Chambers DesLauriers – Our Time To Ride – CD-Review

Hatte ich neulich noch angesichts eines CD-Reviews bei Monster Mike Welch vergebens das Monster in ihm gesucht, das seinen Spitznamen ziert, so bin ich beim Duo Annika Chambers und Paul DesLauriers, alias ChambersDesLauriers, fündig geworden, natürlich im positiven Sinne, abzielend hier allerdings besonders auf die brachiale Urgewalt in der Stimme von Annika Chambers (Tina Turner zu besten Zeiten lässt grüßen).

Die entspricht nämlich in ihrer Intensität einem monströs brodelnden Vulkanausbruch, samt damit verbundener neun folgender Songerdbeben. Ich habe in den letzten Jahren selten so ein kräftige, klare und begeisternde Gesangsperformance erlebt, die auch on top noch in ihrer Variabilität vollends überzeugt.

Dazu kommt noch der im Blues- und Southern Rock verwurzelte Gitarrist und Ehepartner Paul DesLauriers, der sich auch im gemeinsamen Songwriting-Prozess (hier ist der uns gut bekannte Eric Corne neben der Produktion u. a. auch noch mit involviert), und beim abschließenden „One In A Million“ (wunderbar glaubwürdig herüber gegenseitige musikalische Liebeserklärung) auch als Co-Vokalist als kongenialer Partner erweist.

Chambers stammt aus Houston und kann schon auf diverse Awards zurückblicken, DesLauriers hat schon  sechs Maple Blues Awards solo und mit Band ergattert. Ihre Verbindung begann 2018 durch einen Blickkontakt im Orpheum Theatre in Memphis, mittlerweile ist das Paar glücklich verheiratet und bringt dies auch, wie man es schon bei einigen Titeln sofort erkennen kann,  in ihrem neuen Werk „Our Time To Ride“ herzerfrischend zum Ausdruck.

Allein schon der Auftakt mit den drei grandiosen Stücken „Love You Just The Same“ (heiß dampfender Southern Soul Swamp Rock pur),  dem stonesken „People Gonna Talk“ (mit launigem Kuhglocken-Drum-Rhythmus) und das aus der Feder von Tom Petty hätte stammen könnende „Written In The Stars“  (tolles E-Piano, surrendes E-Slide) werden jeden Rockmusikliebhaber in Verzückung versetzen.

„Believe In Love“ als gemäßig beginnender Soul-Song mit CCR-Gitarrenflair, der in ein furioses Gospelfinale mündet, die interessant gestaltete „Ballade „Sing“ aus der Feder von Produzent Eric Corne mit Chorgesang und auch psychedelischen Elementen sowie  das shaky funkende „Temperature Of One-O-Nine“ bilden den wendungsreichen Mittelteil.

Das mit Skynyrd-„3 Steps“-Note, Honkytonk-mäßig abgehende „In The Heart Of The Night“ (erinnert auch ein wenig vom Grundton her an „It’s All Over Now“) und der stampfende, slide-trächtige Southern Rock-Titelsong „Our Time To Ride“ sowie die Ode an ihre gegenseitige Liebe und den Respekt füreinander, im von Wechselgesang gezeichneten „One In A Million“ (hier steigt DesLauriers auch am Mikro, mit wahrlich nicht schlechter Stimme ein) beenden mit wieder stark südstaatlichem Schwerpunkt diesen musikalischen Gesamtgenuss.

Chambers DesLauriers servieren uns mit ihrem „Our Time To Ride“ einen furiosen, modern gestalteten Ritt durch die Musikgeschichte mit Blues-, Funk, Soul und Southern Rock-Elementen voller Inbrunst mit einer Hammerstimme gesungen und samt grandiosen E-Gitarrenparts, aber auch tollen treibenden Bläser- und Keys-Momenten. Sicherlich schon jetzt der Geheimtipp des Jahres!

Forty Below Records (2025)
Stil: Southern Soul Rock

Tracks:
01. Love You Just The Same
02. People Gonna Talk
03. Written In The Stars
04. Believe In Love
05. Sing
06. Temperature Of One-O-Nine
07. In The Heart Of The Night
08. Our Time To Ride
09. One In A Million

Chambers DesLauriers
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The Boneshakers – Live To Be This – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Wenn Soul auf R&B trifft, Detroit Rock sich mit Funk verbindet und der Blues das Ganze abrundet, dann stehen The Boneshakers aus Saint Louis auf der Bühne. Ihr aktuelles Werk ”Live To Be This” ist immerhin bereits das 11.Studioalbum und umfasst eigene Songs sowie handverlesene Covertitel.

