Craig deFalco (Laidlaw) – Interview

Sounds of South: Wie bist du mit dem neuen Album zufrieden?
Craig: Ich liebe das Werk absolut. Es ist die beste Arbeit von Laidlaw bisher. Ich denke alles ist einen Schritt höher zu bewerten als bei den früheren zwei Alben, vom Songwriting bis zur Präsentation der Stücke als Band an sich. Dazu kommt noch der kräftige Sound.

Sounds of South: Erzähl uns doch bitte in wenig über die „Foam Box Sessions“.
Craig: Zunächst mal: Die Platte wurde natürlich nach dem Namen des Studios benannt in dem es aufgenommen wurde. Die Foam Box ist ein privates Aufnahme-Studio in Houston, Texas, das der großen Band ZZ Top gehört. Billy F. Gibbons war so nett und ließ Laidlaw mit ihrem berühmten Produzenten Joe Hardy zusammenarbeiten. Es war bisher die schönste Zeit für mich, ein Album aufzunehmen. Allein schon durch die Türen zu laufen war reinste Inspiration. Du fühlst förmlich die Größe beim Beschreiten der Räume. Es war amüsant, mit Joe zu arbeiten. Er ist unheimlich aufmerksam, hat tolle Ideen und macht dabei sogar noch seine Scherze. Wir konnten sogar Billys berühmte Verstärker und Gitarren benutzen, genau wie Frank Beards Schlagzeuganlage. Das werde ich nie vergessen.
Sounds of South: Ich habe in meinem Review das Album als ein Rock-Scheibe mit dezenten Retro-, Psychedelic- und Southern-Anleihen beschrieben, siehst du das auch so?
Craig: Mit dem Rock-Aspekt bin ich einverstanden. Ich liebe Led Zeppelin sehr, wie du bereits berichtet hast. Ich habe immer geschätzt wie Jimmy Page seine Gitarren aufgenommen hat. Wie er sich ein Riff ausdenkt, danach eine Ergänzung spielt, die das Riff vervollständigt. Aufnahme und Overdubbs können sehr viel Spaß bringen, wenn man das richtig macht. Ich mag es sehr mit Brian Huffman zusammenzuspielen. Wir haben viele Gemeinsamkeiten, wenn wir einen Song schreiben und ihn dann als Band umsetzen. Wenn ich ein Führungsriff spiele, hört er unmittelbar den Anschluss heraus und ergänzt meinen Part, als ob wir den gleichen Gedankengang hätten.
Musik aus deiner inneren Seele zu entwickeln, ist für mich was ganz Großes. Das ist wie einem eine Frage zu beantworten, ohne groß nachdenken zu müssen. Es kommt einfach aus dir heraus. Und so ist das jetzt mit uns. Dazu kommen die neuen Bandmitglieder mit ihren persönlichen Eingaben. All das zusammen macht die neue CD aus. Meine Einflussgeber sind Led Zeppelin, Lynyrd Skynyrd, Bad Company, ZZ Top and viele Country-Interpreten. Brian Huffman liebt die Small Faces und Rolling Stones, Robbie Locke, Sound Garden, Nirvana, Foo Fighters und Led Zeppelin. Eric Jarvis wurde gleichermaßen von den Allman Brothers wie von ZZ Top beeinflusst. Greg Hokanson wuchs mit ZZ Top und Led Zeppelin auf und mag heute Tool und Alice In Chains. So hat eine weite Palette von unterschiedlichen Künstlern diesen Sound geprägt wie er jetzt ist. Seinen eigenen Stil dann aber einzubringen ist der Schlüssel, nicht wie deine Einflussgrößen zu klingen.
Sounds of South: Kamen die personellen Änderungen mit Änderung eures Stils einher oder hatte das eine mit dem anderen nichts zu tun?
Craig: Die Wechsel waren die logische Konsequenz des Auseinanderdriftens der einzelnen Mitglieder über die Jahre hinweg. Das war wie eine schlechte Beziehung, es war an der Zeit für einen Wechsel. Es hat Spaß gemacht mit ihnen zu spielen, aber es war keine Band mehr. Wir sahen uns nur noch speziell für größere Touren oder wenn wir eine neue Platte machten. Alle lebten in unterschiedlichen Staaten und ich fühlte mich schon ein wenig unwohl mit ihnen in einem Raum zu sitzen. Dies und einige Leute, die wohl Probleme mit den Lastern der Band hatten. Also, wenn du kein Bier mit einem Freund trinken und keine Musik mehr spielen kannst, ist es Zeit der Geschichte ein Ende zu bereiten. Wir gingen auf die Suche nach einem neuen Sänger, ich beobachtete vier verschiedene Bands in Houston und Austin, Texas, und es endete damit, dass ich vier verschiedene Jungs fand, die die Musik von Laidlaw klasse fanden und auch meinen Musik-Stil liebten. Das erste Mal als wir zusammen jammten, zeigte schon, dass es eine Art Vorbestimmung war. Ich bin sehr glücklich die Jungs gefunden zu haben.
Sounds of South: Wie hat sich „The Foam Box Sessions“ bisher verkauft?
Craig: Welche Verkäufe? Wir haben bisher keine große Werbung betrieben. Mittlerweile hat sich allerdings ein Team von Managern herauskristallisiert, welches die neue Scheibe und die Band mag. Der Fokus liegt zunächst mal darauf, uns nach alter Schule auf Touren in den Staaten zu profilieren, wie es in den 70ern geschah. Spiele live und entwickle dich mit dem Publikum. Das Internet ist eine exzellente Marketing-Plattform, besonders myspace (nicht zu vergessen Sounds of South Herr DeFalco! Anmerk. Red.). Leute wollen wirklich kaum noch was bezahlen für Musik. Sie wollen es umsonst. File Sharing MP3s machen es den Leuten so leicht Musik umsonst auszutauschen. Daher wollen wir sie mit unserer Musik in die Konzerte locken, um uns live zu sehen, anstatt wie früher Live-Platten zu verkaufen. Nun ist es anders herum. Wir verkaufen deshalb auf unserer Hompepage die CDs sehr günstig. Die Leute sollen wenig zahlen aber zu unseren Live-Shows kommen!
Sounds of South: Wie kam es zur völligen Umstrukturierung von Laidlaw?
Craig: Ich brauchte eine andere Atmosphäre und Menschen, die neue Musik machen wollten, sowie sich als eingeschworene Band sehen. Es wurde von mir viel Geld und Zeit in Laidlaw investiert und deshalb will ich auch jetzt Gleichgesinnte um mich haben. Ich kam an einen Punkt in meinem Songwriting, wo ich Led Zeppelin wieder ausgrub und auf mich einwirken ließ. Ich wollte eine Band in einem Zustand, wo wir jederzeit jammen oder einen Club-Gig geben können. Ich setze so auf das neue Line-up, dass ich sogar von Kalifornien wieder nach Houston zurückgezogen bin.
Sounds of South: Was macht den Unterschied vom aktuellen Sänger Robbie Locke zu den bisherigen aus?
Craig: Robbie ist so talentiert, der haut mich echt weg. Er kann jeden bisherigen Laidlaw-Song singen, der bis jetzt aufgenommen wurde, zudem noch so wie seine Einflussgeber. Es ist schon bald unheimlich, wie er mal wie Chris Cornell, dann kurze Zeit später wie Robert Plant oder Paul Rodgers klingt. Ganz zu schweigen davon, wie er sich auf den „Foam Box Sessions“ anhört, wir können eine Zeppelin-Melodie jammen, dann umdrehen und zur Probe Alice In Chains spielen,und er meistert das trotzdem. Im Vergleich von Tommy und Joey ähnelt Robbie vokal mehr Joey Pantera. Aber Robbie hört sich live auch wie auf der Platte an, während Joey hier Probleme hatte. Robbie hat sehr viel Seele in seiner Stimme. Dazu kommt, dass er noch sehr jung ist, und wenn wir mal die Scheibe betourt haben, sicher ein absolutes Monster sein wird. Ich freue mich schon auf den Nachfolger von „The Foam Box Sessions“. Wir haben schon zwanzig neue Songs in der Warteschlange! Und wir schreiben weiter und nehmen neue Demos auf.
Sounds of South: Wie kommt es, dass die Band (lt. Homepage) seit längerer Zeit nicht mehr tourt, auch nach Veröffentlichung der neuen CD?
Craig: Wir wollten keine Club-Tour ohne Label-Support oder einen Agenten machen. Eine Band auf einer Tour bei der Stange zu halten kostet sehr viel Geld. Die Hauptaufgabe ist es daher, zunächst das richtige Management-Team zu finden, das wir jetzt auch haben. Drei Leute arbeiten jetzt für uns, die bereits mit Leuten wie Kid Rock oder ZZ Top kooperiert haben. Damit bin ich sehr zufrieden. Es geht eigentlich nicht darum, wie gut deine Platte ist, sondern wie gut sie vermarktet wird. Wenn du kein gutes Team hinter dir hast, dann scheiterst du in diesem Business, wie in anderen halt auch. Wir dürften im Dezember veröffentlichen und dann auch touren.
Sounds of South: Wie kommt man dazu, so viele Instrumente zu beherrschen wie du?
Craig: Vielen Dank für das Kompliment, aber ich bin weit entfernt davon, viele Instrumente zu beherrschen. Jimmy Page, Jeff Beck oder Billy F. Gibbons sind da bessere Beispiele. Ich habe mich über die Jahre hinweg eher darauf spezialisiert zu produzieren als nur Gitarre zu spielen. Ich liebe es, mir den Bass zu packen, eine Bass-Linie zu finden, die nicht dem Gitarren-Riff folgt. Das liebe ich an Led Zeppelin. John Paul Jones spielt amüsante Bass-Läufe, die Jimmy Pages Gitarrenparts vervollständigen. Für mich sind die neuen Leute bei Laidlaw eine große Sache. Live werde ich die Instrumente mit Eric tauschen. Eric spielt inzwischen wie Brian und ich die Slide-Gitarre und alle unsere Stile sind anders. Das ist für mich persönlich was sehr besonderes.
Sounds of South: Welche Gitarristen haben dich beeinflusst?
Craig: Haupteinflussgeber und Antrieb überhaupt Gitarre zu spielen war sicherlich Jimmy Page. Genau so wie Gary Rossington und Allen Collins von Lynyrd Skynyrd. Billy F. Gibbons inspiriert mich. Es hat jede Nacht Spaß gemacht, ihm zuzuschauen, als wir mit ZZ Top tourten. Wir wurden danach richtig gute Freunde. Das bewerte ich sehr hoch. Das erstaunlichste was ich je live erlebte, war Jeff Beck. Ich sah ihn vor vier Jahren in Los Angeles und das hat mich richtig weggehauen. Der Klang und die Emotionen, die er aus seiner Stratocaster rausholt sind nicht von dieser Welt. Und alle Gitarristen, die nach dieser Show Backstage waren, all diese Ikonen fielen in Ehrfurcht über das, was sie gesehen hatten. Das wird für immer in mir haften bleiben.
Sounds of South: Wie läuft bei Laidlaw das Songwriting ab?
Craig: Wir haben jetzt fünf Songwriter bei Laidlaw. Es wechselt untereinander, aber hauptsächlich bin ich dabei, weil ich sehr gerne Musik komponiere und oft die Gesangslinien in meinen Kopf habe. Ich präsentiere sie und lasse Robbie dann singen. In neun von zehn Fällen kommt er dann mit anderen Ideen zurück, die sich total von meinen unterscheiden. Manchmal kombinieren wir sie. Oder ich singe ihm meine vokale Idee und sage, dass ich die Wörter für einen Refrain fertig geschrieben habe, aber für die Verse und das Brigde noch fehlen. Manchmal hört er sich auch nur ein Konzept von mir an, macht sich Gedanken und kommt dann mit dem Text zurück. Oftmals komponiere ich aber auch alles selbst. Manchmal läuft es ziemlich einfach, manchmal halt nicht. Da ich ein eigenes Heimstudio habe, erzeuge ich oftmals auch Demos direkt mit Drums, Bass, Gitarren und Gesang und stelle es der Band vor. Wenn es ihnen gefällt, jammen wir und schauen, wo hin der Weg führt. Ich bin sehr zufrieden mit Brians und Robbies Songwriting. Brian schickt mir auch schon mal Demos aus seinem eigenen Heimstudio zum Checken zu. „Sunshine Woman“ ist so ein Beispiel, ich hörte den Song von Brian ohne Gesang und liebte ihn sofort und wusste, dass er was ganz besonderes ist. Ich erinnere mich noch, wie wir eine Pause beim Proben machten, Robbie mit Kopfhörern nach draußen ging und zehn Minuten später mit 80 Prozent des Textes wiederkam. Manchmal geht es also recht schnell, manchmal aber dauert es Wochen.
Sounds of South: Ein Sounds of South-Kollege von mir merkte an, dass die Band ursprünglich mal Moonshine hieß, die eine CD mit dem Titel „XX“ herausbrachte (7 der 8 Songs tauchten dann auf der ersten Laidlaw-CD auf). Wie kam es zum Namenswechsel zu Laidlaw, da der namensgebende Sänger Tommy Laidlaw, gar nicht mehr auf dem Laidlaw -Debüt dabei war? Oder ist Tommy Roberts = Tommy Laidlaw? Hast du noch Kontakt zu Tommy Laidlaw und falls ja, was treibt der?
