The Milestones – Beautiful Light – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die beiden Freunde Alex Wandres und Chris Metz aus Baltimore gründeten 2015 The Milestones. Mit dem Schlagzeuger John Love und dem Bassisten Jason Alford spielten sie nun „Beautiful Light“ in den Blackbird Studios, Nashville, ein. Auf ihrem Debütalbum, dem zwei EPs vorangegangen sind, orientiert sich die Band an einer härteren Gangart des Rocks.

Vor allem E-Gitarren, Schlagzeug und Gesangsstil bewegen sich auf „Beautiful Light“ in Richtung Hardrock. „Lonesome Train“, „Drivin‘ Back Home“ und „Sure I Want You“ erzeugen dem entsprechenden Druck. „Because Of You“ rockt kompromisslos und reicht an die Klasse von Little Caesar heran.

Highlight der CD ist nach meiner Einschätzung „Lay My Grave On The Mountain High“, bei dem etwas Soul und ein Southern-Akzent mitschwingt.
Mit vollem Sound performen The Milestones die gefällige Midtempo-Nummer „The Way To The Great Unknown“.

Einen auffälligen Rhythmus hat „True Love“, das damit einen höheren Wiedererkennungswert erhält. Auch auf diesem Stück lässt die Band die Gitarren kräftig kreischen.

Die quasi obligatorischen Balladen dürfen auf einem Rockalbum natürlich nicht fehlen. Durch die Aufnahme von „Madness & Delight“ sowie „Beautiful Light“ auf den Longplayer entsprechen The Milestones dem Klischee.

Interessanter ist „Signs Of Life“. Es beginnt mit akustischer Gitarre und entwickelt einige Spannungsbögen.

Der Klang des Songs ist etwas erdiger und hebt sich damit von dem der anderen ab. Dass The Milestones Potenzial haben, lässt der knapp einminütige Abschluss „Message From The Road“ erahnen. Auf Gesang und Mundharmonika reduziert, entsteht ein intensiver Moment, mit dem die Hörer entlassen werden.

So bleibt das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. „Beautiful Light“ bietet gut hörbaren Rock, die Einzeltitel setzen sich aber – mit wenigen Ausnahmen – kaum in den Gehörgängen fest. Dort, wo The Milestones etwas auf die üblichen Hardrock-Zutaten verzichten, gewinnen die Stücke an Kontur.

Das Songwriting ist durchaus vielversprechend. The Milestones könnten ihren Songs mit einem rootsigeren Sound ein deutlicheres Profil geben. Wie sich Alex Wandres und Chris Metz zukünftig zwischen Hard- und Rootsrock positionieren, bleibt abzuwarten. Man darf also gespannt sein, welchen Weg die junge Band zukünftig einschlägt.

Turenki Records (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. Lonesome Train
02. Drivin‘ Back Home
03. The Way To The Great Unknown
04. True Love
05. Madness & Delight
06. Because Of You
07. Lay My Grave On The Mountain High
08. Beautiful Light
09. Sure I Want You
10. Signs Of Life
11. Message From The Road

The Milestones
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Jawbone – Same – CD-Review

Jawbone

Review: Gernot Mangold

Die aus London kommende Formation Jawbone bringt mit dem gleichnamigen Album ihren Erstling auf den Markt. Bei dieser Band handelt es sich allerdings nicht um einen Newcomer im klassischen Sinne, sondern um Musiker, die über die Jahre hinweg, mit verschiedensten Größen der Musikszene wie Jack Bruce, Ten Years After, Robert Plant, Dave Gilmour und Paul Manzanera, um nur einige zu nennen, zusammengespielt haben.

Die größte Wertschätzung, für die Qualität der Musiker dürfte Anfang 2018 gewesen sein, als sie ausgesucht wurden, als Support für Eric Clapton, Van Morrison und Tom Jones, auf dem legendären Wohltätigkeitskonzert in Guildford aufzutreten.

Jawbone, benannt nach einem Song der legendären The Band, sehen sich nicht nur durch deren Musik, sondern auch von Acts wie Little Feat , Rolling Stones und Crosby, Stills, Nash & Young beeinflusst.

Schon im Opener „Leave No Traces“, der im mittleren Tempo, rockig, mit folkigen und countryesken Einschlägen daherkommt, sind Ähnlichkeiten zu The Band oder CSN&Y unverkennbar. Schön dabei ist der harmonische Gesang von Paddy Millner und Marcus Bonfanti samt ihres Gitarren- und Keyboardspiels , das gut aufeinander abgestimmt ist und mit dem gefühlvollen Spiel der Rhytmusfraktion, Rex Horan am Bass und Evan Jenkins an den Drums, einen kompakten satten Sound ergibt.

Ähnlich geht es mit dem fast beschwingenden „Get What You Deserve“ weiter, wo sich Millner und Bonfanti zum Teil regelrechte Zwiegesänge liefern.

Im leicht bluesigen, country-umwobenen „When Your Gun Is Loaded“ werden besondere Akzente von Millner an den Tasten gesetzt und ein Song in der Kategorie eines Bob Seger zu seinen Glanzzeiten hingelegt. Beim „Family Man“ beweist das Quartett, dass sie in ihren Stil durchaus auch psychedelische Elemente, insbesondere durch die Keyboards, einbringen können.

