Elles Bailey – 17.10.2024, Luxor Live, Arnheim – Konzertbericht

Kommt Elles nicht zu uns, müssen wir halt zu Elles. Das war so ein wenig das Motto, als wir uns entschlossen, den Gig von Elles Bailey im niederländischen Arnheim zu besuchen. Nicht zuletzt auch wegen der schönen Location, aus der wir ja bereits diverse Male über andere Interpreten wie u. a. Sass Jordan oder KIng King schon berichtet haben.

Unser Weg führte uns aus organisatorischen Gründen durch Nijmegen und besagtes Arnheim  und ich muss schon angesichts der Infrastruktur einen gewissen Neid attestieren. Unsere Nachbarn machen sehr vieles richtig, hier sitzen augenscheinlich Menschen mit Visionen in den entsprechenden Gremien.

Tempolimit auf Autobahnen, was ein entspanntes Fahren ermöglicht, futuristische Brücken, die man ohne mulmiges Gefühl unter- beziehungsweise überquert, gleiches gilt für die zentral gelegenen, elektrifizierten Bus-/Bahnhöfe und Parkhäuser, Fahrradwege mit breiten Abständen zum Autoverkehr, keine Schlaglöcher u den Straßen weit und breit, alte Häuser mit neuer Bausubstanz stilvoll vermischt. Eine Freude sich dort zu bewegen, währenddessen man in unseren Gefilden den Eindruck hat, dass in hiesiger Politik und den involvierten Amtsstuben, das einzig visionäre ist, wie man mit geringstem Aufwand und möglichst früh an die üppigen Pensionszahlungen gelangt.

In unserem Lande erreichte die hochtalentierte Protagonistin trotz aller Bemühungen (auch unsererseits) bis dato ein eher überschaubares Publikum, nach unserer Ankunft am Luxor Live mussten wir erkennen, dass für sie momentan auch im bluesbegeisterten Holland noch nicht die Bäume in den Himmel wachsen.

Ich hatte insgeheim auf einen ordentlich besuchten Hauptsaal gehofft, die Realität reichte aber nur für die kleine, aber feine Alternativ-Location, der sogenannte Bovenzaal, den wir zumindest jetzt auch mal kennengelernt haben, und der mit ca. 100 Besuchern, dann auch räumlich optimal, aber angenehm befüllt war.

Der flotte Opener „Enjoy The Ride“ vom aktuellen Album „Beneath The Neon Glow“ kam dann einer Ansage gleich, den Ritt durch ihr Programm samt gut ausgewählter  Stücke ihrer bis dato erschienen Studio-Alben, voll zu genießen. Flockig ging es weiter mit „Leave The Light On“ und „Ballad Of A Broken Dream“ (Elles neben ihrem Keyboarder James Graham am Piano). Bei Tracks wie dem Retro-umwehten „1972“ oder dem ersten ruhigeren Track, „Silhouette In A Sunset“, hatte sie sich warm gesungen und legte im weiteren Verlauf eine grandiose Vokal-Performance hin.

Klasse dabei auch die immer wieder die akzentuierte Unterstützung durch die junge Demi Marriner in den Harmoniegesängen. Diese untermalte desweiteren  die routinierte Rhythmusgebung des eingespielten Duos mit Matthew Jones an den Drums und Matthew Waer am Bass mit ihrem feinen Akustikgitarrenspiel. Letztgenannter wusste mit seiner Achtziger Kräusel-Haarpracht, Tom Selleck-Gedächtnis-Schnäuzer und rosa lackierten Fingernägeln auch optische Eindrücke zu hinterlassen.

Joe Wilkins, Baileys kongenialer Partner im musikalischen Bereich, brillierte natürlich wieder mit starkem E-Gitarrenspiel, wüste Slideeinlagen (u. a. bei „Hell And High Water“ und „Medicine Man“) und qiurlige Soli inbegriffen. Einfach nur famos die Gesangsvorstellung von Elles beim verzweifelt klingenden „What’s The Matter With You“, in der ihre ganze stimmliche Vehemenz bestens zum Vorschein kam.

Eines meiner Lieblingsstücke des Abends war das flockige „Truth Ain’t Gonna Save Us“, das man damals auch locker auf Fleetwoods Macs Megaseller „Rumors“ hätte packen können. Emotional wurde es bei „Let It Burn“, launig wieder bei „The Game“ und dem Ironischen „If This Is Love“ (mit klasse HT-Piano von Graham), entsprechend ihrer Erklärung, dass dieser Wellenverlauf bei ihren Konzerten ein typisches Merkmal sei.

Und kaum hatte man sich versehen, war mit dem starken „Riding Out The Storm“ samt furiosem Instrumentalausklang schon das Ende des Hauptteils erreicht. Klar, dass die begeisterte Audienz das Sextett nicht ohne Zugaben in den Feierabend schicken wollte.

Der Wunsch einer Zuschauerin den CCR-Klassiker „Long As I Can See The Light“ zu performen, scheiterte am Veto von Elles und ihrem Keyboarder, dafür wurde dann nach dem Gänsehaut erzeugenden atmosphärischen „Turn Off The News“ noch „Perfect Strom“ vom „Wildflower“-Album in einer bärenstarken Version als zusätzlicher Song zwischen den eigentlich nur zwei geplanten Zugaben aus dem Hut gezaubert.

