Danny Bryant – Rise – CD-Review

Review: Jörg Schneider

„Rise“ ist das 10 Songs umfassende Nachfolgealbum zu Bryant‘s 2021 erschienenen und von der Kritik gefeierten Album „The Rage To Survive“. Zusammen mit seinen Mitstreitern (Dave Raeburn: Drums & Persussion, Paul Mallatratt: Bass, Marc Raner: Gitarre & akustische Gitarre, Jamie Pipe: Hammond & Piano) legt der britische Gitarrist ein lebhaftes und kraftvolles Album vor, gut durchmischt mit Blues, Rock und Singer-Songwriter Tunes, wobei die härteren Sounds mit Bryants krächzender Stimme allerdings vorherrschend sind.

Mit dem Titelsong „Rise“ gibt er sogleich die musikalische Grundausrichtung des Albums vor. Drei Minuten kräftiger Blues Rock mit leicht souligen Bläsersätzen und wild waberndem Keyboard, gefolgt von „Animal In Me“, einem rhythmischen Midtempo-Shuffle mit Pianoeinlagen. „Louise“ sorgt dann als Slowblues mit eingängiger Basismelodie für etwas Ruhe in den Gehörgängen. Mit „Hard Way To Go“ besinnt sich Bryant auf sein hart klingendes und rifflastiges Gitarrenspiel, während „Scarlett Street“ wiederum ruhige und sehr schöne balladeske Töne anschlägt, für mich sicherlich der beste Titel des Albums.

Das elegische „Into The Slipstream“ mit leicht gospeligem Hintergrundchor läutet die zweite Hälfte der CD ein. Ruhig geht es sodann auch mit dem nächsten Song weiter. In „Julienne“ steht eindeutig Bryants Gesang im Vordergrund, begleitet von seiner sich dezent im Hintergrund haltenden Band. In „Silver And Gold“ kommen eher minimalistisch, traditionelle Bluesrhythmen zum Vorschein. Ein Bob Dylan-Cover gibt’s es auch auf dem Longplayer: „I Want You“ ist ein über 6-minütiger stimmungsvoller, rein akustisch arrangierter Track getragen von Bryants einfühlsamem Gesang. Zum Abschluss gibt es dann mit „Drown (Jam)“ noch einen punkigen, instrumentalen Hard Rocker auf die Ohren.

Die zehn Tracks untermauern Bryants Status als einer der führenden britischen Blues Rock-Gitarristen und zeigen auch seine Qualitäten als Songwriter und Arrangeur. Insgesamt klingt sein neues Album, welches übrigens bereits Anfang des Jahres eingespielt wurde, nicht schlecht, wenngleich mir persönlich das Vorgängeralbum „The Rage To Survive“ besser gefällt. Aber das ist wie alles im Leben eine Frage des Geschmacks. Die Scheibe wird es sicherlich ihren Weg in die Plattensammlungen der Blues Rock-Fans finden.

Jazzhaus Records (2023)
Stil: Blues

Tracks:
01. Rise
02. Animal In Me
03. Louise
04. Hard Way To Go
05. Scarlett Street
06. Into The Slipstream
07. Julienne
08. Silver And Gold
09. I Want You
10. Drown (Jam)

Danny Bryant
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Another Dimension

Jason Isbell – Southeastern (10th Anniversary) – CD-Review

Review: Michael Segets

Jason Isbell sorgt mit der Wiederveröffentlichung seiner früheren Alben dafür, dass diese nicht in Vergessenheit geraten. Nach der Deluxe-Version seines Debüts „Sirens Of The Ditch“ folgten remasterte Ausgaben von „Jason Isbell And The 400 Unit“ sowie „Here We Rest“. Zum zehnjährigen Jubiläum des Erscheinens von „Southeastern“ bietet Isbell seinen Fans nun ein besonderes Paket, das drei CDs beziehungsweise vier LPs umfasst. Neben der Remasterung des von Brent Cobb produzierten Originals finden sich dort die Demos zu elf der zwölf Tracks – lediglich „Super 8“ fehlt – sowie der Mitschnitt eines Konzerts aus dem Jahr 2022. Jason Isbell spielte bei dem Auftritt im Bijou Theatre in Knoxville mit seiner Begleitband The 400 Unit „Southeastern“ komplett durch.

Beim Rolling Stone rangiert „Southeastern“ unter den besten 500 Alben. Neben dem von der Americana Music Honors & Awards 2014 ausgezeichneten „Cover Me Up“ hält der Longplayer einige hervorragende Songs bereit. Die Scheibe in seine Sammlung zu integrieren, ist daher sowieso nicht verkehrt. Mit dem Set zum zehnjährigen Jubiläum erhält man nun drei Varianten der Titel. Eine Ausnahme bildet das einzige Uptempo-Stück „Super 8“. Der Roots Rocker taucht nicht bei den Demos auf. Die Demoversionen werden von Isbell quasi im Alleingang mit akustischer Gitarre bestritten. Sie zeigen den Musiker pur als Singer/Songwriter. Dass die Aufnahmen als Demos bezeichnet werden, zeugt von Bescheidenheit. Klanglich bleibt an ihnen nichts auszusetzen und die Songs wirken auch nicht unfertig. Sie verdeutlichen, dass „Southeastern“ ebenfalls als Solo-Akustik-Album ein tragfähiges Werk geworden wäre.

