American Aquarium – New Ways To Lose – CD-Review

Review: Michael Segets

Vor zwei Monaten war ich voll des Lobes für „They Call Us The Lucky Ones“ von Ryan Bingham And The Country Gentlemen und habe das Album zu einem Favoriten des Jahres erklärt. Nun kommt American Aquarium mit „New Ways To Lose“ um die Ecke, das in meinem persönlichen Ranking dem Werk von Bingham mindestens ebenbürtig ist oder sogar noch ein Quäntchen vorne liegt.

Während auf „Chicamacomico“ (2022) und „The Fear Of Standing Still“ (2024) flottere Stücke die Ausnahme bildeten, sind auf dem aktuellen Longplayer nur zwei ruhige Titel vertreten. Das vom Frontmann BJ Barham zusammen mit Lori McKenna geschriebene „Out There In The Dark“ hebt sich auch durch sein Klavierintro von den anderen Titeln ab. „Bad Habits“, bei dem der bandtypische Slide der Steel Pedal ebenso wie eine seltener eingesetzte Horn-Section zu hören ist, beschließt das Album.

„New Ways To Lose“ nimmt schon mit den ersten beiden sehr starken Titeln („Dollar Genreral“, „Can’t Into Could“) Fahrt in Richtung Heartland auf. Bläser und eine Hammond B3 begleiten „Twin Flames“, meist prägen aber der satte Klang des Schlagzeugs sowie die E-Gitarren den Sound. Die erste Single „History Repeats Itself“ ist dafür ein Beispiel. Bruce Springsteen, der mit seinen Werken der siebziger und achtziger Jahre hier Pate gestanden hat, winkt am Wegesrand. Barham und seine Mitstreiter schauen weiterhin bei Neil Young vorbei, wenn sie den schrillen elektrischen Gitarrentönen auf „Whatever Helps You Sleep At Night“ mehr Raum geben.

Von der Route zweigt American Aquarium bei „4×60“, das als Country-Rock durchgeht, minimal ab. Die rockigen Songs drücken dem Longplayer ihren Stempel auf. Daneben finden sich auch mit dem countryfizierten „Just Like You“ und dem melodiösen „Favorite Hello“ zwei Tracks im mittleren Tempobereich, sodass die Reise durch das Album abwechslungsreich bleibt. Barham biegt nirgendwo falsch ab. Alle Tracks sind hörenswert, sodass kein Grund besteht einen Punkt oder Stern von der Höchstwertung abzuziehen.

Die Band spielte die Stücke innerhalb von zehn Tagen überwiegend live ein, wobei die Bläser später hinzu gemischt wurden. Ein Garant für einen erdigen und authentischen Sound ist Shooter Jennings, der nach „Lamentations“ (2020) und dem bereits erwähnen Vorgängeralbum aus dem Jahr 2024 zum dritten Mal als Produzent für American Aquarium fungiert. Der Titel des Longplayers ist in Amerika übrigens ein geflügeltes Wort, das auf den Sportkommentator Gary Hahn zurückgeht.

In den Texten verarbeitet Barham einerseits persönliche Themen wie den Tod seines Hundes („Favorite Hello“), andererseits gibt er auch sozialkritischen Töne ihren Raum. Bei „Dollar General“ geht es beispielsweise um das Aussterben der Einzelhandelsgeschäfte und den Niedergang einer Stadt. So oder so: In den Lyrics schwingt stets etwas Allgemeines mit, das in der ein oder anderen Weise den Hörer berührt.

Was sich mit „Life At Red Rocks“ (2025) bereits ankündigte, setzt sich auf „New Ways To Lose“ fort. BJ Barham und American Aquarium präsentieren sich von ihrer rockigen Seite. Das machen sie so gut, dass einem unweigerlich große Namen als Referenzpunkte einfallen. Zu diesen müssten sie auch gehören, wenn es im Musikgeschäft Gerechtigkeit geben würde.

Losing Side Records/Thirty Tigers – Open (2026)
Stil: Rock

Tracks:
01. Dollar General
02. Can’t Into Could
03. 4×60
04. Twin Flames
05. Out There In The Dark
06. History Repeats Itself
07. Favorite Hello
08. Whatever Helps You Sleep At Night
09. Just Like You
10. Bad Habits

American Aquarium
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Thorbjørn Risager & The Black Tornado – Live At Hotel Cecil – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Zu den besonderen Auftritten einer Tournee zählt zweifelsohne immer das Konzert in der Heimatstadt. Diesen Gig der “House Of Sticks”-Tour absolvierten Thorbjørn Risager & The Black Tornado im Herzen von Kopenhagen am 29.11.2025 und produzierten fast ganz nebenbei mit “Live At Hotel Cecil” ein bluesgetränktes Doppel-Album. Die Location ausverkauft, Heimspielatmosphäre, Blues-Rock-Fans in Feierlaune – beste Voraussetzungen also für eine Live-Performance, die es in sich hat! Doch blicken wir kurz zurück: Seit die Band 2014 mit dem Album “Too Many Roads” den Preis der Deutschen Schallplattenkritik abräumte, wurden neben dem “Best Of …” insgesamt 6 Longplayer veröffentlicht. 2025 gab es für “House Of Sticks” nochmals die begehrte Kritikertrophäe. Kein Zufall auch, dass die Bandgeschichte in diesen Jahren von SOS mit einer ganzen Reihe von Gig-Reviews begleitet wurde.