Craig: Das stimmt. Wir nannten uns Moonshine für einige Jahre, dann kamen wir in Kontakt mit Nikki Sixx (Motley Crue) und dem Label für „Big Picnic“. Er recherchierte über den Namen und fand heraus, dass jemand die Namensrechte dafür in Europa besitzt. Als wir die Vorproduktion für die CD machten, bat er darum, dass wir uns einen neuen Namen überlegen sollten. Manchmal ist es schwerer einen Namen zu finden als eine Band zu sein. Wochenlang kriegten wir nichts auf die Reihe. Dann sagte ich einfach, lasst uns die Band Laidlaw nennen. Bevor wir Sixx kennenlernten, hatte Tommy den Namen in Tommy Gunn umgeändert, was ich nicht überzeugend fand. Wie die 80er! Ich fragte ihn ob er seinen Nachnamen aus professionellen gründen für die Moonshine-Veröffentlichung ändern würde. Wir einigten uns ihn Tommy Laidlaw zu nennen. So machten wir dann die neue Scheibe, spielten die Motley Crue-Tour und er war so richtig dreist als Tommy Laidlaw. Wir fühlten uns wie seine Backing-Band, obwohl ich eigentlich schon fünf Jahre vorher als er dabei war. Ich war richtig angefressen und fragte ihn ob er seinen mittleren Namen als Nachnamen benutzen würde. Daher kommt dann Tommy Roberts. Tommy hat dann die Band 2001 verlassen als wir uns von Nikki Sixx getrennt hatten. Anschließend machten wir 2003 eine CD mit Joey Pantera – wieder ein Nachname, den es in den 80ern schon als Gruppennamen gab. Es war sehr schwer eine Tour zu bekommen, nachdem die Platte fertig war. Letztendlich bekam ich ein Angebot von Eddie Van Halen, bei der Van Halen-2004 Tour mitzuwirken. Wir begannen mit den Proben und Joey hatte große Probleme, die Songs live zu singen. Das war eine Woche vor der Tour. So rief ich Tommy wieder an und fragte, ob er einspringen würde. Der willigte ein und wir ließen ihn für drei Proben vor der ersten Show nach Florida einfliegen. Edward hasste Tommies Gesang und schickte uns vorzeitig nach Hause. Das brachte mich auf die Palme. Ich hatte eine große Tour an Land gezogen, unser etatmäßiger Sänger und unser alter können nicht singen. Bezüglich dessen und der schlechten Chemie innerhalb der Band, war es das dann für mich gewesen. Es gibt nicht viele solcher Gelegenheiten und wenn du dann nicht hart arbeitest… Nach der Van Halen-Tour wollte keiner mehr mit Joey und Tommy zusammenarbeiten. So durfte ich mich wieder auf die Suche nach einem neuen Sänger begeben. Gott sei dank, schaffte ich es, und startete direkt mit einer ganz neuen Laidlaw-Band!
Sounds of South: Wie siehst du die Entwicklung des Southern Rocks?
Craig: Ich glaube die Allman Brothers waren die Vorreiter für alle Southern-Jungs. Sie kombinierten Country mit Duane Allmans ehrfürchtiger Slide-Gitarre über laute Verstärker und machten ihr eigenes Ding, der Name Southern Rock basiert halt auf der Gegend aus der er kommt… dem Süden. Macon ist daher sehr stolz auf die ABB. Dann kamen die großen Lynyrd Skynyrd aus Jacksonville, Florida. Diese beiden Truppen brachten grandiose Musiker und Songs hervor, die für immer up to date bleiben werden. Noch in hundert Jahren, dafür garantiere ich!
Sounds of South: Wer sind deine persönlichen Lieblingsbands (abgesehen von Lynyrd Skynyrd und Led Zeppelin 🙂 und warum?
Craig: Bad Company ist noch einer meiner großen Favoriten neben den beiden. Paul Rodgers hat wohl die beste Stimme um Rock and Roll zu singen. Sie ist heute noch brillant, wenn nicht sogar noch besser als zu seinen Free-Zeiten.
Sounds of South: Was waren deine Highlights bisher in 2006?
Craig: Meine Höhepunkt war zweifellos, Musiker zu finden, mit denen es eine Ehre ist zusammenzuspielen, nicht zu vergessen, das beste bisherige Laidlaw-Album gemacht zu haben und mit Joe Hardy in den Studios von ZZ Top gearbeitet zu haben. Ich kann es gar nicht erwarten zu touren und das Talent dieser Jungs den alten und neuen Laidlaw-Fans zu präsentieren. Dies ist nebenbei die knackigste Laidlaw-Band live, und das sagt einiges. Im Jahre 2000 auf der Skynyrd/ZZ Top-Tour liefen wir noch wie eine geschmierte Maschine. Eine große Live Band! Du wirst es sehen, wenn wir mal in Deutschland und Europa auftauchen. Ich glaube die Europäer werden uns lieben.
Sounds of South: Euer Vorgänger war ziemlich Country-infiziert. Hattet ihr ein wenig nach Nashville geguckt, schließlich scheint es ja einen erfolgreichen Trend zu geben, Southern-Rock und New-Country ein wenig verschmelzen zu lassen (sh. Van Zant, Montgomery Gentry, Jeffrey Steele, Travis Tritt etc.).
Craig: Es ist seltsam, ich habe bei der Zweiten gar nicht versucht eine country-mäßige Platte aufzunehmen, weil die Zeit danach war. Das bin nicht ich… ich schreibe vom Herzen her. Einiges was auch für die „Foam Box Sessions“ vorgesehen war, war recht nah an „Everything’s Gonna Be Alright“ und „This Must Be Love“. Ich habe einen Track geschrieben namens „Green Eyed Lady“, der recht Eagles-konform klang. Aber es passte nicht zu dem anderen Material. Nach Fertigstellung eines Liedes „A Little Time“ wollte ich dann gar keine langsamen Stücke auf der Platte. Wahrscheinlich für das nächste Werk. Du wirst es mögen, Daniel! Steven Sturm von der Travis Tritt Band hat auf dem Demo Pedal Steel gespielt. Das ist der Gleiche, der auch auf den zuvor genannten Stücken mit dabei war.
Sounds of South: Mein persönliches Lieblingsstück von euch ist das gerade erwähnte „Everything’s Gonna Be Alright“. Wie kommt man zu solch einer Eingabe?
Craig: Ich schrieb den Song nach dem eine Freundin von mir die TV-Schauspielerin Nikita Ager angerufen hatte und mir mitteilte, dass ihre Mutter an Krebs erkrankt ist. Sie war so traurig und weinte, dass es mir fast mein Herz zerbrach. Ich mag ihre Mutter sehr und die Neuigkeiten schockierten mich. Das Stück stand schon, nachdem ich die Telefonhörer aufgelegt hatte. Joey Pantera hat dann ein paar Gesangslinien mit in den Song gebracht. Ich bin stolz darauf, dass ihre Mutter den Krebs besiegt hat und das ihr das Lied gefällt.
Sounds of South: Gibt es bereits Songmaterial für ein viertes Laidlaw-Album? Was wird uns da dann erwarten?
Craig: Wie ich schon zuvor beschrieb haben wir zwanzig Stücke bereits in petto und schreiben noch weiter. Mein Vater ist vor zwei Wochen ebenfalls an Krebs gestorben. Ich schreibe sicherlich noch einige traurige Stücke diese Woche.
Sounds of South: Wann tauchen Laidlaw mal endlich in Deutschland auf? Mit wem zusammen könntest du dir da was vorstellen?
Craig: Du kannst dir nicht vorstellen, wie heiß wir darauf sind, in Deutschland zu spielen. Mit den Scorpions, das wäre was. Wir haben mal drei Monate mit denen und Motley Crue 1999 in den Staaten gespielt. Wir haben noch Kontakt. Rudolf Schenker und ich haben schon mal darüber geredet, bald mal was zusammen zu machen. Aber Manager und Agenten stellen Touren zusammen und nicht Musiker. So, wer weiß? Vielleicht bald. Wir müssen unsere neue Scheibe den deutschen Fans nahe bringen, dann werden die Promoter uns hoffentlich fragen. Ich verspreche euch, wir werden dann kommen!
Sounds of South: Was macht der Privatmensch Craig DeFalco denn so?
Craig: Das ist lustig. Bei mir existiert kein Unterschied, ob ich auf der Bühne, im Studio oder zuhause bin. Ich spiele immer Gitarre. In jedem Raum von meinem Haus stehen Gitarren. Ich habe mein Heim-Studio und mein mobiles, ich arbeite immer. Vielleicht noch Angeln… und Mädels hinterher rennen! Selbst im Schlaf höre ich manchmal meine Füße wippen. So arbeite ich selbst im Schlaf, haha.
Sounds of South: Vielen Dank für das Gespräch!
Craig: Danke dir Daniel für die Chance, unsere Musik in Deutschland zu präsentieren!
Sounds of South: Are you satisfied with the new album?
Craig: I absolutely LOVE the new album „The Foam Box Sessions“, I think, it is LAIDLAW’s best work to date. I believe everything about the recording is a step up from the other 2 records, from song writing to the way the band plays the songs as a band. And how it sounds sonically.
Sounds of South: Please tell us a little about the „Foam Box Sessions“?
Craig: First off „The Foam Box Sessions“ was named after the studio where we recorded. The Foam Box is a private recording studio in Houston, Texas owned by the great ZZ Top! The same place they record all the ZZ Top records. Billy F Gibbons was nice enough to let LAIDLAW record there with their famed producer/ engineer, Joe Hardy. It was by far the best time I’ve ever had making a record. Just walking through the doors was a rush of inspiration. You can just feel the greatness in the room when you walk in. Joe Hardy was amazing to work with. He is always paying attention to what is being played and has great ideas and funny jokes! We used some of Billy’s famous amplifiers and guitars as well as Frank Beard’s drum kit! It was a time I will never forget!
Sounds of South: In my review I described the album as Rock with discreet Retro,- Phychedelic and Southern influences. Can you agree to that?
Craig: I agree to the Rock aspect of it. I really love Led Zeppelin as you can tell. I’ve always respected the way Jimmy Page recorded his guitars. How he tracked a riff then played a counter part that compliments the riff. Recording and overdubbing can be a lot of fun when you do it right. I really enjoy playing guitar with Brian Huffman. He is very much on the same page as me when we write a song and play it as a band. When I play the main riff he instantly hears a great part to compliment my part as apposed to playing the same thing. Which to me is such a great way to create music from your inner soul. It’s like answering a question from someone without thinking about what to say. It just flows out of you! And we have that now. The other thing about the record is the new band members and how our own personal influences combined making the record what it is. My influences are Led Zeppelin, Lynyrd Skynyrd, Bad Company, ZZ Top and a lot of Country artists. Brian Huffman is really into the Small Faces and the Rolling Stones. As Robbie Locke is really into Sound Garden, Nirvana, Foo Fighters, and Led Zeppelin. Eric Jarvis is influenced by The Allman Brothers and ZZ Top as well. And Greg Hokanson was brought up on ZZ Top, Led Zeppelin, and is really into bands like Tool and Alice In Chains. So it’s a wide slate of different artists that make this record sound the way it does. Putting your own style on things and not sounding like your influences is key.
Sounds of South: Were the line-up changes based on the changes in style or didn’t that have anything to do with it?
Craig: The changes were because the band just drifted apart over the years. It was like a bad relationship and it was time for a change. I enjoyed playing with the musicians that were in LAIDLAW in the past, and have no regrets, but it wasn’t a band anymore. The only time we got together was when I got us a major tour or when we did a new record. We all lived in different states and it wasn’t fun anymore to even get in the same room together. That and a couple people having problems with vices that were affecting the band. When you can’t have a beer with a friend and play music together, it’s time to stop hanging out. I went on the hunt for a new singer, I looked at 4 different bands in Houston and Austin, Texas and ended up finding 4 guys who wanted to be in LAIDLAW and loved the style music I did. The first time we got in the same room together to jam, it was plain to see this was meant to be! I am very fortunate to have found these guys!
Sounds of South: How have sales of The Foam Box Sessions developed?
Craig: Sales? We really haven’t pushed sales of the record yet. We have just landed a team of managers who are excited about the record and band. So that being said the focus is on us getting on some high profile tours in the States and doing it old school like bands did in the 70’s. Play live and let people discover you. The internet is an excellent tool for marketing, especially myspace.com (don’t forget Sounds of South Mr. DeFalco!). But people really don’t buy music anymore. They want it for free. With file sharing and mp3’s being so easy for people to pass along to each other without paying for the music. So we look at our music as a tool to get people to come see us play live. Instead of the old way, where you played live to sell records. Now it’s the other way around. That’s why we are selling the CD so cheap on our website www.laid-law.com . We want people to get the music cheap and come see us live!
Sounds of South: What was the reason for the almost complete restructuring of the band’s line-up?
Craig: I needed a change of atmosphere and to be around people who wanted to play new music and be a band! I spent a lot of money and time on LAIDLAW and was looking for people who wanted to do the same things I wanted to do. I was at a point in my song writing where I was digging Led Zeppelin again and how the music made me feel. I wanted a band in one state where we could jam and play a club gig any time we wanted to. I believe in the current line up so much that I relocated from California to Houston, Texas!
Sounds of South: What is the difference of singer Robbie Locke to his predecessors?
