American Aquarium – The Fear Of Standing Still – CD-Review

Review: Michael Segets

Die Besetzung von American Aquarium wechselt ständig. In den achtzehn Jahren seit dem Bestehen der Band gab es eine kaum zu überschauende Fluktuation der beteiligten Musiker. Die einzige Konstante ist Songwriter und Frontmann BJ Barham. Auf „The Fear Of Standing Still“ begleiten ihn Shane Boeker (Guitar), Neil Jones (Pedal Steel), Rhett Huffman (Keys), Ryan Van Fleet (Drums) und Alden Hedges (Bass). Nach „Lamentations“ (2020) nimmt Shooter Jennings nun zum zweiten Mal auf dem Produzentensessel Platz.

BJ Barham unterstreicht mit der aktuellen Scheibe von American Aquarium erneut, dass er zu den wenigen hervorragenden Songwritern seiner Generation gehört, die durchgängig hohe Qualität abliefern. Nach dem überragenden „Chicamacomico“ (2022) folgt nun „The Fear Of Standing Still“ mit Texten, die eine vergleichbare Tiefe haben. Anders als auf dem vorangegangenen Album gibt Barham dem Roots Rock wieder mehr Raum. Im Zentrum stehen aber weiterhin Americana-Balladen, in denen er Einblicke in seine Gefühls- und Gedankenwelt gibt. Dabei schlägt Barham auch sozialkritische Töne an.

Gerahmt wird der Longplayer von zwei rockigen Stücken. Die erste Auskopplung „Crier“, die Barham zusammen mit Stephen Wilson Jr. schrieb, macht den Anfang. Im Video präsentiert sich Barham mit Oberlippenbart – das einzige Zugeständnis an derzeitige Modeerscheinungen. Ansonsten schrammelt sich die Band mit ordentlichen Riffs in bester Roots Rock-Manier durch den Song. Zum Abschluss gibt es dann den aufgekratzten Rock’n Roll „Head Down, Feet Moving“, das Huffman mit seinen Keys antreibt.

Bei „Messy As A Magnolia“ und „The Getting Home“ geht American Aquarium die Sache etwas zahmer an. Die Stücke sorgen aber dafür, dass das Album einen ausgewogenen Tempo-Mix aufweist. Es zeigt sich diesbezüglich abwechslungsreicher als der Vorgänger. Ab der Mitte des Longplayers liegt der Schwerpunkt auf balladesken Tönen, bei denen sich die Pedal Steel oftmals einmischt. Die Band behält damit ein Markenzeichen ihres Sounds bei. Vielleicht sind ein paar Melodien etwas weniger nuancenreich als auf „Chicamacomico“, was den Hörgenuss jedoch nicht schmälert.

Ein wiederkehrendes Thema der Songs ist die Zerrissenheit zwischen dem Drang in die Welt hinauszuziehen, neue Ufer zu entdecken und der Geborgenheit im Schoß der Familie („The Getting Home“, „The Fear To Stand Still“). Die Texte sind autobiographisch geprägt, auch wenn das stets präsente lyrische Ich natürlich nicht mit dem Songwriter identisch ist. So schwingt in den Lyrics etwas Überindividuelles mit, in dem sich der Hörer wiederfindet. Besonders einfühlsam und berührend ist die Perspektive, die „The Curse Of Growning Old“ auf das Altwerden und die Einsamkeit wirft, wenn Freunde und Verwandte vor einem gegangen sind.

Wie es sich für ernstzunehmende Songwriter gehört, scheut Barham nicht vor kontroversen Themen zurück. Er kommentiert soziale oder politische Ansichten, von denen man zwar annehmen könnte, dass sie sich in einer aufgeklärten Gesellschaft überholt haben, die dennoch jenseits des Atlantiks eine gewisse Aktualität besitzen. Hierzulande sind die immer noch bestehenden Konflikte zwischen dem Norden und dem Süden der USA wahrscheinlich weniger im Bewusstsein. Gemeinsam mit Katie Pruitt verfasste Barham „Southern Roots“, das sich mit der historisch geprägten Südstaaten-Identität auseinandersetzt. Ebenso greift Barham die in den Vereinigten Staaten wieder aufgeflammte Abtreibungsdebatte auf („Babies Having Babies“) und bezieht deutlich Stellung.

Unter Federführung von BJ Barham legt American Aquarium mit „The Fear Of Standing Still“ erneut ein tiefsinniges und scharfzüngiges Album vor. Gewohnt souverän bewegen sich die Songs zwischen Roots Rock und Americana. Die Angst vor Stagnation ist dabei unbegründet. American Aquarium führt den eingeschlagenen Weg mit dem aktuellen Markstein konsequent fort.