Das getragen bluesige „Bet On Yesterday“ mit fast orchestralen Sequenzen, hat im Gegensatz zu den vorherigen Songs, die meist einen erfrischend fröhlichen Charakter hatten, eine eher melancholische Grundstimmung, aus der der Zuhörer mit dem quicklebendigen rockigen „Rolling On The Underground“ mit leichten Southern-Einschlägen, aber schnell herausgerissen wird. „Big Old Smoke“, mit prägnantem Gitarren- und Keyboardsspiel, wird im leichten Rock’n’Roll-Stil angeschlossen.

Das balladesk verträumte „Sit Round The Table“ offeriert, dass Jawbone auch gefühlvolle Lieder hinlegen können. Ein Lied voller Harmonie, zum Träumen einladend.

Bei „Two Billion Heartbeats“ steht der harmonische Duettgesang von Millner und Bonfanti meist im Vordergrund, ehe zum Ende hin, die Instrumente, die zunächst ganz dezent im Hintergrund stehen, an Lautstärke gewinnen und so dem Sound ein großes Volumen verleihen.  Mit „The Years Used To Mean So Much“ ist es wie in so manchen guten Kneipen. Den Rausschmeißer gibt ein Schmusesong.

Jawbone ist es mit ihrer ersten Platte schon gelungen, ein sehr hohes Level im Stile der Bands zu erreichen, die sie musikalisch beeinflusst haben. Ein Album auf dem man die Spielfreude der Band regelrecht spüren kann, und das die Country-, Southern und Bluesrock regelrecht miteinander verschmelzen lässt. Es ist bestens produziert, sodass alle Instrumente gut akzentuiert abgebildet werden.

Ein Highlight sind auch die gesanglichen Fähigkeiten der beiden Vokalisten, sowie das abwechslungsreiche Songwriting. Von Jawbone wird man nach diesem Erstling noch einiges erwarten können und nach dem Gehörten ist es nicht verwunderlich, dass sie als Begleitband beim Anfangs erwähnten Konzert wirken durften. Somit absolute Kaufempfehlung für eine Platte, bei der es einfach Spaß macht, zuzuhören.

Wen es interessiert, die Songs live zu hören, dem sei geraten Jawbone auf einem der Konzerte im April zu besuchen. Der Slogan auf der Webseite „Join Us On The Road! – We promise to send stuff we think you’ll like!“ verspricht auf jedem Fall einiges!

Musiker:
Paddy Millner – Keyboards, vocals
Marcus Bonfanti – Guitar, vocals
Rex Horan – Bass
Evan Jenkins – Drums

Tour Dates:
14.04.19 München, Feierwerk/Kranhalle
15.04.19 Frankfurt/Main, Nachtleben
16.04.19 Köln, Luxor
17.04.19 Hamburg, Headcrash
18.04.19 Berlin, Musik & Frieden

Tlc Music (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. Leave No Traces
02. Get What You Deserve
03. When Your Gun Is Loaded
04. Family Man
05. Bet On Yesterday
06. Rolling On The Underground
07. Big Old Smoke
08. Sit Round The Table
09. Two Billion Heartbeats
10. The Years Used To Mean So Much

Jawbone
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Oktober Promotion

Paul Raymond Project – High Definition – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Mit „High Definition“ veröffentlichte Paul Raymond mittlerweile das siebte Album seines Projektes, das er neben seiner Arbeit bei UFO betreibt. Im Inlay des Booklets beschreibt Raymond, dass es in der Rockmusik über die Jahre immer wieder Coversongs gab, die als solches, oft auch durch ein abweichendes Arrangement, sogar bekannter wurden, als das eigentliche Original.

Raymond hofft, dass es ihm gelungen ist, diese, von ihm ausgewählten, zum Teil sehr alten Lieder, in einem neuen Geist wieder aufleben zu lassen, sodass sie nicht in Vergessenheit geraten. Neben dem Hören der Tracks ist es interessant zu erfahren, welchen Bezug Raymond zu ihnen und den damaligen Interpreten hat, und wie sie ihn selbst in seinem künstlerischen Schaffen beeinflusst hatten.

Es ist ihm gelungen, die Stücke sowohl in ein bluesiges Gewand einzupacken (Raymond spielte vor seiner Zeit bei UFO ja einige Jahre bei der heute noch bestehenden englischen Blues Rock-Band Savoy Brown), als auch melodische Hard Rock-Elemente einzubringen.

Da die Songs verschiedenste Ursprünge haben, ist „High Definition“ ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. Raymond versteht es, seine präferierten Stücke – man hätte die meisten in den Achtzigern schon als Oldies bezeichnet -wie der Titel es schon aussagt, auch dank der heutigen technischen Möglichkeiten, in einer Klarheit, eben ‚High Definition‘, ohne Längen, aber mit einigen positiven Überraschungen, zu präsentieren.