Craig: Robbie is so talented he just blows my mind. He can sing every song Laidlaw has ever recorded plus he can sing just like his influences. It’s scary how he can sound just like Chris Cornell one minute then sound exactly like Robert Plant and Paul Rodgers the next. Not saying that’s what he sounds like on the „Foam Box Sessions“, but we can jam a Zeppelin tune then screw around at rehearsal playing Alice In Chains, and he nails it! I think out of Tommy and Joey, Robbie sounds closest to Joey vocally. But Robbie sounds like the record live, where Joey had problems singing the songs live. Robbie has a lot of soul in his voice. Plus he’s very young and is going to be a monster after touring this record. I can’t wait to record the follow up to „The Foam Box Sessions“. We already have 20 plus songs to choose from! And we are still writing and recording demos.
Sounds of South: According to your website you haven’t been touring for quite some time now, even after the release of the new CD. How come?
Craig: I didn’t want to go out and do a club tour with no support from a label or not having an agent. It costs a lot of money to keep a band on the road. The main reason has been getting the right management team together. Which now we have. We have 3 managers working with us now. Who work with big names such as Kid Rock and ZZ Top to name a few! I’m very pleased with who we have involved with Laidlaw now. It’s not just how great your record is, it’s who’s working your record. If you don’t have a great team behind you, you will fail in this business, or any business for that matter! We should be releasing and touring the record by December.
Sounds of South: How can someone manage to master so many instruments like you do?
Craig: Well thank you, but I’m far from mastering any instrument! Jimmy Page has mastered many Instruments, Jeff Beck has mastered many instruments,
Billy F Gibbons has mastered many instruments.
Over the years I’ve really focused on producing and not just playing guitar. I love grabbing the bass and finding a bass line that doesn’t follow the guitar riff. Something that takes the song somewhere else. That’s what blows me away with Led Zeppelin. John Paul Jones played amazing bass lines and they complemented Jimmy Page’s guitar parts. To me having the guys who are in LAIDLAW now is a great thing. Live I will swap instruments with Eric. I love playing bass as well as guitar. And Eric is an amazing guitar player. Brian and Eric swap instruments as well live. Eric plays a mean slide guitar. Brian, Eric and myself all play slide guitar and our styles are all different. Which is very special to me.
Sounds of South: Which guitarists had an influence on you?
Craig: Jimmy Page really makes me want to play guitar and learn more about playing guitar. As well as Gary Rossington and Allen Collins from Lynyrd Skynyrd. Billy F Gibbons is inspiring to me. He was so much fun to watch every night when we were on tour with ZZ Top. Billy and I became really good friends after that tour. Which is something I value very much! The most amazing thing I’ve ever witnessed live has to be Jeff Beck. I saw him play in Los Angeles 4 years ago and it just blew my mind. The sounds and emotion that came out of his stratocaster were out of this world. And after his show the guitar players who were backstage, all these icons were in awe of what they just saw! That will stick with me forever!
Sounds of South: Tell us a little of how songwriting in Laidlaw takes place.
Craig: Now we have 5 song writers in LAIDLAW. It differs with each of us, but mainly with me, I’ll pretty much write some music and I’ll have a vocal melody in my head. I’ll show the guys and let Robbie sing something first. 9 times out of 10 he will come up with something totally different from my ideas. And some times we combine the two. Or I’ll sing him my vocal idea, and say I have lyrics for a chorus all written but no lyrics for the verse or the bridge. Once he hears where I’m going with it with a concept, he gets some ideas and comes up with lyrics on the spot. Then a lot of times I’ll write everything myself. Some times it comes easy some times not so easy. Mainly though with me I have a home studio and I’ll demo up everything myself… drums, bass, guitars and vocals and pass it onto the band. If it catches their ears we’ll jam it and see where it goes. I’m very pleased with Brian and Robbie’s song writing. Brian will demo up songs and send them to me to check out from his home studio. Like „Sunshine Woman“, that was the first song I heard from Brian that as soon as I heard it without vocals I loved it and knew it was special. I remember we were taking a break from rehearsing, and Robbie took the demo outside with his headphones on and came back 10 minutes later with 80% of the lyrics done. Some times songs come very quick and some times they take weeks.
Sounds of South: A Co-editor in Sounds of South mentioned that the band originally was dubbed Moonshine which had an album out titled „XX“. (7 of the 8 songs were again found on Laidlaw’s Debut). How did the name change to Laidlaw happen, especially that Singer Tommy Laidlaw wasn’t on the album? Or is Tommy Roberts in reality Tommy Laidlaw? Is there any contact to Tommy Laidlaw? How is he doing?
Craig: Well, that is true. We were called Moonshine for years, then when we got involved with Nikki Sixx as our record label and producer of First Big Picnic. He did a search on the name and found someone owned the rights to Moonshine in Europe. So while we were doing pre-production for the record he asked us to find a new name. I think that it is harder to name a band than to be a band! We couldn’t come up with a name for weeks. Then I said let’s call the band LAIDLAW. Before we got involved with Sixx, Tommy at the time had changed his name to Tommy Gunn, which I thought was lame… So 1980’s! So I asked him to change his sir name for professional reasons for the Moonshine release. We came up with calling him Tommy Laidlaw. So once we did the new record we then did the Motley Crue tour and he was so cocky about being Tommy Laidlaw and we felt like we were his back-up band a band I started 5 years before he was ever in. I was so pissed that I asked him to use his middle name for his sir name. That’s where Tommy Roberts came from. Tommy had quit the band after we parted ways with Nikki Sixx in 2001. We then did another CD with Joey Pantera in 2003 another sir name that was so 1980’s!! It was very hard to get a tour after we finished that record. So finally I got a call from Edward Van Halen, and he had offered me the 2004 Van Halen Tour. We started rehearsals for the tour with Joey and he had problems singing the songs live. It was a week before the tour so I called Tommy up and asked him if he wanted to do the tour. He said yes and we flew him out to Florida to do 3 rehearsals before our first show on the tour. Edward hated Tommy’s singing and sent us home early from the tour. That just bummed me out. I finally had a great tour for us and our singer couldn’t sing, then the old guy couldn’t sing. Between that and the band not being a band, it was over for me and them! You don’t get as many shots as we got on huge tours and not try and work hard at the gigs. After the Van Halen tour nobody in the band wanted to work with Tommy or Joey. So it was up to me again to find a singer. Thank God, because I ended up finding the best thing I’ve ever been involved with an all new LAIDLAW!!
Sounds of South: How do you assess the development of Southern Rock?
Craig: I think the Allman Brothers are the ones who started it all for us Southern Rock guys! They took Country Style music with Duane Allman’s awesome slide guitar playing through loud amplifiers and did their own thing, in which became Southern Rock because of from where the band was based out of… the South! Macon, GA is still very proud of The Allman Brother’s Band. Then came the great Lynyrd Skynyrd from Jacksonville, Florida!! Those two bands gave us some amazing musicians and great songs that will last forever! 100 years from now their music will still be heard! I guarantee it!!!
Sounds of South: Which are your favourite bands (besides Lynyrd Skynyrd and Led Zeppelin 🙂 and why?
Craig: Bad Company has to be one of my favourites beside Skynyrd and Zeppelin. I think Paul Rodgers has the most amazing voice ever to sing rock and roll! His voice is just as strong today if not stronger than it was when he was in the Free!
Sounds of South: In your opinion, which are the highlights so far in 2006?
Craig: The highlights are finding musicians who I’m honoured to play with, not counting having the best LAIDLAW record to date and recording it at ZZ Top’s studio with Joe Hardy! I can’t wait to start touring and sharing the talent of these guys to older and new LAIDLAW fans! This is by far the tightest LAIDLAW has ever sounded live… and that is saying a lot, because back in 2000 on the Skynyrd/ ZZ Top tour we were a well oiled machine. A great live band. You will see for yourself some time soon when we finally come to Germany and Europe! I think European music fans will enjoy us!
Sounds of South: The predecessor to The Foam Box Sessions was heavily influenced by Country. Have you been leering at Nashville where a successful trend seems to take place to marry Southern Rock and New Country (by, for instance, Van Zant, Montgomery Gentry, Jeffrey Steele, Travis Tritt and so on)
Craig: It’s so weird, I didn’t try and write a Country Style record when we recorded the second record, because that’s what was hot at the time. That’s not me… I just write what I feel from the heart. Some of the songs that I had written for „The Foam Box Sessions“ were really close to „Everything’s Gonna Be Alright“ and „This Must Be Love“. I had written this track called „Green Eyed Lady“ that was very Eagles sounding… It just didn’t fit in with some of the other material. And after finishing the song „A Little Time“, I didn’t want two slow songs on the record. It will probably be used or at least looked at for the next record. I think you will like it Daniel! I even had Steve Sturm from Travis Tritt’s band play pedal-steel on the demo. Same guy who played on „Everything’s Gonna Be Alright“ and „This Must Be Love“.
Sounds of South: My personal favourite is „Everything’s Gonna Be Alright“. How can one write such a flash of genius?
Craig: I wrote that song after a friend of mine, (American TV actress Nikita Ager), called me about her Mother having cancer. She was so sad and crying that it just crushed my heart. I love her Mother very much and it just broke my heart hearing the news. The song came to me very quickly after I hung up the phone with her. Joey Pantera contributed a few lines lyrically in that song as well. I’m very pleased to say her Mother is beating cancer and loves the song as well!
Sounds of South: Is there material for a fourth Laidlaw album? What can we expect?
Craig: Like I said earlier, we have 20 plus songs already and are still writing everyday. I personally just lost my Father 2 weeks ago to cancer. So I’ve been writing some tear-jerker sad songs this week.
Sounds of South: When will you finally play Germany? Whom could you imagine of you could do it with?
Craig: You have no idea how bad we want to play Germany. I would love to play there with the Scorpions. We did 3 months with them and Motley Crue back in 1999 in the States. And I am still in contact with them. Rudolf Schenker and I have talked about doing something some day soon together again. But managers and agents make the tours, not the musicians. So who knows? Maybe soon? We need to get our new record to the German music fans then hopefully the promoters will ask us to come! And I promise you we will be there!
Sounds of South: How does the private Craig DeFalco lives his life?
Craig: That’s funny… there is no difference from me being on the stage or in the studio, or being at home. I’m always playing guitar. There are guitars in every room of my house. I have my home studio, and my travelling studio, so I’m always working. I do like to fish though… so that and chasing girls! I hear even when I’m sleeping I tap my feet in time in bed. So I’m even working in my sleep. haha
Sounds of South: Thank you very much for your time and interest.
Craig: Thank you Daniel for the chance to get the music heard in Germany!