Losing Side Records – Thirty Tigers (2024)
Stil: Americana, Roots Rock

Tracks:
01. Crier
02. Messy As A Magnolia
03. Cherokee Purples
04. The Getting Home
05. Southern Roots
06. The Curse Of Growing Old
07. The Fear Of Standing Still
08. Piece By Piece
09. Babies Having Babies
10. Head Down, Feet Moving

American Aquarium
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Scott Weis Band – Live in Europe – CD-Review

Die Scott Weis Band sahnte selbst zu meiner eigenen Überraschung im letzten Jahr unseren Titel des‘ Interpreten des Jahres‘ ab. Ein tolles Studioalbum und ein sehens- und natürlich besonders hörenswerter Gig im Dortmunder Blue Notez Club gaben dafür den Ausschlag.

Während der Tour in unseren Sphären wurde, wie sich jetzt herausstellte, fleißig mitgeschnitten. Allerdings nicht mit den aufwendigen Mitteln, die üblicherweise bei der Erstellung eines Live-Albums verwendet werden, sondern lediglich mit vier Mikrophonen und einem 2 Track Board Mixer.

Da sie von vielen Fans gespiegelt bekommen hatten, dass ein Live-Werk ’ne tolle Sache wäre, hatte man sich dann am Ende zur Veröffentlichung einer CD mit Bootleg-Charme früherer Zeiten mit dem Titel „Live In Europe“ entschieden. Auch wenn ich nicht unbedingt ein Freund solcher Produkte bin, so hat sie doch, aufgrund der Tatsache, dass auch zwei Tracks aus dem Blue Notez enthält, (das fulminat rockende „Right Where It Belongs“ und herrliche Cover „Have You Ever Loved A Woman“ mit herrlicher Harpeinlage von Scott) einen ungeahnten Wiedererkennungswert für mich persönlich, der dem Gig leibhaftig beigewohnt hat. 

Ansonsten erhält die Scheibe noch Aufnahmen aus der Tenne in Oederan,, dem Raven in Straubing und dem Kultur-Bahnhof in Olsberg. Auch wenn die Abmischung nicht die tollste ist, Weis‘ eigentlich kräftige Stimme, wirkt hier bis auf wenige Ausnahmen sehr hintergrundlastig, bekommt man ganz schnell ein gutes Abbild der ungemeinen Spiel- und Gesangsfreude (Im Blue Notez war er sogar von einer Erkältung mitgenommen) des Fronters, und der Schlagkräftigkeit seiner Rhythmusfraktion, bestehend aus Robert Kopec am Bass und Roger Voss m Schlagzeug.

Allein die grandiose Adaption von Chris Stapletons „Tennessee Whiskey“  und der wunderbare Schwofer „Something Is Wrong With My Baby“ sind schon den Kauf der Scheibe wert. ZZ Top kann das Trio auch, wie es „Jesus Just Left Chicago“ eindrucksvoll im vorderen Teil offenbart.

Leute mit einem Faible für launig gespielten Blues Rock mit viel Southern-Esprit und unendlich vielen quirligen E-Gitarren-Soli, die es gerne authentisch haben und nicht die Ultra-Sound-Fetischisten sind, werden die Scheibe genießen. Und für diejenigen, die bei den Gigs dabei waren, stellt sie in jedem Fall eine schöne Erinnerung dar, mit der man die Band auch weiterhin unterstützt.

Eigenproduktion (2024)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Raise Your Hands
02. All Over Again
03. Jesus Just Left Chicago
04. Tennessee Whiskey
05. Simmer Me Down
06. Pride And Soul
07. Mindless
08. Into Your Eyes
09. Something Is Wrong With My Baby
10. Motherless Child
11. Bitch Please
12. Right Where It Belongs
13. Promise Land
14. Have You Ever Loved A Woman

Scott Weis Band
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Larkin Poe + Rival Sons – 17.07.2024 – Kunst!Rasen, Bonn – Konzertbericht

Bei herrlichen Sommerwetter bietet der Kunst!Rasen in den Bonner Rheinauen einen schönen Rahmen für das Doppel Headliner Konzert mit Larkin Poe und den Rival Sons.

Pünktlich um 19:00 Uhre betreten die Lovell Schwestern die Bühne und es folgen 75 Minuten, bei denen Larkin Poe Southern Rock, Blues und Folk miteinander verschmelzen lassen. Schon mit dem ersten Song „Summertime Sadness“, an den sich eine kurze Version von „Jessica“ anschließt, zeigen sie, dass sie nicht umsonst schon als kleine Schwestern der Allman Brothers bezeichnet wurden.

Es kommt sofort ein Southern-Flair über die Rheinauen, wenn Rebecca und Meghan Lovell wechselweise mit typischen Southern Riffs, jaulender Lap-Steel-Guitar und Soli sofort die Besucher auf eine musikalische Reise in den amerikanischen Süden mitnehmen. Aus einem starken Set, wo die Songs aus dem 2022er Album „Blood Harmony“ im Mittelpunkt steht, ragt der klasse Southern Rock Song „Southern Comfort“ heraus. Mit dem krawalligen „Wanted Woman – ACDC“ beenden die Lovell-Schwestern mit ihrer Band ein tolles Konzert, bei dem sie auch durch ihre sympathische Art die Fans von Anfang an hinter sich gebracht haben.

