Wishbone Ash spielen im ausverkauften Musiktheater Piano wie entfesselt auf. Im Zentrum des Geschehens stehen Andy Powell und Mark Abrahams, die in Sachen Twin Guitars zeigen, wie hoch die Messlatte gelegt werden kann, wenn sie die Klänge ihrer Gitarren miteinander verschmelzen lassen. Eine druckvolle Grundlage für die beiden Gitarristen bilden dabei der neue Schlagzeuger Windsor McGilvray und Bassist Bob Skeat, der Powell als Background Sänger unterstützt.
Neben Klassikern wie „The King Will Come“, „Warrior“ oder „Jail Bait“ hat Powell auch einige, in den letzten Jahren weniger gespielte Songs, wie „You Rescue Me“ und „Peace“, mit dem das Konzert beendet wird, eingebaut, die auch als Statement zum Weltgeschehen gesehen werden können. Absolutes Highlight ist eine knapp 20-minütige Version von „Phoenix“, in der sich Powell und Abrahams regelrecht in einen Rausch spielen, was von den Fans entsprechend abgefeiert wird.
Eine Randnotiz ist, als zunächst Skeat und dann Powell einen in der ersten Reihe stehenden Fan auffordern doch das ständige mitfilmen zu unterlassen, was auch die dahinterstehenden Fans stört und doch einfach die Musik genossen werden soll. Wer denkt danach wäre Alles geklärt, sieht sich getäuscht.
Ein direkt danebenstehender Fan hält dann direkt beim nächsten Song Powell das Handy fast ins Gesicht, dass dieser den Song abbricht, eine eindeutige Ansage macht und zumindest erreicht, dass im weiteren Verlauf das exzessive Handyfilmen reduziert wurde. Es bleibt abzuwarten, wie nachhaltig das in den nächsten Wochen sein wird.
Line-up: Andy Powell (vocals, guitar) Marc Abrahams (guitar) Bob Skeat (bass) Windsor McGilvray (drums)
Danny Bryant spielt mit seiner Bigband im Dortmunder Musiktheater groß auf. Im Vergleich zum Konzert wenige Tage zuvor im Schwarzen Adler, hat er diesmal drei Bläser mit auf der Bühne, die den Songs einen Bigband-Charakter verleihen.
Mit seiner Vitalität und sichtbaren Lebensfreude nimmt er die Fans von Beginn an mit. Er nutzt abwechslungsreich die gesamte Bandbreite von Rock bis Blues und gibt seiner Band genug Möglichkeiten, sich in Soloparts in den Vordergrund zu spielen.
In einer Setlist ohne Lückenfüller ist „Enemy Inside“ vom Neuen Album, wo er in Sphären von Neil Youngs „Down By The River“ wandelt, eines der vielen Highlights des Abends.
Stark auch die erste Zugabe „Painkiller“, balladesk beginnend, Mark Rahner mit der akustischen Gitarre begleitend, bis Jamie Pipe ein gefühlvolles Keyboardsolo spielt, aus dem sich am Ende das rockige Outro entwickelt, in welchem Bryant ein mehrminütiges Gitarrensolo nahezu zelebriert, dem die drei Bläser zusätzlichen Druck verleihen.
Line-up: Danny Bryant (vocals, guitar) Marc Rahner (guitar) Jamie Pipe (keyboards) Ardjom Feldster (bass) Alexander Hinz (drums)
Zum 20. Jubiläum schickt Thomas Ruf eine besondere Mischung von aufstrebenden Musikern seines Labels auf die Reise. Das Intro des Abends gestalten zunächst alle gemeinsam. Spannend ist, wie ELISE FRANK, MATTHEW CURRY und LAURA CHAVEZ ihre unterschiedlichen Stile miteinander verschmelzen lassen. Als Begleitband hat Thomas Ruf mit Denis Palatin an den Drums und Tom Germann am Bass zwei bekannte Gesichter und mit Lea Worms an den Keyboards ein neues Gesicht dabei. Am Rande sei erwähnt, dass diese Drei gemeinsam mit Sean Athens, der an dem Abend als Gast unter den Fans weilt, die Begleitband für Mitch Ryder bilden, der demnächst auch wieder auf Tour ist.