Dass Isbell sich damals entschloss, es nicht dabei zu belassen, stellt sich dennoch als sinnvoller Schritt heraus. Der Harmoniegesang von Amanda Shires bei „Stockholm“ werten den Song gegenüber der reduzierten Demo-Version merkbar auf. Auch der Einsatz elektrischer Gitarren bei „Flying Over Water“ oder „Live Oak“ gibt den sowieso starken Titeln noch mehr Intensität. Zwei meiner Favoriten – „Traveling Alone“ und „Yvette“ –überzeugen in beiden Interpretationen. Mindestens gleichwertig sind die Demos mit den erstveröffentlichten Tracks bei „Different Days“ und „Songs That She Sang In The Shower“. „New South Wales“ gewinnt sogar gegenüber dem Original.

Die Live-Präsentation des Albums erhöht die ursprüngliche Spielzeit von „Southeastern“ um eine Viertelstunde. Dies liegt vor allem an den vergleichsweise längeren Instrumentalpassagen, wie dem Gitarrensolo bei „Cover Me Up“. „Stockholm“ hingegen wird etwas druckvoller. In der Gesamtschau entfernen sich die Titel aber nicht weit von den Studio-Versionen. Soweit ich die bisherigen Live-Aufnahmen von Isbell überblicke, sind „Live Oak“, „Songs That She Sang In The Shower“, „New South Wales“, „Yvette“ sowie „Relatively Easy“ auf keinem anderen Konzertmitschnitt veröffentlicht.

Wer einen Faible für Americana hat, sollte „Southeastern“ von Jason Isbell im Regal haben. Die 10th Anniversary-Edition des Albums bedient mit den Demo-Versionen zudem Freunde der puristischen Singer/Songwriter-Sparte. Die Live-CD bietet einige Tracks, die nicht auf anderen Konzertveröffentlichungen vertreten sind, welche die Neuausgabe für Fans, die „Southeastern“ bereits ihr eigen nennen, zusätzlich interessant macht.

Southeastern Records – Thirty Tigers/Membran (2023)
Stil: Americana

Tracks:

CD 1
01. Cover Me Up
02. Stockholm
03. Traveling Alone
04. Elephant
05. Flying Over Water
06. Different Days
07. Live Oak
08. Songs That She Sang In The Shower
09. New South Wales
10. Super 8
11. Yvette
12. Relatively Easy

CD 2
01. Cover Me Up
02. Stockholm
03. Traveling Alone
04. Elephant
05. Flying Over Water
06. Different Days
07. Live Oak
08. Songs That She Sang In The Shower
09. New South Wales
10. Yvette
11. Relatively Easy

CD 3
01. Intro (live)
02. Cover Me Up (live)
03. Stockholm (live)
04. Traveling Alone (live)
05. Elephant (live)
06. Flying Over Water (live)
07. Different Days (live)
08. Live Oak (live)
09. Songs That She Sang In The Shower (live)
10. New South Wales (live)
11. Super 8 (live)
12. Yvette (live)
13. Relatively Easy (live)

Jason Isbell
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Mother‘z Boyzz – Slutmachine / Pink Cadillac – CD-Reviews

Review: Jörg Schneider

Diese Tage flatterten mir über „m2 music“ die beiden Blues Rock-Alben „Pink Cadillac“ und „Slutmachine“ der Kölner Band „Mother‘z Boyzz“ auf den Schreibtisch. Bisher war mir das Quartett bestehend aus Wolfgang Schmidder (Gesang, Gitarre), Chris Verhalen (Schlagzeug), Friedel Holler (Bass), Lutz Meissner (Keyboards) leider verborgen geblieben. Dabei gibt es die Truppe bereits seit 2011, gegründet als reines Spaßprojekt.

2018 brachten die Vier dann ihr Debütalbum „Bad Boy Blues“ heraus und in 2020 folgte „Pink Cadillac“. Und nun kommt am 29. September die neueste Scheibe mit dem Titel „Slutmachine“ (der durchaus als nicht ganz jugendfrei missverstanden werden kann) in die Läden. Das Vorgängerteil „Pink Cadillac“ ist wohl in den Corona-Wirren etwas untergegangen, weshalb es jetzt auch noch von „m2 music“ promoted wird. Für mich Anlass genug, beide Scheiben in diesem Review vorzustellen.

