Blackberry Smoke – Support: Quaker City Night Hawks – 27.10.2018, Musiekcentrum De Bosuil, Weert – Konzertbericht

BS-haupt

Drittes Southern Rock-Konzert innerhalb von fünf Tagen mit drei hochkarätigen Bands (alle irgendwie mit unterschiedlichen musikalischen Ansätzen) – wann hat es das schon mal gegeben? Erlebt das Genre bei uns in Europa nochmal ein kleine Renaissance?

Dritte im Bunde waren die momentanen Platzhirsche der Szene, vor allem was den Zuschauerzuspruch angeht, Blackberry Smoke, die sich zur Zeit wieder auf hiesiger Tournee befinden.

Ich begleite das Georgia-Quintett ja eigentlich review-technisch schon von Anfang an, selbst als sie noch jedem Zuschauer in relativ kurzem Zeitraum die Hände schütteln konnten und man mit den Jungs nach dem Gig an der Theke noch gemütlich ein Bier trinken konnte.

Die Zeiten sind lange vorbei. Charlie Starr und seine Bandkumpanen Paul Jackson, Brandon Still, Richard und Brit Turner haben sich durch kontinuierlich gute Scheiben und regelmäßige Live-Präsenz bei uns, eine stetig wachsende Fangemeinde aufgebaut (überraschender Weise mit auch sehr vielen jüngeren Anhängern), und sorgen hier mittlerweile in den mittelgroßen Locations für ausverkaufte Häuser.

So auch an diesem Abend im brechend vollen Musiekcentrum De Bosuil im holländischen Weert, zu dem auch viele Deutsche aus dem Grenzgebiet angereist waren.

Als Support hatten sie diesmal die texanischen Quaker City Night Hawks mit dabei. Ich muss direkt sagen, endlich mal ein Act, der auch Spaß gemacht hat, nachdem bei allen Konzerten zuvor, die ich bisher von Blackberry Smoke erlebt hatte, immer grottenschlechte und  nicht passende Acts erstmal die Toleranz auf die Probe gestellt hatten.

Das Lonestar-Quartett um die beiden Leader Sam Anderson (so ein Marcus King-Typ) und David Matsler (schöne Stimme Richtung Cody Canada) lieferten angenehme, versierte Kostproben aus ihren bisherigen Fundus (mit u. a. „Cold Blues“, „Mockingbird“, „Fox In The Hen House“) und gaben mit Stücken wie „Colorado“ und „Suit In The Back“ einen Ausblick auf ihr neues, voraussichtlich im Februar erscheinendes Album.

Trademark des Vierers sind die wechselnden Lead- und sich ergänzenden Harmoniegesänge der beiden Hauptprotagonisten, gepaart mit texanisch angehauchter E-Gitarrenarbeit. Mein Favorit aus ihrem Programm war der „Rattlesnake Boogie“, der passender Weise mit schönen Rasseleffekten versehen wurde. Eine klasse Truppe, bei der es durchaus lohnt, sich mit ihr tiefergehend zu beschäftigen.

Charlie Starr und seine Kollegen hatten mit dem launigen Auftakttrio „Fire In The Hole“, „Nobody Gives A Damn“ und „Good One One Comin‘ On“ die Audienz sofort auf ihrer Seite. Schwerstarbeit musste ihr Gitarren-Rowdie leisten, der Starr und Paul Jackson mit stetig wechselnden Arbeitsgeräten versorgen musste.

Im Gegensatz zu Lynyrd Skynyrd, die es jetzt Jahrzehnte geschafft haben, sich bei Ihren Live-Auftritten auf ein paar wenigen Stücken auszuruhen, darf man sich bei Blackberry Smoke über einen steten Wechsel in der Setlist freuen. Konstant ist bei Blackberry Smoke nur das Line-up, was eine auf eine gute interne Harmonie Rückschlüsse zulässt. Rein äußerlich ist eigentlich hier nur das Wachsen und Ergrauen der beiden imposanten Turner-Bärte als marginale Randnotiz zu vermerken.

So wurden natürlich die aktuellen Silberlinge „Find A Light„/“The Southern Ground Sessions“ („Best Seat In The House“, das wunderbare „Run Away From It All“) genauso umfassend abgebildet wie auch Stücke aus den vergangenen Alben (u. a. „Waiting For The Thunder“, „Let It Burn“, Sanctified Woman“, „Up In Smoke“, „Son Of The Bourbon“, „Like An Arrow“).

Zu gefallen wusste der Fünfer sowohl bei instrumentell ausufernderen Sachen mit zum Teil progressivem Touch wie „Medicate My Mind“, „The Whippoorwill“ oder „Sleeping Dogs“ (mit Einbindung des Beatles-Klassikers „Come Together“) als auch bei Ausflügen in den countryesken Bereich z. B. „I Ain’t Got The Blues“ und dem Gänsehaut-erzeugenden Ohrwurm „One Horse Town“.

Über den Mehrwert, der durch Brandon Still mit seiner variablen Keyboard-Arbeit (Orgel, E-Piano, HT-Piano) erzeugt wird, ist ja hier schon mehrfach philosophiert worden. Die Turners verrichteten ihr routiniertes Rhythmus-Werk, Paul Jackson glänzte neben Charlie Starr als unangefochtenem Leader (viele schöne E-Gitarrenspielereien), vornehmlich in den Twin-Passagen und bei kleineren Soli.

Blackberry Smoke präsentierten sich an diesem Abend in bester Spiellaune und hatten spürbar richtig Bock, was sich am Ende mit „Flesh And Bone“, dem herrlichen „Ain’t Much Left Of Me“ (mit integriertem „Mississippi Kid“ von Skynyrd) und dem, auf Zuschauerwunsch gespielten, zuvor schon länger nicht mehr performten „Train Rollin'“ in gleich drei Zugaben äußerte.