Den herrlichen Rausschmeißer (inklusiv wildem E-Solo von Wilkins) bildete dann „Sunshine City“, wo die Fronterin  wie es ja auch schon auf ihrem tollen Live-Album „Live At the Fire Station“ zu hören war, ihrer bis dato starken Mitsängerin Demi Marriner ein kurzes Leadgesangssolo-Intermezzo gewährte.

Aus meiner Sicht ein fulminanter Auftritt von Elles Bailey und ihrer hervorragenden Begleitband. Man kann nur hoffen, dass, auch wenn für sie wohl in unseren Breitengraden trotz überragender Leistungen erstmal weiter musikalisches ‚Klinken putzen‘ angesagt ist, bei diesem Gesangs und Songwriting-Talent der Durchbruch nur noch eine Frage der Zeit ist. Wir denken positiv und prognostizieren, dass beim nächsten Mal in Arnheim, der große Saal zum Zuge kommt.

Insgesamt wieder eine Reise in unser Nachbarland, die sich gelohnt hat, auch wenn wir auf der Rückfahrt kurz nach der Grenze noch das Vergnügen einer nächtlichen Polizeikontrolle über uns ergehen lassen mussten. Passend zu Ihrem aktuellen Bekanntheitsstatus war dann folgender Dialog: Polizist: „Wo kommen Sie her? Wir: „Von einem Elles Bailey-Konzert aus Arnheim. Polizist: „Kenn ich nicht.“

Line-up:
Elles Bailey – lead vocals, piano, percussion
Joe Wilkins – electric guitar, slide guitar, vocals
Matthew Waer – bass, vocals
Matthew Jones- drums
James Graham – keys
Demi Marriner – vocals, acoustic guitar, percussion

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Elles Bailey
Elles Bailey bei Facebook
Luxor Live, Arnheim

Allen-Forrester Band – Eastbound – Digital-EP-Review

Die Allen-Forrester Band, die zur Zeit noch im Süden und einem Gig in Berlin unterwegs ist, mit  einem kleinen Zwischen-Intermezzo,, einer nur digital veröffentlichten Live-EP mit vier Stücken. Alle Kennt man von ihrer tollen Debüt-CD, als auch, wer sie wie wir,, schon des Öfteren  auf der Bühne gesehen hat, von ihren engagierten Auftritten.

Auch hier bekommt man den typischen an Lynyrd Skynyrd-ausgerichteten Sound der Anfangsphase des klassischen 70er-Southern Rock, ohne Schnörkel,, ehrlich gearbeitet,, man hört und sieht den imaginären Schweiß der Burschen beim Spielen förmlich aus den heimischen Boxen tropfen. 

Was sind die Kaufargumente? Bei „Good Situation Gone Bad“ bekommt man gegen Ende ein dynamisches Drum-Solo von Matze Böhm, das finale „Running For Your Life“ wird mit einem groovigen Bass-Intro von dem ansonsten auch wieder klasse zupfenden Hendrik Herder eingeleitet.

Josh Allen geht mit seinem kämpferischen Frontgesang voran, Ben Forrester setzt die gewohnten Highlights im Leadgitarrenspiel. Insgesamt eine schöne Sache, sich das Live-Können des Quartetts auch für zuhause zu sichern und vor allem eine ideale Gelegenheit, solche lebensnahe Bands auf ihrem weiteren Weg ein wenig zu unterstützen und ehrliche Live-Musik am Leben zu erhalten.

Die beiden aus dem Osten der USA stämmigen Musiker samt ihrer Rhythmusfraktion beweisen mit „Eastbound“ erneut, dass sie den Sound des Südens perfekt beherrschen.

EBF Music / Timezone Records (2024)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Stand Up
02. Burning Daylight
03. Good Situation Gone Bad
04. Running For Your Life

Allen-Forrester Band
Allen-Forrester Band bei Facebook
EBF Music

The Sheepdogs – Paradise Alone – EP-Review

Die Sheepdogs haben vor kurzem ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert und können auf eine bewegte Zeit zurückblicken. Sie zierten als erster Independant-Act das Cover des Rolling Stone, es folgten diverse Major-Alben. Mittlerweile haben sie sich ihre Unabhängigkeit zurück erworben und betreiben nunmehr ihre Musik wieder in Eigenregie. Dazu haben sie ihr eigenes Label Right On Records gegründet, auf dem jetzt die erste EP „Paradise Alone“ erscheint (VÖ: 22.08.2024 – digital / 13.09.2024 – CD/LP).

Die aus Saskatoon in Kanada stammende Band, bestehend aus Ewan Currie (guitars and lead vocals), Ryan Gullen (bass and backing vocals), Sam Corbett (drums and backing vocals), Shamus Currie (keys and backing vocals) sowie dem noch recht frischen Ricky Paquette (guitars and backing vocals – ersetzte Jimmy Bowskill), präsentieren sich dabei in beeindruckend guter Form.

Dabei resultieren die fünf Songs aus einer kleinen Lebenskrise, die ihren Ursprung in den Florida Keys fand, als Fronter Ewan Currie nach Stress im Privatleben allein und ziemlich in sich gekehrt dort verweilte, während um ihn das blühende Leben pulsierte. Er hörte dort viel Country der 80er und 90er Jahre (u. a. von Alan Jackson und der Nitty Gritty Dirt Band) und diese Musik ließ ihn auch nach seiner Rückkehr nach Toronto nicht mehr los.

