The Chicks – Gaslighter – CD-Review

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Dass es beim Comebackalbum „Gaslighter“ nach satten 14 Jahren Pause der ehemaligen, vielfach Grammy-prämierten Dixie Chicks nicht ohne großes Tamtam in diesen Zeiten einhergehen würde, war so sicher wie das Amen in der Kirche.

Die Ära Trump, #MeToo, Corona und die neu aufkommende Rassendiskussion boten da genügend Zündstoff, um sich als politisch motivierter Act, hochaktuell zu profilieren.

Da wurde zunächst mal das symbolträchtige Wort ‚Dixie‘ als Synonym für den Süden aus dem Bandnamen verbannt und publicity-wirksam neu unter The Chicks firmiert. Ich finde es persönlich ein wenig kurz gedacht. Zum einen hat das Wort die drei Damen, als es gut lief, lange Zeit nicht gestört, zum anderen sollte man, als Menschen, die gelernt haben, differenziert zu denken, Leute nicht anhand von Symboliken über einen Kamm scheren, sondern sie nach ihrem Handeln beurteilen. Viele Arschlöcher, aber auch genügend gute und anständige Menschen  (ich hoffe sogar überwiegend), gibt es überall auf der Welt, auch im Süden der USA.

Der Titel des Albums „Gaslighter“, der in der Psychologie eine Form von psychischer Gewalt bzw. Missbrauch durch Leute bezeichnet, mit der Opfer gezielt desorientiert, manipuliert und zutiefst verunsichert werden, kann natürlich breitgefächert interpretiert werden und bietet der Kritikerschaft, wer da jetzt alles angesprochen sein könnte, Diskussionsstoff en masse.

Das von Jack Antonoff (u. a. Taylor Swift, Lorde, St. Vincent, Lana Del Rey, Kevin Abstract, Carly Rae Jepsen) zusammen mit den Dreien produzierte Werk bietet insgesamt musikalisch eine solide New Countrykost.

Die immer noch etwas jungenhafte Stimme von Natalie Maines (Vater Lloyd ist mit ein paar Steeleinlagen auch vertreten), die man mögen muss, bildet den kräftigen Mittelpunkt, die Kolleginnen Marty Maguire und Emily Strayer sorgen für die obligatorischen Harmoniegesänge und beweisen, dass sie auf ihren Instrumenten (Violine, Viola, bzw. Banjo, Akusikgitarre, Mandoline, Dobro und Ukulele nichts verlernt haben.

Die wohl markantesten Tracks wie das Titellied „Gaslighter“ (eingängiger kräftiger Refrain) und das musikalisch schön swampig gestaltete „March March“ wirken natürlich mit den dazugehörenden plakativen Videos im Hintergrund noch besser.

Ansonsten bieten die restlichen Lieder, recht reduzierten, aber immer genau auf den Punkt gebrachten New Country, der in der zweiten Hälfte phasenweise allerdings auch ein wenig ermüdend wirkt.

Von einem Meisterwerk zu sprechen, halte ich von daher für etwas übertrieben. Im Prinzip ist den Chicks bei ihrer ‚Rückkehr‘ ein ordentliches Album mit ein paar Highlights gelungen, das musikalisch aber nicht viel mehr hergibt, als man es von Acts wie z. B. Little Big Town, The Highwomen oder Mary Gauthier, Lori McKenna, etc. in den letzten Jahren (aber natürlichvon weniger politischer Natur und unglamouröser inszeniert) bereits vielfach geboten bekommen hat.

Monument (Sony) (2020)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Gaslighter
02. Sleep at Night
03. Texas Man
04. Everybody Loves You
05. For Her
06. March March
07. My Best Friend’s Weddings
08. Tights on my Boat
09. Julianna Calm Down
10. Young Man
11. Hope It’s Something Good
12. Set Me Free

The Chicks
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Another Dimension

Brett Eldredge – Sunday Drive – CD-Review

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Beim Namen Brett Eldredge befällt mich ein gewisser Wehmut. War er es doch als letzter New Country-Künstler, den ich in einem Live-Konzert erleben durfte und zwar im Kölner Carlswerk. Das war im Januar diesen Jahres. Dann kam irgendwann Corona…

Dort gab er sich, wie auch schon auf seinen ganzen Alben, als smarter, lebhafter und noch voller Tatendrang agierender Fronter, dessen Erfolg in Nashville nicht von ungefähr kommt. Dazu ist er noch ein echter Frauentyp und ausgestattet mit einer tollen Charakterstimme. Beim Konzert zeigte er, speziell im Akustikpart, allerdings auch seine gefühlvollere Seite.

Die rückt jetzt auch im neuen, von Daniel Tashian und Ian Fitchuk produzierten Album „Sunday Drive“ (beide zeichneten sich auch für Kacey Musgraves’ „Golden Hour“ verantwortlich) schwerpunktmäßig in den Fokus.

Bre_450Statt radiotauglichem pop-rockigem New Country für die Billboard-Charts, konzentriert Eldredge sich auf (besonders für ihn) zurückhaltend instrumentierten Singer/Songwriter-Stoff, bei dem Piano, Streicher (manchmal sogar auch ein wenig kammermusikartig) und Akustikgitarren, samt ganz dezenter Countryingredenzien (E-Gitarre, Mandoline, Steel) im Vordergrund stehen.