Eine gut aufgelegte Band, erstmalig ein perfekter Sound von Anfang an (Kompliment an den Mischer) und ein begeistert mitgehendes Publikum sowie die dementsprechend tolle Stimmung – Blackberry Smoke lieferten eine starke Werbung für den Southern Rock! Unser Dank an Olli Bergmann von Oktober Promotion und den Tourmanager Dan Tobin für die unkomplizierte Akkreditierung. Hat Spaß gemacht – eine Woche, die lange in Erinnerung bleiben wird!

Line-up:
Charlie Starr (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Paul Jackson (electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Brandon Still (keys)
Richard Turner (bass, vocals)
Brit Turner (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Musiekcentrum De Bosuil Weert
Oktober Promotion

Blackberry Smoke – The Southern Ground Sessions – EP–Review

Review: Stephan Skolarski

Wer von DER Southern-Rock Band, Lynyrd Skynyrd, ausgewählt wird, um sie als Support-Act auf ihrer Abschieds-Tour zu begleiten, dem eilt ein beträchtlicher Ruf voraus. Zu Blackberry Smoke muss daher nicht viel gesagt werden, auch weil sie den Southern-Rock Virus bereits seit den 2000er Jahren erfolgreich verbreiten.

Das im April veröffentlichte sechste Studioalbum „Find A Light“ wurde hier in „Sounds of South“ schon ausführlich bewertet. Zur eigenen Tournee folgt jetzt eine Sonderausgabe, inklusive Akustik-Session-EP.

Aufgenommen in Zac Browns Southern Ground Studios in Nashville, TN, sind fünf Stücke vom aktuellen Album als abgewandelte Version enthalten. „Run Away From It All“ und „Medicate My Mind“ klingen durch die fehlende Lead-Gitarren-Power und die hinzugefügte Akustik-Bridge wie „echte“ Country Songs.

Amanda Shires – Ehefrau von Jason Isbell und in seiner Band The 400 Unit aktiv – haben Blackberry Smoke auch auf der Akustik-Version von „Let Me Down Easy“ an die Fiddle gebeten. Die wehmütige Grundstimmung des „Originals“ kommt als Akustik-Song jetzt noch deutlicher zur Geltung.

Das eingängige „Best Seat In The House“, hat als Akustik-Track nichts von der Lebendigkeit der Urfassung verloren. Auf „Mother Mountain“ performt, wie schon auf „Find A Light“, wieder Oliver Wood von den Wood Brothers im Duett mit Charlie Starr. Die beiden Versionen unterscheiden sich aber leider nur geringfügig voneinander.

Als Highlight ist natürlich das Tom Petty and the Heartbreakers-Cover „You Got Lucky“ vom 1982er Album „Long After Dark“ hervorzuheben, dem Blackberry Smoke in der Akustik-Spielart eine ganz neue musikalische Atmosphäre geben.

Lynyrd Skynyrd haben schon 1994 auf „Endangered Species“ (1994) Ausflüge in die Akustik-Welt unternommen. Blackberry Smoke wandeln mit der „Southern Ground Sessions“-EP daher auf den Spuren ihrer Idole. Die EP ist ein spannender Versuch einige Songs des Longplayers neu zu interpretieren und mit der Zugabe von Pettys Klassiker „You Got Lucky“ wird es besonders für eingefleischte Fans ein Genuss sein, die Southern-Rocker von ihrer ruhigen Seite kennenzulernen.

Earache Records (2018)
Stil: Southern Rock / Country Rock

01. Run Away From It All
02. Medicate My Mind
03. Let Me Down Easy (feat. Amanda Shires)
04. Best Seat In The House
05. You Got Lucky (feat. Amanda Shires)
06. Mother Mountain (feat. Oliver Wood)

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Oktober Promotion

John Hiatt – The Eclipse Sessions – CD-Review

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Review: Michael Segets

Obwohl ihm die ganz großen Verkaufszahlen bisher verwehrt blieben, zählt John Hiatt doch zu den renommierten amerikanischen Singer-Songwritern, dessen Stücke von vielen Künstlern aufgenommen wurden. Rosanne Cash, Eric Clapton und B. B. King, David Crosby, Bob Dylan, Willie Nelson, Bonnie Raitt, Bob Seger sowie Bruce Springsteen reihen sich in die Liste der Interpreten seiner Songs ein.

Musikalisch bewegt sich Hiatt auf seinen Veröffentlichungen zwischen Folk Rock und Heartland Rock mit Einflüssen von Blues und Americana. Am bekanntesten dürfte seine Single „Have A Little Faith In Me” (1987) sein. Mit seiner Scheibe „Walk On“ hat er 1995 ein (unterschätztes) Meisterwerk abgeliefert. Von der Kritik hoch gelobt ist sein „Spätwerk“. Seit 15 Jahren veröffentlicht er bei New West beständig neue Alben.

Im Sommer vergangenen Jahres zog sich Hiatt mit Bassist Patrick O’Hearn und Schlagzeuger Kenneth Blevins in das Heimstudio von Kevin McKendree zurück, um als Trio „The Eclipse Sessions“ innerhalb von wenigen Tagen einzuspielen. McKendree produzierte den Tonträger, steuerte selbst noch einige Keys bei und holte seinen Sohn Yates für eine ergänzende E-Gitarre hinzu. Herausgekommen ist ein typisches John-Hiatt-Album.

Die CD beginnt mit zwei starken Midtempo-Stücken. Die Anlage von „Cry For Me“ erinnert mich an Songs von Warren Zevon, was vielleicht auch an der Klavierbegleitung liegt. Das rootsige, mit gleichmäßigem Rhythmus unterlegte „All The Way To The River“ punktet durch Hiatts Gesang und schöne E-Gitarrenpassagen. An Intensität wird es nur noch durch das herausragende „Nothing In My Heart“ übertrumpft. Hier stellen sich bei mir Assoziationen zu Gurf Morlix ein.

