Thorbjørn Risager & The Black Tornado – 07.03.2025, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Mit einem neuen Album im Gepäck fegt Thorbjørn Risager mit seinem Black Tornado regelrecht durch das bestens gefüllte Musiktheater Piano. Die neuen Songs (er spielt fast das gesamte Album „House Of Sticks“) kommen bei den von Beginn an mitgehenden Fans bestens an, wobei er in den Ansagen seinen Gitarristen mehrfach für sein Songwriting bei einigen der Stücke hervorhebt.

Das Piano gibt mit einer gut beleuchteten Bühne und einem transparenten Sound den Rahmen für einen gelungenen Konzertabend mit einer gewohnt spielfreudigen Band und einem enthusiastisch mitgehenden Publikum.

Ein bestens aufgelegter Risager nimmt mit seinen humorvollen, oft auf deutsch angesagten Stücken die Fans von Beginn an mit, präsentiert sich gewohnt stimmgewaltig und wechselt sich an der Leadguitar mit Joachim Svensmark ab. Besonders hervorzuheben ist, dass er ihm große Spielräume gibt, sich auszutoben. Dies gilt aber auch für die restlichen Bandmitglieder, die sich mehrfach in den Vordergrund spielen können, während Risager das Treiben aus der hinteren Reihe genussvoll verfolgt.

Ein besonderer Moment ist, als Joachim Svensmark die Gitarre in einem Intro mit einem Geigenbogen bespielt und dabei einen Sound erzeugt, der den Putz sprichwörtlich aus den Wänden rieseln lässt.

Die beiden Bläser Hans Nybo und Peter W. Kehl setzen nicht nur gekonnt voluminöse Akzente in die Songs, sondern sorgen mit Tanzeinlagen und Percussion Sequenzen für Stimmung im Musiktheater.

Keyboarder Emil Balsgaart glänzt in einigen starken Soli oder in der Begleitung balladesker Songs.

Grundlage für den druckvollen Sound ist die Rhythmussektion um Bassist Soren Bojgaard, der einige Male über einen Synth Basslinien beisteuert und Drummer Martin Seidelin, der auf die Ferne mit seinem oft schelmischen Lächeln und stoischen Ruhe mit seinem roten Hut ein bisschen an Terence Hill erinnert, die Drums dabei aber je nach Notwendigkeit wie ein Berserker bearbeitet.

In dem knapp zweistündigen Konzert in zwei Sets ist es Thorbjørn Risager mit seiner Band gelungen, das Musiktheater Piano in einen scheißtreibenden Rockschuppen zu verwandeln, den, wenn man die Gesichter der Fans, auch am umlagerten Merchandising.Stand nach der Show, sieht, alle bestens gelaunt verlassen. Auf das der Tornado auch im nächsten Jahr wieder in das Piano hineinfegt.

Line-up:
Thorbjørn Risager (lead vocals, electric guitar)
Joachim Svensmark (electric guitars, percussion, vocals)
Emil Balsgaard (keys)
Søren Bøjgaard (bass, synthie)
Martin Seidelin (drums, percussion, vocals)
Hans Nybo (saxophone, percussion, vocals)
Peter W Kehl (trumpet, percussion, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Thorbjørn Risager & The Black Tornado
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Musiktheater Piano Dortmund

Wishbone Ash – 11.02.2025 – Musiktheater Piano, Dortmund – Interview und Konzertnachlese

Nach Kontaktaufnahme mit Jill Kremer von a.s.s.concerts in Hamburg war das Interview mit Andy Powell schnell und problemlos organisiert. Wie immer war die Zusammenarbeit mit Jenny Dore vom PIANO perfekt.
Nach unserer Begegnung begaben sich ein äußerst freundlicher Andy Powell, Gernot Mangold und Andre Wittebroek backstage, für das Interview mit Andy Powell.

