
„Mit dem aus Watertown, NY, stammenden Kyle LaLone geht es mal wieder um einen höchst-begabten Musiker, der hierzulande vermutlich gänzlich unbekannt ist, aber von frühster Jugend an bis heute in den Staaten musikalisch auf fast allen Ebenen unterwegs gewesen ist.
Als Einflüsse beschreibt er Interpreten wie Buck Owens, Buddy Miller oder Chris Stapleton bis hin zu Pearl Jam und den Gin Blossoms, er spielte seit der Schule auch in Jazzbands, studierte auf dem Berklee College of Music (u. a. Songwriting), agierte als Session-Musiker und gern-gebuchter Begleitmusiker in Rock Clubs, Country Honkytonks, auf Blues-Festivals, oder in musikalischen Theater-Produktionen.
Auf seinem neuen Album „Make My Own Way“ hat er allerdings nach dem Motto ‚Weniger ist mehr‘ mit einem überschaubaren Rahmen an Musikern namens Brian Whelan (Shania Twain, Dwight Yoakam), Adam Arcos (Whitey Morgan and the 78s, Leroy from the North) und Matt Lesser (Richie Kotzen, Dasha), neun, selbst-kreierte Stücke eingespielt, die im Prinzip genau das aufgreifen, was unser geneigter SoS-Leser so innig liebt: Americana, Roots Rock bis hin zu Country- und Southern Rock!
Eine tolle ausdrucksstarke Stimme, fluffige Melodien, selbst, wenn es oft nachdenklich und kritisch zugeht, und sein brillantes Akustik- und E-Gitarrenspiel in Southern-Manier, lassen diese Scheibe zu einem absoluten Geheimtipp avancieren.
Allein schon der eingängige Titelsong zu Beginn mit seinen zwei herrlichen E-Gitarrenparts, werden Southern Rock-Fans sofort in die Glückseligkeit hieven. „New Year’s Eve“ und das famose „A Change Is Coming“ erinnern ein wenig an die Glanztage von Neil Young im Verbund mit Crazy Horse, allerdings nicht ausschweifend, sondern auf den Punkt gebracht.
Das atmosphärisch, fast (selbst-) bedrohlich wirkende „Slow Down“ und das durch geschickte Tempowechsel verschachtelte „Another Man’s Shoes“ (was für ein E-Solo zum Ausklang) sind einfach sensationell in allen Belangen.
Da wäre nämlich auch der textliche Gehalt zu erwähnen, der immer mitfühlen lässt und auch das Herz am rechten Fleck des Protagonisten offeriert:
„So fill up your bank account, from your gaudy golden room, while so many of the folks who gave you power, will be going hungry very soon“, heißt es in „Won’t Take This Lying Down“ – da braucht man wirklich nicht lange nachdenken, auf wen dies gemünzt ist…
Tom Petty-Liebhaber bekommen mit dem melodischen „Stand Back Up“ (es geht um das eine Mal mehr aufstehen als hinzufallen) ihre Dosis Endorphine und mit „Grateful“ endet das Werk in dynamischer Todd Thibaud-Manier, wieder mit grandiosem E-Gitarren-Solo. Da hätte man wahrlich gerne noch zwei drei Stücke mehr gehört.
Ich möchte zwar nicht zu früh vorgreifen, da wir ja noch nicht mal die Hälfte des Jahres vorbei ist. Aber mit Kyle LaLones „Make My Own Way“ habe ich vermutlich schon jetzt meinen Favoriten des Jahres im Player liegen gehabt. Liebe SoS-Leser: Diese Scheibe ist ein absolutes Must-Have! Bitte Kaufen!
Eigenproduktion (2026)
Stil: Country-/Roots Rock, Southern Rock, Americana
Tracklist:
01. Make My Own Way
02. New Year’s Eve
03. Slow Down
04. Another Man’s Shoes
05. Falling In The Forest
06. A Change Is Coming
07. Won’t Take This Lying Down
08. Stand Back Up
09. Grateful
