Leslie Satcher – Gypsy Boots – CD-Review

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Tolles Album der angesehenen Nashville-Songschreiberin! Leslie Satcher ist vermutlich den meisten New Country-Fans ein Begriff. Die dürfte ungefähr so jedem, der Tonträger dieser Sparte besitzt ganz sicher schon über den Weg gelaufen sein, sie zählt nämlich mit zu den prominentestenn Songwiterinnen der Szene und hat für unzählige Leute wie u.a. George Strait, Patty Loveless, Vince Gill, Willie Nelson, Reba McEntire, Gretchen Wilson oder Martina McBride Kompositionen beigesteuert. Untergegangen ist vermutlich ein wenig, dass sie auch eine hervorragende Musikerin und Sängerin ist.  Leslie Satcher – Gypsy Boots – CD-Review weiterlesen

Stevie Nimmo – Sky Won’t Fall – CD-Review

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Nachdem ich, wie vor kurzem beschrieben, die beiden Nimmo-Brüder, was ihre Bühnenaktivitäten betrifft, schon recht ausführlich unter die Lupe genommen habe, ist es mir jetzt vergönnt, auch mal einen musikalischen Datenträger zu beleuchten.

Stevie Nimmo war nach fast sechs Jahren Abstinenz mal wieder im Studio und präsentiert uns auf seiner neuen CD „Sky Won’t Fall“ ein weiteres gelungenes Werk, nachdem er ja schon auf seinem Debüt „The Wynds Of Life“ eine überaus starke Leistung abgeliefert hatte. Der Silberling beinhaltet neun neue Eigenkompositionen von Stevie, die er zum Teil auch schon bei seinem Auftritt im Dortmunder Blue Notez vorgestellt hatte, plus einem gelungen Allman Brothers-Cover von „Gambler’s Roll“ von der damaligen „Seven Turns“-Platte.

Sämtliche Tracks sind dazu im Cover-Artwork mit kleinen ganz interessant zu lesenden Anekdoten zur Entstehung/Intention von ihm beschrieben. Der Opener „Chains Of Hope“ beginnt nach ein paar kurzen Instrumentalspielereien mit einem krachenden E-Gitarrenintro. Ein toller schwerer Southern Blues Rocker mit starkem Strat-Solo. Zu dem spricht er mir mit diesem Song aus der Seele, er hinterfragt die unsägliche I-Phone-Hysterie, mit all ihren negativen Begleiterscheinungen.

Das mit einem zum Titel passenden rollenden E-Lick geführte „Roll The Dice Again“ (toll auch das zweite Wah-Wah-E-Solo) verbreitet die einfache Message, das man das, was man gerne macht, auch weitertun sollte, weil es irgendwie doch immer in einem steckt. Das relativ soulig dahingleitende „Change“ wird gegen Ende von einem nahezu dramatischen E-Solo durchbrochen, das es in sich hat. Starke Nummer.

„Running Back To You“ ist der obligatorische Slow-Blues, der auf ein Blues Rock-gefärbtes Album einfach draufgehört. Stark besungen und mit langen E-Gitarrenpassagen durchzogen. Klasse! Wenn eine Texas-‚Steel-Ikone‘ wie Lloyd Maines seine Dienste einem europäischen Künstler zur Verfügung stellt, kommt das einem musikalischen Ritterschlag nahezu gleich. So geschehen auf „Walk The Thin Line“, naturgemäß ein Lied mit Countrynote.

Das schön eingängige „I’ll Pray For You“ erinnert in seiner Melodik fast an Sachen der legendären Brit-Melodic Rocker FM. Auch sehr angenehmer Stoff. Mit dem satt stampfenden „Still Hungry“ geht es ein wenig in Richtung Storyville, eine Band der Stevie ja auch bekanntermaßen sehr zugetan ist. Auch hier gibt es wieder deftige E-Gitarrenkost (inkl. Wah-Wah-Solo) zu belauschen.

„Gambler‘s Roll“ ist sehr stark gespielt, kann dem Original aber nicht ganz das Wasser reichen, da hier die Einspielung im Trio (nur mit Matt Beable und Craig Bacon) im Vergleich zum umfangreichen ABB-Line-up, etwas zu limitiert erscheint. Mir fehlen hier Piano und Orgel, auch die verlebte stimmliche Aura von Gregg Allman (obwohl Nimmo ja ebenfalls ein guter Sänger ist) ist einfach nicht transformabel. Das Ganze ist bildlich gesehen fast so, als wenn Stevies Partick Thistle-Kicker mit drei Mann weniger gegen den FC Barcelona bestehen müssten. So ein Kunststück wäre auf dieser Welt, wenn überhaupt, nur einem Verein wie Rot-Weiss Essen zuzutrauen…!