Auf jeden Track einzeln einzugehen, würde absolut den Rahmen sprengen, deshalb hier ein Querschnitt meiner persönlichen Favoriten:
Ganz stark die Version des Small Faces-Songs „Afterglow“ von 1969, in der Paul, der fast alle Instrumente einspielte und auch stimmlich brilliert. Steve Marriott, der den Song schrieb, war für den damals jungen Paul Raymond sowohl von der Frisur, wie auch musikalisch, ein großes Vorbild.

Was er aus dem Ginger Rogers & Fred Astaire Song “Let’s Face The Music And Dance“ macht, ist schon atemberaubend. Die Filmschnulze (dies ist nicht despektierlich gemeint) aus dem Jahr 1936, lässt er regelrecht hardrockend abheben. Interessant ist dabei das Intro, in dem in leicht abgewandelter Form der Anfang des Kiss-Klassikers „I Was Made For Loving You“ eingebaut wurde.

Aber Raymond widmet sich auch einem englischen Künstler, zu dessen Musik er in britischer Weise sagt, dass diese eigentlich nie seine ‚Cup of tea ‚ war. Mit „The Man Who Sold The World“ verneigt er sich dabei vor dem leider zu früh verstorbenen David Bowie. Dem Bill Withers-Klassiker „Ain’t No Sunshine“ haucht er in fast schon hymnischer Hard Rock-Manier neues Leben ein.

Es gibt eine Band, der nachgesagt wird, dass man sie schon am ersten Akkord der Songs erkennt. Mit „Cold Hearted Man“ covert er AC/DC und auch bei der Raymondschen Version ist der Bezug zu den Australiern unverkennbar. Gelungen ist hier die Unterlegung mit Keyboardklängen, was ihn etwas sanfter, aber immer noch durch aus hard rockend daherkommen lässt. Gewagt, aber gekonnt, wurde der Willie Dixon-Evergreen „Wang Dang Dong“, leicht an Bad Company erinnernd, umgesetzt.

Fazit: „High Definition“ ist ein Album, welches bei Fans alter englischer Bands, aber auch Blues-affinen Musikliebhabern gefallen wird. Dabei darf aber eine Härte wie bei UFO nicht erwartet werden. Überraschend sind neben den instrumentalen Stärken Raymonds, auch seine gesanglichen Qualitäten, mal rauchig wie Rod Stewart, aber auch sehr klar, wie beim jungen David Bowie. Ein Kompliment an Raymond dafür, zum Teil längst vergessene Nummern wieder in Erinnerung zu bringen und in einer Form aufzulegen, die fast schon als zeitlos zu bezeichnen ist.

Eigenproduktion (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. I Wanna Be There
02. Afterglow
03. The Price Of Love
04. Let`s Face The Music And Dance
05. The Man Who Sold The World
06. Ain’t No Sunshine
07. Heart Full Of Soul
08. Heartbreak Hotel
09. Cold Hearted Man
10. Tired Of Waiting For You
11. My Funny Valentine
12. Wang Dang Doodle
13. Every Little Bit Hurts

Paul Raymond Project
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Truck Stop – Ein Stückchen Ewigkeit – CD-Review

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Wer aus unserer Generation kennt sie nicht – egal welch rockmusikalischer Couleur er sich auch zugehörig fühlt – die Refrainzeile „Ich möcht so gern Dave Dudley hörn, Hank Snow und Charlie Pride“. Diese hatte sich, soweit einmal vernommen, bis heute noch, massiv in tiefste Langzeit-Gehirnregionen hineingebohrt.

Die Rede ist von Truck Stops wohl größtem Hit, der die Hamburger Country-Band überregional bekannt werden ließ. Mit den Hanseaten, als auch Kollege Gunter Gabriel, Tom Astor und Freddie Quinn, als vielleicht prominenteste Vertreter des Genres, verband man allerdings leider auch lange Zeit, das biedere Image, das dieser Musiksparte in unseren Gefilden nachgesagt wurde, bis mit einem Garth Brooks so allmählich die Kehrtwende eingeleitet und der New Country salonfähig wurde.

Es ist ein Stückchen Ewigkeit her, dass ich sie mal in Duisburg-Rheinhausen live gesehen habe. Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht mehr wann und warum, nur dass wir dort nach einem Kegeln mit unserer damaligen Truppe in ziemlich heiteren Zustand dort hingelangt waren.

Hängengeblieben ist nur, die ziemlich gut besuchte Location von überwiegend in countrytypischen Outfits erschienenen Besuchern, dass es im Foyer leckere Frikos und Mettbrötchen für den späten Hunger gab und, dass eine Riesen-Stimmung das Konzert begleitete.

Nun, Jahrzehnte später, landete völlig unvermittelt, das neue  Werk von Truck Stop, „Ein Stückchen Ewigkeit“, in meinem Briefkasten. Instrumentell, beziehungsweise musikalisch, braucht das aktuelle Line-up um die Mannen Knut Bewersdorff, Andreas Cisek, Teddy Ibing, Uwe Lost, Christian Kaufmann und Tim Reese, keinen Vergleich mit gleichgesinnten amerikanischen Kollegen, wie Shenandoah, Alabama, Oak Ridge Boys & Co. zu scheuen.

