Emory Quinn – See You At The Next Light – CD-Review

Das hochtalentierte Trio aus San Antonio/Texas legt seinen dritten Studio-Longplayer vor und erbringt erneut eine grandiose Leistung. Schon mit ihrem meisterhaften Vorgänger „The Road Company“ hatten die drei großartigen Multiinstrumentalisten Clint Bracher (Lead vocals, Guitars), Nathan Rigney (Vocals, Guitars, Mandolin, Banjo, Violin, Viola, Cello, Pedal Steel, Omnichord) und Case Bell (Vocals, Bass, Keyboards) ein absolutes Ausrufezeichen in Sachen Rootsrock, Americana, Alternate Country und klassischem Countryrock gesetzt, was sie nun mit ihrem neuen Werk überaus eindrucksvoll untermauern.

Traumhafte Melodien, wunderbares, variantenreiches E-Gitarrenspiel, lockere, dennoch knackige, flockig flüssige, jedoch immer mit der nötigen Portion erdigem „Red Dirt“-Staub versehene Arrangements – diese Truppe ist eine Klasse für sich, der man in der Szene eine sich wohltuend hervorhebende Ausnahmestellung bescheinigen darf. Der Bandname ergibt sich übrigens aus den Mittelnamen von Nathan (Emory) Rigby und Clint (Quinn) Bracher. Trotz des hochqualifizierten Könnens der einzelnen Musiker ist in diesem hervorragend funktionierendem Bandgefüge kein Platz für individuelle Eitelkeiten.

Der Star ist immer der Song und dies macht letztendlich eine der Stärken des Trios aus. Auf ihrem neuen Album „See You At The Next Light“ liefern die Texaner zehn ganz wunderbare, sehr angenehm ins Ohr fließende, melodische Songs ab, die genüßlich die Grenzen zwischen Roots, Americana, Alternate Country, „Red Dirt“-Countryrock und zeitlosem Retro-Countryrock überschreiten. Dazu kommen Einflüsse aus dem Singer/Songwriter-Stroytelling, aus dem Folk, aber auch vom Southern Rock. Und das beste. Mit jedem weiteren Hördurchgang scheinen die Songs, da ihre vielen kleinen, exzellenten Feinheiten oft erst dann offenbaren, immer stärker zu werden. Ein Indiz für die große Substanz dieser Musik.

Im weitesten Sinne spannen Emory Quinn auf ihrem neuen Werk einen Bogen von solchen Bands wie Micky & The Motorcars bis hin zu der jetzt schon kultigen The Band Of Heathens. Aber ihre Einflüsse beinhalten auch solche Namen wie Poco, die guten alten Byrds, Steve Earle, Robert Earl Keen, Josh Ritter, Blue Mountain und, nach eigenen Angaben, sogar Widespread Panic. Sämtliche Kompositionen stammen wieder aus der Feder von Frontmann Clint Quinn Bracher. Den hervorragenden Auftakt bildet das mit einem schön dominant pumpenden Bass versehene, wunderbare „Hand in Hand“. Ein sehr prägnanter, ins Ohr gehender Refrain mit schönem Harmoniegesang, eine prächtig gezupfte E-Gitarre, dazu im weiteren Verlauf ein kerniges, zündendes Solo, sehr klangvolle Akustikgitarren und natürlich Brachers überaus angenehmer Gesang lassen sofort eine vertraute „Wohlfühlatmosphäre“ der Marke Emory Quinn aufkommen.

Das folgende, bärenstarke „Moving On“ beweist dann, dass die Jungs auch ordentlich Dampf machen können. Ein erdiger, gitarrenbetonter, knackiger, schwungvoller „Red Dirt“-Country-Rootsrocker par excellance, der mit seinen prächtigen, transparenten Twin-E-Gitarren eine Menge Southern-Espirit beinhaltet. Einfach toll! Mit „Heart In Mind“ wird der Puls dann wieder etwas heruntergefahren. Ein sehr entspannter, leicht folkig angehauchter Track, bei dem die Mandoline regelrecht verzaubert. Rigneys dezente Streicherzugaben und die hintergründigen Harmony Vocals von Gastmusikerin Melissa Ludwig wirken einfach betörend. Neben Melissa fungiert im übrigen mit Bobby Jarzombek lediglich noch ein weiterer Gastmusiker, der bei allen Tracks in entsprechend hervorragender Manier das Schlagzeug bedient.

Das flockige „Finds Danger“ pendelt herrlich melodisch irgendwo zwischen Bob Dylan und Tom Petty. Eine markante Mandoline, synchron zur Akustikgitarre, und filigrane E-Gitarren-Parts von Rigney bilden hier die Highlights. Der einen textlich mitnehmenste Song ist „Holes Through The Windows“. Der Protagonist drückt auf den Abzug und streckt den Lover seiner Geliebten nieder. Thematik und auch die musikalische Umsetzung kommen in der Tradition von Bleu Edmondson und seinen Stücken „Finger On The Trigger“ oder „No Room For Mercy“. Packender, dramatischer Stoff!

Eine wunderbar integrierte Pedal Steel Guitar heult beim Country-angehauchten „Tear Down The Walls“, einem Stück irgendwo zwichen Robert Earl Keen, Chris Knight und den Drive-By Truckers. „Be Here Now“ bietet ein weiteres Mal ein gewisses Tom Petty-Flair. Klasse hier erneut die Harmonies von Melissa Ludwig. Einen tollen Text gibt es wieder bei „When I Dream“. Bracher singt „When I dream I never sleep“, welch poetische Zeile! Stark hier das E-Piano von Case Bell und sein „gluckerndes“ Solo.

An die goldenen Jahre der The Allman Brothers Band erinnert das von einer markanten Akustikgitarre und relaxtem E-Gitarren-Spiel (grandioses Solo) umgarnte „Calling Your Name“. So etwas wie das „Melissa“ des neuen Jahrtausends, diesmal allerdings von Emory Quinn kreiert! Große Musik! Das fröhliche, von einem quirligen Banjo geführte, countrylastige „Falling Down“ (dezent grassig, Brachers Gesang in kauziger Art eines Bob Dylan) bildet einen ähnlichen Abschluss wie schon „Phone went west“ bei „The Road Company“. Ein prächtiges Album ohne jede Schwächen, mit dem man sofort „warm“ wird.

Immer wieder schimmert, wie bereits erwäht, auch The Band Of Heathens ein wenig durch. Emory Quinn ziehen auf „See You At The Next Light“ ihr Ding konsequent weiter durch. Hohes spielerisches Niveau statt kommerzieller Erfolg (den sie zweifellos verdient hätten) bleibt dabei wohl ein Grundprinzip der Texaner. Das macht das Trio umso sympathischer. Roots-/Americana-/Countryrock-Stoff vom Allerfeinsten! Wann entdecken sowas endlich die Radiostationen?

