The Infamous HER (Monique Staffile) – Interview

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Als Monique Staffile, alias Her, nach ihrem starken Konzert im Kölner Yard Club, sämtliche Merchandise-Aktivitäten, Smalltalk mit ihren Fans, sowie noch einige Posen für die anwesenden Fotografen, erledigt hatte, stand sie uns auch noch bereitwillig für ein Interview zur Verfügung, in dem sie über „Revolution„, Nashville, Gummibärchen, ihre Tierliebe und andere Dinge plauderte.

Sounds Of South: Wieder zurück in Deutschland! Was gefällt dir an unserem Land?
Her: Ja, ich liebe eigentlich fast alles bei euch! Wirklich bewundernswert hier ist, dass fast jeder musikbegeistert zu sein scheint und auch die hier auftretenden Musiker unterstützt. In den Staaten lassen sich viele Besucher, selbst während eines Konzerts, von Dingen wie Handys, etc. ablenken. In Deutschland hören uns die Leute während des Gigs aufmerksam zu, kaufen meist danach noch CDs und T-Shirts. Das ist klasse und deshalb kommen wir auch gerne jedes Jahr hier hin. Ihr habt natürlich das beste Bier, ich liebe eure Schnitzel, dazu besitze ich noch eine Obsession für eure Gummibärchen (lacht herzhaft und hält uns eine riesengroße Tüte eines bekannten deutschen Fruchtgummi-Produzenten entgegen)!

Sounds Of South: Warum der Schwenk von Her & Kings County zum alleinigen Her?
Her: Wir hießen schon zu Beginn als Band nur Her, praktisch zu vergleichen mit Blondie. Als wir nach Nashville kamen und mit Warner Brothers einen Vertrag unterzeichneten, wollten die einen Zusatznamen zu Her, also wie z. B. Allison Krauss & Union Station, so entschieden wir uns für Her & Kings County. Als wir dann irgendwann Krach mit dem Label hatten, sind wir wieder zu Her zurückgekehrt. Aber ich möchte betonen, als Band! Also, wie bereits erwähnt, so ähnlich wie Blondie.

Sounds Of South: Mir hat das Album „Raise A Little Hell“ mit Kings County im Vergleich zu „Gold“, ehrlich gesagt, wesentlich besser gefallen. Schick mich jetzt aber bitte nicht zur Hölle…! Wie ist deine Meinung?
Her: Unserem Album „Raise A Little Hell“ lag ein fast sieben Jahre währender Songwriting-Prozess zu Grunde, der insgesamt sogar schon zehn Jahre zurückliegt, als Countrymusik noch deutlich anders gestrickt war als heute. Wir haben praktisch jedes Jahr andere Stücke geschrieben. Das „Gold“-Album kam direkt nach dem Bruch mit unserem Label zustande, so hatte es einen sehr rebellischen Charakter, wir wollten Nashville zeigen, dass wir uns nicht vorschreiben lassen, was wir zu tun haben (…„Nashville, shot the f*** off… OT-Monique)! Deshalb war „Gold“ natürlich anders. Mit unserem neuen Album „Revolution“ haben wir aber wieder ein wenig versucht, Country- und Southern Rock-Einflüsse mit zu verarbeiten.

Sounds Of South: Wie kommt dein neues Video „Crush“ in den doch ziemlich religiös verwurzelten und eher prüden Staaten an?
Her: Die Absicht hinter „Crush“ war, mal was Schockierendes zu produzieren. Wir leben ja in Nashville, Tennessee, also im Süden der Staaten, der ja naturgemäß recht religiös geprägt ist. In New York, wo ich ursprünglich herkomme, gibt es eine große Gay-Bewegung. Diese beiden Elemente wollte ich einfach zusammenbringen, das löst dann natürlich den einen oder anderen Schock aus.

Sounds Of South: Bist du überhaupt gläubig?
Her: Nein, auf gar keinen Fall, ich bin zwar katholisch aufgewachsen – aber nein, definitiv nicht!

Sounds Of South: Wie kam eigentlich die Zusammenarbeit mit Rick Huckaby (ein Musiker den wir auch total mögen, und den wir vermutlich ohne dich nie kennengelernt hätten) zustande?
Her: Rick Huckaby? Echt? Wegen mir? Ich werde ihn deswegen zuhause sofort anrufen!

