Tony Holiday – Keep Your Head Up – CD-Review

Tony Holiday ist bei Forty Below Records unter Vertrag und befindet sich dabei in bester Gesellschaft mit namhaften Blues-Künstlern, die auch schon bei uns besprochen wurden,  wie u. a. John Mayall, Charlie Musslewhite, Sugaray Rayford, JD Simo, etc.

Er genießt in der Szene einen veritablen Ruf und so ist es auch nicht verwunderlich, dass bei seinem Neuen Werk „Keep Your Head Up“ klanghafte Gastmusiker wie Eddie 9V, Kevin Burt, Laura Chavez und auch Albert Castiglia vertreten sind.

Das Werk produziert in einem schön kräftigen Klangambiente (und  doch sehr transparent) hat der auch für das Label tätige Eric Corne, der sich auch bei einigen Tracks (3, 4. 5, 6, 8) für die Backing vocals verantwortlich zeichnet.

Auch wenn der Silberling mit insgesamt acht Liedern jetzt nicht allzu üppig bestückt ist, bewegt sich das Ganze hier durchgehend auf hohem Level, auch wenn der der ganz große Hammersong am Ende nicht dabei ist.

Irgendwie kommt mir hier alles so vor wie eine Reise durch die verschiedenen Stile des Blues. Der Opener, das Freddie King-Cover „She’s A Burglar“ geht mit Bläserunterwanderung, klasse E- Gitarren, unter Mitwirkung von Eddie 9V, in Richtung Memphis.

„Twist My Fate“ bekommt durch den ’schwarzen‘ Gesang von Kevin Burt und die quäkende Harp ein wenig Delta-Flair ab. „Woman Named Trouble“ mit seinem Afro-Regaae-Beat und den Marichi-haften Trompeten driftet in Richtung New Orleans, „Good Times“ lässt den Rhythm & Blues aufleben.

„Woman Named Trouble“ wandert unter Mitwirkung der letztjährigen Blues-Gitarristin des Jahres, Laura Chavez (tolles E-Solo) in Richtung Chicago, das hypnotische „Walk On The Water“ ordne ich dem Pyschedelic Blues zu. Albert Castiglia steuert beim wieder rhytmischen treibenden „Drive It Home partielle „Lead vocals und kratzige E-Gitarre samt Solo bei.

Mit dem Southern souligen, dezent country-unterschwelligen und schön melancholischen Barroom Blues „I Can Not Feel The Rain“ (Akustikgitarre, sanftes Piano) gibt es am Ende meinen Lieblingstrack des Werkes.

Tony Holiday zeigt auf dieser Scheibe vortrefflich, wie man die unterschiedlichen Facetten des Blues auf moderne Art und Weise zusammenführen kann. Dabei kann er sich auf tolle Musiker (samt der aufgeführten Gäste und seinen Produzenten verlassen. Ich bin zwar nicht der ganz große Experte auf diesem Gebiet, würde aber angesichts des Gehörten auf „Keep Your Head Up“ erhobenen Hauptes attestieren: Tony Holiday kann Blues!

Forty Below Records (2025)
Stil: Blues (Rock)

Tracklist:
01. She’s A Burglar
02. Twist My Fate
03. Woman Named Trouble
04. Good Times
05. Shoulda Known Better
06. Walk On The Water
07. Drive It Home
08. I Can Not Feel The Rain

Tony Holiday
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She Brought Me Gasoline – Songs From The Cliff – CD-Review

Review: Michael Segets

Die Pandemie machte so manchen Musikern einen Strich durch die Rechnung, so auch der kroatischen Band She Brought Me Gasoline, die pünktlich zu deren Beginn ihr erstes Album veröffentlichten. Der auf dem italienischen Go Country Label erschienene Longplayer „On Values And Trash“ (2020) erhielt zwar in der regionalen Fachpresse durchaus positive Resonanz, der Lockdown verhinderte aber eine weitere Promotion und so hält sich der internationale Bekanntheitsgrad der Band in Grenzen. Davon nicht entmutigt brachte She Brought Me Gasoline den Nachfolger „There Were Times“ (2022) und jetzt auch ihr drittes Album „Songs From The Cliff“ in Eigenregie heraus.

Neben der Bluesrockerin Vanja Sky findet sich nun auch eine Band mit kroatischen Wurzeln in der Interpretenskala von SoS. Das Quartett bestehend aus Songwriter und Sänger Kristijan Kevešević, Željko Platužić (Gitarre), Zlatko Ivanović (Schlagzeug) und Ivan Martinčić (Bass, Keyboard) kennzeichnet ihren Stil als eine Mischung von Blues, Americana, Country gepaart mit einem Underground-Flair. Falsch liegen die Jungs damit nicht. Der Sound der Scheibe ist auf jeden Fall erdig.