Los geht’s rasant mit “I’ll Kick A Brick (For My Man)”, einer 71er Hot Sauce Glanz-Nr., die Soul-Funk im Tina Turner Style als mitreißende Performance wiederbelebt. Nahtlos passend schließt sich “They Say I’m Different” an den Opener. Die Betty Davis Blues-Funk-Hymne (Original 1974) würdigt intensiv die Blues- und Rock-Größen der Anfangsjahre in ebenso glanzvoll funkiger Tradition und verdient es einfach, wieder aus der Vergessenheit geholt zu werden. Gleiches gilt für den Bobby Patterson Titel “How Do You Spell Love” aus 1972, der im stampfenden Blues Dance beim Mitmachen schnell die Schweißperlen treibt. The Boneshakers liefern hochklassige Versionen früher Klassiker voll auf den Punkt. So auch beim Iggy Pop Track “I Need Somebody” (1977), bravouröser Blues-Funk-Rock steht mit dem bekannten Original auf Augenhöhe.

Doch wer sind The Boneshakers überhaupt? Den bewegungsfreudigen Bandnamen erfand US-Ikone Bonnie Raitt kurzerhand 1996, als sie von der Studioband mehr als begeistert war. Die eigentliche Boneshakin‘ Story begann dann ein Jahr später und mit der Zusammenarbeit des ehemaligen Was (Not Was) Multigitarristen Randy Jacobs mit Sänger “Sweetpea” Atkinson (verst. 2020) und wechselnden Besetzungen. Produzent John Wooler holte mit der jungen Bluessängerin Jesse Langer schließlich die neue, hochkarätige Stimme für die Aufnahmen von “One Foot In The Groove” (2022) mit ins Boot. Das Album erreichte jeweils Nr.1 der UK-Blues und der US-Soul-Blues Charts.

Für die aktuelle Scheibe hat das Produzententeam (u.a. Wooler, Mike Zito, Oliver Overton) ein bemerkenswertes All-Star Line-up in das Studio geholt. Neben Blues-Legende Bobby Rush, sind u.a. Harp-Player Charlie Musselwhite, Gitarrist Coco Montoya (John Mayall Band), auch Don Was und Saxophonist Jimmy Carpenter mit dabei. Entsprechend sind auch die weiteren Titel eine exzellente Darbietung vielfach unterschätzter Originalkompositionen, wie u.a. “Here I Am” (von Eddie Hinton), „Don’t Deny Me” (von Jerry Lynn Williams) oder “Tears Of The World” (Willie Hale). Hinzu kommen gleichwertige, eigene Songs, wie z. B. “Evil No More” – mit unverkennbarem Harp-Solo, sowie „Ain’t Good Enough For Me”, selbst fast bereits ein Klassiker. Jesse Langers Vocals belohnen allemal, ob im Duett mit Bobby Rush auf dem überragenden “Salty”, oder auf den gleich zwei Akustik-Aufnahmen von “Dobro Jones” (Delta bzw. Country Mix) und genialer Slide-Begleitung von Randy Jacobs. Selbst die schöne Bonus Zugabe “Cake And The Candle” setzt dem “Sahnehäubchen” eine kleine, liebevolle Krone auf.

Mit “Live To Be This” präsentieren The Boneshakers erneut eine beachtliche Trackliste: 15 Songs, die den breiten Rahmen ihrer Stilrichtung kontinuierlich erweitern. Ein Sound, der mitreißt und bewegt – musikalisch wie emotional. Die Boneshakers setzen hier ihren hohen Wiedererkennungswert als gelebtes Motto um und liefern ein Album voller Intensität und Ausdruckskraft.

Gulf Coast Records (2025)
Stil: Blues, Soul, Funk, Rhythm & Blues

Tracks:
01. I’ll Kick A Brick (For My Man)
02. They Say I’m Different
03. How Do You Spell Love
04. I Need Somebody
05. Dobro Jones (Delta Mix)
06. Evil No More feat. Charlie Musselwhite
07. I Am The Cool feat. Don Was
08. Here I Am
09. Salty feat. Bobby Rush
10. Don’t Deny Me feat. Jimmy Carpenter and Coco Montoya
11. Took A Trip
12. Tears Of The World
13. Ain’t Good Enough For Me
14. Dobro Jones (Low Country Mix)
15. The Cake And The Candle

The Boneshakers
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Monster Mike Welch – Keep Living Til I Die – CD-Review

Der mir bis dato unbekannte Gitarrist Monster Mike Welch weckte natürlich alleine schon durch sein Spitznamen, den er übrigens mit 13 Jahren von Ghostbusters-Darsteller Dan Aykroyd verpasst bekam, eine gewisse Erwartungshaltung.

Kommt einem hier auf seinem neuen Album „Keep Living Til I Die“ eine echte Rampensau und/oder ein furioser Gitarren-Wizzard unter die Fittiche? Der Titel des Werks würde auf jeden Fall schonmal meiner Art des Humors  entsprechen, wenn er selbstironischen Charakter hätte, in diesem Fall geht es aber im gleichnamigen Opener um die Sterblichkeit der Mutter.