Danach kann die junge Französin ELISE FRANK in einem etwa 30-minütigen Set Werbung in eigener Sache zu machen. Unterstützt von Denis Palatin an den Drums, Bassist Tom Germann vergeht das Set wie im Flug. Abwechslungsreich streifen die Songs vom Blues ausgehend auch Folk und Country, insbesondere wenn sie zur akustischen Gitarre greift. Mit ihrem jugendlichen Charme und ihrer kräftigen Stimme nimmt sie von Beginn an die Fans mit. Bei einem Song kommt dann noch Laura Chavez hinzu, die neben Rhythmusarbeit noch ein knackiges Solo einfließen lässt.
Ohne Unterbrechung geht es dann weiter mit MATTHEW CURRY. Harte Gitarren Riffs, knackige Soli und seine hohe kräftige Stimme sorgen für Stimmung in der Bude. Er flechtet in den rockigen Blues nicht wenige Elemente von Americana und Southern Rock ein. Stark ist seine Interpretation von Lynyrd Skynyrds „Whiskey Rock-a-Roller“, wo auch Lea Worms am Piano, die nun auch wieder auf der Bühne steht, jedem Southern Fan das Herz aufgehen lässt. Auch hier sind die etwa 30 Minuten viel zu schnell um und man hätte wie schon bei Elise Frank gerne mehr gehört.
Nach einer kurzen Pause entert dann LAURA CHAVEZ die Bühne. Sie passt von daher in das Konzept, dass sie gerade ihr erstes eigenes Album veröffentlicht hat. Als Begleitmusikerin hat sie sich aber schon lange einen Namen gemacht. Sie zählt zu den besten Bluesgitarristinnen, und hat 2023 den Blues Music Award als beste Instrumentalistin-Guitar gewonnen. Im Gegensatz zu den beiden anderen ist ihr Set instrumental. Sie lässt ihre Gitarre sprechen und singen. Dabei entführt sie die Fans musikalisch vom Blues bis hin zu mexikanisch geprägten Rhythmen. Spannend ist, wie sie vom virtuosen ins rockige wechselt, dabei aber immer melodisch bleibt.
Gemeinsam beenden dann die Drei Musiker plus Begleitband den Abend und begeistern mit CCRs „Born On The Bayou“ mit Leadgesangs von Curry und „Under My Thumb“ gesungen von Frank die Fans. Knackige Soli von Chavez und Curry sorgen dabei für Szenenapplaus. Frenetische Zugabe Forderungen im gut gefüllten Musiktheater Piano sorgen dann noch einmal für weitere Zugaben. Mit einer fast mystischen Version von „Blue Jeans“ geht dann ein besonderer Abend zu Ende, an dem alle drei Musiker sich für weitere Konzerte empfohlen haben. Dass sie schon kurz nach dem Konzert am Merchstand standen und für Fotowünsche, Autogramme und Smalltalk zur Verfügung stehen rundet den harmonischen schönen Abend ab. Es mag das Gefühl des Moments gewesen sein, aber nicht wenige Besucher sind der Meinung, dass es einer der besten Blues Caravans gewesen ist.
Line-up: Elise Frank (vocals, guitar) Matthew Curry (vocals, guitar) Laura Chavez (guitar) Tom Germann (bass) Denis Palatin (drums) Lea Worms (keyboards)
Mit Birth Control spielt eine der ältesten deutschen Rockbands im Piano. Als eine Art Intro bringen sie mit „Gamma Ray 2.0“ eine Kurzversion ihres wohl bekanntesten Hits und danach folgt ein Ritt durch die Jahrzehnte der Bandgeschichte. Klassiker aus den 70er Jahren wie „The Work Is Done“, „Plastic People“ oder „Titanic“ würzen die Songs aus den beiden letzten Alben „Here And Now“ (2016) und „Open Up“ (2022), die im Mittelpunkt des etwa zweistündigen Konzerts stehen.