Carol Chase – Blue Highway – CD-Review

Welche andere Band als Lynyrd Skynyrd verfügt schon über einen derartigen Luxus, zwei so klasse Background-Sängerinnen wie Dale Krantz Rossington und Carol Chase in seinen Reihen zu haben? Erstgenannte hat schon zur Rossington Collins/Rossington Band-Phase ihre Frontfrau-Qualitäten bewiesen, bei Carol Chase hat man diese längst vermutet. Eine kleine Kostprobe erhielt man bereits auf dem letzten Laidlaw-Album, als sie das grandiose „Never Been A Reason“ im Duett mit Joey Pantera zum Besten gab.
Den nachhaltigen Beweis tritt sie jetzt mit ihrer in Eigenregie entstandenen CD „Blue Highway“ an.

Schon beim Blick auf das in grauen, bläulich-violetten und rötlichen Farbtönen geschmackvoll gestaltete Cover, das alle Texte und ein paar Fotos der hübschen Künstlerin beinhaltet, breitet sich ein gewisses Wohlgefühl aus, dass auch beim Durchhören des Werkes erhalten bleibt. Von den Musikern die an dem Projekt beteiligt sind, dürften höchsten Ex-Lynyrd Skynyrd-Drummer Owen Hale und eventuell Gitarrist George Marinelli (Bonnie Raitt) in diesen Breitengraden ein Begriff sein.

Der Silberling beginnt mit dem tollen „Back To The Well“, das mich ein wenig an den Stil der Van Zant-Alben erinnert. Ich höre da Ähnlichkeiten zu „I’m A Want You Kinda Man“ heraus. Starker Einstieg! Beim anschließenden „I’m The Blues“ spricht der Titel für sich. Den einzigen Song, an dem Carol nicht federführend beteiligt war („Gotta Serve Somebody“-Dylan-Cover), lässt sie in funkig-bluesiger Bonnie-Raitt-Manier dahingleiten.

„Let Go“ eignet sich um mal kurz die Augen zu schließen und sich besinnlich an der schönen ruhigen Melodie, sowie dem vorzüglichen Akustikgitarrenspiel zu erfreuen. „Tears In Heaven“ von Eric Clapton, allerdings mit einer anderen Thematik (es geht um eine gerade zu Ende gehende Beziehung), fällt mir spontan dazu ein.
Einen Hauch von Country gibt es beim Titelstück „Blue Highway“. Allerdings entpuppt es sich dann im weitesten Sinn als Mix aus Chris Isaak-, Bob Seger-(„Against The Wind“, wegen dem Piano) und Dusty Springfield-Einflüssen.

Überhaupt hatte ich eigentlich ein in Nashville produziertes Soloalbum von Carol Chase eher im New-Country-Genre erwartet, zumal sie sich größtenteils auch im Mekka dieser Musikart aufhält. Aber wenn man mit dem Zeug tagtäglich konfrontiert ist, wird einem das wahrscheinlich irgendwann aus den Ohren heraushängen. Deshalb wohl auch ihr Hang zum Rhythm & Blues, und so verwundert es nicht, dass „Tough Enough“ in diese Bresche schlägt. Ziemlich rau und rockig. „In Your Life“ ist wieder eine, von leisen Tönen getragene, entspannende Nummer, bei der man Carols Stimme einfach wirken lässt.

Danach für mich das Highlight. „Said A Little Prayer“ kommt daher wie damals „One Good Man“ oder „Misery Loves Company“ von der Rossington Collins Band. Klasse kratziger Gesang und starke Gitarren lassen Southern-Rock-Feeling aufkommen. Van Zant-Charakter hat dann wieder „The Sun’s Gonna Shine Again“, auffallend wieder die starke Gitarrenarbeit. Mainsteam-Rock der Marke Kim Carnes regiert bei „I’m Gettin‘ Stronger“. Nette Pianobegleitung, schöne Melodie, klasse E-Solo; leichte- und gut verdauliche Kost. Der Blues-Rocker „A Woman That Perfect“ rundet ein nettes und sympathisches Album ab, das sich in keiner Rockmusik-Sammlung verstecken braucht und auf jeden Fall noch des öfteren in meinem Player landen wird.

Vielleich fehlt der ganz große Hit, aber insgesamt ein Werk, das meine schon längst gestellte Forderung unterstreicht, Carol und Dale auch aktiv an der Front bei Skynyrd-Konzerten einzubinden, um mal etwas Leben ins abgedroschene und leicht vorhersehbare Programm zu bringen. Dem Bekanntheitsgrad von Carol Chase würde es sicherlich auch nicht schaden, so dass der Traum einer Solo-Karriere vergleichbar ihrer Vorbilder wie Melissa Etheridge, Bonnie Raitt oder Sheryl Crow einmal Realität werden könnte. Besser aussehen als diese tut sie alle Male, das musikalische Potential ist ohne Zweifel vorhanden. Meinen Segen hat sie!