Dabei ist die markante Stimme von Hiatt natürlich ein Alleinstellungsmerkmal. Diese kommt vor allem bei den akustisch angelegten „Aces Up Your Sleeve“ und „Hide Your Tears“ ebenso wie auf dem bluesigen „I Like The Odds Of Loving You“ zur Geltung. Wenn Hiatt höher singt, wie auf „Outrunning My Soul” oder „One Stiff Breeze”, wirkt das eher ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig. Dennoch entwickeln die Stücke – wenn man ihnen eine Chance gibt – bei mehrmaligen Hören ihren Reiz.

Eine groovende Uptempo-Nummer liefert Hiatt mit „Poor Imitation Of God“. Yates McKendree setzt hier und bei „Over The Hill” gelungene Akzente mit seiner elektrischen Gitarre. Harmonisch klingen „The Eclipse Sessions“ mit „Robber’s Highway” aus.

Im Vorfeld der Sessions überlegte John Hiatt, ob er eine Solo-Scheibe aufnehmen soll und sich lediglich mit akustischer Gitarre begleitet. Man weiß nicht, was dabei herausgekommen wäre. Auf „The Eclipse Sessions“ hat er sich für die Begleitband entschieden und das Ergebnis lässt sich gut hören. Wie auf den meisten Werken von John Hiatt finden sich wieder einige hervorstechende Titel, die durch den Drive, die die größere Instrumentalisierung erzeugt, profitieren.

New West (2018)
Stil: Folk Rock

Tracks:
01. Cry To Me
02. All The Way To The River
03. Aces Up Your Sleeve
04. Poor Imitation Of God
05. Nothing In My Heart
06. Over The Hill
07. Outrunning My Soul
08. Hide Your Tears
09. I Like The Odds Of Loving You
10. One Stiff Breeze
11. Robber’s Highway

John Hiatt
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New West Records
Rough Trade

Robert Jon & The Wreck, 25.10.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Festwoche in Sounds Of South! Mit Hogjaw, Robert Jon & The Wreck und Blackberry Smoke gibt es gleich drei für unser Magazin höchst-relevante lupenreine Southern Rock-Acts innerhalb von fünf Tagen zu beleuchten, zwei davon in unserer geliebten Kulturrampe. Da geht dem Southern Rock-Fan natürlich das Herz auf.

Den Anfang machten, wie bereits berichtet, vor ausverkaufter Hütte, die hart rockenden Hogjaw-Schießgesellen, mit partieller Überraschungsunterstützung von Robert Jon und seinen Wrecks. Die waren dann als nächste an der Reihe.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass die Kalifornier sich zu einer meiner Lieblingsbands gemausert haben und meiner Ansicht nach den etablierten (sich meist nur noch selbst covernden) Altgrößen der Zunft längst den Rang abgelaufen haben.

Diesmal war der besondere Reiz, wie der Verlust ihrer beiden Langzeitmitglieder Christopher Butcher und Dave Pelosi durch die beiden Neulinge Warren Murrel und Henry James kompensiert werden konnte.

Letztgenannter, der mit seinem Wuschelkopf und seinen hippiesken Klamotten als auch seinem quirligen Saitenspiel wie ein plötzlich aufgetauchter Nachkömmling von Allen Collins daherkommt, hatte ja schon beim Hogjaw-Gig seine Fingerfertigkeit mehr als nur angedeutet. Auch Leader Jon Burrison hatte uns nachher gegenüber von einer immensen Weiterentwicklung ’seines‘ Kollektivs durch ihn vorgeschwärmt – zurecht, wie wir es dann an diesem Abend bewiesen bekommen sollten.

Schon direkt der teuflisch brodelnde Opener „The Devil Is Your Best Friend“ deutete auf eine Riesen-Southern-Show hin. Auch das folgende, hammerstarke „Blame It On The Whiskey“ ließ die heutigen Skynyrd & Co. in Vergessenheit geraten. Der heimliche Star des Abends Henry James offerierte schon zu Beginn dabei seine Slide-Qualitäten.

Hier direkt ein Wort zum längst nicht mehr so introvertiert wie früher wirkenden Bandleader. Der ist mittlerweile richtig kommunikativ und lässt seine ihn umgebenden Burschen nach Herzenslust gewähren und ihre Künste in den Vordergrund stellen, während er durch seine charismatische Persönlichkeit (natürlich auch seinen Gesang und das E-Rhythmus-Gitarrenspiel) trotzdem eindeutig die Führungspräsenz suggerierte. Nebenbei gesagt, ist er auch ein ganz netter, bodenständiger und auch dankbar erscheinender Mensch.

Spätestens beim, vom angefixten Publikum, lautstark mitgesungenen Refrain von „Rollin'“ (herrliches HT-Geklimper von Steve Maggiora, Mörder-Slide von James), glich die Rampe einem Hexenkessel. Ja, ich kam mir fast vor wie im alten gefürchteten Georg-Melches-Stadion, ähm, ok Pille, in der Grotenburg, bei den einstigen Klassikern des Uerdinger Clubs gegen Rot-Weiss Essen…

Das knapp 20-minütige „Whipping Post“ in Set 1 bot dem zweiten Newcomer Warren Murrel mit Bass-Intro und -Solo, sowie dem schlaksigen, wieder grandios trommelnden Drummer Andrew Espantman, dem Tastenkönner Steve Maggiora, sowie Saitenhexer Henry James, eine schöne Spielwiese zur Demonstration ihres versierten Könnens.

Fronter Robert hatte viel zu gucken, als die Jungs mit „I Got My Eyes On You“ in den zweiten Teil des Gigs einstiegen, denn die Rampe war auch nach der Pause  rappelvoll. Fasziniert vom Treiben der Kalifornier wurde mitgegroovt, -getanzt und -gesungen (selbst beim gar nicht mal so einfachen Refrain vom Ohrwurm „Old Friend“ zeigten sich die Rampenbesucher absolut textsicher).