Stilistisch bewegen sich die Musiker dabei zwischen psychedelischem progressivem Rock und klassischem Hard Rock. Sascha Kühns Keyboard-Intros erinnern zuweilen an John Lord. Das Highlight ist dann wie so oft eine Extended Version von „Gamma Ray“ zum Ende des Konzerts mit einem minutenlangen jammenden Part, inklusive Percussion., Drum- und Bass-Intermezzo, wo bis auf Manni van Bohr an den Drums und Hannes Vesper am Bass alle ihre eigentlichen Arbeitsgeräte weglegen, gegen verschiedenste Percussion-Instrumente tauschen und Keyboarder Sascha Kühn van Bohrs Schlagzeug mitbenutzt.
Zum Ende des Songs bewegen sich Martin Ettrich an der Gitarre und Hannes Vesper in Richtung Pink Floyd, um letztendlich wieder im Rhythmus von „Gamma Ray“ zu landen. Vehemente Zugabeforderungen sorgen dafür, dass die Band noch „Wasting My Time“ nachlegt und an diesem Abend offeriert, dass man sie trotz der langen Bandgeschichte nicht zum alten Eisen legen sollte. Beste Beispiele sind Urgestein Peter Föller, der stimmlich immer noch bestens aufgelegt ist oder Manni van Bohr, der energiegeladen wie kaum ein anderer die Drums bespielt.
Line-up: Peter Föller (vocals, guitar) Martin „Ludi“ Ettrich (guitar) Hannes Vesper (bass) Manfred „Manni“ van Bohr (drums) Sascha Kühn (keyboards)
Mothers Finest sind vor über 50 Jahren gegründet worden und bringen ein volles Haus im Musiktheater Piano. Von der Besetzung her sind insbesondere die Schlüsselpositionen noch mit den Originalmitgliedern besetzt, die dann auch offerieren, was in ihnen steckt.
Glen Murdock wirkt auf der Bühne zuweilen zwar gebrechlich und legt einige Pausen ein, wenn er aber zum Mikro greift, gibt er sich stimmlich bestens aufgelegt, wie auch Joyce „Baby Jean“ Kennedy, der man ihr Alter kaum anmerkt. Zudem werden die beiden on top von starken Backgroundsängerinnen unterstützt.
Das kauzig erscheinende Gründungsmitglied „Moses Mo“ und John Hayes erweisen sich mit hart gespielten Riffs für die rockenden Elemente verantwortlich. Die Rhythmusfraktion mit Jerry Seay am Bass und Dion Derek Murdock erzeugen zuweilen für einen brettharten Sound, mit dem sich auch Metalfans anfreunden könnten.
So sorgen Mothers Finest mit ihren eigenen Stil, der sich von Funk über Soul bis hin zum Hard Rock erstreckt, für kurzweilige knapp 100 Minuten im Piano, bei denen die Fans fast durchgehend im Takt der Musik mitgehen und der Tophit „Baby Love“ die Stimmung zum Überkochen bringt.
Line-up: Joyce „Baby Jean“ Kennedy (lead vocals) Glen „Doc“ Murdock (lead vocals) Gary „Moses Mo“ Moore (guitars) John „Red Devi“ Hayes (guitars) Jerry „Wyzard“ Seay (bass) Dion Derek Murdock (drums)
Schade, schade. Es scheint sich immer noch nicht genug herumgesprochen zu haben, dass es abseits der inflationär auftretenden, üblichen Verdächtigen, auch noch jede Menge anderer Musik im Blues Rock-Genre gibt, die man mal live erlebt haben sollte.