Nun kommt “Live At Hotel Cecil” hinzu und schöpft aus einem umfangreichen Repertoire, einem Reservoir eigener ”Klassiker”. Nur zwei Jahre alt, aber fast schon legendär startet “Already Gone” im Shuffle-Rhythmus den hautnahen Bühnenkontakt mit dem Publikum. Leichtfüßiger Blues-Rock, angesiedelt zwischen J.J. Cale und Chris Rea, bringt mit “Long Time Ago” die pure Spielfreude und den berühmten Funken der ansteckenden Begeisterung. Dabei sind es keineswegs nur die mitreißenden Live-Arrangements der Songs vom “House Of Sticks“-Album, das mit 5 Titeln besonders stark vertreten ist. Vielmehr sind es ebenso “ältere” Stücke mit bleibendem Charme, wie z. B. “Long Forgotten Track” (2014) – in schöner Mark Knopfler Stilrichtung. Zu diesen bisher weniger bekannten Songs gehört der “Insomnia Boogie”, dessen Akustik-Ausgabe (2021) durch die große Band-Version zum unbedingten Anspieltipp avanciert.

Die straight-forward rockende Instrumentierung bei “Headed For The Stars” (2022) gibt einen passenden Vorgeschmack, um den ausdrucksstarken “Train”-Boogie (2017) angemessen als Einleitung in den grandiosen Abschlusstrack und die Zielgerade überzuleiten. Dieser Endspurt kommt mit “All I Want”, 11 Minuten lang, eine opulente und zugleich epische Live-Version in wechselnden Blues, Rock, Soul und teilweise Jazz-Etappen, sowie ausführlichen Solo-Parts (inklusive einer überraschenden Beethoven-“Ode an die Freude”-Reminiszenz).

Die 17 Tracks von “Live At Hotel Cecil” sind eigentlich eine viel zu kurze Premium-Selektion aus dem erstklassigen Gesamtwerk von Thorbjørn Risager & The Black Tornado. Gleichzeitig ist die Formation aber eine groovende Bühnenshow, eine stets sehenswerte und eine der verlässlichsten Live-Bands Europas und im sehr positiven Sinne, ein Blues Brothers Kult-Synonym, mit über 50 Tournee-Terminen in diesem Jahr. Die Release-Party von “Live At Hotel Cecil” findet übrigens am 19.06. beim Blues Garage Open Air in Hannover statt!

Provogue/Artone (2026)
Stil: Blues

Tracks:
01. Already Gone
02. Long Time Ago
03. Said In Was Hurt
04. House Of Sticks
05. Insomnia Boogie
06. Long Forgotten Track
07. Sin City
08. Never Givin‘ In (Intro)
09. Never Givin‘ In
10. Headed For The Stars
11. Inner Light
12. I Used To Love You
13. Come On In
14. Hold My Lover Tight
15. Over The Hill
16. Maybe It’s Alright
17. Train
18. All I Want

Thorbjørn Risager & The Black Tornado
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V2 Records Promotion GSA

J Schlueter – The Other Mile – CD-Review

Review: Michael Segets

Es gibt ja unterschiedliche Motivationen und Anlässe Musik zu machen. Für Jörn Schlüter scheint ein persönliche Krise den Ausschlag gegeben zu haben, die Songs für „The Other Mile“ zu schreiben. Normalerweise liefert er Stücke für seine Band Someday Jacob, nun fasst er die vor zwei Jahren quasi in einem Fluss entstandenen Tracks auf seinem Solo-Debüt zusammen.

Während der Entstehung der Titel hörte Schlüter häufig „Comes A Time“ (1978) von Neil Young, welches ihn inspirierte, auf seinem Album eher mit zurückhaltenden Arrangements zu arbeiten. An manchen Stellen der Kompositionen und des Gesangs lässt sich auch eine gewisse Nähe zum Altmeister feststellen. Akustische Gitarren, begleitet von Schlagzeug und Bass, für die er Matthias Meusel und Stephan Gade ins Boot holte, prägen das Werk. Mit Eric Heywood (Son Volt, The Jayhawks, Tift Merritt) gewann Schlüter noch einen versierten Mitstreiter an der Pedal Steel. Gerade in der ersten Hälfte des Longplayers bei „Dissociate“ oder „Used To Love To Dance“ trägt Heywood endscheidend zum Sound und zur Stimmung der Stücke bei. Besonders viel Raum nimmt die Pedal Steel auf „Complicated“ ein.