Sounds Of South: Ja, du hast ja ein Duett („My Heart Can’t Take Anymore“) mit ihm auf „Raise A Little Hell“ gesungen, danach haben wir ihn kontaktiert. Er hat uns sofort alle seine CDs zugeschickt und wir haben dann in unserem Magazin ein Portrait von ihm gemacht.
Her: Cool! Rick Huckaby ist ein toller Mensch und Musiker, mit einer klasse Stimme und wir sind in Nashville natürlich sehr gut befreundet. Ich liebe seine Stimme! Hat er dir eigentlich erzählt, dass er einen Großteil der dortigen Demosongs ‚einsingt‘? All‘ die großen Nashville-Stars wie Kenny Chesney & Co. hören sich erst mal Ricks Version an, bevor sie dann zu Werke gehen. Oft versuchen sie, ihn zu kopieren! Er wird deshalb in Nashville auch ‚The Demo-Singer‘ genannt. Aufgrund seines tollen Gesangs (und Sounds Of South kann dem nur zustimmen) war ich über das Duett mit ihm natürlich sehr froh!

Sounds Of South: Wie ist generell deine Meinung über Nashville?
Her: Eigentlich liebe ich Nashville. Ich bin ja vor gut acht Jahren dort hingezogen. Da war die Stadt noch recht übersichtlich und die Countrymusik echt cool und stark. Heute kommen die Leute nur noch mit dem Gedanken nach Music City, um Superstars, nach dem Motto: ‚Mach mich berühmt‘, zu werden. So funktioniert das dort aber eigentlich nicht. Das gute Nashville hat eine eher kleine, aber tolle Musiker-Gemeinschaft, die ich sehr mag. Das ’neue‘ Nashville ist leider eher wie Kalifornien oder New York (Monique rümpft verächtlich die Nase). Es hat sich vieles (zum Nachteil) verändert…

Sounds Of South: Wie sehen die nächsten Projekte aus?
Her: Wir arbeiten schon jetzt an einem neuen Werk, das ein Akustik-Album sein wird. Da werden dann mehr Instrumente wie Mandoline und Banjo eingebracht. Jetzt versuchen wir noch, die „Revolution“-Tour ein bisschen zu pushen, bis zum Ende des Sommers geht es nach unserer Rückkehr, in den Staaten weiter, wir werden also ziemlich beschäftigt sein.

Sounds Of South: Wie viele Verehrer muss Monique Staffile täglich abwimmeln?
Her: Du meinst auf Facebook (Monique lacht schnippisch)? In den Social-Media-Gefilden befinden sich viele verrückte Menschen. Zunächst meinst du, sie mögen dich, am Ende stellt sich heraus, dass es gar nicht so ist, ich lösche sie dann sofort. Aber ich erahne schon, was du wirklich meinst. Ich weiß mit ihnen umzugehen, ich bin ein großes Mädchen… (lacht)!

Sounds Of South: Wie ist und was macht die private Monique so?
Her: Ich habe hauptsächlich zwei große Vorlieben: Auf der einen Seite Autos, natürlich deutsche Autos! Ich besitze einen alten VW und einen Mercedes aus den Siebzigern, das sind meine beiden Babys, die besonders pflege. Auf der anderen Seite liebe ich Tiere. Ich rette Tiere fast jeder Sorte. Neulich habe ich einer Maus das Leben gerettet, die mir in der Küche Gesellschaft leistete. Dazu pflege ich jede Menge Hunde. Also Autos und Tiere sind neben der Musik meine große Passion!

Sounds Of South: Vielen Dank für das nette Gespräch!

Bilder: Gernot Mangold
Gespräch / Text: Daniel Daus

Her
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Tony Joe White – Rain Crow – CD-Review

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Die über 50 Jahre währende Musiker-Karriere des nun bald 73-jährigen Tony Joe White habe ich irgendwie fast komplett verschlafen. Klar kannte ich ein paar Stücke ihm, wie das durch Elvis zu meinen Kinderzeiten gecoverte „Polk Salad Annie“, sein berühmtes „Rainy Night In Georgia“ (bekannt auch durch Ray Charles) oder die Sachen, die er für Tina Turner auf deren „Foreign Affairs“ (u. a. „Steamy Windows“) geschrieben hatte, da ich dieses Werk nun mal auch besitze.

Mein richtiger Einstieg begann eigentlich erst ganz spät mit seiner „Hoodoo“-Scheibe vor knapp drei Jahren, die mich mit ihrem relaxten, kauzigen, fast hypnotischen Swamp Blues Rock direkt auf seine Seite zog. Da ich auch schon immer an eigenbrötlerischen authentischen Typen wie J.J. Cale & Co. Gefallen gefunden habe, war White mir natürlich sofort sympathisch. Bei ihm frage ich mich mittlerweile beim, in seinen Songs verankertem ‚Gesangs‘-Stil andauernd, wo hier das Sprechen aufhört und wann das Singen anfängt. Einfach klasse, wie er seine Stücke da so vor sich ‚hingrummelt‘.