Besonderer Vorteil: Seine eh schon fantastische Stimme, rückt noch intensiver in den Vordergrund, teilweise kommen sogar Assoziationen mit Charismatikern wie Jackson Browne, Billy Joel, Ray Charles, Bruce Hornsby, sogar Frank Sinatra („Fix A Heart“, „Paris Illinois“) bis hin zu Phil Vassar, Radney Foster oder Pat Green (diese Scheibe erinnert mich z. B. sehr an seine „Songs We Wished We’d Written“-Sachen) aus dem countryesken Bereich auf.

Es macht wenig Sinn hier einzelne Tracks hervorzuheben, auch wenn ich nicht verhehlen möchte, dass das southern-soulige „Magnolia“, „When I Die“ (ABB-„Melissa“-Note“) und „Gabrielle“ (mit schöner pettyesken Akustikgitarren-Zwischenenhook), sicherlich zu meinen Favoriten zählen.

Brett Eldredges „Sunday Drive“ eignet sich gewiss nicht nur für ‚Sonntagsfahrer‘. Eigentlich kann man die CD bei nahezu jeder Gelegenheit als perfekte Hintergrundmusik nutzen, bei der sowohl schön entspannt, allerdings gerne auch intensiv zugehört werden darf. Tolle Scheibe, der neue Stil passt zu Brett Eldredge!

Warner Music (2020)
Stil: New Country

01. Where The Heart Is
02. The One You Need
03. Magnolia
04. Crowd My Mind
05. Good Day
06. Fall For Me
07. Sunday Drive
08. When I Die
09. Gabrielle
10. Fix A Heart
11. Then You Do
12. Paris Illinois

Brett Eldredge
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Oktober Promotion

Gabby Barrett – Goldmine – CD-Review

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Ob die recht häufig vorkommenden Doppelkonsonanten in Gabby Barretts Namen, Warner Music dazu animiert haben, eine Zweifach-Vermarkungsstrategie aus Country und Pop, mit der American Idol-Top3-Finalistin zu fahren, mag wohl eher unwahrscheinlich sein. Das Prinzip der Gewinnmaximierung liegt nun mal in der Natur eines fast jeden Großkonzerns.

Die Protagonistin hat allerdings auch eine so hervorragende und variable Stimme, dass sie sogar darüber hinaus, bis in Southern- oder auch Melodic Rock-Gefilde problemlos kompatibel wäre, wie es Stücke der Marke „Jesus And My Mama“ (da braucht sie sich wahrlich nicht hinter einer Dale Krantz verstecken) oder „Goldmine“ (da lassen Lita Ford, Lee Aaron oder Robin Beck grüßen), eindrucksvoll darlegen.

Dass es ihr auch nicht an Selbstbewusstsein zu mangeln scheint (wer steigt schon beim Debüt in jungen Jahren auf dem Cover direkt in einen goldenen Anzug?) und sie oben drauf vielversprechende kompositorische Fähigkeiten besitzt (Gabby hat bis auf zwei Tracks hier alle mitgeschrieben), macht sie zu einem echten Goldstück für das Label.

Mit dem Opener „I Hope“, den es am Ende noch mal im Duett mit Popsänger Charlie Puth gibt, hat sie auf jeden Fall direkt einen doppelten Paukenschlag gesetzt: mehr als 10 Millionen Streams in einer Woche, dazu die erste Debüt-Single einer Künstlerin in den US-Country-Radiocharts seit 2017, die Nr. 1 erreicht hat.

„Thank God“ und „Jesus And My Mama“ werden vermutlich, wie die Titel es schon suggerieren, zudem auch bei der in den USA nicht unwichtigen Christian-Musik-Gemeinde punkten können. Gleiches gilt textlich für „Got Me“.

Das von Russ Copperman produzierte Album setzt natürlich überwiegend auf poppigen modernen Charakter (Drum-Loops, dezent akzentuierte Synthies, chorale Harmoniegesänge, typische Powerrefrains, R&B-Noten), Vergleiche auch allein schon wegen wegen des Aussehens, mit Carrie Underwood, kommen unausweichlich in den Sinn. Bei manchen Tracks näselt sie sogar wie die gute Shania Twain („Write It On My Heart“, „You’re The Only Reason“, „Hall Of Fame“), in ihren besten Zeiten.

Für die Countrynote (z, B. bei „Hall Of Fame“ und „Rose Needs A Jack“), sorgen der sporadische Einsatz von Mandoline, Banjo und Steel. Stark auf diesem Album auch American Idol-Kollege und frischgebackener Ehemann Barretts, Cade Foehner, der hier einige tolle E-Gitarren-Soli ablässt, die in aller feinster Dann Huff-Manier klingen. Absolutes Highlight ist der stampfige Southern Rocker „Jesus And My Mama“.

Insgesamt eine überzeugende Leistung von Gabby Barrett, die hier erstmal eindrucksvoll zeigt, was sie gesanglich so alles drauf hat. Die Musik geht schön ins Ohr, trotz des überwiegenden Popanteils, deutlich angenehmer zu hören, als viele ihrer Kollegen, die ebenfalls in beiden Gefilden wildern.

Die ersten Goldbarren dürften mit „Goldmine“ für Warner eingefahren sein, ob es für eine ganze Goldgrube, in der noch weiterhin ordentlich geschürft werden kann, reichen wird, muss die Zeit noch zeigen. Die Anlagen sind bei Gabby Barrett in jedem Fall vorhanden! Klasse Debüt!

