinigten Staaten von Amerika – und vielleicht auch in Richtung sämtlicher Country-Fans –, Co-Existenz und Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu sehen und Freiheit tatsächlich ernst zu nehmen.
Dem weiten Begriff „Americana“ folgend stellt der Verfasser zum Abschluss eine Empfehlungsliste von rund 500 Alben mit Anspieltipps zusammen. Die Liste beginnt mit dem Jahr 1966 und umfasst auch Longplayer, die man vielleicht nicht unmittelbar im Bereich der Country Music verortet hätte. Die meisten Werke werden mit ein bis zwei Sätzen kommentiert. Manchmal fallen die Bemerkungen auch ausführlicher aus. Die Aufstellung bereitet Freude, wenn man bekannte Alben wiederfindet und zudem liefert sie Anregungen zur weiteren Auseinandersetzung und Recherche im weiten Bereich der Country affinen Tonträger. Von den sieben bereits aus dem laufenden Jahr in der Liste verewigten Longplayern sind zumindest zwei – „Chains & Stakes“ von The Death South sowie „Mellow War“ von Taylor McCall – auch bei SoS besprochen. Wünschenswert wäre ein Register über die Musiker_innen und Bands gewesen, um gezielt nachschlagen zu können. Ansonsten gibt es nicht viel an dem Buch auszusetzen. Hervorzuheben sind die vielen Fotographien von Musiker_innen, die den Text begleiten. Sie stammen oft von Helmut Ölschlegel.
Thomas Kraft liefert in seinem flüssig zu lesenden Buch eine Bestandsaufnahme der amerikanischen Gesellschaft und diagnostiziert ihr eine Identitätskrise. Zusammenhänge zwischen Politik, Gesellschaft und Country Music zeichnet er in unterhaltsamer, aber oft nachdenklich stimmender Weise nach. Dabei zeigt sich ein facettenreiches Bild des Country, der eben nicht mehr als die traditionsverbundene Volksmusik der Amerikaner zu betrachten ist. Country Music entwickelt sich, schafft kreative Verbindungen zu anderen Stilrichtungen und greift aktuelle und kontroverse Themen auf. Das Buch regt Musikliebhaber an, den Blick über den Tellerrand zu werfen, und eröffnet eine Perspektive, Country Music als „Americana“ neu zu hören und zu entdecken.
Der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Thomas Kreft ging bereits dem Einfluss literarischer Werke auf die Rockmusik nach. „Rock’n Read. Wie Literatur Rockmusik inspiriert“ erschien ebenfalls im Verlag Andreas Reiffer. Das Programm des seit fünfundzwanzig Jahren bestehenden Verlags legt einen Schwerpunkt auf Veröffentlichungen zur Popkultur und berücksichtigt dabei besonders Titel, die um Musik kreisen. Ein Besuch der Website mag sich daher lohnen.
Kraft, Thomas (2024) Americana. Ein zerrissenes Land im Spiegel der Country Music Verlag Andreas Reiffer. 320 Seiten. Hardcover, mit zahlreichen Fotographien von Helmut Ölschlegel und andern ISBN 978-3-910335-25-7 25,00 €
Nach ihrem in 2023 erschienenen Studio-Album „Memory Lane“ (erreichte Platz 13 in den Billboard-Country-Charts), gönnt sich die Multi-Award-nominierte und -gekrönte Band Old Dominion dieses Jahr eine Überbrückungsphase bis zum nächsten Kreativwerk und veröffentlicht im Rahmen ihres zehn-jährigen Bestehens mit „Odies But Goodies“ eine Art „Best Of-Doppel-CD“, vollgepackt mit insgesamt 31 Songs.
In solchen Fällen stellt sich immer automatisch die Frage, für wen sich solche Tonträger lohnen. Da gibt es natürlich die ‚Die Hard‘-Fans, die eh alles von einer Band, in die sie vernarrt sind, haben müssen. Für Leute wie mich, die eigentlich fast nur noch Musik konsumieren, um den nächsten Review zu schreiben, eine schöne Gelegenheit, sich mit der Band wieder zu befassen.
Andere freuen sich vielleicht darüber, die Songs mal in einer anderen Reihenfolge hören zu können. Gegebenenfalls kann man die Zusammenstellung mit seiner eigenen Vorstellung der besten Old Dominion-Tracks vergleichen und darüber sinnieren, welche man selbst auf so eine Doppel-Scheibe gepackt hätte.