Seine neue CD „Rain Crow“ knüpft im Prinzip mit dem Opener „Hoochie Woman“ nahtlos an das Vorgängerwerk an. Die beiden Silberlinge fließen quasi ineinander über. Die meisten Tracks verlaufen stoisch nach gleichem Schema: Strat-E-Gitarre in Bariton-Sphären, knöchrig pumpender Bass (Steve Forrest) und gemäßigte Drums/Percussion geben in einer, nach Endlosschleife anmutenden Gangart den Rhythmus vor, ab und zu hallt und gurrt eine Orgel (Tyson Rogers) dazwischen. Dazu betreibt Tony Joe sein hölzernes Storytelling, das wohl jeden engagierten Gesangslehrer, schon nach kürzester Zeit, auf die Palme bringen würde. Wenn der Meister dann mal nach Abwechslung dürstet, lässt er bei Stücken wie z. B. dem Titeltrack „Rain Crow“, „Conjure Child“ oder dem finalen „Tell Me A Swamp Story“ eine Harp aufplustern und quäken, oder setzt zu ein paar E-Fills bzw. surrendem E-(Slide) Soli an.

Die markantesten Momente des Werkes ergeben sich bei Liedern wie „Opening Of The Box“, bei dem Schlagzeuger Bryan Owings aus dem Relax-Groove-Modus plötzlich in ein für White-Songs schon fast ungewöhnliches Uptempo-Polter-Drumming übergeht, was Tony Joe aber keineswegs auch zu einer Erhöhung des (Sprech-) Gesangstempos animiert. Wirkt schon fast antizyklisch. Trotzdem passt es. Klasse gemacht!

Das wohl größte Potential, mal wieder von einem der wenigen großen, übrig gebliebenen Rockmusiker gecovert zu werden, hat „Right Back In The Fire“, bei dem White sogar sichtlich auch mal um etwas Gesang bemüht ist. Das Lied könnte meines Erachtens für Interpreten wie z. B. Springsteen, Clapton, Knopfler oder auch Bono/U2 durchaus mal eine überlegenswerte Sache sein. Stark auch die an J.J. Cale reminiszierenden Tracks wie „The Bad Wind“ oder das ebenfalls recht melodische „The Middle Of Nowhere“ (geschrieben mit Billy Bob Thornton).

Produziert hat „Rain Crow“ übrigens Tony Joe Whites Sohnemann Jody. Der sau-coole bluesige, schön ausgesteuerte Relax-Groove nimmt einen sofort gefangen, sofern man sich darauf einlassen mag. Eine typische Scheibe, mit der man Alligatoren in den Swamps, oder falls sie mal bei einem im Garten auftauchen sollten, glatt hypnotisieren könnte. Sehr eigenwilliger, aber auch extrem guter Stoff!

Yep Roc (2016)
Stil: Swamp Blues Rock

01. Hoochie Woman
02. The Bad Wind
03. Rain Crow
04. The Opening Of The Box
05. Right Back In The Fire
06. The Middle Of Nowhere
07. Conjure Child
08. Where Do They Go
09. Tell Me A Swamp Story

Tony Joe White
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Starkult Promotion

JJ Grey & Mofro – 07.06.2016, Kantine, Köln – Konzertbilder

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Beim Doppelkonzert mit Her (parallel im Yard Club) am 07.06.2016 ließen wir uns es natürlich nicht nehmen, auch bei JJ Grey & Mofro nochmals in der Kantine kurz vorbeizuschauen, nachdem wir ihn Donnerstags zuvor ja schon in Bochum beleuchtet hatten. Um die 350 Zuschauer erlebten auch hier eine tolle Southern Soul Rock-Darbietung.

Bilder: Gernot Mangold

JJ Grey & Mofro
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Kantine Köln

The Infamous HER – 07.06.2016, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Her’s musikalische Revolution in Köln

Zum Abschluss einer richtig intensiven Konzertwoche mit gleich vier Ereignissen hatten wir (Fotograf Gernot Mangold begleitete mich wieder) uns beim letzten Kapitel nochmals einiges vorgenommen. Diesmal war in Köln eine Doppelveranstaltung mit JJ Grey & Mofro in der Kantine und Her im daneben liegenden Yard Club geplant. Dazu hatten wir ein Interview mit Monique Staffile ins Auge gefasst. Im Hinblick darauf, dass ich meine Brötchen natürlich leider mit anderen Dingen verdienen muss, war das schon einige heftige Sache.