Die wunderbare Ballade „Mary Ann“ (ganz klasse von Robert gesungen) sowie das mit Allman Brothers- und Marshall Tucker Band-Ingredienzien gespickte furiose „Cold Night“ (Henry James einfach nur grandios in den Soli) ragten weiterhin in Part 2 heraus.

Die Audienz ließ das Quintett erst gar nicht von der Bühne und bekam dann als quasi (inoffizielle) erste Zugabe mit „Witchcraft“ eine weitere Instrumentalschlacht geboten. Als die wirklich alles gebende Band dann mit dem hervorragenden „Glory Bound“ noch einen ‚oben‘ drauf gesetzt hatte, war das Spektakel endgültig vorbei und alle versammelten sich noch im Blue Bird Cafe der Rampe zu den üblichen Après-Aktivitäten.

Die Teenage Head Music-Repräsentaten Manny Montana und Jochen von Arnim, Rampen-Chief Pille Peerlings, wir vom SoS und alle sonstigen begeisterten Beteiligten hatten wohl einen der besten Gigs aller Zeiten in dieser Location erlebt. Für mich persönlich waren Robert Jon & The Wreck das Highlight bisher in 2018!

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Steve Maggiora (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Glenn Hughes – 24.10.2018, Zeche, Bochum – Konzertbericht

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Nachdem 3 Dog Entertainment schon einige Tage vor dem Konzert nur noch einige wenige verfügbare Karten für das Glenn Hughes Konzert meldete, gingen die letzten sieben Karten am Konzerttag über den Tresen, und die Zeche war restlos ausverkauft.

Punktgenau um 20:00 Uhr betrat Glenn mit seiner Band die Bühne. Der symphatische, mittlerweile 67-jährige Hughes hat dieses oft nervige Hinauszögern eines Konzertbeginns eben nicht nötig!

Schon direkt zu Beginn beschrieb er, was die Zuschauer an diesem Abend erwarten sollte. In großen Teilen ein Querschnitt der Deep Purple-Ära Mitte der 70er Jahre, wo er in der Mark 3 und Mark 4 Besetzung als Sänger und Bassist Bestandteil des Hartdrockdinosauriers war. Als Reminiszenz an diese Zeit war er auch mit einer stylischen 70er Jahre-Jeans, einem bunten hippieähnlichen Hemd und der obligatorischen leicht pinken Sonnenbrille mit kreisrunden Gläsern gestylt.

Der Einstiegssong „Stormbringer“ war auch vom Titel her geschickt gewählt, die Gemäuer der Zeche wurden an diesem Abend noch einmal von typischen Hardrock der Marke Deep Purple umweht. Hughes nahm dabei immer wieder Kontakt zu den Fans auf und poste wie zu alten Zeiten. Auch gesanglich war der Auftritt bemerkenswert gut, was für einem Hardrocksänger in dem Alter nicht selbstverständlich ist.

Von der ersten Sekunde an war auch spürbar, mit welcher Freude Hughes die Musik präsentierte und auch die Resonanz aus dem gut mitgehenden Publikum genoss. Bei „Gettiin‘ Tighter“ bewies er in einem ausgedehnten Solo auch noch einmal, wie gut er seinen E-Bass beherrscht.

Schön war, dass Glenn, der auch lichttechnisch meist im Vordergrund stand, seinen Mitstreitern für mehrminütige Passagen die Bühne überließ, wo diese sich als Solisten zeigen konnten. Vor „You Fool No One“ legte Jesper Bo Hansen ein monumentales Keyboardsolo hin, das an die Jon Lord-Ära erinnerte.

Ich meine ganz zu Beginn dabei einige Klänge gehört zu haben, die musikalisch in die skandinavische Region gehören. Soren Anderson, der mir schon als Gitarrist bei Jesper Binzer im Frühjahr bei einem Konzert in Essen positiv aufgefallen war, legte ein mehrminütiges Gitarrensolo hin, konnte aber auch in fast allen anderen Tracks glänzen.

In „High Ball Shooter“ hatte Drummer Fernando Escobedo seinen großen Auftritt. Über mehrere Minuten bearbeitete er seine Drums zum Teil mit einem solchen Tempo, dass das Auge den Drumsticks nicht mehr folgen konnnte, um dann aber in langsameren Passagen mit seinen Stöcken zu jonglieren.

Als vorletzten Song kündigte Hughes eine Bluesnummer an, philosophierte in der Ansage über die Funktion von Musik im friedlichen Zusammenleben von Menschen. Dazu erwähnte er, dass er immer gerne in Deutschland ist, da er durch seine Frau eine familiäre Bindung hier hin hat. Taktisch klug, aber auch ehrlich gemeint. Die ‚Extendet Version‘ von „Mistreated“, einer der besten und intensivsten Purple-Songs für mich, war auch vom frenetischen Applaus der Fans her, eines der absoluten Highlights eines ganz starken Auftritts.

Als letzten Track des Hauptteils durfte das furios gespielte „Smoke On The Water“ natürlich nicht fehlen, an das sich eine schöne Version von „Georgia On My Mind“ anschloss, in der Hughes seine stimmlichen Fähigkeiten auch in höhern Tonlagen zum Besten gab. Am Ende schaute er durch die Decke der Zeche, die bei „Smoke On The Water“, wie von ihm vorher in der Ansage versprochen, angehoben wurde. Dabei schien er ein kurzes Gebet abgeschickt zu haben.

Als die Band die Bühne verlassen hatte, forderten die Fans in der Zeche, welche mit der kleinen Tribüne und der Empore immer ein schönes Ambiente bietet, lautstark Zugaben.

Hughes und seine Band ließen sich auch nicht lange bitten und brachten mit „Burn“ und dem fetzigen „Highway Star“ die Zeche noch einmal zum Kochen.