Mit „Slutmachine“ kommen die Anhänger des knallharten Bluesrock mit 70‘er Jahre Anleihen voll auf ihre Kosten. Gleich der Opener „Devil‘s Road“ geht so richtig in bester ZZ Top-Manier ab, gefolgt von so straighten Bluesrockern wie „I Don‘t Dance“ und „I‘m Waitin‘“. Die Songs „Love Is The Road That Leads To Pain“ und „Blues For Dad“, zwei klagende Slowbluesnummern, könnten auch direkt von einem Gary Moore Album stammen. „Emanzipation Blues“ hingegen ist ganz und gar nicht schwermütig, sondern kommt mit seinen Slideeinlagen und dem untermalenden Piano genau wie „Straight Outta Hell“ als flotter Boogie daher.

Den Abschluss der hörenswerten CD bildet der etwas experimentelle und zum Teil psychedelisch anmutende und über 9 Minuten lange Titel „O Captain! My Captain!“, in dem sich rollende und wabernde Keyboardeinlagen mit quietschenden Gitarrensoli abwechseln, ganz im Stil elegischer Rockmusik der 70‘er Jahre. Ein- und ausgeleitet wird der Song dann noch durch kurze Vor- und Nachspiele, die in ihrer Art ganz entfernt Erinnerungen an Hendrix‘s „Star Spangled Banner“ wecken.

Das aktuelle Album knüpft dem Grunde nach stilistisch an das neun Songs umfassende Werk „Pink Cadillac“ aus 2018 an, auf dem die Band allerdings noch als Trio agierte (ohne Lutz Meißner an den Tasten, aber mit Jupp Hessel am Bass), aber auch wesentlich boogielastiger war („Pink Cadillac“, „Ice Cube Pissin‘, „Dustsuckers Blues“, „Big Bad Mama“ und „Shake Snake Boogie“ gehören dazu). Hinzukommen noch die wunderbaren Stimmen der Background Sängerinnen „Be Gee Bees“ in „Ice Cube Pissin‘“, „Out Of Sight“ und „Lil‘ Wolf“.

Insgesamt gefällt mir persönlich „Pink Cadillac“ etwas besser als die neue Scheibe. Neben dem Cover, was sicherlich nicht ausschlaggebend ist, sind auch die Songs ein wenig origineller arrangiert. Der Titelsong „Pink Cadillac“ hat z. B. ein nettes Intro mit Wüstengezirpe und einem durstig blubbernden Motorengeräusch und auch „Dustsuckers Blues“ beginnt eigenwillig und witzig.

Insgesamt bieten beide Alben brettharten Blues Rock mit straighten Gitarrenriffs, wilden Pianountermalungen, wabernden Keyboardsequenzen und flotten Boogie-Rhythmen. Das Ganze ergibt, gepaart mit der rauen, whiskeygetränkten und sehr authentischen Stimme des Fronters Wolfgang Schmidder, kräftige Tunes, die sich sofort in die Gehörgänge fräsen. Wohltuend, dass es in Kölle nicht nur kölsche Mundart-Bands à la „BAP“ und „Brings“ gibt, sondern auch handfeste Blues Rock-Mucke von dort kommt. Beide Scheiben sind erst Sahne und allen Freunden der härten Gangart wärmstens zu empfehlen.

m2 music 2020 / 2023
Stil: Blues Rock

Tracks auf „Slutmachine“:
01. Devil‘s Road
02. I Don‘t Dance
03. I‘m Waitin‘
04. Emancipation Blues
05. The Devil Is A Woman
06. Love Is The Road That Leads To Pain
07. Bad Boy Blues
08. Slutmachine
09. Straight Outta Hell
10. Inside Out (crazy little things)
11. Blues For Dad
The Captain:
12. The Captain‘s Death Overture
13. O Captain! My Captain!
14. The Captain‘s Death Overture Reprise

Tracks auf „Pink Cadillac“:
01. Pink Cadillac
02. Ice Cube Pissin‘
03. Non Talkin‘ Woman Blues
04. Dustsuckers Blues
05. My Ugly Neighborhood
06. Out Of Sight
07. Big Bad Mama
08. Lil‘ Wolf
09. Shake Snake Boogie

Mother‘z Boyzz
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m2-music

Ben Granfelt – 22.09.2023 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Zu seinem 60. Geburtstag im Sommer brachte Ben Granfelt sein aktuelles Album „Gratitude“ auf den Markt und im Rahmen der Tour spielt er erstmals im Dortmunder Musiktheater Piano. Leider ist der Saal mit knapp unter 100 Besuchern nur überschaubar gefüllt, was der Stimmung allerdings keinen Abbruch tat.

Das neue Album „Gratitude“ steht mit der Songauswahl auch im Mittelpunkt und mit „Techno Blues“, JB Reggae“, „I Got The Blues From You“, „Life Goes On“ und „Remember, Never Forget“ präsentiert er direkt zu Beginn nur neue Songs, die zeigen, dass Granfelt ein exzellenter Gitarrist ist.