„Es war mir nicht entgangen, dass ich das Potenzial für eine Midlife-Crisis vor mir hatte. Aber ich beschloss, mich nicht voll darauf einzulassen. Ich hatte einfach eine schlechte Zeit, und dann dachte ich: ‚Na gut, ich schreibe ein paar Songs‘. Das ist es, was mein Leben ausmacht. Ich bin Musiker, das ist es, was ich tue. Ich bin so verdammt glücklich, dass ich mit diesem Job meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.“

Die entstandenen neuen Tracks sind von ihm, mit Unterstützung von Matt Ross-Spang (Rival Sons, Jason Isbell, Margo Price) als Engineer produziert und wurden aufgenommen bei Southern Grooves in Memphis, Tennessee, Auch die in den dortigen Bars aufgesogenen Einflüsse sowie ihr eigener freier Rockspirit kamen noch im Studio mit dazu und ergaben letztendlich das Resultat, bestehend aus zwei frisch groovenden Honkytonk-Uptempo-Nummern mit typischem Piano und klasse Retro-E-Gitarren („Take Me For A Ride“, „Let Me In“) sowie fluffigen New Country-Sachen („Darling Baby“, „Darling Baby“ und „POS“ – stehend für „Piece Of Shit“), auf Pfaden der Eagles oder neuzeitlich von Midland schwelgend.

Der Southern-Fraktion werden vor allem die integrierten Twins gefallen, wobei der Spirit von Acts wie der Marshall Tucker Band, Grinderswitch und auch den Allman Brothers unverkennbar ist. Natürlich wird hier auch verstärkt mit Harmoniegesängen (an die guten Crosby, Stills & Nash erinnernd) operiert.

Für den Herbst ist schon das nächste Album geplant, da wünscht man Mastermind Ewan Currie vorab doch glatt weg gleich die nächste Lebenskrise, wenn dabei solch tolle Lieder wie auf „Paradise Alone“ entspringen. Ihr Gig am 26. November im Kölner Luxor ist damit in Sachen Berichterstattung bei uns fest eingeplant!

Right On Records (2024)
Stil Southern Rock & More

Tracklist:
01. Take Me For A Ride
02. Darling Baby
03. My Baby
04. Let Me In
05. POS

The Sheepdogs
The Sheepdogs bei Facebook
Oktober Promotion

The Georgia Thunderbolts – Rise Above It All – CD-Review

Die Georgia Thunderbolts zählen zweifellos zu den großen Nachwuchshoffnungen des Southern Rocks. Das hatten nicht nur wir schon ganz frühzeitig erkannt, als die Band noch eher ein Insidertipp gewesen ist, sondern dann irgendwann auch die namhafte Mascot Label Group.

Nach dem Debütalbum „Can We Get A Witness“ unter ihrer Fahne aus dem Jahr 2021 liefert der Georgia-Fünfer, bestehend aus TJ Lyle (Gesang, Mundharmonika), Zach Everett (Bass, klassische Gitarre, Harmoniegesang), Bristol Perry (Schlagzeug), Logan Tolbert (Gitarre) und Riley Couzzourt (Gitarre) mit „Rise Above It All“ nun den heiß ersehnten Nachfolger, der satte elf neue Tracks enthält sowie mit „Ain’t Got No Money“ eine klasse Bob Seger-Adaption und eine Neueinspielung von „It Ain’t Easy“.

Mit ihrem Fronter TJ Lyle, mit dem wir 2022 im Vorfeld ihres Gigs im Kölner E-Werk als Support von Black Stone Cherry 2022 ein Interview führen konnten, haben die talentierten Burschen, ein echt stimmliches Schwergewicht in ihren Reihen. Damals brachte er mit seinem T-Shirt und auch während des Gesprächs seine große Bewunderung für eines seiner großen Vorbilder, Paul Rodgers, zum Ausdruck.

Und die schlägt sich auch stärker denn je in dem neuen Silberling wieder, eine ganze Reihe der Songs wie u. a. „Rock And Roll Record“ oder „Moonlight Play“ tragen nicht nur einen klar erkennbaren, stimmlichen Bezug zur britischen Gesangsikone sondern auch zum Musizierstil von Bad Company.

„Wir haben eine Menge von unseren Helden gelernt. Das Spielen mit diesen Bands hat uns zu besseren Musikern gemacht“, sagt TJ. „Außerdem eröffnet es dir als Songwriter eine neue Perspektive, wenn du die Welt siehst – du triffst Menschen aus allen Schichten des Lebens“, so der TGT-Fronter.

Auch Bristol Perry dürfte sich auf der Support-Tour das Eine oder andere von Black Stone Cherry-Drummer John Fred Young mitgenommen haben, sein typisch kraftvolles Poltern verleiht vielen Nummern eine ordentliche Härte und Dynamik.

Aber auch Anhänger des klassischen psychedelischen Rocks der Marke Led Zeppelin, werden In Liedern wie dem Titelstück „Rise Above It All“, „She’s Gonna Get It“ oder „Stand Up“ ihre Deja Vus erleben.