Die Produktion von Mathias Roska (Titel 1-3) und Jörn Heilbut (4-14) ist glasklar und in transparentem Sound, als Gast ist unter anderen, man höre und staune, auch Nashville-Starstudiomusiker Ilya Toshinsky partiell mit an Bord!

Inhaltlich (Booklet mit allen Texten ist dabei) spiegeln die zum Teil kleinen Sozialstudien gleichenden Songs – wenn man wie ich, regelmäßig beruflich mit norddeutscher Klientel zu tun hat – das typische hanseatische Naturell ganz gut wieder: Bodenständig, heimatverbunden, geschäftstüchtig, etwas zu drögem Humor neigend, oft launisch, aber immer ehrlich und geradeaus.

Zu meinen Favoriten in einem durchgängig angenehm zu hörenden Werk, sind der melodiöse Ohrwurm „Ein Stückchen Ewigkeit“, das Tex-Mex-umwehte“Moin, Moin“, der melancholische Schwofer „Alter Mann“, das mit einem herrlichen Mandolinen-Lick und fluffigen Gitarren dahinfließende „Freundschaft“ bleibt“, sowie das in Lindenberg-/Gabriel-Manier angelegte, flotte und launige „Spart Wasser, trinkt Bier“.

Truck Stop haben mit „Ein Stückchen Ewigkeit“ sicherlich kein Werk kreiert, das sie in den unsterblichen Country-Olymp hieven wird, allerdings eine gute Dreiviertelstunde, angenehm zu lauschender, kurzweiliger Genrekost. Aber es war in jedem Fall schön, nach so einer langen Zeit, mal wieder was von der Band gehört zu haben!

Telano (2019)
Stil: Deutsch-Country

Tracks:
01. Ein Stückchen Ewigkeit
02. Moin, Moin
03. Das Gold der Elbe
04. Uns gehört die Welt
05. Helden
06. Es hat Dich
07. Alter Mann
08. Ich bin der letzte Gast, der geht
09. Nimm mich mit
10. Freundschaft bleibt
11. Spart Wasser, trinkt Bier
12. Männergrippe
13. Die Männer der Bahn
14. Still, so still

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Thunder – Support: Massive Wagons – 03.04.2019, Kantine, Köln – Konzertbericht

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Thunder nach etwas über einem Jahr wieder in der Kantine! Köln erweist sich allerdings zunehmend als schwieriges Terrain für die britischen Hardrocker. Nachdem der Besuch schon beim letzten Mal, nicht allzu prall ausgefallen war, fanden sich am Mittwoch Abend vielleicht etwas über 200 Zuschauer zum Auftritt im Rahmen ihrer „Stand Up“-Tour ein.

Morley, Bowes & Co. zeigten sich davon allerdings ziemlich unbeeindruckt und bedankten sich bei den ‚Standhaften‘ mit einem spielfreudigen Konzert – ja man kann schon konstatieren – Thunder hatten richtig Bock!

Zunächst heizte allerdings die aus dem nordenglischen Carnforth stammende, 2009 gegründete Power Hard Rock-Combo, Massive Wagons, mächtig ein. Das Quintett um den agilen Sänger Barry Mills, 2013 Gewinner des ‚Highway To Hell-Competitions‘, das schon einige Alben herausgebracht hat und demnächst auch die Abschiedstour in Großbritannien von Lynyrd Skynyrd zusammen mit Status Quo supporten wird, präsentierte in einer guten Dreiviertelstunde u. a. Songs wie „Back To The Stack“, „Billy Balloon Head, „Tokyo“ oder „China Plates“ aus ihrem aktuellen Longplayer „Full Nelson“, der immerhin Platz 16 der UK-Album-Charts als Achtungserfolg erreicht hat.

Als sich die fünf massiven ‚Wagonführer‘ (besonders der stattliche Bassist Adam Bouskill…) mit dem kräftigen Rock ’n Roller „Fee Fi Fo Fum“ unter viel Applaus von der Audienz verabschiedet hatten, war ihre Mission als energiegeladener Appetitanreger des Hauptacts Thunder punktgenau erfüllt worden (die Bilder zum Massive Wagons-Auftritt siehe hier in einer separaten Galerie).

Nach der Umbaupause gab es mit dem AC/DC-„Thunderstruck“-Einspieler einen britisch humorvollen Beginn. „Thunder, Thunder“ ertönte es aus den Boxen und aus den Kehlen der anwesenden Zuschauer im Einklang, als die fünf erfahrenen Hard Rock-Recken auf der Bühne eintrafen, um dann mit „Loser“ sofort die Chemie zum Publikum auszuloten. Der bestens gelaunte und bombig aufgelegte Sänger Danny Bowes forderte direkt, wie auch im weiteren Verlauf, kontinuierlich Stimmung ein und bekam diese auch freudig zurückgespiegelt.