Nach etwa zwei Stunden guten alten Hard Rocks war die Show dann vorbei. Hughes hatte aber vorher schon angekündigt, auch nächstes Jahr wieder zukommen. Die zufriedenen Fans hatten allen Anschein nach genau das geboten bekommen, was sie erwartet hatten. Auch mit fast 70 ist es noch möglich, ordentlich abzurocken und sich nicht auf den balladesken Songs auszuruhen.

Ein Dank geht an Jenny Dore, für die problemlose Akkreditierung zu diesem Ereignis/Erlebnis, dass Sie es mit 3 Dog Entertainment immer wieder schafft, namhafte und wirklich gute Künstler in die Region um Dortmund zu holen. Und wenn das eigene Piano halt zu klein ist, gibt es genügend Lokalitäten in der Region, wie eben die Bochumer Zeche, wo dann die Post abgehen kann.

Line-up:
Glenn Hughes (lead vocals, bass)
Soren Anderson (guitar)
Fernando Escobedo (drums)
Jesper Bo Hansen (keyboards)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Glenn Hughes
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Zeche Bochum
3Dog Entertainment

Patricia Vonne – 24.10.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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In der Southern-Woche der Kulturrampe jagte ein hochkarätiger Act der Szene den nächsten. Am Vortag gab es mit Hogjaw etwas auf die Ohren, am folgenden Abend beehrten Robert Jon & The Wreck den Krefelder Großmarkt. Zwischen die gewichtigen Bartträger reihte sich die grazile Patricia Vonne aus San Antonio, Texas, ein. „Pille“ Peerlings zeigte sich bei der Begrüßung über die Resonanz dieser kompakten Südstaaten-Serie begeistert. Alle Veranstaltungen bescherten der Rampe ein (nahezu) ausverkauftes Haus.

Patricia Vonne erarbeitete sich durch ihre Touren hierzulande eine treue Fanbasis. T-Shirts mit ihrem Konterfei waren zu erspähen, Kastagnettenklappern sowie niederländische Stimmen zu vernehmen. Einige Wiederholungstäter erkannte Patricia Vonne von vorangegangenen Konzerten. Auch die Krefelder Kulturrampe hatte sie von ihrem Auftritt 2017 in frischer Erinnerung.

Die Begeisterung für Musik, die Vonne versprüht, schwappte bereits mit „This Cat‘s In The Doghouse“ auf das Publikum über. Bei vielen Stücken streute sie kurze persönlichen Bemerkungen ein und schuf dadurch eine besondere Nähe zu den Zuhörern. Ohne Berührungsängste trat sie mit ihnen in Kontakt – beispielsweise als sie von der Bühne stieg und ein Bad in der Menge nahm.

Im Verlauf der beiden Sets wechselte Vonne zwischen englisch und spanisch gesungenen Titel. Bei den Songs mit englischem Text traf Vonne eine rockige Auswahl. Von ihrem aktuellen Album „Top Of The Mountain“ spielte sie sämtliche Uptempo-Nummern. „City Is Alive“ leitete Bassist Harmen de Bresser sehr gelungen mit wuchtige Rückkopplungen ein. Im ersten Set folgten noch „Lekker Ding“ und „Lil‘ Lobo“, im zweiten „Citadel“ und „Graceland Trip“, bei dem sich Vonne an der E-Gitarre austobte.

Weitere Ohrwürmer aus der Backlist waren „Mudpies and Gasoline“ sowie „Rattle My Cage“. Dadurch, dass die Live-Varianten geerdet und weniger fein arrangiert erschienen als die Aufnahmen aus dem Studio, bekamen sie eine stärkere Roots-Rock-Note, die mir sehr gut gefiel. Auch die langsameren Titel „Top Of The Mountain“ und „Tidal Wave“ standen den Albumversionen in nichts nach. Ein besonderes Schmankerl war das countryfizierte „Love Is A Bounty“. Es ist der erste Song, den Vonne geschrieben hat.

Nicht nur das mitreißende Auftreten von Patricia Vonne, sondern auch die Qualität der genannten Songs machten das Konzert zu einem besonderen Vergnügen. Vor allem bei den lateinamerikanischen Rhythmen holte Vonne ihre Kastagnetten hervor und wirbelte über die Bühne. Der Titel „Guitarras Y Castañuelas” war dabei Programm. Vonne ließ es sich nicht nehmen, dem entsprechend ausgerüsteten Teilen des Publikums eine kurze Einführung in Grundtechniken des Kastagnettenspiels zu geben.

Die spanisch gesungenen Songs wie „Traeme Paz“, „Mexicali De Chispa“, „Fuente Vaqueros“ oder „Illuminaria“ liegen musikalisch zwar nicht direkt auf meiner Linie, wurden aber von Vonne so temperamentvoll und mit großen Posen dargeboten, dass sie hervorragend unterhielten. Gerade die Kombination von unterschiedlichen Musikstilen, mit denen Patricia Vonne im Grenzgebiet der USA und Mexiko aufgewachsen ist, prägen ihr eigenes Werk. Ohne diese würde ihren Konzerten ein charakteristisches Moment fehlen.

Ob mit Percussion, akustischer oder elektrischer Gitarre, Vonne war ständig in Bewegung. Das texanische Energiebündel löste bei der Zugabe „The House Is Rockin‘“ Bernhard Weichinger am Schlagzeug ab und überließ dem Gitarristen Ulrich Ellison die Lead Vocals. Mit dem Cover von Stevie Ray Vaughan steuerte ein explosives Konzert seinem Ende zu.

Das Publikum war mit der musikalischen und visuellen Darbietung hoch zufrieden. Auch Patricia Vonne schien Spaß an dem Konzert in Krefeld zu haben. Sie gab anschließend zahlreiche Autogramme, führte Gespräche mit Fans, posierte für Fotos und war froh, dass ein Ring wieder aufgetaucht ist, den sie während der Umkleide auf der Damentoilette verloren hatte.