Malycon Music (2004)
Stil:  Rock & More

01. Back To The Well
02. I’m The Blues
03. Gotta Serve Somebody
04. Let Go
05. Blue Highway
06. Tough Enough
07. In Your Life
08. Said A Little Prayer
09. The Sun’s Gonna Shine Again
10. I’m Getting‘ Stronger
11. A Woman That Perfect

Carol Chase

Casino Steel – There’s A Tear In My Beer – CD-Review

Bei Casino Steel handelt es sich um einen mir bis zum heutigen Tage unbekannt gebliebenen Kultmusiker der Punkrockszene. Namen von Truppen mit seiner Beteiligung wie The Boys und Hollywood Brats sind daher meinem, von Southern-Rock und New-Country dominierten Geschmack naturgemäß nie begegnet. Erstgenannte Gruppe soll zumindest vom Sänger einer, in unseren Breitengraden recht bekannten Düsseldorfer Band (auch berühmt für ihren schlechten Fußballgeschmack), die in ähnlichen Gefilden einsortiert wird, glühend verehrt werden. Ach ja, irgendwann war dieser Herr Steel auch mal recht kurzweilig Teilzeitarbeiter von The Ramones, die mir natürlich in weiter Ferne auch musikalisch geläufig sind.

Warum landet ein Album dieses Musikers also bei Herrn Daus? Ganz einfach, der gute Casino Steel hat ein Countryalbum aufgenommen und die Experten auf diesem Gebiet sind oft noch rar gesät. Punk und Country passt das zusammen? Befürchtet hatte ich zunächst irgendein trockenes kurzes Uptempo-Alternate-Country-Geschrammel, dass dann nach einer knappen halben Stunde Qual eventuell beendet ist. Dem ist aber nicht so! Casino Steel widmet sich vornehmlich altem, traditionellen Countryliedgut (bin ich eigentlich auch kein großer Freund von) wie der Titel „There’s a Tear In My Beer“ (ein alter Hank Williams-Klassiker) bereits andeutet, der auch als Opener, direkt mit noch zwei weiteren Stücken des alten Countryhaudegens gecovert wird.

Das erledigt Steel mit viel Hingabe, Ruhe und durch eine recht kräftige, moderne Einspielung sehr zufriedenstellend. Dazu lockert die Beteiligung von Duettpartnerinnen wie u. a. Claudia Scott und Liz Tove Vespestad, die sich im Stile von Emmylou Harris oder Dolly Parton vokal einbringen, die Songs ein wenig auf. Das traditionelle country-typische Flair bleibt aber durch recht markante Steel-Parts jederzeit erhalten.

Am besten gefallen mir jedoch die Sachen, die Steel selbst oder mitkomponiert hat. Das bluesig-balladeske, sehr melodische, rau gesungene „I Was Barely Getting By“ mit herrlichen E-Passagen, irgendwo zwischen Tom Waits und Mitch Ryder angesiedelt, dürfte dabei ganz sicher auf meinem Best-Of-Jahres-Sampler landen. Ein starker Song! Genauso klasse das ebenfalls bluesige „Real Rain“ (mit schönen weiblichen Harmonies, starkem, sirenenartigen E-Solo), das flotte, mit dezentem Rockabilly-Flair umgarnte „I’m Unable To Toe The Line“, oder das authentisch traurig überbrachte „Ballad Of The Sad Café“ (Piano-Barroom-Ballade mit Tom Waits-Spirit), und das abschließende „Heroine“ (70ies-Retro-Schwofer mit schönen Stimmungswechseln).

Lediglich die gar nicht mal so unübel gemachte Countryinterpretation von „What A Wonderful World“ erscheint angesichts des wohl unerreichbaren Louis Armstrong-Vermächtnisses im unweigerlich aufkommenden Vergleich chancenlos. Trotzdem, Casino Steels „There’s A Tear In My Beer“ hat in seiner Gesamtheit durchaus die Berechtigung, mal von Freunden solcher Traditions-Musiker der Marke Williams, Cash & Co., sowie von Bluesern, die sich offen für Country der alten Schule zeigen, mal unter die Lupe genommen zu werden. Selbst aus meiner eher New-Country-orientierten Sicht ein recht akzeptables Werk!

Wild Kingdom (2007)
Stil. Country Rock

01. There’s A Tear In My Beer
02. I Was Barely Getting By
03. I’m So Lonesome I Could Cry
04. That’s All I Need To Hear
05. She Thinks I Still Care
06. Real Rain
07. Cold, Cold Heart
08. Oh Ramona
09. What A Wonderful World
10. I’m Unable To Toe The Line
11. Ballad Of The Sad Café
12. Baby, That’s Cold
13. I Wish I Could Come Home
14. Heroine

Casino Steel

Kim Carnes – Chasin‘ Wild Trains – CD-Review

Kim Carnes zählt zu den Interpretinnen, die in der breiten Öffentlichkeit meist über einen großen Hit definiert werden, ähnlich wie John Miles mit „Music“, Marc Cohn mit „Walking In Memphis“ oder Robin Beck mit „First Time“, um hier ein paar weitere Beispiele anzuführen. In ihrem Fall war „Bette Davies Eyes“ der Knaller, mit dem sie in den Achtziger Jahren großen Bekanntheitsgrad erlangte, und auch Grammies abräumte.

Und so würde ich einiges darauf verwetten, dass selbst viele meiner Bekannten, die ohne Zweifel allesamt einen recht hohes Musik-Allgemeinwissen besitzen, mit kaum mehr als zwei bis drei weiteren Carnes-Songs spontan aufwarten können, wenn überhaupt.

Schade eigentlich, denn die gute Kim, wie auch natürlich die anderen o. a. Künstler, hat viele tolle Lieder in ihrem Repertoire, wie auch ihr damaliges Greatest-Hits-Album von 1993 eindeutig beweist. Man erinnert sich an starke Stücke wie „Gypsy Honeymoon“, „I’ll Be There Where The Heart Is“, „It Hurts So Bad“ (immer noch mein persönliches Lieblingsstück), „Crazy In The Night“ oder auch an „Still Hold On“. Southern-Rock-Freunden wird vielleicht noch die grandiose Coverversion von Johnny Van Zant auf seinem Album „The Last Of The Wild Ones“ im Gedächtnis hängen geblieben sein.

Zwölf Jahre sind seit dieser Kompilation vergangen, dass letzte richtige Album „Checkin‘ Out The Ghosts“ liegt sogar noch zwei weitere Jahre zurück, und wurde zudem nur in Japan veröffentlicht. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Kim ist natürlich weiterhin live aufgetreten, und hat sich nach ihrem Umzug nach Nashville 1994 mehr dem Songwriting für andere Interpreten wie u. a. Sawyer Brown, Suzy Bogguss, Pam Tillis, Carolyn Dawn Johnson oder Tanya Tucker gewidmet, oder verlieh ihre phantastische Stimme im Background für Leute wie Deana Carter oder Tim McGraw.

Schön dass es jetzt wieder mit einem neuen Silberling geklappt hat. „Chasin‘ Wild Trains“ läuft seit Tagen in meinem Player rauf und runter. Ein Klasse-Album! Zwölf neue Stücke mit wunderschönem melodisch zeitlosen Charakter. Die Dame mit der blonden Mähne und ihrer unnachahmlich rauchigen Reibeisen-Stimme in Bestform! Und bei einem Umzug nach Music City bietet es sich natürlich an, namhafte Klassemusiker der dortigen Szene für ein solches Projekt einzubinden.

Naturgemäß tauchen dann auch so bekannte Instrumentalisten wie Greg Morrow, Billy Panda, Tim Lauer, Richard Bennett, Tom Bukovac oder Jeffrey Steele im Booklet auf, die aus dem von mir so geliebten New-Country-Geschehen allseits geläufig sind. Aber auch Typen wie Angelo, Jeff Hanna (Nitty Gritty Dirt Band) oder Chuck Prophet, den ich live auf dem letzten Blue Highways Festival in Utrecht erleben durfte, fügen sich mit starken Leistungen in das Gesamtgeschehen ein.

Als Single wurde die entspannte Ballade „One Beat At A Time“ ausgekoppelt, die ein tolles Slide-Solo enthält und ihren Anspruch in Kims genialem weich-kratzigem Gesang und Tim Lauers unaufdringlichem, aber starken Keyboardspiel begründet. Meine persönlichen Favs aber sind die rhythmisch flotten „Just To See You Smile“ und „All About Time“ die von knackigem Akustikgitarrenspiel getragen werden, die herrliche Ballade „Goodnight Angel“ (klasse Harmonie-Vocals vom Kings Of Leon Produzenten Angelo, starke Gitarrenarbeit/-Solo Tom Bukovac) und das von einem leichten County-Flair umgarnte Midtempostück „Lucid Dreams“, wobei Chuck Prophet ebenfalls Harmonies beisteuert, aber auch an der Telecaster im Wechselspiel zu Angelos Dire-Straits-mäßigen Stratocaster-Fills zu glänzen weiß.

Wohltuend neben der, ich möchte es auch an dieser Stelle nochmals erwähnen, sensationellen Gesangsperformance von Frau Carnes auch, dass diesmal auf der CD, wie es noch in den Achtzigern ja leider Gottes so üblich war, auf Synthesizereinlagen komplett verzichtet wurde. Insgesamt ein lang ersehntes starkes Comeback von Kim Carnes, das nach etwas zeitnaheren Nachfolgewerken schreit…

CoraZong Records (2005)
Stil:  Rock & More

01. One Beat At A Time
02. Just To See You Smile
03. Where Is The Boy (Chris‘ Song)
04. Goodnight Angel
05. Lucid Dreams
06. All About Time
07. Runaway
08. You Made My Skin Burn
09. Still Warmed By The Thrill
10. If I Was An Angel
11. Too Far Gone
12. Stepped Right In

Kim Carnes
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J.J. Cale – In Session At The Paradise Studios, Los Angeles – DVD-Review

J.J. Cale gehört nach wie vor zu meinen Top Five-Interpreten aller Zeiten. Ich habe von ihm auch so gut wie alle Scheiben die bisher auf den Markt gekommen sind, zum Teil sogar doppelt auf Vinyl und CD. Nicht von ungefähr hat er Stars wie Eric Clapton, Mark Knopfler und auch Ronnie Van Zant von Lynyrd Skynyrd beeinflusst, seine Songs werden bis zum heutigen Tag immer noch gerne gecovert.

Bekam man noch neulich feuchte Augen, als auf Bayern 3 im Fernsehen über den kauzigen Musiker aus Tulsa, Oklahoma ein herrliches Portrait ausgestrahlt wurde, so geht es einem genauso, wenn man sich jetzt die historischen Aufnahmen aus den Paradise Studios in Los Angeles von 1979 ansieht. Ich bin eigentlich nie ein Fan von alten Kamellen gewesen, aber in diesem Fall wird selbst mir klar, dass manche Musiker, wie halt J.J. Cale, in der Lage sind, zeitlose Kompositionen zu kreieren.