Interview:
– Wishbone Ash wurde 1969 gegründet und existiert noch immer, wobei sie volle Säle füllen. Gibt es dafür einen bestimmten Grund, wie macht ihr das?
Andy Powell: Das liegt daran, dass wir doch einen einzigartigen Sound mit unseren Doppelgitarren haben. Wir sind auch eine echte Live-Band und haben immer einen guten Kontakt zu den Fans, die für uns am wichtigsten sind. Ohne Fans würden wir nicht existieren. Unser Herz steckt in unserer Musik, und daher entsteht immer eine hervorragende Chemie zwischen Band und Fans. Die Resonanz bei Auftritten ist stets großartig, wir genießen das ungemein, und dafür machen wir es.
– In den 55 Jahren gab es natürlich Besetzungswechsel, und du bist das einzige Originalmitglied. Ist es schwierig, adäquate Ersatzleute zu finden, und wie findest du sie?
Andy Powell: Auf Tour trifft man viele Musiker und sieht Leute, die definitiv für die Band geeignet wären. So habe ich zum Beispiel Ben Granfelt entdeckt, einen wahnsinnig guten Gitarristen, der wirklich alles spielen kann und einmal mit den Leningrad Cowboys für uns eröffnete. Er hat vier Jahre bei uns gespielt. Ich mag keine Auditions; meistens melden sich die Leute bei uns, ob sie einmal mitspielen dürfen, wenn es einen Platz gibt. Aber wir haben schon seit geraumer Zeit eine feste Band. Bassist Bob Skeat ist bereits seit 1998 dabei und Gitarrist Mark Abrahams auch schon seit Jahren.
– Du bist bekannt für deine Gitarre, die Flying V. Du spielst sie von Anfang an. Gibt es dafür einen besonderen Grund?
Andy Powell: : Es begann so: Ich war in einem Gitarrenladen und sah Flying Vs. Ich nahm eine von der Wand, schloss sie an, und sie klang fantastisch – seitdem bin ich dabei geblieben. Die Gibson Firebird ist meine Gitarre. Das gesamte Argus-Album habe ich damit eingespielt, und dieses Album ist auch unser erfolgreichstes und wurde zum Best British Album Of The Year gewählt. Mit dieser Gitarre hatte ich nie Probleme, warum also ändern? Sie hat einen charakteristischen Klang, der zu Wishbone Ash gehört, und Argus ist das beste Beispiel dafür. Sie ist auch so etwas wie ein Symbol für Wishbone Ash. Sie war außerdem ein Vorbild für andere Gitarristen, wie zum Beispiel Michael Schenker.
– Albert King war ebenfalls für seine Flying V bekannt. Ein Vorbild für dich?
Andy Powell: Natürlich, ich bin ein großer Fan von ihm. Von Peter Green auch, und von Richard Thompson. Außerdem natürlich Stevie Ray Vaughan. Ein fantastisches Album ist In Session von diesen beiden. B.B. King, Sonny Landreth mit seinem Slidespiel und eigentlich alle klassischen Bluesmusiker – besonders wenn man jung ist und anfängt zu spielen, wird man von solchen Vorbildern beeinflusst. Wenn man dann seinen eigenen Stil entwickelt, hat man einen eigenen Sound und unterscheidet sich vom Rest. Ein Ton und man weiß, es ist B.B. King. Großartig!
– Das Markenzeichen von Wishbone Ash ist der doppelte Gitarrensound. Immer in derselben Besetzung gespielt – keine Orgel, keine Bläser, keine Backgroundsängerinnen. Man sieht zum Beispiel, dass Joe Bonamassa oder Danny Bryant das später machen, ihr aber nicht. Ihr wart doch auch ein Vorbild für andere Bands mit diesen zwei Leadgitarren.
Andy Powell: Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Ich habe in der Band Dekois begonnen, die ebenfalls zwei Leadgitarren hatte. Und damals war es zu teuer, eine Orgel mitzuschleppen, ebenso Bläser. Wir versuchten, das Fehlen einer Orgel durch einen Gitarrensound zu kompensieren. In jener Zeit hörte ich viel Soul, wie Sam and Dave, Otis Redding, Motown – in dieser Musik stecken viele coole Riffs, die ich dann verwendete, zum Beispiel in „Blind Eye“. Ich würde unsere Musik als bluesigen, kraftvollen, melodischen Rock beschreiben, mit etwas Psychedelic und Jazz, meist in längeren Songs umgesetzt. Die Texte, die ich schreibe, handeln von allem Möglichen, vom Leben, und sind manchmal etwas philosophisch und offen. Keine Liebeslieder mit Texten wie: „Ich bleibe dir treu mit deinen so blauen Augen“ usw. Ich bin ein Beobachter und sehr an Geschichte interessiert, etwa dem Zweiten Weltkrieg oder dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Ich reise gerne, und meine Erfahrungen sowie das Philosophische, die Hintergründe, fließen oft in meine Texte ein.