Mit „Springtime“ unterbricht Schlüter erstmals den getragenen Grundtenor des Albums, auf dem die meisten Beiträge im unteren bis mittleren Tempo angesiedelt sind. Das Schlagzeug tritt dort deutlich hervor und die Geschwindigkeit wird dezent angezogen. Später folgt „Fly Blind“, das eine Spur rockiger ist. Dazwischen finden sich das Titelstück mit Harmoniegesang in manchen Passagen sowie das sanfte „Consolation Prize“. Vor dem letztem Titel „Win Me Over“, das den Kreis zum Anfang des Longplayers („Portal“) schließt, ist das rhythmisch auffälligste Stück „Ready Set Go“ platziert. Nicht zuletzt durch die Percussion versetzt der Track an die amerikanisch-mexikanische Grenzregion.

Musik ist ja bekanntlich besonders geeignet, Grenzen zu überwinden und die modernen Kommunikationsmittel erleichtern den internationalen Austausch. In dem Bremer Studio-Nord, das nur einen Steinwurf von Schlüters Wohnung liegt, wurde „The Other Mile“ aufgenommen. Die Files fanden dann den Weg über den Atlantik nach Chicago zum Produzenten Tom Schick (Wilco, Norah Jones). Gemastert wurden sie von Stephen Marsh (Jeff Tweedy).

J Schlueter „The Other Mile“ bietet moderne Singer/Songwriter-Kost mit Anleihen bei Neil Young. Die CD verläuft insgesamt in ruhigen Bahnen. Sie vereint gute Lieder ohne Ausrutscher, unmittelbar eingängige Ohrwürmer sind allerdings nicht vertreten. So bietet sich das Album eher für eine introspektive Stunde an, die ohne viel äußere Aufregung auskommt.

Hey!blau Records (2026)
Stil: Singer/Songwriter

Tracks:
01. Portal
02. Complicated
03. Dissociate
04. Used To Love To Dance
05. Springtime
06. The Other Mile
07. Consolation Prize
08. Fly Blind
09. Ready Set Go
10. Win Me Over

J Schlueter
Hey!blau Records
Oktober Promotion

John Primer and Friends – Tribute To Theresa’s Lounge – CD Review

Review: Hans-Joachim Kästle

Der Sänger und Gitarrist Alfonzo „John“ Primer ist einer der Großen des Chicago Blues, bereits zu Lebzeiten eine Legende. 1974 begann er, sieben Abende pro Woche als Mitglied der Hausband im „Theresa’s“ aufzutreten, einem von Theresa McLaurin Needham 1949 gegründeten Club in der South Side von Chicago. Dort spielte er in der Band von Junior Wells und trat mit Magic Sam, James Cotton, Magic Slim und anderen auf. Nachdem ihn Willie Dixon gesehen hatte, lud er Primer 1979 ein, sich seinen Chicago Blues All-Stars anzuschließen.

Primers Kindheitstraum ging 1980 in Erfüllung, als Muddy Waters nach dem Weggang seiner alten Band eine neue gründete. Er wurde Waters’ Gitarrist, Bandleader und Opening Act. Nach Muddys Tod 1983 spielte er 13 Jahre lang mit Magic Slim And The Teardrops. Seit 1991 nimmt der heute 81-Jährige Platten unter eigenem Namen auf, ist Gast bei vielen Kollegen, wurde dreimal für einen Grammy nominiert und heimste zahlreiche Auszeichnungen ein.

Für die Würdigung an die 1992 verstorbene Theresa Needham hat Primer Künstler versammelt, die in deren berühmten Lokal aufgetreten sind: „Wir sind jetzt alle in den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern. Ich bin so froh, dass wir alle gesund genug waren, um gemeinsam diese Hommage an Theresa’s Lounge zu gestalten.“

Die Tribute-CD wirft einen vorzüglichen Blick auf die Geschichte des Chicago Blues, authentisch interpretiert von Zeitzeugen wie der 90 Jahre jungen Mary Lane beim von ihr selbst geschriebenen „Mary’s Song“. Zu den Höhepunkten zählt Muddy Waters’ „Champagne And Reefer“, vielen sicherlich in erster Linie bekannt in der Version der Rolling Stones zusammen mit Buddy Guy (der im Übrigen wie Paul Butterfield, Mike Bloomfield oder Johnny Winter auch im „Theresa’s“ aufgetreten ist). Hier hat Willie Buck, der im November 89 Jahre alt wird, den Gesangspart übernommen: wie gewohnt kraftvoll und ausdrucksstark. Auch er hat Legendenstatus: Ihm zu Ehren gibt es in Chicago den Willie Buck Way.