Molly Hatchet lassen bei den abschließenden „Whiskey Talkin'“ und „Pricetag“ grüßen. Als der einzig so richtig Southern Rock-kompatible Track entpuppt sich der herrliche Opener „Gonna Shine“ sowie die hier etwas ruhigeren Sachen wie „Wait“ (mit schöner Akustikgitarre) und „Crawling My Way Back To You“.

Mit „“Rise Above It All“ untermauern The Georgia Thunderbolts ihren Anspruch als einer der ‚Rising Acts‘ der Szene. Zur Veröffentlichung des Werkes sind sie hier die Tage in Europa präsent, leider nicht im Westen, was ich als sehr schade empfinde, da sich besonders die Präsenz im Kölner Raum (siehe Blackberry Smoke) als äußerst wichtig für die Verbesserung des Bekanntheitsgrades in unserem Land erwiesen hat.

Nichtsdestotrotz bemühen wir uns gerade, den Gig im niederländischen Ede realisieren zu können. Das Album ist natürlich ein klares ‚Must Have‘!

Mascot Label Group (2024)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Gonna Shine
02. Rock And Roll Record
03. Rise Above It All
04. Moonlight Play
05. Ain’t Got No Money
06. Wait
07. Crawling My Way Back To You
08. She’s Gonna Get It
09. Little Jim
10. It Ain’t Easy
11. Stand Up
12. Whiskey Talkin‘
13. Pricetag

The Georgia Thunderbolts
The Georgia Thunderbolts bei Facebook
Mascot Label Group
Netinfect Promotion

49 Winchester – Leavin‘ This Holler – CD-Review

Das große musikalische Potential von 49 Winchester hatte Stephan Skolarski ja bereits in seinem Review zum hochgelobten Vorgängerwerk “Fortune Favors The Bold” erkannt. Der Longplayer erbrachte ihnen sogar  eine Nominierung in der Kategorie „Best Duo or Group“ bei den Americana Music Awards des letzten Jahres ein. In der Zwischenzeit hatten auch der Kollege Mangold und meine Wenigkeit das Vergnügen, sich davon bei ihrem bärenstarken Gig am 21.05.24 in der Kölner Kantine zu überzeugen.

Dort hatten sie bereits einige der Tracks („Yearnin’ For You“, „Leavin’ This Holler“, „Make It Count“, „Tulsa“, „Hillbilly Happy“ als Zugabe) ihres jetzt, am 02.08.2024 erscheinenden neuen, von Stewart Myers produzierten Nachfolgewerks „Leavin‘ This Holler“ mit ‚breiter Brust‘ vorgestellt.

Mein Herz haben sie dann auch schon direkt mit dem herrlichen, Mandolinen-unterlegten, fluffig ins Ohr gehenden Opener „Favor“ gewonnen, der sich auch direkt als einer der ganz großen Favoriten des Werks entpuppt. Die auf dem Fuße folgende, erfrischende Uptemponummer „Hillbilly Happy“ mit Charlie Daniels-typischem Refrain, wird jeden Southern Rock-Liebhaber glücklich machen. Das countrylastige, schwungvolle   „Yearnin’ For You“ beweist, dass sich 49 Winchester in Sachen Songwriting längst auf Augenhöhe mit den Platzhirschen der Szene wie Luke Combs, Eric Church oder Morgan Wallen befinden.

Ein Schelm ist, wer da denkt, dass mit „Make It Count“ ein Nachfolger für Tracks wie „Sweet Home Alabama“ oder „All Summer Long“ kreiert werden sollte. Überhaupt findet sich bei einigen der nachfolgenden Lieder immer wieder diese rotzige Kid Rock-Attitüde von Fronter und Gitarrist Isaac Gibson wieder.

Ein unbedingt zu erwähnendes Highlight in diesem grandiosen Gesamtwerk ist natürlich auch noch der emotional packende, aus Americana-, Country- und Southern Rock-Versatzstücken zusammengestellte Titelsong „Leavin’ This Holler“, der mit sensationellen Harmoniegesängen von Maggie Antone verziert wurde, und einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Ähnliches Esprit verströmen weitere Nummern wie „Fast Asleep“ oder das finale „Anchor“. „Tulsa“ und „Travelling Band“ demonstrieren dann nochmals nachhaltig die Massenkompatibilität des Sextetts aus Virginia.

„It takes not much to make a hillbilly happy“ singt Fronter Isaac Gibson in seiner typischen Art, der Rezensent erfreut sich an dieser brillanten Mischung aus melodischem New Country, emotionalem Americana und zünftigem Southern Rock, die absolut den Nerv der Zeit trifft. 49 Winchester etablieren sich somit in Szene und empfehlen sich ganz stark für die anstehenden SoS-Titel des Jahres 2024.

New West Records (2024)
Stil: Southern Rock, New Country

Tracks:
01. Favor
02. Hillbilly Happy
03. Yearnin’ For You
04. Make It Count
05. Leavin’ This Holler
06. Fast Asleep
07. Tulsa
08. Rest Of My Days
09. Traveling Band
10. Anchor

49 Winchester
49 Winchester bei Facebook
Lime Tree Music

Robert Jon & The Wreck – Support: Dear Robin – 10.07.2024, Open Air Bühne (Freideck), Kantine, Köln – Konzertbericht

Immer wieder Robert Jon & The Wreck! Die Jungs sind, wie bereits beschrieben, nicht zu bremsen. Gerade das neue Album „Red Moon Rising“ am Start, schon geht es nach Europa, dann wieder in die Staaten, und, um es am Ende des Jahres nochmals hier zu promoten.