Mit dem Opener „Swirling Leaves” steigt das Album sehr stark ein. Gitarren, die die einen vom Mittelmeerraum direkt in den mittleren Westen der USA versetzt, bereiten den druckvollen Einsatz der Rhythmusgruppe vor. Die Rhythmus-Section leistet auch beim bluesrockigen „Sister“ ganze Arbeit. Keveševićs Gesang ist hier relativ gleichmäßig ohne große Varianz in Höhen und Tiefen, was aber der Anlage des Songs entspricht. Auch wenn man Kevešević vielleicht keinen außergewöhnlichen Stimmumfang zuschreiben kann, gefällt mir der Gesang des Leadsängers, der den Stücken einen besonderen Charakter verleiht. So bewahrt er beispielsweise „In The End“ davor, zu süßlich zu wirken.

Mit der Video-Auskopplung „The Last Rocket“ zeigt sich die Band von ihrer bluesigen Seite, wobei sich Kevešević an der Harp betätigt. Auf „Sugar“ greift er zum Banjo, was den Track in Richtung Bluegrass schiebt. Bei der sanften Ballade „Long Rivers“ und „Field Of Roses“ – eine runde Nummer im Midtempo – setzt She Brought Me Gasoline auf Country klassischer Machart. In der Gesamtschau deckt das Quartett also tatsächlich eine stilistische Bandbreite zwischen Blues, Country und Americana ab. Neben dem Auftakt und dem mittig platzierten, schön rumpligen „Poverty“ gibt es zum Abschluss ein weiteres Highlight des Werks. „Do We Still Feel Proud?“ ist eine semi-akustische Ballade, bei der Kevešević nochmal Gefühl in seiner Stimme legt.

Die Texte verbreiten eine gewisse Endzeitstimmung, die ja auch im Titel und dem Cover-Artwork durchscheint. „The Last Rocket“, eine moderne Arche Noah, empfiehlt beispielsweise, keine Menschen mit auf die Reise zu nehmen. „Sugar“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. Mit Zucker kann man sich das Leben versüßen und über Katastrophen in der Welt hinwegsehen – solange es ihn gibt. Musik kann ebenfalls über schwere Zeiten hinwegtrösten und mit Blick auf die weltweiten Krisen durchaus eine Verbindung über Landesgrenzen hinweg schaffen. So gibt es auch in Sachen Roots Music nicht ausschließlich Amerika, was She Brought Me Gasoline mit „Songs From The Cliff“ belegen.

Eigenproduktion (2025)
Stil: Americana/Blues/Country

Tracks:
01. Swirling Leaves
02. The Last Rocket
03.Sugar
04. Sister
05. Poverty
06. A Field Of Roses
07. In The End
08. Long Rivers
09. Row, Row, Row
10. De We Still Feel Proud?

She Brought Me Gasoline
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Chris Kramer & Paddy Boy Zimmermann – Tales Of Tampa – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

In Memoriam of Tampa Red (1904 – 1981) steht auf dem Back-Cover der neuen Scheibe von Chris Kramer (Vocals & Harp) und Paddy Boy Zimmermann (Guitar, Bass, Percussion & Vocals). Ihr erstes gemeinsames Werk “Tales Of Tampa” ist dem US-Bluesmusiker Hudson Whittaker a.k.a. Tampa Red gewidmet, der bei uns leider kaum bekannt geworden ist.

Die 13 Songs sind eine kleine aber feine Auswahl aus dem sehr umfangreichen Repertoire des Songwriters, Gitarristen und Sängers. Whittaker kam Mitte der 1920er Jahre von Tampa, Fl. nach Chicago, verdiente seinen Lebensunterhalt als Straßenmusiker und wurde bald Studiogitarrist für bekannte Bluesgrößen der Zeit. Seine Spieltechnik war dermaßen ausgefeilt, dass Tampa Red als erster Schwarzer Bluesman eine National Steel Resonator Guitar erhielt und den Ruf eines Slide Saiten- Zauberers festigte.

Weit über 100 Singles und mehrere Longplayer hat er in seiner 40-jährigen Karriere veröffentlicht. Sein Haus in Chicago galt in den 30er und 40er Jahren als Zentrum der dortigen Blues-Community aus dem Mississippi Delta. Der einzigartige Slide Guitar Style Whittakers beeinflusste Muddy Waters, Big Bill Broonzy, Elmore James und viele andere Musiker. Selbst einige R&B-Erfolge (u.a. “When Things Go Wrong With You”), sowie viele Coverversionen seiner Songs von berühmten Kollegen, wie B.B.King, Chicken Shack und Bob Dylan u.a., konnten seine finanzielle Altersnotlage nicht verhindern. 1981, im Jahr seines Todes, wurde Tampa Red in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

Mit “Tales Of Tampa” erinnern Chris Kramer und Paddy Boy Zimmermann an die Blues-Roots Legende. Überwiegend klassische Erfolge, wie die wunderbar interpretierten Stücke “So Crazy About You Baby” (rec. 1953) oder “Crying Won’t Help You” aus 1928 bilden den Grundstock der traditionellen Nummern. Auch “Black Angel Blues” (1930), der in 2. Version 1934 wegen des Unwortes “Black” als “Sweet Little Angel” neu aufgenommen wurde oder “Love With A Feeling” (Original-Titel aus 1938), der von Bob Dylan auf seiner 1978er Tournee regelmäßig gespielt wurde, sind bekanntere Tampa Red Kompositionen.

