Orphan Jon & The Abandoned – Reckless Abandon Vol II Live – CD-Review

Review: Hans-Joachim Kästle

Orphan Jon gehört zur Gattung jener Musiker, die sich in heimatlichen Gefilden – aufgewachsen ist er in Bakersfield, Kalifornien, heute lebt er im Mittleren Westen – durchaus einer gewissen Popularität erfreuen. So wurde er 2018 für einen Blues Blast Award für sein Debüt-Album nominiert und 2019 für einen Independent Blues Award.

Jon English stammt aus einer zerrütteten Familie und kam mit acht Monaten zusammen mit seinen drei Brüdern in ein Waisenhaus. So erklärt sich auch der Bandname: Waisenjunge Jon und die Verlassenen. Es hört sich zwar wie aus einem Herz-Schmerz-Roman an, aber genau so war es: Jan fand seinen Weg in der Musik, genauer im Blues und Rock ’n‘ Roll.

Jetzt liegt also sein neues Live-Album vor, das an zwei Abenden entstanden ist. Seine Auftritte beginnt er immer mit einem Instrumentalstück, in diesem Fall mit „Sombrero Safari“, einem kräftigen Gitarrenblues. „Love Is Not A Lie“, der folgende dynamische Blues Rocker, beginnt mit einem Bass-Solo, ehe das Schlagzeug und die Gitarre dazwischenfunken und dann Jons Gesang den Ton angibt.

Orphan Jon schmückt sich auch immer mit illustren Gastmusikern. Der erste ist Kris Lager, der seit fast 20 Jahren mit seiner eigenen Band unterwegs ist und bereits mehrere CDs veröffentlicht hat. Er greift zum ersten Mal beim Blues „Somewhere Salvation“ mit seiner Slide-Gitarre ins Geschehen ein. Stark! Auch auf „Broken Angel“ und „Livin‘ My Life“ ist Kris Lager am Start.

Ein ähnlicher „Fall“ ist Nick Schnebelen, der Gründungsmitglied von Trampled Under Foot war und nun ebenfalls mit eigener Band tourt. Seine CD „Crazy All By Myself“ schaffte es 2019 auf Platz 13 der Billboard Blues Charts. Auch er ist bei drei Songs zu hören: „She“, „Bright Lights“ und „She’s Gone“, das er mit einem fast vier Minuten langen Gitarrenintro veredelt. Dieses „She’s Gone“, ein Blues Rock der Marke „Daumen hoch“, stammt im Original von Eric Clapton und ist zehneinhalb Minuten lang.

Apropos Gastmusiker: Der famose Alastair Greene war der heimliche (Gitarren-)Star beim Album „Over The Pain“ aus dem Jahr 2022. Diese CD startete mit „Tight Dress“, für das er wie bei weiteren Titeln als Co-Autor mit verantwortlich zeichnete. Der Song gehört auch zu den Höhepunkten der nun vorliegenden Live-CD, ein Rocker mit Boogie-Anklängen, der in die Beine geht.

Vintage LaNell Records (2025)
Stil: Blues, Rock

Tracks:
01. Sombrero Safari
02. Love Is Not A Lie
03. Somewhere Salvation
04. Broken Angel
05. Livin’My Life
06. King Bee
07. Tight Dress
08. Memories Of Me And You
09. She
10. Bright Lights
11. She’s Gone

Orphan Jon And The Abandoned
Orphan Jon And The Abandoned bei Facebook

Margo Price – Hard Headed Woman (Deluxe) – Digital-Album-Review

Review: Michael Segets

Die Rückkehr zu ihren Country-Wurzeln beschert Margo Price zwei Grammy-Nominierungen für 2026. „Hard Headed Woman“ steht auf der Liste der neu eingeführten Kategorie Best-Traditional-Country-Album und ihr Song mit Tyler Childers („Love Me Like You Used To Do“) auf der der besten Country-Duette. Die positiven Kritiken beflügelten Price wohl dazu, eine erweiterte Ausgabe des Longplayers herauszugeben. Die Deluxe-Version erscheint ausschließlich digital und bietet zusätzlich vier neue Songs.

Sehr stimmungsvoll sind die beiden Kooperationen mit Billy Strings („Too Stoned To Cry“) und Logan Ledger („Too Many, Too Few“). Bei den Balladen ergänzen sich die helle Stimme von Price und die tieferen der Männer harmonisch. Während hier mit dem genretypischen Slide nicht gespart wird, setzt „Never Say Die“ auf eine klare Gitarrenarbeit. Mein Favorit unter den neuen Tracks ist „End Of The Road“, das folkig mit akustischer Gitarre und Keys einsteigt. Später kommt ein Schlagzeug dazu. Trotz der eher spartanischen Instrumentalisierung entwickelt der langsame Song durchaus Spannung.