Diesmal war mal wieder die wunderbare Freibühne vor der Kantine in Köln dran, die sehr gut besucht war. Und auch der Wettergott spielte, sowohl für die fleißige Band, als auch die Besucher mit, es blieb trocken, bei sehr angenehm zu ertragenden Temperaturen.

Und es gab eine Premiere: Zum ersten Mal, seit ich das Quintett gesehen habe, lief ein Supportact mit dem Namen Dear Robin auf, was vermutlich auch dem Ego der Burschen gut tun wird. Sicherlich ein Beweis für die unaufhaltsame Weiterentwicklung der Kalifornier.

Eigentlich bin ja als arbeitender Mensch kein Freund von Vorgruppen mitten in der Woche, zumal auch der merkwürdige Name Rätsel aufgab. Handelt es sich etwa um eine Robin Beck-Covertruppe? Aber nein, hier spielte dann ein sympathisches Ensemble aus Rostock, das sich bodenständiger Rockmusik, wie man sie in unserem Alter kennt (irgendwo zwischen Fleetwood Mac, und Deep Purple, teilweise sogar mit leichtem Southern-Einschlag a la ZZ Top), verschrieben hat und bereits ein Album vorweisen kann, sowie das zweite schon im Köcher hat.

Aus diesen beiden Werken wurden dann auch Stücke performt. Beim  southern-trächtigen Opener „On Our Way“ war es noch Lead-Gitarrist Paul Häcker vorbehalten, sich auch am Frontmikro zu bewähren. Ab Song 2, dem ZZ Top-umwehten Titelstück ihres ersten Albums „Revelation“, übernahm dann Co-Gitarristin Pia Rademann bis zum Ende des etwa 40 Minuten währenden Programms den Leadgesang. Insgesamt ein angenehmer Einstieg in den Abend, der den Hanseaten zurecht viel Applaus einbrachte. Fazit: Bescheuerter Bandname, gute engagierte musikalische Leistung!

Line-up:
Pia Rademann (lead vocals, electric and acoustic guitar, vocals)
Paul Häcker (electric guitar, lead vocals, vocals)
Mathis Marks (bass)
Keylipp Dallmann (drums)
Florian Fischer (keys)

Robert Jon & Co. legten dann kurz nach 20:00 Uhr in gewohnter Manier los. Der Leader traditionell in schwarz gekleidet, mit obligatorischem Hut und Whiskey-Glas in Reichweite, bei Henry James schien die Wolle auf dem Kopf noch ein wenig zugelegt zu haben.

Für mich lag der Reiz eindeutig darin, wie viele Stücke vom neuen Album „Red Moon Rising“ auf die Setliste finden und welche Wirkung sie live entfalten würden. „Hold On“ erwies sich dabei als toller und ordentlich rockender Opener. Mit krawalligen „Trouble“, dem Stampfer „Red Moon Rising“, „Dragging Me Down“, dem herrlich progressiven „Give Love“ (samt ausgiebiger „We could all use a little more love in the world-„Interaktion mit der Audienz ) und dem swampigen „Ballad Of A Broken Hearted Man“, durfte man durchaus zufrieden sein, lediglich den Ohrwurm „Down No More“ gab es leider nicht (vielleicht ja dann im November).

Jon und James geben mittlerweile unangefochten den Ton im Kollektiv an, James brillierte wieder mit unzähligen quirligen Soli. Neben Stücken aus dem etwas älteren Fundus wie u. a. „Ride Into The Light“, „Blame It On The Whiskey“, „High Time“, „Waiting On Your Man“, ging es mit dem Hit „Oh Miss Carolina“, dem bereits erwähnten „Ballad Of A Broken Hearted Man“ schon in die heiße Schlussphase.

Das, was für Lynyrd Skynyrd am Ende mit „Free Bird“ Standard war, scheint sich bei Robert Jon & The Wreck zu „Cold Night“ hin zu entwickeln. Hier schlug dann nochmals die große Stunde von Henry James, der in zwei langen Solopassagen erneut seine ungemeine Fingerfertigkeit zur Schau stellen konnte. Herrlich auch der zwischenzeitlich eingeflochtene Schlagabtausch mit Keyboarder Jake Abernathie.

Nach diesem 20-Minuten-Kracher war eigentlich klar, dass man den krönenden Abschluss hinter sich hatte. Und so war es dann auch. Robert Jon & The Wreck bewiesen an diesem angenehmen Sommerabend wieder, dass der Spitzen-Status, den Blackberry Smoke im Southern Rock (noch) inne hat, eindeutig das anvisierte Ziel ist. Zum x-ten Male ein toller Abend mit den Jungs!

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Jake Abernathie (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Robert Jon & The Wreck
Robert Jon & The Wreck bei Facebook
Dear Robin
Dear Robin bei Facebook
Teenage Head Music
Kantine Köln

Robert Jon & The Wreck – Red Moon Rising – CD-Review

Über die Erfolgsgeschichte von Robert Jon & The Wreck hatte ich ja bereits anlässlich ihres letzten Auftritts in der Krefelder Kulturrampe ein wenig philosophiert, jetzt liefert das Quintett knapp zehn Monate später schon wieder mit „Red Moon Rising“ den nächsten Studio-Longplayer ab, diesmal sogar mit der für sie recht ungewöhnlich hohen Anzahl von zwölf Tracks.

