Blue Water Highway – Heartbreak City – CD-Review

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Blue Water Highway mit neuem, hoch interessanten Album! Nach der EP 2013 und ihrem saustarken Vorgänger “Things We Carry” von 2015 begibt sich die Band um die Langzeitfreunde und Multi-Instrumentalisten Zack Kibodeaux (vocals, guitars, keys, percussion) und Greg Esington (vocals, guitars, piano, accordion, gryphon, percussion) mit „Heartbreak City“ nun also wieder auf den  Highway der  musikalischen Neuveröffentlichungen.

Apropos Highway: Der Name des mit Zach Landrenau (keys, guitars, gryphon, percussion, horn arrangement), Catherine Clarke (Vocals, keys, percussion), Kyle James Smith (bass, piano, percussion) und Jared G. Wilson (drums, percussion) vervollständigten Line-ups rührt von einer Straße, die ihre Heimatstadt Lake Jackson, Texas mit Galveston verbindet und weitestgehend als Arbeitsweg der dortigen Mittelschicht genutzt wird.

Die besonders auf ihrem letzten Werk für ihre gesanglichen Leistungen gelobte Band (Lloyd Maines: “The Blue Water Highway Band is the best new band that I’ve heard in years. Their vocals are spot on and their writing is smart and thoughtful. They’re very serious and impressive musicians“) überrascht auf “Heartbreak City” mit einem recht krass wirkenden stilistischen Wechsel von ihrem bisherigen countryfizierten Red Dirt-Stoff zu recht geradliniger, dynamischer und jederzeit melodischer amerikanischer Rockmusik mit einigen modernen, radiotauglichen Pop-Attitüden.

Erneut brillieren sie dabei mit ihren grandiosen vokalen Stärken, die sich in den wechselseitigen Leadgesängen der beiden Protagonisten Kibodeaux und Esington (zweimal – bei „King On“ und „Don’t Let Him Call You, Baby“ im Duett – bedient auch Catherine Clarke das Frontmikro) wiederspiegeln sowie in vielen mehrstimmigen Harmoniegesängen zentralisieren.

Mit Songs wie dem Opener „Groovin’” (fast wie Boston zu “Third Stage”-Zeiten), dem beatlesken “Way Back When”, dem ein in wenig Delta Saints-Flair bedachten “Best Friend“, dem mit viel Seele behafteten „I Believe The Light“ (mit gospeligen Harmoniegesängen), dem shuffligen Titelstück (mit schönem Akkordeon), „Don’t Let Him Call You Baby“ (Duett in Stewart-Lennox-Manier) bis zum finalen „Burn My Heart“ erhält man einen bunten Strauß an erstklassig und spannend, in einem satten, sauberen Sound arrangierten Reminiszenzen aus der Rock- und Pop-Geschichte.

Ihre ganze Energie offerieren Blue Water Highway besonders gegen Ende bei Stücken wie „Ain’t Gonna Give Up“ (mit Bläser-Unterstützung) und „Rebel“, wo es stilistisch in Richtung der Dirty Guv’nahs rockt. Die countryesken Elemente des Vorgängers wurden weitestgehend außen vor gelassen.

Man darf gespannt sein, wie der insgesamt doch recht überraschende, aber konsequent durchgezogene Umschwung auf „Heartbreak City“ von den Fans der Band aufgenommen wird. Die eigentlich einzige Konstante war diesmal die Gestaltung des Cover-Artworks durch die Dodds Sisters in ihrem Backstage Design Studio. Somit bleibt die Entwicklung von Blue Water Highway angesichts ihres ohne Zweifel musikalischen Potentials weiterhin wohl ziemlich aufregend.

Eigenproduktion (2018)
Stil: Rock/Pop

01. Groovin‘
02. Way Back When
03. Best Friend
04. North Of LA
05. I Believe the Light
06. Heartbreak City
07. Keep On
08. Don’t Let Him Call You Baby
09. Ain’t Gonna Give Up
10. Rebel
11. Burn My Heart

Blue Water Highway
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Bärchen Records

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