Ich bevorzuge immer noch physikalische Veröffentlichungen – sei es nun Vinyl oder CD. Dass die Deluxe-Version von „Hard Headed Woman“ lediglich digital veröffentlicht wird, kommt letztlich den Fans entgegen. Manche Musiker schieben kurz nach der Erstveröffentlichung leicht erweiterte Ausgaben nach, sodass man als Fan tatsächlich vor dem Konflikt steht, ob man sich den Longplayer eigentlich doppelt kauft. Wenn unterschiedliche Versionen desselben Albums nicht zeitgleich auf den Markt gebracht werden, empfinde ich das oft als Geldmacherei. Im vorliegenden Fall, fällt die Entscheidung leicht, die neuen Titel zusätzlich zu erwerben. Das Ad-On zum Erfolgsalbum lohnt. Die ergänzten Stücke integrieren sich insgesamt nahtlos in das ursprüngliche Werk.

Von „Hard Headed Woman“ gibt es noch eine Bandcamp-Exklusive-Edition, die eine Liveperformance von „Don’t Let The Bastards Get You Down“ enthält. Deren Erlöse kommen der gemeinnützigen Bandcamp-Organisation zugute.

Loma Vista-Concord – Universal Music (2025)
Stil: Country

Tracks:
01. Prelude (Hard Headed Woman)
02. Don’t Let The Bastards Get You Down
03. Red Eye Flight
04. Don’t Wake Me Up (feat. Jesse Welles)
05. Close To You
06. Nowhere Is Where
07. Losing Streak
08. I Just Don’t Give A Damn
09. Keep A Picture
10. Love Me Like You Used To Do (feat. Tyler Childers)
11. Wild At Heart
12. Kissing You Goodbye
13. Too Stoned To Cry (feat. Billy Strings)
14. Too Many, Too Few (feat. Logan Ledger)
15. Never Say Die
16. End Of The Road

Margo Price
Margo Price bei Facebook
Oktober Promotion

Walter Trout – 26.11.2025, Kantine, Köln – Konzertbericht

Walter Trout zeigt in der anständig gefüllten Kantine einmal mehr, dass er zu den Top-Gitarristen im Genre Blues gehört. Zusammen mit seiner Band präsentiert er auch einige Songs des kürzlich erschienenen Albums „Sign Of The Times“, bei denen auch seine Qualität im Songwriting deutlich wird. Dabei lässt er seinen Mitmusikern insbesondere in jammenden Passagen genügend Spielraum zu zeigen, was in ihnen steckt.

Roland Bakker untermalt an der Hammond nicht nur die Songs, sondern glänzt auch in mehreren längeren Soli. Jon Avila offeriert neben einer starken Rhythmus-Arbeit in einem mehrminütigen Solo, was aus einem Bass alles rauszuholen ist. Der oft stoisch die Drums bearbeitende Michael Leisure wirbelt dann in seinem Solopart über die Drums, dass man den Sticks zuweilen kaum folgen kann.

Ergänzt wird die Band von Walters Sohn Jon, der bei einigen Gitarrensoli in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Dabei ist Walter anzusehen, mit welcher Freude er das Spielen seines Sprösslings verfolgt.

Nach knapp 100 Minuten wird nach frenetischen Zugabe-Forderungen mit „Going Down“ noch ein Klassiker nachgelegt, in dem die Band die Kantine zum Beben bringt. Dabei beginnt zunächst John Avila mit den Vocals, dem Jon Trout folgt, um an seinen Vater zu übergeben.

Die beiden Trouts legen in einem langen jammenden Part furiose Soli hin, die vom krachenden Rhythmus von Avila und Leisure hinterlegt werden. Das Ganze gewürzt von Bakkers Hammond, beendet einen eindrucksvollen Konzertabend, an dem Walter Trout den Bluesfans eventuell die Zukunft in Form seines Sohns Jon präsentiert hat.

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, guitar)
Roland Bakker (keyboards)
John Avila (bass, vocals)
Michael Leisure (drums)
Jon Trout (guitar, vocals)

Text & Bilder: Gernot Mangold

Walter Trout
Walter Trout bei Facebook
3dog entertainment
Kantine Köln

38 Special – Milestone – CD-Review

Ende der Siebziger-, Anfang der der Achtziger Jahre, zugegebener Maßen, als die Musikwelt noch deutlich überschaubarer war, saß der Schock wegen des Flugzeug-Absturzes von Lynyrd Skynyrd in der Southern Rock-Anhänger-Gemeinde immer noch tief. 

Im Prinzip war da jede neue Scheibe, die herauskam, fast wie ein Feiertag. Neben den etablierten Bands wie den Allman Brothers, der Charlie Daniels Band, den Outlaws und der Marshall Tucker Band, schlug die Stunde von Acts der ‚zweiten Generation‘ wie Molly Hatchet, Doc Holliday, der Johnny Van Zant Band und natürlich auch von 38 Special, die zudem mit Donnie Van Zant einen klingenden Namen in ihren Reihen hatten.