Die CD bringt auch manche Perle ans Licht; so wie „Here I Am Knocking‘ At Your Door Again“, einst bekannt geworden durch James Cotton –interpretiert vom Komponisten John „Mad Dog“ Watkins, der Gitarrist in Cottons Band war. Neben weiteren Klassikern wie „She’s Nineteen Years Old“, ebenfalls von Muddy Waters, Little Walters „Mean Old World“ oder „Little By Little“ aus dem Repertoire von Junior Wells gibt es vier von John Primer eigens für diese CD geschriebene Titel wie das prächtige „The Blues Is King“ oder die autobiographischen „Blues Survivalist“ und „7 Nights For 7 Years“.

Sehr empfehlenswert für Freunde des klassischen, gitarrenorientieren Blues alter Schule mit der typisch-markanten Harp von Harmonica Hinds oder Billy Branch, der bei „Sugar Sweet“ auch die Vocals übernimmt. Der Blues hält jung – wie bei den Altmeistern zu hören ist.

Label: Blues House Productions (2026)
Stil: Chicago Blues

01. Up In Heah feat. John Primer
02. 7 Nights For 7 Years feat. John Primer
03. The Blues Is King feat. John Primer
04. Sugar Sweet feat. Billy Branch
05. Champagne And Reefer feat. Willie Buck
06, We All Need Help feat. John Primer
07. She’s Nineteen Years Old feat. Carlos Johnson
08. Little By Little feat. John Primer
09. Mary’s Song feat. Mary Lane
10. Cut You A-Loose feat. John Primer
11. Blues Survivalist feat. John Primer
12. Here I Am Knockin’ At Your Door Again feat. John Watkins
13. Mean Old World feat. John Primer

John Primer
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The Shaelyn Band – Chapter 3 – CD-Review

Die maßgeblich aus Florida stammende Shaelyn Band, bestehend aus Shaelyn Mulberry (lead vocals), Eric Guess (guitars), Curtis Harris (bass), Win Carlson (bgv), Isaiah Gaytan (trumpet), Moses Maldonado (trombone) und Tim Mulberry (drums, bgv) ist seit 2020 aktiv und veröffentlicht mit „Chapter 3“, das nun mehr dritte Album.

Es enthält 14 selbst-kreierte Tracks, die sich im Rahmen von Blues, Soul und Jazz bewegen. Geprägt ist ihre Musik von der sehr kräftigen, aber auch überaus dominanten Stimme der Fronterin Shaelyn Mulberry, die sich mit Drummer Tim Mulberry auch auch für das Songwriting verantwortlich zeigt. Tim Mulberry hat die Scheibe produziert.

Zu solch einer starken Stimme muss meines Erachtens auch das Songmaterial in Sachen Melodik, Markanz und Wiedererkennungswert passen, was hier eher leider nicht der Fall ist. Hier gibt es eher einen Mix aus recht altbacken und schon oft gehörten Blues-, Soul- und Jazz-Elementen (mit ein paar Allman Brothers-mäßigen E-Gitarreneinlagen), verpackt in neue, unscheinbare Gewänder.

Dadurch wird der ‚Gang‘ durch die vierzehn Stücke ziemlich ‚anspruchsvoll‘. So muss man bis zum letzten Lied „Just Keep Moving“ ausharren, bis dann tatsächlich die oben angeführten Attribute mal in Einklang stehen. Der perspektivische Weg in Richtung Tedeschi Trucks Band, sofern sich das anhand des hiesigen Konvoluts musikalisch vermuten lässt, dürfte allerdings noch ein sehr langer sein. 

The Shaelyn Band bietet mit „Chapter 3“ einen durchaus engagierten Longplayer, getragen von einer überaus herausstechenden Sängerin, der primär die traditionelle Blues-, Soul und Jazz-Klientel ansprechen könnte und dessen Songmaterial mehr für Live-Auftritte prädestiniert zu sein scheint. Für mich ein eher anstrengendes ‚Kapitel‘ in meiner ‚Reviewer-Karriere’…

Eigenproduktion (2026)
Stil: Blues, Soul, Jazz

Tracks:
01. Blues Chose Me
02. Gumbo
03. Cruise
04. Push
05. Carry On
06. Takin‘ My Love Back
07. Bet It All
08. Make Ya Move
09. Music Make It Right
10. I’m Not Ready
11. Debt
12. I Won’t Sell My Soul
13. Slow Blues
14. Just Keep Moving

The Shaelyn Band
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Midland – Stages – CD-Review

Seit Midland, alias Mark Wystrach, Cameron Duddy und Jess Carson, sich nach einer Hochzeit, die sie gemeinsam besucht hatten, zu einem musikalischen Country-Trio im Jahr 2016 zusammengeschlossen hatten, ging es ab da eigentlich nur noch steil bergauf. Der berühmte ‚Dosenöffner‘ war damals ihr Mega-Hit „Drinkin‘ Problem“.