Die Stücke des Albums hat er allen seinen musikalischen Vorbildern wie Jeff Beck, Robin Trower und Gary Moore gewidmet und er beweist eindrucksvoll, dass er ihnen stilistisch das Wasser reichen kann. Nicht nur die musikalische Qualität Granfelts begeistert die Zuschauer, auch die sympatische, positive und humorvolle Art des Finnen kommt gut an, der manches zur Entstehung einiger Songs erzählt. Nicht ohne Stolz berichtet er davon, dass er bei einer großen englischen Band, Wishbone Ash, spielen durfte, was für ihn wie ein Traum war. Was liegt da näher, als aus der Ära zwei Stücke zu spielen, die aus seiner Hand stammen.

Im melodiösen „Faith, Hope & Love“ ersetzt Keyboarder Miika Aukio die für Wishbone Ash prägende zweite Lead Gitarre mit seinen Keyboards und beim „Almighty Blues“ im zweiten Set lässt Granfelt seine Gitarre krachen. Mit „Wayward Child“ beendet er den ersten Teil des Konzertes nach etwa 50 Minuten, um nach einer kurzen Pause mit „Desire, The Sirens Call“ das Konzert mit einem Stück von „Gratitude“ fortzusetzen.

Nach „Hey Stranger“, dem rockigen „Check Up From The Neck Up“ und „My Soul To You“ mit einem tollen Gitarrenintro, das an die alten Dire Straits erinnerte, wird noch einmal tief durchgeatmet und Granfelt spielt mit „Breathe“ einen Pink Floyd-Klassiker, wo ihm zu Gute kommt, dass er diesmal einen Keyboarder dabei hat.

Der schon angesprochene „Almighty Blues“ läutet dann das Finale des Konzerts ein, dem das hymnische „Going Home“ als letzter Song des Sets folgt. Der tosende Applaus zum Ende des Stücks zeigt, dass die Fans noch keine Lust haben nach Hause zu gehen und der, wie er im Laufe des Konzertes sagte, der beste finnische Gitarrist im Piano kommt mit seiner Band noch einmal auf die Bühne um den Gig passend mit Jeff Becks „Cause We Ended As Lovers“ zu beenden.

Hier sei auch noch die Rhythmusfraktion mit Masa Maijanen am Bass und Jari Salminen an den Drums positiv hervorzuheben. Je nach Song passten sie ihre Spielweise an und hielten sich in ruhigen Passagen gefühlvoll zurück, um es dafür in den rockigen Stücken krachen zu lassen. An diesem Abend wird Granfelt, passend zum letzten Song, nicht nur Liebhaber seiner Musik dazugewonnen haben. Der Finne begab sich dann direkt zum Smalltalk an den Merchandisingstand und ließ auch in Sachen Fannähe  nichts anbrennen.

Line-up:
Ben Granfelt (lead vocals, electric guitar)
Masa Maijanen (bass)
Jari Salminen (drums)
Miika Aukio (keyboards)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Ben Granfelt
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Musiktheater Piano
3dog-Entertainment
On Stage Group

Brent Cobb – Southern Star – CD-Review

Dass der in Ellaville, Georgia, lebende Brent Cobb eines der größten Songwriter- und Musiker-Talente im zeitgenössischen Country-/Southern Rock abgibt, ist für mich nach wie vor unbestritten. Bis zu seinem Album „Providence Canyon“ und dem, in diesem Zuge erlebten Konzert in Köln, war ich absolut Feuer und Flamme für diesen Burschen.

Danach verhaspelte er sich jedoch meiner Meinung nach mit den nächsten beiden Werken in einem christlich angehauchten Country- und Gospelkram, den ich eher weniger als begeisterungswürdig empfand. Gut wenn dann noch der gehypte Cousin Dave Cobb als Produzent  mit im Spiel ist, neigt die prominente Kritikerschaft oft dazu, irgendwelche intellektuellen Dinge in Songs hineinzuinterpretieren, die sich meinen gemeinen Gehörgängen allerdings nicht so richtig erschließen wollten.

Mit seinem neuen Werk „Southern Star“ scheint diese ’spirituelle‘ Phase wieder durchbrochen zu sein und Brent befindet sich wieder in der richtigen Spur. Erstmalig hat er beim, in den Capricorn Sound Studios in Macon aufgenommen Tonträger auch selbst wieder die Produktion übernommen.

Vom, mit einem gluckernden E-Piano-bestückten lässig dahinschunkelnden Titeltrack „Southern Star“ als Opener, über das J.J. Cale-angehauchte „Livin‘ The Dream“, einigen ruhigeren Countrystücken zwischendurch, zwei klasse Southern Rock-HT-Fegern („‚On’t Know When“ und „Devil Ain’t Done“) geht es dann am Ende in die ‚Eric Church-Phase‘ mit dem an „Wrecking Ball“ erinnernden „Miss Alter“ und dem vermutlich unter einem schattigen Südstaaten-Bäumchen kreierten „Shade Tree“.