38 Special brachten von 1977 bis 1982 fünf richtig starke Alben heraus, ab diesem Zeitpunkt wurde dann spätestens der Schwenk, der sich allerdings schon ab „Wild-Eyed Southern Boys“ schleichend andeutete, endgültig mit den Werken „Tour de Force“ und „Strength In Numbers“ zum Mainstream Rock/AOR vollzogen.

Man genügte damit durchaus erfolgreich den Anforderungen der damaligen Zeit, der überwiegende Teil der gediegenen Southern Rock-Fans dürfte weniger begeistert gewesen sein. Vermutlich bedingt durch die gesundheitlichen Probleme von Donnie Van Zant gab es diverseste Umbesetzungen, Don Barnes stieg aus, kam wieder, Van Zant und Jeff Carlisi verließen die Band, am Ende blieb Barnes bis heute der starke Mann im aktuellen Line-up, das zwar schon länger zusammen ist, aber mittlerweile mit ihm nur noch ein Original-Mitglied beinhaltet.

Mit ‚Milsestone“ bringt das jetzige Quintett, neben Don Barnes (lead and backing vocals, lead and rhythm guitar, harmonica, mandolin, piano) samt den weiteren Musikern Bobby Capps (keyboards, backing and lead vocals), Gary „Madman“ Moffatt (drums, percussion), Barry Dunaway (bass, backing vocals) und Jerry Riggs (lead guitar, backing vocals), die beiden Letztgenannten spielten auch schonmal für Pat Travers, 21 Jahre nach „Drivetrain„, ein neues Studioalbum heraus.

Und ich muss zugeben, ich habe den VÖ der Scheibe glatt verpasst und bin eher zufällig darauf gestoßen. Der Opener „So Much So Right“ weiß als schöner moderner polternder Rocker schon mal zu Gefallen. Ein bisschen „Wild-Eyed Southern Boys“-Flair kommt mit dem folgenden „Slightly Controversial“ auf, überraschend vielleicht die Wahl von Train-Sänger Pat Monahan als Duettpartner von Barnes.

Mit „All I Haven’t Said“ und „Long Long Train“ gibt es zwei durchaus Airplay-taugliche, melodische Ohrwürmer (Akustik-, E-Gitarren, Orgelzutaten), die „Rock And Roll Stragedy“-Zeiten aufleben lassen.

„The Main Thing“ (ziemlich funk-rockig), „Looking For My Life“ (erinnert dezent an Songs wie „Hold On Loosely“/“Hittin‘ And Runnin'“) und „Making Up For Lost Time“ (mit einem kurzen inkludierten „Caught Up In You“-Shuffle), alle sehr dynamisch und mit rockigen E-Soli verziert, stehen für den dynamischen und eingängigen 38 Special-Sound, der sich von „Tour de Force“ über „Strength In Numbers“ bis in die heutige Zeit vornehmlich unter der Barnes-Regie treu geblieben ist.

Die beiden Abschluss-Tracks „Windows of Memories“ und „The Look“ auf dem, von Don Barnes und Jim Peterik (Survivor, Pride Of Lions) produzierten Album, fallen sehr seicht und schmalzig aus und trüben dann ein wenig den insgesamt akzeptablen Eindruck der ersten sieben Lieder.

Ein Album nach gut 21 Jahren mit nur neun Stücken als ‚Meilenstein‘  zu bezeichnen (ich assoziiere da ein Synonym für was Besonderes/Außergewöhnliches), dessen Musik zwar im Groben und Ganzen ok ist, aber jetzt nun nicht wirklich gerade bahnbrechend zu Jubelarien animiert, erscheint mir am Ende doch etwas gewagt, beziehungsweise übertrieben. Ich persönlich würde das neue Werk von 38 Special eher als „Sign Of Life“, also als ein Lebenszeichen charakterisieren… 

Eigenproduktion (2025)
Stil: (Southern) Melodic Rock

Tracks:
01. So Much So Right
02. Slightly Controversial (Featuring Pat Monahan from Train)
03. All I Haven’t Said
04. The Main Thing
05. Long Long Train
06. Looking Sor My Life
07. Making Up For Lost Time
08. Windows Of Memories
09. The Look

38 Special
38 Special bei Facebook

Greg Nagy – Just A Little More Time – CD-Review

Review: Hans-Joachim Kästle

„Just A Little More Time“ ist bereits das fünfte Studioalbum von Greg Nagy, das wie gewohnt von seiner ausdrucksstarken Stimme und seinem Gitarrenspiel geprägt wird. Bei ihm verschmelzen die Grenzen zwischen Blues, Soul, R&B und Rock. Beeinflusst wurde der Mann aus Michigan – der in den USA schon lange kein Geheimtipp mehr ist – von zwei der drei „Kings Of The Blues“, B.B. und Albert (der dritte wäre Freddie), und dem Soulsänger Donny Hathaway.