Und selbstredend, wie kann es anders sein, begleitet von intensivem Touren in Europa, den Staaten und dann wieder in Europa. Ich stelle mir gerade vor, der öffentliche Apparat (bis auf ganz wenige Ausnahmen) in unserem Staate wäre einem so intensiven Arbeitsvolumen ausgesetzt, das ganze Land befände sich vermutlich aufgrund einer Massen-Burnout-Welle in kürzester Zeit verwaltungstechnisch auf dem Niveau von Haiti…

„In Qualität steckt das Wort ‚Qual‘!“ sagte einst Felix Magath, als er seine Schützlinge mit dem Medizinball um die Tartanbahn schickte. Die Promoter/Managements der Band hier in Europa und in den Staaten scheinen trotzdem immer wieder die richtige Balance in Sachen Belastung zu finden, um ihrer weiterhin ungehemmt erscheinenden positiven Kreativität nicht im Wege zustehen.

Beim neuen Album gefallen mir auf den ersten Blick schon das schöne atmosphärische Cover-Artwork, als auch das gelungene Wortspiel, sich vermutlich auf den alten CCR-Klassiker („Bad Moon Rising“) beziehend, auch wenn es laut Band um all den Glauben, die Mythen und Traditionen rund um den Blutmond geht, der Wiedergeburt und Veränderung symbolisiert.

Alles wirkt wieder sehr melodisch, auch bei den flotteren und härteren Sachen („Stone Cold Killer“, „Hold On„). Viele Keys-Varianten von Jake Abernathie, Harmoniegesänge, das auf den Punkt gebrachte E-Solo von Henry James (oft in der Slide-Variante), ab und zu mal Twins mit Leader Robert Jon, der über das gesangliche Zepter seine gewohnte Aura verbreitet, gehören diesmal zum Grundmuster. Dazu kommt der Rhythmus von Andrew Espantman und Warren Murrel auf gewohnt hohem Standard-Niveau.

Die durchgehend guten und abwechslungsreichen Tracks (keine Füller) kommen mir als Verfechter des 4-Minuten-Liedgutes besonders entgegen. Zu meinen Favoriten zählen u. a. das episch anmutende „Ballad Of A Broken Hearted Man„, der groovige Titelsong, der obligatorische Ohrwurm „Down No More“ (dezente Band Of Heathens-Note), die Allman-Brothers-umwehten „Worried Mind“ und „Give Love“ als auch der ‚Ted Nugent meets The Outlaws‚-Track „Rager“.

Produziert hat Kevin Shirley, veröffentlicht wird die Scheibe über Joe Bonamassas Journeyman Records. Man darf sich schon bald auf die Live-Präsentation der neuen Stücke freuen. Der nächste Schritt zu noch mehr Popularität ist gekonnt vollzogen!

Journeyman Records (2024)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Stone Cold Killer
02. Trouble
03. Ballad Of A Broken Hearted Man
04. Red Moon Rising
05. Dragging Me Down
06. Hold On
07. Down No More
08. Help Yourself
09. Worried Mind
10. Give Love
11. Rager (CD Bonus Track)
12. Hate To See You Go (CD Bonus Track)

Robert Jon & The Wreck
Robert Jon & The Wreck bei Facebook
Another Dimension

the lethargics – Southern Living – Digital-EP-Review

Sicherlich eines der ungewöhnlichsten Reviews, die ich bisher vor der Brust hatte. Darral Mendenhall, der Mastermind von the lethargics schrieb mich per Mail an und erfragte ein Review zur aktuellen, aus vier Stücken bestehenden  EP „Southern Living“. 

Nach erster Recherche erwies sich die Musik sofort als Magazin-kompatibel und ich willigte natürlich ein, zumal diese eher unbekannten Sachen ja meist die reizvollsten sind, sowohl für mich persönlich, als auch. als auch unsere Leserschaft.

Mein erster Gedanke war zunächst, warum man sich eines Bandnamens bedient, der von vorne herein mit negativen Assoziationen behaftet ist. Da ich weder Social-Media-Aktivitäten noch Aussagekräftiges auf der Homepage über die Mitglieder finden konnte (der Bandname the lethargics suggeriert zumindest eine Mehrzahl) bat ich Darrel um weitere Infos.

Der sprach in seinen Antworten eher in Rätseln („I am a broken and broke hillbilly from Knoxville TN with a perhaps unusual brain and clear knowledge that The Horseman has chalked my door…“), sodass ich mich hier vermutlich zum Teil im Rahmen von Spekulationen bewege. Mendenhall lebt also in Knoxville, Tennessee. Um 2021 gab es die ersten Veröffentlichungen. Es gibt keine feste Bandstruktur, Leute kommen und gehen mit Ideen, spielen was vor, am Ende setzt der Protagonist, die Musik, in welcher Form auch immer, in die Realität um.

Es gibt keine Schubladen, auch wenn Stilrichtungen wie Rock, Blues, Punk, Country, Folk und Americana wohl den Nährboden bildeten, allerdings befinden sich unter den benannten Einflussgebern Interpreten wie Bob Dylan, Bruce Springsteen, Mark Knopfler, Joe Ely, The Clash, The Replacements oder die Stones. 