Viel trug an diesem Abend auch die gute gewählte Setlist dazu bei, die u. a. einen schönen Mix aus ihren, zum Teil balladenhaft-umwehten Paradesongs wie „Low Life In High Places“, „Don’t Wait For Me“ oder „Love Walked In“ und Power- und Mitgröltracks wie „Higher Ground“, „Backstret Symphony“ oder „I Love You More Than Rock ‘n‘ Roll“ aufbot.

Luke Morley war neben seinen beiden Akustikgitarren-Intermezzi, diesmal neben seiner hellen Stratocaster und der schwarzen Les Paul, schwerpunktmäßig mit einer bordeaux-rot-weißen Flying-V-E-Gitarre unterwegs, und lieferte zahlreiche einfühlsame, als auch quirlige Soli ab.

Ben Matthews, der leider nicht so gut zu hören war, erwies sich mit E-Gitarren-, Keyboardeinsätzen, Harmoniegesängen und als Kuhglocken-Perkussionist bei „I Love You More Than Rock ‚n‘ Roll“, als vielseitigster Akteur, während Chris Childs (auch mit Harmony vocals) und der wieder hinter seiner Schießbude verbarrikadierte kauzige Harry James (natürlich mit dunkler Sonnenbrille), ihren meist treibenden Rhythmus entfachten.

Fronter Danny Bowes war erneut die gewohnte Rampensau, Kompliment was der fast 60-Jährige immer noch an Energie aus sich und seiner Stimme herauskitzelt.

Da war es am Ende natürlich nicht verwunderlich, dass die Band ohne Verlängerung aus der Domstadt entlassen wurde. Die sympathischen Briten ließen sich nicht lumpen und es, ihrem Namen gebührend, mit dem flotten „Serpentine“ und dem herrlichen „Dirty Love“ (am Ende wieder mit launiger Publikumseinbindung), trotz der spärlichen Kulisse, abschließend nochmals ordentlich krachen.

Ein toller Gig von Thunder, besser und unterhaltsamer kann man einen Mittwoch Abend (musikalisch) eigentlich nicht verbringen!

Line-up Thunder:
Danny Bowes (lead vocals)
Luke Morley (electric and acoustic guitars, vocals)
Ben Matthews (keyboards, electric guitar, percussion, vocals)
Chris Childs (bass, vocals)
Harry James (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Thunder
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Kantine Köln

Massive Wagons – 03.04.2019, Kantine, Köln – Konzertbilder

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Zunächst heizte allerdings die aus dem nordenglischen Carnforth stammende, 2009 gegründete Power Hard Rock-Combo, Massive Wagons, mächtig ein. Das Quintett um den agilen Sänger Barry Mills, 2013 Gewinner des ‚Highway To Hell-Competitions‘, das schon einige Alben herausgebracht hat und demnächst auch die Abschiedstour in Großbritannien von Lynyrd Skynyrd zusammen mit Status Quo supporten wird, präsentierte in einer guten Dreiviertelstunde u. a. Songs wie „Back To The Stack“, „Billy Balloon Head, „Tokyo“ oder „China Plates“ aus ihrem aktuellen Longplayer „Full Nelson“, der immerhin Platz 16 der UK-Album-Charts als Achtungserfolg erreicht hat.

Als sich die fünf massiven ‚Wagonführer‘ (besonders der stattliche Bassist Adam Bouskill…) mit dem kräftigen Rock ’n Roller „Fee Fi Fo Fum“ unter viel Applaus von der Audienz verabschiedet hatten, war ihre Mission als energiegeladener Appetitanreger des Hauptacts Thunder punktgenau erfüllt worden.

Line-up Massive Wagons:
Barry Mills (lead vocals, percussion)
Adam Thistlethwaite (electric guitar, vocals)
Stevie Holl (electric guitar, vocals)
Adam Bouskill (bass, vocals)
Alex Thistlethwaite (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Massive Wagons
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Kantine Köln

Tyler Ramsey – For The Morning – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die Zerrissenheit zwischen dem ständigen Unterwegssein als Musiker und der Sehnsucht nach Ruhe und Beständigkeit im Kreis der Familie thematisiert Tyler Ramsey auf seinem dritten Album „For The Morning“. Diesen Konflikt verpackt er in sanfte, fast zarte Kompositionen.

Nach der Geburt seiner Tochter ist Ramsey als Gitarrist der Band Of Horses ausgestiegen und aufs Land gezogen. Dort verbringt der Naturliebhaber viel Zeit mit Wanderungen. Seine Songs eignen sich atmosphärisch sehr gut dazu, als unaufgeregte Begleiter Wälder zu durchstreifen. Der Klang des Albums wird durch akustische Gitarre, Klavier und vor allem dem Gesang von Ramsey geprägt. Die Stimme wirkt oftmals so, als wäre sie weiter entfernt oder würde hinter einem Schleier liegen, was durchaus einen außergewöhnlichen Reiz entwickelt.