Wie du sagst, haben wir ganz sicher andere Bands beeinflusst. Lynyrd Skynyrd sahen uns in Südamerika und waren sehr beeindruckt. Ihr Klassiker „Freebird“ ist eng verwandt mit unserem Song „Phoenix“. Thin Lizzys „The Boys Are Back In Town“ und Steely Dans „Reelin’ In The Years“ sind ebenfalls mit einem unserer Songs verwandt. Iron Maiden sah uns auch als Vorbild. Thin Lizzy sah uns bei einem Auftritt in Irland, und Phil Lynott sagte zu uns: „Wir brauchen diesen Sound auch!“ Darauf sind wir sehr stolz.
– Was hältst du von der aktuellen Musikszene? Es ändert sich viel.
Andy Powell: Trotzdem großartig. Durch die modernen Medien hat man jetzt Zugang zu viel mehr Musik. Es ist ein riesiger Markt geworden. Veränderungen gab es schon immer: als die elektrische Gitarre kam, der Aufstieg der House-Musik, R&B. Als Band muss man heutzutage von Live-Auftritten und dem dazugehörigen Merchandise leben. Zum Glück sind wir eine echte Live-Band, haben viele Auftritte, und dann läuft es. Deshalb sind Vertrauen und eine gute Beziehung zum Publikum sehr wichtig. Wie hier im PIANO – wir kommen seit Jahren jedes Jahr im Januar oder Februar hierher, immer ausverkauft. Wir geben immer alles; die Leute wissen, was sie erwarten können: eine Band, die Vollgas gibt und Spaß hat, und das überträgt sich aufs Publikum. Eine perfekte Symbiose!
– War es in eurer Anfangszeit schwierig, an einen Plattenvertrag zu kommen, wo es doch so viele aufstrebende Bands gab?
Andy Powell: : Da gehört oft eine Portion Glück dazu, eine Art Sprungbrett. Bei uns passierte Folgendes: Wir hatten einen Auftritt mit Deep Purple. Ritchie Blackmore spielte sich gerade ein, und ich stand hinter ihm und spielte mich auch auf meiner eigenen Ausrüstung ein. Er spielte etwas, und ich spielte mit, ohne dass er wusste, dass ich da war. Wir fingen an zu jammen. Ritchie war beeindruckt und fragte, ob wir einen Plattenvertrag hätten. Den hatten wir nicht. Daraufhin sagte er, er kenne jemanden bei MCA International Records in Los Angeles, und so bekamen wir dort einen erstklassigen Deal. Das war für das Marketing großartig, denn da wir in Amerika unter Vertrag waren, konnten wir weltweit promotet werden und überall auftreten. Die meisten britischen Bands hatten einen Vertrag in Europa, und das verlief viel zäher. Leider hat unser damaliger Manager die Rechte an unserer Musik an MCA verkauft, und wir verdienen heute fast nichts mehr daran.
– Machst du neben Wishbone Ash noch andere Dinge?
Andy Powell: Vor Kurzem noch mit einer Band aus der Bretagne, die keltische Musik macht. Wir haben in der Die Kantine in Köln eine DVD und CD aufgenommen, mit akustischer Musik, Geige, Mandoline, Gitarre – etwas ganz anderes.
– Ich las, dass eine Box mit 11 CDs herauskommt, samt einem 72-seitigen Buch. Alles Aufnahmen von der BBC. Stimmt das?
Andy Powell: Ja, sicher. Alle Aufnahmen sind perfekt bearbeitet und die Qualität ist hervorragend. Es werden nur 1500 Exemplare auf den Markt kommen, und sie kosten, glaube ich, 1500 Pfund. Ein Muss für den Liebhaber und Sammler.
– Letzte Frage, denn du musst zum Soundcheck – sie haben schon angefangen. Diese Tour heißt „The Wish List Tour“. Fans konnten Songs einschicken, die sie gerne hören wollten. Gab es da Reaktionen?
Andy Powell: : Auf jeden Fall, wir spielen also nicht immer dieselben Songs. Wir haben so viele Alben gemacht, es gibt eine riesige Auswahl, aber einige Klassiker wollen die Leute natürlich immer hören.
– Dürfen wir dir ganz herzlich für dieses sehr angenehme Gespräch danken.
Andy Powell: Gerne, und wenn das Interview fertig ist, schick es mir bitte zu. Und danke für den JB-Wein!!
– Mach ich, ich lass dich wissen, wann es veröffentlicht wird.