Über das Album sagt Cobb: „Wenn man aufwächst, sagt man immer, wenn man sich verirrt hat, soll man nach dem Nordstern Ausschau halten, um den Weg nach Hause zu finden. Nun, ich komme aus Georgia. Also halte ich immer Ausschau nach dem Südstern. Dieses Album, die Songs, die Klänge… all das ist ein Produkt dessen, wo ich herkomme, sowohl musikalisch als auch ökologisch. Historisch gesehen und gegenwärtig ist dieser Ort zufällig auch derselbe, der viele der einflussreichsten Künstler in der gesamten Musikwelt hervorgebracht hat. Die Musik, wie wir sie kennen, würde ohne den amerikanischen Süden nicht existieren. Sie ist funky und gefühlvoll. Sie ist einfach und komplex.“

Mit (dem) „Southern Star“ hat der Grammy-nominierte Sänger, Songwriter und Musiker Brent Cobb zweifellos wieder die richtige Orientierung zurück gefunden.

Ol‘ Buddy Records (2023)
Stil: Southern Country Soul

01. Southern Star
02. It’s A Start
03. Livin‘ The Dream
04. Patina
05. ‚On’t Know When
06. Kick The Can
07. Devil Ain’t Done
08. Whan Country Came Back To Town
09. Miss Alter
10. Shade Tree

Brent Cobb
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Oktober Promotion

Julian Sas – 21.09.2023 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Julian Sas promotet mit seiner Band das 2022 erschienene Album „Electracoustic“ im Musiktheater Piano. Im gut gefüllten Saal der Location betritt die Band publikumsfreundlich unter dem Applaus der Fans um 20:00 Uhr die Bühne und beginnt wie so oft das Konzert mit „Home Feeling“, was jedes Mal deutlich macht, dass die Bühne das Wohnzimmer der Band ist.

Der Song ist im ersten Album „Where Will It End“ aus dem Jahr 1996 und die Frage des Albumtitels kann nur zum Teil beantwortet werden. Heute endet es in einem energiegeladenen Konzert, der zum Powertrio reduzierten Band und ein Ende ist nicht abzusehen, da Sas regelmäßig neue Alben herausbringt.

So steht zunächst die aktuelle Scheibe „Electracoustic“ im Mittelpunkt, von dem die Band „Worlds On Fire“, „Leave It Up To You“ und „Fallin From The Edge“ spielt. Besonders emotional ist dabei das epische „Falling From The Edge“, was seinem guten Freund und ehemaligen Bassisten Fotis Anagnostou gewidmet ist, der leider viel zu früh verstorben ist.

Mit der derzeitigen Besetzung mit Lars-Eric van Elzakker an den Drums, der schon seit einigen Jahren in der Band spielt und Edwin van Huik am Bass, der seit dem letzten Jahr dabei ist, besinnt sich Sas auf die Wurzeln seiner musikalischen Vorbilder Jimi Hendrix oder Rory Gallagher, die ihre Art des Blues reduziert auf Gitarre, Bass und Schlagzeug gespielt haben.

Das Set Up setzt sich zu großen Teilen zusammen aus Songs um das Jahr 2000 herum, wo Sas meist Powertrio-mäßig unterwegs war und so das Element der Keyboards oder Hammond Orgel, das er in den letzten Jahren oft und gut integrierte, keine Rolle spielt.

So jagen die Musiker im etwa zweistündigen Konzert, ohne einmal vom Gaspedal zu gehen, angefeuert vom Publikum durch fast drei Jahrzehnte Julian Sas Band-Geschichte. Dabei zeigt Sas, dass er vom Blues Rock, Boogie, Klassik Rock bis hin zum Hard Rock, ein Meister seines Fachs ist, Über Stücke wie „Stand Your Ground“ „Blues For The Lost And Found“, „Workin Man`s Blues“ geht es wieder zum aktuellen Album mit „Waiting For Tomorrow“, wo sich gewissermaßen der Kreis zum ersten Song schließt und mit „Sugacup Boogie“ das Finale Furioso eingeläutet wird.

Aus einem jammenden Intro entwickelt sich nach der Boogie-Nummer der Hendrix-Klassiker „Hey Joe“, der zum Ende in „Makin`My Return endet und den Sas bei jedem Konzert in anderen Nuancen zelebriert. Beim hart-rockenden „Devil Got My Number“ wird das Gaspedal noch einmal ganz durchgedrückt und unter dem Applaus der Fans verabschiedet sich Sas mit seiner Band, um durch den frenetischen Applaus angespornt den Gallagher-Klassiker „Bullfrog Blues“ in einer ‚Extended Version‘ nachzulegen.

So geht ein dynamischer Musikabend im Musiktheater Piano zu Ende, in dem sich Julian Sas in Bestform präsentierte. Einen großen Anteil am gelingen des Gigs hatte natürlich auch seine Band, die mit ihm eine Einheit bildete, die Tontechnik aber auch der Lichtmischer, der den Saal des Piano passend zu den Songs illuminierte und die Musiker ins rechte Licht setzte. Zudem hatte natürlich auch das Team des Piano und die Fans mit ihrer Präsenz einen großen Anteil an dieser gelungenen Veranstaltung. Tot ziens Julian, bis zum nächsten Mal im Piano!