Zwischen, aber zuweilen aber auch während der Songs ist dabei zu merken, welch innige Beziehung die beiden zueinander haben, dass es nicht verwunderlich ist, dass sie sich in den Songs passend und harmonisch ergänzen. Mit „Bluephoria“ ist auch ein noch nicht auf einem Album veröffentlichtes Stück dabei, was auch als Appetizer für ein kommendes Album gesehen werden kann. Larkin Poe haben in Bonn gezeigt, dass auch Frauen starke southern- getränkte Musik machen können.

Nach einer halben Stunde Umbaupause geht es dann mit den Rival Sons weiter. Den Begriff Top Act vermeide ich hier bewusst, da es sich an dem Abend um zwei Bands handelt, die beide als ein solcher zu sehen sind. Scott Holiday jagt direkt zu Beginn harte Riffs Richtung Fans und es folgt das hard rockig beginnende „Mirrors“, bei dem er in zwei kurze Passagen, auf der akkustischen Gitarre spielend etwas Tempo rausnimmt.

Jay Buchanan, wie immer barfuß auf der Bühne zeigt schon hier, welche stimmliche explosive Gewalt in ihm steckt. Gewissermaßen sind Holiday, wie auch Buchanan als Fronter zu sehen, da beide den Songs ihren Stempel auch visuell aufdrücken. Nicht zu unterschätzen sind aber auch Bassist Dave Beste und Drummer Mike Miley, die eine Rhythmusgrundlage für die Songs legen, dass man zuweilen den Eindruck haben kann, sie würden die beiden Fronter vor sich her jagen.

Das schöne dabei ist, dass sich dies nicht negativ auf die Soundqualität auswirkt und der gesamte Sound sehr transparent ankommt. Ein Kracher jagt den Nächsten, dass keine Zeit zum verschnaufen bleibt. Im Stile von Led Zep geht es rasant mit „Nobody Wants To Die“ weiter und nach den rockigen „Tied Up“ und „Too Bad“ lässt sich Holiday die doppelhalsige Gibson reichen und zelebriert auf ihr einige Solopassagen von „Feral Roots“.

Unterstützt wird er gitarrentechnisch hier von Buchanan, der sich erstmals die akustische Gitarre umschnallt. Der Song ist ein regelrechtes Kunstwerk, zu dem visuell neben der Gibson auch Holidays Dali Bart passt. Auf alle Songs einzugehen würde den Rahmen sprengen, der emotionale Höhepunkt ist, als Buchanan alleine mit Akustik-Gitarre „Shooting Stars“ ankündigt und das Stück allen von Gewalt und Krieg Betroffenen, insbesondere den Kindern widmet.

Träumerisch, fast wie ein Prediger bringt er, passend von roten und weißen Strahlern illuminiert, eine greifbare Melancholie in die Rheinauen, während am Abendhimmel langsam die Sonne anfängt unter zu gehen. Danach gibt es noch das krachende „Do You Worst“ und Electric Man“, bevor die Rival Sons die Fans mit „Keep On Swinging“ swingend auf den Heimweg geschickt werden.

Ganz großes Kino, was beide Bands an dem Abend auf dem Kunst!Rasen gezeigt haben, der sich als tolle Location gezeigt hat. es kann nur empfohlen werden, sich das restliche Programm für diesen Sommer mal anzuschauen und wer Zeit hat, kann einen Konzertbesuch durchaus mit einem vorherigen Picknick in den Rheinauen oder einem Besuch auf dem Drachenfeld verbinden, von wo man einen tollen Blick über Bonn und das Rheintal hat.

Ein besonderer Dank auch an E.L. Hartz Promotion für die problemlose Akkreditierung.

Line-up Larkin Poe:
Rebecca Lovell (Vocals, guitar)
Meghan Lovell (vocals, Lap-Steel-Guitar)
Tarka Layman (bass)
Ben Satterlee (Drums)

Line-up Rival Sons:
Jay Buchanan (lead vocals, acoustic guitar)
Scott Holiday (Lead Guitar, backing vocals)
Dave Beste (bass, backing vocals)
Mike Miley (drums, backing vocals)
Todd E. Ögren-Brooks (Keyboards)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Rival Sons
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Kunst!Rasen Bonn
Noisenow – elh promotion

Johnny Blue Skies – Passage Du Desir – CD-Review

Review: Michael Segets

Passend zu den Sommerferien bringt Johnny Blue Skies mit „Passage Du Desir“ einen entspannten Longplayer heraus, mit dem sich prima ein Abend in einer Strandbar ausklingen lässt. Die Songs sind dabei mit Cocktails oder Bier kompatibel – oder zur Not auch mit „Mint Tea“. Die Stücke machen den Eindruck, als wären sie solch müßigen Stunden entsprungen, in denen man die Ruhe findet, seinen Gedanken nachzuhängen.