Das wieder mit einer dezenten Countrynote und Harmoniegesängen beschwingt dahingroovende „Lovin‘ Might Do Us Good“ sowie das sehr persönliche „Love You More Tonight“ (rein akustisch gehalten, schöne Slide-Einlage) lassen „Sky Won’t Fall“ angenehm ausklingen.

Fazit: Ein rundum gelungenes Werk, das mit recht einfachen Mitteln ein hohes Maß an Ertrag offeriert. Ein paar evtl. Tasten- und Bläsereinlagen, sowie auch weibliche Harmoniegesänge würden sicherlich mehr Volumen und Abwechslung ins Spiel bringen, als die klassische, konsequent durchgezogene Blues-Trio-Linie. Trotzdem: Solange es weiter solch grundehrliche und authentische Leute wie Stevie Nimmo gibt, wird uns der musikalische Himmel noch lange nicht auf den Kopf fallen!

Manhaton Records (2016)
Stil: Blues Rock

01. Chains Of Hope
02. Roll The Dice Again
03. Change
04. Running On Back To You
05. Walk The Thin Line
06. I’ll Pray For You
07. Still Hungry
08. Gambler’s Roll
09. Lovin’ Might Do Us Good
10. Love You More Tonight

Stevie Nimmo
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SIMO – Let Love Show The Way – CD-Review

SIMO

Ein geschichtsträchtiger Ort, eine legendäre Gitarre und ein neues talentiertes Trio am Blues Rock-Firmament, das sind die Parameter, die das neue Album „Let Love Show The Way“ von SIMO bestimmen. SIMO kommen aus Nashville/Tennessee, haben sich aber entgegen der Haupt-Gepflogenheiten in Music City nicht dem Country verschrieben, sondern lassen eher den Southern-umwobenen Blues Rock in Verbindung mit britisch angehauchtem Psychedlic Rock im Stile der frühen Allman Brothers/Led Zeppelin wieder aufleben. SIMO – Let Love Show The Way – CD-Review weiterlesen

Stevie Nimmo – 28.01.2016, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

So, jetzt bin ich mit den beiden Nimmo-Brüdern komplett durch! Nachdem ich sie zunächst zweimal in brüderlicher Zweisamkeit als The Nimmo Brothers einmal in den Niederlanden, einmal bei uns erlebt habe, hatte ich mir im letzten Jahr zunächst Alan Nimmo mit seinem King King-Gefüge in Köln gegönnt, diesmal war jetzt Stevie im Dortmunder Blue Notez an der Reihe. Stevie Nimmo – 28.01.2016, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht weiterlesen

Trick Pony – R.I.D.E. – CD-Review

Pony

Endlich! Nach ihren ersten beiden, tollen CD-Veröffentlichungen, mit denen sie so viel frischen Wind in die Nashville-Szene brachten, haben Trick Pony nach großem Hin- und Her, was Veröffentlichungsrechte anging, bei Curb Records eine neue musikalische Heimat gefunden. Und nun ist ihr lang ersehntes, drittes Werk „R.I.D.E“., für das sie direkt auf dem Cover ihre eigene Definition gleich mitliefern, nämlich „Rebelliuos Individuals Delivering Entertainment“, auch erhältlich!  Trick Pony – R.I.D.E. – CD-Review weiterlesen

Brothers Osborne – Pawn Shop – CD-Review

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Tolles, in Nashville mit viel Vorschuss-Lorbeeren bedachtes Debütalbum der Brothers Osborne. Der mit einer prächtigen Stimme gesegnete T. J. Osborne (variiert irgendwo zwischen Radney Foster und Trace Adkins – spielt auch akustische Gitarre) und der großartige Gitarrist und Multi-Instrumentalist John Osborne (neben der E-Gitarre u. a. auch Mandoline, Banjo, Pedal Steel, Mundharmonika), aka Brothers Osborne, legen mit „Pawn Shop“ ein bärenstarkes Major Label-Debut vor.  Brothers Osborne – Pawn Shop – CD-Review weiterlesen