Musik ist ja immer Geschmacksache, ich persönlich tue mich mit der Scheibe sehr schwer. Zum einen gefällt mir die wenig ausdrucksstarke Stimme des Protagonisten überhaupt nicht, zum anderen bin ich kein großer Anhänger vom Blues der Kings, Collins, Johnsons oder von Clapton im Stadium der Endsechziger oder Anfang der Siebziger Jahre, der hier offensichtlich mit Begeisterung gehuldigt wird.

So kommen mir am Ende auch die zwei Instrumentalstücke „Good To Me As I Am Good To You“ (ein eigentlich besungener Aretha Franklin-Song) und das Bob Dylan-Cover „Dear Landlord“, hier im Derek And The Dominos-Syle serviert, noch am Nächsten.

Der Rest ist relativ unspektakulärer Retro-Blues, mit versiert gespielten E-Gitarrenparts und auch recht gekonnten Keys-Variationen von Bruce Milgate. Mein Gefühl sagt mir, Mike sollte sich wieder einen Platz , wie schon geschehen u. a. bei Sugar Ray And The Bluetones, in einem Bandgefüge suchen und dort seine unzweifelhaften Künste im E-Gitarrenspiel einbringen.

Und wenn Welch dann beim finalen Track mit „Burial Season“ noch schwermütige Totengräberstimmung verbreitet, ist meine eh schon nicht gerade euphorische Laune beim Hören dieses Silberlings endgültig im Keller.

Somit bietet „Keep Living Til I Die“ von Monster Mike Welch viel Stoff für die hartgesottenen (bzw. übrig gebliebenen) Blues-Aficionados der alten Tage, meine Suche nach dem Monster in Mike blieb allerdings ziemlich erfolglos. Der Brite würde resümieren: „Not my cup of tea!“

Eigenproduktion (2025)
Stil: Blues

Tracks:
01. Keep Living Til I Die
02. Love Me Baby
03. Your Problem To Solve
04. Good To Me As I Am Good To You
05. Hell Hound On My Trail
06. I Finally Hit The Bottom
07. Do Want You Want With My Grave
08. She Makes Time
09. Dear Landlord
10. I Just Don’t Understand
11. Some Other Guy
12. The Whole Idea Of You
13. Burial Season

Monster Mike Welch
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The Kerry Kearney Band– Same – CD-Review

Review: Michael Segets

Wer die Erinnerung an Warren Zevon und seine Musik wachhält, sammelt bei mir schon mal einen Pluspunkt. Dies tut The Kerry Kearney Band, indem sie „Rub Me Raw“ von dessen letzter CD „The Wind“ (2003) covert. Kerry Kearney und seine Band interpretieren noch zwei weitere Songs, die von Bob Dylan und Otis Rush stammen. Von Dylan spielt die Band „Meet Me In The Morning“, das sich im Original auf „Blood On The Tracks“ (1975) findet. Noch älter ist „All Your Love” (1958). Mit dem Klassiker des Chicago-Blues steigt The Kerry Kearney Band in den Longplayer ein. Die Tracks auf dem selbstbetitelten Album hören sich im positiven Sinne wie alte Bekannte an, auch wenn sie gerade erst der Feder von Kearney entsprungen sind.

Kearney hat den Blues. Er bewegt sich souverän mit und zwischen den Größen des Genres. Er ging mit Dickey Betts und The Allman Brothers Band auf Tour, spielte mit BB King, Robert Cray und der Urbesetzung der Blues Brothers. Bei seinen zahlreichen Veröffentlichungen setzt er oftmals auf eine Mischung von Covern und Eigenkompositionen. Dieses Vorgehen führt Kearney bei seinem aktuellen Werk fort. Sieben Eigenkompositionen – darunter zwei Instrumentals („Bobbique Romp“, „West Of The Ashley“) – komplettieren den Longplayer neben den bereits erwähnten Coversongs.

Die von Kearney selbst verfassten Titel sind auf den Punkt gebracht. Mit Ausnahme von „Harder To Breathe“ überschreitet kein Track die drei Minuten, was für Bluesstücke ja eher selten ist. Mir kommt das entgegen, da ich kein Fan von langen Instrumentalpassagen bin. Natürlich zeigt Kearney an der einen oder anderen Stelle, was er an der Gitarre kann. So fügt er in die eingängige Nummer „Voodoo Ways“ ein kratzig- quietschendes Solo ein, welches dem Song nochmal einen besonderen Reiz mitgibt.

Die Eigenkompositionen bewegen sich meist im mittleren Tempobereich. Der knackige Jive „Walk Right Out The Door“ weicht nach oben hin ab, „Harder To Breathe“ in die andere Richtung. Der Slow-Blues wird von Camryn Quinlan gesungen, die auch dem bluesrockigeren Abschluss des Albums „Santa’s Got A Brand New Bag“ ihre Stimme leiht. Der Wechsel der Lead Vocals ist ein Aspekt, der dafür sorgt, dass der Longplayer abwechslungsreich wirkt. Eine Verbindung erhalten die Stücke dadurch, dass sie Genrekonventionen nicht brechen, sondern variieren. Ein Reinhören in das neue Werk der Kerry Kearney Band lohnt sich nicht nur für Bluesfans, sondern für alle Freunde handgemachter Musik.