Warner Music (2020)
Stil: New Country Pop

Tracklist:
01. I Hope
02. Thank God
03. Write It On My Heart
04. Footprints On The Moon
05. You’re The Only Reason
06. Goldmine
07. The Good Ones
08. Jesus And My Mama
09. Hall Of Fame
10. Got Me (feat. Shane Shane)
11. Rose Needs A Jack
12. Strong
13. I Hope (feat. Charlie Puth)

Gabby Barrett
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Oktober Promotion

Christopher Griffiths – Midlife Pop Crisis – EP-Review

Griff

So langsam schlägt die Corona-Geschichte auch bei mir auf’s Gemüt. Neben dem Tod der Mutter vor einigen Wochen, einigen sehr schlimmen gesundheitlichen Dingen im privaten Umfeld, läuft hauptberuflich, aufgrund der Tatsache, dass meine Firma überwiegend ihr Geld (somit auch ich) mit der Vermarktung von Messemedien verdient, außer ein bisschen Home-Office, so gut wie gar nichts. Auf diesem Gebiet ist es noch völlig ungewiss, wann da wieder Messen von Rang wieder stattfinden, im Moment wird eine nach der anderen abgesagt oder bestenfalls ins nächste Jahr verschoben.

Ich will jetzt noch nicht klagen, im Moment kann ich mich mit dem wohl erarbeiteten Kurzarbeitergeld, noch ohne nennenswerte Einschränkungen über Wasser halten. Ein Lichtblick, dass ich jetzt dadurch die Gelegenheit habe, mit unserem über 16 Jahre alten Labrador Django, noch eine viel intensivere Zeit zu verbringen. Trotzdem fehlen einem doch mittlerweile die vielen Begegnungen und Gespräche, die man sonst mit anderen Menschen hatte. Und da wären wir dann auch beim Musikbusiness.

In dieser Hinsicht geht ja bekanntlich auch bei uns, außer ein paar Alben-Reviews und Bewegen in sozialen Netzwerken, ebenfalls recht wenig. Vor allem die Konzertbesuche, die immer ein schöner Ausgleich waren, vermisst man immens.

Auch hier hofft man inständig, dass die Politik endlich das Umfeld aus Clubbesitzern, Musikern, Veranstaltern, Agenturen, Labels etc. nennenswert unterstützt und passable Lösungen für ein Fortbestehen der Szene bietet. Allerdings wird einem da Angst und Bange. Oder kann sich jemand etwa vorstellen, dass beispielsweise ein gelackter Karrierist wie unser Gesundheitsminister Jens Spahn oder ein Karnevalsjeck der Marke Armin Laschet, jemals einen unserer geliebten Rockmusikclubs von innen gesehen haben?

Und auch mein Lieblingsverein Rot-Weiss Essen wird wegen des vorzeitigen Saisonabbruchs wieder nicht aufsteigen! Gründe also genug, um schnurstracks in eine Midlife-Crisis hineinzuschliddern.

Gefreut habe ich mich neulich aber über eine E-Mail von der Agentur Kaylor Girl Promotions, zu der ich sporadisch immer mal wieder sehr netten Kontakt in Sachen der Band Sister Hazel habe. Deren Chefin Mary Ann Kaylor, bat mich doch ein paar Gedanken über den Musiker Christopher Griffiths nieder zu schreiben, der mit „Midlife Pop Crisis“ jetzt als Debüt, eine 4-Song-EP veröffentlicht. Dem möchte ich hiermit natürlich gerne nachkommen.

Griffiths lebt in Nashville und hat diese Tracks während einer Corona-bedingten Quarantäne in seinem heimischen Schlafzimmer kreiert und eingespielt. „I wanted to do something fun and danceable. But all I had was my guitar, bass, Moog, and laptop,“ so der Protagonist zu seinem Werk. Aus ganzen 35 Tracks ist dann letztendlich ein Quartett übrig geblieben.

Als Referenzen hat der Multiinstrumentalist bisher einen Juno-Award für seine Songwriting-Beteiligung auf Crystal Shawandas „Just Like You“ und das Mitwirken als Bassist auf Will HogesMy American Dream“ und auch dem in Kürze folgenden „Tiny Little Movies“ (Besprechung demnächst im SoS) vorzuweisen.

Wer jetzt hofft, die vier auserkorenen Stücke gingen in Richtung der beiden zuvor erwähnten Künstler und deren Art Musik zu machen, kann sich das ganz schnell abschminken. Griffiths hat hier eine lupenreine, überwiegend fröhlich powernde Pop-EP kreiert (Andy Frasco fällt mir spontan als Anhaltspunkt im weitesten Sinne ein), wo fiepende Synthies und Drum-Loops den Takt vorgeben. Alle Stücke sind melodisch und tanzbar, selbst das einzig langsamere Lied „Painted Smile“ ist dann für eine Art Bewegung in Trance-ähnlicher Manier geeignet.

Dass Christopher sicherlich auch ganz anders kann (und sich persönlich auf kein Genre festgelegt sieht), deutet er zwischenzeitlich immer mal an, wenn er mit der E-Gitarre dazwischen shuffelt oder wie beim Opener „Dream My Adidas“ seinem Paradeinstrument, dem Bass, mal zu stärkerer Aufmerksamkeit verhilft. Klasse hier sein verspieltes Gezupfe zum Ausklang der Nummer.

