Montgomery Gentry – Something To Be Proud Of – The Best Of 1999-2005 – CD-Review

Klasse „Greatest Hits“-Zusammenstellung von Montgomery Gentry! Seit sich Troy Gentry und Eddie Montgomery (übrigens der Bruder des ebenfalls erfolgreichen Nashville-Künstlers John Michael Montgomery) vor sechs Jahren mit ihrem Debütwerk „Tattoos And Scars“ anschickten, in der New Country-Szene für Furore zu sorgen, haben sich die Ereignisse für das Duo förmlich überschlagen. Zahlreiche Hits, Platin-honorierte Album-Verkäufe, Nominierungen, Auszeichnungen, Gigs vor über einer Million Besucher, Teilnahme an so medienwirksamen Events wie das „CMT Outlaw Special“ oder „CMT Crossroads“, und und und. Sie brachten seitdem insgesamt vier Silberlinge heraus, die alle auf einem ansprechend hohen Niveau angesiedelt sind, und trotzdem immer noch so etwas wie kontinuierliche Steigerungen beinhalteten.

Was zeichnet MG eigentlich aus? Zum einen sicherlich die abwechslungsreichen Gesangs-Performances beider Akteure: Eddie mit seiner rauen, kraftvollen aber sehr angenehm ins Ohr fließenden Bariton-Röhre, Troy mit der wesentlich helleren Tenor-Stimme, die aber mit deutlich mehr Aggressivität rüberkommt. So ist das Duo jederzeit in der Lage, sich den fast immer wohlbedachten und mit viel Fingerspitzengefühl ausgewählten Fremdkompositionen (meist arrivierter Songwriter) optimal anzupassen.

Ein anderer Eckpfeiler ihres Erfolges dürfte auch in der von Anfang an praktizierten Zusammenarbeit mit Southern Rock-Größen wie Charlie Daniels oder Lynyrd Skynyrd (mit dementsprechender Einbindung musikalischer Inhalte des Genres) zu finden sein, das dem Duo noch ein Zusatzspektrum (in ihren Ausläufern sogar bis in die Biker-Szene) zur etatmäßigen New Country-Anhängerschaft eröffnete. Will heißen: Auch bei der Southern Rock-Fraktion genießen die beiden einen sehr hohen Stellenwert! Im Prinzip bot sich nach diesen ersten „wilden“ sechs Jahren eine „Verschnaufspause“ zum jetzigen Zeitpunkt mittels einer Compilation geradezu an. Ihr „Best Of“-Sampler beinhaltet naturgemäß einen repräsentativen Querschnitt ihrer vier Alben „Tattoos And Scars“, „Carrying On“, „My Town“ und dem zuletzt super erfolgreichen „Do Your Thing“. Die großen Hits wie „Hillbilly Shoes“, „Daddy Won’t Sell The Farm“, „Lonely And Gone“, „If You Ever Stop Loving Me“, „Speed“, „She Couldn’t Change Me“ und der jüngste Knaller „Something to be proud of“ sind alle mit dabei.

Aber es gibt auch noch drei „Extra-Bonbons“: Zum einen ein bärenstarkes, neues Stück mit dem Titel „She Don’t Tell Me To“ (aus der Feder des namhaften Songwriter-Trios Bob Dipiero/Tom Shapiro/Rivers Rutherford), eine echte Power-Ballade, mit klaren Akustikgitarren, Orgel-Fills, rockigem E-Gitarren-Solo, sehr typisch emotional-kräftigem Gesang von Eddie Montgomery, vor allem im satten, druckvollen Refrain, und dezenten, nicht störenden Streicher-Einlagen. Zum anderen mit „Didn’t I“ einen relaxten Slide-bestückten Song aus dem Soundtrack zum Film „We Were Soldiers“, sowie das von Robert Earl Keen geschriebene humorvolle, und recht unkonventionell weihnachtliche „Merry Christmas From The Family“, bislang nur veröffentlicht auf dem Sampler „16 Biggest Christmas Hits“!

Also, wie man liest, sieht und hört, haben Montgomery Gentry in ihrer jetzt sechs Jahre währenden Karriere schon richtig was bewegt. Diese „Greatest-Hits“-Auswahl untermauert das noch einmal nachhaltig. Ohne Zweifel mehr als nur ein Grund, um ein klein wenig stolz auf sich zu sein!