Das Album produzierten Kearney, der Keyboarder der Band Jack Licitra sowie Bill Herman. Herman gab dem Sound im Paradiddle Studio auf Long Island den letzten Schliff. Paradiddle Records veröffentlichte dieses Jahr bereits das ebenfalls empfehlenswerte „American Equator“ von Pete Mancini. Für den Herbst steht ein Projekt zu Warren Zevon auf dem Programm, bei dem u. a. Willie Nile mit von der Partie ist.

Paradiddle Records (2025)
Stil: Blues

Tracks:
01. All Your Love
02. Harder To Breathe
03. Walk Right Out The Door
04. Rub Me Raw
05. Voodoo Ways
06. Bobbique Romp
07. Meet Me In The Morning
08. West Of The Ashley
09. Off To The Jubilee
10. Santa’s Got A Brand New Bag

Kerry Kearney
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Paradiddle Records

North Mississippi Allstars – Still Shakin‘ – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Im Vorgriff auf das 30-jährige Bestehen der Band im kommenden Jahr haben North Mississippi Allstars das Album “Still Shakin’” mit Südstaaten-Klassikern konzipiert, das gleichzeitig auch dem Debut “Shake Hands With Shorty” aus dem Jahre 2000 zum Geburtstag gratuliert. Gegründet von den Brüdern Luther und Cody Dickinson, ist die Formation eine Art Kollektiv-Gemeinschaft, überwiegend von Musikern aus dem Norden ihrer Heimat.

Die bekannten Allstars Begleiter reichen über die Jahre von R.L. Burnside, Junior Kimbrough bis hin zu Berry Oakley, Oteil Burbridge (beide Allman Brothers Band) und aktuell Joey Williams (Blind Boys of Alabama) und “Ray Ray” Holloman (Gitarrist von Eminem und Ne-Yo). Die Erfolge sind neben dem Debut Werk (Living Blues Award 2001) und “Electric Blue Watermelon” (2005 die Nr. 1 der Billboard Blues Charts), sowie mehreren Grammy Nominierungen sprechen für sich (siehe ebenso SoS-Review zum Album “Up And Rolling” – 2019).

Die neue Eigenproduktion bringt großteils moderne, teilweise jedoch etwas außergewöhnliche, aber letztlich überzeugende Versionen bekannter Titel. Den schnellen Einstieg macht der „Preachin‘ Blues” von Robert Johnson aus den 30ern – als funkige Eröffnung eine durchaus überraschende Variante im Stil der 1960er Dynamik. Unweigerlich zurück zu den Wurzeln ihrer Tradition kommen die Allstars mit dem folgenden Junior Kimbrough Stücken “Stay All Night” und “My Mind Is Ramblin’”, wobei der erstere im souligen Duett und schönen E-Solos abgefeiert wird und der zweite Track mit fast ungewohnten, aber unwiderstehlichen Drum-Beats gospeliges Flair verbreitet.

Das Blind Boys of Alabama Cover “Pray For Peace” verstärkt diese Stilrichtung südstaatlich groovender Blues-Gospel Rhythmen und lässt auch hier dem Bewegungsdrang keine Alternative. Der historische Folk-Song “K.C. Jones” – ungefähr 1910 – erfährt in ähnlicher Weise eine fast futuristische Country-Rockfassung und leitet über in den etwas experimentell anmutenden, eigenen Titel-Track, der als psychedelischer Jam im Mississippi Hill Country seinen Platz findet.

Weitere, moderne Interpretationen ursprünglicher Südstaaten-Klassiker sind zweifelsohne das eher seltene “Don’t Let The Devil Ride” (im Original von Brother Joe May) und der unverwüstliche Folk-Titel “John Henry”, der in pulsierender Country-Rock Ausgabe kaum wieder zu erkennen ist. Wieso eines der elegantesten Stücke, die wunderbare Fred McDowell Komposition “Write Me A Few Lines” nur als CD-Bonus erhältlich ist, bleibt in Vinyl verwöhnten Zeiten ungewöhnlich.

Mit “Still Shakin’” ist für unsere musikalischen Breiten ein herausforderndes Hörerlebnis und ein in großen Teilen hypnotischer Country-Folk-Blues und Rock-Longplayer entstanden, den die North Mississippi Allstars mit spürbarer Begeisterung und Gästen einer jungen Musikergeneration in ihrem Homestudio aufgenommen haben. Insofern ist ein entwicklungsweisendes Album erschienen, das aufzeigt, wie die Band über die Jahrzehnte gewachsen ist.