Mit ihrer enormen Bühnenpräsenz machte die sympathische Texanerin mächtig Werbung für ihre Live-Auftritte. Es wundert daher nicht, dass sie die Herzen ihres Publikums erobert. Sollte sie erneut nach Deutschland kommen, bleibt zu hoffen, dass sie sich an die tolle Stimmung erinnert und der Rampe treu bleibt.

Line-up:
Patricia Vonne (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, drums, percussion)
Ulrich Ellison (electric guitar, acoustic guitar, vocals, lead vocals „The House Is Rockin’“)
Harmen de Bresser (bass, vocals)
Bernhard Weichinger (drums)

Bilder und Text: Michael Segets

Patricia Vonne
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Kulturrampe Krefeld

Hogjaw, 23.10.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Was für ein Abend in der Krefelder Kulturrampe und dazu noch mit einer faustdicken Überraschung, die sich unsere Freunde von Teenage Head Music da ausgedacht hatten. Später mehr dazu.

Das Arizona-Quartett Hogjaw hatte auf ihrer Europa-Tournee für ihr letztes Konzert noch einmal in unserem beliebten niederrheinischen Lieblings-Club Halt gemacht, der einzige Stopp in unserem Land übrigens.

Klein vor wenigen Zuschauern angefangen, hat sich die Band um ihren Leader Jonboat Jones im Laufe der letzten Jahre zu einer echten Institution in der Rampe entwickelt. Klar, dass der Gig in ‚Nullkommanix‘ ausverkauft war.

Das eingespielte Team stellte nach Pilles Ansage sofort mit dem Opener „Rollin‘ Thunder“ und dem fetten Stampfer „Where Have You Gone“ klar, wer die neue Führungsrolle im Southern Hard Rock-Bereich beansprucht: Molly Hatchet war gestern, hier kommt Hogjaw!

Schade im ersten Set war nur, dass bei „North Carolina Way“, das mir bei ihrem letzten Auftritt schon klasse gefallen hatte, Jimmy Roses Stimme, bei seinem einzigen Einsatz am Frontmikro, erst im letzten Drittel des Liedes vernünftig zu hören war.

Highlight hier das finale „County Line” mit furiosem Instrumentalfinish, eigentlich schon als vermeintlicher Höhepunkt von mir zu dieser Phase vermutet. Aber es sollte anders kommen.

Der zweite Teil knüpfte mit „Never Surrender“ nahtlos an die erste knackige Hälfte an. Klasse hier dann das Titelstück des aktuellen Albums „Way Down Yonder“ mit Charlie Daniels-typischer Sprechpassage und Publikums-Mitsing-Interaktion, sowie natürlich das, im wahrsten Sinne des Wortes, ‚feurige‘ „Gitsum“, das, mit seinem dazu gedrehten Video (unbedingt mal im Netz anschauen und bitte nicht ganz bierernst nehmen…), Freunden des Waffengebrauchs vermutlich bereits vielfach Freudentränen in die Augen getrieben und dem eher weniger zu Humor neigenden Pazifisten sicherlich das Blut in den Adern gefrieren lassen hat.

Kommen wir zur Überraschung des Abends. Die Jungs von Robert Jon & The Wreck, genauso wie Hogjaw aus dem Teenage Head-Portfolio, die sich zur Zeit auch auf Tour befinden, hatten einen Tag Pause und waren ebenfalls in der Rampe zugegen.

Was dann ab da auf der Bühne bei „I Will Remain“, „This Whiskey“ und dem Freddie King-Klassiker „Going Down“ abging, als Keyboarder Steve Maggiora, Neu-Gitarrist Henry James und letztendlich Fronter Robert Jon Burrison peu à peu dazu gestoßen waren, entpuppte sich als Mega-Southern Rock-Kino der Extra-Klasse. Vor allem die, mit drei Leadgitarristen, quasi in Armee-Stärke zelebrierten Instrumentalpassagen, ließen einem, schier endlos erscheinende, wohlige Schauer über den Rücken laufen.

Das sind dann wohl die speziellen Glücksmomente, mit denen Leute wie THM-CEO Manny Montana, KR-Chef Pille Peerlings und auch wir von Sounds Of South für unseren umtriebigen Einsatz im Sinne der Southern Rock-Sache belohnt werden. Nicht zu vergessen, die treuen und begeisterungsfähigen Besucher, die solche einzigartigen und mit Herzblut geführten Clubs wie die Rampe am Laufen halten. Sensationell!

Die zwei stürmisch geforderten Zugaben mit u. a. „Road Of Fools“ – wieder im reinen Hogjaw-Line-up – waren da natürlich eine nette Geste in Richtung Band, aber eigentlich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr unbedingt notwendig.

Ein unvergesslicher Abend in der Kulturrampe. Die neuen Könige des Southern Hard Rocks heißen eindeutig – ohne Wenn und Aber – Hogjaw!!!

Line-up:
Jonboat Jones (lead vocals, electric guitar)
Jimmy Rose (electric guitar, vocals, lead vocals)
Elvis DD (bass)
J. ‚Kwall‘ Kowalski (drums, vocals, lead vocals)

Special guests:
Robert Jon Burrison (lead vocals)
Steve Maggiora (keys)
Henry James (electric guitar)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Hogjaw
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

The Marcus King Band – Carolina Confessions – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Die Marcus King Band legt ein Bekenntnis ab! Musikalisch, dass sie sich voller Hingabe dem Blues und Southern Rock verschrieben hat. Thematisch geht es um Schuld und Vergebung nach dem Ende einer Beziehung. Der 22-jährige Bandleader und Songschreiber Marcus King verarbeitet auf dem dritten Studioalbum den schwierigen Abschied aus seiner Heimat South Carolina.