Texas Ent. Group (2010)
Stil:  Roots Rock

01. Hand In Hand
02. Moving On
03. Heart In Mind
04. Finds Danger
05. Holes Through The Windows
06. Tear Down The Walls
07. Be Here Now
08. When I Dream
09. Calling Your Name
10. Falling Down Again

Emory Quinn
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Carter Falco – If It Ain’t One Thing – CD-Review

Seine Musik ist genauso markig, rotzig frech und selbstbewusst, wie die Sprüche betreffend seine Biographie. Die Rede ist von Carter Falco, „A proud son of Waco, Texas“, ein junger Bursche, der seine ersten musikalischen Früchte mit dem weiteren zur Zeit ungemein angesagten „Raubein“ Shooter Jennings in einer Truppe namens „Stargunn“ erntete. „Nobody likes reading long ass bio’s that start at the cradle and end at the grave. I like listening to bands like The Ramones, Willie Nelson, ZZ Top an Hank Williams jr.. Safe is to say that good friends, good stories, real life and cold beer are among the biggest. If you like songs that tell real stories that you won’t be hearing on MTV, you probably like my music.”

So kurz und knapp, aber doch präzise, schildert er seine Musik, eine wunderbare, ungeschliffene und unbeschwerte, trockene, herrlich rootsige Country-/Alternate Country-(Rock)-/Texas Outlaw Country-/Americana-Mucke, rau und „unwegsam“, wie so mancher, abseits der „glamourösen“ Zivilisation gelegene Landstrich Texas‘! Und der Verlauf seines großartigen Debütalbums untermauert nachhaltig, dass man es kaum besser in Worte hätte fassen können. Die CD startet direkt mit dem furiosen Country-Boogie-Rocker, „Country Music“. Ein toller, ZZ Top-typischer, stampfender Gitarren-Shuffle mit deftig polternden Drums und ein paar herzhaften, die Stimmung prächtig anheizenden Bläsersätzen.

Der Refrain, mit integrierten „Hey, Hey“-Shouting läd zum Mitgrölen ein und könnte zu einer potentiellen Hymne für die bierliebende Redneck-Gilde avancieren. Ein herrlicher, stimmungsträchtiger Auftakt! „The Ramones play Country“ könnte das Motto von „Comin’ Down“ lauten. Flott abgehendes, dezent punkiges Drumming, vermischt mit jeder Menge countrytypischer, durchaus traditioneller Zutaten. Sehr interessant gemacht, ein weiteres Powerstück direkt zu Beginn. Zur Beruhigung wird dann zunächst mal das Titelstück „If It Ain’t One Thing“ eingestreut. Ein wunderbar relaxt rüber kommender, extrem melodischer, astreiner Outlaw-Countrysong.

Hat ein entferntes Southern-Flair, das etwas an die Anfangszeiten der Outlaws aus Tampa, Florida erinnert, vor allem die lockeren E-Gitarrenparts in Kombination mit einer zurückhaltend heulenden Steel-Gitarre. Hier, so auch bei dem Song „Long gone“ (texanisch geprägter Countryrocker), ist übrigens, wie es sich nun mal unter guten, alten Freunden gehört, der bereits o. a. Shooter Jennings mit von der Partie, der einige gelungene Harmonie- und Duett-Gesangspassagen beisteuert. Weitere, prominente Nachwuchs-Unterstützung gibt es bei dem schönen, semi-akustischen Retro-Countrysong „Move Along“.

Das Töchterchen von Eagles-Gitarrist Joe Walsh, Lucy, zeigt mit individuell gestaltetem Background-Gesang, dass auch im Hause Walsh das musikalische Leben erfolgreich in die nächste Generation hineintransportiert wurde. Das Stück selbst wird von einer klasse Dobro/Steel-Performance des starken Jordan Shapiro dominiert.

So wechseln im weiteren Verlauf immer wieder richtig rockige Stücke mit Southern Flair ( „I Can’t Wait“ – toller Dobro/E-Gitarren-Schlagabtausch; „That Someone Is You“ – grandioser Southern-Country-Boogie mit schwungvollem Piano-Geklimper; „Union Song“ – satter, E-Gitarren-betonter Gute-Laune-Song mit viel Georgia Satellites-Flair, aus der Feder von Audioslave’s Tom Morello stammend), mit deutlich traditionell verwurzelten, staubigen Outlaw-Countrysongs voller Americana-Feeling, wie die den Geist großer Namen des Genres der Marke Cash, Jennings, Nelson oder Williams verkörpern, aber auch nach Leuten wie Steve Earle oder Jack Ingram klingen („Tattoos And Scars“ – akustisch beginnend, dann in einem elektrisch, introvertiert, atmosphärischen Stück endend; das „furztrockene“ „Galveston“, nur mit Akustikgitarre und Steel begleitet; „Don’t Hate Me“ – ein toller, traditioneller Country-Honky Tonker mit humorvollem Text und dezent kauzigem J. J. Cale-Flair)!

Carter Falco ist mit seinem Debütwerk gleich ein großer Wurf gelungen! Der Staat Texas braucht sich wirklich keine Sorgen um seinen Country-/Roots-/Americana-Nachwuchs zu machen. Das ist Musik, die einfach nur lebendig wirkt, abwechslungsreich, zeitlos, unbekümmert, progressiv und retro zugleich! Und das auf prächtigem, künstlerischem Niveau!

CMH Records (2006)
Stil:  Country Rock

01. Country Music
02. Comin‘ Down Jon
03. If It Ain’t One Thing
04. Move Along
05. Hello L.A.
06. Tattoos And Scars
07. I Can’t Wait
08. Long Gone
09. That Someone Is You
10. Galveston
11. Don’t Hate Me
12. Union Song

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Kevin Fowler – How Country Are Ya? – CD-Review

Der Albumtitel „How Country Are Ya?“ verrät es schon. Hier geht’s um echte Countrymusic – authentisch, ehrlich, knackig, jung, ungemein frisch, vollgepackt mit herausragendem Songmaterial! Kevin Fowlers 7. Studioalbum serviert eine richtig „pfiffige“, jede Menge blendende Laune verbreitende, von tollen Musikern in Szene gesetzte Texas Traditional Country-Show vom Feinsten.

Auf den Punkt bringt es direkt das Alter-Ego von Texas Musik-Kumpel Granger Smith, Earl Dibbles jr., beim Intro. “This ain’t some old tard sitting on the front porch with your grandpa drinking unsweetened sweet tea kinda music. It’s Kevin Fowler, Y’ALL! It’s country that’s rockin’. The kinda music that makes you crack a cold one and put a good dip in. You see, it’s beer drinkin’, hell raisin’, even lovin’ up on country girl kinda music. Yup, he’s got it all.”

Es folgt auf dem Fuße der launige, großartige Titelsong des Albums (rockiger, purer Country-Rhythmus, wiehernde Fiddle, Mandolinen-Tupfer, tolles E-Gitarren-Picking), der Ende letzten Jahres prompt auch Platz 1 der Texas Music Charts eroberte. Das folgende „Guns And Guitars“ lässt kein Zweifel daran, wie in Texas die Uhren ticken. Tolle, knackige Uptempo Country-Nummer, die Fowler zusammen mit seinem Freund Cody Johnson komponiert hat, der nicht nur bei diesem Song mit von der Partie ist, sondern auch als Solist gerade in Texas, im übrigen völlig zu Recht (macht tollen Country), mächtig für Furore sorgt.