Mit ihrem 6. Album „Stages“ ziehen sie quasi ein Resümee bezüglich dieser Zeit und versuchen das Geschehene, beziehungsweise ihre erfolgreiche Entwicklung, in neue Songs zu kanalisieren, die aber diesmal erheblich im traditionellen Sektor des kalifornischen und texanischen Country verwurzelt sind.

„The title is really a tribute to all the places where we’ve made our stand, but it’s also about all the phases and stages we’ve been through to get here“, so Cameron Duddy . Erkennbar sind diese ‚Stufen‘ auch an den Fahrzeugen, die sie zu ihren Konzerten hinschipperten: Es begann mit einem Pickup, dann im Familien-Van, mittlerweile im großen Tourbus.

Und Fronter Mark Wystrach ergänzt: “And the more you dig into country’s roots, the more there is to work with, We’ve always had real respect for the original Texas and California country, so this album lets us pull all that through the songs we’ve written and found to really focus on what matters to us.”

In der Tat geht es diesmal, wie schon zu Anfang erwähnt, überwiegend traditionell zu, mit Trent Willmon hat man da natürlich einen idealen Produzenten gefunden, der sich auf diesem Terrain bestens auskennt. Ich finde das in unseren Sphären etwas schwierig, da muss man schon eine ziemliche Affinität zu Fiddle und Pedal Steel als auch zu Dancehall-tauglicher Musik aufweisen, ich bin da eher nicht so der prädestinierte ‚Ansprechpartner‘.

So  stehen die Ausrufezeichen in meinen Notizen vor dem, mit Akustik- und E-Bariton-Gitarren verzierten melancholisch klingenden Opener „Marlboro Man“, dem im Eagles, Marke „Tequila Sunrise“-kreierten „Shooting Memories With Tequila“, dem im David Lee Murphy-Stil rockenden „Glass Half Empty“ und dem radiotauglichen Duett mit Mackenzie Carpenter „I Wish You Would“.

Midland kommen Ende Juni zu ein paar Gigs nach Europa, wobei Deutschland am 22.06.2026 im Münchener Backstage Werk berücksichtigt wird. 

Blue Highway Records (2026)
Stil: Country

01. Marlboro Man
02. One Day You Won’t
03. Shooting Memories With Tequila
04. Walk A Mile
05. Glass Half Empty
06. I Wish You Would
07. Up In Texas
08. Drinkin’ Dark Whiskey
09. Drunk Enough
10. Vaquero

Midland
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Kyle LaLone – Make My Own Way – CD-Review

„Mit dem aus Watertown, NY, stammenden Kyle LaLone geht es mal wieder um einen höchst-begabten Musiker, der hierzulande vermutlich gänzlich unbekannt ist, aber von frühster Jugend an bis heute in den Staaten musikalisch auf fast allen Ebenen unterwegs gewesen ist. 

Als Einflüsse beschreibt er Interpreten wie Buck Owens, Buddy Miller oder Chris Stapleton bis hin zu Pearl Jam und den Gin Blossoms, er spielte seit der Schule auch  in Jazzbands, studierte auf dem Berklee College of Music (u. a. Songwriting), agierte als Session-Musiker und gern-gebuchter Begleitmusiker in Rock Clubs, Country Honkytonks, auf Blues-Festivals, oder in musikalischen Theater-Produktionen.

Auf seinem neuen Album „Make My Own Way“ hat er allerdings nach dem Motto ‚Weniger ist mehr‘ mit einem überschaubaren Rahmen an Musikern namens Brian Whelan (Shania Twain, Dwight Yoakam), Adam Arcos (Whitey Morgan and the 78s, Leroy from the North) und Matt Lesser (Richie Kotzen, Dasha), neun, selbst-kreierte Stücke eingespielt, die im Prinzip genau das aufgreifen, was unser geneigter SoS-Leser so innig liebt: Americana, Roots Rock bis hin zu Country- und Southern Rock!

Eine tolle ausdrucksstarke Stimme, fluffige Melodien, selbst, wenn es oft nachdenklich und kritisch zugeht, und sein brillantes Akustik- und E-Gitarrenspiel in Southern-Manier, lassen diese Scheibe zu einem absoluten Geheimtipp avancieren.