Da werden Träume entsponnen, selbst eine Bar am Meer zu eröffnen und in den Tag hineinzuleben („Scooter Blues“). Aber auch über die Vergangenheit wird sinniert, wenn verlorene Freundschaften und abgebrochene Kontakte in den Sinn kommen („Jupiter’s Faerie“). Vor allem geht es in den Lyrics darum, sich selbst zu definieren und sich in Beziehungen nicht zu verlieren.

Die Texte weisen eine Schwere auf, die sich in den Melodien und den Arrangements nicht wiederfindet. Diese sind in einem positiven Sinne gefällig, mehrmals mit stimmungsvollen Intros oder Outros versehen. Getragen werden die Songs von der angenehmen Gesang von Johnny Blue Skies, der eine gewisse Wärme ausstahlt. Sollte einem die Stimme bekannt vorkommen, so hat das seinen Grund. Hinter Johnny Blue Skies verbirgt sich nämlich Sturgill Simpson.

Simpson nahm sich vor, lediglich fünf Alben unter seinem Namen zu veröffentlichen. Wieso er sich diese Limitation auferlegte, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Rechnung geht sowieso nur auf, wenn die beiden Bluegrass-Scheiben „Cuttin‘ Grass – Vol. 1 & 2“ (2020) nicht mitzählen. Ob mit dem neuen Künstlernamen nun eine grundlegende Änderung seiner musikalischen Ambitionen einhergeht, lässt sich schwer beurteilen. Schon auf seinen bisherigen Veröffentlichungen wechselte Simpson die stilistischen Schwerpunkte.

„Passage Du Desir” folgt einer modernen Spielart des Americana. Bei einzelnen Tracks geht es in Richtung Country („Who I Am“), bei anderen scheinen nautische Einflüsse in Musik und Texten durch („Swamp Of Sadness“). Obwohl in Kentucky geboren, hat Simpson eine Vorliebe für die Seefahrt: So diente er mehrere Jahre in der Navy und sein Album aus dem Jahr 2019 trägt den Titel „A Sailors Guide To Earth“. Man darf gespannt sein, wohin der Wind Sturgill Simpson alias Johnny Blue Skies zukünftig trägt.

Zunächst ist eine ausgiebige Tour in Amerika geplant – die erste für Simpson seit der Pandemie. Angekündigt wird sie als „Sturgill Simpson featuring very special guest Johnny Blue Skies”. Er verspricht, bei den Konzerten auch auf älteres Material zurückzugreifen. Wahrscheinlich kommen dabei Titel seines bahnbrechenden Werks „Metamodern Sounds In Country Music“ (2014) zu Gehör, dessen zehnjähriges Jubiläum kürzlich mit einer Neuauflage des Albums gefeiert wurde.

High Top Mountain Music – Thirty Tigers/Membran (2024)
Stil: Americana/

Tracks:
01. Swamp Of Sadness
02. If The Sun Never Rises Again
03. Scooter Blues
04. Jupiter’s Faerie
05. Who I Am
06. Right Kind Of Dream
07. Mint Tea
08. One For The Road

Sturgill Simpson
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Mark Hummel – True Believer – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Mark Hummel ist seit knapp 50 Jahren im Bluesbiz und hat sich in dieser Zeit als virtuoser Mundharmonikaspieler, Sänger und Songwriter bewiesen. Sein neues, dreizehn Songs umfassendes, Album „True Believer“ macht da keine Ausnahme. Zusammen mit einer unglaublich guten Begleitband liefert er ein Album ganz im Stil des traditionellen Chicago Blues (z. B. „Stop Messin’ Round“) ab und baut dabei mitunter auch leichte Rock‘n‘Roll-Elemente ein („Ghosted“, „Jackknifed“).

Die Songs klingen alle herrlich nostalgisch, sind shuffelig oder verströmen den Geist guter, alter Barmusik („Who“). Nur zwei Stücke sind von gemächlicherer Gangart geprägt: der schmachtende Slowblues „Double Trouble“ und das schöne altmodische „Broken Heart“ mit viel Pianogeklimper. Allen Songs gemein ist Hummels hervorragendes Mundharmonikaspiel (insbesondere beim Opener „High Time For The Devil“ mit Oscar Wilson von den „Cashbox Kings“ als Sänger).

Mehr als die Hälfte der Stücke auf „True Believer“ stammen aus Hummels Feder, die übrigen sind Neuinterpretationen anderer, bekannter Bluesgrößen. Zudem wird er von erstklassigen Gastmusikern unterstützt. So ist Junior Watson als Gitarrist auf „Double Trouble“ und „Stop Messin‘ Round“ zu hören und Bob Welch verleiht „Headed For A Heartache“ am Klavier das nötige Salz in der Suppe, während Joe Beard bei „Shufflin Days“ als Gitarrist und Sänger dem Stück eine eigene Note verpasst.