So fanden sich auch diesmal wieder nur gut 40 Leute im Dortmunder Blue Notez Club zur Scott Weis Band ein, obwohl das Trio bereits zwei Jahre zuvor einen grandiosen Gig an gleicher Stelle und demnach eine exzellente Visitenkarte abgeliefert hatte.
Das Schöne an der Band aus Pennsylvania ist, dass sie neben ihres sympathischen Erscheinungsbildes auch mit absoluten Könnern durchsetzt ist und zudem jede Menge Southern Rock (und mehr) im Blut zu haben scheint.
Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens hatten Scott & Co. ihre neue Studio CD „XX“ mit im Gepäck, die auch fast durchgängig im Konzert vorgestellt wurde (Besprechung demnächst ebenfalls im SoS). Es wurde wieder in zwei Sets performt.
Die erste Hälfte stand ganz klar im Zeichen von „XX“. Mit „My My Love“, „Looking For The Preacher“, „Stand“, „White Crow“ und „Gimme Gimme“ gab es sofort ein Fünfer-Pack vom neuen Album, mit der nachfolgenden Killerversion von „Have You Ever Loved A Woman“ (Scott mit Harp- und E-Gitarren-Parallelspiel) wurde dann eine Coverphase mit Tracks wie Chris Stapletons „Tennessee Whiskey“ (auch auf XX als Studioversion), „Just Got Paid“/“Jesus Left Chicago“ und „With A Little Help From My Friends“, jeweils mit eigenem SWB-Stempel, eingeläutet.
Zwischendurch wurden noch „Helpless“ und das flockige „Wheels Are Turning“ (auch von „XX“) eingeschoben.
Der zweite Durchgang begann mit einem Akustik-Set, bei dem Robert Kopec vom E-Bass-Sechssaiter zum imposanten Contrabass wechselte. Als Einstieg gab es erstmal mit „Born Again“ einen herrlichen Ohrwurm. „Simmer Me Down“ mit dezentem JJ_Cale-Flair (inklusiv Harp-Solo) zündete auch in der zurückgenommenen Variante.
Dann folgte der große Solo-Auftritt von Robert Kopec. Nach einem psychedelischen Intro folgte eine Lehrstunde an klassischer Streichermusik, hier am Contrabass. Keine Ahnung wie man das benennt, was folgte, ich bin als typischer und bekennender Kulturbanause die falsche Person.
Sonate, Arie, Requiem, absolut keine Ahnung, wie da der Fachbegriff aussieht. Mein früherer Nachbar, ein ehemaliger Rechtsanwalt, seit ungefähr fünf Jahren verstorben (Gott hab ihn selig), der regelmäßig unser Haus mit dieser Musik lautstark nachts um halb Zwei zu beglücken gedachte, wenn er sturztrunken nach Hause getorkelt kam, hätte da sicherlich kompetent Auskunft geben können, aber am Ende waren Stress, Alimente sowie exzessiver Alkohol-. und Zigaretten-Konsum irgendwann zu viel des Guten… An diesem Abend eine gelungene kurzweilige und extravagante Showeinlage im E-Gitarrenlastigen Blues Rock-Ambiente.
Klasse fand ich die gelungene Balance zwischen ruhigeren Stücken und dann wieder straight rockenden und groovenden Tracks, bei denen sich der Leader mit seiner tollen anpassungsfähigen Stimme und zum Teil Schwindel erregenden Soli auszeichnete.
Mit Stücken wie u. a. „Pride And Soul“, „All Over Again“, meinem Lieblingsstück des Abends, „When Something Is Wrong With My Baby“ (herrliche Ballade mit grandiosen E-Soli), „Raise Your Hands“ (Southern Rock pur), „Right Where It Belongs“, „Promise Land“ (wieder von „XX“) und „Little Child“ (inklusiv Drum-Solo von Roger Voss und spacigem E-Bass-Solo von Kopec), war auch die zweite Hälfte ein absoluter Kracher.