Fragen: André Wittebroek (Blues Magazine)
Fotos: Gernot Mangold (Sounds Of South)

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Konzertnachlese:
Im ausverkauften Musiktheater Piano überrascht Wisbone Ash auf ihrer „The Wish List“ Tour mit einer Setlist, die auch abseits der Top-Hits einige Songs beinhaltet, die fast in Vergessenheit geraten sind.

Mit dem Instrumental „Real Guitars Have Wings“ zelebrieren Andy Powell und Mark Abrahams direkt den Gedanken der Twin Guitars. Über „Outward Bound“, „(In All Of My Dreams) You Rescue Me“ und „Runaway“ geht es zu den Klassikern „The King Will Come“ und „Throw Down The Sword“, die in einer seltenen Härte gespielt werden, ohne dabei ihre bekannte melodische Struktur zu verlieren und sorgen sofort für eine begeisternde Stimmung.

Nach einem starken Intermezzo von „In The Skin“ und „In Crisis“ folgt einer der Höhepunkte des Abends. In einer 11-minütigen Version von „F.U.B.B.“, in der Andy Powell, den entfesselnd aufspielenden Mark Abrahams sprichwörtlich von der Leine lässt, sodass sich der Song  zu einem regelrechten Gitarrengewitter entwickelt, steuern Bob Skeat am Bass und Mike Truscott an den Drums einen stampfenden Rhythmus bei.

Nach „Jailbait“ und dem live nicht so oft gespielten „Standing In The Rain“ beendet die Band mit „Blowing Free“ zunächst das Set, um noch drei Zugaben nachzulegen, die man nicht unbedingt auf der Liste hat. „Way Of The World“, Living Proof“ und „Peace“ runden einen ganz starken Gig von Wishbone Ash ab.

Im Vergleich zu den letzten Jahren wurde noch mehr Augenmerk auf jammende Phasen gelegt, in denen sich Powell und Abrahams gegenseitig zu Höchstleistungen anstacheln. Es ist erstaunlich, wie erfrischend die Musiker, insbesondere Andy Powell und Bob Skeat aufspielen, da Powell noch Anfang des Monats, wegen eines Infekts, einige Konzerte absagen musste.

Line-up:
Andy Powell – guitar, vocals
Bob Skeat – bass,vocals
Mark Abrahams – guitar
Mike Truscott – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Wishbone Ash
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Musiktheater Piano
3dog-Entertainment

Danny Bryant Bigband – 25.01.2025 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Ein an einem Sonntag Abend anständig gefülltes Musiktheater Piano bildet einen Rahmen für einen ganz besonderen Konzertabend. Im gedämmten Licht betritt die Band unter dem Applaus der Fans die Bühne und als das Frontlicht angeht, sieht man eine nahezu rundum erneuerte Band. Danny Bryant scheint nach gesundheitlichen Problemen in den letzten Jahren die Kurve gekriegt zu haben und wirkt agil wie schon lange nicht mehr.

Was er in etwa 100 Minuten mit seiner Bigband präsentiert ist ein fettes Brett und zeigt die spielerische Vielfalt Bryants und seiner Mitstreiter. Neben rockigen Bluesnummern streift er mit „Prisoner Of The Blues“ den Southern Rock, wobei er das Publikum mit seinem zweiten Gitarristen Marc Rahner mit stilistisch entsprechenden Soli begeistert.

In einem instrumentalen mehrminütigen verträumten Intermezzo könnte man glauben, man wäre bei Pink Floyd gelandet, woran Keyboarder Jamie Pipe einen gewaltigen Anteil hat. Er unterlegt die Songs entweder mit progressiven Klangteppichen oder würzt diese mit zuweilen rasanten Soli. Drummer Alexander Hinz und Bassist Artjom Feldtser sorgen gut dosiert für den entsprechenden druckvollen Rhythmus bei den meisten Songs, die durch die dreiköpfige Bläsersektion eine besondere Note bekommen.