Line-up:
Julian Sas (lead vocals, electric guitar)
Edwin Van Huik (bass)
Lars Erik van Elzakker (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Julian Sas
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Musiktheater Piano
3dog-Entertainment
On Stage Group

Copperhead County, 23.09.2023 – Musiekcentrum De Bosuil, Weert, Konzertbericht

Ende letzten Jahres zählten Copperhead County mit ihrer starken CD „Homebound“ zu den positiven Überraschungen, jetzt ergab sich die Gelegenheit im nicht ganz soweit von uns entfernten und immer wieder gerne besuchten Musiekcentrum De Bosuil im niederländischen Weert, on top ihre Live-Qualitäten auf die Probe zustellen.

Auch diesmal hatte ich vorab schon ein gutes Gefühl, einen tollen Abend erleben zu werden. Und so machten Kollege Jörg (Foto), Driver Peter und meine Wenigkeit uns auf den Weg und mussten bei Ankunft im Ortskern von Weert direkt feststellen, dass dort in Folge eines Volksfestes ordentlich menschlicher Betrieb herrschte.

Der schwappte leider nicht, beziehungsweise nur sehr bedingt, auf das etwas abseits von dort gelegene Musiekcentrum De Bosuil über, so fanden sich maximal 60-80 Leute in der wieder vom feinsten (Bühne, Licht, Sound) vorbereiteten Location ein. Pünktlich wie die (niederländischen) Maurer legte das Sextett um den Fronter Corvin Keurhorst um 21:15 Uhr mit dem flockigen Opener „Solid Ground“ vom o. a. Werk los, der eigentlich auch schon als Blaupause für den gesamten Verlauf des 22 Stücke (inklusive zweier Zugaben) umfassenden Programms, bestehend aus melodischem, abwechslungsreichen Country, Roots- und natürlich schwerpunktmäßig Southern Rock fungierte.

Mit Corvin Keurhorst (mit neuer schnittiger Kurzhaarfrisur) hat das Ensemble einen nicht nur kreativen, sondern auch ganz starken, charismatischen und überaus amerikanisch singenden Fronter, wie es in der Tradition der großen Southern Rock Band ja eigentlich schon Vorschrift ist. Ein echtes Pfund!

Dazu hat er eine starke und auf den ersten Blick sofort sympathisch wirkende Begleitmannschaft um sich versammelt, von deren guter Chemie untereinander und Spielfreude man förmlich sofort mitgenommen wurde. Der hervorragende Gitarrist Robert van Voorden (überwiegend auf einer Telecaster agierend) beherrscht das Große Einmaleins der Southern Rock E-Gitarrenspielkunst (immer wieder auch mal mit Corvin in kleinen Twinparts verstrickt) nahezu perfekt, Bassist Johan van Dijk erzeugte einen fetten Groove und Backgroundsängerin Lotte den Hertog lieferte mit einigen Solo-Leads, samt toller Alt-Stimme, eine klasse Vocal Performance. Alle vier brillierten auch mit vielen perfekten Harmoniegesängen in der Tradition der Outlaws.

Aufgrund ihrer Positionen auf der Bühne eher im Hintergrund agierend, wussten aber auch Alex Stolwijk (mit kräftigem Drumming) und der rauschebärtige Zottel Jordy Duitscher (mit sehr einfühlsamen Keys) ihren erheblichem Beitrag zur starken Teamleistung beizusteuern.

Ganz besonders positiv steht bei mir zu Buche, dass die neue CD „Homebound“ komplett vorgestellt wurde (plus diverser Stücke vom Debüt und ihrer EP), ich persönlich hätte vielleicht, wie auch schon im CD-Review angemerkt, nur das überragend gespielte „Quickdraw“ mit dem southern-typischen E-Gitarrenfinish als finales Stück an das Ende des Hauptteils gestellt (quasi in „Freebird“-Tradition), wobei auch das hier positionierte, rassige „Brothers“ im Stile von Doc Holliday und den Outlaws sicherlich ebenfalls eine absolut gute Wahl ist.

Als erste Zugabe gab es dann, zum Bandnamen passend, eine launig stampfende Heartland-Version des Steve Earle-Klassikers „Copperhead Road“ und mit „Enjoy The Ride“ (ja, uns hat dieser Ritt mit Copperhead County an diesem kurzweiligen Abend wirklich sehr gut gefallen!) nach ca. einer 1 3/4 Stunde Spielzeit den gelungenen Rausschmeißer.