Die eigeforderte Zugabe wurde wieder, wie vor zwei Jahren, mit dem launigen „Angelina“ erfüllt, der Unterschied war diesmal die ausschließlich männliche Präsenz auf der Bühne bei der Harmoniegesangsinteraktion. Am Ende gab es noch das obligatorische Bild mit unserem SoS-Schild, netten Smalltalk und das Zeichnen der neuen CD.
Ein Zuschauer (alles andere als gottesfürchtig aussehend) neben mir sagte, dass er sich innerlich beim lieben Gott bedankte, dass er ihn zu diesem Konzertabend bewogen hatte. Ich denke, damit pst alles zum furiosen Auftreten der Scott Weis Band gesagt.
Line-up: Scott Weis (lead vocals, electric guitar, harp) Robert Kopec (E-bass, contra bass, bgv) Roger Voss (drums, bgv)
Da ist es dem Betreiber-Duo Jenny Dore und Thomas Falke echt gelungen, mit der angesagten Musikerin Orianthi, schillernden Glanz in ihr schönes, von Jugendstil-Ornamentik geprägtes Musiktheater Piano in Lütgendortmund zu holen.
Der in Australien geborene Griechin mit bürgerlichem Namen Orianthi Panagaris hallt der Ruf nach, für diverse Michael Jackson-Projekte eingeplant gewesen zu sein, die durch dessen verfrühtes Ableben, nicht mehr zum Tragen kamen.
Allerdings kann sie sich mit Präsenzen im Anschluss bei vielen namhaften, noch aktiven Akteuren der Rockmusikgeschichte wie Carlos Santana, Dave Stewart, Billy Gibbons, Eric Clapton, Alice Cooper oder Richie Sambora schmücken, was sich im Rahmen der zukünftigen Entwicklung als Solo-Artistin sicher nicht von Nachteil erweisen wird.
Das Musiktheater war demnach auch an einem normalerweise nicht so einfach vermarktbaren Dienstag restlos ausverkauft. Es gab nicht nur eine heiße Show, auch die Temperaturen in Inneren waren schweißtreibend, sodass zwischenzeitlich vom Personal kühlendes Wassereis verteilt wurde.
Die oft nicht mit äußerlichen Reizen geizende attraktive Blondine zeigte sich im Piano für ihre Verhältnisse recht ‚zugeknöpft‘. Schwarze Stiefel, kurzer Lederrock plus orange Bluse hatten aber trotzdem Stil. Das Gesicht und der Kopf wurden durch einen Outback-Hut samt großkantiger getönter Pilotenbrille teilweise verdeckt.
Richtig ran kamen im Vorfeld nur die Besucher an sie, die ein ‚Meet And Greet‘-Upgrade gebucht hatten. Dies alles trug zum insgesamt recht distanziert wirkenden Gesamtauftritt bei, der von der musikalischen Qualität her allerdings überzeugte.
Es ging von Beginn an recht hart zur Sache, was die beiden Opener „Bad For Each Other“ und „First Time Blues“ (da wird auch Joe Bonamassa mit zu hören sein) von ihrem aktuell nur digital erhältlichen neuen Album „Some Kind Of Feeling“ (die CD gibt es erst ab Mitte August) nachhaltig offerierten, wie auch ihr quirliges E-Gitarrenspiel ,das im weiteren Verlauf des Gigs in unzählige Soli mündete.
Zwischenzeitlich eingestreute Cover-Nummern wie „Alright Now“ oder „Sharp Dressed Man“ konnten den Originalen nur bedingt Paroli bieten. Klasse war allerdings die Version von „Never Make Your Move Too Soon“ (B.B. King). Dem Vorgänger-Album „Rock Candy“ wurde nur mit dem ebenfalls recht heftig performten „Light It Up“ Tribut gezollt.