Und dann gibt es natürlich auch die Gruppe der Neueinsteiger, die sich nicht alle Werke der Gruppe zulegen möchten und denen eine komprimierte Werkschau zum überschaubaren Kus erst mal reicht.
Der eigentliche Mehrwert ist aber, dass es mit „Coming Home“ ein neues typisches flockiges OD-Lied (mit Heartland-Flair) als Opener gibt, das aktuell auch als Single verbreitet wird. Dazu gibt mit „Lookin’ For Love“ eine herrlich luftige Studio-Version des Johnny Lee-Songs, den Old Dominion im Jahr 2020 im Rahmen der CMA-Awards live zu Ehren des Films „Urban Cowboy“ präsentiert hatten, der besonders Eagles-Fans begeistern dürfte.
“We love that the people who love our music love all of it,” Obviously we love the songs on the radio, but some of the deeper dive stuff, that Johnny Lee song we got to perform to honor him, Mickey Gilley and Urban Cowboy, all those things are as much a part of who we are as the hits. So when you listen to „Odies But Goodies“, I think you get a very good sense of who we are as a band, but also as individuals—and even a sense of the people who show up for this music”, so Bandleader Matthew Ramsey zur Intention zum Track und Album.
Die beiden CDs lassen sich aus meiner Sicht auch ein wenig thematisch einordnen, Während es auf Silberling 1 mehr um überwiegend launig gehaltene Beziehungs-Songs (mit viel integrierter Selbstironie) geht, verbreiten die Nummern auf Silberling 2 mehr Urlaub-Sonne-Sand-Meer–Good Time-Feeling. Da bekommt man selbst morgens auf dem Weg zur Arbeit im Auto schon gute Laune.
Am Ende liegt die Entscheidung natürlich beim Konsumenten, ob man für „Odies But Goodies“ in die Tasche greifen möchte oder nicht. Aus unserer Sicht lohnt es in jedem Fall, sich mit Old Dominion, die uns auch schon mal live in der Kölner Live Music Hall in 2019 sehr überzeugt hatten (das sind nicht nur gute Songschreiber, sondern auch sehr versierte Musiker!), zu befassen. Lockerer, leicht ins Ohr fließender, aber auch sehr stilvoller New Country mit Gute-Laune-Garantie-Faktor!
RCA Records Nashville/Sony Music (2024) Stil: New Country
Tracks: Disc 1:
01. Coming Home
02. Lookin’ For Love
03. Song For Another Time
04. Beer Can In A Truck Bed
05. Make It Sweet
06. My Heart Is A Bar
07. All I Know About Girls
08. Wrong Turns
09. Snapback
10. Stars In The City (feat. Little Big Town)
11. Break Up With Him
12. I Should Have Married You
13 Written In The Sand
14 Hear You Now
15 How Good Is That
16. Some People Do
Disc 2:
01. Hotel Key
02. I Was On A Boat That Day
03. Not Everything’s About You
04. Some Horses
05. No Such Thing As A Broken Heart
06. Memory Lane
07. One Man Band
08. Nowhere Fast
09. Shut Me Up
10. Hawaii
11. Lonely Side Of Town (feat. Gladys Knight)
12. Can’t Break Up Now (with Megan Moroney)
13. Never Be Sorry
14. No Hard Feelings
15. Still Writing Songs About You
Ihre gemeinsame Zeit als Tour-Mates bei Phil Lesh & Friends, einer Grateful Dead-Nachfolgeband, brachte die Guitar-Individualisten J.D. Simo und Luther Dickinson zusammen ins Studio. “Do The Rump!” heißt das Debüt der beiden und ist das Ergebnis einer ideellen Partnerschaft. Die Blues- und Americana-Eigenproduktion liefert sieben Old-School- Song-Favoriten als Cover-Versionen, sowie eine neue Komposition von Simo und Dickinson.
Los geht das Album mit der Bobby Charles-New OrleansHymne “Street People” (1977), ursprünglich ein Swamp-/Cajun-Original und nun ganz nach Intention der Interpreten eine zeitgenössische electric-bluesy Rock-Nummer und Lead-Single des Longplayers. Der raue und kraftvolle Gitarrensound des Openers bestimmt auch bei den anderen, einflussreichen Klassikern die Wirkung der Aufnahmen, wobei Adam Abrashoff an den Drums ebenfalls durchweg besonders erwähnenswerte Basisarbeit leistet.