Hank Williams, jr. – It’s About Time – CD-Review

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Hank Williams jr. ist nach seinem etwas müde wirkenden Vorgängerwerk von 2012 wieder zurück – und präsentiert sich angriffslustig, energiegeladen und dazu in absoluter Top-Form! „It‘s About Time“ heißt sein neues Album und es strotzt voller sattem Outlaw Country und mit viel Skynyrd-Flair bedachtem Southern Rock. Starke E-Gitarren (toll JT Corenflos und Tom Bukovac!), quietschende Fiddles, quäkende Harp, klimperndes Piano, pulsierende Bläser-Einlagen und herrliche, southern-typische weibliche ‚uuh-uuh‘ und ‚aah-aah‘-Harmoniegsänge in Hülle und Fülle, dazu in einer richtig wuchtigen Produktion von Julian Raymond verarbeitet.  Hank Williams, jr. – It’s About Time – CD-Review weiterlesen

Swamp da Wamp – That Easy – CD-Review

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Southern Rock-Fans sind ja bekannter Weise leidgeprüft, was das Dahinscheiden von Musikern ihres Genres betrifft. Allein, was das immer noch bestehende Aushängeschild der Zunft, Lynyrd Skynyrd, an Verlusten hinnehmen musste, kommt ja schon fast einem Fluch nahezu gleich.

Auch die kontinuierlichen Nachrichten z. B. über Gary Rossingtons Gesundheitszustand, oder wenn man Gregg Allman zuletzt gesehen hat, stimmen nicht gerade fröhlich, lassen aber immer das Beste erhoffen, konfrontieren einen mit fortschreitendem Alter aber auch zunehmend mit der eigenen Vergänglichkeit, die man ja eigentlich immer ganz gerne ausklammert.

Völlig überraschend kam für Außenstehende allerdings jetzt die Todesnachricht von Swamp da Wamp-Chef Gig Michaels (bürgerlicher Name Michael Giggey), der wenige Stunden vor seinem 52. Geburtstag an den Folgen einer fortgeschrittenen Lungenkrankheit, mittels einer schweren Lungenentzündung, letztendlich verstarb.

Und das fast zeitgleich mit dem physikalischen Erscheinen ihrer neuen CD „That Easy“, dem uneingeschränkten musikalischen Höhepunkt ihres bisherigen kreativen Schaffens. Bitter! Die Band bestehend aus Gig Michaels (lead vocals, acoustic guitar), Adrienne Nixon (supporting vocals), Keith ‚Wizzard‘ Inman (lead guitars), Nick Nyguyen (lead guitar, cello, violin), Rich Basco (bass), Jonathan ‚Chicken-hawk‘ Parker (drums), Duke Rivers (b-3, piano) und John ‚Junkyard‘ Ledford (guitars) hat nach drei immer besser werdenden Vorgänger-Werken, ähnlich wie Blackberry Smoke, eine atemberaubende, kontinuierliche Weiterentwicklung durchschritten.

Man muss sogar fast attestieren, dass die Truppe aus Charlotte, North Carolina, mit „That Easy“ drauf und dran ist (war), sich einen Spitzenplatz in der Phalanx der noch existierenden Südstaaten Rock-Bands zu erarbeiten.< Die Gründe hierfür liegen bei diesem Album auf der Hand. Gutes, abwechslungsreiches Songmaterial (bis auf einen Track alles Eigenkompositionen), ein charismatischer Lead-Sänger mit einer außergewöhnlichen Stimme, der sich atemberaubend gut mit seiner Supportsängerin ergänzt, ein immer besser eingespieltes Kollektiv mit vielen guten Instrumentalisten, bei denen keiner zu kurz kommt und letztendlich mit Glenn Tabor ein Produzenten, der es brillant verstanden hat, alles in einem wuchtigen, aber klaren, transparenten und modernen Sound zu vermitteln. Die insgesamt zehn Stücke, machen richtig Laune und vergehen wie im Flug. Der Opener „Fat Boy“ prescht richtig fett, mit allen Southern Rock-typischen Zutaten (klasse E-Gitarren, weibliche Harmonies, hallendes b-3, polternde Drums) ziemlich aggressiv vor sich hin, wenn man die eingebundene Fiddle mal Außen vor lässt. Auch “Devil In My Whiskey“ mit Skynyrd-, Molly-, Doc Holliday-Ingredienzen rockt wuchtig.