Chris Kramer und Paddy Boy Zimmermann konnten eine Reihe kleiner Songperlen “ausgraben”. So haben der “Seminole Blues” (1928), die Single B-Seite “Please Mister Blues” (1931) oder das im Original mit Kazoo, Gitarre und Piano aufgenommene Stück “I’ll Kill Your Soul” aus 1934 im neuen Produktgewand ihre alte Natürlichkeit nicht eingebüßt.

Als ausgesprochen schönes Beispiel für die damals weit verbreitete Stilrichtung des sog. Hokum Blues der 20/30er Jahre, die Tampa Red erfolgreich nutzte, schnelle Songs, tanzbar mit anzüglichen Texten, ist “No Matter How She Done It” inklusive gelungenen Harmoniegesang. Dies gilt in gleicher Weise für die neue Version der 1954er R&B-Nr. “If She Don’t Come Back”, die im Original bereits durch große Bandbegleitung auffällt. Die kleinen alten Masterpieces, ursprünglich meistens zur Gitarre vorgetragen, gewinnen mit den zusätzlichen Harmonica-Parts deutlich an Charakter und klingen insgesamt zeitlos modern, sprudelnd vor Lebensfreude!

Die mitreißende Gute-Laune-Scheibe “Tales Of Tampa” von Chris Kramer und Paddy Boy Zimmermann erinnert in wunderbar liebevollen Auszügen an die traditionelle Blues-Welt des Chicagoer Guitar-Wizard Tampa Red. Eine leidenschaftlich klingende akustische Produktion, die das musikalische Erbe in den Vordergrund stellt und die Songs in ihrer Ursprünglichkeit vor dem Vergessen bewahrt.

Blow ‚Till Midnight (2025)
Stil: Blues / Akustik Folk Blues

Tracks:
01. So Crazy About You Baby
02. Seminole Blues
03. You Rascal You No. 1
04. Black Angel Blues
05. Please Mister Blues
06. I’ll Kill Your Soul
07. Love Her With A Feeling
08. No Matter How She Done It
09. Crying Won’t Help You
10. Kingfish Blues
11. Dead Cat On The Line
12. If She Don’t Come Back
13. The Duck Yas Yas Yas

Chris Kramer & Paddy Boy Zimmermann
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Timezone Records Promotion

Tas Cru – 30.03.2025, to hoop, Rheinberg – Konzertbericht

Ein Sonntag-Abend in Rheinberg. Statt „Tatort“ war diesmal erneut das to hoop der Tatort, nachdem wir bereits am Donnerstag zuvor aus gleicher Location über das proppevolle Band Of FriendsKonzert berichtet hatten. Während des Konzerts hatte Sami Durak der zahlreichen Audienz noch mit Engelszungen die Tas Cru Band für besagten Sonntag angepriesen, die er noch kurzfristig ins Programm genommen hatte und welche ja auch schon bei uns mit einigen CD-Reviews ihre Spuren hinterlassen hatte.

Leider schien der to hoop-Mastermind die BOF-Klientel nicht wirklich erreicht zu haben. Es reichte leider nur für eine äußerst überschaubare Besucheranzahl, sodass der Gig in gefühltem Probenraum- bzw. Wohnzimmer-Ambiente stattfand. Ich finde es immer wieder bedauerlich, wenn Clubbesitzer, die ihr ganzes Herzblut in solch einen Club hineinstecken und, was solche Acts betrifft, einfach mal ins Risiko gehen, dann mit so einer tristen Resonanz belohnt werden. Aber Sami Durak verwies mir gegenüber auf sein im Laufe der Jahrzehnte angelegtes, dickes Fell in der Hinsicht…

Die Band um Leader Tas Cru (ihm assistierten die ebenfalls toll singende Mia Casale sowie die ‚blind‘ eingespielte Rhythmusfraktion mit Tom Terry und Phil Dilorio) nahm es mit Humor und legte die, für sie typische Professionalität an den Tag, bzw. den Abend, und servierte den Anwesenden ein, in zwei Sets aufgeteiltes Programm, als wenn es hier großen Andrang gegeben hätte.

Der technisch versierte Fronter Tas Cru erinnerte mich mit seiner filigranen, punktgenauen Stratocaster-Gitarrenarbeit an die eines Gregg Koch, auch seine gesanglichen Qualitäten ließen nichts zu wünschen übrig. In Sachen Harmoniegesängen konnte er sich auf sein übriges Team verlassen.