Es gibt Songs, da genügt ein Ton, um zu wissen, in welche Richtung es geht. So fängt das Titelstück mit „souligen“ Bläsern an. In diesem entspannten Midtempo-Soul versucht Greg, seiner Angebeteten eindringlich klarzumachen, dass er der Richtige für sie ist. Hoffen wir mal, dass es geklappt hat…

Als nächstes folgt einer von fünf Covern. „It Hurts To Love Someone“ von Eddie „Guitar Slim“ Jones ist eine geschmeidige Mischung aus Soul und Blues, getragen von Gregs Gesang. „Breaking Me (But Making Me A Better Man)“ wird instrumental von den Keyboards dominiert – der Titel allein drückt schon aus, um was es geht.

Ein Song, mit dem man wohl kaum gerechnet hat, ist Alice Coopers „Only Women Bleed“. So müssen sich Cover anhören: Man kann das Original im Ohr haben, ohne immer darin erinnert zu werden. Soll heißen: Greg Nagy drückt dem Song seinen eigenen Stempel auf. Apropos: „Rainy Night in Georgia” (Tony Joe White, das in der Version von Brook Benton zum Hit wurde), Sugaree” (Grateful Dead) mit einem bluesigen Touch und „In The Mood For Love” (John Lee Hooker) sind weitere Cover.

Bei „In The Mood…“, live aufgenommen und fast zehn Minuten lang, sagt der Name des Komponisten schon alles: ein astreiner Blues, zuerst von den Orgelklängen getragen, die stark an Al Kooper erinnern, zum Beispiel bei der „Super Session“ mit Mike Bloomfield und Stephen Stills, ehe dann die ausgiebige Gitarre zum Höhepunkt des Songs steuert.

„Love Letter“, ein Instrumental, beim dem Bobby Murray, der 23 Jahre in der Band der großen Etta James spielte, die Gitarre beisteuert, schüttet eine Prise Funk aus, aber nur so viel, dass Musikliebhaber, die mit diesem Genre nichts anfangen können, nicht gleich das Grauen kriegen.

Auch wenn Greg Nagy schon lange im Geschäft ist, kennt ihn in Deutschland kaum einer. Wer musikalisch gern mal auf Entdeckungsreise geht, sollte dem Singer-Songwriter eine Chance geben.

Eigenproduktion (2025)
Stil: Soul, Blues

Tracks:
01. Just A Little More Time
02. It Hurts To Love Someone
03. Breaking Me (But Making Me A Better Man)
04. Between The Darkness And The Light
05. Love Letter
06. My Buddy
07. Only Women Bleed
08. Big City
09. Rainy Night In Georgia
10. Sugaree
11. I’m In The Mood

Greg Nagy
Greg Nagy bei Facebook

Mike Dangeroux – 15 Shades Of Blue – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Mike Dangeroux, geboren in Chicago, Illinois, aufgewachsen in der bunten Blues-Szene, ist in diesem Jahr schon zum zweiten Mal bei uns in SoS zu Gast. Seine EP “Empty Chair”, die im Frühjahr erfolgreich vorgestellt wurde, war ’nur‘ ein kleiner Vorgeschmack auf das damals noch nicht fertiggestellte, neue Album. Der Sänger, Gitarrist und Songwriter hat nun “15 Shades Of Blue” veröffentlicht.

Die 15 Tracks aus unterschiedlichen Stilrichtungen des Blues-Genres kommen insgesamt auf unterhaltsame 70 Minuten Spielzeit. Eigentlich muss Mike Dangeroux es nicht mehr betonen, dass diese Musik tief in seiner Seele lebt und doch beginnt die Scheibe nach dem Intro mit “Blues Deep In My Soul”, einem typisch Chicago Blues-soundigen Titel aus eigener Feder – wie sämtliche Songs des Longplayers. Unbedingt ebenso radiotauglich und Soul-deep folgt “Palm In My Hand”, einfühlsame Spielfreude entfaltet ihre Wirkung von Beginn an und begeistert mit Ausrufezeichen!

Die bluesige “Farbenpalette” führt souverän durch balladenartige Slow-Songs, die von “Ghosts Of The Past” über “Tides Of Your Love” bis zum zeitgenössischen “Where Are My Friends Tonight?” ihre natürliche Nonchalance vermitteln. und dies alles mit ausreichend Platz für Storytelling-Lyrics, angenehmen Guitar-Passagen, eingebettet in melodische Arrangements. Mit entspannter Virtuosität absolviert Mike Dangeroux gleichermaßen swingende, rhythmus-getriebene Tanznummern (so u.a. “Walking Out That Door”, “Day And Night Lover” oder mit etwas Stones-Appeal “She Can’t Stop Rocking“), temporeich und blues-infiltriert.