Emotionaler Höhepunkt ist das zunächst balladeske „Painkiller“, am Anfang geprägt durch das melodische Keyboardspiel von Pipe und die akustische Gitarre Rahners sowie Bryants ausdrucksstarke Stimme. Während eines Keyboardsolos wechselt Rahner die Gitarre, Hinz drischt plötzlich auf die Drums ein, sodass die Fans regelrecht aus den Träümen gerissen werden und es folgt ein fast episches Gitarrensolo von Bryant, zu dem Rahner twinmäßig seinen Teil beisteuert. Ganz großes Kino im Musiktheater Piano!

Nur wenige Minuten nach dem letzten Song findet sich Bryant mit seiner Band am Merchandising-Stand ein und es ist ihm anzusehen, dass er auch diese Zugabe nach dem Konzert genießt. Von Danny Bryant ist in dieser bestechendden Form in den nächsten Jahren noch einiges zu erwarten.

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Marc Rahner (electric & acoustic guitar)
Ardjom Feldster (bass)
Alexander Hinz (drums)
Jamie Pipe (keys, vocals)
Niko Halfmann (saxophone)
Jacob Karg (trumpet)
Uli Binetsch (Posaune)
Text und Bilder Gernot Mangold

Danny Bryant
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Musiktheater Piano
3dog-Entertainment

Ana Popovic – 18.01.2025 – Musiktheater Piano, Dortmund, Konzertnachlese

Ana Popovic sorgt mit ihrer Band für ein ausverkauftes Musiktheater Piano und einem starken Auftritt für beste Stimmung. Sie lässt mit ihren Musikern Blues, Jazz und Funk miteinander verschmelzen und gibt allen Bandmitgliedern einen großen Freiraum, sich mit Soloparts in den Vordergrund zu spielen, wofür es vielfach Szenenapplaus gibt.

Die Rhythmussektion um Bassist Cory Burns und Drummer Jerry Kelly sorgt für eine groovige Grundlage der Sounds und unterstützt mit starken Backgroundgesang. Die Italofraktion um Keyboarder Michele Papadia und die beiden Bläser Claudio Giavagnola und Davide Ghidoni treibt Popovic zuweilen regelrecht an, als sie sich mit ihr die Noten hin- und herschmissen.

Die stimmlich bestens aufgelegte Serbin, die in vielen Gitarrensoli ihre Qualität zeigt, beendet mit einem Slowdance ein furioses Konzert und bedankt sich sichtlich gerührt von den Fans, die animiert von der Musik, eine tolle Atmosphäre ins Musiktheater gebracht haben.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Jerry Kelley (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)
Claudio Giovagnoli (saxophone)
Davide Ghidoni (trumpet)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Ana Popovic
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Musiktheater Piano
3dog-Entertainment

Robert Jon & The Wreck – 14.11.2024 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Robert Jon & The Wreck spielten im sehr gut gefüllten Musiktheater Piano, getrieben vom stark mitgehenden Publikum, ein begeisterndes Konzert, kurz bevor es weiter ins UK ging. Die Herbst-Europa-Tour ist mittlerweile vorbei und für die Band ist, zumindest in Europa, das erfolgreichste Jahr beendet. Ob auf Festivals oder in Clubs, die Kalifornier sind in der Gunst der Southern-Gemeinde mittlerweile weit oben angekommen und fürs Frühjahr ist die nächste Reiser durch Europa geplant. Wenn man die Entwicklung der Zuschauerzahlen, mit einigen ausverkauften Shows und vielen sehr gut besuchten Gigs sieht, stehen die Kalifornier vor dem nächsten Schritt, der auch in größere Locations führen könnte.