J.J. Cales “Right Down There“ aus dem Jahr 1972 wird so zum aktuellen, tiefsouligen Blues Rocker und Junior Kimbroughs Cajun-Delta-Blues “Lonesome Road” (1997) bekommt ein massives Gitarren-Gewand. Die John Lee Hooker- Kompositionen “Come & Go With Me” (1960) und “Serve Me Right To Suffer” (1966) entwickeln über die ausgeprägten und verstärkten Soli-Parts moderne Interpretationen, neue, kreative Impressionen zeitloser Meisterwerke.
Die Auswahl der Cover-Titel macht den andauernden und breiten Wirkungskreis der Originale deutlich: J.D. Simo, 39 Jahre, Gitarrist, Singer-Songwriter, Produzent, Toningenieur mit fast 25 Jahren Musikerfahrung, und erfolgreich mit Solo-Alben und der Band SIMO in den Billboard Blues Charts, ist gern gesehener Gast bei Tourneen und Recording Sessions, z. B. bei Jack White, Dave Cobb, Joe Bonamassa, Bob Weir u.a., um nur einige zu nennen.
Luther Dickinson, geb. 1973, startete 1987 seine Studioarbeit mit einem kurzen Mini-Gastspiel für die einflussreiche Indie-Band The Replacements. Seitdem ist der Sänger, Gitarrist, Komponist und Produzent ausgesprochen vielseitig unterwegs. Eigene Gruppen, wie DDT und die unverwüstlichen North Mississippi Allstars, sowie eine lange Liste von Studio-Parts für die Black Crowes, John Hiatt, Devon Allman und Seasick Steve sind nur ein kleiner Ausschnitt seiner vielen Beteiligungen.
Wenig überrascht insoweit auch der Albumtitel “Do The Rump!” und die sehr moderne 8 Minuten Blues-Rock-Fassung des Titelsongs von Junior Kimbrough, mit dem Dickinson befreundet war – vielleicht eine offene Herausforderung nach der starken Black Keys- Version des Songs aus dem Jahre 2009. Ihre enge Beziehung zu Old School Vibes der legendären Blues-Ära zeigen Simo und Dickinson mit dem eigenen, etwas knapp gehaltenen Electric-Boogie “Come On”, einer schönen Reminiszenz zwischen Canned Heat und Savoy Brown.
Das altehrwürdige “Peaches”, ebenfalls von Junior Kimbrough, passt in einer reichlich ausgedehnten, psychedelisch rockigen Einspielung, samt experimentellen free-jazz Ending an den Schluss der Scheibe. In gefühlvoller Übereinstimmung und harmonischer Leichtigkeit haben J.D. Simo und Luther Dickinson klassische Favoriten in moderne, anspruchsvolle Cover-Versionen transportiert und “Do The Rump!” ohne Overdubs und technische Gitarrentricks als groovendes Gesamtwerk produziert.
Forty Below Records (2024) Stil: Blues, Americana
Tracks: 01. Street People 02. Right Down There 03. Lonesome Road 04. Come and Go With Me 05. Serves Me Right To Suffer 06. Do The Rump 07. Come On 08. Peaches
Jetzt ist es soweit, Teil 2 des „Dirt On My Diamonds“-Projekts von Kenny Wayne Sheperd steht zum Erwerb für die Blues Rock-Gemeinde an. .Zum ersten Mal in seiner langen Karriere war Shepherd gezwungen, neues Material zurückzuhalten, und er gibt zu, dass es eine Qual war, diese neuen Songs unter Verschluss zu halten. Bei den Proben klangen sie großartig, und wir konnten es kaum erwarten, sie zu spielen“, so der Protagonist.
Und in der Tat, KWS und seine Mannen bieten hier ganz großes Blues Rock-Kino. Acht schnörkellose Tracks, die nur so vor Kraft, Rauheit und Dreck strotzen und einen direkt gefangen nehmen. Allein der Auftakt mit den beiden wuchtigen bläsergetriebenen Nummern „I Got Woman“ und „In The Middle“ ist, in Kombination mit Kennys wüstem E-Gitarrenspiel, wie die Frau im Opener charakterisiert, ‚wild as a hurricane‘, sodass man froh ist, beim tollen Slowblues „My Guitar Is Crying“ (und Kenny lässt hier seine Gitarre im wahrsten Sinne des Wortes weinen) mal kurz ein paar Minuten durchatmen zu können.
