Truck Stop – Ein Stückchen Ewigkeit – CD-Review

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Wer aus unserer Generation kennt sie nicht – egal welch rockmusikalischer Couleur er sich auch zugehörig fühlt – die Refrainzeile „Ich möcht so gern Dave Dudley hörn, Hank Snow und Charlie Pride“. Diese hatte sich, soweit einmal vernommen, bis heute noch, massiv in tiefste Langzeit-Gehirnregionen hineingebohrt.

Die Rede ist von Truck Stops wohl größtem Hit, der die Hamburger Country-Band überregional bekannt werden ließ. Mit den Hanseaten, als auch Kollege Gunter Gabriel, Tom Astor und Freddie Quinn, als vielleicht prominenteste Vertreter des Genres, verband man allerdings leider auch lange Zeit, das biedere Image, das dieser Musiksparte in unseren Gefilden nachgesagt wurde, bis mit einem Garth Brooks so allmählich die Kehrtwende eingeleitet und der New Country salonfähig wurde.

Es ist ein Stückchen Ewigkeit her, dass ich sie mal in Duisburg-Rheinhausen live gesehen habe. Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht mehr wann und warum, nur dass wir dort nach einem Kegeln mit unserer damaligen Truppe in ziemlich heiteren Zustand dort hingelangt waren.

Hängengeblieben ist nur, die ziemlich gut besuchte Location von überwiegend in countrytypischen Outfits erschienenen Besuchern, dass es im Foyer leckere Frikos und Mettbrötchen für den späten Hunger gab und, dass eine Riesen-Stimmung das Konzert begleitete.

Nun, Jahrzehnte später, landete völlig unvermittelt, das neue  Werk von Truck Stop, „Ein Stückchen Ewigkeit“, in meinem Briefkasten. Instrumentell, beziehungsweise musikalisch, braucht das aktuelle Line-up um die Mannen Knut Bewersdorff, Andreas Cisek, Teddy Ibing, Uwe Lost, Christian Kaufmann und Tim Reese, keinen Vergleich mit gleichgesinnten amerikanischen Kollegen, wie Shenandoah, Alabama, Oak Ridge Boys & Co. zu scheuen.

Die Produktion von Mathias Roska (Titel 1-3) und Jörn Heilbut (4-14) ist glasklar und in transparentem Sound, als Gast ist unter anderen, man höre und staune, auch Nashville-Starstudiomusiker Ilya Toshinsky partiell mit an Bord!

Inhaltlich (Booklet mit allen Texten ist dabei) spiegeln die zum Teil kleinen Sozialstudien gleichenden Songs – wenn man wie ich, regelmäßig beruflich mit norddeutscher Klientel zu tun hat – das typische hanseatische Naturell ganz gut wieder: Bodenständig, heimatverbunden, geschäftstüchtig, etwas zu drögem Humor neigend, oft launisch, aber immer ehrlich und geradeaus.

Zu meinen Favoriten in einem durchgängig angenehm zu hörenden Werk, sind der melodiöse Ohrwurm „Ein Stückchen Ewigkeit“, das Tex-Mex-umwehte“Moin, Moin“, der melancholische Schwofer „Alter Mann“, das mit einem herrlichen Mandolinen-Lick und fluffigen Gitarren dahinfließende „Freundschaft“ bleibt“, sowie das in Lindenberg-/Gabriel-Manier angelegte, flotte und launige „Spart Wasser, trinkt Bier“.

Truck Stop haben mit „Ein Stückchen Ewigkeit“ sicherlich kein Werk kreiert, das sie in den unsterblichen Country-Olymp hieven wird, allerdings eine gute Dreiviertelstunde, angenehm zu lauschender, kurzweiliger Genrekost. Aber es war in jedem Fall schön, nach so einer langen Zeit, mal wieder was von der Band gehört zu haben!

Telano (2019)
Stil: Deutsch-Country

Tracks:
01. Ein Stückchen Ewigkeit
02. Moin, Moin
03. Das Gold der Elbe
04. Uns gehört die Welt
05. Helden
06. Es hat Dich
07. Alter Mann
08. Ich bin der letzte Gast, der geht
09. Nimm mich mit
10. Freundschaft bleibt
11. Spart Wasser, trinkt Bier
12. Männergrippe
13. Die Männer der Bahn
14. Still, so still

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