Allein schon der eingängige Titelsong zu Beginn mit seinen zwei herrlichen E-Gitarrenparts, werden Southern Rock-Fans sofort in die Glückseligkeit hieven. „New Year’s Eve“ und das famose „A Change Is Coming“ erinnern ein wenig an die Glanztage von Neil Young im Verbund mit Crazy Horse, allerdings nicht ausschweifend, sondern auf den Punkt gebracht.

Das atmosphärisch, fast (selbst-) bedrohlich wirkende „Slow Down“ und das durch geschickte Tempowechsel verschachtelte „Another Man’s Shoes“ (was für ein E-Solo zum Ausklang) sind einfach sensationell in allen Belangen.

Da wäre nämlich auch der textliche Gehalt zu erwähnen, der immer mitfühlen lässt und auch das Herz am rechten Fleck des Protagonisten offeriert:

„So fill up your bank account, from your gaudy golden room, while so many of the folks who gave you power, will be going hungry very soon“, heißt es in „Won’t Take This Lying Down“ – da braucht man wirklich nicht lange nachdenken, auf wen dies gemünzt ist…

Tom Petty-Liebhaber bekommen mit  dem melodischen „Stand Back Up“ (es geht um das eine Mal mehr aufstehen als hinzufallen) ihre Dosis Endorphine und mit „Grateful“ endet das Werk in dynamischer Todd Thibaud-Manier, wieder mit grandiosem E-Gitarren-Solo. Da hätte man wahrlich gerne noch zwei drei Stücke mehr gehört.

Ich möchte zwar nicht zu früh vorgreifen, da wir ja noch nicht mal die Hälfte des Jahres vorbei ist. Aber mit Kyle LaLones „Make My Own Way“ habe ich vermutlich schon jetzt meinen Favoriten des Jahres im Player liegen gehabt. Liebe SoS-Leser: Diese Scheibe ist ein absolutes Must-Have! Bitte Kaufen!

Eigenproduktion (2026)
Stil: Country-/Roots Rock, Southern Rock, Americana

Tracklist:
01. Make My Own Way
02. New Year’s Eve
03. Slow Down
04. Another Man’s Shoes
05. Falling In The Forest
06. A Change Is Coming
07. Won’t Take This Lying Down
08. Stand Back Up
09. Grateful

Kyle LaLone
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Marco Bartoccioni – Bartok – CD-Review

Review: Michael Segets

Marco Bartoccioni tritt unter seinem Künstlernamen Bartok auf und so ist das neue Album quasi selbstbetitelt. Ein Markenzeichen von ihm ist, dass er sein bevorzugtes Instrument – die Lap Steel – bei Konzerten umgehängt im Stehen spielt. Als Multiinstrumentalist gestaltet er die acht Tracks des Longplayers nahezu im Alleingang. Lediglich Piero Pierantozzi begleitet ihn durchgängig am Schlagzeug. Beim Blick auf die Gastmusiker fällt mit Roberto Luti ein bekannter Name ins Auge. Den Gitarristen sah ich bereits zwei Mal live als Sideman von Luke Winslow-King auf dessen Europa-Touren. Unter Beteiligung Luties versprüht „Lies And Lies“ etwas Southern-Flair. Dabei wird der Track mit modern wirkenden Elementen versehen, sodass der Anfang des Songs an Paul Cauthen erinnert.

Insgesamt verschreibt sich Bartoccioni aber dem Bluesrock, wobei er im weiteren Verlauf des Albums überwiegend der härteren Spielart des Genres folgt. Dabei bleiben die Stücke durchgängig melodisch. Der Sound von „Bartok“ wird durch das kräftige Gitarrenspiel geprägt, auch wenn sich Bartoccioni gelegentlich eines analogen Synthesizer bedient („Politicans Puppets“). „He Comes To Me“, auf dem Sara Jane Olog eindrucksvoll mitsingt, oder „Wild Dogs“ sind dazu geeignet, die Gehörgänge durchzupusten. Etwas gemäßigter ist der besonders eingängige Opener „No Way Back“, der bereits als Single ausgekoppelt wurde.

Neben Luti und Olog unterstützen Christina Grisolia und Francesco Santalucia den Protagonisten bei einzelnen Songs. Grisolia verfasste den Text von „I’ve Got No Money“ mit und bereichert die Umsetzung des Titels mit Vocals und einer weiteren Gitarre. Santalucia spielt Klavier auf „Burn In Your Soul“, das mit sechs Minuten Spielzeit aus der Reihe fällt. Ansonsten verzichtet Bartoccioni auf längere instrumentelle Intermezzi und auch die Lyrics sind insgesamt kurz gehalten, sodass die übrigen Tracks unter vier Minuten bleiben. Das abschließende Stück plätschert zunächst etwas dahin, legt dann im letzten Drittel aber an Dynamik zu. Diese rockige Passage gehört für mich zu den herausragenden Momenten des Albums.