Heftig hatte sich in den späten Nachmittagsstunden auch wieder unser derzeitiges Wetter mit zuckenden Blitzen, barschem Donnerhall und sintflutartigen Regengüssen zu ‚Wort‘ gemeldet, sodass ich aufgrund des Weges von Rheinberg zur Domstadt (vorbei an vielen hochfrequentierten Verkehrsknotenpunkten), angesichts der Verkehrsmeldungen, schon leichte Bauchschmerzen hatte. Aber die Befürchtungen erwiesen sich letztendlich als unbegründet und wir trafen rechtzeitig am Ort des Geschehens ein.

Her, alias Monique Staffile, hatte vor etwas über einem Jahr ja an gleicher Stelle, damals noch unter Her & Kings County firmierend, bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich war richtig gespannt, wie sich die feurige, aus New York stammende Dame (allerdings mittlerweile in Nashville lebend) weiterentwickelt hat. Sie sah natürlich wieder, wie nicht anders zu erwarten, äußerst knackig aus: Ein Oliv-farbener abgeschnittener Halb-Overall, der bei weit geöffnetem Ausschnitt, großzügige Einblicke auf ihr darunter liegendes, Leopard-verziertes Bikini-Oberteil(chen) gewährte, dazu kniehohe Stiefel über einer zum Teil schon leicht ramponierten Netzstrumpfhose, riefen bei einer überaus züchtigen Person wie mir und den anwesenden anderen männlichen Besuchern natürlich tiefste innerliche Empörung hervor…!

Mit im Gepäck hatten Her und ihre Mitstreiter Caleb Sherman (guitars, vocals), der wieder herrlich kauzige Brandon Roberts (bass, vocals) und Schlagzeuger Brandon Barnes (drums, vocals) ihr brandaktuelles Album „Revolution“, das von India Records für unseren Markt wieder mit viel Mühe und Liebe inszeniert worden ist. Dem tollen Cover der Scheibe konform, kam das Quartett dann auch in US-beflaggten Tüchern zunächst vermummt auf die Bühne und heizte mit „Be My Lover“ sofort ordentlich ein. Der heimliche Lenker der Band, Caleb Sherman, ließ direkt, schön Southern-mäßig, den Bottleneck über sein Arbeitsgerät sliden. Klasse Auftakt!

Das rhythmische „My Backyard“, auch vom starken „Raise A Little Hell“-Silberling, ließ die gute Laune, der leider wieder recht überschaubaren Besucheranzahl, weiter in die Höhe steigen. Das erste Stück aus der neuen Scheibe, „Only One“, wurde durch sexy anmutende Posen von Monique zusätzlich visuell upgedatet. Abgesehen davon, muss unbedingt erwähnt werden, dass sie eine wirklich starke Sängerin ist. Beim folgenden Titelstück „Revolution“ verhüllte sich die Protagonistin beim Intro zunächst im Dunklen auf dem Boden hockend komplett in die mitgeführte US-Flagge, um dann mit Einsetzen des Songhauptteils in eine rebellische Performance herauszuplatzen, bei der sie die Fahne dann mit wilden Bewegungen um Hals und Kopf schwung. Eindrucksvoll!

Im weiteren Verlauf präsentierte das Quartett toll gespielte Tracks wie „Crush“ (dazu wurde ja auch aktuell ein herrlich provozierendes Video produziert, das in klerikalen Kreisen sicherlich helle Begeisterung auslösen wird…), der Stadion-taugliche Rocker „Tonight“, das atmosphärische Robin Beck-mäßige „Damn“, „Where Did All The $ Go“ (Interaktion mit Publikum), das launige „Family Tree“ (Monique mit Tambourine-Shaking), das lasziv inszenierte „Seperately“ , „You“ und „Give It To Me“. Das furiose „White Thrash“ mit dem eingebundenen Who-Klassiker „Teenage Wasteland“ brachte die Stimmung endgültig zum Sieden.

Die Zugaben, wie das verspielte „Act Like You Know“ und das laut eingeforderte „Raise A Little Hell“ komplettierten einen versiert abgewickelten, stimmungsvollen wie ansehnlichen Gig, der auch meinem Revoluzzer-Kollegen aus alten Schultagen sichtlich Freude bereitet hatte. Anschließend gaben sich Her & Co. am Merchandising-Stand gewohnt lebensnah und die äußerst sympathische Monique nahm sich auch noch die Zeit für ein Interview mit uns. Ein echt lohnenswerter, toller Abend! So let the „Revolution“ roll on!

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Her
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India Media Group
Yard Club Köln

Robert Jon & The Wreck, 04.06.2016, Blue Notez Club, Dortmund – Konzertbilder – 2

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Gastbeitrag von Peter Schepers

Sounds Of South freut sich, einen weiteren Klasse-Fotografen auf der Seite begrüßen zu dürfen. Ein echter Knipser, der aus allen Lagen schießt, wie die tollen Aufnahmen vom Robert Jon & The Wreck-Gig beweisen!