Alle Nummern auf „True Believer“ machen ganz einfach Spaß. Nicht nur wegen der herausragenden Musiker, sondern weil die Songs im besten Sinne so wahnsinnig nostalgisch klingen. Die Füße wippen mit und man möchte unwillkürlich auf die Tanzfläche stürmen. Eine, wie ich finde, umwerfende, fröhliche Scheibe, die aus der Masse der Neuerscheinungen wohltuend heraussticht.

Rockinitis Records (2024)
Stil: Blues

Tracks:
01. High Time For The Devil
02. Ghosted
03. Headed For A Heartache
04. Double Trouble (Otis Rush)
05. What The Hell (Elvin Bishop)
06. Jackknifed
07. Stop Messin Round (Peter Green)
08. Broken Heart (B. B. King)
09. Who („Little Walter“ Jacobs)
10. Mr. Two/Third
11. The Toddle („Little Walter“ Jacobs)
12. Lil Electric Car
13. Shufflin Days

Mark Hummel
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Bones Owens – Love Out Of Lemons – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

“Energetic rock very typical of my live show” lautet die Beschreibung von Bones Owens für “Love Out Of Lemons”. Der US-Gitarrist, Sänger und Songschreiber macht mit dem neuen Album dort weiter, wo die Erfolgsgeschichte seiner Solo-Karriere mit dem Debüt 2021 ihren Ausgangspunkt nahm. Owens, der ursprünglich aus Missouri stammt und seit fast 20 Jahren in Nashville lebt, war lange Zeit als Studio- und Touring-Gitarrist u. a. für Bon Jovi und Carrie Underwood unterwegs. Das Album “Trial By Fire” von Rapper Yelawolf brachte Bones Owens Co-Writing und seine Guitar-Fähigkeiten 2017 in die Chart-Platzierungen.

Nach der Americana-EP “Eighteen Wheeler” (2023) bringt die erfrischende 2. Studio-Scheibe nun Punk-Blues, Indie-Rock und Alternative Country Tracks mit bluesigen Anteilen in verschiedenen Schattierungen. Der Titelsong gibt der Platte dabei den perfekten Einstand. Electric- und Alt-Roots Rock mit harten Riffs dominieren auch die massiv rockenden Titel “Devil Gonna Getcha” und „For Keeps”.

Die Zeit der 2-Minuten-Songs, wie beim Debut-Album, scheint überwiegend jedoch der Vergangenheit anzugehören: das rasant rockige “Got It On” überspringt mit dem coolen Groove spielend die 3-Minuten Marke und auch der schrille Guitar- Slow-Rock “Summer Skin” überbietet großzügig rund 270 Sekunden. Zusammen mit “Sinking Like A Stone” verkörpern die Titel den weicheren etwas melancholischen Teil des Albums. Alice In Chains Eindrücke bleiben bei “Born Again” nicht außen vor und gestalten mit ebenso starken Riff-Gebilden das folgende “Goin‘ Back Where I Came From“ in Richtung ZZ Top und Joe Walsh-Gitarren.

Der heavy-hitting electric Blues-Rock Song “Don’t Hold Out On Me” bleibt, wie selbstverständlich in Erinnerung und “Higher Than I Wanna Be” bringt soulige mid-tempo Nuancen eines Stevie Winwood-Arrangements in die Produktion. Produziert wurde “Love Out Of Lemons” wieder von Paul Moak, der gemeinsam mit Bones Owens und Drummer Julian Dorio (u. a. Eagles Of Death Metal) die Einspielung meisterte. Die zärtlich, kratzige Stimme von Owens war auch beim 11., abschließenden Titel “You (Some More)” neben dem folkig-rockigen Gitarrenklängen für eine fast The Byrds und Fleet Foxes nahestehende, soundige Atmosphäre verantwortlich und hinterlässt den nostalgischen Retro-Rock in schöner Oldie-Stimmung.

Und so ist “Love Out Of Lemons” in erster Linie “very much a rock and roll Album”, wie Bones Owens die emotionale Intensität der Aufnahmen noch mal zusammenfasst. Den leidenschaftlichen Harley-Fan und seinen “drivin down the road”-Soundtrack kann man im September als Support der Southern Rock-Größen Blackberry Smoke bei vier Terminen auch in Deutschland live sehen.