Nach dem Gig hatten wir dann noch die Gelegenheit mit Corvin und Drummer Alex ein bisschen zu plaudern, wobei wir erfuhren, dass im nächsten Jahr u. a. in Lauchhammer (Real Music Club) und Isernhagen (Blues Garage) ein paar Gigs in unseren Landen geplant sind. Wir deuteten an, dass auch die Southern Rock-verrückte Kulturrampe in Krefeld vielleicht eine tolle Option wäre (Pille, vielleicht geht da ja noch was in diesem Jahr…?) und regten eine zeitnahe Kontaktaufnahme an.

Wenn Silvester & Co. ihre positive Energie auch weiterhin so in Kreativität ummünzen können, werden wir es in Zukunft bei Copperhead County mit einen absoluten Spitzenact der europäischen Southern Rock-Zunft zu tun bekommen, der sich auch nicht hinter den aktuell präsenten Vertretern der US-Szene verstecken braucht. Diese tolle Band sollte jeder Southern Rock-Liebhaber auf seinem Notizzettel stehen haben!

Line-up:
Corvin Keurhorst – guitars, vocals
Robert van Voorden – guitars, bgv
Johan van Dijk – bass, bgv
Alex Stolwijk – drums
Jordy Duitscher – keys, percussion
Lotte den Hertog – bgv, lead vocals, percussion

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Copperhead County
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Musiekcentrum De Bosuil Weert

Keegan McInroe – Agnes – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Die Kulisse einer kleinen, 100 Jahre alten Kirche im ehemaligen Minenarbeiterort Terlingua, Texas., diente als Live-Aufnahmestudio für Keegan McInroes neues Album “Agnes”. Offenbar ein toller Ort, denn der aus Fort Worth, Tx., stammende Songwriter, Sänger, Gitarrist, Weltenbummler und Poet hat auf seinem 6. Longplayer die außergewöhnliche Atmosphäre des verlassenen Gebäudes hörbar eingefangen. Das eigenständige Spektrum aus Old Blues, Old Country, Folk und Americana eröffnet die Trackliste mit dem dunkel sich dahinschleppenden Blues Titel “Old Road”.

Die starke Inszenierung des manchmal etwas an Tom Waits erinnernden Gesangs verleiht dem erstklassigen Blues-Song auch durch die raue Guitar/Harp Kombination ein düsteres Flair. Sehr ähnlich bewegt sich “Boom Or Bust”, im schnellen Blues Rhythmus und sozialkritischen Anti-Kriegs-Lyrics hat das Stück ebenfalls immer eine neue Runde verdient. Dieses interessante Dark-Blues-Konzept wird auf “Man In The Ground” noch einmal variiert, zeigt aber nur einen kleinen Teil von McInroes Songwriting Qualitäten.

Vielfach sind es die kleinen Anleihen bei erfolgreichen Stilrichtungen, die in durchweg guten Eigen- und Co-Kompositionen (z.B. “Old Road” mit Gitarrist Matt Tedder) kreativ eingearbeitet wurden. So prägen schöne Kris Kristofferson Storytelling-Ansätze die eingängige Americana-Ballade “La Puerta” und die Eagles ziehen bei “Stoned & Broken Hearted” melodisch in Bestform, wie früher ihre Country-Krise.

Unbedingt hervorzuheben sind auf jeden Fall die akustischen und poetischen Folk/Country-Tracks, wie der Titelsong “Agnes”. Herausragende Dichtkunst trifft auf ein Leonard Cohen Vorbild im Duett. Bei “Then You’ll Know” ist die Gesellschaftskritik textlich und politisch aktuell auf die Umweltzerstörung bezogen, die in den USA auch vor allem die Native Americans belastet. In der ursprünglichen Tradition der amerikanischen Liedermacher aus der Folkbewegung (z.B. Woody Guthrie, Pete Seeger und Bob Dylan) ist der “Talkin’ Site Unseen Blues”, ein gutes Beispiel eines akustischen Guitar Blues und Geschichtenerzählers, der sein Handwerk versteht. Hierzu gehört ohne Zweifel die letzte Boogie-Nummer „Chisos Mission Blues” – in Dylanschen Sprechgesang beim berühmten „Subterranean Homesick Blues”.

Keegan McInroe hat über die Jahre seiner Karriere bereits u.a. mit Leon Russell, Otis Taylor und der Band Of Heathens auf der Bühne gestanden und schon vor über 10 Jahren Tourneen in Deutschland absolviert. Sein American Roots Blues und Country-Folk ist in dem neuen Album “Agnes” mit bodenständigen Lyrics sehr eindrucksvoll an diejenigen adressiert, die eine ungehobelte musikalische Handschrift mögen. McInroe ist im Herbst wieder in Deutschland auf Tour.