Columbia Nashville (2005)
Stil: New Country

01. She Don’t Tell Me To
02. Something To Be Proud Of
03. Gone
04. If You Ever Stop Loving Me
05. Hell Yeah
06. Speed
07. My Town
08. Didn’t I
09. She Couldn’t Change Me
10. Daddy Won’t Sell The Farm
11. Lonely and Gone
12. Hillbilly Shoes
13. Merry Christmas From The Family

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Montgomery Gentry – Some People Change – CD-Review

„Some People Change“ heißt das neue, starke Album der beiden Musiker aus Kentucky, ihr mittlerweile fünftes, wenn man mal ihr „Greatest Hits„-Werk aus dem letzten Jahr außen vor lässt. Hört ma sich die Scheibe an, so erkennt man a) schnell ihre Klasse und ist b) geneigt den Titel um den Zusatz „But Montgomery Gentry Don’t“ zu ergänzen, was wir allerdings als klares Kompliment verstanden wissen wollen. Denn auch diesmal sind die Beiden weitestgehend dem Prinzip treu geblieben, das sie auf allen bisherigen Silberlingen durchgezogen haben und das sie zu einem der angesagtesten und erfolgreichsten Major-Acts in Nashville werden ließ, nämlich abwechslungsreicher, druckvoller, herrlich southern-inspirierter, knackiger New Country/ New Country-Rock der Extraklasse.

Also wozu großartig rumexperimentieren, die beiden wissen schließlich ihre Stärken und die setzen sie einmal mehr ein. Ein mit Mark Wright, Rivers Rutherford und Jeffrey Steele überaus erfahrenes, zudem mit exzellenten Songwriterqualitäten ausgestattetes Produzententeam, viele weitere prominente Komponisten, ein Heer von Klasse-Musikern (so ziemlich alles, was in Nashville Rang und Namen hat), alles in exakter Kombination mit den beiden vokal unterschiedlichen Charakteren, lassen einmal mehr nichts anbrennen. Auffällig sicher, dass diesmal Jeffrey Steele, der ja gerade mit seinem Album „Hell On Wheels“ für Furore sorgt, einen recht großen Einfluss auf Sound und Songmaterial des Duos hatte.

Seine Handschrift ist bei Songs wie „Hey Country“ (wieder so ein frecher Southern Countryrock-Song in einem „hippen“ Styling mit toller, satter Double Leads-/Slide-Passage, harten, funky Basslines und starkem Banjo-Break; klasse hier der kurz eingebaute „Can’t You See“-Refrain in einem ganz anderem Gewand, mit dem Montgomery Gentry, wie es eigentlich schon Tradition ist, mal wieder eines ihrer großen Southernrock-Idole würdigen, diesmal eben The Marshall Tucker Band), „Your Tears Are Comin’“ (klasse Coverversion der Steele-Nummer von dessem letzten, bereits erwähnten.Werk, etwa auf der gleiche Qualitätsstufe wie das Original), dem so traurigen, Piano-balladesken „Clouds“, dem ganz starken „Twenty years ago“ (ein großartiger, enmotionaler Song über die Versöhnung eines rebellischen Sohnes am Sterbebett seines hartnäckigen Vaters), und dem schwungvollen, knackigen Outlaw-/Redneck-Feger „What Do Ya Think About That“ (klasse Mandolinen-/Wahbro-Kombination, filigrane Slide-Fills) überdeutlich zu spüren.

Der Opener und gleichzeitig die erste Single, „Some People Change“, kommt im Strophenbereich mit Eddie Montgomerys warmer Stimme zunächst sehr entspannt und melodisch daher, wird aber im Refrain durch Troy Gentry’s Energie-geladenen Gesang stilvoll abgelöst. Dazu gibt es als „Farbtupfer“ einen recht emotionalen, voller Southern Soul steckenden, gospelartigen Chorgesang am Ende. Das Stück befindet sich zu Recht bereits auf dem Vormarsch in den Charts. In etwa die gleiche Kerbe schlägt das glänzende „I’m A Lucky Man“, das mit humorvollem Text recht stoisch von Montgomery dargeboten wird. Die wahre Freude aber ist es immer wieder, wenn Montgomery Gentry ihre knackige New Country-Mucke mit dem obligatorischen Southern-Rock-Flair überziehen, bei dem sich die beteiligten Gitarreros mit all ihrer unzweifelhaften Klasse dann richtig austoben dürfen.