Black Ranch Records/Thirty Tigers (2024)
Stil: Country, Alternative Rock

Tracks:
01. Love Out Of Lemons
02. Devil Gonna Getcha
03. For Keeps
04. Get It On
05. Summer Skin
06. Sinking Like A Stone
07. Born Again
08. Goin‘ Back Where I Came From
09. Don’t Hold Out On Me
10. Higher Than I Wanna Be
11. You (Some More)

Bones Owens
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Oktober Promotion

Robert Jon & The Wreck – Support: Dear Robin – 10.07.2024, Open Air Bühne (Freideck), Kantine, Köln – Konzertbericht

Immer wieder Robert Jon & The Wreck! Die Jungs sind, wie bereits beschrieben, nicht zu bremsen. Gerade das neue Album „Red Moon Rising“ am Start, schon geht es nach Europa, dann wieder in die Staaten, und, um es am Ende des Jahres nochmals hier zu promoten.

Diesmal war mal wieder die wunderbare Freibühne vor der Kantine in Köln dran, die sehr gut besucht war. Und auch der Wettergott spielte, sowohl für die fleißige Band, als auch die Besucher mit, es blieb trocken, bei sehr angenehm zu ertragenden Temperaturen.

Und es gab eine Premiere: Zum ersten Mal, seit ich das Quintett gesehen habe, lief ein Supportact mit dem Namen Dear Robin auf, was vermutlich auch dem Ego der Burschen gut tun wird. Sicherlich ein Beweis für die unaufhaltsame Weiterentwicklung der Kalifornier.

Eigentlich bin ja als arbeitender Mensch kein Freund von Vorgruppen mitten in der Woche, zumal auch der merkwürdige Name Rätsel aufgab. Handelt es sich etwa um eine Robin Beck-Covertruppe? Aber nein, hier spielte dann ein sympathisches Ensemble aus Rostock, das sich bodenständiger Rockmusik, wie man sie in unserem Alter kennt (irgendwo zwischen Fleetwood Mac, und Deep Purple, teilweise sogar mit leichtem Southern-Einschlag a la ZZ Top), verschrieben hat und bereits ein Album vorweisen kann, sowie das zweite schon im Köcher hat.

Aus diesen beiden Werken wurden dann auch Stücke performt. Beim  southern-trächtigen Opener „On Our Way“ war es noch Lead-Gitarrist Paul Häcker vorbehalten, sich auch am Frontmikro zu bewähren. Ab Song 2, dem ZZ Top-umwehten Titelstück ihres ersten Albums „Revelation“, übernahm dann Co-Gitarristin Pia Rademann bis zum Ende des etwa 40 Minuten währenden Programms den Leadgesang. Insgesamt ein angenehmer Einstieg in den Abend, der den Hanseaten zurecht viel Applaus einbrachte. Fazit: Bescheuerter Bandname, gute engagierte musikalische Leistung!

Line-up:
Pia Rademann (lead vocals, electric and acoustic guitar, vocals)
Paul Häcker (electric guitar, lead vocals, vocals)
Mathis Marks (bass)
Keylipp Dallmann (drums)
Florian Fischer (keys)

Robert Jon & Co. legten dann kurz nach 20:00 Uhr in gewohnter Manier los. Der Leader traditionell in schwarz gekleidet, mit obligatorischem Hut und Whiskey-Glas in Reichweite, bei Henry James schien die Wolle auf dem Kopf noch ein wenig zugelegt zu haben.

Für mich lag der Reiz eindeutig darin, wie viele Stücke vom neuen Album „Red Moon Rising“ auf die Setliste finden und welche Wirkung sie live entfalten würden. „Hold On“ erwies sich dabei als toller und ordentlich rockender Opener. Mit krawalligen „Trouble“, dem Stampfer „Red Moon Rising“, „Dragging Me Down“, dem herrlich progressiven „Give Love“ (samt ausgiebiger „We could all use a little more love in the world-„Interaktion mit der Audienz ) und dem swampigen „Ballad Of A Broken Hearted Man“, durfte man durchaus zufrieden sein, lediglich den Ohrwurm „Down No More“ gab es leider nicht (vielleicht ja dann im November).

Jon und James geben mittlerweile unangefochten den Ton im Kollektiv an, James brillierte wieder mit unzähligen quirligen Soli. Neben Stücken aus dem etwas älteren Fundus wie u. a. „Ride Into The Light“, „Blame It On The Whiskey“, „High Time“, „Waiting On Your Man“, ging es mit dem Hit „Oh Miss Carolina“, dem bereits erwähnten „Ballad Of A Broken Hearted Man“ schon in die heiße Schlussphase.

Das, was für Lynyrd Skynyrd am Ende mit „Free Bird“ Standard war, scheint sich bei Robert Jon & The Wreck zu „Cold Night“ hin zu entwickeln. Hier schlug dann nochmals die große Stunde von Henry James, der in zwei langen Solopassagen erneut seine ungemeine Fingerfertigkeit zur Schau stellen konnte. Herrlich auch der zwischenzeitlich eingeflochtene Schlagabtausch mit Keyboarder Jake Abernathie.

Nach diesem 20-Minuten-Kracher war eigentlich klar, dass man den krönenden Abschluss hinter sich hatte. Und so war es dann auch. Robert Jon & The Wreck bewiesen an diesem angenehmen Sommerabend wieder, dass der Spitzen-Status, den Blackberry Smoke im Southern Rock (noch) inne hat, eindeutig das anvisierte Ziel ist. Zum x-ten Male ein toller Abend mit den Jungs!