Die vier Songs kann man sich bei Bedarf auf Christopher Griffiths‘ Homepage vollständig anhören. Ob sie dann erfolgreich als Mittel gegen eine Midlife-Crisis eingesetzt werden können, oder lediglich zu Aufbesserung der Laune oder wie auch immer dienen, muss jeder für sich selbst beurteilen…

Eigenproduktion (2020)
Stil: Pop

01. Dream My Adidas
02. Incredible Lie
03. Painted Smile
04. Without A Beat

Christopher Griffiths
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Kaylor Girl Promotion

Florida Georgia Line – 6-Pack – EP-Review

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So richtig Spaß bereitet in diesen Zeiten selbst das Reviewen von Neuerscheinungen nicht. Oft verläuft es in den Tagen des Mobile Offices über nervige Streamings oder im günstigeren Fall mit Downloads, also nichts mit Original-CD in die Anlage einschieben und schön dabei im Booklet rumstöbern und die Texte beim Hören mitzuverfolgen, sprich, sich intensiv mit dem Gesamtprodukt auseinanderzusetzen.

Da im Moment in der Musikbranche die Konzerteinnahmen und die damit verbundenen Merchandise-Verkäufe wegbrechen, gibt es zur Zeit gefühlt überproportional viele EP-Veröffentlichungen. Deren Vorteil ist natürlich, dass man diese in kürzeren Abständen publik machen kann, also ein probates Mittel, um ‚im Gespräch‘, beziehungsweise, wie es Kip Moore neulich formulierte, ‚relevant‘ zu bleiben.

Auch die sonst wirklich nicht mit Songs geizenden Florida Georgia Line, alias Tyler Hubbard und Brian Kelley, schieben jetzt mit „6-Pack“, wie es der Titel schon suggeriert, so ein Teil mit sechs neuen Stücken in die Corona-Lücke.

Dabei ziehen sie natürlich innerhalb von nur knapp 18 Minuten alle Register ihres bis dato so genial funktionierenden Erfolgsrezeptes: Gut eingängiges, trinkfreudiges („Beer: 30“), einsichtiges („Ain’t Worried Bout It“ mit tollen Southern Rock-E-Gitarren), schmusig-balladeskes („Second Guessing (From Songland)“), heimatliches („Countrside“) und mutmachendes-patriotisches („U.S. Stronger „, „I Love My Country“) Songmaterial, überwiegend geschrieben von den beiden Protagonisten mit einer ganzen Armada von namhaften Co-Autoren (allein bei „“Second Guessing (From Songland)“ waren es gleich zehn Kompositeure!).

Serviert mit den bewährten Zutaten wie Bro-Country typischen Sprecheinlagen, Harmoniegesängen, ein bisschen Pop und Southern Rock wie beim letzten Track (Banjo, E-Gitarren). „Countryside“ und „U.S. Stronger“ sind dabei für mich dabei die aussichtsreichsten Nr.-1-Hit-Kandidaten.

Das „6-Pack“ (klasse Cover mit den bunten Bierdosen) von Florida Georgia Line funktioniert, wie es halt so ist mit einem 6-Pack, das man in 18 Minuten wegzischt. Man ist schnell beschwipst, temporärer euphorisiert und fühlt sich ein wenig von den Alltagssorgen abgelenkt. In dieser Zeit haben Tyler Hubbard und Brian Kelley damit ein weiteres Mal vermutlich den Nerv ihrer Klientel getroffen und gleichzeitig ihren Zweck, im Major-Geschehen präsent zu bleiben, bestens erfüllt.

Big Machine Label Group (2020)
Stil: New Country

01. Beer:30
02. Ain’t Worried Bout It
03. Second Guessing (From Songland)
04. Countryside
05. U.S. Stronger
06. I Love My Country

Florida Georgia Line
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Universal Music

Kenny Chesney – Here And Now – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Erfolg als ‚Markenzeichen‘ zu ‚installieren‘ und immer wieder neu aufzulegen, ist in fast 25 Jahren Musikbusiness nur wenigen Künstlern gelungen. Kenny Chesney ist so ein Charakter, dessen musikalisches Talent, gepaart mit Performer-Qualitäten und persönlichen Marketing-Strategien, seit langen Jahren sein Publikum begeistert.

Doch dies erklärt nicht allein die erstklassigen Auftritte des US-amerikanischen Country-Sängers, der gerade in einer sehr schwierigen Zeit seine neue Scheibe „Here And Now“ veröffentlicht hat. Zu einem Zeitpunkt, der andere Künstler und ihre Labels zu Pausenzeichen und Zurückhaltung zwingt, legt Chesney im Vertrauen auf seine Popularität und begeisterte Resonanz der Fans dennoch eine lebenslustige und zugleich warmherzige Platte vor.

Das von seinem erfahrenen Produzenten Buddy Cannon in Kooperation mit Ross Copperman entstandene 19. Album, wirkt wie eine Ansammlung von Highlights, die ihre eigene Qualität von Beginn an nicht verbergen müssen. Schon der Einsteiger „We Do“ wirkt wie eine Hymne an seine Fan-Gemeinde, ein rockiger Stadionsong mit Aufforderung zur Party und der eindeutigen Refrain-Frage „Who Gets To Live Like We Do?“, die von seiner „No Shoes Nation“, – der Kenny Chesney-Fan-Base – lautstark beantwortet wird.