Beispiele dafür sind das bereits erwähnte „Hey Country“, „Takes All Kinds“ (mit sattem E-Slide-Führungsriff), „Redder Than That“ (ein prächtiger Redneck Party-Heuler zum Mitgrölen), das leicht bluesige „A Man’s Job“, wie auch die herrliche Rock’n Roll Country-Nummer „If You Wanna Keep An Angel“ mit wunderbarem, weiblichem Background-Gesang und großartigem Orgel-, Steel- und E-Gitarren-Zusammenspiel. Auch das abschließende „True Ride In The Fast Lane“ enthält Southern-typische, Skynyrd’sche Gitarren-Elemente, Honkytonk-Piano und die typischen „Ooh-Ooh“-Harmonies. Ein Pianoausklang mit sattem Drums-Tusch beendet eine erneut bärenstarke Vorstellung des Duos.

Vielleicht kann man das Album sogar nochmal als Steigerung zum Vorgänger bezeichnen! Wie dem auch sei, wer ihre bisherigen Werke mochte, wird auch von „Some People Change“ begeistert sein, wer die Beiden noch nicht „ausprobiert“ hat, für den wird’s nun endgültig Zeit! Exzellente Vorstellung von Montgomery Gentry!

Columbia Nashville (2006)
Stil: New Country

01. Some People Change
02. Hey Country
03. Lucky Man
04. Takes All Kinds
05. Your Tears Are Comin‘
06. Clouds
07. Twenty Years Ago
08. What Do Ya Think About That
09. Redder Than That
10. A Man’s Job
11. If You Wanna Keep An Angel
12. Free Ride In The Fast Lane

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Montgomery Gentry – Back When I Knew It All – CD-Review

Auch mit ihrem sechsten Studioalbum „Back When I Knew It All“ bleiben Montgomery Gentry eine sichere „Bank“! Alle ihre bisherigen Werke beeindruckten durch kontinuierliche Qualität, gute Musikerleistungen, hervorragend passende Songauswahl und natürlich immer durch das harmonische Miteinander von Bariton-Stimme Eddie Montgomery und der des Tenor-Sängers Troy Gentry. Und wie könnte es auch anders sein, lassen sie sich die beiden typischerweise zum sechsten Mal zusammen auf dem Coverbild abdrucken.

Rumexperimentiert wurde eigentlich hin und wieder nur mal bei der Wahl des Produzenten, die dann allerdings stets von namhafter Natur waren, und fast immer erkannten, dass man dieses Duo niemals musikalisch umkrempeln, sondern höchstens in Nuancen beeinflussen kann. Mit Blake Chancey besann man sich bei „Back When I Knew It All“ diesmal auf einen Produzenten zurück, der im Jahre 2002 sicher eines der stärksten Montgomery Gentry-Alben betreut hatte, das sehr Southern Rock-inspirierte „My Town“ (man erinnere sich z.B. an das tolle Allman Brothers-Cover „Good Clean Fun“). Und mit diesem Blake Chancey ist dem Duo ein erneuter Meisterstreich gelungen!

Das neue Album (southern)rockt wie der Teufel (nicht zuletzt dank der beiden glänzenden Gitarristen Pat Buchanan und Storyville-Saitenhexer David Grissom) und verbreitet gute Laune pur. Nahezu die Hälfte der Stücke („Long Line Of Losers“, „Now You’re Talkin’“, „One In Every Crowd“, „Look Some More“, „I Pick My Parties“) lädt förmlich dazu ein, mal richtig abzurocken und eine ordentliche, viel Dixie-/Southern-Flair versprühende New Country-Party zu feiern. Herrlich humorvolle, augenzwinkernde Texte („Long Line Of Losers“), „Hey Y’all“- Schlachtrufe, Mitgrölpassagen, stampfende Rhythmen, klasse Gitarren, HonkyTonk-Piano lassen einem bereits vor dem geistigen Auge ablaufen, was demnächst auf Montgomery Gentry-Konzerten abgehen wird. Klar, dass sich selbst ein „Feierkönig“ wie Toby Keith nicht lumpen ließ und der Einladung, auf „I Pick My Parties“ vokale Unterstützung einzubringen, Folge leistete.