Es brauchte naturgemäß ein paar Songs, um sich mit der recht überschaubaren Situation zu arrangieren, aber nach den ersten Tracks, die auch genau der ersten Hälfe seines aktuellen „Live„-Albums entsprachen, war spätestens mit dem ersten Lead-Vocal- Einsatz von Mia Casale bei „Have A Drink“ und der folgenden Hommage an die Stadt Tulsa und deren berühmte Musiker „Take Me Back To Tulsa“ das Eis gebrochen.

Nach zwei Herzenssongs, u. a. dem schönen Slow Blues “ Queen Of Hearts“, wurde mit „Heal My Soul “ und „Drunk Half The Time“ das „Live‘-Album weitergeführt und Set 1 beendet.

In der Pause konnte ich mich dann ein paar Minuten mit Tas über Bluesmusik, als auch den Southern Rock austauschen, er zeigte sich im Gespräch auch recht gut über unser Magazin informiert und war sichtlich überrascht, das dieses so nebenbei der wahren Berufe bewältigt wird.

Der zweite Teil stand stärker im Zeichen von Coversongs, neben dem Ray Charles-Track „Unchain My Heart“ (hier wohl  eher bekannt durch die Joe Cocker-Version), wurde der gute alte Bob Dylan mit gleich drei tollen, unter die Haut gehenden Stücken („All Along The Watchtower, Like A Rolling Stone und gegen Ende „I Shall Be Released“) Ehre gezollt.

Wunderbar auch das tolle Instrumental „Déjà Blu“, bei dem Tas nochmal seine außergewöhnliche Fingerfertigkeit als auch sein Feeling für Stimmungen an der E-Gitarre offerierte.

Das nicht nur vom Text her launige „Money Talks“ und „Grizzle N‘ Bone“ mit integriertem Bass-Solo und Witzen über Bassspieler in der Ansage als Zugabe komplettierten einen sehr starken und auch musikalisch  hochwertigen Gig mit Blues-, Rock-, Blues Rock-,  Swing-, Funk und Soul- Anteilen, der aufgrund des fehlenden Keyboarders am Ende naturgemäß deutlich rauer rüber kam als auf der Album-Einspielung.

Am Ende gab es dann noch unser obligatorische VIP-Bild mit der Band, danach zeigte sich der Protagonist auch noch spendabel und schenkte mir eine handsignierte  Vinyl-Version seiner aktuellen und an diesem Abend ausgiebig vorgestellten Live-Scheibe.

Für die Band geht es jetzt noch weiter nach Belgien, man kann nur hoffen, dass unsere Nachbarn in Sachen der Tas Cru Band deutlich mehr Interesse zeigen. Für diesen Abend in Rheinberg-Alpsray im to hoop gilt jedenfalls absolute Bestnote, die hiesigen Bluesfans haben was verpasst!

Line-up:
Tas Cru (lead vocals, electric guitar, vocals)
Mia Casale (lead vocals, vocals)
Tom Terry (bass, vocals)
Phil Dilorio (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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To Hoop

Dudley Taft – The Speed Of Life – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Während kurzer Tournee Pausen hat Dudley Taft bereits die Songs für das aktuelle Studioalbum eingespielt. Der US-Gitarrist und Sänger meisterte das Kunststück, sein damals aktuelles Album “Guitar Kingdom” zu promoten und gleichzeitig 2023 im Svarov Studio in Prag die neuen Titel für “The Speed Of Life” aufzunehmen – auch ein kleines Sinnbild für die rasante Entwicklung und Schnelllebigkeit der Musikbranche.

Für seinen insgesamt 9. Longplayer zeigt Taft ein vielseitiges Spektrum. Die 12 eigenhändig produzierten Titel (auf der Vinylausgabe leider nur 10) starten mit “Wanted Man”, einer erfrischend funkigen Blues Rock-Nummer. Typisch für Dudley Taft, der immer schon den Wert guter Songs erkannte und seine Soli-Elemente zweckdienlich einsetzt.

Das etwas ruhigere “Lebenstempo” wird in “Miles And Miles To Go”, einem eleganten Highway-Reise-Track, avanciert. Übrigens ein Titel der den Raum für Ausdehnung und Entfernung öffnet, aber auch dem danach heftig auftretenden “Work It Out” und dem feurigen Texas Blues “Burn It Down” ausreichend Zeit gibt für die Darstellung ihrer “Speed Of Life”-Anteile.

Die Bewegungsfreiheit für klassische Komponenten nehmen vor allem “Topas Blue” – in einer schweren, bluesrockenden Ausgestaltung und die rasante Hymne “Same Mistakes” für sich in Anspruch und bilden weitere Kernkomponenten der Scheibe.