Ausgelassenheit setzt ihre Notenzeichen und Stimme und Instrument folgen einem talentierten, am Berklee College of Music ausgebildeten Ideenreichtum. Ob Delta oder Chicago Blues, Shuffle, Soul oder funkige Varianten, das Blues-Spektrum seiner Heimatstadt hat Mike Dangeroux – auch in moderner Ausgestaltung von “Midnight Sky” und “(Hope) You Feel The Same” – liebevoll interpretiert.

Der Longplayer “15 Shades Of Blue” von Mike Dangeroux ist eine Art von Konzeptalbum über Stilrichtungen des Chicago-Blues und der zeitlosen, emotionalen Ausdruckskraft dieser Musik, die über Generationen hinweg ihre authentischen Wurzeln immer wieder neu belebt. In diesem Kontext präsentiert Dangeroux seine Tracks in einer Form, die sowohl Kenner als auch neue Hörer anspricht.

RD Records (2025)
Stil: Blues

Tracks:
01. Intro Blues Deep In My Soul
02. Blues Deep In My Soul
03. Palm Of My Hand
04. Walking Out That Door
05. Ghosts Of The Past
06. Heart Of Stone
07. Never Be Lonely
08. Day And Night Lover
09. No More Bad News
10. Tides Of Your Love
11. She Can’t Stop Rocking
12. Where Are My Friends Tonight?
13. Midnight Skies
14. Doing To Me
15. (Hope) You Feel The Same

Mike Dangeroux
Mike Dangeroux bei Facebook
MAC Radio Promo

 

Drake Milligan – Tumbleweed – CD-Review

Zweites Album des Neo-Traditional Country-Sonnyboys und Durchstarters Drake Milligan. Wir hatten ja vor geraumer Zeit mal die Gelegenheit, um uns vom Talent des Texaners im Kölner Gloria zu überzeugen, wo er auch auf der Bühne schon seine Entertainer-Qualitäten und seine stimmliche Reife bestens zur Schau stellte.

Jetzt im Studio liefert er mit „Tumbleweed“ wieder ein starkes Album ab, das mit satten 14 Songs daherkommt. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Stimme des 27-Jährigen der Star des Albums, die man angesichts seines noch sehr jungenhaften Aussehens (vielleicht ähnlich wie bei Scotty McCreery) zunächst überhaupt nicht erwarten würde.

Das von Trent Willmont klar und transparent produzierte Werk baut überwiegend auf traditionellem Fundament auf, da hört man von Elvis, über swingende Sachen der Marke Sinatra/Grant/Orbinson („Goodbye Ain’t All That Bad“, „Talk Texas“), Bakersfield-Klänge, bis hin zu George Strait viele, auch tanzbare (die Line-Dancer bekommen hier viel neuen Stoff) ins (texanische) Country-Gewand verpackte Einflüsse, die durch die herzerfrischende moderne Einspielung der involvierten Musiker allerdings nie altbacken klingen.

Sein Faible für Elvis-Musik kommt dann auch sofort beim Opener, einem knackigen Herz-Schmerz-Schunkler „Cryin’ Shoulder“ zum Ausdruck. Also mal kein ‚Crying In My Beer‘-, sondern ein ‚Crying On My Shoulder‘-Song! Der Tex-Mex-Heuler „Hearts Together“ wie auch ein paar andere Tracks dürften der Midland-Klientel zusagen. Die ‚modernste‘ Phase beginnt mit dem Heartland-trächtigen Titelsong „Tumbleweed„, den Drake auch in der Kelly Clarkson Show präsentieren konnte und geht über das Blake Shelton-verdächtige „Turn It Off“ und blitzt dann noch mal ganz am Schluss auf.

Herrlich gemacht ist das, sowohl textlich als auch musikalisch, antagonistisch konstruierte „Slow Dancing To A Fast Song“: Flotte Uptempo-Strophen und Solo (Steel-E-Gitarre-Fiddle-Kombi) und langsame Refrains, grandios performt von allen Beteiligten.

Auch der immer wieder augenzwinkernde Wortwitz in den Texten bei launigen Liedern wie „Old Flames, Old Whiskey“, dem Bakersfield-Heuler „Girl Like You“ (wieder herrlich gespielt) oder „Goodbye Ain’t All That Bad“, weiß immer wieder zu gefallen.

In gleicher Hinsicht geht es am Ende dann beim launigen country-rockigen Rausschmeißer „How Much Beer“ noch um eine hochphilosophische Frage: Wieviel Biere ist ein Mann nach einer harten Arbeitswoche im Anschluss zu trinken in der Lage? Zur Beantwortung hat sich der Protagonist den auch uns bekannten Musiker Randall King gesanglich mit in den Diskurs geholt.