Auch als zweiter Kracher ist der Titelsong „Here And Now“ ein schnelles Rock-Stück, das seine positive Verwandtschaft mit alten Bachman-Turner-Overdrive-Kunststücken munter unter Beweis stellt.

Die typische Country-Geschichte folgt in „Every One She Knows“, über eine Frau, die in ihrem eigenen Lebensstil verfangen letztendlich den Fortschritt der Zeit verpasst und allein altert. Überhaupt sind es immer wieder die typischen Lebenssituationen, die Chesney stilsicher in seinen Texten aufgreift und damit alltägliche Probleme der „kleinen“ und „großen“ Leute beschreibt, wie z. B. in „Wasted“, über die Erinnerungen eines Rockstars.

Chesneys Stärke ist es dabei regelmäßig, seine Fans in diese Erzählungen einzubinden und Vertrauen in die Echtheit und Glaubwürdigkeit seiner Songs aufzubauen. Er berichtet auch mal im Walzertakt („Knowing You“), warmherzig und vorsichtig über jemanden, den man gerne gekannt hat und den man sehr vermisst.

Ein weiterer, schöner Höhepunkt ist die Hommage an den guten, alten Tom Petty, der im Stück „Heartbreakers“ wie neu geboren daher kommt und als Southern-Klassiker inszeniert wurde. Überhaupt ist die auffallende Perfektion des Albums, der Wechsel von vermeintlich typischen Country-Nummern und ansprechenden „Gute Laune“-Songs im Stile von „Happy Does“ hervorragend geeignet, die Fans generationenübergreifend mitzunehmen; ein Beispiel ist der einfühlsame Track „Tip Of My Tongue“ mit Ed Sheeran als Co-Writer. Kein Wunder also, dass die Single bereits vor Monaten als Pre-Release erfolgreich war.

Auch tiefschürfende Momente in der Ballade „You Don’t Get To“ klingen nicht als übertriebene Emotionen, sondern bestätigen ausdrucksstark Chesneys Image als Kumpel-Typ, der unbestritten authentisch und diesmal akustisch im Mitsing-Highlight „Beautiful World“ wieder in die lebensfrohe Phase einsteigt. Dass er mitunter ebenso ein Herz für Leute entwickelt, die ihr Geld auf hoher See verdienen ist bei der minimal instrumentierten, aber zärtlichen Ehrung in „Guys Named Captain“ nicht nur schön und glaubwürdig anzuhören, es vermittelt gleichfalls den Eindruck eines ganz persönlichen Ausklangs des Longplayers.

Kenny Chesney hat mit „Here And Now“ ohne Zweifel sein nächstes Number-One Album vorgelegt. Die Grundaussage seiner hochklassigen Songs verleiht der Country Musik gerade in Zeiten von Social Distancing das Ansehen einer über die Krisenzeit hinaus wirkenden Come Together (No Shoes) – Nation.

Warner Music (2020)
Stil: New Country

01. We Do
02. Here And Now
03. Everyone She Knows
04. Wasted
05. Knowing You
06. Heartbreakers
07. Someone To Fix
08. Happy Does
09. Tip Of My Tongue
10. You Don’t Get To
11. Beautiful World
12. Guys Named Captain

Kenny Chesney
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Oktober Promotion

Travis Denning – Beer’s Better Cold – EP-Review

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Newcomer-Time in Nashville! Mit dem aus Warner Robins, Georgia, stammenden Travis Denning, schickt sich wieder ein vielversprechender junger Wilder an, im Mekka der Countrymusik, Fuß zu fassen.

Entdeckt von Singer/Songwriter und Produzent Jeremy Stover (u. a. Emerson Drive, Lonestar, Jack Ingram) hat der junge Bursche bei Mercury Nashville einen Major-Vertrag ergattert und veröffentlicht mit „Beer’s Better Cold“ sein Debüt, allerdings nur eine EP (und nur digital erhältlich). Zuvor hatte er bereits mit den Singles „David Ashley Parker From Powder Springs” (hier leider nicht vertreten) und „After A Few“ (Top-15 – atmosphärischer Groover mit markanter Slide-Linie – Andy Griggs-Flair) erste Charterfolge feiern dürfen.

Neben seinem Songwriting-Talent (er hat hier fünf der sechs Tracks in Kooperation mit bekannten Leuten wie Justin Weaver, Matt Jenkins, Scooter Carusoe, Ashley Gorley, Shane Minor, Rhett Akins mitgeschrieben) beeindruckt Travis vor allem mit seiner, für sein Alter, schon recht reif und rau wirkenden Stimme, die mich stark an die von Frankie Ballard erinnert.

Die Hälfte der Stücke behandelt hier das Thema Alkohol, allerdings in diversen Stimmungslagen. Während der Opener „Where That Beer’s Been“ als launiger swampiger Southern Country-Powersong im Stile eines Kip Moore daherkommt, sind die bereits erwähnte Single „After A Few“ und das megastarke Titellied „Beer’s Better Cold“ (bester Song des Kurzwerks) im eher melancholischen ruhigeren Bereich angesiedelt.

Die restlichen Tracks „ABBY“, „Tank Of Gas And A Radio Song“ und das abschließende „Sittin‘ By A Fire“ (mit Akustikgitarre und Piano) gefallen ebenfalls durch ihre Melodik, und die gewohnt starke Instrumentierung (tolle Gitarren und Keys) und transparente Aussteuerung. Letztgenannter Song setzt Dennings markante Stimme nochmals exzellent in Szene.