Dudley Taft, der seit gut 35 Jahren auf der Bühne steht und das Berklee College of Music absolvierte, war durch eine Studio-Begegnung mit Robert Plant zum Blues-Rock ‚konvertiert‘. Eine gute Entscheidung, die mit zahlreichen unterschiedlichen Einflüssen, u.a. von SRV über Joe Bonamassa bis ZZ Top, auch auf dem aktuellen Album den Ton angibt.

Gleichzeitig ist dem bald 60-jährigen Guitar-Individualisten durchaus bewusst, dass ein natürliches Tempo des Lebens ebenso durch gemächliche Geschwindigkeiten getragen wird und bringt mit dem halb-akustischen “The Traveller” eine melodisch schöne Ballade in die Tracklist. Der relaxt rockende Sound treibt bei “Into The Blue” weitere, luftige Westcoast-Blüten, bevor beim letzten Song “No Time Left” noch einmal die beschleunigte Vergänglichkeit des Lebens Fingerfertigkeit beweist.

Das Album “The Speed Of Life” von Dudley Taft ist ein sehr durchgängig groovendes Kraftpaket, das mit zunehmender Lautstärke an Klasse dazu gewinnt. Es lenkt den musikalischen Rhythmus der Lebensfreude gekonnt durch abwechslungsreiche Gefilde. Auf der kommenden Tournee ist Dudley Taft mit Band in unserer Region u.a. in Krefeld und Oberhausen hautnah zu erleben.

Big Woody (2025)
Stil: Blues, Blues Rock

Tracks:
01. Wanted Man
02. Miles And Miles To Go
03. Work It Out
04. Burn It Down
05. Set Me On Fire
06. Pretty Little Thing
07. Topaz Blue
08. Same Mistakes
09. No Yesterday
10. The Traveler
11. Into The Blue
12. No Time Left (Long Live The King)

Dudley Taft
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m2-music

Popa Chubby & Friends – I Love Freddie King – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Trotz einer seltenen Wirbelsäulenerkrankung meldet sich Popa Chubby mit einer Schar der besten Bluesgittaristen zurück, um gemeinsam mit Ihnen den großen Freddie King zu ehren und zu feiern.

Mit Beiträgen von Joe Bonamassa, Mike Zito, Christone ‘Kingfish’ Ingram, Eric Gales, Albert Castiglia, Arthur Neilson and V.D. King spielte er mit seiner Band (Mike Merrit – Bass, Andrei Koribanics III – Schlagzeug, Mike DiMeo – Keyboards, Harold Horowitz – Trompete, Curbs Hotgrefe – Tenor- und Baritonsaxophone und der Sängerin Eliza Neals) innerhalb von drei Tagen elf der großartigsten Stücke des 1976 viel zu früh verstorbenen Freddie King ein.

Mit dabei sind frühe Werke wie z. B. „Love Her With A Feeling“ von Kings aller erstem Album „Freddie King Sings“ oder mehrere Instrumentals von seinem 1961‘er Album „Let‘s Hide Away And Dance Away With Freddie King“.

Aber auch spätere Titel aus den Jahren 1971 bis 1974 („I‘m Going Down“, „My Credit Didn‘t Go Through“, „Big Legged Woman“, „She’s A Burglar“, „Pack It Up“ und „Same Old Blues“ haben Popa Chubby und seine All-Star-Gastgitarristen zu neuen Ehren verholfen.

Für Popa Chubby ist Freddie King laut eigenem Bekunden seine lebenslange Muse, deren Musik ihn für immer in seinen Bann gezogen hat. Diese Leidenschaft, gepaart mit dem außergewöhnlichen Talent seiner Gastmusiker, ließ so eine großartige Hommage an Freddie King entstehen.

„I Love Freddie King“ ist also ein Muss für alle Blues-Fans und Gitarrenliebhaber oder wie Popa Chubby es zusammenfasst: “I love Freddie King! We all love Freddie King“.

Gulf Coast Records (2025)
Stil: Blues Rock

Tracks:
1. I‘m Going Down feat. Joe Bonamassa
2. Love Her With A feeling feat. Albert Castiglia
3. My Credit Didn‘t Go Through feat. Eric Gales
4. Big legged Woman feat Christone ‚Kingfish‘ Ingram
5. She’s A Burglar feat. Mike Zito
6. Hideaway feat. Arthur Neilson
7. The Stumble feat. Albert Castaglia
8. San Ho Zay feat. Arthur Neilson
9. Pack It Up mit Popa Chubby und The East Band
10. Heads up feat. Arthur Neilson
11. Same Old Blues feat. V.D. King

Popa Chubby
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Janiva Magness – Back For Me – CD-Review

Oh, eine neue Scheibe von Kim Carnes dachte ich scherzhaft, als ich auf das CD-Cover mit der hellmähnigen Dame blickte, die uns unsere amerikanischen Freunde von Devious Planet mal wieder zum Besprechen gesendet hatte. Aber Scherz beiseite, hier handelte es sich natürlich nicht um die Künstlerin, die mit der Adaption von „Bette Davis Eyes“ einen One-Hit Wonder‘ schaffte, sondern um die mir bis dato, Asche auf mein Haupt, nicht bekannte Blues -Sängerin Janiva Magness, die ihr aber durchaus etwas ähnlich sieht und auch dezente stimmliche Parallelen aufweist.