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Jake Abernathie (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Robert Jon & The Wreck
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Dear Robin
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Teenage Head Music
Kantine Köln

Dennis Jones – About Time – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Seit 2003 hat Dennis Jones, der schon für Johnny Winter, Buddy Guy, George Thorogood und Tinsley Ellis als Opener aufgetreten ist, insgesamt sieben erfolgreiche CDs und eine DVD auf seinem eigenen Label Blue Rock Records veröffentlicht. Und nun hat er sein neuestes Werk „About Time“ am Start, seit dem 28. Juni steht es in den Regalen.

Musikalisch ist Dennis Jones fest im Blues Rock der 70ger Jahre verankert, was man den zehn Songs dieses Longplayers auch deutlich anhört. All seine Mitstreiter auf „About Time“ sind namhafte Größen aus der Blues- und Rock Szene. So sind z. B. Paulie Cerra am Saxophon (Joe Bonsmassa, Keb‘ Mo‘) und Robert McDonald am Bass (u. a. Johnny Guitar Watson) mit dabei.

Dennis Jones liefert wilde Gitarrensoli sowie sägende und jaulende Gitarrenriffs, teilweise gepaart mit starken Saxophoneinlagen von Paulie Cerra und dezenten Background Vocals von der Sängerin Nio Wilson und dem Bassisten Robert McDonald. Jones‘ kräftiger aber auch gefühlvoller Gesang ist dabei immer präsent und besticht durch seine manchmal aufblitzende stimmliche Nähe zu Jimi Hendrix. Bis auf „Mother Earth“ (im Original von Memphis Slim) hat Jones alle Songs des Albums selbst geschrieben.

Dies ist auch neben dem leicht balladesken „More Time“ das einzige, etwas ruhigere Stück auf der Scheibe. Die übrigen Songs gehen ziemlich straight vorwärts und bewegen sich nur selten im gemäßigten Midtempo Bereich. „Too High To Fly“ ist ein schönes Beispiel dafür. Ein Chicagoblues mit Hintergrundchor und Keyboardunterstützung. Etwas heraus ragt ebenfalls auch „Just Like You“. Die Nummer kommt als flotter Shuffle mit Boogie-Attitude daher.

Für Freunde der härteren Gangart mit Hang zu Hendrix und Co. ist Dennis Jones‘ neue Scheibe „About Time“ sicherlich ein Must-Have. Alle anderen Musikfreunde sind möglicherweise von den derart vielen und geballt auftretenden wilden Gitarrenriffs bereits nach einmaligem Hören genervt. Leute mit einer Affinität zu wildem Hard Rock werden allerdings die CD als Glücksfall sehen und sie begeistert in ihre Sammlung einreihen.

Blue Rock Records (2024)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Condition Blue
02. Don‘t Stop
03. You‘re Killing Me
04. Mother Earth
05. Too High To Fly
06. Just Like You
07. Always The Same
08. Hell
09. More Time
10. Six Feet Off The Ground

Dennis Jones
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Tito & Tarantula, 22.06.2024, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Tito und Tarantula sorgen für ein rappelvolles Musiktheater Piano. Bei gedämpftem Licht und wabberndem Nebel betritt die Band zu Musik, die auch zu jedem Italo-Western gepasst hätte, die Bühne und schnell entsteht ein Flair, der einen gefühlsmäßig in die Titty Twister Bar versetzt, in der Tito Larriva ihren Auftritt in „From Dusk ‚Til Dawn“ hatten.

Ein bestens gelaunter Tito erzählt humorvoll zwischen den Songs manche Geschichten zu deren Entstehung und hat von Beginn an einen besonderen Draht zu den Fans, sodass in den zwei Stunden eine ganz spezielle Stimmung herrscht, wo man fast das Gefühl bekommt, man würde in sich im mexikanischen Grenzgebiet in der entsprechenden Bar wiederfinden.

Neben Tito, der sich natürlich im Mittelpunkt der Show befindet, und mit seinem unverwechselbaren Gesangsstil ein zuweilen morbides Flair in das Piano haucht oder schreit, sorgt auch dessen Tochter Lolita, lasziv ihren Bass spielend, für besondere Momente. Die Tänzerin mit der Schlange aus dem Film war ja nicht dabei und wurde so gewissermaßen durch sie ersetzt. Aber auch Marcus Praed mit einigen Gitarrensoli und Rafael Gayol samt seinem dynamischen Drumstil, hatten einen großen Anteil an einem gelungenen Konzertabend.