Nicht zu vergessen der brillante Opener „The Big Revival“, der sich nach dem zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen Intro eines Gospelpredigers zu einem furiosen Southern-Country-Rock Stück entwickelt (klasse Banjo-Akustikuntermalung, furioses Zusammenspiel von Chuck Leavell, Pat Buchanan und Steve Grissom mittels fetter Orgel, sägenden Slide-Riffs und grandiosen E-Gitarrenläufen). Vielleicht eines der stärksten Montgomery Gentry-Stücke überhaupt. Zwischendurch wird natürlich dann auch ab und zu mal etwas auf die Bremse getreten und man erhält auch einige hochmelodische Midtempotracks bei denen besonders der Titelsong „Back When I Knew It All“ (sehr flockig dahin groovend), das wunderbar entspannte „Roll With Me“ (Allman Brothers verwandtes E-Gitarren-Riff, warmes Flair, grandiose Melodie) oder das von Hitschreiber Brett James komponierte „One Trip“ (klasse Slide Intro, Pianountermalung, Twin-Gitarrenpassage) zu gefallen wissen.

Erst zum Ende gibt es mit „God Knows Who I Am“ eine von Eddie Montgomery mitgeschriebene und auch gesungene, warmherzige Ballade. Fazit: Montgomery Gentry liefern mit „Back When I Knew It All“ wohl eines der besten Alben seit Beginn ihrer Karriere ab. Hier wurde einmal mehr bewiesen, wie herrlich das Zusammenspiel von New-Country und Southern Rock funktionieren kann, bei gleichzeitiger Akzeptanz in den Charts findet. Sämtliche Stücke bestechen durch enorme Qualität, durchgehend hohes Niveau und fulminante Stimmung, die auf Studiobasis kaum zu toppen ist. Jetzt wäre es eigentlich mal höchste Zeit für eine Live-DVD…

Columbia Nashville (2008)
Stil: New Country

01. The Big Revival
02. Long Line Of Losers
03. Now You’re Talkin‘
04. Back When I Knew It All
05. Roll With Me
06. One In Every Crowd
07. Look Some More
08. I Pick My Parties (Featuring Toby Keith)
09. One Trip
10. It Ain’t About Easy
11.“God Knows Who I Am (Featuring Lillie Mae Rische of Jypsi)

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Montgomery Gentry – Folks Like Us – CD-Review

Die „rockin‘ Southern Country-Recken“ endlich mit einem neuen Album! „Folks Like Us“ ist das nunmehr 8. Studiowerk des beliebten Duos Troy Gentry und Eddie Montgomery, und, wow, was hat diese Scheibe für eine Power, was rocken die los. Countryrock-Dampf pur! Erneut ist es die beeindruckende Konstanz in der Qualität ihrer Leistungen, die auch diesen Longplayer auszeichnet. Es gibt nir wenige Interpreten in der Szene, die über so viele Jahre konsequent ihren Stil durchziehen und ein Album nach dem nächsten, ohne einen einzigen Hänger, auf höchstem Level abliefern.

Auch auf „Folks Like Us“ bleiben sich die beiden, ursprünglich aus Kentucky stammenden Freunde treu und scheren sich einen Kehricht um die aktuellen, kommerziellen Trends in Music City. Sie machen einfach da weiter, wo sie vor vier Jahren mit „Rebels On The Run“ aufgehört haben und ziehen ihren auf unterschiedlichen Gesangscharakteren aufgebauten Southern Country Rock ohne Kompromisse durch.

Produziert hat wieder Michael Knox, bekannt vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Jason Aldean. Mit Rich Redmond (Drums), Tully Kennedy (Bass) und Kurt Allison (Electric guitar) ist gleich auch Aldeans Begleitband mit am Start, unterstützt von weiteren Klassemusikern wie Adam Shoenveld (Electric guitar), Mike Johnson (Steel), Tony Harrell (Keyboards), Danny Radar (Acoustic guitar, Banjo), John Willis (Acoustic guitar, Bouzouki, Banjo) und den Backgroundsängern/-innen Perry Coleman, Tania Hancheroff und Shalacy Griffin.