Dafür sagt Sounds Of South ‚herzlichen Dank‘!

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music
Blue Notez Club, Dortmund

Robert Jon & The Wreck, 04.06.2016, Blue Notez Club, Dortmund – Konzertbilder

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Robert Jon & The Wreck begeisterten die Zuschauer im gut gefüllten Blue Notez Club in Dortmund restlos. Bärenstarker, zweiteiliger Set, plus eine Zugabe. Die Jungs werden einfach von Mal zu Mal besser. Sind auf bestem Wege, die Nr. 1 im Southern Rock zu werden!

Demnächst gibt es zu diesem Gig auch noch eine farbige Galerie von dem auch anwesenden Fotografen Peter Schepers.

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music
Blue Notez Club, Dortmund

Ryan McGarvey – 03.06.2016, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Mystic Dream im Schwarzen Adler, Ryan McGarvey rockt den Adler

Freitag Abend spielte Ryan McGarvey, diesmal mit Carmine Rojas am Bass und Christopher Antoine Hill an den Drums im Schwarzen Adler in Rheinberg-Vierbaum. Während bei uns und auch im restlichen NRW zum Teil heftige Unwetter mit Gewittern tobten, verwandelte die Ryan McGarvey Band den Rheinberger Bluestempel in ein explosives Gemisch von Blues und Rockmusik. Schnell brachte Ryan das Publikum im bestens gefüllten Adler in Stimmung.

Wortlos legte der aus Albuquerque, New Mexico stammende, preislich hochdekorierte Blues Rock-Musiker mit „Wish I Was Your Man“ los, um danach bestens gelaunt das Publikum zu begrüßen. Es folgten unter Anderem „Texas Special“ und „I Should`ve Known Better“, wobei McGarvey immer wieder furiose Soli einbaute, was ihm auch durch die perfekte Begleitung der Band ermöglicht wurde. Nach etwa 40 Minuten gönnte McGarvey seinen Mitstreitern eine Pause und legte einen Akustikpart, vornehmlich mit Stücken seines ersten Albums „Redfined“. Für die Zuschauer im Adler, bei tropischen Temperaturen, bedeutete dies aber keineswegs eine Pause. Auch bei den mit akustischer Gitarre vorgetragenen Songs legte McGarvey eine enorme Dynamik hin und flirtete bei „Break My Heart“ mit dem weiblichen Teil des Publikums, im, bei anderen Konzerten im Adler, sonst eher männlich dominierten Publikum.

Dort bewies er auch, dass er einen countyorientierten Blues beherrscht; eine der vielen Facetten in McGarveys Gitarrenspiel, wodurch man bei keinem Konzert von ihm, irgendwelche Längen zu befürchten hat. Nach dem Akustikset von etwa 15 Minuten spielte McGarvey den Rest des Konzerts mit seiner Gibson Les Paul, begleitet vom kraftvollen Bassspiel Rojas und einem dynamischen Drumming von Hill. Beide hatten sichtbaren Spaß bei ihrem Anteil des Vortrags der Stücke (aller drei bisherigen Alben), die ihnen genügend Raum für ihren unverwechselbaren Livestil samt der Improvisationen gaben.
Mit „Memphis“, vom aktuellen Longplayer „Road Chosen“ wurde ein furioses Finale des Konzerts eingeläutet. Hier stellte McGarvey einen Bezug zu seinen musikalischen Wurzeln her sowie eine Affinität zu einem seiner musikalischen Vorbilder, dem leider viel zu früh verstorbenen Stevie Ray Vaughan.

Danach wurde es passend zum Klima im Saal leicht orientalisch. Mit einer ‚Extended Version‘ von „Mystic Dream“ von der Scheibe „Forward In Reverse“, einem Song, der auch in die erfolgreichste Ära von Lea Zeppelin gepasst hätte und einige Anlehnungen an das legendäre Kashmir beinhaltete, brachte er das Publikum auf den Höhepunkt der Stimmung.

Nach dem letzten Stück nahm sich McGarvey die Zeit, seine Band entsprechend vorzustellen und zu würdigen. Erst dabei wurde vielen vermutlich klar, dass Ryan neben dem jungen Christopher Antoine Hill aus Fort Worth, Texas an den Drums, am Bass von einer Legende begleitet wurde. Carmine Rojas spielte schon mit Größen wie Charlie Simon, Rod Steward, Stevie Ray Vaughn, Eric Clapton und aktuell Joe Bonamassa, um nur einige zu nennen. Ich erinnere mich, ihn am Bass in der Band von David Bowie Mitte der 90 Jahre gesehen zu haben. So war es nicht verwunderlich, dass McGarvey sich beinahe demütig bedankte, ihn als Musiker bei der Tour dabei zu haben.