Im Hintergrund tanzen die beiden Backgroundsängerinnen Egaux Sells und Carie Fussell oft, wie man es in einer entsprechenden Bar erwartet, aber sie haben auch instrumentelle Anteile an der Gitarre und den Keyboards.
Mit einem „Are You Ready“ leitet Tito den Höhepunkt des Abends ein und die Band spielt eine starke Version des größten Erfolgs „After Dark“.

Damit aber nicht genug. Nach einigen Minuten bittet er Fans auf die Bühne, unter anderem hilft er selbst, einen Rollstuhlfahrer auf diese zu heben, sodass nicht nur der Saal, sondern auch die Bühne proppevoll ist und die Fans dort tanzten. Aber auch das Mikro wurde zum Mitsingen herumgereicht. Passend zum Hintergrund des Songs lässt ein Fan dabei seine Vampirzähne blitzen.

Aber keine Sorge, der Song nahm kein Ende wie in dem Film, wo Tito.& Tarantula ihren großen Auftritt hatten. Alle Fans können sich nach dem Song gesund wider unters Publikum mischen. Mit zwei weiteren Zugaben, darunter das bluesige „Angry Cockroaches“ beenden Tito & Tarantula nicht nur ein starkes Konzert in Dortmund sondern auch die Europatour. Aus den Abschiedsworten Titos lässt sich schließen, dass man diesmal nicht wieder fünf Jahre auf einen Auftritt im Piano warten muss.

Line-up:
Tito Larriva (lead vocals, electric guitar)
Marcus Praed (Guitar, backing vocals)
Lolita Carroll Larriva (bass, vocals)
Rafael Gayol (drums)
Egaux Sells (backing vocals, guitar)
Carrie Fussell (backing vocals, keyboards, guitar)

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Tito & Tarantula
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

L.A. Edwards – Pie Town – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Innerhalb von 13 Monaten ein weiteres Full-Length-Album vorzulegen, ist für eine “Newcomer”-Band zweifelsohne eine stramme Leistung. L.A. Edwards, die sich inzwischen in Seattle niedergelassen haben, vollbringen dieses Kunststück mit “Pie Town”. Nach dem hochgelobten “Out Of The Heart Of Darkness”, mit dem Netflix-Yellowstone (Season 5) Soundtrack “Let It Out”, sind die neuen 12 Studiosongs abwechslungsreiche Beispiele einer selbstbewussten, stilistischen Orientierung.

Die Scheibe beginnt mit dem Super-Anspieltipp “Don’t Know Better”, einer Guitar/Synthesizer Heartland-Hymne, die alte, 80er Jahre Sounds von Bob Seger und Bruce Springsteen reaktiviert. Ein Song, der mit diesem voluminösen Sound für größere Hallen geschrieben ist.

Gleichzeitig überwiegen jedoch harmonisch-melodische Nummern (z.B. “Just Forget It” und “Can You See Me”) mit melancholischen Arrangements (beispielhaft auch “Good Luck”), die ihre Ausstrahlung nicht zuletzt der charismatischen Stimme von Luke Andrew (L.A.) Edwards verdanken. Frontman Luke, gleichzeitig Sänger, Songschreiber und Produzent konzipierte zusammen mit “Soundmagier” Tom Lord-Alge (u.v.a. z. B. Stevie Winwood, Crash Test Dummies) einen “ausgedehnten, harmonischen Folk-Rock”, wie Edwards die musikalische Richtung beschreibt.

“I Won’t” und “For You” sind hierfür exemplarische Kompositionen, die sich in Anlehnung an Einflüsse von The War on Drugs oder The National gerne orientieren. Luke Edwards bestimmt die Richtung der Band: “Pie Town” ist der nächste Schritt auf dem ‘Heartland Trail’ für uns…!” Auf diesem Weg darf auch ein fast verborgener und erstmal unscheinbarer Top-Song der Scheibe, wie “El Camino” mit feiner Guitar Kreativität nicht fehlen, und natürlich ein Abschlusstrack, wie “Comin’ Around”, der zum Abschied nochmals zum vorbeikommen einlädt.

Aus den unterschiedlichen Wurzeln ihrer musikalischen Vorbilder haben L.A. Edwards mit “Pie Town” ein klangstarkes Americana-Album geschaffen, eine Country, Folk, Roots und Heartland Rock Mixtur, ausgestattet mit Eagles Harmonien, die eine optimistische Stimmungslage und positive Atmosphäre verbreitet. L.A. Edwards kommen im Juli mit ihren neuen Tracks für vier Termine erstmals als Headliner zu uns auf Tournee. Auf jeden Fall eine dringende Empfehlung für alle, um die Band noch in kleineren Locations zu erleben.

Bicgin Music Group/MARS Label Group (2024)
Stil: Americana, Heartland Rock

Tracks:
01. Don’t Know Better
02. Little Sunshine
03. El Camino
04. Just Forget It
05. Can You See Me?
06. I Won’t
07. For You
08. Waterfall
09. Angel Wait
10. Gone 4U
11. Good Luck
12. Comin‘ Around

L.A Edwards
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