New West Records (2025)
Stil: Blues, Country, Folk

Tracks:
01. Preachin‘ Blues
02. Stay All Night (feat. Robert Kimbrough, Joey Williams)
03. My Mind Is Ramblin‘
04. Pray for Peace (feat. Joey Williams)
05. K.C. Jones, Part 2 (feat. Jojo Herman and Grahame Lesh)
06. Still Shakin‘
07. Poor Boy (feat. Duwayne Burnside)
08. Don’t Let the Devil Ride (feat. Joey Williams)
09. Write Me a Few Lines
10. John Henry
11. Monomyth (Folk Hero’s Last Ride)

North Mississippi Allstars
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V2 Records

Mike Dangeroux – Empty Chair – EP-Review

Um es vorwegzunehmen, so richtig gefährlich geht es auf der neuen EP des Protagonisten, wie der Name des Protagonisten es vielleicht suggeriert, auch wenn er ja am Ende mit ‚x‘ statt einem ’s‘ geschrieben wird, nicht zu.

Mike Dangeroux ist ein in Chicago angesehener Blues-Gitarrist und hat die Bühne schon mit diversen Größen der Zunft wie u. a. Koko Taylor, Mississipi Heat oder Buddy Guy geteilt.

Seit Ende Februar ist seine neu EP „Empty Chair“ auf dem Markt. Mike hat alle Stücke selbst geschrieben und produziert, er singt und bedient natürlich die E-Gitarre, als auch den Bass. Begleitet wird er vom Keys-Player und Co-Producer Vincent Varco und Drummer Daron Casper Walker.

Keine für die Stadt typischen Bläser und Harpspieler sind bei den insgesamt sechs Stücken mit dabei, stört mich auch eher nicht. Die erste Hälfte mit den drei Tracks „End Like This“ (humorvoller Text mit schönen Reimen), „Money Back“ und „Play My Cards Right“ steht im Rahmen von schunkelnder Blues (-Rock) Musik, die für eine Gute-Laune-Atmosphäre in entsprechenden Blues Clubs recht gut geeignet ist.

Das E-Gitarrenspiel auf „Money Back“ hat ein wenig unterwelliges ZZ-Top-Appeal. Im zweiten Teil überwiegen die ruhigeren Momente. Mit dem tollen Slow Blues „No Good For Me“ gibt es das intensiv und gefühlvoll besungene und mit tollen E-Gitarrenparts ausgestattete Highlight des Albums.

Der Titelsong „Empty Chair“ kommt mit psychedelischer Note daher, beim Abschluss mit „What’s Talking So Long“ geht es wieder in die ruhigeren und traditionelleren Gefilde des Genres.

Am Ende offenbart die durchaus hörenswerte Scheibe, dass wir es  in Mike Dangeroux mit einem weiteren guten Gitarristen und Songschreiber zu tun haben, der sich aus meiner Sicht aber eher auf Insider-Status bewegen wird. Deshalb wird sein Fokus vermutlich weiter auf Spielen bei Hochzeiten (wie man es auf seiner Webseite angeboten bekommt) und in den Clubs der amerikanischen Großstadt (mit hoffentlich gut gefüllten Stühlen)  bewegen.

Keine gefährliche Musik für die arrivierte Konkurrenz auf dem Gebiet, aber solide und angenehm!

Eigenproduktion (2025)
Stil: Blues Rock

01. End Like This
02. Money Back
03. Play My Cards Right
04. No Good For Me
05. Empty Chair
06. What’s Talking So Long

Mike Dangeroux
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Charlie Musselwhite – Look Out Highway – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

“Look Out Highway” heißt das neue Studioalbum von Charlie Musselwhite. Schon eine kurze Hörprobe verlangt geradezu nach tiefer gehender Recherche, nach Retrospektive auf die Biografie des heute 81-jährigen Blues-Harp Spielers, Sängers, Songwriters und Gitarristen. Geboren in Mississippi, aufgewachsen in Memphis in den 1940/50er Jahren als Kind musikaffiner Eltern, kam “Memphis Charlie” früh mit vielen Stilrichtungen und vor allem Blues-Einflüssen in Berührung. Auf Jobsuche zog der 18-jährige nach Chicago, wo die Szene gerade die Elektrifizierung des ländlichen Delta-Blues zum Chicago-Style vorantrieb und spielte seine Harp-Power bereits 1965 auf dem John Hammond Album “So Many Roads”, u.a. mit The Band als Begleitung. Nur ein Jahr später erschien das eigene Debut-Album “Stand Back! Here Comes Charlie Musselwhite’s South Side Band”, ein legendäres Blues-Meisterwerk.