Der Gig wirkt zwar etwas eigenartig, es sieht bald so aus, als wenn sich ein paar Musik-Studenten mit ihren Profs zu einer WG-Einweihungspartie getroffen hätten, sich die zur Verfügung stehenden Instrumente geschnappt haben, und dann mal einfach loslegten. Cale sieht aus wie aus dem Mittagsschlaf gerissen, vom Sofa gezerrt, seine dichten, grauen Haare (man könnte meinen, Ako-Pads wüchsen aus seiner Kopfhaut) stehen zu Berge. Ihm gegenüber Leon Russell, eine Mischung aus Methusalem und einem Alm-Ödi, der John in Sachen Coolness, Introvertiertheit und natürlich musikalischer Brillanz Paroli bietet. Der Rest der ebenfalls exzellenten Mitmusiker (Christine Lakeland, Larry Bell, Marty Grebb, Nick Rather, Bill Boatman oder Jimmy Karstein) bewegte sich schon länger im Dauer-Dunstkreis der beiden Hauptprotagonisten, somit ist auch das äußerst homogene Wirken bei den Songs keine Überraschung.

Zu meiner Freude steht meine absolutes Lieblingswerk von J.J. Cale, „5“ (neben der „Shades“, die aber erst vier Jahre später auf den Markt kam), im Fokus des Geschehens. Kein anderer schaffte es je besser, den von ihm quasi erfundenen Laidback-Stil (manchmal fast am Rande zur Lethargie wie bei „Sensitive Kind“ oder „Crazy Mama“) mit einer ungemeinen Spielfreude so perfekt zu vereinen. Cale brummelt seine Texte fast gelangweilt ins Mikro, präsentiert seine Gitarren-Fingerfertigkeit fernab jeder Theatralik, verfolgt aber äußerst aufmerksam die spieltechnischen Leistungen seiner Mitmusiker, ganz selten huscht mal ein verschmitztes Lächeln über seine herben Gesichtzüge in Richtung seines charismatischen Konter-Parts, Leon Russell.

Vorzüglich immer wieder der satte Rhythmus-Teppich, der die Grundlage für seine filigranen Soli bildet, wie auch für die ständig eingeflochtenen Organ- und Piano-Duelle der Herren Russell und Bell. Selbst bei recht flott instrumentierten Boogie-Stücken (da gibt es sogar recht viele wie „T-Bone Shuffle“, „Hands Off Her“, „Goin‘ Down“ oder „Roll On“), lässt Cale sich nicht aus der Ruhe bringen. Sahnehäubchen des Gigs ist aber die furiose Fassung seines Paradesongs „After Midnight“, dass nach recht verschleiertem Gitarren-Intro in einer grandiosen Form dahingroovt. Klasse hier die eingeworfenen Harmonika-Fills von Christine Lakeland und ein starkes Piano-Solo. Absolut genial auch die Fassung von „Boilin‘ Pot“, das in der Studioversion kaum länger als zwei Minuten ist, hier aber mit ausgedehnten Soli (stark die dezenten Harmoniegesänge von Lakeland) in der XXL-Version performt wird.

Richtig Spaß macht auch „Same Old Blues“, wo John und Leon im Duett singen. Aufgepeppt wird die ganze Geschichte auch durch Stücke, wo sich der zwischen Wahnsinn und Genialität zu bewegen scheinende Russell den Leadvocals-Part vollständig übernimmt („Corina Corina“ oder beim abschließenden „24 Hours A Day“), oder, wo Keyboarder Larry Bell, beim souligen, in Richtung Doobie Brothers driftenden „Set Your Soul Free (Tell Me Who You Are)“ sein vokales Talent in den Vordergrund stellt.
Insgesamt ein tolles Konzert, dass wie geschaffen fürs Wohnzimmer ist, und bei dem Anschauungsunterricht in Sachen instrumentalem Können par excellence dargeboten wird. Selbst mein alter Herr, der eigentlich die Jazz-Ecke bevorzugt, ist immer wieder von Cale hingerissen. J.J., du bist und bleibst einer der Größten!

Warner Music Vision (2002)
Stil:  Rock & More

01. T-Bone Shuffle
02. Nowhere To Go
03. Cocaine
04. Ten Easy Lessons
05. Sensitive Kind
06. Hands Off Her
07. Lou-Easy-Ann
08. Going Down
09. Corina, Corina
10. Roll On
11. No Sweat
12. Crazy Mama
13. Fate Of A Fool
14. Boilin‘ Pot
15. After Midnight
16. T-Bone Shuffle
17. T-Bone Shuffle Backwards
18. Same Ole Blues
19. Don’t Cry Sister
20. Set Your Soul Free (Tell Me Who You Are)
21. 24 Hours A Day

Bonus Tracks
22. Call Me The Breeze
23. Ever Lovin‘ Woman
24. Katy Cool Lady
25. Lies
26. Don’t Wait

J.J. Cale
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Solomon Burke – Nashville – CD-Review

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Solomon Burke zählt seit den Sechziger Jahren zu den unumstrittenen Größen des Blues und Soul. Trotz nicht gerade überragender Erfolge am Fließband und vielen persönlichen musikalischen Auszeiten durfte er sich ohne Widerspruch mit dem Beinamen ‚King‘ schmücken. Eigentlich eher  ein klarer Fall für Blues-Freunde , aber da es sich diesmal um ein Countryalbum handelt, womit sich der zeugungsfreudige Mitt-Sechziger (21 Kinder!!!) , der parallel immer noch als Bestattungsunternehmer tätig ist (und wahrscheinlich viele Leute unter sich hat…), einen Herzenswunsch erfüllt hat („Nashville is an experience that every musician should have“ – teilweise sicher richtig, aber bitte nicht alle Musiker…), kommt dann Cowboy ‚Dangerous Dan‘ Daus ins Spiel.

Tom Waits sagte mal über Burke. »He is Solomon the resonator. The golden voice of heart, wisdom, soul and experience. He’s one of the architects of American music«. Mag alles stimmen, aber auf dem Countrysektor ist der King erst mal ein unbeschriebenes Blatt. Aber nach recht vielen Hördurchgängen muss ich zweifellos anerkennen, dass der Altmeister durchaus ein Terrain betreten hat, dass ihm keine Probleme bereitet. Zudem hat er mit Buddy Miller einen sich in Music City bestens auskennenden Produzenten (Steve Earle/Emmylou Harris, ebenfalls aber auch Musiker und Songwriter) angeheuert, der ein gewisses Gespür dafür hat, welche Songs für so eine Konstellation geeignet sind.

Und so schimmern natürlich immer wieder Blues, leicht soulige Elemente und gospelartige Backgrounds durch die Stücke hindurch, wobei Burkes charismatisches Stimmorgan eine unverkennbare schwarze Note in die Lieder einfließen lässt, was im Countrybereich ja auch eher selten ist, zumindest im Frontbereich. Trotzdem Hut ab, dass passt alles hervorragend zusammen, nicht zuletzt aufgrund der guten Musiker, die sämtliche Zutaten mit den genretypischen Instrumenten (Fiddle, Mandoline, Steel, Dobro, Banjo) geschickt in ein Country-Gewand verpackt haben. Farbtupfer wurden sicher auch durch die allesamt recht gut mit Burke harmonierenden weiblichen Gesangspartner wie Dolly Parton, Gillian Welch, Patty Griffin, Emmylou Harris und Patty Loveless gesetzt, wobei gerade Letztgenannte den König bei einem der überragenden Songs des Werkes, „You’re The Kind Of Trouble“ (southern-angehauchter Country-Stomper), mit ihrer Röhre doch ordentlich ins Schwitzen bringt.

Weitere Highlights sind der lässige Opener „That’s How I Got To Memphis“ (toll hier der Gesang bei ausschließlicher Akustikgitarrenbegleitung), die flotte Uptemponummer „Seems You’re Gonna Take Me Back“ (klasse Drumming, tolle E-Gitarre, Organ-Fills, Steeleinlagen, schöne weilbliche Harmonies), das in der grantigen Art eines Van Morrisons gesungene balladeske „Valley Of Tears“ (schöne Akustikgitarren-/Mandolinenbegleitung) oder das J. J. Cale-mäßige „Honey Where’s The Money Gone“ (cooler Akustikrhythmus, schönes E-Piano, sirenenartige Harp, E-Fills, weibliche Harmonies). Einziger Schwachpunkt am Ende vielleicht das an eine Mischung aus Tom Waits , Johnny Cash und Frank Sinatra erinnernde „‚Til I Get It Right“, das so ein wenig auf „New York, New York“ in Country-Manier macht, besonders schrecklich hier die nervigen Streicher-Arrangements.

Ansonsten aber ist „Nashville“ von Solomon Burke ein in sich stimmiges Album mit überragender Gesangperformance des Meisters, das man sich mal gut zum Entspannen anhören kann. Besser wäre es allerdings, man würde als passendes Ambiente eine ehrwürdige Südstaatenvilla (mir fällt da gerade spontan so das Cover vom Dickey Betts & Great Southern-Debütwerk ein…) zur Verfügung stehen haben, und sich das Ganze in der Abenddämmerung bei einem leckeren Gläschen Whiskey auf der Veranda genehmigen. Da es soweit leider noch nicht gekommen ist, zumindest von meinen Gartenstuhl auf meiner Terrasse in Rheinberg aus. Ein Prost dem King!

SPV, Snapper (2006)
Stil:  Country

01. That’s How I Got To Memphis
02. Seems Like You’re Gonna Take Me Back
03. Tomorrow Is Forever
04. Ain’t Got You
05. Valley Of Tears
06. Honey Where’s The Money Gone
07. Atta Way To Go
08. Millionaire
09. Up The Mountain
10. Does My Ring Finger Burn You
11. Vicious Circle
12. We’re Gonna Hold You
13. You’re The Kind Of Trouble
14. ‚Til I Get It Right

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Luke Bryan – Spring Break… Here To Party – CD-Review

Just in dem Moment, wo sich nach gefühlt mehrmonatigem wettertechnischen Trübsal hier im Rheinland die ersten Sonnenstrahlen mal wieder blicken ließen (mittlerweile fliegen allerdings schon wieder die Schneeflocken umher), erreichte mich die neue Scheibe von Luke Bryan. Der aus Leesburg, Georgia stammende, 1976 unter dem Namen Thomas Luther Bryan geborene Musiker, posiert auf dem Cover in einem knallgelben offenen Geländewagen vor strahlend blauem Himmel. Und auch der Innenteil mit Fotos eines seiner Konzerte samt Beach-Kulisse sowie der Titel „Spring Break… Here To Party“ lassen auf ein launiges Hörvergnügen schließen.

Luke Bryan hatte seinen Durchbruch mit der letzten Scheibe aus dem Jahr 2011 „Tailgates & Tanlines“ geschafft, die in den Billboard-Country-Album-Charts nur ganz knapp den Spitzenplatz verpasst hatte, sich aber zur Zeit immer noch unter den oberen Top-20 bewegt.