Sehr gelungen ist auch „Don’t You Cry“, der einzige konsequent langsam gehaltene Beitrag. Hier vermischen sich Einflüsse von Americana und Blues, wobei eine Nähe zu Songs von Winslow-King besteht. Der in der Mitte des Longplayers platzierte Titel hebt sich nicht nur durch die Tempovariante von den anderen Tracks ab, sondern auch durch Bartoccionis Stimme, die eine Nuance angerauter klingt, was die Stimmung des Stücks unterstreicht.

Marco Bartoccioni zündet auf „Bartok“ ein Bluesrock-Feuerwerk, das nahezu durchgängig überzeugt. Ohne Kompromisse und ohne langatmige Instrumentalpassagen werden die Songs knackig und zügig durchgespielt. Das Hörvergnügen bleibt unter einer halben Stunde, sodass schnell noch ein zweiter Durchgang nachgeschoben werden kann.

Eigenproduktion (2026)
Stil: Bluesrock

Tracks:
01. No Way Back
02. He Comes To Me
03. Politicans Puppets
04. Love Is Gone
05. Wild Dogs
06. Lies And Lies
07. I’ve Got No Money
08. Burn In Your Soul

Marco Bartoccioni
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JohThema Promotions

Grainne Duffy – What Am I Supposed To Do – CD-Review

Gráinne Duffy habe ich zu meiner eigenen Schande leider etwas aus den Augen verloren (vielleicht auch ein wenig ihrer überwiegenden Präsenz in den Staaten geschuldet). Ich hatte die Irin vor vielen Jahren mal, als ich gerade im Begriff war, Sounds Of South aufzubauen, im urigen Leverkusener topos gesehen und war von ihrer Performance hellauf begeistert gewesen.

Eine tolle, leicht angeraute Stimme und ein gitarrenorientierter, melodischer Blues Rock sowie eine sympathische Aura, hinterließen einen bleibenden Eindruck, allerdings ergab sich danach irgendwie nie eine weitere Option eines Live-Besuchs oder eines Reviews ihrer Scheiben, die ja immer mal wieder in der Zwischenzeit bis heute erschienen.

Nun konnte ich endlich zum Erscheinen ihres neuen Werks „What Am I Supposed To Do“, aufgenommen in den 64 Sound Studio in Los Angeles, die Gelegenheit beim Schopfe packen. Eine Scheibe mit (leider nur) neun Stücken, unter Mitwirkung vieler bekannter musikalischer Persönlichkeiten, sei es bei der Produktion mit Marc Ford (The Black Crowes)  und Grammy-Gewinner-Justin Stanley, oder wie u. a. Drummer Kenny Aronoff (John Mellencamp, Bob Dylan, Bruce Springsteen, Paul McCartney), Bassist Jørgen Carlsson (Gov’t Mule), Keyboarder Peter Levin (Blind Boys Of Alabama), Marc Ford, Langzeitgitarrist Paul Sherry. 

Sieben Eigenkompositionen (Duffy alleine oder in Kooperation mit Paul Sherry) stehen zwei markanten Adaptionen „Tragedy“ (von Peter Wolf, 2010 auf dessen Award-prämiertem Solo-Album „Midnight Souveniers“ erschienen) und der „Little Willie“ John-Klassiker „Need Your Love So Bad“ (überwiegend bekannt durch Peter Green und die Allman Brothers) gegenüber.

Auffällig ist hier eigentlich bei fast allen Tracks die deutliche Inspiration der klassischen Rockmusik der 70-90er Jahre, es wimmelt nur so von instrumentellen ‚Zitaten‘ wie Bad Co. („Early In The Morning“), den Stones („Streets Of Love“), Quireboys, Frankie Miller, beim tollen Duett mit Paul Sherry („Tragedy“), Kim Carnes („Hurts Just The Same“), The Faces („Takin‘ My Heart Away“) oder den Beatles und Free („Got To Give It Up“).

Lediglich „Need Your Love So Bad“, das wahrlich gut umgesetzt ist, kann den Vergleich mit der ‚dreckigen‘ Version der Allman Brothers am Ende nicht ganz standhalten.

Insgesamt ist Gráinne Duffy mit „What Am I Supposed To Do“ ein launiger, gut ins Ohr gehender Longplayer gelungen, der absolut meinen Geschmack trifft und diesen Sommer noch öfter in meinem Player landen wird. Schön wäre auch mal wieder ein Live-Erlebnis in unseren Sphären.