Der Startpunkt „Your Whole Life“ motiviert dazu, Ramsey auf seinem Weg zu folgen. Er entführt in eine Sphäre voller Wehmut. Die Pedal Steel von Matt Smith trägt dazu ihren Teil bei. Der Auftakt stellt mit dem folgenden „A Dream Of Home“ bereits den Höhepunkt des Longplayers dar. Das zweite Stück erinnert bei manchen Passagen an Tom Petty und seine CD „Wallflowers“. Aber auch „White Coat“ – mit Geigenbegleitung durch Scott Moore – sowie „Breaking A Heart“ sind harmonische Americana-Nummern, die eine dichte Stimmung erzeugen.

Wie das bei langen Wanderungen schon mal so ist, fällt der Mittelteil etwas schwerer. Dadurch, dass die anschließenden Songs von Tempo und Stil keine große Varianz zu den vorangegangenen bieten, stellen sich bei mir leichte Ermüdungserscheinungen ein. Nach dem etwas dunkleren „The Bottom Of The Sea“ und dem instrumentalen „Darkest Cloud“ geht es mit „Firewood“ und „Cheap Summer Dress“ aber wieder bergauf. Auf beiden Stücken zeigt Ramsey seine Klasse als Songwriter. Er holt sich zudem Unterstützung von Joan Shelley für den Backgroundgesang, was durchaus ein Gewinn für die Arrangements ist.

„Evening Country“ kann als Variation von „Evening Kitchen“, das Ramsey für die Band Of Horses schrieb, aufgefasst werden. Bei dem Titel überrascht nicht, dass der Song einen leichten Country-Einschlag aufweist, für den Russ Pahl die Pedal Steel beisteuert. Mit „For The Morning“ neigt sich der Streifzug mit Ramsey dem Ende. Hier greift er nochmal das Grundthema seines Werks auf, das sich mit dem veränderten Lebensrhythmus auseinandersetzt, das ein junges Familienleben mit sich bringt.

Ramsey genießt es, eine Heimat gefunden zu haben. Dennoch erfordert es das Musikerleben, auf Tour zu gehen. Im Mai macht sich Tyler Ramsey für fünf Konzerte nach Europa auf. Das einzige Deutschlandkonzert findet im Berliner Silent Green statt.

Tyler Ramsey lässt den Hörer von „For The Morning“ in poetischen Texten und sorgfältig arrangierten Kompositionen an seiner Welt teilhaben. Einige hervorragende Titel tragen über gewisse Längen, die das Album im Mittelteil entwickelt, hinweg. Die Aussteuerung des Gesangs, der über und neben den Instrumenten schwebt, erzeugt eine eigene, melancholische Atmosphäre, in die es lohnt, für eine Zeit einzutauchen.

Fantasy Records / Universal Music (2019)
Stil: Americana

Tracks:
01. Your Whole Life
02. A Dream Of Home
03. White Coat
04. Breaking A Heart
05. The Bottom Of The Sea
06. Darkest Clouds
07. Firewood
08. Cheap Summer Dress
09. Evening Country
10. For The Morning

Tyler Ramsey
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Unisversal Music
Oktober Promotion

The Suitcase Junket – Mean Dog, Trampoline – CD-Review

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Review: Michael Segets

The Suitcase Junket war mir völlig unbekannt, bevor ich bei der Recherche, was so an neuen Veröffentlichungen angekündigt ist, auf „Mean Dog, Trampoline“ aufmerksam wurde. Hinter The Suitcase Junket verbirgt sich Matt Lorenz, der unter seinem Künstlernamen bereits vier Longplayer und zwei EPs herausbrachte.

„Mean Dog, Trampoline“ ist ein abwechslungsreiches und insgesamt ziemlich cooles Album. Mit den beiden frischen Heartland-Rockern „High Beams“ und „Everything I Like“ – ganz im Stil des frühen John Cougar Mellencamp – trifft The Suitcase Junket direkt ins Schwarze. Etwas aggressiver und härter sind das mit kratziger Gitarre versehen „New York City“ und das scheppernde „Stay Too Long“.

Neben den richtig starken Stücken fällt das wuchtige „Son Of Steven“ leicht ab, da mich vor allem der langgezogene Gesang im Chorus weniger anspricht. Der Gesang im Refrain von „Gods Of Sleep“ begeistert mich ebenfalls nicht. Damit hat es sich aber mit den Kritikpunkten an der sonst überzeugenden CD.

Das Werk ist zwar durch eine rockige Note geprägt, The Suitcase Junket unternimmt allerdings einige Ausflüge in andere Genres. Der Country-Song „Scattered Notes From A First Time Homebuyers Workshop” entwickelt mit feinem Picking und Twang ein ordentliches Tempo. Richtig schönen Southern-Flair verströmt die Ballade „Old Machine“ besonders durch den einsetzenden Harmoniegesang. Beim sanften „Dreamless Life” orientiert sich Lorenz am Modern Folk.

Mit „Heart Of A Dog“ hat The Suitcase Junket zudem einen Blues im aktuellen Programm. Die metallisch klingende Gitarre, Schlagzeug und Percussion wecken bei mir unmittelbar Assoziationen zu „Kiko“ von Los Lobos. Das ist nicht weiter verwunderlich, da Steve Berlin die Scheibe produziert hat. Der Sound anderer Stücke weist ebenfalls eine Nähe zu den Wölfen aus L. A. auf.

Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass The Suitcase Junket gerne Alltagsgegenstände wie Flaschen, Kanister oder Sägeblätter umbaut und zur Tonerzeugung nutzt. Der Klang von The Suitcase Junket ist stellenweise ungewöhnlich, aber selbst bei Stücken mit experimentelleren Anflügen – wie „What Happend“ – integriert er sich nahtlos in die stets erkennbar bleibenden Songstrukturen. Neben Tracks, die vielleicht erst bei mehrmaligem Hören gewinnen, kann der Mann aus Vermont auch sehr eingängige Titel schreiben. Die erste Single „Dandelion Crown“ ist dafür ein gutes Beispiel.

Mit „Mean Dog, Trampoline“ ist The Suitcase Junket ein vielschichtiges Album gelungen. Der eigenständige und manchmal eigenwillige Sound durchzieht das Werk, das eine große Bandbreite an unterschiedlichen Stilen – von Rock über Blues und Folk bis hin zum Country – abdeckt. Für denjenigen, der jeder dieser Musikrichtungen etwas abgewinnen kann, ist „Mean Dog, Trampoline“ ein Geheimtipp. Wer in seinem Musikgeschmack etwas spezialisierter ist, wird zumindest bei einigen Titeln fündig, wenn er die Scheibe oder den Backkatalog von The Suitcase Junket sichtet.

Signature Sound/Red Eye Worldwide/H’Art (2019)
Stil: Rock and more

Tracks:
01. High Beams
02. Heart Of A Dog
03. Everything I Like Stay Too Long
04. Gods Of Sleep
05. Dreamless Life
06. Son Of Steven
07. Dandelion Crown
08. Scattered Notes From A First Time Homebuyers Workshop
09. New York City
10. What Happened
11. Old Machine

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Red Eye Worldwide
H’Art

The Georgia Thunderbolts – Southern Rock From Rome – CD-Review

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Schön, wenn man Musik-kompetente Freunde hat! Die Scheibe „Southern Rock From Rome“ der Georgia Thunderbolts rührt her von einem Tipp meines Bekannten Harald Birkner.

Schon nach dem Hören eines Tracks war für mich klar, dass dieses Werk in Sounds Of South besprochen werden musste. Ich kontaktierte das GTB-Management auf dem Fuße und wurde sofort mit der CD samt aller interessanten Infos versorgt. Vorbildlich!

Die Band rekrutiert sich aus den im 7-Hügel-Tal an den Flüssen Coosa, Oostanaula und Etowah  gelegenen Städten Rome und Taylorsville, was letztendlich im Line-up mit T.J. Lyle (lead vocals), Riley Couzzourt (lead and rhythm guitars), Logan Tolbort (lead and rhythm guitars), Zach Everett (bass, keys, vocals) und Bristol Perry (drums, percussion) uferte.

Als Gäste sind noch Bianca Byrd und Sandra Dye (tolle Backing vocals beim delta-bluesigen „It Ain’t Easy“, hätten gerne noch präsenter sein können) und Paul Hatchett (mit hallender Orgel bei „Dancing Withe The Devil“) vertreten, produziert haben in einen sehr schön erdigen, aber klaren Sound, Richard O. Young und Dave Barrick.

Direkt schon der Opener „Be Good To Yourself“ rockt und stampft rhythmisch zu klimperndem Piano und kratzigen E-Gitarren in bester Manier Black Crowes-/Georgia Satellites-Manier, allerdings deutlich southern-rockiger.

Auffällig sofort die tolle Stimme von Fronter T.J. Lyle mit frappierender Ähnlichkeit zu Johnny Van Zants Anfangstagen, beziehungsweise -alben, also noch nicht vereinnahmt vom späteren Lynyrd Skynyrd-Management. Überhaupt fühlt man sich durchgehend an die Zeit von „No More Dirty Deals“ des damaligen Van Zant-Benjamins zurückerinnert.

Die Donnerkeile aus Georgia bevorzugen insgesamt die riffig-rockige Gangart des Genres („Lend A Hand“, „Can I Get A Witness“, das herrliche „It’s Alright“, „Better Run From The Beast“, „Life I’m Livin'“), natürlich garniert mit vielen typischen E-Gitarren-Soli. Ruhiger und atmosphärischer wird es nur partiell bei Stücken wie „Dancin‘ With The Devil“ und „Looking For An Old Friend“, beide mit einem wunderbaren Skynyrd-Feeling.

Und am Ende wird dann noch ein genial progressiv-ummanteltes „Set Me Free“ rausgehauen (erinnert an „The Whippoorwill“), das noch mal bleibenden Eindruck hinterlässt. Gleichzeitig der wohl stärkste Track des Longplayers. Was für ein toller Gesang und großartige E-Gitarren samt toller Soli, sowie die Pink Floyd-angelehnten Bridges. Alles richtig gemacht Jungs!