Das war es dann aber auch mit Innehalten. Die restlichen fünf Tracks sind ein wahres Fest für Liebhaber des E-Gitarren-basierten Blues Rocks, wobei sich „Never Made It To Memphis“ (hier natürlich auch wieder mit für die Stadt typischen gezielten Bläsersätzen und unwiderstehlichen E-Gitarrensoli), mit den herrlichen Harmony Vocals von Corinna Gill, als mein persönlicher Favorit herauskristallisiert.
Apropos Gesang: Fall ich es richtig eruiert habe, scheinen sich Noah Hunt und Kenny die Lead Vocals im Wechselrhythmus ziemlich brüderlich zu teilen. Klasse gefällt mir auch die textliche Metapher „I hate to see you leavin‘, but I love to watch you go“ im von Noah Hunt gesungenen „Watch You Go“. Als Rausschmeißer gibt es am Ende noch eine schöne Coverversion von ZZ Tops „She Loves My Automobile“.
Fazit: Kenny Wayne Shepherd zaubert auf „Dirt On My Diamonds – Vol. 2“ weitere acht hochkarätige Song-Diamanten aus seiner Kreativschatulle, bearbeitet im bewährten modernen Blues Rock-Schliff, serviert von ihm samt seiner brillanten Mitstreiter und Co-Songwriter wie u. a. Marshall Altman (auch Co-Produzent) , Noah Hunt, Joe Krown, Chris Layton, Kevin McCormick, James LeBlanc, Jace Everett, und vielen mehr. Ein Blues Rock-Must Have!
Provogue Records (2024) Stil: Blues Rock
Tracks: 01. I Got A Woman 02. The Middle 03. My Guitar Is Crying 04. Long Way Down 05. Never Made It To Memphis 06. Watch You Go 07. Pressure 08. She Loves My Automobile
Willie Watson hatte in seiner Jugend eine quasi spirituelle Begegnung mit der traditionellen Folkmusik. In einer Apfelplantage sang er zusammen mit einem flüchtigen Bekannten ein paar alte Songs und verfiel dieser Musik bis ins Mark. Diese Episode greift er im letzten Stück „Reap ‘em In The Valley“ des neuen, selbstbetitelten Albums auf. Der autobiographische Text wird über weite Teile gesprochen und nur mit der akustischen Gitarre begleitet. Der achtminütige Track ist daher verhältnismäßig sperrig. Davor finden sich aber sieben melodiöse Lieder, mit denen Watson auf den Spuren der klassischen Singer/Songwriter wandelt. Er veröffentlichte bereits zwei Alben, auf der er Folkstücke covert, nun legt er sein erstes Solo-Werk mit selbstgeschriebenen Liedern vor.
Das Werk steht für Watson am Ende eines Selbstfindungsprozesses und hat eine gleichsam kathartische Funktion. Selbstzweifel und das Gefühl, dass etwas in seinem Leben fehlt, waren wohl seine ständigen Begleiter. Die Frage nach Gott spielt dabei auch eine Rolle. Im akustischen „Slim And The Devil“ thematisiert er auf witzige Weise eine Wette, die der Protagonist an der Himmelstür abschließt, damit er nochmals auf die Erde zurückkehren kann. Der Song basiert auf dem Gedicht „Slim Greer in Hell“ von Sterling A. Brown. Harte und vielleicht falsche Entscheidungen stehen bei „Already Gone“ im Zentrum. Nachdenklich stimmen „One To Fall“, „Play It One More Time“ und „Sad Song”. Daneben finden sich aber auch versöhnliche Töne auf der CD („Real Love“).
Die Eigenkompositionen werden durch die beiden Interpretationen von „Mole In The Ground“ und „Harris And The Mare“, die ursprünglich von Bascom Lamar Lunsford beziehungsweise Stan Rogers stammen, ergänzt. Watson spielt mehrere Instrumente, holt sich aber eine Band ins Studio. Diese agiert mit dem Gastmusiker Benmont Tench (Tom Petty And The Heartbreakers) dezent im Hintergrund, sodass der Folkcharakter bei jedem Song erhalten bleibt.