Diese EP ist allerdings zum Titel passend klar im Bereich zwischen Southern Rock und Roots Rock mit typischen Gitarrenelementen zu verorten, die prägnante Note ist hier die eigenwillige kauzig-kratzige Stimme Mendenhalls, die dem Ganzen eine Art ‚Tom Waits goes Southern (Rock)‘-Attitüde verpasst.

Den besten Eindruck erhält man tatsächlich, wenn man sich die über Spotify erhältlichen Songs anspielt oder die Videoclips zu anderen Titeln von Vorgängerwerken auf der Homepage anhört/ansieht, die sich durchaus in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Mir gefällt das mit Kuhglockendrums vorangetriebene mit einem Stones-E-Gitarren-Touch versehene „Strange Customs“ mit am besten.

Die einfache Produktion beruht sicherlich nicht auf Mitteln, die man aus dem Staate Tennessee kennt, ist aber sehr authentisch, introvertiert, aber keinesfalls lethargisch und mit Herz am rechten Platz umgesetzt, sodass man Mendenhall auf jeden Fall ein hervorragendes Songwritingtalent bestätigen kann. Er stammt aus dem Süden, hat eine große Portion Southern Rock im Blut und kann auf „Southern Living“ somit ein kompetentes musikalisches Urteil über das Leben dort für sich beanspruchen.

Für Southern Rock-Freunde, die stetig auf der Suche nach neuem Stoff sind, sicherlich durchaus ein Geheimtipp!

Eigenproduktion (2024)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Wasteland Of The South
02. Willow Jane
03. Strange Customs
04. Goodbye Is Always Implied

the lethargics

49 Winchester – Support: Drayton Farley – 21.05.2024, Kantine, Köln – Konzertbericht

Toller Konzertabend in der Kölner Kantine! Der Gig von 49 Winchester mit ihrem Support Drayton Farley war im Vorfeld aufgrund der gesteigerten Kartennachfrage vom ursprünglich geplanten Club Volta in die ungefähr etwas mehr als doppelt so große Location im Kölner Norden gelegt worden und die Leute sollten ihr Kommen nicht bereuen.

Zunächst stellte der aus der Nähe von Birmingham in Alabama stammende Singer/Songwriter Drayton Farlowe in einem 45-Minuten Programm, Songs aus seinem eigens Fundus vor. Nur mit Akustikgitarre behangen und seinem bardenhaften Gesang, der mich ein wenig an Jason Isbell erinnerte, an der Front, gelang es ihm mit seiner kommunikativen Art, authentischen Texten und melodischen Tracks wie u. a. „Something Wrong (Inside My Head)“, Stop The Clock“, „Dream Come True“, „Evergreen Eyes“ American Dream (Hard Up) und dem abschließenden „Pitchin Fits“, viele Pluspunkte für sich zu sammeln, als auch den verdienten Applaus einzuheimsen.

Line-up:
Drayton Farley (lead vocals, acoustic guitar)

Nach knapp einer halben Stunde Umbaupause brachte dann 49 Winchester, das 6-köpfige Ensemble aus Castlewood, Virginia, das vor geraumer Zeit bereits als Support-Act von Luke Combs für Furore gesorgt hatte, von der ersten Minute an den ‚Kessel‘ in der Kölner Kantine zum Brodeln, visuell zusätzlich durch permanent wehende Rauchschwaden auf der Bühne untermauert!

Das Sextett, bestehend aus dem herrlich kauzig aussehenden, aber auch zugleich sehr charismatisch auftretenden Fronter Isaac Gibson, der mich an eine Art noch unverbrauchte Mischung aus Charlie Daniels in jungen Jahren, Billy Gibbons und Charlie Starr erinnerte sowie Co-Gitarrist Bus Shelton, Schlagzeuger Justin Louthian, Bassist Chase Chafin, Keyboarder Tim Hall und Pedal Steel Player Noah Patrick, sorgte schon direkt mit dem launigen Opener „Chemistry“ dafür, dass die Chemie zwischen Band und Publikum auf’s Beste funktionieren wird.

Im Mittelpunkt standen im weiteren Verlauf des ca. 1 1/2 stündigen Gigs die Songs ihrer ersten Alben, darunter natürlich auch die vom starken „Fortune Favors The Bold“ (“ u. a. „Annabel“, „All I Need“, „Damn Darlin’“, „Second Chance“, „Last Call“),  sowie ergänzend schon eine Vorschau auf den kommenden, am 03. August 2024 zur Veröffentlichung geplanten Nachfolger mit Tracks wie u. a. „Yearnin‘ For You“, „Make It Count“, Leavin‘ This Holler“, das wir dann zu entsprechender Zeit natürlich auch wieder beleuchten werden.

Highlights unter vielen in dieser höchst abwechslungsreichen Show waren für mich persönlich , der bis dato mit der Truppe noch gar keine Berührungspunkte hatte, u. a. Songs wie das atmosphärisch-bluesig-balladeske „Hays, Kansas“, das im emotionalen Refrain zum Mitsingen infizierende „Russell County Line“ sowie das progressive und mit einem starken Instrumentalteil bedachte „Don’t Speak“ oder auch das brandneue „Tulsa“ mit schöner Red Dirt-Note.

