Montgomery Gentry – Back When I Knew It All – CD-Review

Auch mit ihrem sechsten Studioalbum „Back When I Knew It All“ bleiben Montgomery Gentry eine sichere „Bank“! Alle ihre bisherigen Werke beeindruckten durch kontinuierliche Qualität, gute Musikerleistungen, hervorragend passende Songauswahl und natürlich immer durch das harmonische Miteinander von Bariton-Stimme Eddie Montgomery und der des Tenor-Sängers Troy Gentry. Und wie könnte es auch anders sein, lassen sie sich die beiden typischerweise zum sechsten Mal zusammen auf dem Coverbild abdrucken.

Rumexperimentiert wurde eigentlich hin und wieder nur mal bei der Wahl des Produzenten, die dann allerdings stets von namhafter Natur waren, und fast immer erkannten, dass man dieses Duo niemals musikalisch umkrempeln, sondern höchstens in Nuancen beeinflussen kann. Mit Blake Chancey besann man sich bei „Back When I Knew It All“ diesmal auf einen Produzenten zurück, der im Jahre 2002 sicher eines der stärksten Montgomery Gentry-Alben betreut hatte, das sehr Southern Rock-inspirierte „My Town“ (man erinnere sich z.B. an das tolle Allman Brothers-Cover „Good Clean Fun“). Und mit diesem Blake Chancey ist dem Duo ein erneuter Meisterstreich gelungen!

Das neue Album (southern)rockt wie der Teufel (nicht zuletzt dank der beiden glänzenden Gitarristen Pat Buchanan und Storyville-Saitenhexer David Grissom) und verbreitet gute Laune pur. Nahezu die Hälfte der Stücke („Long Line Of Losers“, „Now You’re Talkin’“, „One In Every Crowd“, „Look Some More“, „I Pick My Parties“) lädt förmlich dazu ein, mal richtig abzurocken und eine ordentliche, viel Dixie-/Southern-Flair versprühende New Country-Party zu feiern. Herrlich humorvolle, augenzwinkernde Texte („Long Line Of Losers“), „Hey Y’all“- Schlachtrufe, Mitgrölpassagen, stampfende Rhythmen, klasse Gitarren, HonkyTonk-Piano lassen einem bereits vor dem geistigen Auge ablaufen, was demnächst auf Montgomery Gentry-Konzerten abgehen wird. Klar, dass sich selbst ein „Feierkönig“ wie Toby Keith nicht lumpen ließ und der Einladung, auf „I Pick My Parties“ vokale Unterstützung einzubringen, Folge leistete.

Nicht zu vergessen der brillante Opener „The Big Revival“, der sich nach dem zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen Intro eines Gospelpredigers zu einem furiosen Southern-Country-Rock Stück entwickelt (klasse Banjo-Akustikuntermalung, furioses Zusammenspiel von Chuck Leavell, Pat Buchanan und Steve Grissom mittels fetter Orgel, sägenden Slide-Riffs und grandiosen E-Gitarrenläufen). Vielleicht eines der stärksten Montgomery Gentry-Stücke überhaupt. Zwischendurch wird natürlich dann auch ab und zu mal etwas auf die Bremse getreten und man erhält auch einige hochmelodische Midtempotracks bei denen besonders der Titelsong „Back When I Knew It All“ (sehr flockig dahin groovend), das wunderbar entspannte „Roll With Me“ (Allman Brothers verwandtes E-Gitarren-Riff, warmes Flair, grandiose Melodie) oder das von Hitschreiber Brett James komponierte „One Trip“ (klasse Slide Intro, Pianountermalung, Twin-Gitarrenpassage) zu gefallen wissen.

Erst zum Ende gibt es mit „God Knows Who I Am“ eine von Eddie Montgomery mitgeschriebene und auch gesungene, warmherzige Ballade. Fazit: Montgomery Gentry liefern mit „Back When I Knew It All“ wohl eines der besten Alben seit Beginn ihrer Karriere ab. Hier wurde einmal mehr bewiesen, wie herrlich das Zusammenspiel von New-Country und Southern Rock funktionieren kann, bei gleichzeitiger Akzeptanz in den Charts findet. Sämtliche Stücke bestechen durch enorme Qualität, durchgehend hohes Niveau und fulminante Stimmung, die auf Studiobasis kaum zu toppen ist. Jetzt wäre es eigentlich mal höchste Zeit für eine Live-DVD…

Columbia Nashville (2008)
Stil: New Country

01. The Big Revival
02. Long Line Of Losers
03. Now You’re Talkin‘
04. Back When I Knew It All
05. Roll With Me
06. One In Every Crowd
07. Look Some More
08. I Pick My Parties (Featuring Toby Keith)
09. One Trip
10. It Ain’t About Easy
11.“God Knows Who I Am (Featuring Lillie Mae Rische of Jypsi)

Montgomery Gentry
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Bärchen Records

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