Fazit: Ein durchgehend tolle und abwechslungsreiche EP, die sehr schön die Ballance zwischen Pop, Rock und Country hält, sodass man das Wort ‚Country‘ hier guten Gewissens aussprechen darf. Man fragt sich lediglich, warum man nicht direkt ‚Nägel mit Köpfen‘ gemacht und das erwähnte „David Ashley Parker From Powder Springs” sowie noch drei weitere Lieder dazugepackt hat, um direkt mit einem Longplayer an den Start zu gehen. Wie dem auch sei, ein kaltes Bier auf Travis Denning, er hat blendende Aussichten, demnächst in Nashville ordentlich Karriere zu machen!

Mercury Nashville (2020)
Stil: New Country

01. Where That Beer’s Been
02. After A Few
03. ABBY
04. Tank Of Gas And A Radio Song
05. Beer’s Better Cold
06. Sittin‘ By A Fire

Travis Denning
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Universal Music

Hot Country Knights – The K Is Silent – CD-Review

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Die Hot Country Knights sind 2015 von Dierks Bentley als Spaß-Projekt ins Leben gerufen worden. Intention war es, Country-Musik der 90er-Jahre als Live-Act zu parodieren, beziehungsweise zu covern.

Bentley spielt dabei als Leadsänger sein Alter Ego Douglas ‚Doug‘ Douglason und wird dabei von den Musikern Bassist Trevor Travis, Gitarrist Marty Ray ‚Rayro‘ Roburn, Umhängekeyboard- und Fiddle-Spieler Terotej ‚Terry‘ Dvoraczekynski, Pedal Steeler Barry Van Ricky und Monte Montgomery am Schlagzeug/Percussion begleitet.

Mittlerweile ist aus dem eigentlichen Live-Projekt deutlich mehr geworden, nun zeigt man auch die kreative Seite. Das erste Album mit dem zweideutigen Titel „The K Is Silent“ (das ‚K‘ wird ja im Englischen im Wort ‚Knights‘ nicht ausgesprochen – übrig bliebe dann gedacht ‚Hot Country Nights‘) ist nun fertig.

In diesen Coronavirus-bedingten, schwermütigen Zeiten ist die spaßige Musik der Hot Country Knights wirklich Balsam auf die geschundene Musikseele. Bei den zehn Tracks in bester Manier der Brooks, Blacks, Jacksons, Murphys, Brooks & Dunns, Stewarts & Co. hebt sich der Stimmungspegel unweigerlich und man vergisst für ein paar Momente seine Alltags-Sorgen.

Beim Auftakt und namensgebendem Song „Hot Country Knights“ wird zunächst mal der Name zu knackigem Drum-Rhythmus gleich zweifach buchstabiert, dann folgt ein flotter Country Rock-Schunkler bei dem sich alle maßgebenden Instrumente wie Fiddle, Steel, Piano/Organ, E-Gitarre einbringen können.  Das gleiche vom Anfang zum besseren Einprägen am Ende nochmals. Bentley, ähm Douglason, dessen Stimme ich zu Beginn seiner Karriere immer ziemlich ‚knochig‘ fand, hat sich im Laufe der Jahre richtig toll weiterentwickelt.

Beim launigen Uptempostück „Pick Her Up“ („in a pick up truck“ geht es weiter) gibt es mit Reibeiesenstimmensänger Travis Tritt, Duettunterstützung von einer weiteren 90er-Ikone. Klasse hier das Instrumentalfinish nach kurzer Pause, wo man eigentlich schon das Ende des Liedes erwartet hatte.

Auch sehr schön ist die melancholische, zunächst Akustikgitarren-untermalte Trucker-Ballade „Asphalt“. Literarisch hochwertig die Zeile „It ain’t my fault, it’s that asphalt“. Toll eingeflochten auch die atmosphärisch unterstützenden Instrumente wie Fiddle, Steel und Piano und die pathosgetränkten Harmoniegesänge. Zum Piepen im wahrsten Sine des Wortes die Pfeiferei am Ende.

Der „Moose Knuckle Shuffle“ tut was seine Name andeutet, er ‚knuckelt und shuffelt‘ unwiderstehlich (erneut mit diversen Instrumentenfills und Soli). Erinnert stark an Musik von David Lee Murphy.

Ein Schelm wer denkt, dass beim dramatisch in Szene gesetzten „Then It Rained“ bei Garth Brooks‘ „The Thunder Rolls“ ordentlich abgekupfert wurde.

„Wrangler Danger“ rockt wieder stadion-tauglich, „Mull It Over“ mit seinem dezenten Eagles-Flair ist ein melodischer Schwofer. Bei „Kings Of Neon“ (auch wieder schönes Wortspiel) rocken nicht die Kings Of Leon, sondern die Hot Country Knights (famose Fiddle-Steel-E-Gitarren-HT-Piano-Solo-Kombi), das die Leuchtrohre ins Flackern geraten.

Beim vorletzten Song „You Make It Hard“ seufzen sich Douglason und Terri Clark gegenseitig die Schmachtfetzen zu, um dann in herzzerreißenden Harmoniegesängen zusammenzufinden.