Sowohl King als auch Milligan kommen am Ende, so wie ich es persönlich auch sehen würde, zum Ergebnis, dass nur der selbst durchgeführte, intensive Praxistest für fundierte Erkenntnisse in dieser Angelegenheit sorgen kann…

Ein Song, der sicherlich auch wieder für viel lautstarke Stimmung bei Drakes bevorstehenden Headliner-Terminen in Paris und Brüssel im März 2026 sowie seinen geplanten Auftritten auf der Hauptbühne des C2C: Country to Country Festivals in Rotterdam, Berlin, London, Glasgow und Belfast sorgen wird.

Stoney Creek Records (2025)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Cryin’ Shoulder
02. Hearts Together
03. Tumbleweed
04. Turn It Off
5. Like The Moon
06. Good As Gone
07. Slow Dancing To A Fast Song
08. Old Flames, Old Whiskey
09. Girl Like You
10. Hard Headed Cowboy
11. Lonely:30
12. Goodbye Ain’t All That Bad
13. Talk Texas
14. How Much Beer (feat. Randall King)

Drake Milligan
Drake Milligan bei Facebook
Lime Tree Music

The Bros. Landreth – Dog Ear – Album-Review

Review: Michael Segets

Blut ist bekanntlich dicker als Wasser und so gibt es einige langlebige Bands, die im Kern aus Verwandten bestehen. Bei The Bros. Landreth sind es die Gebrüder Dave und Joey Landreth. Mit im Boot sitzt zurzeit Schlagzeuger Roman Clarke, der zusammen mit den beiden Brüdern alle Songs auf „Dog Ear“ geschrieben hat. Bei der ersten Single „I’ll Drive“ war zudem noch Jonathan Singleton als Autor beteiligt.

The Bros. Landreth sind seit einem Dutzend Jahren aktiv. Sie stammen aus Winnipeg, das im kanadischen Bundesstaat Manitoba liegt, und heimsten bereits zwei JUNO-Awards ein. Bonnie Riatt coverte einen ihrer frühen Songs und gewann für die Performance einen Grammy. Riatt war anfänglich eine musikalische Inspirationsquelle für das Landreth-Duo. Mittlerweile wird sie von ihm als Mentorin gesehen, zu der eine freundschaftliche Beziehung besteht. Die Verbindung zeigt sich auch daran, dass Riatt bei zwei Tracks des neuen Albums mitwirkt. Bei „Knuckles“ ist sie Duett-Partnerin, auf „Half Moon Eyes“ hört man sie im Background. Mit Begonia holen sich The Bros. Landreth für „Strange Dear“ ebenfalls prominente Unterstützung für den Harmoniegesang.

Insgesamt lässt sich „Dog Ear“ ähnlich charakterisieren, wie Daniel es mit dem dem vorangegangenen Album „Come Moring” (2022) getan hat. Es liefert größtenteils textlich nachdenklichen, musikalisch unaufgeregten, melodiösen Americana. Der ist mal folkig gehalten („Sunrise, Sunset“), mal passiert etwas mehr im Hintergrund („Let Me Down Easy“). Bei einzelnen Track schwingt etwas von Jackson Browne mit („Vincent“).

Den dramatischen Höhepunkt des Albums stellt „Tumbling Wild“ dar. Hier wird der E-Gtarre etwas mehr Raum gegeben. Die elektrischen Gitarrenparts geben auch „Wide Awake And Dreaming“ sowie dem bereits erwähnten „Half Moon Eyes“ Energie, die dem Longplayer, der sich in Gänze vorwiegend im balladesken Bereich bewegt, zugutekommt.

Aufgrund von familiären Umständen ist das gemeinsame Projekt der Geschwister zeitweise ins Stocken geraten. Nachdem die beiden Brüder sich wieder in einen gemeinsamen Arbeitsrhythmus einfanden, flutschte das Songwriting. Obwohl Dave sagt, dass das Songwriting normalerweise eine anstrengende Sache ist, hatten sie für „Dog Ear“ letztendlich mehr Songs zusammen, als schließlich den Weg auf den Longplayer gefunden haben. Früher mussten sie quasi das Material veröffentlichen, das da war. Nun waren The Bros. Landreth in der komfortablen Lagen, eine Auswahl zu treffen.

Dave Landreth beurteilt die Songs des vierten Albums der Gebrüder als pretty good. Der Einschätzung kann hier uneingeschränkt gefolgt werden. „Dog Ear“ ist vielleicht nicht ein aufwühlender, Musikgeschichte schreibender Wurf, aber allemal ein guter Begleiter für ruhigere Stunden.

Im Februar treten The Bros. Landreth an verschiedenen Orten in Deutschland auf, u. a. am 25. im Kölner Luxor.