Als Zugabe folgte noch „Joyride“ mit einer zum Ende hin sphärischen Improvisation, die die Albumversion auf „Forward To Reverse“ von der Dynamik her absolut in den Schatten stellte. Zum Dank durfte McGarvey mit seiner Band den minutenlangen Applaus des Publikums genießen. Dies nicht ohne den Hinweis, dass er und seine Kollegen sich in ein paar Minuten in der Kneipe am Merchandising Stand einfinden werden. Auch dort erledigten sie alles mit Bravour, erfüllten die zahlreichen Autogramm- und Selfie-Wünsche, hatten Zeit für einen kurzen Smalltalk; und dass nach einem schweißtreibenden Konzert, bei dem schon mache Besucher wegen der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit fast an ihren körperlichen Grenzen angelangt waren.

Das Fazit nach knapp 100 Minuten konnte man an den Gesichtern und den Gesprächen der Besucher ablesen: Wo McGarvey draufsteht, ist McGarvey drin; jedesmal wieder, hoffentlich auch nächstes Jahr im Schwarzen Adler, dann vielleicht mit einer neuen Platte!?!

Wer nicht mehr so lange warten will: McGarvey & Band spielen in der Region Niederrhein/Ruhrgebiet am 05.06. in Dortmund im Piano und am 24.09 im Blues in Rhede.

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Ryan McGarvey
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Schwarzer Adler

Buffalo Summer – Second Sun – CD-Review

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Auch wenn der Bandname Buffalo Summer schon eine gewisse Affinität zu unserem Magazin suggeriert, stellte sich zunächst die Frage, ob eine Truppe aus Wales dem musikalischen Anforderungsprofil auch gerecht werden kann. Um die Frage direkt zu beantworten: Partiell in jedem Fall, allerdings handelt es sich mit „Second Sun“ um ein Album (ihrem zweiten), das primär eher in der klassischen Rockmusik-Sparte seine Klientel finden wird.

Das aus dem Süden der Insel stammende Quartett, bestehend aus Andrew Hunt (lead vocals), Jonny Williams (guitars, vocals), Darren King (bass, vocals) und Gareth Hunt (drums), serviert uns gut gemachten (Hard) Rock im Stile und durchaus auch auf dem Niveau von uns aller geschätzter, arrivierter Acts wie Led Zeppelin, Free, Bad Co., Great White, Whitesnake (und deren Ableger wie MMB oder Snake Charmer), FM, Thunder & Co. Dabei punkten sie mit einem starken Sänger, der in vokalen Sphären mit viel charismatischer Ausstrahlung zwischen David Coverdale, Robert Plant und Daniel Bowes zu glänzen weiß.

Hinzu kommt eine sehr professionelle Gangart in allen Bereichen, die z. B. bei Barrett Martin (REM, Screaming Trees, Walking Papers) und seiner transparenten Produktion beginnt, instrumentell top eingespielt wurde und bei einem fantastisch gemachten Cover-Artwork mit allen Texten, das mich an damalige Hipgnosis-Zeiten erinnert (Jamie Kirkhouse/Gestaltungskommando BUNTMETALL), aufhört.

Ihre SoS-Berechtigung erspielt sich der Waliser-Vierer in Songs der Marke „Heartbreakin‘ Floorshakin‘ (Black Crowes-Manier), dem von einem schönen Akustik-Slide eingeleiteten und untermalten „Levitate“, dem für einen Lovesong recht rockig umgesetzten „Priscilla“ (geht in Richtung der Dirty Guv’nahs) und dem lupenreinen Southern Rocker am Ende „Water To Wine“ (typisch knarzige E-Gitarren-Führungslinie, klasse Solo). „As High As The Pines“ hätte z. B. auch ganz gut auf eines der damaligen Solo-Alben von Johnny Van Zant gepasst. Dazu weisen einige E-Gitarrensoli eine gewisse Skynyrd-Note auf, die ja z. T. auch durch Einflüsse damaliger britischer britischer Bands geprägt wurden.

„Second Sun“ von Buffalo Summer wird somit auch von Sounds Of South, dem Magazin, das durchaus schon mal einen Blick über den Tellerrand wirft, absolut empfohlen!