„Back For Me“ heißt das neue Werk, das ausschließlich mit viel Feingefühl ausgesuchte Fremdkompositionen enthält (u. a. von Doyle Bramhall II und Bill Withers). Produziert hat es ihr Langzeitweggefährte Dave Darling, der hier auch Gitarre spielt und sporadisch mit Backing Vocals agiert.

Um sich haben die beiden mit Ian Walker (bass), W.F. Quinn Smith (drums) und Sascha Smith (keys) eine tolle Stammformation versammelt, die mit diversen zum Teil namhaften Gastmusikern veredelt wird.

Die vielfach Award-gekrönte Künstlerin wird direkt schon mit dem von Darling geschriebenen Opener „Masterpiece“ von keinem Geringeren als Joe Bonamassa und seiner Stempel-aufsetzenden E-Gitarren-Arbeit begleitet. „Ich habe schon eine Menge Fehler in meinem Leben gemacht, aber du bist mein Meisterstück“ singt sie hier mit von Selbsterkenntnis umwehter, wütender Stimme im Refrain.

Der direkt folgende Titelsong (mit einem Hauch von  „Purple Rain“-Spirit) ist eine großartige bluesige Ballade, bei der stimmlich Ähnlichkeiten zu Dale Krantz aufkommen, Toll hier die klirrenden E-Fills und das Southern Rock-trächtige Solo.  Gleiches gilt auch für die tolle Version von Doyle Bramhalls II „November“.

Das mit psychedelischer 70er-Note umwitterte „Holes“ enthält mit Sue Foley eine weitere Gitarren-Präsenz. „Southern-Fans dürften Spaß an „I Was Good To You Baby“ haben. Ein tolles HT-Piano Bridge mit Slide Solo und der rotzige wiederum Krantz-ähnliche Gesang lassen Erinnerungen an „One Good Man“ der Rosssington Collins Band aufkommen.

Von weiteren Zitaten und Reminszenzen an frühere Klassiker sind dann noch Tracks wie „Do I Need You“ (I Can’t Stand The Rain“) und das finale „Hittin‘ On Nothin'“ („Hit The Road Jack“) geprägt, letzteres mit Jesse Dayton als weiterem namhaften Gast an der E-Gitarre.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit wieviel unbekannter Musik man trotz eines vermeintlich großen Backgrounds, immer wieder konfrontiert wird und positiv überrascht wird. Janiva Magness, die jetzt mit „Back For Me“ ihr bereits 17. Album herausbringt, zählt zweifellos dazu. 

Sollte sich der immense Backkatalog der Protagonistin auf ähnlich hervorragendem Niveau befinden, hat der geneigte Blues Rock-Fan, dem es so wie mir geht, noch ordentlich Recherche-Arbeit vor sich! Für „Back For Me“ gilt jedenfalls schonmal ‚magnessificent music‘!

bluélan Records (2025)
Stil: Blues Rock

Tracklist:
01. Masterpiece
02. Back For Me
03. The Same Love That Make Me Love
04. November
05. Holes
06. I Was Good To You Baby
07. You Can Bring Me Flowers
08. Down So Low
09. Do I Need You
10. Hittin‘ On Nothin‘

Janiva Magness
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Dean Zucchero – Song For The Sinners – CD-Review

Ich kenne, wenn ich ehrlich bin, eigentlich wenig Bassisten, die als Solokünstler explizit, im Mittelpunkt von Rock- und Bluesmusik-Alben stehen. Spontan fallen mir da Paul McCartney zu seinen Wings-Zeiten, Sting und Jack Bruce ein, aber dann hört es auch schon auf.

Im Fall des hierzu besprechenden Werks von Dean Zucchero ist das zwar offiziell dann so, eigentlich haben wir es mehr mit einem Konzeptalbum zu tun, wo Dean zwar die Musik bestimmt, beziehungsweise die Fäden zieht, aber insgesamt eher eine zurückhaltende Rolle einnimmt. Man kann also sagen, er gibt hier nicht nur an den vier Saiten, sondern auch imaginär den Groove vor.

Der Blues aus dem Süden mit all seinen Facetten ist der gemeinsame Nenner, die bei jedem Lied wechselnden Leadsänger mit ihren unterschiedlichen Stimmen vermitteln weiteren variierenden Unterhaltungswert.  Wenn weiblicher Gesang, ob an der Front oder im Hintergrund, mit integriert ist,  taucht immer wieder der Name Tiffany Pollack auf, die damit auch einen Stempel aufsetzt. Selbstredend, dass Dean auf diesem Werk ausnahmslos klasse-Musiker um sich versammelt hat.