Birthday Cake Records – Cargo (2025)
Stil: Americana

Tracks:
01. Sunrise, Sunset
02. I’ll Drive
03. Half Of Me
04. Vincent
05. Half Moon Eyes
06. Tumbling Wild
07. Dog Ear
08. Knuckles (feat. Bonnie Riatt)
09. Let Me Down Easy
10. Wide Awake And Dreaming
11. Strange Dear

The Bros. Landreth
The Bros. Landreth bei Facebook
Cargo Records
networking Media

Various Artists – Can’t Get Enough: A Tribute To Bad Co – CD-Review

Ich weiß nicht wie es euch geht. Man hat sich im Laufe der vielen Jahre, von Jugend an bis zum heutigen Tage, eine riesige Platten- und CD-Sammlung  angehäuft. Und der aller größte Teil der Scheiben, mögen sie auch noch so gut sein und von noch so berühmten Interpreten stammen, dümpeln dann in der Regel innerhalb der Sortierung ewig vor sich hin.

Gerade bei mir als Rezensent eines Magazins spielt das ‚Hier und Jetzt‘ eigentlich nur noch die bestimmende  und entscheidende Rolle: CD bekommen, ein paar mal hören, Notizen machen, Review schreiben, möglichst vor VÖ online stellen, nächste CD…

Da ich mich schon mittlerweile im gesetzteren Alter befinde und sich das Ende des Arbeitens in nicht mehr in allzu weiter Ferne befindet (aber immerhin noch gut vier Jahre beträgt), rede ich mir zumindest ein,  dass unser Eins vielleicht dann mal wieder die Muße für solche Sachen haben wird.

Just in den Tagen, in denen Bad Company samt eines Auftritts von Paul Rodgers und Simon Kirke (die beiden anderen Bandmitglieder Mick Ralphs Boz Burrell leben ja leider nicht mehr) in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen werden sollte, gibt es ein Tribute-Werk , das die markantesten Tracks der Briten nochmals in modernen Versionen aufleben lässt.

Vor wenigen Tagen erreichte uns die traurige Nachricht, dass  Paul aus gesundheitlichen Gründen passen muss, Kirke sprang dann allerdings mit prominenten Musikern wie u. a. Chris Robinson, Bryan Adams, Nanci Wlison und Joe Perry  in die Bresche. Beide sind aber natürlich auf der CD auch bei ein paar Tracks mit involviert.

Es ist manchmal schon kurios. Vor gut 1 1/2 Jahren hatte ich Paul Rodgers ja mal im Rahmen eines Aprilscherzes ein Southern Rock-Tribute-Album angedichtet, jetzt spielen tatsächlich Acts wie Blackberry Smoke oder Black Stone Cherry die Musik von ihm.

Kommen wir zur CD, wo sich ein bunter Reigen von Acts aus vielen unterschiedlichen Genres eingefunden hat, um den Bad Co-Klassikern eine Frischzellenkur zu verpassen.

„Shooting Star“ bekommt durch den musikalischen Ansatz  von Halestorm und dem  weiblichen Gesang von Elizabeth „Lzzy“ Hale im Duett mit Rodgers eine ganz spezielle Note. Der gute Slash beweist auf „Feel Like Makin’ Love“, dass er es E-Gitarren-technisch immer noch drauf hat und lässt dementsprechend gegen Ende ordentliche Salven ab.

Überragend sind die Versionen von Blackberry Smoke, die aus „Run With The Pack„, trotz Mitwirkung von Paul und Brann Dailor (Mastodon, Arcadea), dem Lied einen klaren Southern Rock-Stempel ihresgleichen aufsetzen, quasi eine echte ‚freundliche‘ Übernahme. Fulminat auch die rockigen Varianten von „Rock Steady“ durch Dirty Honey und „Burnin’ Sky“ mit der Drum- und Gesangswucht von Black Stone Cherry.

Die ewig gestrigen Immer-Nörgler werden natürlich genug Haare in der Suppe finden, um das typische „an die Originale kommt nichts ran“ runterzuleiern.

Auch ich habe ein paar Kleinigkeiten (Jammern auf hohem Niveau), wie zum Bespiel, dass das vielfältig unterschätzte Album „Rough Diamonds“ garnicht berücksichtigt wurde. Mit „Seagull“ ist ein Track dabei (auch wenn es hier einen reizvollen Zusammenschluss zwischen Bad Company und Def Leppard gibt) , der mir noch nie so gefiel, da ich eher nicht der esoterisch-spirituell genordete Typ bin. 

Und, dass das zwar toll durch The Pretty Reckless (klasse Gesang von Sängerin Taylor Momsen) performte „All Right Now“ hier eigentlich nicht hingehört. Da hätte man alternativ allein für Free sicherlich auch noch so ein komplettes Werk hinbekommen können. Stattdessen hätte ich Stücke wie „The Ballad Of The Band“ „Simple Man“ oder „Oh Atlanta“ lieber serviert bekommen.