Moriello Music, LLC – UDR (2016)
Stil: (Hard) Rock & More

01. Money
02. Heartbreakin‘ Floorshakin‘
03. Make You Mine
04. Neverend
05. As High As The Pines
06. Light Of The Sun
07. Levitate
08. Into Your Head
09. Little Charles
10. Priscilla
11. Bird On A Wire
12. Water To Wine

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JJ Grey & Mofro – 02.06.2016, Zeche, Bochum – Konzertbericht

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Zweiter Teil eines für mich, als arbeitendem Menschen, anmutenden Konzertmarathons mit vier Gigs innerhalb von acht Tagen. JJ Grey & Mofro standen in der Bochumer Zeche auf dem Programm. Es ist schon eine ordentliche Weile her, dass ich zuletzt in dieser Location war, in der ich bisher recht markante Acts wie u. a. Lee Aaron, Thunder, Dr. Hook (!) oder Steve Lukather gesehen hatte. Ich hatte die Zeche viel spartanischer in Erinnerung, sie sieht mittlerweile richtig einladend, gemütlich und ’stylish‘ aus.

Als Vorgruppe hatte das ‚Mike Keneally und Freunde-Trio‘ passend zum momentanen Wetter ein ordentliches Fusion Rock-Gewitter abgelassen. Handwerklich sicher anspruchsvoll und versiert, aber auch überaus anstrengend und wenig eingängig, nicht so mein Ding. Im Prinzip prima Musik, um zu Hause den gehassten Nachbarn zu ärgern oder ungeliebte Gäste schnell los zu werden.

Nachdem die Roadcrew das Keneally-Equipment abgebaut hatte, mit flinken Händen, Kabel entfernt und neu verlegt, sowie einen kurzen Soundcheck betrieben hatte, betrat um 21:15 Uhr JJ Grey mit seiner Mofro-Combo die Bühne und brachte das leider nicht einmal zur Hälfte gefüllte Auditorium mit „How Junior Got His Head Put Out“ (eingeleitet von einem saftigen Harp-Intro) direkt auf Betriebstemperatur. Es folgten in einem bunten Potpourri seiner Alben, Stücke wie „A Woman“, „Six Ways From Sunday“ (mit schönem E-Piano-Solo), „Light A Candle“ (tolle Ballade), „Hide And Seak“ (E-Gitarren-Intro mit Hendrix-Flair), das bluesige „The Sweetest Thing“, „Country Ghetto“, „Everything Good Is Bad“ (Publikum schaltet sich ein, Trompeten- und Bass-Soli) oder „Lazy Fo Acre“ (starkes E-Solo), wobei das Verhältnis von feurig ’soulenden‘ Stücken und einigen ruhigeren Sachen gut ausbalanciert war.

Sämtliche Musiker erhielten natürlich ausgiebig Gelegenheit, ihr versiertes Können Preis zu geben, wobei JJ mit variablem Einsatz von Gesang, Gitarre, Tambourine Shaking und kurzer Orgel-Präsenz, seinem Namen als würdiger Leader alle Ehre machte. Das mit starkem Solieren aller Beteiligten versehene funkige „Ho Cake“ beendete um 22:55 Uhr einen tollen, gewohnt schweißtreibenden Hauptteil.

Es folgte als 1. Zugabe mit „Brighter Days“ eines der Paradestücke der Band. Plusternde Bläser, schön surrende Slide, gluckernde Orgel, eine bärenstarke Gesangleistung des Fronters und die integrierte Mitsing-Passage des Publikums ließen die Stimmung erneut in die Höhe schießen. Mit dem Titeltrack seines letzten Studioalbums „Ol‘ Glory“, das JJ hohepriestermäßig (fast in guter alter James Brown-Manier) einläutete, ging es zum Abschluss nochmals richtig funky zur Sache. Grey stellte gegen Ende des Songs noch seine umtriebigen Kollegen vor (Craig Barnette – Drums, Marcus Parsley, Dennis Marion – beide Trompete, Eric Brigmond – Keys, Dauergrinser Todd Smallie – Bass, Zach Gilbert – Lead-Gitarre).

Die Zuschauer hatten beim leider nur mäßig besuchten ersten Auftritt des Septetts aus Florida hier bei uns, den erwartet temperamentvollen und leidenschaftlichen Southern Soul Rock-Gig erlebt, der auch von der sympathischen Performance des Leaders und seiner Mitstreiter sowie ihrer ungebrochenen Spielfreude profitierte (insgesamt 16 Songs in gut zwei Stunden). Das ist einfach Musik, die man live erlebt haben muss (vor allem, wenn man es vorher noch nicht konnte). Wer die Chance hat, die noch folgenden Konzerte zu besuchen, sollte die Gelegenheit in jedem Fall nutzen. JJ Grey & Mofro sind mehr als nur ihr Eintrittsgeld wert!