Neben bekannteren Namen wie Victor Wainwright, Little Fredie King, Albert Castiglia ist mit Mike Zito der wohl prominenteste Interpret an Bord, der sich mit dem emotionalen Blues Rocker „Tone Of The City“ auch den besten Track des Werkes herausgepickt hat. Starker unter die Haut gehender Tobak, ist auch das eine wenig an Johnny Cash reminiszierende, unterschwellig countryeske Storytelling-Stück „Suicide For Jesus“, das von Dean (Bass) lediglich mit Ron Hotstream (lead vocals, guitars) in bewusst reduzierter Art performt wurde.

Insgesamt weiß man nach dem Hören der CD gut, woher Dean Zucchero seinen exzellenten Ruf in der Branche her hat. Das Album wäre aus meiner Sicht sehr gut als Soundtrack für einen Krimi oder ein Drama geeignet, das irgendwo rund um New Orleans spielt. Und falls nicht, ist  „Song For The Sinners“ in jedem Fall eine sehr abwechslungsreiche und starke Blues & More-Scheibe, mit der es sich zu beschäftigen lohnt.

Pugnacious Records (2025)
Stil: Blues & More

Tracks:
01. Biting Through
02. South Side
03. Lullaby
04. She’s Saturday Night
05. Crawfish No More
06. Shine
07. Tone Of The City
08. Mama’s Bottle
09. Never Fade Away
10. Cold Shot
11. Suicide For Jesus
12. Fowl Play

Dean Zucchero
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T. G. Copperfield – All In Your Head – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Seine drei vorhergehenden Alben („Snakes & Dust“, „Out In The Desert“ und „Steppenwolf„) hatte T. G. Copperfield als staubige Wüstentriologie inszeniert. Nun kehrt er mit “All In Your Head” zur härteren Blues-Rock Gangart zurück, ohne die Southern-Roots Orientierung zu vernachlässigen.

Den Aufschlag für das 10-teilige Set übernimmt der Titel “Mule” und verbreitet einen intensiven Vorgeschmack – ein Heavy-Rock-Stallgeruch, der unter die Haut geht. Sympathische Gitarren zünden ihre Riffs bei “I’m On My Way” und lassen die Handschrift ihres Songwriters aufblitzen. Nach dem ebenso starken “Have Mercy On Me” folgen ohne Mitleid, schweißtreibend und mächtig “Living On A Knife” und “Kicked Down By Love” und übernehmen die Regie über ein bis dahin Track-by-Track groovendes Kraftpaket.

Bevor die noch massivere zweite Hälfte der Scheibe einsetzt, lohnt sich ein Blick auf den Backkatalog der letzten acht Jahre: Elf Soloalben und das vorliegende Werk präsentieren in kurzen Abständen handgemachte Songs aus unterschiedlichen Stilrichtungen – auf einem Terrain, das hierzulande oft als schwierig gilt.

Copperfields beeindruckender Beitrag, sich immer wieder neu zu erfinden und mit propulsiver Kraft durchzustarten, ist rekordverdächtig. Hervorragend unterstützt wurde er auf “All In Your Head” vom Megaphon-Studios-Tonkünstler Martin Meinschäfer (u. a. Henrik Freischlader) sowie seinen Kumpanen von der Electric Band: Michael Hofmann (Drums), Claus Bäcker (Keyboards) und Don Karlos (Bass).

Hohe Ansprüche stellt Copperfield auch an seine Lyrics im Beiheft und befasst sich in den Stories u.a. mit der menschlichen Psyche, komplexen Gedankenspielen und infernaler Katastrophenstimmung. Ebenso anspruchsvoll sind die Themen, die er in leidenschaftliche, teils fast wütende Arrangements verpackt – untermalt von genau der richtigen Portion Gitarrenpower.

Charakteristisch für diese kraftstrotzende Inspiration des 45-jährigen Sängers und Gitarristen sind deutlich die letzten vier Songs der LP. Mit “Redemption Blues” – durchaus als früher CCR-Track geeignet – und “World War III” wird das Finale vorbereitet. Das Interesse daran belohnt allemal der Titeltrack des Albums – ein Southern Blues Rock mit meisterhaften E-Gitarren-Soli. Die Scheibe erfährt ihre abschließende Krönung mit einem Foot-Stomping-Finale, das sprichwörtlich abgerundet wird: “The Needle Hit The Groove” erinnert in klassischer Slow Blues-Interpretation sowie durch die Gitarren- und Piano-Spielweise an historische Fleetwood Mac feat. Otis Spann Aufnahmen – eine brillante Inszenierung mit ‚Wiederhörbedarf‘.