Produziert wurde „Carolina Confessions“ an der Seite von Grammy Award-winner Dave Cobb (u.a. Chris Stapleton, Jason Isbell, Zac Brown Band, Whiskey Myers und Rival Sons), der sich vor allem im Americana- und Country-Bereich ausgezeichnet hat, im RCA Studio in Nashville, TN.

Sein Mentor, der legendäre Blues-Musiker und das Allman Brothers Band Mitglied Warren Haynes, ebnete King den Weg, indem er ihn 2015 auf seinem Label (Evil Teen Records) unter Vertrag nahm und das zweite Album mit produzierte. Die Einflüsse der Allman Brothers Band sind unverkennbar („8 a.m.“). Aber auch die Dereck Trucks Band oder Gov’t Mule finden sich als musikalische Vorbilder („Goodbye Carolina“, „Autumn Rains“) wieder.

King ist zwar der alleinige Songwriter, legt aber sehr viel Wert darauf, das Album als Bandprojekt zu verstehen: „There’s six of us, and we have our own arbitration process; he [Dave Cobb] was really understanding of the fact that this is a band.“ Wie auf den vorherigen Studioalben „Soul Insight“ (2015) und „The Marcus King Band“ (2016) orientiert man sich am Sound der Vorbilder und Unterstützer, scheut andererseits keine Experimente.

Da wäre zunächst das leicht funkige „Homesick“ zu nennen oder auch „Where I’m Headed“ mit saftiger Bläserbegleitung im Refrain. Die überwältigende und melancholische Southern Rock Ballade „Goodbye Carolina“ ist das beeindruckende Aushängeschild des Albums, was nicht nur am persönlichen Songwriting von King liegt, der hier über den Verlust eines engen Freundes singt. „How Long“ ist hingegen ungewöhnlich experimentell, mit einem schwungvollen Rhythm & Blues Sound versehen, der den aktuellen R&B „Überfliegern“ Nathaniel Rateliff & The Night Sweats in nichts nachsteht.

„Confessions“, der bluesigste Tune der Scheibe, nimmt wie andere Songs, nochmals Bezug auf das LP-Grundthema „Sünde und Verzeihung“ („Forgive me for I have sinned“). Das aktuelle Werk ist für King aber genauso ein Aufbruch zu neuen Ufern, gleichbedeutend mit dem Verlassen seiner Heimat. Dieser Weg ist für ihn verbunden mit Zweifeln und Ängsten, die er auf den Tracks immer wieder zum Ausdruck kommen lässt („Where I’m Headed“).

Abschließend mit dem souligen „Side Door“, dem von der Akustik-Gitarre geprägten „Remember“ und dem harten Stoner Rock Jam-Track „Welcome ʹRound Here“, mag man irgendwie kaum glauben, dass es sich bei „Carolina Confessions“ erst um den dritten gemeinsamen Longplayer handelt, so routiniert spielt die sechs Mann starke Band zusammen.

„Carolina Confessions“ ist ein hingebungsvolles Blues- und Southern Rock-Album und ein Bekenntnis zu den musikalischen Wurzeln. Mit diesem meisterlichen Longplayer wird der erfolgreiche Siegeszug der Marcus King Band fortgesetzt!

Fantasy Records (2018)
Stil: Blues Rock, Southern Rock, Soul

01. Confessions
02. Where I’m Headed
03. Homesick
04. 8 a.m.
05. How Long
06. Remember
07. Side Door
08. Autumn Rains
09. Welcome ’Round Here
10. Goodbye Carolina

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Oktober Promotion

Imperial Crowns – 25 LIVE – CD Review

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Review: Jörg Schneider

Die hierzulande mit Kultstatus bedachten Imperial Crowns aus Los Angeles sind schon seit 25 Jahren im Geschäft und haben nun ihr Jubiläum dazu genutzt, ein ‚Best Of‘ aus all diesen Jahren zusammenzustellen. Man muss sich nur mal ihre Videoclips auf youtube ansehen, um zu sehen, mit welcher Energie und Spielfreude, sie das Publikum rocken. So ist es denn auch kein Wunder, dass auf der Jubiläums-Doppel-CD ausnahmslos Live-Mitschnitte enthalten sind, insgesamt 25 bärenstarke Songs aus den letzten 25 Jahren.

Die Kernbesetzung der Imperial Crowns sind der charismatische Frontmann, Sänger und Harpspieler Jimmie Wood, der Slide-Gitarrist JJ Holiday (dessen Talent an der Slidegitarre ich bereits bei einem Gig der kalifornischen Band Soul Return in Weert (NL) kennenlernen durfte) und Billy Sullivan an den drums. Das Trio kommt also, wie andere legendäre Bands auch (z. B. The Doors) ohne Bassisten klar. Bei ihren Live-Auftritten holen sie sich allerdings oft Gesangs- und Rhythmusverstärkung durch befreundete Musiker auf die Bühne.

Musikalisch passt die Band nicht wirklich in eine Schublade. Gekonnt werden Elemente des Blues und des Soul („Comin’ Fu Ya“) mit swampigem Rock & Roll („Big Love Generator“) vermischt, das Ganze teilweise psychedelisch angereichert, z. B. der im Stil von Captain Beefheart experimentell anmutende 12-Minuten-Klopper „Ramblin’ Woman Blues“.

Die erste CD jedenfalls startet mit dem wilden, southern-mässigen Stampfer „Altar Of Love“, der dem geneigten Hörer sofort klar macht, mit welchem Tempo es die nächsten zwei Stunden überwiegend weitergeht.

Unkonventionelle Gitarrenlicks gibt’s dann auf „Big Chief“ zu hören. Ganz anders das 1998’er-Stück „Blues Au Go Go“. Hier bestimmen flirrende Gitarrenriffs, Jimmie Woods punkiger Gesang und eine treibende Basslinie das Geschehen. Mitreißend auch die fetzige R&B-Nummer „Drop Down Mama“ mit einem minutenlangem furiosen Harp-Solo von Jimmie Wood.

