Luke Bryan – Spring Break… Here To Party – CD-Review

Just in dem Moment, wo sich nach gefühlt mehrmonatigem wettertechnischen Trübsal hier im Rheinland die ersten Sonnenstrahlen mal wieder blicken ließen (mittlerweile fliegen allerdings schon wieder die Schneeflocken umher), erreichte mich die neue Scheibe von Luke Bryan. Der aus Leesburg, Georgia stammende, 1976 unter dem Namen Thomas Luther Bryan geborene Musiker, posiert auf dem Cover in einem knallgelben offenen Geländewagen vor strahlend blauem Himmel. Und auch der Innenteil mit Fotos eines seiner Konzerte samt Beach-Kulisse sowie der Titel „Spring Break… Here To Party“ lassen auf ein launiges Hörvergnügen schließen.

Luke Bryan hatte seinen Durchbruch mit der letzten Scheibe aus dem Jahr 2011 „Tailgates & Tanlines“ geschafft, die in den Billboard-Country-Album-Charts nur ganz knapp den Spitzenplatz verpasst hatte, sich aber zur Zeit immer noch unter den oberen Top-20 bewegt.

Mit seinem jetzt insgesamt vierten Longplayer knüpft der Inhaber eines Major Contracts (Capitol Records Nashville) nahtlos an den Vorgänger an und präsentiert satte vierzehn, größtenteils launige Tracks, die man auf jeder Grill-/Strandparty laufen lassen kann, sofern man was mit New Country-Musik und ihren angrenzenden Bereichen wie Pop, Rock und Southern Rock am Hut hat. Mit Spring Break sind ja die amerikanischen Frühlingssemester-Ferien gemeint, die von den College-Studenten ganz gerne genutzt werden, um in den wärmeren Gefilden der Staaten, dann mal ‚die Sau rauszulassen‘.

Luke Bryans Songs von diesem Album dürften bestens als passendes Ambiente geeignet sein. Meist von einem groovigen Rhythmus getragen, laden die leicht zu merkenden Refrains in ordentlichem Maße zum Mitsingen und auch, bei erhöhtem Alkoholpegel, sicherlich zum Mitgrölen ein. Als gutes Beispiel unter vielen dient hier „Shore Thing“, bei dem dann am Schluss die obligatorischen Crowd-Gesänge mit angebunden wurden.

Das hört sich zunächst banal an, ist es aber letztendlich überhaupt nicht. Zum einen hat Bryan alle Lieder in Zusammenarbeit mit namhaften Songwritern der Szene (Dallas Davidson, Rhett Akins, Ben Hayslip, Ashley Gorley, Michael Carter, Craig Wiseman) die schon für ein gewisses Niveau garantieren, durchaus humorvoll komponiert, zum anderen sorgen die exzellenten Musiker mit vielen instrumentellen Feinheiten dafür, dass es bei genauerem Hinhören viel zu entdecken gibt.

Für die (Schaum-) Krone sorgen vor allem die grandiosen E-Gitarristen. Mit JT Corenflos, Kenny Greenberg, Michael Payne, Pat Buchanan, Brent Mason, Jeff King, Troy Lancaster, Adam Shoenveld und John Willis ist bis auf Tom Bukovac und Dann Huff eigentlich das Who is Who der Edelspieler des Genres vertreten und die bieten von der Rhythmus-, Fill- bis zur Soloarbeit wirklich feinsten Genuss. Das tolle dieser Musiker ist, dass da nicht selbstherrlich gefrickelt, sondern alles kurz und knapp gehalten wird und man trotzdem genau weiß, dass hier alles auf den Punkt gebracht ist. So weht auch immer eine unterschwellige Portion Southern Rock in den Songs mit. Ganz vorzüglich auch Ilya Toshinskys Banjo-Darbietung in „A Little Bit Later On“. Mit dem ruhigen „Buzzkill“ (klasse Slide-Solo) und dem relaxt groovenden „Shake The Sand“ (Orgeltupfer, Bariton-E-Solo) gibt es lediglich zwei Durchatmer, ansonsten wird das Laune-Barometer bis zum abschließenden „Take My Drunk A** Home“, einem stampfenden Fiddle-lastigen Countryheuler durchgehend im nicht mehr fahrtauglichen Promillebereich gehalten.

Mit „Spring Break… Here To Party“ legt Luke Bryan ein spaßiges (vor allem sich selbst nicht zu Ernst nehmendes) Album nach, dass jede Menge Hitpotential beinhaltet. Leute, die gerne den höheren Temperaturen frönen, dabei leidenschaftliches Grillen ihre Passion nennen und kühlem Biergenuss nicht abgeneigt sind (also im Prinzip dem Profil des klassischen RockTimers in hohem Maße entsprechen…), kann diese Scheibe ans Herz gelegt werden. Typen, die unbedingten intellektuellen Anspruch an Musik hegen, und Spaßbremsen aller Art sollten sich halt weiter anderen Dingen zuwenden!

Capitol Records Nashville (2013)
Stil:  New Country

01. Suntan City
02. Just A Sip
03. Buzzkill
04. If You Ain’t Here To Party
05. Little Bit Later On
06. In Love With The Girl
07. Shore Thing
08. Sorority Girl
09. Shake The Sand
10. Love In A College Town
11. Wild Weekend
12. Cold Beer Drinker
13. Spring Break-Up
14. Take My Drunk A** Home

Luke Bryan
Luke Bryan bei Facebook
Bärchen Records

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.