T. G. Copperfield hat es erneut spielend geschafft, die Vielfalt seiner musikalischen Schaffenskraft in einem Longplayer zu vereinen. “All In Your Head” ist ein großzügiges Studiowerk und einmal mehr der Versuch, uns mit seinen musikalischen Wertvorstellungen anzustecken. Längst etabliert, muss er seine Wurzeln auch im Storytelling nicht mehr beweisen – wohl wissend, dass ein rastloses Talent ebenso sein Publikum braucht. Die im März beginnende, ausgedehnte Tournee kommt mit “All In Your Head” am 5. April u. a. nach Köln und bietet dem Publikum ausgiebig Gelegenheit, ihn live zu sehen.

Timezone (2025)
Stil: Blues, Blues Rock, Southern Rock

Tracks:
01. Mule
02. I’m On My Way
03. Not Your Game
04. Have Mercy On Me
05. Living On A Knife
06. Kicked Down By Love
07. Redemption Blues
08. World War III
09. All In Your Head
10. The Needle Hit The Groove

T. G. Copperfield
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Brooke-Lynn Promotion

Joe Ely – Love And Freedom – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Joe Ely hat für sein neues Soloalbum „Love and Freedom“ einen vergrabenen Schatz gehoben. Die dreizehn Tracks des Albums (neun Eigenkompositionen und vier Coverversionen), die sich mit Einwanderung, Armut, Krieg, Gerechtigkeit, Liebe, Freiheit und anderen sozialen Themen beschäftigen, hatte Ely bereits vor Jahrzehnten aufgenommen und gespeichert. Leider waren sie dann in Vergessenheit geraten, bis Ely sie im letzten Jahr zufällig wiederentdeckte.

Sie wieder zu beleben erschien als eine Herausforderung, weil Teile der Mehrspuraufnahmen schlichtweg verschwunden waren. Die Restaurierung gelang dann schließlich mit Hilfe von Lloyd Maines, einem Freund und Produzenten, der den Stücken u. a. Akustik-, Slide-Gitarre und Bass hinzufügte. Letztendlich ist eine bemerkenswerte und authentische CD entstanden, welches sich als neunundzwanzigstes Album perfekt in die lange Liste der Vorgängeralben einreiht.

Der Opener „Shake ´Em Up“ ist auch gleichzeitig die erste Singleauskopplung aus „Love And Freedom“. Sie kommt recht schwungvoll mit leichten Americanaanleihen rüber und mutet wie eine Ode an die Würfelspiele im Wilden Westen an. „Adios Sweet Marie“ startet mit ungewöhnlichen Akkordeonklängen, die an volkstümliche Musik aus Österreich erinnern, tatsächlich aber von den Problemen an der Grenze zwischen Texas und Mexiko handelt. „Magdalene“ ist dann die erste Coverversion des Albums. Eine ruhige Ballade, die ursprünglich von Guy Clark stammt.

Ruhig geht es dann auch mit dem Woody-Guthrie-Klassiker „Deportee“ (Plane Wreck at Los Gatos)“ weiter, bei dem der Singer-Songwriter Ryan Bingham mit seiner leicht rauen Stimme den Gesangspart übernimmt und mit Townes Van Zandts Song „Waiting Around To Die“ liefert Ely einen weiteren schmissigen Song mit Tanzpotential ab. Eine weitere schöne Country-Ballade ist „Sergeant Baylock“ (sie erinnert streckenweise an Lou Reeds „Take A Walk On The Wild Side“), in der Ely mit einem Polizeibeamten in Lubbock abrechnet, der ihn unerbittlich schikanierte.

Zum Dahinschmelzen schön ist der bedächtige Americana-Song „Sake of the Song“ und in „Here’s to the Brave“ besingt Joe Ely die amerikanischen Ureinwohner. Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September besuchte er den Ground Zero. Unter dem Eindruck des Gesehenen entstand dann der Song „No One Wins“. Abgerundet wird das Album durch schwungvolle Songs über soziale Gerechtigkeit: „Today It Did“, „Band of Angels“, „What Kind of War“ und „Surrender to the West“.

In Summe ist „Love And Freedom“ ein überzeugendes und äußerst abwechslungsreiches Opus, welches stark durch Country- und Americana-Einflüsse geprägt ist. Mir hat es wahnsinnig gut gefallen und ich denke, dass es viele Anhänger finden wird.

Label: Rack ´Em Records / Thirty Tigers
Stil: Blues

Tracks:
01. Shake ´em Up
02. Adios Sweet Dreams
03. Magdalene
04. Deportee
05. Waiting Around To Die
06. Sgt. Baylock
07. Today I Did
08. Band Of Angels
09. Sake Of The Song
10. Here‘s To The Brave
11. What Kind Of War
12. No One Wins
13. Surrender To The West

Joe Ely
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