Der erste etwas mainstreamigere, Steelguitar-durchtränkte Track „Before Somebody Gets Hurt“ besticht durch seine schöne Melodie und die bezaubernden Co-Vocals von Amy Rankin (von den Rankin Twins). Ganz starken, gitarrenbetonten Red Dirt-Countryrock bietet „The Weekend“. Mit John Carroll und David Grissom hat Kevin Fowler zwei absolute Paradegitarristen dafür mit an Bord. Songs wie „If I Could Make A Livin’ Drinkin’“, „Love Song“ oder „Beer Me“ verbreiten mit ihren humorvollen Texten, dem tanzbaren musikalischen Honky Tonk-Drive (zuweilen sogar mit einem Hauch von Bakersfield-Anleihen) einfach nur gute Laune und dürften in entsprechender Trinkatmosphäre für reichlich Stimmung bei Fowlers Konzerten sorgen.

Die ruhigere Schiene bedient Kevin dann mit dem autobiografischen „Panhandle Poorboy“, der Marshall Tucker-umwehten (mit reichlich Steel) Countryballade „Habit I Can’t Break“ oder „Whiskey And I“ (Fiddle, Steel, dezente Mandoline). Dass Fowler seine Songs auch immer mit einem kleinen Augenzwinkern sowie einer gewisser Selbstironie kreiert, beweist das verrückte Tex-Mex-Lied „Borracho Grande“ (Übersetzung. Großer Trunkenbold), das dank der Gastmusiker Maz Baca und den Los Texmaniacs samt Mariachi-Trompeten und Akkordeon den passenden Rahmen verliehen bekommt. Ein herrlich durchgeknallter Track!

Eine kleine Kostprobe ihres Könnens dürfen dann seine Tourbegleitmusiker in Form des Instrumentals „Mousturdonus“ abliefern. Hier geben sich die country-typischen Instrumente mit aufeinanderfolgenden Soli die Klinke in die Hand. So launig wie schon der Beginn endet das Album mit dem lustigen „Chicken Wing“, wo sich Kevin und Davin James zu Akustkslide-Klängen textlich die Bälle zuspielen und sich gegenseitig aufs Korn nehmen. Bei allem Klamauk hier, trotzdem ein klasse gespielter und von beiden toll gesprochen und gesungenes Lied.

Insgesamt ein prall gefülltes Album und einer Spielwiese vor allem für Leute, die es gerne zwar knackig mögen, dabei aber auf absolut trditionelle Wurzeln stehen. Herrlich dazu auch die passende, ländliche und klischeebehaftete Covergestaltung der Dodd-Sisters. Kevin Fowler mit einer absoluten Bravourleistung! Der Mann aus Amarillo/Texas zeigt eindrucksvoll, wie man zündenden Texas-Country, New Country und Honky Tonk heute spielt. Macht das Laune! Bärenstarke Vorstellung! Jetzt heißt es nur noch. Wie viel Country steckt in Euch?

Kevin Fowler Records (2014)
Stil: Country

01. Intro
02. How Country Are Ya?
03. Guitars And Guns
04. Before Somebody Gets Hurt
05. The Weekend
06. If I Could Make A Livin‘ Drinkin‘
07. Panhandle Poorboy
08. Borracho Grande
09. Love Song
10. Habit I Can’t Break
11. The Girls I Go With
12. Beer Me
13. Mousturdonus
14. Whiskey And I
15. Chicken Wing

Kevin Fowler
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Tommy Gallagher Band – Always Something – CD-Review

Flockiger, lockerer, herrlich melodiöser, erfrischender, Red Dirt -Countryrock vom Allerfeinsten! Die Tommy Gallagher Band, oder kurz TGB genannt, stammt aus Amarillo/Texas und wurde 2004 gegründet. Ihr Band-Leader Tommy Gallagher ist ein Enkel der Honky Tonk-Legende Tommy Allan und somit musikalisch einmal mehr vorgeprägt (er fuhr bereits als kleiner Junge mit im Tourbus des Opas). Das sich allseits größter Beliebtheit erfreuende und hoch geschätzte Smith Entertainment Label nahm den hochtalentierten Gallagher in weiser Voraussicht unter seine Fittiche und veröffentlichte jetzt sein neue Album „Always Something“.

Schlichtweg eine tolle CD! Ähnlich wie bei Gallaghers Kollegen Bo Cox wurden auch hier fast die gleichen, exzellenten Rahmenbedingungen (Mike McClure – Produzent; Travis Linville – Engineering. Joe Hardy – Mastering; dazu noch Lloyd Maines mit seinem fantastischen Pedal Steel-Spiel und Jeremy Watkins an der Fiddle als Gastmusiker) für das zehn erstklassige Songs umfassende Album geschaffen, die alle von Tommy komponiert wurden. Das eröffnende flockige, sehr melodische Titelstück „Always Something“ (lockerer Akustik-/E-Gitarrenrhythmus, dezente „beatlesque“ Note, schönes E-Gitarren-Solo) schickt sich bereits an, die texanischen Music Charts im Sturm zu erobern.

Beim folgenden, ebenfalls vom einem herrlich locker leichten Groove durchzogenen „Smile“ setzt „Steel-Ikone“ Lloyd Maines an seinem Parade-Instrument mit wunderbaren Melodienlinien erste Akzente, wobei auch der vortrefflich agierende Lead Gitarrist Dustin Garrett bei einem kurzen Schlagabtausch durchaus Paroli zu bieten weiß. Das ist zeitloser, traumhafter Countryrock auf ganz hohem Niveau, der unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht eines jeden Genre-Liebhabers zaubern wird. Auch bei den sich anschließenden, prächtigen „What Goes Around“ (flott gespielt, lässig, klasse Baritone Gitarre, basierend auf einem stark an die goldenen Tage der Eagles erinnernden, lockeren „Take it easy“-Groove) und dem eingängigen „Here Tonight“ (feine Twin-Gitarren, klasse E-Gitarren-Solo) kommen einem unweigerlich Vergleichsgrößen wie die Eli Young Band, No Justice, The Great Divide, The Mike McClure Band oder die Cody Gill Band in den Sinn, wobei es bei der TGB vielleicht ein klein wenig countrylastiger zur Sache geht.

Klasse Überraschungsmomente, bzw. „Farbtupfer“ des Albums bieten „Got It Made“ und das hoch interessante „Have A Ball“. Erstgenannter Song weiß mit furios abgehendem, sich fast in Rockabilly-Sphären bewegendem Retro-Uptempo-Rock zu überzeugen, während die zweitgenannte Nummer im Gesangsteil gar etwas rotzig punkige Züge aufweist (trotzdem sehr melodiebewusst), durch eine glänzend eingefügte, sehr bluesig rockende Phase mit lang gezogen gespielten E-Gitarrenlinien dann jäh unterbrochen wird, um letztendlich im Stile des Beginns wieder „weiterzupoltern“. Hört sich „abgefahren“, aber sehr stark an an und passt trotzdem ganz hervorragend in das Gesamtkonzept des Werkes. Ein klares Highlight dieses durchgehend hervorragenden Silberlings.

Nach diesen zwei im Gesamtkontext recht ungewöhnlichen Ausflügen, kehren Gallagher und seine Mannen wieder zu ihrer Synthese aus flockigem Red Dirt und melodiebewusstem Countryrock zurück und reihen bis zum Ende einen Ohrwurm an den anderen. In dieser Phase bringen sich Lloyd Maines und vor allem Fiddler Jeremy Watkins immer wieder bestens ein, so dass auch Freunde der Randy Rogers Band großen Gefallen an Gallaghers toller Musik finden werden. „Dream“ (ein klasse Countryschwofer mit viel Steel- und E-Gitarre, „Without You“ (wohl mit eine der am schönsten gesungenen Liebeserklärungen, die die Red Dirt-Szene bisher erlebt hat – wunderbar „schmalzig“, trotzdem mit zwei starken, würzigen E-Gitarren-Soli), „Your Gone“ (flockiger Red Dirt mit sägender Fiddle) und „Lovin‘ What I Do“ (an der Schnittstelle zum New Country Marke Blake Shelton, mit trauriger Fiddle), beweisen allesamt Gallaghers Talent, äußerst melodische Songstrukturen außergewöhnlich instrumentiert darzubieten.