Mit seinem jetzt insgesamt vierten Longplayer knüpft der Inhaber eines Major Contracts (Capitol Records Nashville) nahtlos an den Vorgänger an und präsentiert satte vierzehn, größtenteils launige Tracks, die man auf jeder Grill-/Strandparty laufen lassen kann, sofern man was mit New Country-Musik und ihren angrenzenden Bereichen wie Pop, Rock und Southern Rock am Hut hat. Mit Spring Break sind ja die amerikanischen Frühlingssemester-Ferien gemeint, die von den College-Studenten ganz gerne genutzt werden, um in den wärmeren Gefilden der Staaten, dann mal ‚die Sau rauszulassen‘.

Luke Bryans Songs von diesem Album dürften bestens als passendes Ambiente geeignet sein. Meist von einem groovigen Rhythmus getragen, laden die leicht zu merkenden Refrains in ordentlichem Maße zum Mitsingen und auch, bei erhöhtem Alkoholpegel, sicherlich zum Mitgrölen ein. Als gutes Beispiel unter vielen dient hier „Shore Thing“, bei dem dann am Schluss die obligatorischen Crowd-Gesänge mit angebunden wurden.

Das hört sich zunächst banal an, ist es aber letztendlich überhaupt nicht. Zum einen hat Bryan alle Lieder in Zusammenarbeit mit namhaften Songwritern der Szene (Dallas Davidson, Rhett Akins, Ben Hayslip, Ashley Gorley, Michael Carter, Craig Wiseman) die schon für ein gewisses Niveau garantieren, durchaus humorvoll komponiert, zum anderen sorgen die exzellenten Musiker mit vielen instrumentellen Feinheiten dafür, dass es bei genauerem Hinhören viel zu entdecken gibt.

Für die (Schaum-) Krone sorgen vor allem die grandiosen E-Gitarristen. Mit JT Corenflos, Kenny Greenberg, Michael Payne, Pat Buchanan, Brent Mason, Jeff King, Troy Lancaster, Adam Shoenveld und John Willis ist bis auf Tom Bukovac und Dann Huff eigentlich das Who is Who der Edelspieler des Genres vertreten und die bieten von der Rhythmus-, Fill- bis zur Soloarbeit wirklich feinsten Genuss. Das tolle dieser Musiker ist, dass da nicht selbstherrlich gefrickelt, sondern alles kurz und knapp gehalten wird und man trotzdem genau weiß, dass hier alles auf den Punkt gebracht ist. So weht auch immer eine unterschwellige Portion Southern Rock in den Songs mit. Ganz vorzüglich auch Ilya Toshinskys Banjo-Darbietung in „A Little Bit Later On“. Mit dem ruhigen „Buzzkill“ (klasse Slide-Solo) und dem relaxt groovenden „Shake The Sand“ (Orgeltupfer, Bariton-E-Solo) gibt es lediglich zwei Durchatmer, ansonsten wird das Laune-Barometer bis zum abschließenden „Take My Drunk A** Home“, einem stampfenden Fiddle-lastigen Countryheuler durchgehend im nicht mehr fahrtauglichen Promillebereich gehalten.

Mit „Spring Break… Here To Party“ legt Luke Bryan ein spaßiges (vor allem sich selbst nicht zu Ernst nehmendes) Album nach, dass jede Menge Hitpotential beinhaltet. Leute, die gerne den höheren Temperaturen frönen, dabei leidenschaftliches Grillen ihre Passion nennen und kühlem Biergenuss nicht abgeneigt sind (also im Prinzip dem Profil des klassischen RockTimers in hohem Maße entsprechen…), kann diese Scheibe ans Herz gelegt werden. Typen, die unbedingten intellektuellen Anspruch an Musik hegen, und Spaßbremsen aller Art sollten sich halt weiter anderen Dingen zuwenden!

Capitol Records Nashville (2013)
Stil:  New Country

01. Suntan City
02. Just A Sip
03. Buzzkill
04. If You Ain’t Here To Party
05. Little Bit Later On
06. In Love With The Girl
07. Shore Thing
08. Sorority Girl
09. Shake The Sand
10. Love In A College Town
11. Wild Weekend
12. Cold Beer Drinker
13. Spring Break-Up
14. Take My Drunk A** Home

Luke Bryan
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Bärchen Records

Brothers Of The Southland – Same – CD-Review

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Irgendwie holt die Vergangenheit einen immer wieder ein. Nein, ich rede jetzt nicht vom erneuten Abstieg meines Graupenvereins Rot-Weiss Essen in die Viertklassigkeit (demnächst Spiele gegen SV Lotte und Wehen 2…), sondern diesmal auch in musikalischer Hinsicht. Philippe Archambeau, Betreiber der sehr schönen französischen Southern Rock-Seite ‚Road To Jacksonville‘ mailte mich an, ob ich in Besitz von Live-Material der einstigen Newcomer-Band Street Survivors wäre, die ja aus meiner Heimatstadt entstammte und für die ich einst den gleichnamigen Bandsong auf ihrem teilweise sehr gelobten Debütalbum „Southern Rock Will Never Die“ getextet hatte. Vermittelt hatte den Kontakt wohl kein Geringerer als die allwissende, journalistische deutsche Stimme des Southern Rocks, mein alter, langjähriger ‚Home-Of-Rock‘-Ex-Kollege Fred Schmidtlein.

Wie es so ist, wurde damals beim ersten Street Survivors-Gig in Rheinberg 1993 (anwesend und mitwirkend Debbie Bailey, frühere Backgroundsängerin von Lynyrd Skynyrd!) alles auf VHS aufgenommen und Kopien an einige auserwählte Leute verteilt. Das Teil lag natürlich seit Jahren in der Schublade einer Kommode meines Arbeitszimmers und ist seitdem nie wieder angeschaut worden. Street Survivors verschwanden dann übrigens, nachdem man einige Konzerte als Vorgruppe für u.a. Molly Hatchet und Wishbone Ash gespielt hatte, ziemlich flugs wieder in der Versenkung und man trennte sich nach internem Streit. Viel graue Haare später und 20 Kilo schwerer fand ich, dank heutiger technischer Möglichkeiten, schnell jemanden, der mir das Band auf DVD umwandelte. Und so schickte ich das Teil umgehend an den erwartungsvollen Philippe. Also, wenn das nicht mal ein schöner Beweis für die gelebte deutsch-französische Freundschaft ist…

Warum erzähl ich das alles eigentlich überhaupt? Auch der gute Philippe ließ sich natürlich nicht lumpen und sendete mir als Dank ein Exemplar der Brothers Of The Southland zu (leider ohne Cover), eine Allstar-Band mit hochkarätigen Namen an Bord (u.a. Henry Paul – Outlaws, Henry Paul Band, Blackhawk, Jimmy Hall – Wet Willie, Steve Grisham – Outlaws, Ghost Riders, Dan Toler – Allman Brothers, Reese Wynans, Mike Brignardello – beides Nashville Studiogrößen, Steve Gorman – Black Crowes, Bo Bice – American Idol-Finalist), die eine Art Tributalbum zu Ehren des kürzlich verstorbenen George McCorkle (Marshall Tucker Band) eingespielt haben. Vorweggenommen sei, dass das Werk zur Zeit nur als Internet-Download zu erwerben ist.

Die Scheibe macht aus mehreren Gründen Spaß. Zum einen, weil es nicht ein abgedroschenes Coveralbum (mit „Can’t You See“ und „Dreams“ nur zwei Klassikerversionen, beide von Bo Bice gesungen; „Brothers Of The Southland“/ Blackhawk und „Dixie Highway“/ Iron Horse zwei Neuversionen von nicht so ganz populären und bekannten Liedern) geworden ist und durchgehend gut mit vielen neuen Songs bestückt wurde. Diese wurden in instrumenteller Hinsicht natürlich hochwertig ausgeführt und auch die Produktion von D. Scott Miller ist glasklar und sehr knackig ausgefallen. Die von Henry Paul (eher southern/countryesk) und Jimmy Hall (oftmals recht soulig/bluesig/rockig mit Bläsern und Harp) fast brüderlich geteilt gesungen Stücke bilden einen herrlichen Kontrast und versprühen pure Nostalgie, ohne aber zu langweilen.

Grandios die Version von „Brothers Of The Southland“, die durch ein herrliches Instrumentalfinish mit Twin-Gitarren erheblich aufgewertet wurde. Wunderschön der Opener „Love Don’t Care (Where You Come From)“, durch den ein angenehmes MTB-Flair strömt, so wie es sicher auch in George McCorkles Sinn gewesen wäre. Die Fassung von „Can’t You See“ (mit 7. 32 Min. längstes Stück) ist nicht von schlechtesten Eltern (klasse Organ, Double Leads, Tempowechsel, fette Drums). „Dreams“ bleibt in seiner Art eher im Allman-Bereich, hier ist aus meiner Sicht aber die Version vom Molly Hatchet-Debüt unerreicht.

Insgesamt eine Scheibe, die einerseits dazu anregt, in Erinnerungen zu schwelgen, aber auch als Beweis für die aktuell immer noch gute Form alter Southern-Strategen wie Henry Paul und Jimmy Hall dient.

Zoho Music (2009)
Stil:  Southern Rock

01. Love Don’t Care (Where You Come From)
02. Brothers Of The Southland
03. Can’t You See
04. Rock’n’Roll Survivor
05. Dixie Highway
06. Travelin‘ Light
07. Blue Sunrise
08. Pray For Me
09. Dreams
10. Change A’Comin‘
11. Back In The Days
12. Long Goodbye

Bärchen Records

Garth Brooks – The Entertainer – DVD-Review

Der Name Garth Brooks steht für mich unumstößlich in Verbindung mit der Gründung der New-Country-Bewegung. Er war einer der Ersten, der die traditionelle, meist doch recht biedere und trockene Countrymusik mit Pop- und Rockelementen aufpeppte, und seine Konzerte mit unermüdlich erscheinender Energie zu regelrechten Live-Spektakeln mutieren ließ.

Ich habe es sogar selbst am eigenen Leibe erfahren dürfen. Für mich immer noch ein Highlight meiner Live-Erlebnisse. Sein Gig in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle, damals im Vorprogramm die zu dieser Zeit noch recht unbekannte Martina McBride. Schon zwanzig Minuten vor Konzertbeginn schwappte eine La Ola ununterbrochen durchs Rund. Eine Stimmung, wie ich sie bis heute auf keinem weiteren Musik-Event erlebt habe. Unvergessen die Szene, als Garth während eines Songs am Rande der Bühne auf dem Boden kniend, mit Geschenken überhäuft wurde, eine Dame das schweißgebadete Gesicht des Akteurs zur Kenntnis nahm, spontan seinen Cowboyhut anhob, und unter dem überwiegenden Gekreische des weiblichen Publikums, schon fast liebevoll die Stirn mit einem Handtuch abtupfte…

Um so schöner, dass man, seitdem es jetzt schon doch recht lange ruhig um den Vollblutmusiker aus Oklahoma nach seinem zwischenzeitlichen Rücktritt geworden ist, seine ganze Live-Power in Form eines Fünfer-DVD-Packs, in einer edlen Blechbox mit Prägedruck ins Wohnzimmer geliefert bekommt. Vier Konzerte (zwei in Texas, eines in Dublin, Irland, sowie eines im mit über 250.000 Menschen gefüllten Central Park in New York) werden geboten, dazu am Schluss noch eine Ansammlung seiner größten Hits als Videoclips.