Insgesamt ist das Tribut-Album zu Ehren von Bad Company aber mit viel Respekt und guten Ideen umgesetzt worden. Sehr kurzweilig und schön, mal wieder quasi ‚gezwungen‘ worden zu sein, sich mit dieser zeitlosen Musik im neuen Gewand beschäftigen zu dürfen.

Und auch der mittlerweile 75-jährige Paul Rodgers zeigt sich am Ende beeindruckt von den Interpretationen seiner Songs. »Es war wirklich spannend, die neuen Versionen zu hören. Ich habe mich immer wieder beim lächeln erwischt, als ich sie gehört habe. Vor allem aber hat mich überrascht, dass diese Künstlerinnen und Künstler Bad Company ihren Tribut zollen wollten. Wir sind ausgesprochen dankbar dafür!«

Primary Wave (2025)
Stil: Classic Rock

01. Ready For Love (Hardy)
02. Shooting Star (Halestorm featuring Paul Rodgers)
03. Feel Like Makin’ Love (Slash Featuring Myles Kennedy and The Conspirators)
04. Run With The Pack (Blackberry Smoke featuring Paul Rodgers and Brann Dailor)
05. Rock ‘N’ Roll Fantasy (The Struts)
06. Bad Company (Charley Crockett)
07. Rock Steady (Dirty Honey)
08. Burnin’ Sky (Black Stone Cherry)
09. Seagull (Joe Elliott and Phil Collen featuring Paul Rodgers and Simon Kirke
10. All Right Now (The Pretty Reckless)

Bad Company
Paul Rodgers
Paul Rodgers bei Facebook

LUKE – The Truth Remains The Same – CD-Review

Nachdem ich mich schon vor geraumer Zeit über die deutsche Blues Rock-Formation aus dem Süd-Schwarzwald Blue Deal, bereits überaus positiv geäußert hatte, zieht jetzt mit LUKE eine Formation aus dem Saarland im gleichen Genre nach.

Hinter LUKE steht ein Quartett, angeführt von Lukas Schüßler (lead vocals, guitars, songwriting), samt seiner Mitstreiter Martin Preiser (hammond organ, rhodes, piano), Sebastian Sommer (bass) und Bernd Wegener (drums, percussion), das mit seinem zweiten Album „The Truth Remains The Same“, produziert, gemischt und gemastert vom allseits bekannten Martin Meinschäfer (Henrik Freischlader), ebenfalls Qualitätsware auf internationalem Niveau abliefert.

Auch hier muss ich dem Fronter wieder eine sehr schön britisch-amerikanisch und angenehm klingende Stimme attestieren. Die Band bietet insgesamt eine schöne smooth und relaxt klingende Mischung aus Blues-, Soul-, Rock- und (Indie-) Pop- Anleihen, basierend auf einem typischen Stratocaster-Sound, grob zusammengefasst in der Art, wie John Mayer seine Musik zwischen Alt und Modern zelebriert.

Da schimmern viele Acts wie u. a. Chicago, Eric Carmen, Dire Straits, Foreigner, oder Bruce Hornsby hervor, die man Mitte der Achtziger, Anfang der Neunziger Jahre gerne gehört hatte, als auch natürlich Eric Clapton  in der Phase, wo er in etwas mainstreamigere Gefilde abdriftete (von „Another Ticket“ bis „Journeyman“).

Exemplarisch beschreibe ich hier in einem durchgehend hörenswerten Gesamtwerk den Titeltrack „The Truth Remains The Same„, der diesen Namen auch zurecht verdient. Und da sind wir schon wieder bei besagtem John Mayer, der immer ein ähnliches Esprit verströmt.

In diesem Lied offeriert Schüßler seine ganze stimmliche Varianz, ein tolles E-Gitarrenspiel, kombiniert mit Stimmungs-, Atmoshären und Tempowechseln, wobei ein gewisser Ohrwurm-Charakter immer gewährt bleibt. Besser kann man einen singletauglichen Song mit Niveau kaum schreiben.

Am Ende wundert man sich nicht, warum bekannte Musiker wie Patti Smith, Keb’ Mo’ und Taj Mahal die Jungs als Support haben walten lassen, als auch über die Preise (Saarbrücker Kulturpreis für Musik 2023) und Nominierungen (German Blues Challange), die man bereits auf der noch jungen Vita stehen hat. Zurücklehnen und entspannt genießen heißt es bei „The Truth Remains The Same“ von LUKE. Ein wahrlich gutes und empfehlenswertes Album!

Label: Records/ Believe (2025)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Intro
02. Love Peace & War
03. I Don’t Really Know What Love Is
04. The Truth Remains The Same
05. Love Battery
06. Eye Bags Don’t Lie
07. Come Running To Me
08. No More Tomorrow
09. Who Will Be There
10. Something’s Calling
11. Riding After Midnight

LUKE
LUKE bei Facebook
Another Dimension