Große Southern Rock-Karrieren werden vielleicht nicht an einem Tag oder mit einer CD geschaffen, auch nicht in Rome! Den Georgia Thunderbolts ist mit ihrem Erstling „Southern Rock From Rome“ allerdings ein brillanter Einstieg ins Genre gelungen, der in Zukunft so einiges erhoffen lässt. Eine sich anbahnende echte Konkurrenz für die Bundesstaats-Kollegen von Blackberry Smoke.

Und ein ganz heißer Kandidat für das Album des Jahres, bitte unbedingt zulegen liebe Southern Rock-Gemeinde!

Eigenproduktion (2019)
Stil: Southern Rock

01. Be Good To Yourself
02. Lend A Hand
03. It Ain’t Easy
04. Can I Get A Witness
05. It’s Alright
06. Dancin‘ With The Devil
07. Looking For An Old Friend
08. Better Run From The Beast
09. Life I’m Livin‘
10. Set Me Free

The Georgia Thunderbolts
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Marc Broussard – Home (The Dockside Sessions) – CD-Review

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Review: Michael Segets

Marc Broussard sorgt dafür, dass er im Gespräch bleibt. Vor einem Jahr brachte er „Easy To Love“ heraus, hatte einen ARD-Fernsehauftritt, tourte durch Deutschland – SoS besuchte seinen Gig in Düsseldorf – und schob das Weihnachtsalbum „Magnolias & Mistletoe“ nach. Möglich wäre sicherlich gewesen, einen Live-Mitschnitt oder eine Best-Of-CD herauszubringen. Stattdessen hat er sich für eine besondere Kombination dieser Alternativen entschieden.

„Home“ versammelt Neueinspielungen bereits veröffentlichter Songs, die größtenteils live in den Dogside Studios aufgenommen wurden. Eigentlich waren die Aufnahmen lediglich für Youtube-Videos gedacht. Nach 30 Millionen Klicks war der Schritt zur Produktion eines Albums naheliegend.

Marc Broussard verfügt über eine ausdrucksstarke Stimme, die im Vordergrund der ruhigen Songs steht. Die instrumentale Begleitung beschränkt sich zumeist auf akustische Gitarre und/oder Klavier. Ted Broussard und Andy Bourgeois übernehmen diese. Lediglich beim Klassiker von Otis Redding „These Arms Of Mine“ – zuvor mit Huey Lewis eingespielt – kommen noch Keys und beim abschließenden „Home Anthology“ Drums zum Einsatz.

Das letztgenannte Stück hebt sich durch die höhere Dynamik, zu der die elektrische Gitarre von Roddie Romero und der Backgroundchor beitragen, deutlich von den vorangegangenen Titeln ab.

Bei der überwiegenden Anzahl der Songs zelebriert Broussard den Soul. So legt er fünf Titel neu auf, die sich auf seinem Album „S.O.S.“ finden. Auf diesem Werk widmet sich Broussard der Soul-Musik der 1950er und 1960er Jahre. Ein Highlight stellt die akustische Version von „Cry To Me“ dar.

Bekannt wurde der Song von Burt Berns durch den Film „Dirty Dancing“. Ebenfalls sehr stark ist „I Love You More Than You’ll Ever Know” – ein Blues aus der Feder von Al Kooper.

Neben den Covern greift Broussard auch auf eigene Titel zurück, die ihm besonders am Herzen liegen. Sechs Songs von „Carencro“ aus dem Jahr 2004 präsentiert er in neuem, gereiften Gewand. Beispielsweise bei „Gavin’s Song“ sind deutliche Unterschiede im Arrangement zu hören.

Das Stück wurde bereits für das letztjährige Album „Easy To Love“ neu aufgenommen. Von dieser Version unterscheidet sich die aktuelle auf „Home“ allerdings nur in Nuancen. Mein Favorit des neuen Albums ist „Send Me A Sign“, das sich im Original ebenfalls auf „Easy To Love“ findet.

Marc Broussard hat Soul in der Stimme, der auf „Home“ hervorragend zur Geltung kommt. Mit dem Album zieht er eine persönliche Zwischenbilanz seines bisherigen Schaffens, wobei das Resultat des Überarbeitungsprozesses der Songs den Stand seiner musikalischen Entwicklung einfängt.

Zurücklehnen und diese Werkschau der anderen Art genießen, lautet daher die Empfehlung.

Big Lake Music / India Media Group (2019)
Stil: Southern Soul Rock

Tracks:
01. French Café (Live at Dockside Studio)
02. The Wanderer (Live at Dockside Studio)
03. I Love You More Than You’ll Ever Know (Live at Dockside Studio)
04. Lonely Night in Georgia (Live at Dockside Studio)
05. Do Right Woman, Do Right Man (Live at Dockside Studio)
06. The Beauty of Who You Are (Live at Dockside Studio)
07. Gavin’s Song (Live at Dockside Studio)
08. Let Me Leave (Live at Dockside Studio)
09. Send Me a Sign (Live at Dockside Studio)
10. Don’t Be Afraid to Call Me (Live at Dockside Studio)
11. Come in from the Cold (Live at Dockside Studio)
12. Lucky (Live at Dockside Studio)
13. Cry to Me (Acoustic)
14. These Arms of Mine (Live Acoustic)
15. Home Anthology

Marc Broussard
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