Eigenproduktion (2026)
Stil: Classic-, Blues-, Country Rock

Tracklist:
01. Early In The Morning
02. What Am I Supposed To Do
03. Streets Of Love
04. Tearing Me Apart
05. Tragedy
06. Hurts Just The Same
07. Takin‘ My Heart Away
08. Got To Give It Up
09. Need Your Love So Bad

Grainne Duffy
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Ella Langley – Dandelion – CD-Review

Da wollte ich doch tatsächlich mal wissen, wem es gelungen ist, Morgan Wallens Albumdauervormachtstellung in den Billboard-Charts, wenn auch vermutlich nur temporär, zu durchbrechen.

Es handelt sich um die junge, aus Hope Hull, Alabama stammende Ella Langely, die 2024  mit ihrem Debüt-Longplayer „Hungover“ und der inkludierten Single „You Look Like You Love Me“ im Duett mit Riley Green erste Achtungserfolge erzielt hatte und jetzt mit dem nachfolgenden Longplayer „Dandelion“ förmlich durch die Decke geht.

Manchmal muss man halt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Nach dem Hype um eine andere Kollegin aus Alabama, scheinen jetzt die großen Tage dieser jungen Dame gekommen zu sein. Dass sie auch noch bildhübsch aussieht, was vermutlich auch nicht von Nachteil ist, sei am Rande erwähnt.

Laut Langley hat der Titel (Dandelion = Löwenzahn) für sie selbst symbolische Bedeutung in Sachen Unvergänglichkeit, Hoffnung, Heilung und Widerstandsfähigkeit. Attribute mit denen sie ihr eigene Entwicklung verbindet.

Die achtzehn Tracks beginnend und endend mit einem Traditional Intro und Outro „Froggy Went A Courtin'“), bieten eigentlich soliden, eher traditionell ausgerichteten (New-) Country-Stoff, es gibt unzählige Scheiben, die mir deutlich besser gefallen, aber auch deutlich weniger Erfolg aufwiesen. Allerdings, je öfter man einzelne Tracks hört, desto deutlicher wird die Strahlkraft und die dementsprechende Wirkung.

Das Engrow der Stücke hat die Protagonistin im Verbund mit bekannten Songwritern wie u. a. Brett Tyler, Luke Dick, John Nite, Laura Veltz oder aber auch Kollegen wie Hardy oder Miranda Lambert kreiert, letztgenannte hat ihr auch samt Ben West in Sachen Produktion assistiert.

Auch bei den vielen involvierten Musikern stößt man auf bekannte Namen wie u. a.  Charlie Worsham, Tom Bukovac, Dave Cohen, Lonnie Wilson oder  Rob McNelley, die ein Qualitätsprodukt garantieren.

Center-Song ist zweifellos der Ohrwurm „Choosin‘ Texas“ der so ein wenig dem Hit „Drinkin‘ Problem“ nacheifert. Überhaupt hat die Langley-Scheibe viel Midland-Esprit, eben mit weiblicher Stimmnote, und die ist zweifellos klasse. Also eine erfolgsversprechende Mischung, die Billboard-Charts lügen nicht.

Und so bekommt man eine gut angeordnete Mischung aus eingängigen Ohrschmeichlern wie „Dandelion“, „We Know Us“, „Be Her„, „Bottom Of Your Boots“, „Speaking Terms“, „Broken“, „Butterfly Season“ (Frauenpower zusammen mit Miranda Lambert), oder das in einer Akustikversion gespielte „Most Good Things Do“ (mein Lieblingssong) und traditionell angefärbten Countryheulern wie „I Gotta Quit“, „It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels“ und dem Schwofer „Last Call For Us.

Ella Langley ist die Country-Künstlerin der Stunde, das steht jedenfalls fest. Mit „Dandelion“ hat sie der Kollegin Kacey Musgraves, ihr nächstes Nr.1-Album förmlich vermiest, hält die Morgan Wallen-Album-‚Armada‘ seit einigen Wochen in Schach und steht auch mit den inkludierten Tracks „Choosin’Texas“, „Be Her“ und „I Can’t Love You Anymore“ in den Song-Charts mit einem Triple an der Spitze. Da scheint sich ein schönes Duell für die nächsten Jahre anzubahnen. Die Frage zunächst bleibt, wann der Dominator wieder zurückschlägt?

Columbia Records/Sony Music (2026)
Stil: (New) Country

Tracks:
01. Froggy Went A Courtin‘ – Intro
02. Dandelion
03. Choosin‘ Texas
04. We Know Us
05. Low Lights
06. Be Her
07. You & Me Time
08. Loving Life Again
09. Bottom Of Your Boots
10. Speaking Terms
11. I Gotta Quit
12. It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels
13. Last Call For Us
14. Broken
15. Somethin‘ Simple
16. Butterfly Season
17. Most Good Things Do
18. Froggy Went A Courtin‘ – Outro

Ella Langley
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