Um den letzten Track, das live performte „The USA Begins With US“, nachvollziehen zu können, muss man wohl als Ami geboren sein. Erst wirbt Bentley für Toleranz und Gleichheit (gefolgt von lauten USA-USA-Rufen) und dann wird zwischendurch mal gegen China gewettert (aufgeheizte Buh-Rufe gefolgt von lauten USA-USA-Rufen…), um dann zu Marschtrommeln und eingespielten Präsidenten-Zitaten der Patriotismus-Orgie noch die Krone aufzusetzen. Da muss ich leider  passen.

Fazit: Bis auf das Abschlussstück eine runde, lockere Sache, die die glorreichen Zeiten des New Country stimmungsvoll aufleben lässt. Die ‚Heißen Country Ritter‘ sind zweifellos ein gelungenes Projekt, von dem man gerne mehr hört.

Capitol Nashville (2020)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Hot Country Knights
02. Pick Her Up
03. Asphalt
04. Moose Knuckle Shuffle
05. Then It Rained
06. Wrangler Danger
07. Mull It Over
08. Kings of Neon
09. You Make It Hard (mit Terri Clark)
10. The USA Begins With US

Hot Country Knights
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Universal Music

Maddie & Tae – The Way It Feels – CD-Review

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Maddie & Tae alias Maddie Marlow und Taylor Dye waren mir schon vor fünf Jahren mit ihrem Debüt (Platz 7 in den US-, Platz 2 in den Country-Charts) positiv aufgefallen, aber wie das so ist in unserer heutigen schnelllebigen Zeit, einmal gehört, unter ‚M‘ vorne in der CD-Sammlung einsortiert und bis vor einigen Tagen nie wieder in den Player eingelegt.

In der Zwischenzeit ist zumindest aus Sicht der beiden Protagonistinnen, mit neuem Plattenvertrag bei Mercury Nashville seit 2018 wieder einiges an Dynamik in ihr Leben eingezogen. Mit den Singles „Friends Don’t“ und „Die From A Broken Heart“ meldeten sie sich in den Country-Charts zurück. Es folgten 2019 im April die dazu gehörige EP „One Heart To Another“ und on top im Oktober direkt das nächste Kurzwerk „Everywhere I’m Goin'“, beide jeweils aber nur in digitaler Form.

Auch in der Liebe glühten die Funken. Sowohl Maddie heirate ihren langjährigen High School-Freund Jonah Font, als auch Taylor konnte in Sachen Ehe mit dem Songwriter und Award-Gewinner Josh Kerr (Keith Urban, Brett Eldredge, Thomas Rhett) Vollzug vermelden.

Die zehn Tracks der beiden o. a. Werke befinden sich in leicht modifizierter Form auf dieser CD, dazu gibt es fünf brandneue Stücke, sodass man mit insgesamt fünfzehn Liedern auf eine ordentliche Spiellänge kommt. Diese wurden wieder allesamt von beiden Damen mit bekannten Songwritern wie Dave Barnes, Jordan Reynolds („My Man“), Deric Ruttan, Forrest Whitehead („“Drunk Or Lonely“), Laura Veltz, Josh Kerr („Write A Book“),Jon Nite („Water In His Wine Glass“) und Adam Hambrick („I Don’t Need To Know“) zusammen kreiert.

Bei „My Man“ handelt es sich um einen schön southern durchzogenen, souligen Groover (klasse Slide). Die beiden hochmelodischen sehr eingängigen „Drunk Or Lonely“ (Fleetwood Mac-Flair, schöne Tempo- und Atmosphärenwechsel) und „Write A Book“ (humorvoller Schunkler mit schöner E-Gitarrenbegleitung) dürften das größte Chartpotential aufweisen.

Das melancholische „Water In His Wine Glass“ ist das am zurückhaltendsten performte Stück. Hier stehen neben dem wunderbaren Gesang von den Beiden (insgesamt auch eine Wonne, den ihnen zuzuhören, wer eine Stevie Nicks mag, ist hier genau an der richtigen Stelle) eine klare Akustikgitarre und eine schön weinende Steel im Vordergrund.

Beim letzten der neuen Lieder „I Don’t Need To Know“ werfen sie nochmals alles an Emotionen in ihren formidablen Gesang. Eine schmissiges Midtempostück mit wunderbarem Powerrefrain.

Bei den bereits bekannten Liedern gefallen besonders die beiden southern-poppig angehauchten „Everywhere I’m Goin'“ (typisches E-Solo) und „Bathroom Floor“ (Banjountermalung) als Opener, das von der Gastpräsenz eines Dierks Bentley veredelte „Lay Here With Me“, das flockige „Friends Don’t“ (wieder herrliches Banjo, Slide-Solo) und das flippige „New Dog Old Tricks“ (erinnert ein wenig an HER) zum Abschluss.

Die von von Jimmy Robbins und Gitarrist Derek Wells in einem superklaren Sound produzierte Scheibe „The Way It Feels“ ist genau das richtige für Leute, die einen Faible für Acts wie u. a. Lindsey Ell, Carly Pearce, Kacey Mustgraves, Lady Antebellum, Little Big Town, The Wreckers & Co.besitzen.

Aufgrund der überaus geschmackvoll inszenierten Instrumentierung gibt es hier sehr schön organisch gehaltenen Countrypop (mit Country als Priorität), samt perfekter vokaler Darbietung (Lead- als auch Harmoniegesänge) der beiden Fronterinnen Maddie und Tae. Ihr neues Werk zu hören, fühlt sich insgesamt richtig gut an!