Seine angenehme Stimme (Pat Green-Flair) passt sich dem Charakter seiner Songs auf wohlwollende Weise an. Aufgrund der eingängigen Melodien und einer bereits jetzt schon vorhandenen „Nashville-Kompatibilität“ (und dies ist ganz und gar nicht abwertend gemeint) dürften Tommy Gallagher und seine Band mit „Always Something“ vielleicht bereits jetzt schon den Grundstein dafür gelegt haben, Interpreten wie der Eli Young Band, Randy Rogers Band, Wade Bowen oder Pat Green irgendwann in naher Zukunft in den Major-Sektor zu folgen. Wer weiß, zu gönnen wäre es ihnen. Aber egal, das wichtigste ist, sie bleiben sich selbst treu, lassen sich nicht verbiegen und machen weiterhin solch wunderbare Musik. „Always something“ jedenfalls beinhaltet hochkarätigen, leichtfüßigen, radiotauglichen, zeitlos schönen, exzellent umgesetzten Red Dirt-Countryrock ohne Fehl und Tadel. Einfach toll vom ersten bis zum letzten Stück!

Smith Entertainment (2009)
Stil:  Red Dirt

01. Always Something
02. Smile
03. What Goes Around
04. Here Tonight
05. Got It Made
06. Have A Ball
07. Dream
08. Without You
09. You’re Gone
10. Lovin What I Do

Tommy Gallagher Band
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Cody Gill Band – King Of Your Hometown – CD-Review

Die „Red Dirt“-Countryrock-Jungs der Cody Gill Band aus Stephenville/Texas hatten uns ja mit ihrem hervorragenden Debüt „Boxcars“ vor geraumer Zeit zu Begeisterungsstürmen hingerissen, jetzt legen sie mit „King Of Your Hometown“ nach. Um es vorwegzunehmen, auch diesmal ist ihnen wieder ein ganz hervorragendes Werk gelungen. Die jungen Burschen scheinen eine gehörige Portion Selbstbewusstsein mitzubringen.

Hatte man beim Debüt noch richtigerweise das Unterfangen in erfahrene Hände vergeben (so wurde es von „Mr. Red Dirt“ persönlich, Mike McClure, produziert und von teilweise etablierten Musikern wie Lloyd Maines und Riley Osborne begleitet), so hat man das Projekt diesmal fast im Alleingang (inkl. der Produktion) durchgezogen. Beim Szene-Label „Smith Entertainment“ scheint man schon jetzt blindes Vertrauen in die Jungs zu setzen, was sich in der Nachbetrachtung dieses starken Albums auch eindeutig als richtig erweist.

Die Cody Gill Band spielt wunderbar melodischen, lockeren, erfrischenden, das typische „Red Dirt“-Flair beinhaltenden, aber sicher auch die Fraktion alter Eagles- oder Poco-Klänge in Verzückung bringenden Americana/Countryrock/-pop, der hin und wieder mal von einer feinen Southern-Brise durchzogen wird. Die Eli Young Band, Wade Bowen, Rich O’Toole, No Justice & Co. kommen als Vergleichsgrössen in Betracht. Marginale Änderungen gab es in der Bandbesetzung. Ritchie Petronis, der bei einem Stück als Co-Writer fungierte, wurde gegen Jarrod Baker am Schlagzeug ausgetauscht. Ansonsten wurde, wie gehabt, das nahezu komplette Songrepertoire wieder selbst komponiert.

Lediglich zwei Stücke, u.a. das abschließende und recht trocken abgehende „Movin’ On“ (klasse Southern Rock-Flair, erinnert an eine Mischung aus Cross Canadian Ragweed und The Great Divide), welches vom der Band sehr nahe stehenden Marshall Owens geschrieben wurde, sind Fremd-Kompositionen. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Einstieg diesmal besonders melodisch gehalten. Mit „Consider“, „Threw Me Away“ (Songwriter Jeremy Harlow) und dem fantastischen Titelstück „King Of Your Hometown“ gibt es zum Auftakt gleich drei absolute Ohrwürmer am Stück, wobei letztgenanntes Lied, das dürfte jetzt schon sicher sein, sich zu einem Dauerbrenner in den Texas Music Charts entwickeln wird. Einfach herrlich, dieser Song. Mit dieser Nummer im CD-Player des Autos ist man im kommenden Sommer ganz sicher der „König seiner Heimatstadt“!

Das sich die Burschen immer wieder gerne zu Ausflügen Richtung Southern Rock hinreißen lassen, hatten sie auf „Boxcars“ bereits zur Genüge dargelegt. Hier liefern sie bei „Crazy“ die erste Kostprobe ab. Ein Skynyrd-typisches E-Gitarren-Führungsriff (der emsige Gitarrist Zack Hooper, eigentlich aus der Jazz-Szene entstammend, beherrscht auch das große Southern Rock-Einmaleins), Kuhglocken-Drums und pumpender Bass des wieder sehr auffällig agierenden Caleb Hooper zeigen, dass der Vierer es auch in diesem Genre drauf hat. Cody Gill erinnert von der Stimme her immer wieder etwas an seinen Mentor Mike McClure. „18 In Mexico“ kommt so ähnlich wie die „Red Dirt“-Variante von Tim McGraws „Seventeen“ daher und geht wunderbar „fluffig“ ins Ohr.

„Heart In The Middle“ umschmeichelt erneut den melodiesüchtigen Hörer mit einem fast schon an einstige, goldene Seventies Countryrock-Tage aufkeimenden Retroflair, natürlich auf bestehender „Red Dirt“-Grundlage. „Crumble“ wurde dagegen sehr atmosphärisch von Cody Gill in Szene gesetzt. Zu Donnergrollen und Regengüssen im Hintergrund pendelt das Stück zwischen balladesker Strophe und powerndem Refrain, abgerundet durch ein starkes E-Gitarren-Solo. Mit dem flotten und sehr peppigen „Roadsigns“ gibt es den zweiten Abstecher in Southern Rock-Gefilde. Der sich gut einführende Jarrod Baker setzt mit fettem Drumming Akzente, eine herrliche Rhythmik und ein typisches Gitarrensolo wird die Fans dieser Musikrichtung zweifellos sehr erfreuen. Das von Cody Gill komponierte „Jack Of Hearts“ weist schön rootsige Züge auf (Richtung Neal Casal). Gill wir hier von der wunderbare Harmonies beisteuernden Stacey Sliger vokal unterstützt.

Fazit:  Die Cody Gill Band hat mit ihrem zweiten Werk „King Of Your Hometown“ ihren Status als eine rasant Richtung Spitze stürmende Red Dirt-Band noch einmal gefestigt. Die Truppe ist sehr gut aufgestellt und besitzt vom Talent her eindeutig das Zeug, Interpreten wie der Randy Rogers Band, Pat Green, Wade Bowen, der Eli Young Band und Cross Canadian Ragweed ins überregionale Majorlabel-Lager zu folgen. Cody Gill und seine Mannen stehen aus unserer Sicht kurz vor dem großen Durchbruch! Klasse!