Charlie Musselwhite hatte mit 22 Jahren den Durchbruch geschafft und ist heute fast sechs Jahrzehnte und über 20 Alben, sowie unzähligen Kollaborationen später (u. a. Tom Waits, John Lee Hooker, Gov’t Mule, Eddie Vedder – um nur wenige zu nennen), Urgestein der US-Blues-Geschichte. Wieder in Clarksdale, Mississippi-Delta (dem Geburtsort seines Freundes John Lee Hooker) zu Hause, hat Musselwhite nach “Mississippi Sun” (2022) nun “Look Out Highway” aufgelegt. Ein Album, das erneut dazu auffordert, das Blues Revival der 60er zu erkunden. Klassisch und modern zugleich kommen der straighte Titelsong und das Memphis-soulige “Sad Eyes” aus den Startlöchern. Das neu eingespielte “Baby Won’t You Please Help Me” schließt übrigens den Kreis zum Meisterwerk “Stand Back!”, progressiv, ohne Hinweis auf sein Alter.

Natürlich sind es wesentlich die Harmonica-Parts, die “zweite Stimme” Musselwhite’s, die “Storm Warning“ stürmisch klingen und auf dem “Highway 61” die Wheels rollen lassen. Die 11 Eigenkompositionen, mit unbändiger Blues-Energie ausgestattet, üben unterschwellig eine temperamentvolle Anziehungskraft aus. Titel, wie “Hip Shakin’ Mama” oder “Ramblin’ Is My Game”, die in stompigen Rhythmus-Elementen nach Bewegung verlangen und unwillkürlich in den Bann ziehen. Wenig überraschend erscheint in diesem Zusammenhang, dass Dan Aykroyd als Harmonica spielender Blues Brother Elwood seinem Vorbild in “Blues Brothers 2000” mit der Supergroup The Louisiana Gator Boys ein kultiges Denkmal setzte.

Diese Erinnerungskultur pflegt Charlie Musselwhite selbst mit dem Instrumentalstück “Blue Lounge” als Reminiszenz an Chuck Berry und entwickelt dabei ebenso dezent schwebende Blues-Flügel wie Peter Greens “Albatros”. Eine musikalisch-emotionale Verbundenheit auch mit Künstlern der jüngeren Generation bieten der Gastbeitrag von Blues-Sängerin Edna Luckett beim entspannten Midtempo-Titel “Ready For Times To Get Better”, sowie der standesgemäße Sprechgesang von Memphis-Rapper Al Kapone auf dem rasanten “Ghosts In Memphis”. Die unbeschwerte Highway Freiheit im klassischen Blues Akkord zu genießen, wird zum Schluss von “Open Road” noch einmal in Szene gesetzt. Mit 33 Blues Music Awards, 15 Grammy Nominierungen, dem Grammy für “Get Up”, sowie der Aufnahme in die Blues Hall of Fame 2010, hat Charlie Musselwhite eine ganze Reihe von Auszeichnungen erhalten. Ob damit seine Kunst, durch ein kleines Instrument, welches wunderbar zum Blues passt, ausreichend bewertet ist, sei dahingestellt. In unseren Breiten wird sein Lebenswerk wahrscheinlich unterschätzt.

Charlie Musselwhites neues Album “Look Out Highway” enthält eine brillante Mischung, ein zündendes Feuerwerk, handgemachter Delta und Chicago Blues Aufnahmen, die mit Memphis Soul und etwas Americana angereichert sind. Eine ausgezeichnete Produktion der traditionellen Roots-Music, die den Titel des Best Blues Harp Album of the Year mehr als verdient – also Stand Back, Here comes Charlie Musselwhite!

Forty Below Records (2025)
Stil: Blues, Roots

Tracks:
01. Look Out Highway
02. Sad Eyes
03. Storm Warning
04. Baby Won’t You Please Help Me
05. Hip Shakin‘ Mama
06. Highway 61
07. Ready For Times To Get Better
08. Ramblin‘ Is My Game
09. Blue Lounge
10. Ghosts In Memphis
11. Open Road

Charlie Musselwhite
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Devious Planet

Emanuel Casablanca – Hollywood Forever – CD-Review

Review: Michael Segets

Jörg Schneider nahm sich 2022 dem Debüt von Emanuel Casablanca „Blood On My Hands“ für SoS an. Unser Blues-Spezialist hätte sicher kenntnisreicher das nunmehr dritte Album „Hollywood Forever“ kommentieren können, aber nun ist mir die Aufgabe zugefallen. Ich habe dem Longplayer, der mit sechzehn Tracks tatsächlich diesen Namen verdient, ein paar Durchläufe gegönnt.

Mit dem groovigen „Mud“ steigt Casablanca gut ein. Anfänglich nimmt der zweite Track „Dirty Luck“ den treibenden Rhythmus des Openers auf. In der Mitte der Nummer erfolgt aber ein Bruch und das Stück plänkelt aus. Auch der fast neunminütige Titelsong „Hollywood Forever“ integriert unterschiedliche Passagen, was für Freunde des Blues vielleicht ein Fest ist, mir liegen kürzere, einfacher strukturierte Stücke näher. So befindet sich „The Squeeze“ mehr auf meiner Linie. Die kraftvollen Gitarren dominieren diesen Bluesrocker. Eine härtere Gangart legt Casablanca später bei „A Good Day To Die Young“ vor, bei dem die Rockelemente deutlich stärker in den Vordergrund rücken als der Blues.