Vor seiner Solokarriere gründete Watson Old Crow Medicine Show mit. An einigen Soundtracks der Coen-Brüder war er beteiligt und spielte in „The Ballad of Buster Scruggs“ auf der Leinwand. Watson ist bei weitem kein Neuling in der Branche, dennoch bezeichnet er sein aktuelles Album als Debüt. Als Songwriter, der sich dem Folk verschrieben hat, präsentiert Watson eine Reihe traditionsorientierter Stücke. Er legt ein persönliches Werk vor, dass er folgerichtig „Willie Watson“ nennt. Man kann seine Zeit weitaus schlechter verbringen als ihn in einer ruhigen Dreiviertelstunde kennenzulernen.
Little Operation Records and More – Thirty Tigers (2024)
Stil: Folk
Tracks:
01. Slim And The Devil
02. Real Love
03. Already Gone
04. Sad Song
05. One To Fall
06. Harris And The Mare
07. Play It One More Time
08. Reap ’em In The Valley
Die Allen-Forrester Band, die zur Zeit noch im Süden und einem Gig in Berlin unterwegs ist, mit einem kleinen Zwischen-Intermezzo,, einer nur digital veröffentlichten Live-EP mit vier Stücken. Alle Kennt man von ihrer tollen Debüt-CD, als auch, wer sie wie wir,, schon des Öfteren auf der Bühne gesehen hat, von ihren engagierten Auftritten.
Auch hier bekommt man den typischen an Lynyrd Skynyrd-ausgerichteten Sound der Anfangsphase des klassischen 70er-Southern Rock, ohne Schnörkel,, ehrlich gearbeitet,, man hört und sieht den imaginären Schweiß der Burschen beim Spielen förmlich aus den heimischen Boxen tropfen.
Was sind die Kaufargumente? Bei „Good Situation Gone Bad“ bekommt man gegen Ende ein dynamisches Drum-Solo von Matze Böhm, das finale „Running For Your Life“ wird mit einem groovigen Bass-Intro von dem ansonsten auch wieder klasse zupfenden Hendrik Herder eingeleitet.
Josh Allen geht mit seinem kämpferischen Frontgesang voran, Ben Forrester setzt die gewohnten Highlights im Leadgitarrenspiel. Insgesamt eine schöne Sache, sich das Live-Können des Quartetts auch für zuhause zu sichern und vor allem eine ideale Gelegenheit, solche lebensnahe Bands auf ihrem weiteren Weg ein wenig zu unterstützen und ehrliche Live-Musik am Leben zu erhalten.
Die beiden aus dem Osten der USA stämmigen Musiker samt ihrer Rhythmusfraktion beweisen mit „Eastbound“ erneut, dass sie den Sound des Südens perfekt beherrschen.
EBF Music / Timezone Records (2024) Stil: Southern Rock
Tracks: 01. Stand Up 02. Burning Daylight 03. Good Situation Gone Bad 04. Running For Your Life
Willie Nile rockt mit der Energie eines Jungspunds, obwohl er Mitte der Siebzig ist. 2022 arbeitete er eine temporeiche Setlist im New Yorker Daryl’s House Club ab, die einen Querschnitt durch seine Karriere widerspiegelt. Seit ich ihn vor einer Dekade live erleben durfte, scheint er nichts an Elan verloren zu haben. Seine letzten Konzert-Aufnahmen, die auf CD gepresst wurden, stammen aus dem Jahr 2011. Danach veröffentlichte Nile sieben Studio-Werke, sodass ein aktuelles Live-Album längst überfällig wurde.
Einen leichten Schwerpunkt bei der Liedauswahl legt Nile auf „New York At Night“ (2020). Von dem Longplayer sind neben dem Titeltrack zwei weitere vertreten („Lost And Lonely World“, „Run Free“). Ansonsten präsentiert er fast von jedem seiner Alben einen Song. Vom Anfang seiner Karriere wählt er „Shoulders“. Das einzige langsame Stück auf der CD leitet Nile mit einem Klavier ein. Hier gibt er Jimi Bones für ein längeres Gitarrensolo Raum. Der Break zwischen den straight forward gespielten Rockern, bei denen Jon Weber am Schlagzeug und Johnny Pisano am Bass für den richtigen Druck sorgen, liegt genau in der Mitte des Albums und ist so geschickt platziert, um ein kurzes Durchatmen zu gestatten.