Das Biker-transforme „Three Wheels“ besteht partiell aus Allman-typischen Orgel-E-Gitarren-Tushs (Intro, Mitte, Ende) die Zwischen-Parts erinnern dezent an eine Symbiose aus Skynyrds „T For Texas“ und Mollys „Whiskey Man“. Bei „My Drinking Song“ ist der Titel Programm. Ein Lied, das man auf dem Höhepunkt einer jeden biergeschwängerten Party zum Mitgrölen laufen lassen kann und auch zukünftig dazu nutzen kann, Gig Michaels ehrfurchtsvoll im Rock’n’Roll-Heaven zuzuprosten.

Der Titelsong „That Easy“, von Gig und Adrienne gemeinsam performt, ist eine grandiose, episch anmutende Südstaaten Rock-Ballade, die unter die Haut geht. Mit ‚Axel Rudi Pell goes Southern‘ könnte man sie fast umschreiben. „I don’t wanna go down that easy“ singt Gig voller Inbrunst, ob er da schon eine gewisse Vorahnung hatte?

Mein Lieblingssong ist das fluffige countryeske „Changes“ mit klasse Harmonies von Nixon und einer herrlichen „E-Gitarren/Bruce Hornsby-Piano-Klimper-/Dobro-/Fiddle-Staffette im Solo-Teil. „Rollin’“ und auch „I Am“ stampfen wieder wie ein Bulldozer, fette E-Gitarren/-Soli, wie man sie von Molly und Skynyrd liebt, inbegriffen. Southern Rock der großen Schule, perfekt für’s Live-Programm.

Die Kammermusik-artige Piano-Ballade (emotionales Duett von Gig und Adrienne) „Happy Anniverary“ macht im Zusammenhang mit dem tragischen Ereignis unendlich traurig. Man kommt nicht umhin, sich eine kleine Träne aus dem Auge zu drücken. Rivers‘ Pilly Powell-mäßiges, an „Free Bird“ angelehntes Pianospiel erzeugt Gänsehaut, ein schöner Song vielleicht für Gigs Beerdigung.

Swamp da Wamp entlassen den Hörer mit der swampigen Neuauflage von Jason Aldeans „She’s Country“ und beweisen, wie herrlich Southern Rock und New Country in Einklang zu bringen sind, wenn gute Musiker am Werk sind. Auch hier bildet Adrienne Nixon erneut einen starken Konterpart zu Gig Michaels.

Der vierte Longplayer „That Easy“ hat (hätte) Swamp da Wamp im Southern Rock auf eine ganz hohe Ebene gehievt. Eines der besten Alben des Genres im neuen Jahrtausend. Der tragische Tod ihres charismatischen Bandleaders hinterlässt nicht nur menschlich im familiären Umfeld, sowie den SR-Fans und der Musik allgemein, eine weitere, große Lücke.

R.I.P. Gig Michaels

Eigenproduktion (2015)
Stil: Southern Rock

01. Fat Boy
02. Devil In My Whiskey
03. Two Wheels
04. My Drinking Song
05. That Easy
06. Changes
07. Rollin‘
08. I Am
09. Happy Anniversary
10. She’s Country

Swamp da Wamp
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Bärchen Records

Todd Thibaud – Broken – CD-Review

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Das fünfte Studioalbum von Todd Thibaud! Nachdem er mit seinem Meilenstein „Northern Skies“ die Messlatte in immense Höhen gelegt hatte, war ich gespannt, ob der umtriebige Musiker mit seinem neuen Werk „Broken“ auf diesem Level weiterfahren kann, einen Durchhänger abliefert oder etwa das Unmögliche zustande bringt und nochmals eine Schippe drauf legen kann. Ich nehme es vorweg. Nach den bisher erlebten Hördurchgängen ist der hochwertige Status Quo gewahrt.  Todd Thibaud – Broken – CD-Review weiterlesen

Sam Riggs And The Night People – Outrun The Sun – CD-Review

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Wow! Herrlich melodischer Red Dirt-Rootsrock/-Countryrock der absoluten Extra-Klasse. Was für ein grandioses Debüt von Sam Riggs & the Night People, dem selbst ein solch unverwüstliches Urgestein der Texas-Szene wie Ray Willie Hubbard voll des Lobes konstatiert: „Sam Riggs wears a legacy of honest country, makes good rock, writes lyrics that matter and straps on a stage presence second to none“.  Sam Riggs And The Night People – Outrun The Sun – CD-Review weiterlesen