Mercury Nashville (2020)
Stil: New Country

Tracklist:

01. Everywhere I’m Goin‘
02. Bathroom Floor
03. My Man
04. Tourist In This Town
05. Drunk Or Lonely
06. One Heart To Another
07. Trying On Rings
08. Write A Book
09. Water In His Wine Glass
10. Die From A Broken Heart
11. Ain’t There Yet
12. Lay Here With Me
13. Friends Don’t
14. I Don’t Need To Know
15. New Dog Old Tricks

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Universal Music

Ronnie Dunn – Re-Dunn – CD-Review

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Ich war noch nie ein Freund von groß angelegter Coverei. Einzelne Songs, wohl dosiert und eigenwillig umgesetzt, ist durchaus ok, aber ganze Alben oder noch schlimmer Bands, die sich komplett darauf spezialisiert haben, die Originale zu kopieren, selbst wenn es sogar in besserer Art (soll es ja auch geben) geschieht, werden in der Regel von mir boykottiert.

Für mich stellt das neue Kreieren von Musik die oberste Prio dar, als besonders frustrierend empfinde ich es, wenn solche (oft hervorragende) Acts, teilweise vor weniger als 50 Zuschauern ihre Künste zum Besten geben müssen, während tags darauf eine Coverband die Bude voll macht.

In diesem Fall bei Ronnie Dunn verhält es sich allerdings anders, obwohl er uns hier ein Doppelalbum mit ausschließlich Adaptionen anderer Künstler serviert.

Zum einen hat der Protagonist sowohl solo, aber auch vor allem unter seiner Mitwirkung beim New Country-Super-Duo Brooks & Dunn sein kreatives Können längst bei unzähligen Titeln unter Beweis gestellt, zum anderen, liefert er hier mit Nashville-Parademusikern wie u. a. Brent Mason, Jeff King, Kenny Greenberg, Jerry McPherson (alle Gitarren), Paul Franklin, Gary Morse (Pedal Steel), Mark Hill, Glenn Worf (Bass), Greg Morrow (Drums) und Charlie Judge (Keyboards), samt seiner Charakterstimme, überwiegend nicht ganz so abgenutzte Stücke, in einem absolut gelungenen New Country-Gewand ab.

So bleibt man z. B. vom in der Blues- und Southern Rock-Szene bevorzugten Stones-, Hendrix- und Led Zeppelin &Co.-Fundus und seinen üblichen Verdächtigten hier mal angenehmer Weise verschont.

Allein schon der Auftakt mit den vier herrlich umgesetzten Stücken wie „Amarillo by Morning“ (George Strait – grandioser Beginn), „Long Cool Woman (In A Black Dress)“ (Hollies-Feger), „That’s How I Got to Memphis“ (Tom T. Hall – absoluter Ohrwurm) und „It Never Rains in Southern California“ (Albert Hammond), deutet an, was machbar ist, wenn gute Musiker und Sänger, in einem temporär begrenzten Projekt, mit ganzer Seele aufgehen. Man merkt ihnen den ‚Bock‘ hier förmlich an.

Dunn offeriert beeindruckend, dass er so gut wie alles singen kann, die Musiker, dass sie wahre Wandlungskünstler zu sein scheinen. Gerade die immer wieder eingeflochtenen Gitarren- und Steel-Parts sind der reinste Ohrenschmaus.

Eigentlich untopbare Tracks wie wie Claptons „Wonderful Tonight“, „Against The Wind“ (Bob Seger) oder „Peaceful Easy Feeling“, begegnet Dunn auf Augenhöhe. Spannend sind vor allem die bis dato für eher wenig Country-kompatibel einzustufenden Stücke wie “How Long” (Ace mit Paul Carrack), „Showdown“ (ELO) oder „Im Not In Love“ (10CC), die aber absolut stilsicher geschultert werden und nun eine besondere (Country-)Note erhalten.

Als nicht ganz so gelungen empfinde ich lediglich Tom Pettys „I Won’t Back Down“, wo die 80-/90er-mäßigen Begleit-Synthies doch eher kontraproduktiv wirken. Im Prinzip aber der einzige Patzer.

Ronnie Dunns „Re-Dunn“ ist der perfekte Begleiter für den nächsten Roadtrip, aber auch zum Rumlümmeln auf dem Sofa. Ideal besonders für die nächste sommerliche Grillparty. Da bin ich mir sicher, dass es nach den ersten Liedern schon viele fragende Blicke der nicht Country-festen Anwesenden nach dem Künstler geben wird, bis das Rätsel um Ronnie Dunn letztendlich final aufgelöst sein wird.

Die schwer im Original zu bekommende Scheibe kann man bei Bärchen Records erwerben!

LWR (2020)
Stil: New Country

CD 1:
01. Amarillo by Morning
02. Long Cool Woman (In a Black Dress)
03. That’s How I Got To Memphis
04. It Never Rains in Southern California
05. How Long
06. Drinkin‘ Thing
07. Together Again
08. Peaceful Easy Feeling
09. Against The Wind
10. If You Don’t Know Me By Now
11. I Won’t Back Down
12. The Cowboy Rides Away

CD 2:
01. Showdown
02. Wonderful Tonight
03. Ashes By Now
04. That’s The Way Love Goes
05. I’m Not in Love
06. Brown Eyed Girl
07. You Don’t Know Me
08. Ridin‘ My Thumb To Mexico
09. A Showman’s Life
10. Good Time Charlie’s Got the Blues
11. Amie
12. I Can’t Help It (If I’m Still in Love With You)

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