Meine Favoriten des Abends waren die etwas ruhigeren und eingängigeren Stücke wie „Rescue Me“, „How Do You Sleep?“ und „According To You“, bei denen ihre Stimme dann auch besser und transparenter zum Tragen kam.
Als einzige Zugabe gab es dann eine gut gemachte, jammige Adaption von Jimi Hendrix‘ Klassiker „Voodoo Chile“ (mit inkludierten Bass- und Drum-Soli). Nach schweißtreibenden 85 Minuten Spielzeit verabschiedete sich die Protagonistin mit ihren beiden Mitstreitern von ihrer zufrieden wirkenden Audienz aus dem Hitzekessel Musiktheater Piano.
Line-up : Orianthi (lead vocals, electric guitar) Justin Andres (bass) Demian Arriaga (drums)
Pavlov’s Dog haben auch über 50 Jahre nach der Bandgründung nichts an ihrem Flair verloren. In etwa zwei Stunden zeigt sich die Band um Mastermind David Surkamp spielfreudig, als seien sie in einen Jungbrunnen gefallen.
Dass Surkamps Stimme sich mit dem Alter leicht verändert hat, ist absolut normal und tut der Qualität keinen Abbruch. Das Debütalbum „Pampered Menial“ wird anlässlich des 50-jährigen Jubiläums komplett gespielt und bildet mit dem Folgewerk „At The Sound Of The Bell“ das Gerüst der Setlist.
Mit dem rockigen „Another Blood Moon“ wird zudem ein bisher nicht auf einem Album veröffentlichter Song gespielt, der als Appetizer für das im Herbst erscheinende neue Album gesehen werden kann. Mit Abbie Steiling an der Geige und Phil Ring hat Surkamp zwei Musiker in der Frontline, die den Liedern mit abwechslungsreichen Soli ihren Stempel aufdrücken.
Ring begeistert mit filigran gespielten Soli, die oft im Kontrast zu Surkamps eher rauem Gitarrenspiel steht. Aber auch die zweite Reihe hat einen nicht unerheblichen Anteil an einem starken Konzert, was die Fans begeistert. Rick Steiling am Bass und Drummer Steve Bunck sorgen nicht nur für den Rhythmus, sie zeigen auch in Soloparts ihre spielerische Qualität. Den fetten Sound rundet Keyboarder Mark Maher ab, der den Tracks eine psychedelische Note gibt, aber auch virtuose Soli einfließen lässt.
Die Setlist ist geschickt gewählt, dass gewissermaßen ein Spannungsbogen aufgebaut wird, der in einem Finale Furioso endet. Mit „Valkerie“ beendet die Band den Hauptteil, wo die Fans minutenlang den Refrain „Bring Back The Good Old Days“ mitsingen.
Auf dem Konzert hat Surkamp mit seiner Band sprichwörtlich die guten alten Tage der Band zurückgeholt und mit „Song Dance“ und Julia werden noch zwei Zugaben draufgelegt, wo danach nichts mehr kommen kann. Was sich die Band nicht nehmen lässt, dass sie sich geschlossen für Smalltalk, Erinnerungsfotos und das Signieren von Alben nur wenige Minuten nach dem Konzert in den Merchandisingbereich begibt.
Gespannt darf man auf die Tour im Herbst sein, wo zu erwarten ist, dass das neue Album promotet wird.
Text & Bilder: Gernot Mangold
Line-up: David Surkamp – vocals, guitars Abbie Steiling – violin, bgv Mark Maher – keyboards Rick Steiling – bass Steve Bunck – drums Phil Ring – guitars
These Wicked Rivers zeigen als Vorband von King King, dass ein Support auch ein Gewinn für einen Konzertabend sein kann. Im sehr gut besuchten Musiktheater Piano spielt die Band ein Programm, das insbesondere bei Freunden des Southern Rock Freude aufkommen ließ. Das Quintett aus Derby nutzt mit seinem überzeugenden Auftritt die Gunst der Stunde, im knapp 40 minütigen Set Werbung in eigener Sache zu machen.