Wie so oft, ist mit Chris Robertson, Frontmann der Rockband Black Stone Cherry, ein prominenter Gast an Bord, der auf dem großartigen, swampigen, genauso harten, wie melodischen „Back On A Dirt Road“ einen furiosen (Gesangs-) Dreier mit den beiden Hauptprotagonisten hinlegt. Beeindruckend ist die unglaubliche Wucht, die Knox diesmal in die Produktion gelegt hat, mit der das Duo aber erstaunlich gut klar kommt.

Der Sound bleibt trotz der fetten Drums-/Bass-Power von Redmond und Tully sowie den furios aufspielenden E-Gitarristen Allison und Shoenveld (fette Rhythmusarbeit, klasse Fills, tolle Soli) immer transparent und klar. Dadurch sind die vielen feinen Ergänzungstupfer mittels Orgel und Saiteninstrumenten sowie Akustikgitarre, Banjo und Bouzouki jederzeit deutlich wahrnehmbar. Es lässt die Musik von Montgomery Gentry, auch ohne große neuzeitliche Effekte, noch frischer und moderner wirken. Ganz starker Job von Knox!

Erwähnenswert natürlich auch wieder die gute Songauswahl (kreiert durch alles, was Rang und Namen in Nashvilles Songwriter-Riege hat – u. a.Wendell Mobley, Brett James, Jeffrey Steele, Brett Beavers, Chris Stapleton, David Lee Murphy, Russ Copperman), die dem Duo wie auf den Leib geschnitten erscheint.

Vom Opener „We Were Here“ (Power-Midtempostück mit dezenter Heartland-Note), über das in Aldean-Manier gebrachte „Headlights“, der schönen, richtig knackigen, southern-mässigen Country (Rock) Ballade „In A Small Town“ (herrliche Slide guitar, echter Ohrwurm), bis zum finalen „That’s Just Living“ (ein Song über die Höhen und Tiefen des Lebens – und gerade Eddie Montgomery kann nach überstandenem Prostata-Krebs, Scheidung seiner Ehe und der abrupten Schließung seiner Restaurants ein Lied davon singen…), bekommt man im Prinzip genau den Stoff, den man beim Erwerb eines MG-Albums auch erwartet.

Das wundervolle „Two Old Friends“, der southern-rockige Titelsong „Folks Like Us!“, das nachdenkliche, aber mit positiver Energie gebrachte „Pain“, sowie das flippige, Big & Rich-typische „Hillbilly Hippies“, und auch das wunderbar atmosphärische „Better For It“ (klasse Stimmungs- und Tempovariation, herrlicher Orgelhall, Steeltupfer, Harmoniegesänge, bluesiges E-Gitarren-Solo) überzeugen auf ganzer Linie. In der Regel werden bei den meisten Tracks die Strophen von Bariton Eddie Montgomery übernommen, während Tenor Troy Gentry vornehmlich in den Powerrefrains seine Akzente setzt. Das passt immer wieder gut zusammen und ist sicher auch ein Grundbaustein ihres Erfolges.

Montgomery Gentry präsentieren sich auch auf ihrem achten Werk „Folks Like Us“ in überragender Form und bleiben wohl seit dem Ende von Brooks & Dunn auf diesem Sektor weiter unangefochten die Nr. 1 in Nashville. Producer Michael Knox und die starken Musiker geben dem Duo diesmal dabei einen noch markanteren, entscheidenden Kick (nach vorne). Absolut begeisternder Stoff! Montgomery Gentry at their best!

Blaster Records (2015)
Stil: New Country

01. We Were Here
02. Headlights
03. In A Small Town
04. Back On A Dirt Road
05. Two Old Friends
06. Folks Like Us
07. Pain
08. Hillbilly Hippies
09. Better For It
10. That’s Just Living

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Montgomery Gentry – My Town – CD-Review

Was für ein geiles Album! Nur den wenigsten, selbst guten, Bands des Business gelingt es heutzutage, nach zwei sehr guten CDs eine dritte auf gleichem Level nachzulegen. Und was machen Eddie Montgomery und Troy Gentry? Sie toppen noch ihre beiden Vorgänger, die mit so vielen tollen Songs wie „Hillbilly Shoes“, „Lonely And Gone“, „Daddy Won’t Sell The Farm“, „She Couldn’t Change Me“ oder „Cold One Comin‘ On“, nur um einige zu nennen, gespickt waren.