Smith Entertainment (2009)
Stil:  Red Dirt

01. Consider
02. Threw Me Away
03. King Of Your Hometown
04. Crazy
05. Special
06. 18 In Mexico
07. Heart In The Middle
08. Crumble
09. Roadsigns
10. Jack Of Hearts
11. Movin‘ On

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Cody Gill Band – Boxcars – CD-Review

Tolles Debüt einer weiteren, ganz hervorragenden, jungen „Red Dirt“-Band aus Stephenville/Texas, produziert von Mike McClure in den berühmten Cedar Creek Studios in Austin! Herrliche, rootsige Red Dirt-/Americana-/Countryrock-Musik, durchzogen von wunderbaren Melodien, locker, knackig, staubig, nie hektisch, erdig, würzig, angeraut, und sich doch so flüssig und geschmeidig ihren unaufhaltsamen Weg in unsere solch wunderbare Klänge begeisternd aufnehmenden Ohren bahnend!

Ja, dieser Mike McClure, eine der zentralen Figuren der „Red Dirt“-Bewegung, hat sich in den letzten Jahren mit viel Gespür, neben seiner erfolgreichen Tätigkeit mit The Great Divide und der Mike McClure Band, einen großen Namen als Förderer und Produzent für die vielen großartigen, jungen Talente der Szene gemacht. Cross Canadian Ragweed, und aus der jüngeren Vergangenheit Darren Kozelsky und die Tyler McCumber Band sind nur einige der grandiosen Acts, die er produktionstechnisch betreut. Und in diese Reihe kann sich die Cody Gill Band mit Glanz und Glorie einreihen, denn sie bewegen sich kompetent und selbstbewusst, neben den bereits erwähnten Kollegen, im Fahrwasser solcher Bands wie Wade Bowen, Buster Jiggs, Micky & The Motorcars, der Eli Young Band, Stoney LaRue und vor allem eben der Mike McClure Band, ohne dabei jedoch wie eine „hausbackene“ Kopie zu klingen.

Im Gegenteil, das Potenzial dieser Truppe scheint immens hoch zu sein! Bandleader Cody Gill (Lead Vocals, Rhythm Guitar) hatte nach längerem Suchen mit Richie Petronis (Drums) und den Hooper-Brüdern Caleb (Bass, Harmony Vocals) und Zack (Lead Guitar) irgendwannm endlich die für ihn als Frontmann richtige Formation gefunden. Aus zunächst sporadischen Gigs wurde sehr schnell eine feste lokale Live-Größe, und so war ihr CD-Debüt nun die längst fällige, logische Konsequenz. Das prachtvolle Werk beinhaltet 13 Songs, von denen zwölf selbst komponiert sind, eins von dem befreundeten Musiker Cary Swinney.

Auffällig, dass sämtliche Stücke immer nur von einer Person allein kreiert wurden, sich alle Musiker aber mindestens einmal eingebracht haben, wobei den Löwenanteil natürlich von Cody geschrieben wurde. Zur musikalischen Umsetzung stellte McClure, neben sich selbst (Guitars, Piano), noch vier weitere exzellente, sehr namhafte Ergänzungsmusiker zur Seite (die texanische Steeguitar-Legende Lloyd Maines, Tastenkünstler Rylie Osborne, Backgroundsängerin Amanda Brown und Harmonikaspieler Jake Akins), die hervorragend mit dem Sound des Quartetts harmonieren.

Vom eröffnenden locker, flockig aber knackig und würzig dahingroovenden, traumhaft melodischen „Repeat“ mit seinem markantem E-Riff und den herrlichen Lead Gitarren-Linien bis zum abschließenden, southern-rockigen „Buckle Bunny“ (mit dezentem „Gimme Three Steps“-Skynyrd-Flair) werden alle Register der „Red-Dirt“-/Roots-/Countryrock-Schiene gezogen. Markant dabei Gills großartige, angeraute, aber überaus angenehme Stimme, die der von Mike McClure zum Teil frappierend ähnelt (man könnte fast meinen, die beiden seien Brüder – im Sinne der musikalischen Seelenverwandschaft sind sie das ja auch…)! Zack Hoopers E-Gitarren-Riffs und -Soli (in jedem Lied) weisen einige Parallelen zur Eli Young Band auf.

Einzelne Stücke herauszuheben fällt sehr schwer, weil es keinen einzigen Aussetzer gibt und ein durchgehend hoher Level gefahren wird. Nicht zuletzt auch ein Verdienst der bereits erwähnten Gastmusiker, die mit ihrem exzellenten Können glänzende Akzente setzen. Akins brilliert bei „Can’t Let Her Go“, einem Stück, das an eine Mischung aus Randy Rogers Band und The Marshall Tucker Band erinnert, mit quäkigen Harp-Einlagen, Maines hat bei der tollen Country-/Countryrock-Nummern „Beacon In The Night“ (fast wie eine texanische Antwort auf „Tequila Sunrise“ von den Eagles) und „Drink Tonight“ am Dobro und an der Steel Gitarre seine filigranen Auftritte, Osborne verleiht dem rockigen „Love Is Never Caged“ mit fulminantem Orgel-Spiel ordentlich Volumen, während Amanda Brown bei diversen Tracks mit vornehmer Zurückhaltung punktgenau mit Gills Gesang harmoniert. Erwähnenswert auch das fette und oftmals gut heraushörbare Bass-Spiel von Caleb Hooper. Der bullig und ehrgeizig wirkende Bandleader Cody Gill erweist sich nicht nur äußerlich (sieht fast aus wie eine Kreuzung aus Randy Rogers und Stoney LaRue) als Energiebündel.

Fazit: Die äußerst talentierte Cody Gill Band liefert mit ihrem Debüt „Boxcars“ erdige, rootsige und staubige „Red Dirt“-/Americana-/Countryrock-Mucke von höchster Qualität ab, wie sie in ihrer Melodik, Eingängigkeit und Faszination eben nur im Raum Texas/Oklahoma zu finden ist. Das nächste „ganz heiße Eisen“ der Szene! Einfach klasse! Weiter so, Jungs!

Smith Music Group (2007)
Stil: Red Dirt

01. Retreat
02. Gone
03. Can’t Let Her Go
04. Beacon In The Night
05. Home
06. My Place
07. In The Middle
08. Love Is Never Caged
09. Drink Tonight
10. Song For You
11. Take Back
12. Ryan’s Song
13. Buckle Bunny

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Phil Hamilton – Renegade Rock’N’Roll – CD-Review

Nach seinem großartigen Debüt von 2010 im Verbund mit den Back Road Drifters legt Phil Hamilton nun mit „Renegade Rock N Roll“ nach. Der aus Forth Worth/Texas stammende Singer/Songwriter hat sich jedoch entschlossen, demnächst nur noch unter eigenem Namen zu firmieren, was aber der Qualität und Homogenität seiner großartigen, von viel Outlaw- und Southern-Mentalität geprägten Red Dirt-Roots-/Americana-/Countryrock-Musik überhaupt nicht geschadet hat. Ganz im Gegenteil sogar, Hamilton kitzelte, vielleicht gerade wegen des fehlenden Gruppenzwangs, noch mehr aus sich heraus und konnte jetzt da, wo sonst vielleicht Kompromisse gefragt waren, strikt seine eigene Linie fahren.