JJ Grey & Mofro
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Antigone Rising, 31.05.2016, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Was soll man sagen? Da kommt eine tolle Band aus den Staaten zu uns hierher und muss im schönen Kölner Yard Club vor 25 Zuschauern spielen. Ich, der es auch als Mission versteht, gute Nischenmusik mit meinen Berichten und Reviews zu bekannter zu machen, habe mich innerlich richtig geschämt. Der deutsche Michel und seine Michaela schauen sich lieber für viel Geld im anonymen Massengedränge ihre Udos und Herberts an oder speziell in Köln vermutlich die von diesem unsäglichen Radiosender (WDR 2) protegierten internationalen Großverdiener, Indie-Rumjanker und hiesigen Xavier-Naidoo-Verschnitte…

Ich muss allerdings zugeben, dass ich Antigone Rising auch überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hatte. Vor ca. zehn Jahren hatte ich mal das tolle Live-Album „From The Ground Up“ reviewt, danach waren sie bis vor ein paar Wochen völlig unter meinem Radar verschwunden. Ich hätte nie vermutet, dass die mal hier auftreten würden. Beim Abklappern meiner bevorzugten Konzert-Locations im Netz, musste ich mir die Augen reiben und habe dann erst realisiert, dass es wirklich wahr geworden ist. Also auf in die Domstadt!

Es hat sich in dieser Zeit natürlich einiges geändert, auch bei Antigone Rising. Aus dem damaligen Quintett ist ein Quartett geworden. Die Henderson-Sisters (Kristen jetzt am Bass mit coolem Groove) und Drummerin Dena Tauriello sind noch dabei, die einstige Sängerin wurde durch die zierliche hübsche Nini Camps (erinnerte mich ein bisschen an Susanna Hoffs von den Bangles) ersetzt. Mit ihr hat die Band in der Zwischenzeit auch einen Longplayer „23 Red“ und zwei „Whiskey & Wine Vol. I+II“ eingespielt. Heimliche Chefin im Ring ist aber das Pfundsweib Cathy Henderson.

Das alte Werk wurde völlig außen vor gelassen, selbst ihr großer Hit „Don’t Look Back“ war nicht in der Setliste präsent. Klar, hätte ich gerne was von diesem Silberling gehört, aber insgesamt konnten auch die ‚neueren‘ Sachen überzeugen. Die Damenriege, die in den Staaten immerhin schon Bands wie u. a. die Allman Brothers oder auch Aerosmith supportet hat, spielt heute deutlich rockiger, teilweise bereiteten mir einige furiose Gitarrenpassagen, wie sie in unserem geliebten Southern Rock gang und gäbe sind, richtige Freude. Mrs. Henderson ließ dabei ganz ordentlich und quirlig, ihre Finger über die Saiten fliegen.

In den knapp 1 ½ Stunde (keine Zugabe) stellten die Mädels dann Stücke wie „Breaking Me“ (sehr rockig), „Get To You“, „One Foot In“ (großartige E-Solo-Passage mit eingebautem Twin-Spiel), „Everywhere Is Home“ (klasse hier die im weiteren Verlauf des Gigs auch immer wieder angewendeten Harmoniegesänge),  „Everything Changes“, „Weed & Wine“ vor. Ihr momentaner Hit, ein Countryrocker, der in den Staaten auch einiges an Radiopräsenz aufweisen kann, „That Was The Whiskey“ (entsprungen aus einer Geburtstagsparty für Nini Camps), kam natürlich auch noch zum Zuge. Toll gespielt wurden zwei Fleetwood Mac-Cover, zum einen „Tusk“ (integriert bei „Call Me Crazy“) und das klasse von Nini gesungene „Rhiannon“. Das starke „Borrowed Time“, wieder mit fettem Instrumentalabschluss, bildete nach gut 90 Minuten einen furiosen Abschluss.

Fazit: Antigone Rising bieten im Kölner Yard Club eine tolle rockige Performance mit dem einen oder anderen Country- und Southern Rock-Schmankerl. Mir und den wenigen Anwesenden hat diese Vorstellung großen Spaß bereitet. Klasse, dass die Nachkömmlinge des Ödipus sich vom geringen Zuspruch nicht frustrieren lassen haben und trotzdem professionell eine tolle Show durchgezogen haben. Für mich schon jetzt eine der großen positiven Überraschungen des Jahres. Ich wünsche ihnen von Herzen, dass sie bei den noch folgenden Gigs mehr Resonanz erfahren mögen! Liebe Leute, also bewegt euren Hintern!

Danke an Marcus für die, wie immer, reibungslose Akkreditierung in ’seinem‘ Club.

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Yard Club Köln