Dabei erfreut, dass man sich zwar aus finanziellen Aspekten weiter in New Country-Gefilden bewegt, aber inoffiziell immer mehr mit dem Southern Rock liebäugelt. Wahrscheinlich auch eine Folge des Wechsels von Producer Joe Scaife zu Blake Chancey, der dem Duo viel frischen Wind eingehaucht zu haben scheint.

So ist der kommerzielle Part mit dem Titelstück schnell abgearbeitet, bei dem aber eigentlich auch nur die „Nananas“ im Refrain nerven.
Danach reiht sich Knüller an Knüller: Ob bei Killerballaden wie „Break My Heart Again“ oder „Speed“, Midtempostücken wie „Scarecrow“ oder „Lie Before You Leave“, dreckigem Honky Tonk bei „Bad For Good“, Skynyrd-angehauchten Songs wie „Hell Yeah“ und „Free Fall“, oder zu Allman Brothers tendierenden Sachen wie „Why Do I Feel Like Running“ und dem Cover „Good Clean Fun“; das Duo verbreitet Southern-Feeling pur.

Die Scheibe besticht durch Ihre Abwechslung, die allein auch durch die unterschiedlichen Stimmcharaktere gewährleistet ist. Alles mit einem perfekten Klang glasklar abgemischt. Ein wahrer Hörgenuss! Die Nische, die bisher von Charlie Daniels oder der Marshall Tucker Band lange Zeit besetzt wurde, hat heute zurecht einen neuen Platzhalter: Montgomery Gentry!

Sony Music (2002)
Stil: New Country

01. My Town – Piano Intro
02. My Town
03. Break My Heart Again
04. Scarecrow
05. Bad For Good
06. Speed
07. Hell Yeah
08. Lonesome
09. Why Do I Feel Like Running
10. Free Fall
11. Lie Before You Leave
12. For The Money
13. Good Clean Fun

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Montgomery Gentry – Rebels On The Run – CD-Review

MG

„Montgomery Gentry is back and kickin‘ ass“. Mit seinem siebten Studioalbum kehrt das ursprünglich aus Kentucky stammende Duo, bestehend aus Eddie Montgomery (übrigens der Bruder von John Michael Montgomery) und Troy Gentry, zu seinen alten Anfangsstärken zurück. Es hat sich einiges (nicht nur Positives) bei Montgomery Gentry seit ihrem letzten Werk getan. Neben der Aufnahme in die Grand Ole Opry (auf die sie ganz besonders stolz sind – „Something that people can’t take away from you“, so Troy dazu) gab es mit ihrer etatmäßigen, langjährigen Plattenfirma Columbia Rercords Differenzen über den weiteren musikalischen Werdegang, was letztendlich zum Split und Wechsel zum Average Joe-Label führte.

Auch Eddie Montgomery erlebte ein Wechselbad der Gefühle. 2010 wurde bei ihm Prostata-Krebs diagnostiziert, der allerdings mittlerweile als erfolgreich geheilt gilt. Noch dicker kam es dann mit dem Ende seiner Ehe. Gesangs-Partner Troy Gentry war jedoch in den schweren Stunden immer zugegen und schweißte damit das Gemeinschaftsgefühl der beiden noch enger zusammen. Und so stehen auch viele Songs ihrer neuen CD „Rebels On The Run“ im thematischen Zusammenhang mit dem Erlebten. Produziert hat diesmal Michael Knox, der ja bekannter Weise Jason Aldean in Superstar-Gefilde emporgebracht hat.

Der Auftaktsong „Damn Right I Am“ versprüht dann sofort das von vielen so geliebte, typische Montgomery Gentry Southern-Flair. Eddie erledigt mit seiner warmen Baritonstimme den Strophengesang, während Troy dann beim kräftigen Refrain das Ruder übernimmt. Der patriotische, uramerikanische Werte hervorhebende Text passt wie das E-Gitarren-Solo mit seinem kurzenTwin-Teil, das die Brücke vom New Country zum Southern Rock schlägt, zu ihrer ureigenenk zu performen. Wo Montgomery Gentry drauf steht, ist halt auch Montgomery Gentry drin. „We cut our teeth in the honkytonks and no matter what you try to do, we have to be us or it just doesn’t sound right“, so die beiden dazu, und man nimmt es ihnen auch ohne den geringsten Zweifel ab.