Line-up:
Robert Jon Burrison – lead vocals, guitar
Hanry James Schneekluth– guitar, vocals
Warren Murrel – bass
Andrew Espantman – drums, vocals
Jake Abernathie – keyboards

Text & Bilder: Gernot Mangold

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music
Musiktheater Piano
3dog-Entertainment

Hamburg Blues Band – 05.10.2024 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Zu den Klängen von Hans Albers Reeperbahn-Song betritt die Hamburg Blues Band die Bühne mit dem Ton eines Nebelhorns eines Schiffs. Die Band nimmt von da an die Fans auf eine rasante Fahrt mit knackigen Rock- und Blues- Songs. Gert Langes prägnante Stimme bringt den Blues in die Stücke und im zweiten Teil des Konzerts stößt der mittlerweile 84-jährige Chris Farlowe dazu und zeigt, dass er stimmlich noch voll auf der Höhe und dazu noch ein humorvoller Entertainer ist.

Krissy Matthews fegt zuweilen wie ein Irrwisch über die Saiten und setzt mit seinen gold-glitzernden Schuhen für einen schmunzelnden Seitenhieb von Farlowe. Reggie Worthey am Bass und Eddie Filip an den Drums sorgen wie gewohnt für eine fette Rhythmusarbeit. Nach etwa 100 Minuten beendet das Nebelhorn die zuweilen emotionale musikalische Reise der Hamburg Blues Band an diesem Abend.

Neben den eigenen Songs wie „Stony Times“ oder „Try Me Again“ kann Matthews mit „Hairdrying Drummer Man“ einen eigenen Track beisteuern und auch Farlowe bringt mit „I´ll Sing The Blues For You“ und „Shaky Grounds“ eigene Stücke. Stark ist auch, wie die Band, neben einigen eingestreuten Coversongs, den Small Faces-Hit „All Or Nothing“ gewissermaßen wiederbelebt.

Die Fans, die an dem Abend im Piano waren, werden ihr Kommen nicht bereut haben, wer weiß, wie oft man Chris Farlowe noch als Gastmusiker begrüßen darf.

Line-up:
Gert Lange (lead vocals, electric guitar)
Krissey Matthews (lead guitar, vocals)
Reggie Worthey (bass, vocals)
Eddie Filip (drums)
Special guest: Chris Farlowe (lead vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Hamburg Blues Band
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Musiktheater Piano

The Cold Stares – 29.08.2024, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Im zumindest ansehnlich gefüllten Musiktheater Piano eröffnen The Cold Stares die Spätsommer- und Herbstkonzerte in Lütgendortmund. Im Vergleich zum letzten Auftritt wird damit die Besucherzahl mehr als verdoppelt und auch die Band hat sich verändert. Aus dem Powerduo ist jetzt ein Powertrio geworden, was den Songs noch einmal ein größeres Volumen verleiht.

Im Gepäck haben die Amerikaner das in wenigen Tagen herauskommende tolle Album „The Southern“ (Review folgt zeitnah), das sie mit vier Songs auf der Setlist auch promoteten und den Fans vorab schon einmal auf der Tour anbieten können. Was die Drei dann zeigen, ist beachtlich. Im Vordergrund steht Chris Tapp mit seiner markanten und ausdrucksstarken Stimme, der durch den Bassisten noch mehr Möglichkeiten im Gitarrenspiel hinzugewonnen hat.

Dabei spielt er seine Soli auf den Punkt, von knallhart bis hin zu gefühlvoll, wobei die ruhigen Passagen an dem Abend eher die Ausnahme bildeten. Getrieben von der Rhythmussektion Bryce Klueh am Bass und Brian Mullins an den Drums fegt die Band eher mit knallharten Rock mit einigen Blues- und Southern-Einflüssen durchs Piano und sorgt für beste Stimmung im Laden.

Da ist es klar, dass es sich die drei Musiker nicht nehmen lassen sich, schon wenige Minuten nach der Show, am Merchandising-Stand einzufinden, um von den Fans gekaufte Alben mit ihrer Unterschrift zu veredeln und für Smalltalk und Erinnerungsfotos zur Verfügung zu stehen.

So endet ein toller Konzertabend, an dem The Cold Stares Werbung in eigener Sache gemacht haben und bei der Stimmung unter den Fans mit Sicherheit gerne wieder ins Piano zurückkehren.