Und das tut seinem neuen Werk spürbar gut. Ganz sind seine Back Road Drifters trotzdem nicht verschwunden, so ist Bassist Colin Malloney noch als Co-Writer beim Opener „Willie’s Bus“ (schöner treibender Red Dirt-Countryrock mit hohem Fiddle-Anteil – Richtung The Bois D’Arcs / Ryan Bales Band als richtig flotter Einstieg) mit von der Partie und Lead Gitarrist Austin Morgan lässt seine E-Gitarre immerhin auf vier der insgesamt zehn Tracks krachen. Eine wichtige Rolle auf Hamiltons neuem Longplayer spielt dafür jetzt der Musiker/Songwriter/Produzent Beau Patrick Bedford (sagt über sich selbst. „Born In Dallas, but raised by the Stones“), der dieses Werk produziert hat, diverse Stücke mit Hamilton kreierte und auch in Sachen Akustikgitarre und Keyboards Phil tatkräftig zur Seite stand.

Nach dem o.a. kessen Beginn tritt Hamilton bei „Running“ zunächst auf die Bremse, ein Stück, das aufgrund des leicht introvertierten Gesangs Hamiltons und der weinenden Fiddle zunächst starke Bezüge zur Randy Rogers Band aufweist, bei einem Bridge dann allerdings richtig schön retro kurz in The Marshall Tucker Band-Gefilde umschwenkt. Mit „Back On A 73“ (könnte auch von No Justice stammen) und „You Can Have Me“ (erste Single, herrliche, Slide-betonte Ballade) zaubert Phil dann gleich zwei grandiose Ohrwürmer aus Schublade, wobei letztgenanntes Lied (zu dem auch ein klasse Video produziert wurde) schon jetzt die Texas Music Charts völlig zurecht aufmischt. Gänsehaut-Garantie, großartig! Vor allem auch die weiblichen Harmoniegeänge von Kylie Rae Harris.

Mit dem Titelstück „Renegade Rock N Roll“ drückt Hamilton dann wieder auf die Tube. Ein schöner stampfender „southern-fried“ Rocker mit „rollenden“ Bariton-E-Gitarren und klirrendem E-Gitarren-Solo. Hat sogar ein wenig was von unbekümmertem Garagenrock-Flair. Ein schöner mit Mandoline und Fiddle verzierter Red Dirt-Schunkler folgt mit „Love Comes And Goes“ wie man ihn ähnlich auch auf dem ersten Album von Buster Jiggs vorfand. Die Ballade „Bad“ befasst sich dann mit einem bösen Mädchen und erinnert im Refrain an die Glanzzeiten von Tom Petty. Am Ende des Tracks zeigt Hamilton dann, dass er auch ein hervorragender und einfühlsamer Mundharmonikaspieler ist.

„Red Dirt meets Delta Blues“, diese interessante Mischung verbirgt sich hinter „Back To Mobile“. Back Road Drifter Austin Morgan bringt an der Dobro und der E-Gitarre den Bottleneck zum Glühen. Seine weiche Seite zeigt der Mann mit dem schwarzen Rauschebart dann nochmals bei „Washed Away“ und stimmt sanfte melancholische Töne an. Unterstützend lässt Kylie Rae Harries wieder ihre zuckersüßen Harmonies mit einfließen. Unterschwellig weht dabei ein Hauch von „Melissa“ (The Allman Brothers Band) mit durch die Luft. Einmal mehr eine tolle entspannte Southern Ballade.

Als Rausschmeißer hat sich „Philthy“, wie Hamilton in seinen Kreisen gerufen wird, einen leicht psychedelisch angehauchten, würzigen Rocker ausgesucht (wieder sehr Slide-betont), der vielleicht noch am ehesten mit den vergangenen BRD-Tagen kompatibel ist. Hat viel Southern-Feeling. Ein gnadenlos gutes Ende einer CD, die sich von vorn bis hinten auf höchstem Niveau bewegt. Phil Hamilton hat mit „Renegade Rock’N’Roll“ und seiner Entscheidung, fortan solo zu walten, alles richtig gemacht und ein erstes großes Ausrufezeichen für das kommende Red-Dirt-Spieljahr 2012 gesetzt!

„There is nothing about this album that you can predict, besides a solid display of true talent. There is a true variety of sound on this album, anything and everything from Tom Petty to Waylon Jennings, from Dale Watson to Springsteen…But this is Phil Hamilton and that is why we are here“ heißt es in einem weiteren, begeisterten Kritiker-Review zu dieser Scheibe, dem wir uns mit vollster Zustimmung anschließen. „Absolutely great stuff ‘Philthy‘“!

Winding Road Music (2012)
Stil: Red Dirt

01. Willie’s Bus
02. Running
03. Back Of A 73
04. You Can Have Me
05. Renegade Rock’n Roll
06. Love Comes And Goes
07. Bad
08. Back To Mobile
09. Washed Away
10. Workin Man’s Son

Phil Hamilton bei Reverbnation
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Bärchen Records

Tish Hinojosa – A Heart Wide Open – CD-Review

Tish Hinojosa galt über ihre gesamte Karriere hinweg schon immer als Verfechterin einer von multi-kulturellen Einflüssen geprägten, dennoch klar im texanisch/mexikanischen Grenzgebiet verwurzelten, sehr anspruchsvollen Musik zwischen Country, Folk und Americana. Aufgewachsen in San Antonio, begleitet von intensiver Schulung traditioneller mexikanischer Lieder seitens ihrer Eltern, begann sie sich schon frühzeitig auch für Pop, Rock und Folk zu interessieren. Sie landete Ende der Achtziger Jahre in der Texas Musik Szene rund um Austin, und mit der Aufnahme ihres Debütwerkes „Homeland“ fiel 1989 der Startschuss zu einer großartigen Karriere mit Auftritten auf nahezu allen Erdteilen dieser Welt.

Dabei gewann sie sehr schnell, kein Wunder bei ihrer Ausstrahlung, Qualität und diesem künstlerischem Vermögen, eine große und äußerst loyale Fanschar, vor allen Dingen auch in Europa. Selbst das Ehepaar Clinton zählt zu den großen Bewunderern ihrer Kunst und bat zu Präsidentschaftszeiten sogar zu einem Auftritt ins Weiße Haus. Wer kann das schon von sich behaupten? Ihrer Linie, dem Kampf gegen das Schubladendenken, bleibt sie auch mit ihrem das Dutzend voll machenden, neuen Album „A Heart Wide Open“ ohne Wenn und Aber treu.

Der Opener „Never Say Never Love Again“ versprüht bei einem relaxten E-Gitarrenrhythmus, schöner Percussion und Akkordeonklängen, beispielsweise ein herrlich karibisches Reggae-Flair, gepaart mit einem wunderbaren Schuss Texas-Border-Feeling. Nach der flockigen, flotten, von einem schön frischen Sound aus tollen Acoustic- und E-Gitarren geprägten Country-/Americana/-Pop-Nummer „Would You Love Me Back Again“ folgt mit „Whatever Happened To Everyone Wanting To Care“ ein folkiges Stück mit sozialkritischem Touch. „The Kitchen Table“, eine countryinfizierte, Steelguitar betonte Ballade mit bildhaftem Text, wird graziös und passend mit sehr zarter und jugendhafter Stimme dargeboten.