Apropos Honky Tonk. „Ain’t No Law Against That“ (tolles Gitarren- und Banjospiel, Steel und Honky Tonk-Piano), ein Stück über das Leben im „Hier und Jetzt“, ist so ein kleiner, dreckiger Song, der in jeder Kaschemme den Launepegel in die Höhe schießen lässt. Nach diesem deftigen Auftakt gewähren die beiden mit „Damn Baby“ (schönes Slide-Solo) und „Empty“ (herrlich „weinende“ Steelguitar) zunächst eine melodische, balladeske Entspannungsphase. Mit der ersten Single „Where I Came From“ zieht das Tempo und die Power dann wieder an. Ein typischer „Simple Man-Song“, schön verschachtelt mit Tempo-, Stimmungs- und Gesangswechseln, sehr emotional dargeboten, der gerade jetzt, wo immer mehr einfache Amerikaner das Auseinanderdriften der Gesellschaft auch öffentlich anprangern, genau den Zahn der Zeit trifft. Sehr hitverdächtig!

In die gleiche Kerbe schlägt auch „Like Those People“. Hier wurden dazu noch die alten Haudegen Charlie Daniels und Alabama-Sänger Randy Owen gesangstechnisch mit eingebunden, die sich natürlich in unnachahmlicher Manier mit den beiden Hauptprotagonisten das Mikro von Hand zu Hand reichen. Macht richtig Spaß dieser Track. Ihre Liebe zum Southern Rock haben beide ja noch nie verhehlt. Der Titeltrack „Rebels On The Run“ bewegt sich, wie der Titel schon andeutet, klar im Fahrwasser Lynyrd Skynyrd/38 Special/Van Zant. Ein weiteres Highlight. Das komplett von Troy Gentry vorgetragene „Simple Things“ überrascht mit einem AC/DC-Mini-E-Gitarren-Führungsriff und ist im gesamten Verlauf von kräftiger New Country-Natur.

Auch die hochemotionale, von Fiddle, Steel, E-Gitarre und Orgel wunderbar umgarnte Ballade „Missing You“ wurde von Troy übernommen (hier hat der gute Eddie vermutlich im Rahmen der Ereignisse um seine gescheiterte Ehe bewusst gepasst). Es fällt überhaupt auf, dass die Vocals diesmal ziemlich „gerecht“ auf beide Partner verteilt sind. Gleichzeitig war dies der letzte Durchatmer vor einem furiosen Ende. Mit „So Called Life“ und „Work Hard, Play Harder“ gibt es zum Ausklang zwei deftig stampfende Redneck-trächtige New Country-Kracher, die im Stile von Chris Cagles „Country By The Grace Of God“ oder Big & Richs „Save A Horse Ride A Cowboy“ in sattem E-Gitarren-/Banjo-Ambiente voller Wucht dargeboten werden. Fett! Es ist, wie immer, eine regelrechte Freude den involvierten, hochkarätigen Gitarristen wie Adam Shoenveld, Rob McNelley und Ilya Toshinsky bei ihrem exzellenten Zusammenspiel zuzuhören.

Mit „Rebels On The Run“ haben Montgomery Gentry wieder etwas mehr zu Ihren Ursprüngen zurückgefunden und trotzdem den Blick nach vorne gerichtet. Aber ein schlechtes Album haben sie ja eigentlich noch nie abgeliefert. Sie bleiben auch nach dem Labelwechsel weiterhin eine verlässliche Konstante in der Southern Rock-infizierten New Country-Sparte! Hut ab! Äußerst starker Stoff!

Average Joe Records (2011)
Stil: New Country

01. Damn Right I Am
02. Ain’t No Law Against That
03. Damn Baby
04. Empty
05. Where I Come From
06. I Like Those People
07. Rebels On The Run
08. Simple Things
09. Missing You
10. So Called Life
11. Work Hard, Play Harder

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