Die musikalische Karriere von Nile wurde von Rechtsstreitigkeiten behindert und verlief daher nicht ohne längere Unterbrechungen. Aus den 1990ern finden sich „Places I Have Never Been“ und „Black Magic And White Lies”. Richtig in Schwung gekommen ist Nile dann in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends. Mit „House Of A Thousand Guitars“ (2009), „The Innocent Ones“ (2010) und das auf Blue Rose Records veröffentlichte „American Ride“ (2013) legte der in Buffalo, New York, gebürtige Songwriter drei stake Longplayer in Folge vor. „House Of A Thousand Guitars“, „One Guitar“ und „ This Is Our Time“ stammen von diesen Werken.
Die CD „World War Willie“ (2016) ist mit „Trouble Down In Diamond Town“ vertreten, während die Balladen von „If I Was A River“ (2014) nicht berücksichtigt werden. Die Titelauswahl ist gelungen, auch wenn einige meiner Favoriten nicht auftauchen. Der charismatische Songwriter hätte also genug Material in der Hinterhand für weitere Live-Mitschnitte.
Neben Stücken, die einfach Spaß machen, schlägt Nile auch sozialkritische Töne an, die vor allem seine letzen Veröffentlichungen prägen. „Earth Blues“ und „The Day The Earth Stood Still“ sind hier beispielsweise zu nennen. In diese Kategorie fällt auch „Wake Up America“. Der bislang auf keinem Studio-Album vertretene Track wurde im Original 2022 als Duett mit Steve Earle veröffentlicht.
Die Setlist des Konzerts im Daryl’s House Club gibt einen Überblick über Willie Niles mehr als vierzigjährige Karriere. Nile wählt aus seinem Katalog an Eigenkompositionen fast ausschließlich rockige Nummern, die er mit unbändiger Dynamik performt. Wer authentischen Gitarrenrock mag, kommt auch heute noch an Willie Nile nicht vorbei.
River House Records (2024)
Stil: Rock
Tracks:
01. Places I Have Never Been
02. This Is Our Time
03. Black Magic And White Lies
04. Earth Blues
05. Lost And Lonely World
06. The Day The Earth Stood Still
07. Shoulders
08. New York At Night
09. Trouble Down In Diamond Town
10. Wake Up America
11. House Of A Thousand Guitars
12. Run Free
13. One Guitar
Sehr, sehr lange hat Tab Benoit nichts mehr von sich hören lassen. Endlich nun ist sein neuestes Werk erschienen. „I Hear Thunder“ ist sein erstes Studioalbum seit sage und schreibe 13 Jahren!
Im Laufe der Jahre hat sich Tab Benoit anscheinend zu härteren Bluesriffs hin entwickelt. Auf seinem neuen 10-piece-Album ist der Blueser aus Baton Rouge, Louisiana dem Swamp Blues bzw. Lousiana Blues zwar im Wesentlichen treu geblieben, aber es dominiert eine etwas härtere Gangart, die sich auch in dem Opener „I Hear Thunder“ offenbart. Der Song wartet, einem Donnerhall gleich, mit heftigen Gitarrenriffs auf.
In manch anderen Stücken sind dann wieder auch durchaus funkige und Chicago-Style-artige Elemente zu hören. „The Ghost Of Gatemouth Brown“ ist ein Paradebeispiel dafür. In den Bereich Countryblues hingegen passen Songs wie „Still Gray“, „Overdue“ oder „Watching The Gators Roll In“, erstere sind ruhige Slowbluestitel und letzterer ist ein melodischer, sanft dahin fließender Bayoublues.
Die übrigen Tracks „Inner Child“, „Why, Why“, „Little Queenie“, „I’m A Write That Down“ und „Bayou Man“ pflügen, sägen und stampfen mit viel Energie durch das Album, dass es eine ware Freunde ist und passend dazu ergänzt Benoits erdiger Gesang alle Songs.
Großen Anteil am gelungenen Sound der Scheibe hat sicherlich auch die Gitarrenlegende Anders Osborne. Benoit und Osborne präsentieren sich auf dem Album als kongeniale Gitarristen, aber auch George Porter, Bassist der Meters, überzeugt mit seinem Groove. Als Gast bespielt er seinen Bass z. B. in den Stücken „Little Queenie“ und „I‘m A Write That Down“. Außerdem begleitet er Tab Benoit auch auf seiner aktuellen Tour zusammen mit den beiden Tourmates Terence Higgins (Schlagzeug) und Corey Duplechin (Bass).
„I Hear Thunder“ ist bereits am 30. August bei Whiskey Bayou Records erschienen. Insgesamt ein starkes Album mit zehn knackigen Tracks, aufgenommen, gemischt und gemastert vom Meister Tab Benoit himself.