Bei „Blue Eyed Billy“ (witzig: Die doch eher unspektakuläre deutsche Stadt Trier findet neben Weltmetropolen wie Paris und Rom Beachtung und namentliche Erwähnung im Text einer amerikanischen Singer- und Songwriterin !) und „Finding Paris“ kann sich dann Akkordeon-Legende Flaco Jimenez so richtig an seinem Instrument „austoben“. Das gar Kammermusik artige „The Poet The Painter“ eröffnet die zweite Hälfte der CD. „Derechos De El Corazon“ in ausschließlich spanischer Sprache dargeboten, lebt von einem gemütlichen Samba-Rhythmus, wobei man unweigerlich an warme Abende in südamerikanischen, urigen Bars beim genüsslichen Schlürfen von eisgekühltem Caipirosca erinnert wird.

Mit „Lock And Chain“ und vor allem „Shotgun Ridin’“ gibt es wieder zwei herrliche „Countrysteilpässe“ (vor allem letzteres mit seiner wundervollen Mandolinen- und Dobro-Begleitung ist melodischer Texas-Acoustic Country vom Allerfeinsten) für ihre Austin-Veteranen-Band, allen voran der auf dem Album überragend agierende Marvin Dykhuis (spielt so ziemlich alles, was Saiten hat), der die Scheibe auch mit produziert hat. Zwei Folksongs, einmal etwas ruhiger, der andere leicht psychedelischer Art, lassen Tish’s wunderbare, ausdrucksstarke Stimme zum Schluss noch einmal in all ihrem Glanz erscheinen.

Die Botschaft von „A Heart Wide Open“ bewendet sich diesmal ungefähr wie folgt: Trauer nicht den verpassten Möglichkeiten im Leben hinterher, nimm dein Herz in die Hand, öffne dich für neue Dinge und lebe einen Traum! Fazit: Tish Hinojosa ist einmal mehr, sowohl musikalisch als auch textlich, ein außerordentlich starkes, von ihren mexikanischen Roots beeinflusstes Texas Americana-Country-Folk-Album gelungen, das bei ihren Fans wieder reißenden Absatz finden dürfte.

CoraZong Records (2005)
Stil: New Country

01:Never Say Never Love Again
02:Would You Love Me Back Again
03:Whatever Happened To Everyone Wanting To Care
04:The Kitchen Table
05:Blue Eyed Billy
06:Finding Paris
07:The Poet The Painter
08:Derechos De El Corazon
09:Lock And Chain
10:Shotgun Ridin‘
11:Something More Than This
12:A Thousand Shades Of Red And Blue

Tish Hinojosa
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Bärchen Records

Honeybrowne – Mile By Mile – CD-Review

Hervorragendes neues Album der Texaner aus Austin, das fünfte und bislang wohl stärkste, die mit ihrem Namen seit nun schon über einem Jahrzehnt für qualitativ hochwertigen, überaus melodischen, flockigen und sehr harmonischen, von einem dezenten „Red Dirt“-Flair durchzogenen Texas Roots-Pop/-Rock/-Countryrock bürgen, der auf angenehmste Art und Weise unsere Ohren umgarnt. Seit ihrem ebenfalls schwer gelobten Vorgänger „Something To Believe In“ aus dem Jahre 2005 hat es leichte personelle Umbesetzungen in der Band gegeben, die sich aber in keinster Weise negativ auswirken. Stephen Bres ersetzt Cody Banks am Schlagzeug und der vielseitige Josh Owen zeigt sich für den Gitarrensound und auch einige Tastenparts verantwortlich.

Produktionstechnisch hat man diesmal auf das in Austin ansässige Multitalent Mark Addison vertraut, der sowohl beim Songwriting, als auch bei der instrumentellen Umsetzung stark involviert ist (Gitarren, Keyboards). Das Grundgerüst bilden aber nach wie vor Bassist Jake „Bass“ Blackwell und natürlich der kreative Kopf der Truppe und Frontmann, Sänger und Gitarrist Fred Andrews, der wiederum allen zehn, auf dem Werk enthaltenen Kompositionen deutlich seinen Stempel aufdrückt. Los geht es mit dem großartigen, lockeren Countryrocker „Help Me Find My Way“, der ganz in der Tradition des typischen Bandsounds gehalten wurde, den Honeybrowne schon seit Beginn ihrer Gründung zelebrieren. Schöne, entspannte Drums-, lockere Akustik- und Bariton E-Gitarren–Untermalung, dezente Orgel-Fills – alles in Verbindung mit einer unaufgeregten, aber wunderschönen Melodie a là Eli Young Band, Little Texas, Wade Bowen und vielleicht einem Hauch von Hootie & The Blowfish. Der leicht genäselte Gesang von Fred Andrews lässt einem unweigerlich Sänger wie Ken Block (Sister Hazel) oder entfernt auch Michael Stipe (R.E.M) in den Sinn kommen.

Auffällig, dass der neue Gitarrist Josh Owen in seinem Spiel sehr viele Bariton-Töne einfließen lässt, die den Songs ein zusätzliches Retroflair verpassen, ohne allerdings dabei je „altbacken“ zu wirken. Bestes Beispiel dafür ist das flockig und sehr harmonisch dahin fließende „Yesterdays News“, das so richtig locker in die Beine geht. Absolut radiotauglich! Der Titelsong „Mile By Mile“ weist in den Strophen balladeske Züge auf (herrliche, Gänsehaut erzeugende Akkordeonuntermalung), wobei er im Refrain mit zunehmender Emotionalität an Tempo zulegt. Ein echter Ohrwurm! Recht traditionell verwurzelten Country/Countryrock in weitest gehender Bakersfield-Tradition bietet „Bowling Green“.

Hier setzen Owen und Addison mit filigranen Steel- bzw. Bouzouki-Einlagen nette Zusatzakzente. Ein kleiner Fehler hat sich in der Trackliste eingeschlichen. Anders als auf dem Backcover abgedruckt, folgt zunächst mit „Trouble’s Got A Thing For Me“ einer der weiteren Höhepunkte des Albums. Feine E-Gitarren-/Slideläufe, sowie Pianospiel mit etwas Honkytonk vermitteln zum lustigen Text ein bluesiges Barroom-Flair. ehe das schöne „Personal Lullaby“ zu hören ist, dem die vor kurzem vollbrachte Vaterschaft von Fred Andrews und Stephen Bres als Inspirationsquelle zu Grunde liegt.

Am Ende wird es dann nochmals etwas countrylastiger. „Line Sinker And Hook“ (auch mit etwas Heartland-Flair) wird durch schöne weibliche „Backs“ von Gastsängerin Alli Russell aufgepeppt und mit „Put That Ring On Your Finger“ gibt es einen launig dahinstampfenden, Gitarren-lastigen, sehr würzig rockigen Rausschmeißer (schönes Tambourine-Rasseln am Anfang und Ende), der sicherlich zu viel Stimmung bei den anstehenden Live-Konzerten beitragen dürfte. Ein klasse Abschluss.

Fazit: Honeybrowne gehen auch mit ihrem 5. Studioalbum „Mile By Mile“ ihren Weg akribisch und konsequent weiter und etablieren sich immer mehr zu einer der beliebtesten Bands des texanischen Music-Circuits. Ein großes Lob an Fred Andrews & Co.! Klasse, lockere, stilvolle „Red Dirt“-flavoured Roots-Pop/-Rock/-Countryrock-Musik mit 100% Wohlfühlfaktor!