Line-up These Wicked Rivers: John Hartwell (Lead Vocals and Rhythm Guitar) Arran Day (Lead Guitar and Backing Vocals) Jon Hallam (Bass) Dan Southall (Drums) Ric Wilson (Keyboards)
Um kurz nach 21:00 Uhr betreten die Schotten dann die Bühne im gut gestimmten Piano und lassen es über 100 Minuten krachen. Sie haben zwar seit dem 2020er Werk “Maverik” keine neue Scheibe rausgebracht, aber im Vergleich zum Vorjahr einige Songs ausgetauscht. Sie bringen mit „Cried Out For Love“ ein Stück, das erst vor kurzem als Single veröffentlicht wurde und schon einmal Appetit auf das im Herbst geplante neue Album macht.
Alan Nimmo wie gewohnt mit Schottenrock auftretend zeigt eine starke Bühnenpräsenz, gewährt seinem Bruder Stevie aber bei einigen Tracks die Bühne, um sich mit starken Soli und auch kraftvollen Gesangsparts in den Vordergrund zu spielen.
Auch Jonny Dyke kann mit einigen Soli an der Hammondorgel und den Keyboards sein Können zeigen und Bassist Zander Greenshields sowie Drummer Andrew Scott legen mit ihrer Rhythmusarbeit das Fundament des gut ausgesteuerten transparenten Sounds.
Line-up King King: Alan Nimmo (lead vocals, guitars) Stevie Nimmo (guitars, vocals) Zander Greenshields (bass) Jonny Dyke (keyboards) Jon Lodge (drums)
Nach drei Studiowerken hat Vanja Sky zur laufenden „Reborn“-Tour das Live-Album “Access All Areas: Live” herausgebracht , was sie an dem Abend mit kleinen Veränderungen komplett durchspielt. Dafür, dass sie das erste Mal (abgesehen von einem Auftritt bei Rufs Bluescaravan) im Piano auftritt, ist der Saal ansehnlich gefüllt und schnell sorgt sie dafür, dass Stimmung in die Bude kommt.
Das liegt nicht nur an ihrer charmanten Art (während “To Love Somebody” begibt sie sich, während die Zuschauer den Refrain in Dauerschleife singen, mit einem Eimerchen in den Saal und verteilt einige kleine Präsente), sondern auch an der Qualität der Musik. Dabei ist insbesondere Guenther Haas zu nennen, der schon für einige Hochkaräter Gitarre spielte, der nicht wenige der Besucher mit seinem variablen Gitarren Spiel faszinierte.
Stark ist das eingeschobene Medley in “Crossroads Of Life”, wo Sky ihrer Band für einige Minuten die Bühne überlässt und ein Bogen von Metallica bis zu ZZ Top gespannt wird, um mit Sky zusammen wieder in den eigentlichen Song abzubiegen. Der gut abgestimmte transparente Sound wird getragen von der Rhythmussektion um Drummer Sebastian Harder und Bassist Joshua Hoffmann, auf den Sky und Haas wechselweise Akzente mit ihren Soli setzen.
Nach einem schon starken ersten Set gelingt es Sky mit ihrer Band im zweiten Part noch einen drauf zu setzten um obligatorisch mit dem Gallagher-Hit “Shadow Play” ein bejubeltes Konzert abzuschließen. Laute Zuhabeforderungen holen die Band schnell wieder auf die Bühne und mit einer rasanten Version des Cheap Trick- Klassikers “I Wan´t You To Want Me” und “Louie, Louie” verabschiedet sich eine, ob der Stimmung sichtlich gerührte Sky von den Besuchern, um nur wenige Minuten später samt gesamter Band für ein Meet and Greet zur Verfügung zu stehen, wo sich nicht wenige der Fans die Live-CD als Andenken für den Abend zeichnen ließen.
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.