Label: Whiskey Bayou Records (2024) Stil: Blues
Tracks: 01. I Hear Thunder 02. The Ghost Of Gatemouth Brown 03. Still Gray 04. Inner Child 05. Watching The Gators Roll In 06. Overdue 07. Why, Why 08. Little Queenie 09. I‘m A Write That Down 10. Bayou Man
Mit 100 Sitzplätzen ist The Fallout Shelter, Norwood bei Boston, MA., eine bemerkenswerte Venue. Zugleich Broadcast und Recording Studio mit High-End-Audio und Videoproduktion, sowie Live Streams auf Youtube, wird die legendäre Institution getragen von der gemeinnützigen Grassroots Cultural Organisation. Neben vielen anderen haben z. B. auch Larkin Poe vor fast 10 Jahren die “Extended Play Sessions” im Fallout Shelter als Promotion-Chance genutzt.
Und so haben wohl die Erlebnisse seiner Studienzeit am Berkeley College of Music und seine dortige Professur (1995 – 2010) eine Rolle gespielt und den genialen Piano, Organ-Keyboarder (und Bassisten) Bruce Katz nun wieder in seine ehemalige Heimatstadt gezogen, um die neue Scheibe “Back In Bosten Live” im Fallout Shelter einzuspielen. Die mit neun Eigenkompositionen und zwei Cover-Stücken vollgepackte Konzertaufnahme lässt an der Live-Power der exzellenten Band von Beginn an nicht den geringsten Zweifel, wobei es sich überwiegend um Instrumentals handelt, die in ihrer Intensität den Gesang leicht entbehren können.
Ein Highlight des Longplayers ist die fast 10-minütige Version des Allman Brothers/Dickie Betts Titels “In Memory of Elizabeth Reed”, inklusive eines outstanding Drum-Solo-Parts und Keyboard/Guitar Variationen. Zwei 9-Minuten-Tracks (“Get Your Groove” und “Gray’s Jam”) gehören zu den weiteren Konzerthöhepunkten. Die nicht nur vom Titel her groovenden und jammenden Rhythmen treibt Bruce Katz zusammen mit Gitarrist Aaron Lieberman, Gastmusiker Jesse Williams (u. a. North Mississippi Allstars) am Bass, und Schlagzeuger Livio Pop, durch grandiose Solo-Einlagen furios in ausgiebig breite Klangsphären.
Die pure Begeisterung beim Publikum steigert den Eindruck der kraftvollen Live-Performance. Aaron Lieberman, der auch die Gesangsparts übernimmt, hat mit dem 1934er Leroy Carr-Klassiker “Blues Before Sunrise” seine absolut herausragende Vocal-Nummer, deren krönende Piano-Passagen des mittlerweile 72-jährigen Bandleaders den seinerzeit sehr populären Blues-Interpreten Carr auszeichnen.
Auch der Boogie-Woogie und Rock’n’Roll “Don’t Feel So Good Today” (Jerry Lee Lewis hätte seine pure Freude!) rückt den Oldie-Charakter in den Vordergrund der Aufnahme. Chuck Leavell selbst Pianist und Keyboarder (in den 70ern u.a. Allman Brothers und inzwischen Musical Director der Rolling Stones) bringt es treffend auf den Punkt: “Bruce Katz …has fingers full of fire…whether on piano or hammond…”.
Die phänomenale Klangwelt aus Blues, Jazz, Soul und Jam-Band-Rock von Bruce Katz und seiner Band ist auf “Back In Boston Live” jederzeit präsent und steigert sich zu einer mehr als elektrisierenden Performance. Der Stellenwert dieser hochgradig gelungenen Produktion einer weitverzweigten American Roots Music Experience ist jedoch ebenso geprägt durch die unmittelbar hautnahe Atmosphäre im Fallout Shelter. Natürlich findet die CD-Release-Party dort am 13.09.2024 ebenfalls statt.
Dancing Rooster Records (2024) Stil: Blues, Jazz, Soul
Tracks: 01. The Czar 02. Blues Before Sunrise 03. In Memory Of Elizabeth Reed 04. Don’t Feel So Good Today 05. Get Your Groove 06. Gary’s Jam 07. Dreams Of Yesterday 08. Take The Green Line 09. BK’s Broiler 10. Just An Expression 11. For Brother Ray
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