Die beiden ausverkauften Stadion-Events in Dallas und Irving zu Beginn der Neunzigerjahre zeigen in Perfektion, wie spielend leicht Brooks eine komplette Arena zur Showbühne umwandelte und sein ihn fast schon vergötterndes Publikum in den Bann zog. DVD 1 wird immer wieder sporadisch durch Statements von Garth und seinen langjährigen Weggefährten wie u. a. Produzent Allen Reynolds unterbrochen, und reflektiert auch ein wenig die persönliche und sehr sympathisch wirkende Seite des Menschen Brooks (z.B. hilft er selbst in schwindelerregender Höhe beim Beleuchtungsaufbau, oder begibt sich auf einen der am weitesten abgelegenen Ränge, um auch hier für optimale Soundqualität zu sorgen). Höhepunkte beider Konzerte sind sicher Effekthaschereien wie das Gitarrenzertrümmern mit Ty England im Baseballstil, das Einsetzen von Feuer und Regen, sein Flug an einem dünnen Seil durchs Publikum, seine bärenstarke Gesangsleistung bei „Shameless“ (in Dallas), seine sympathische Begleitband inklusive grandioser Backgroundsängerinnen, und auch sein überraschendes Saxophon-Solo (in Irving).

DVD 3 (Irland) und DVD 4 (Central Park) zeigen dann Brooks als, über Landesgrenzen und Musikgenres hinaus, absolut gereiften Megastar, quasi auf dem Zenit seiner Karriere. Schön im ersten Fall die eingeblendeten Impressionen von der grünen Insel, seine extreme Publikumsnähe (lässt sich auf Händen durch die Menge tragen, oder singt die irische Hymne auf einem kleinen Podest inmitten des Spielfeldes – natürlich ohne Bodyguards), sein Temperament wieder in schwindelerregender Höhe bei „Ain’t Going Down“ auf dem Bühnengerüst, der Gag mit seinem Drummer in einer Ufo-ähnlichen Glaskuppel, die dann auch irgendwann (hydraulisch) abhebt, das Abfeuern von panzerfaustartigen Konfettikanonen, sowie Mittlerweile-Ehefrau Trisha Yearwood als Verstärkung im Background.

Das Open-Air-Event in New York ist dann Superlativ pur, nicht nur was die bereits o.a. Besucherzahl angeht. Selbst hier scheut Brooks nicht den Gang ins Publikum, er rennt sich auf der mega-langen Bühne die Seele aus dem Leib, übernimmt sogar spontan die Kamera und filmt. Phantastisch die Einbindung vom blendend aufgelegten Billy Joel bei mehreren Songs und von Don McLean bei der Präsentation seines Super-Hits „American Pie“. Meistgefeiertes Stück auf allen Konzerten ist natürlich der Mitgröler „Friends In Low Places“, bei dem die Stimmung durchgehend den Siedepunkt erreicht. Am Ende gibt es in New York als kleines Schmankerl noch ein Feuerwerk, bei dem zum Schluss das Brooks-typische g-Logo am Himmel aufleuchtet.

Alles in allem fast sieben Stunden glänzende Unterhaltung, die den Titel der Box mehr als vortrefflich untermauert. Garth Brooks ist ein glänzender Entertainer, durch und durch!

Pearl Records (2007)
Stil:  New Country

DVD 1
This Is Garth Brooks.
Reunion Arena, Dallas, Texas, September 1991
01. Not Counting You
02. Rodeo
03. Two Of A Kind
04. We Buy The Hatchet
05. The Thunder Rolls
06. The River
07. Much Too Young
08. Papa Loved Mama
09. If Tomorrow Never Comes
10. Shameless
11. Friends In Low Places
12. The Dance
13. You May Be Right

Bonus Tracks.
14. Keep Your Hands To Yourself
15. What She’s Doing Now

DVD 2
This Is Garth Brooks, Too!.
Texas Stadium, Irving, Texas, September 1993
01. Standing Outside The Fire
02. Papa Loved Mama
03. That Summer
04. Honky-Tonk Bar Association
05. The River
06. The Thunder Rolls
07. We Shall Be Free
08. Kickin‘ And Screamin‘
09. One Night A Day
10. Shameless
11. Friends In Low Places
12. The Dance
13. Ain’t Going Down

Bonus Tracks.
14. Two Of A Kind
15. Callin‘ Baton Rouge

DVD 3
Ireland – Live From Dublin.
Croke Park, Dublin, Ireland May 1997
01. Old Stuff
02. Beaches Of Cheyenne
03. Two Of A Kind
04. Unanswered Prayers
05. Tearin‘ It Up
06. The River
07. We Shall Be Free
08. Callin‘ Baton Rouge
09. If Tomorrow Never Comes
10. Ireland
11. Friends In Low Places
12. That Ol‘ Wind
13. The Fever
14. Ain’t Going Down
15. American Pie

Bonus Tracks.
16. She’s Gonna Make It
17. Cowboy Cadillac

DVD 4
Live From Central Park.
Central Park, New York, New York August 1997
01. Rodeo
02. Papa Loved Mama
03. Two Of A Kind
04. The River
05. Callin‘ Baton Rouge
06. Shameless
07. Ain’t Going Down
08. NY State Of Mind
09. The Fever
10. Friends In Low Places
11. The Dance
12. American Pie
13. Much Too Young
14. If Tomorrow Never Comes
15. You May Be Right

Bonus Tracks.
16. Unanswered Prayers
17. We Shall Be Free

DVD 5
Video Greatest Hits.
01. Ain’t Going Down
02. The Thunder Rolls
03. Callin‘ Baton Rouge
04. The Red Strokes
05. I Don’t Have To Wonder
06. We Shall Be Free
07. When You Came Back To Me Again
08. Tearin‘ It Up
09. If Tomorrow Never Comes
10. Standing Outside The Fire
11. Anonymous
12. Good Ride Cowboy
13. The Change
14. Wrapped Up In You
15. The Dance

Garth Brooks
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Brooks & Dunn – Red Dirt Road – CD-Review

Konkurrenz belebt das Geschäft, sagt man. Dieses Statement scheint auch auf das New-Country-Business in diesem Jahr bestens übertragbar zu sein. Ich kann kaum noch nachvollziehen, wie viele tolle neue CDs ich seit Januar in meinem Player liegen hatte. Habe ich vor kurzem noch Wynonnas aktuelle Scheibe zum Highlight des Jahres emporgehoben, da lassen Brooks & Dunn den nächsten Kracher los.

Und ich bin mir relativ sicher, dass die beiden Herren mit „Red Dirt Road“ bei den anstehenden Awards ein schwer wiegendes Wort mitzureden haben werden. Denn es ist ihnen ein komplettes, perfektes Album geglückt, wobei viele Songs aus der eigenen Feder stammen. Sie präsentieren sich stärker denn je als Vocal-Duo, denn Kix Brooks wurde diesmal in recht hohem Maße am Gesang beteiligt und auch mit dem Titelsong ist ihnen ein echter ‚Earcatcher‘ mit persönlicher Note gelungen.

Auffällig sind die dezenten Huldigungen vieler Größen der Musikszene. Retrowelle? Eher nicht! Brooks & Dunn lassen dem Zuhörer Spielraum zur Interpretation, erhalten das typische New-Country-Feeling aber jederzeit. Direkt das Auftaktgitarrenriff und auch der Titel sind eine deutliche Anspielung auf „Honky Tonk Women“ von den Rolling Stones; das southernrockigee „Caroline“ mit seinem stampfenden Rhythmus und herrlichen Dobroslideeinlagen, als auch „Good Cowboy“ machen ihren Diener vor ZZ Top; bei „When We Were Kings“ beenden U2-artige Gitarrenrhythmen den Song, „That’s What She Gets For Loving Me“ wirkt wie eine Mischung aus Neil Young, Eric Clapton zu „Ocean Boulevard“-Zeiten und Diamond Rio; „I Used To Know This Song By Heart“ ist ein toller Blues mit leichtem Gospeltouch, der von den Gitarrensoli her Parllelen zu Eric Clapton und den Allman Brothers beinhaltet; „Believer“ könnte den Neville Brothers gewidmet sein; „She Was Born To Run“, zeigt wie Bruce Springsteen klingen müsste, so dass ich mir mal eine CD von ihm zulegen würde; „Good Day To Be“ enthält Charlie Daniels– typischen Sprechgesang und ein Beten für die kämpfenden US-Soldaten (wenn’s als Persiflage gedacht war, wär es ja ok…).

Trotzdem, das genretypische Flair bleibt zu jedem Zeitpunkt das überwiegende Moment. Weitere Highlights:  „Feels Good Don’t It“ und „Till My Dyin‘ Day“ sind Gute-Laune-Rocker zum Abdancen; „Memory Town“ ist eine Sonnenuntergangsballade, die jeden Marlboro-Spot im Hintergrund veredeln würde – wunderschöne Hammond- und Mandolinenklänge untermalen dieses Lied mit Lagerfeuer- und Cowboyromantik; „My Baby’s Everthing I Love“ ist ein swingendes Country-Jam-Stück, wo jeder ein Solo einwirft, der gerade ein Instrument zur Verfügung hat.

Habe ich noch was vergessen? Ach ja, etwas zu meckern gibt es dann doch. Der Hidden-Track entpuppt sich als Gospel-Kirchenchor-Lied der übelsten Sorte, die klischeehafte Covergestaltung, sowie die rotgerasterte Schrift auf bräunlich gerastertem Hintergrund machen das Anschauen und Lesen zur Qual.

Arista BMG (2003)
Stil:  New Country

01. You Can’t Take The Honky Tonk Out Of The Girl
02. Caroline
03. When We Were Kings
04. That’s What She Get For Loving Me
05. Red Dirt Road
06. Feels Good Don’t It
07. I Used To Know This Song By Heart
08. Believer
09. Memory Town
10. She Was Born To Run
11. Till My Dyin‘ Day
12. My Baby’s Everthing I Love
13. Good Day To Be Me
14. Good Cowboy
15. Hidden Track

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