Casablanca scheut sich nicht, moderne Ingredienzien in seine Stücke aufzunehmen, die mal interessant sind („Me And The Devil“), mal eher anstrengend („India Stoker“). Den Blues in einer klassischen Spielart präsentiert der aus Brooklyn stammende Musiker bei „Roulette“. Das Stück hat einen swampigen Einschlag und das Gitarrenspiel wirkt hier etwas differenzierter. Ebenfalls auf der Habenseite ist das kurze „Juggernaut“ zu verbuchen. Mit seinem stampfenden Rhythmus, geschmückt mit ein paar Einsprengseln der Keys, erinnert es an George Thorogood. In der zweiten Hälfte widmet sich der Gitarrist verstärkt der emotionalen Seite des Blues („Lust And Lies“, „Low Down Dirty Shame“). Hier ist das sanfte „Love Strong“ hervorzuheben.

Das Highlight des Albums stellt für mich die wirklich gelungene Ballade „Black Mans Burden“ dar, die ich im Americana verorten würde. Casablanca setzt sich für Menschenrechte und Antidiskriminierung ein, wofür er die Emanuel Casablanca Foundation gründete. Diese veranstaltet weltweit Konzerte, deren Erlös an entsprechende Organisationen geht. Dabei helfen natürlich auch gute Kontakte. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Casablanca mit eine Reihe erfolgreicher Musikerinnen und Musikern der Bluesszene zusammen. Zu diesen zählen Albert Castiglia, Paul Gilbert, Jimmy Carpenter, Kat Riggins und Joanna Connor.

Emanuel Casablanca überschreitet auf „Hollywood Forever“ Genregrenzen. Im Zentrum steht der Blues und der Blues Rock, aber auch Rock und Americana finden Platz auf dem Album. Neben Titeln, die sich eher an traditionellen Mustern orientieren, sind auch experimentierfreudigere Songs vertreten. Wie das Gesamtwerk von Bluesfans aufgenommen wird, wage ich nicht einzuschätzen. Ich picke jedenfalls nur einzelne Beiträge aus dem umfangreichen Angebot heraus.

Bad Boy Of Blues Media Co. (2025)
Stil: Blues/Blues Rock

Tracks:
01. Mud
02. Dirty Luck
03. Hollywood Forever
04. The Squeeze
05. Werewolf
06. Roulette
07. Me And The Devil
08. Juggernaut
09. Black Mans Burden
10. A Good Day To Die Young
11. India Stoker
12. Lust And Lies
13. Love Strong
14. Low Down Dirty Shame
15. Flying
16. Last Fair Deal

Shari Puorto – Hold On – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Den in ihrer Branche benötigten, sprichwörtlichen ‚langen Atem‘ hat die US-Sängerin Shari Puorto im Laufe ihrer Karriere definitiv immer wieder bewiesen. In über zwei Jahrzehnten waren Begabung und Ausdauer stets Elemente, die auch im Titel ihres neuen Albums “Hold On” ihre Bedeutung haben. Mit insgesamt sechs Studioalben, u. a. “Down The Road” (2008), “Real” (2011), dem L.A. Music Award-Konzertmitschnitt “Live At Bogies” (2018), sowie einem Blues-Album für ein ganz junges Publikum (“Lightning Lessons Vol. 1” u.a. mit Duke Rubillard, Tommy Castro) hat die aus Kalifornien kommende Songwriterin eine feine starke Palette vorgelegt. Die aktuelle Scheibe “Hold On” atmet die breiten Stilrichtungen der 1970er Jahre in einem Kompendium aus Funk, Blues und Roots Rock, gepaart mit Soul- und Country-Tendenzen.

Vorne weg steht der Titelsong, ein Zeichen für die Beharrlichkeit und bringt diesen bluesigen, stark funkigen Gitarren-Rock vergangener Tage als Einstieg in die Frage “Where Is All The Great Music Going?”, die Shari Puorto in diesem zweiten Track mit rockigem Country-Flair und einer schönen Old School Nummer beantwortet. Zum Song-Favoriten der Scheibe avanciert die Erinnerung an den souligen Isaac Hayes “Shaft”-Sound, den die Sängerin mit “In The City” und zum Teil jazzigen Anklängen “kultiviert”. Weitere Highlights der Produktion – auch hier im Co-Writing von Shari Puorto – sind “Why Not Me?” sowie “Forever More”, die in Zusammenarbeit mit dem legendären Barry Goldberg entstanden sind.