Eigenproduktion (2023)
Stil: Americana, Country, Roots Rock

Tracks:
01. Old Road
02. Agnes
03. Boom Or Bust
04. Then You’ll Know
05. Talkin’ Site Unseen Blues
06. Stoned & Broken Hearted
07. La Puerta
08. Man In The Ground
09. Chisos Mission Blues

Keegan McInroe
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Smith Music

Dom Martin – Buried In The Hail – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Die westeuropäische Blues Rock-Szene bringt immer wieder neue, junge und talentierte Nachwuchshoffnungen hervor. Zu diesen besonders talentierten Personen zählt Dom Martin aus Nordirland. Der erst seit 2018 im Music Business aktive Gitarrist, Sänger und Songschreiber hat in den Jahren 2019 bis 2023 bereits eine Handvoll European bzw. UK Blues Awards gewonnen. Sein dritter Solo-Longplayer “Buried In The Hail” erscheint nun bei Forty Below Records.

Als Co-Produzenten der Scheibe fungieren die Grammy nominierten Dubliner Tonkünstler Chris O’Brien und Graham Murphy (u.v.a. Clannad, The Water Boys). Das Album listet 11 Songs, von denen drei vorab als Single erschienen sind, darunter auch der mächtige Track “Belfast Blues”. Getragen von Martins typischer nordirischer Blues-Voice und dem massiven Guitar-Sound schildert der Titel die Erlebnisse als Bühnenmusiker in den Pubs und Clubs der Heimatstadt.

Melodisch einfühlsam und komplett abweichend verarbeitet Martin die ganz persönlichen Erinnerungen an die Kindheit. Mit soulig-zärtlicher Stimmer covert er das Lieblingslied seiner Familie, Willie Nelsons Klassiker “Crazy”, und belegt damit auch sein weitreichendes Gespür für sehr emotionale Momente. Diese werden auf anderer Ebene, z.B. in der intensiven Fuzz-Nummer “Unhinged” (der 1. Single-Auskopplungl) bärenstark abgeliefert oder im traditionellen Blues-Rock “Howlin’” powerful intoniert. Atmosphärisch breit angelegt klingt hingegen der Album-Titelsong “Buried In The Hail”, der seinen Blues-Charakter von ganz unterschiedlichen Wurzeln zieht im Kontrast zum schweren Slow-Blues “Lefty 2 Guns”.

Martins Anspruch, sowohl “acoustic” als auch „electrifying“ Songs zu performen und sein großes Vorbild Rory Gallagher weiterhin nicht aus den Augen zu verlieren, ist für den noch jungen Nachwuchsgitarristen ein zukunftsweisendes Projekt. Wenn es eine Kunst ist, die verschiedenen Spielarten des Genres, im Bereich Blues, Roots, Rock zu vereinen, zu beherrschen und feinfühlig zu interpretieren, ist Dom Martin mit seinem neuen Album “Buried In The Hail” auf dem besten Weg, um in diese Fußstapfen zu treten.

Forty Below Records (2023)
Stil: Blues Rock, Roots Rock

Tracks:
01. Hello In There
02. Daylight I Will Find
03. Government
04. Belfast Blues
05. Crazy
06. Unhinged
07. The Fall
08. Howlin‘
09. Buried In The Hail
10. Lefty 2 Guns
11. Laid To Rest

Dom Martin
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Skye Wallace – 14.09.2023 – Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

Wie gewohnt begrüßt Pille Peerlings die Besucher vor dem Konzert und kündigt dabei nicht nur die Kanadierin Skye Wallace mit ihrer Band an, sondern verkündet, dass er einen Nachfolger gefunden hat, der im nächsten Jahr die Kulturrampe weiterführt und es in Krefeld weiter laut bleibt.

Mit der positiven Botschaft gelingt es Wallace die positive Stimmung direkt aufzunehmen und zusammen mit ihrer Bassistin Jenna Strautman den Abend zunächst folkig und mit Harmoniegesang zu beginnen. Nach dem eher ruhigen Beginn wird es, als Schlagzeuger Chris Dimas und Gitarrist Devon Lougheed die Bühne betreten, richtig rockig. Mit einer Mischung aus Independent, Rock und einer Prise Punk sorgt sie für eine gute Stimmung bei den etwa 60 Musikfans, die zuweilen tanzend mitgehen.

Positiv kommt auch natürliche Art von Wallace an, die bestens gelaunt die Songs ansagt und den einen oder anderen Flirt mit dem Publikum beginnt, um im nächsten Moment fast schon schüchtern wirkend, den Applaus nach den Songs auf sich einwirken lässt.

In den zwei jeweils etwa 45 minütigen Sets präsentiert sie die meisten Stücke des 2022 Albums „Terrible Good“ sowie ältere Songs aus dem 2019er Album und „Mean Song 2“ vom 16er Album „Something Wicked“. Eines der Highlights ist die aktuelle Single „Tough Kid“, der stilistisch in die Zeit passt, als Songs von The Cure oder Sisters of Mercy in den Discos auf dem Plattenteller lagen.

So gelingt es Wallace, den Flair von Independent Musik wieder aufleben zu lassen und hat mit Sicherheit einige neue Fans in der Krefelder Kulturrampe hinzugewonnen.

Line-up:
Skye Wallace (lead vocals, guitars)
Jenna Strautman (bass, bgv)
Devon Lougheed (guitar, bgv)
Chris Dimas (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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