Am Ende wurde die Band vom sehr angenehmen Publikum gebührend gefeiert und natürlich nicht ohne Zugabe entlassen. Gibson bedanke sich für die tolle Kölner Audienz („die ihm noch in 15 Jahre in Erinnerung bleiben wird“ – OT) und sorgte mit seinen Kumpanen dafür, dass alle Anwesenden samt der vertretenden Hillbillies, die Kantine überglücklich verließen (mit „Hillbilly Happy“, ein Stück aus dem kommenden, neuen Album).

Besonders gefreut hat mich auch die unbeschränkte Fotoerlaubnis für den Kollegen Mangold. Hier zeigt sich, wie man vertrauensvoll zwischen Band-Management und Multiplikatoren (Agenturen, Magazinen) völlig entspannt zusammenarbeiten kann, um ein bestmögliches Werbeergebnis für die Protagonisten zu erzielen, wie man es an den tollen Fotos unschwer erkennen kann!

49 Winchester, weiter so! Ein toller aufstrebender neuer Act im New Country-, Country Rock-, und Southern Rock-Genre, von dem noch viel zu hören sein wird. Bestnote von uns für diesen Abend!

Line-up 49 Winchester:
Isaac Gibson (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Tim Hall (keyboards)
Justin Louthian (drums)
Chase Chafin (bass,)
Bus Sheltonon (electric guitar, acoustic guitar)
Noah Patrick (pedal steel)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

49 Winchester
49 Winchester bei Facebook
Drayton Farley
Drayton Farley bei Facebook
Lime Tree Music
Semmel Concerts Entertainment GmbH
Kantine, Köln

Dreadful – Soulmates – EP-Review

Review: Stephan Skolarski

Wenn die sympathischen Urschweizer von Dreadful zur Release-Party ihrer neuen EP einladen, bedeutet dies für den Heimatort (ca. 3500 Einwohner) im Kanton Schwyz eine ausverkaufte Location. Die in dieser Gegend, immerhin einer Musikhochburg, nicht unbedingt typischen Southern-, Blues- und Country-Rocker hatten zuletzt das Full-Length-Album “A Damn Good Ride” (2019) vorgelegt. Zum 15-jährigen Geburtstag wurde nun die EP “Soulmates” veröffentlicht und am Konzertabend mit einer Biertaufe gebührend abgefeiert, getreu dem Werbeslogan des Ortes: Muotathal, das Dorf mit der Portion Eigensinn.

Allemal Grund genug, die enge musikalische Seelenverwandtschaft der Bandmates wieder von Beginn an in sechs Eigenkompositionen zu dokumentieren: krachender, heavy, Blues Rock, wie der Opener “One Hell Of A Ride”, lässt die Berg- und Erlebniswelt des Ortes aufhorchen. Ein knallharter, vor Kraft strotzender, mitreißender Guitar-Track, der die Lautstärkeregler von allein zum Anschlag bringt.

Unverändert volle Kraft voraus rockt “Down To The Bone” mit sozialkritischen Lyrics und massiven E-Solo-Breitsaiten durch eine etwas zu kurze Spielzeit, die jedoch auch hier nach Wiederholung verlangt. Mit “Memories Last Forever” folgt als weiteres Highlight eine absolut mächtige Ballade, deren Hymnen-Charakter im Southern-Blues-Rock-Style mit immer wieder starken Vocals und grandiosen Guitar-Parts den Top-Titel wachsen lässt; über sechs Minuten Hörgenuss, die unvermittelt ein “again” verlangen.

Die Kunst des abwechslungsreichen Songwritings beherrschen Dreadful meisterlich und bringen mit dem Heimweh-Titel “Home Sweet Home” eine feine acoustic Country/Folk/Rock-Nummer. Die schöne Banjo-Dominanz verleiht dem Titel zum sehr passenden Text eine magische Ohrwurmresonanz, die an gute, alte und ebenso moderne Country Folk- Zeiten erinnert. Nach diesem einfallsstarken Break-Song noch einmal so richtig voll aufzudrehen und den selbstkreierten Swiss Kick Ass Rock’n’Roll standesgemäß zum Jubiläum zu performen, ist eindeutig Sache der Band. Dies gelingt souverän mit dem rauen Blues Rock-Track “Oh Yeah, Alright” und überragenden Guitar-Passagen, die im abschließenden Texas-Boogie “Shake It” mit Harmonica-Unterstützung zum Tanzen auffordern.

Neben dem nachträglichen Glückwunsch zum Bandgeburtstag gebührt die Gratulation im gleichen Umfang der überaus gelungenen Produktion von “Soulmates”. Mit durchweg starken Songs, die sich nur im seelenverwandten Eigensinn einer Bandgemeinschaft zur Perfektion entwickeln, haben Dreadful erneut bewiesen, dass sie ihren musikalischen Enthusiasmus weit über die schweizer Grenzen hinaus vorzeigen können.

Monobuster Records (2024)
Stil: (Southern) Blues Rock

Tracks:
01. One Hell Of A Ride
02. Down To The Bone
03. Memories Last Forever
04. Home Sweet Home
05. Oh Yeah, Alright
06. Shake It

Dreadful
Dreadful bei Facebook