Der leider im Januar 2025 verstorbene US-Blues-Musiker, Songschreiber und Produzent hat bereits in den 1960ern mit Paul Butterfield, Bob Dylan und seiner eigenen Blues Band auf der Bühne gestanden. Die vorliegenden Referenzen sind slow-bluesige, soulig-warme Stücke, teils eindringlich und melancholisch mit wunderbaren Arrangements, ideal für die leidenschaftliche Stimme, die einen ebenfalls inhaltlich sehr emotional wirkenden Abschlusstitel, wie “Home Bound” die Rückkehr nach zu Hause gefühlvoll thematisiert.

Mit “Hold On” hat die inzwischen in Annapolis, MD, lebende sehr vielseitige Interpretin, Shari Puorto ein Full-Range Album veröffentlicht. Die Wandlungsfähigkeit und gleichzeitig überragende Natürlichkeit ihrer Vocals prägen die Aufnahmen und etablieren die Sängerin weit über die Grenzen der Los Angeles Area hinaus.

Little Lightning Productions (2025)
Stil: Blues, Funk, Roots Rock

Tracks:
01. Hold On
02. Where Is All The Great Music Going?
03. Cyclone
04. In The City
05. Why Not Me?
06. Forever More
07. You’re Right, I’m Wrong For You
08. Home Bound

Shari Puorto
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BluesRockMusic

John Primer – Grown In Mississippi – CD-Review

Blues ist nun mal Blues. In diesem speziellen Genre herrschen ganz eigene Gesetze, den Hardlinern, mittlerweile überwiegend schon im gesetzten Alter, kann es vermutlich oftmals nicht traditionell genug sein.

In dieser Hinsicht wird John Primers aktuelle CD „Grown In Mississippi“ (nach dem Anhören scheue ich mich wirklich schon fast das Wort ’neue‘ in den Mund zu nehmen) ein einziges Freudenfest sein. Er huldigt hier seine heimatlichen Wurzeln (er hat ja den Anfang seines Lebens in Camden, MS, verbracht, bis er mit seiner Mutter irgendwann nach Chicago ausgewandert ist) auf eine Art und Weise, wie sie ursprünglicher eigentlich nicht mehr sein kann.

Es ‚deltabluest‘ an allen Ecken und Enden, Liebhabern der Szene wird allein beim Lesen der involvierten Musiker (wie u. a. Bobby Rush, Charlie Musselwhite, Watermelon Slim, Eden Brent, Lightnin‘ Malcolm, Gary Vincent, Deak Harp, Rickey ‚Quicksand‘ Martin, Steve Bell, Rosalind Wilcox) und Songschreiber der Fremdkompositionen (u. a. Willie Dixon, Joseph Lee Williams, Jimmy Reed) vermutlich schon das Herz aufgehen. „Beim gospeligen „Lay My Burdens Down“ ist Tochter Aliya mit von der Partie und sorgt stimmlich für etwas Abwechselung.

Da ist wirklich alles aus dem Textbausteinkatalog des Genres wie „I woke up in the morning“, I was born in Mississippi“ oder „…and my baby is gone“, etc. vorhanden, und selbst mir kommt jede Melodie, jedes Riff, jede Hook und jedes Solo vor, als wenn ich sie schon zum tausendsten Mal gehört hätte. Engagierte Hobby-Plagiatsjäger, sofern es die in diesem Sektor gibt, hätten vermutlich, auch bei Primers Eigenkreationen, die nächsten Wochen Dauerbeschäftigung.

Somit liegt Authentizitätsfaktor bei satten 100 Prozent, der innovative Wert geht gen Null. Für mich persönlich (und ich erlaube mir diesen Kommentar, auch wenn mich die Blues-Hardliner dafür wahrscheinlich Teeren und Federn mögen werden), hört sich das Ganze am Ende an, als wenn der Protagonist zuhause aus einer 60-jährigen Amnesie gerade erwacht wäre und von dort aus direkt ins Aufnahmestudio gefahren ist.

Fazit: Wer auf so einen ur-traditionellen Blues-Stoff im Delta-Ambiente (mit viel nöhlender Harp) steht, für den ist John Primers „Grown In Mississippi“ ein absolutes Muss.  Für ihn als Musiker vom Mississippi ist dies mit Sicherheit eine wichtige Vergangenheitsbewältigung, für den Mann vom Rhein eher eine überflüssige Geschichte…

Label: Blues House Productions
Stil: Blues

01. John’s Blues Holler
02. Born In Mississippi
03. Blues Before Sunrise
04. Down In the Bottom
05. Walkin‘ Blues
06, Nothin‘ But A Chicken Wing
07. A Better Day
08. When I Met The Blues
09. Baby Please Don’t Go
10. Let Me Be Your Electrician
11. Shame Shame Shame
12. Lay My Burdens Down
13. Ain’t Kickin‘ Up No Dust
14. John’s Crawdad Song

John Primer
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