Smith Entertainment (2008)
Stil: Red Dirt

01. Help Me Find My Way
02. Yesterday’s News
03. Mile By Mile
04. Love Wanted
05. Left Me A Mess
06. Bowling Green
07. Personal Lullaby
08. Trouble’s Got A Thing For Me
09. Line Sinker And Hook
10. Put That Ring Back On Your Finger

Honeybrowne
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Bärchen Records

Hot Apple Pie – Same – CD-Review

Hot Apple Pie sind ein neu gegründetes, erstklassiges New Country-Quartett um den Ex-Little Texas-Keyboarder Brady Seals! Der hatte, ähnlich wie der zweite „Kopf“ dieser einst sehr erfolgreichen Truppe, Tim Rushlow, in den letzten Jahren auf Solopfaden geweilt und auch diverse, weniger erfolgreiche Werke (u. a. „The Truth“ und „Thompson Street“) eingespielt, die aber eher der Rock-/Pop-Sparte zugeordnet werden müssen. Umso erfreulicher, daß sich Seals jetzt mit seiner neuen Band doch wieder, wie auch Rushlow, „reumütig“ in ein Kollektiv zurückkehrt, das sich wieder eindeutig der Country-Schiene zuwendet. Gut so!

Denn bei Hot Apple Pie, mit ihrer tollen, immer knackigen, frischen, sehr peppigen, exakt die Balance zwischen traditionellen Roots und modernem Countryrock-Sound treffenden Mixtur, stimmt das Konzept von vorn bis hinten. Zum einen die Band. Mit Mark „Sparky“ Matejka (spielte schon für Charlie Daniels, The Kinleys, Sons Of The Desert – mittlerweile festes Mitglied bei Lynyrd Skynyrd) an den Gitarren und Banjo, sowie Drummer Trey Landry sind zwei hochgradig begabte Musiker an Bord, die Brady auch schon zu Solo-Zeiten unterstützten, hinzu stieß mit Keith Horne (Bass und Akustik Gitarre) ein weiterer, etablierter Könner (tourte u. a. mit Tanya Tucker, Waylon Jennings, Peter Frampton, Ricky Van Shelton, Trisha Yearwood und Lonestar), was natürlich die hohe musikalische Kompetenz schon erahnen läßt.

Zudem fungieren als Gäste die Steel-Koryphäen Paul Franklin und Dan Dugmore, sowie als Duett-Partner Willie Nelson bei dem astreinen Barroom-Heuler „Slowin’ Down To Fall“. Zweitens die Songwriter. Seals stammt ja aus einem richtigen Musiker-Clan (Country-Star Dan Seals, Pop-Ikone Jimmy Seals von Seals & Crofts, die Komponisten Troy und Chuck und sogar Cousin T. J., alias Kizzy Plush)! Von letzterem erhielt er kompositorisch hier auch tatkräftige Unterstützung, ebenso wie von solch klangvollen Namen wie Rodney Crowell, Jeffrey Steele, Al Anderson oder Mike Reid! Drittens die Zusammenstellung des Songmaterials. Es gelang 13 wunderbar abwechslungsreiche, sehr melodische und im richtigen Rhythmus aufeinander abgestimmte Songs zu kreieren, auf dem die Band ihr versiertes Können vielfältig einbringen konnte.

Viertens der Musikstil. Es wurde wieder auf die Karte New Country/Country-Rock gesetzt, eine Sparte in der sich alle Beteiligten spürbar wohl fühlen. Nicht selten wird man wieder an Little Texas erinnert, wie auch an knackige Restless Heart, zuweilen mit einem feinen Schuß Moderne ala Big & Rich! Macht einfach riesig Spaß den Jungs zuzuhören. Die CD startet gleich mit dem großartigen „Fun“-Stück „Hillbillies“, wo in spaßiger Weise die Neigungen dieser Spezies besungen werden. Tolle, groovend funkige Note, nicht zuletzt durch einen klasse Upright Bass, southern-lastige Slide-Läufe, feine Twin-Einsätze und eine klasse „Hey-Hillbilly“-Mitgrölpassage am Ende. Wird sicherlich ein Live-Kracher!

Nach der peppigen, mit tollen Gitarren und prächtuger Steel ausgestatteten, gut tanzbaren, melodischen New-Country-Uptemponummer „We’re Makin’ Up“, ein wenig an Little-Texas-Zeiten erinnernd, folgt mit „California King“ ein balladesker, autobiographisch zu sehender Song, der Seals‘ Solo-Jahre in Los Angeles beleuchtet („I packed my guitar and hopped a train and made my escape, and I took only good memories with me.., this small town boy’s goin’ back to Tennessee, California king… just ain’t me“). Tolles Akustik-Intro, herrliche E-Gitarren-, Akkordeon- und Organ-Fills – ein packender Vortrag! Im Prinzip jagt ein Highlight das nächste!

Sehr stark auch die mitreißende, schnell gespielte Coverversion von The Bands/Robbie Robertsons 35 Jahre altem „The Shape I’m In“ im traditionellen, grassig rockigen Outlaw-Flair und mit herrlichen Instrumental-Gitarren-Schlagabtauschen (besonders imponierend das Akustik-Solo von Keith Horne), sowie einem bluesig integriertem Harmonika-untermalten Break. Ein southern-swampiger Rocker der Marke Jeffrey Steele/Anthony Smith mit knackigem Gitarrensound und schwülen Organ-Tupfern ist „Redneck Revolution“.

Die wunderbare Ballade „Annabelle (Arkansas Is Callin’ You)“, aus der Feder von Brady und Rodney Crowell lädt dann mal zum Relaxen ein – eine sehr entspannte Nummer! Nach zwei weiteren, herrlich eingängigen New Country-Stücken bildet mit „All Together Now“ nochmal ein echter Hit den Abschluss, der wieder jede Menge Leckerbissen enthält. Schönes Piano-Intro, dezentes Southern-Flair, tolle Harmoniegesänge, heulende Orgel, starkes E-Gitarren-Solo, inbrünstig gesungener Refrain mit Southern/Country-typischem Langziehen der Endsilben einer Zeile und ein Accapella-Break und Beatles-ähnlichem, „Hey Jude“-mäßigem „Na-Na-Na“-Finale! Ein Song mit Langzeitwirkung, genau richtig positioniert! Brady Seals Rückkehr zu seinen Wurzeln dürfte die richtige Entscheidung gewesen sein.

Von Hot Apple Pie wird man vermutlich wohl in Zukunft in dieser Konstellation noch einiges geboten bekommen. Fest steht: Das ist sicher die heißeste Apfeltorte, die bisher in Amerika produziert wurde. Starke CD!

Dreamworks Records (2005)
Stil: New Country

01. Hillbillies
02. We’re Makin‘ Up
03. California King
04. Easy Does It
05. The Good Life
06. Why Can’t I Get To You
07. The Shape I’m In
08. Slowin‘ Down The Fall
09. Redneck Revolution
10. Annabelle (Arkansas Is Callin‘ You)
11. Everybody Wants To Dance With My Baby
12. I Should Have Seen Her Leavin‘ Comin‘
13. All Together Now

Montgomery Gentry
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