Erst am Ende der ersten CD wird dem Zuhörer schließlich mit „Liberate“, einem schönen Slow Blues, eine kurze Verschnaufpause gegönnt, bevor es dann mit dem Opener der zweiten Scheibe „Lil’ Death“ wieder rockig-punkig weitergeht.

Auch die zweite Halbzeit der Konzertmitschnitte steht den ersten 13 Songs in nichts nach, weder in Drive und Abwechslung, noch in Spielfreude der Band und der Begleitmusiker. Seien es das stampfende „Love Blues“, das rockig straighte „Miss Aphrodite“ oder das Bass-getriebene Stück „The River“ – es wird rotzig-frech gerockt, was das Zeug hält, bis letztendlich der furiose Ritt durch die 25-jährige Bandgeschichte mit dem Southern-Blues „93 Blues“ zu Ende geht.

„25 LIVE“ ist eine tolle Doppel-CD einer hier bei uns leider noch viel zu unbekannten Band, was eigentlich wundert, zumal alle drei Protagonisten schon mit vielen Größen auch dem Rock-Biz wie z. B. Bruce Springsteen, den Blues Brothers, Etta James, Keith Richards und Mick Taylor aufgetreten sind.

Wer die „Imperial Crowns“ mal live erleben möchte, hat jetzt noch Gelegenheit dazu, im Oktober gibt es noch einige Termine in Deutschland (u. a. im Musiktheater Piano – wir werden berichten). Ein Besuch ist dringend angeraten!

H’ART Musikvertrieb GmbH (2018)
Stil: Blues/Rock/Rhythm & Blues/Alternative Rock

Tracks CD 1:
01. Altar Of Love
02. Big Boy
03. Big Chief
04. Big Love Generator
05. Blues Au Go Go
06. Blues Look Whatcha Done
07. Comin’ Fu Ya
08. Diamond Cane
09. Drop Down Mama
10. Hunt You Down
11. Gotta Right
12. Mr. Jinx
13. Liberate

Tracks CD 2:
01. Lil’ Death
02. Love Blues
03. Love T.K.O.
04. Miss Aphrodite
05. Papa Lawd
06. Ramblin’ Woman Blues
07. Restless Soul
08. Soul Deep Freak
09. Star Of The West
10. The Calling
11. The River
12. 93 Blues

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H’ART Musik-Vertrieb GmbH

Alastair Greene – Live From The 805 – CD Review

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Review: Jörg Schneider

Kurz nach seinem gefeierten 2017’er Album „Dream Train“ ist nun im August Alastair Greenes neue CD „Live From The 805“ erschienen. Dabei handelt es sich um den Live-Mittschnitt eines Konzertes in seiner Heimatstadt Santa Barbara, Kalifornien. Ähnlich wie bei dem kürzlich besprochenen Doppelalbum der Imperial Crowns beinhaltet auch Greenes Werk 20 Tracks aus seiner 20 jährigen Karriere als Blues- und Rock-Gitarrist.

Die meisten der Songs sind Eigenkompositionen und stammen von seinen bisherigen fünf Studioalben, aber auch einige Coverstücke (Albert King, Amos Blackmore, Jimmy Reed) sind darunter. Alastair Greene, geboren 1971, wird bereits als einer der besten Rockgitarristen seiner Generation gefeiert und braucht, bezüglich der Southern Rock-Kompositionen, Vergleiche mit Gov’t Mule oder ZZ Top nicht zu scheuen.

Musikalisch ist Alastair Greene ein Wanderer zwischen den Blues-, Blues Rock- und Southern Rock-Welten. Seine Stücke weisen durchgehend eingängige und gute Laune verbreitende Rhythmen auf, die direkt unser Belohnungszentrum im Gehirn ansprechen und eine gehörige Portion Dopamin ausschütten lassen. Man möchte einfach mehr hören von diesen schnörkellosen Fetzern.

Gleich der Starter des Doppelalbums, „The Sweetest Honeymoon“, ist eine treibende Rock’n Roll-Nummer gefolgt von einem „hough, hough hough“-mäßigen, straighten Southern Track a la ZZ Top. Überhaupt sind fast alle Kompositionen von Greene stark vom Südstaaten-Rock beeinflusst.

Besonders zu erwähnen sind hier das an Lynyrd Skynyrd erinnernde „Down To Memphis“, das basslastige „Back Where I Belong“ und das wohlige, in Moll arrangierte „T’ Other Way“, sowie der Titelsong „Dream Train“ seines letzten Studioalbums mit stampfendem Bass und Slidegitarre.

Einzig der Bluestitel „Big Boss Man“ kommt etwas betulicher daher. Ansonsten sind natürlich auch mindestens genau so gute Rhythm & Blues-Sachen (z. B. „Trouble At Your Door“, „Love So Strong“, „Lawdy Mama“) auf den beiden CDs eingebrannt, in denen auch schon mal Anleihen der legendären Supergroup Cream („Love You So Bad“) aufblitzen. Den Abschluss des Doppelplayers bildet schließlich die schmissige Boogie-Woogie-Nummer „Walking In Circles“.

An alle Fans guter, handgemachter und kompromissloser Blues- und Rhythm & Blues-Rhythmen mit Südstaateneinfluss: diese Scheibe gehört definitiv in eure Musiksammlung!

Rip Cat Records (2018)
Stil: Blues Rock

CD 1:
01. The Sweetest Honeymoon
02. Big Bad Wolf
03. Trouble At Your Door
04. 3 Bullets
05. Red Wine Woman
06. Say What You Want
07. Love So Strong
08. Down To Memphis
09. Lawdy Mama
10. Lucky 13

CD 2:
01. Dream Train
02. Back Where I Belong
03. T’ other Way
04. Last Train Around The Sun
05. Love You So Bad
06. Rain Stomp
07. Big Boss Man
08. First Born Son
09. Shoe On The Other Foot
10. Walking In Circles

Alastair Greene
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