Line-up:
Chris Tapp – vocals, guitar
Brian Mullins – drums
Bryce Klueh – bass, keyboards

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

The Cold Stares
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Musiktheater Piano

Tito & Tarantula, 22.06.2024, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Tito und Tarantula sorgen für ein rappelvolles Musiktheater Piano. Bei gedämpftem Licht und wabberndem Nebel betritt die Band zu Musik, die auch zu jedem Italo-Western gepasst hätte, die Bühne und schnell entsteht ein Flair, der einen gefühlsmäßig in die Titty Twister Bar versetzt, in der Tito Larriva ihren Auftritt in „From Dusk ‚Til Dawn“ hatten.

Ein bestens gelaunter Tito erzählt humorvoll zwischen den Songs manche Geschichten zu deren Entstehung und hat von Beginn an einen besonderen Draht zu den Fans, sodass in den zwei Stunden eine ganz spezielle Stimmung herrscht, wo man fast das Gefühl bekommt, man würde in sich im mexikanischen Grenzgebiet in der entsprechenden Bar wiederfinden.

Neben Tito, der sich natürlich im Mittelpunkt der Show befindet, und mit seinem unverwechselbaren Gesangsstil ein zuweilen morbides Flair in das Piano haucht oder schreit, sorgt auch dessen Tochter Lolita, lasziv ihren Bass spielend, für besondere Momente. Die Tänzerin mit der Schlange aus dem Film war ja nicht dabei und wurde so gewissermaßen durch sie ersetzt. Aber auch Marcus Praed mit einigen Gitarrensoli und Rafael Gayol samt seinem dynamischen Drumstil, hatten einen großen Anteil an einem gelungenen Konzertabend.

Im Hintergrund tanzen die beiden Backgroundsängerinnen Egaux Sells und Carie Fussell oft, wie man es in einer entsprechenden Bar erwartet, aber sie haben auch instrumentelle Anteile an der Gitarre und den Keyboards.
Mit einem „Are You Ready“ leitet Tito den Höhepunkt des Abends ein und die Band spielt eine starke Version des größten Erfolgs „After Dark“.

Damit aber nicht genug. Nach einigen Minuten bittet er Fans auf die Bühne, unter anderem hilft er selbst, einen Rollstuhlfahrer auf diese zu heben, sodass nicht nur der Saal, sondern auch die Bühne proppevoll ist und die Fans dort tanzten. Aber auch das Mikro wurde zum Mitsingen herumgereicht. Passend zum Hintergrund des Songs lässt ein Fan dabei seine Vampirzähne blitzen.

Aber keine Sorge, der Song nahm kein Ende wie in dem Film, wo Tito.& Tarantula ihren großen Auftritt hatten. Alle Fans können sich nach dem Song gesund wider unters Publikum mischen. Mit zwei weiteren Zugaben, darunter das bluesige „Angry Cockroaches“ beenden Tito & Tarantula nicht nur ein starkes Konzert in Dortmund sondern auch die Europatour. Aus den Abschiedsworten Titos lässt sich schließen, dass man diesmal nicht wieder fünf Jahre auf einen Auftritt im Piano warten muss.

Line-up:
Tito Larriva (lead vocals, electric guitar)
Marcus Praed (Guitar, backing vocals)
Lolita Carroll Larriva (bass, vocals)
Rafael Gayol (drums)
Egaux Sells (backing vocals, guitar)
Carrie Fussell (backing vocals, keyboards, guitar)

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Tito & Tarantula
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Musiktheater Piano
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King King – 24.04.2024 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Es jetzt schon wieder eine geraume Zeit her gewesen, dass ich King King live erlebt habe. Ich habe den Nimmos hier in unseren Sphären ja schon in den diversesten Konstellationen (Nimmo Brothers, Stevie Nimmo solo, King King) beigewohnt, auch als sie noch vor recht überschaubaren Zuschauerzahlen performen mussten.

Mittlerweile hat sich Alan Nimmos King King-Projekt durch starke Leistungen eine treue Fangemeinde erspielt und so durften sich Band und auch die Betreiber des Musiktheaters Piano über gut 350 Zuschauer mitten in Woche freuen.

Mein Antrieb war die neue Rhythmusfraktion mit Bassist Zander Greenshields und Drummer Andrew Scott (beide mit starken Leistungen eine absolute Bereicherung) zu sehen, sowie die Einbindung von Bruder Stevie, der ja nach seinem Armbruch unterstützend mitwirkt.

Die Setlist barg keine großen Überraschungen (es gibt ja nach wie vor keine neue Platte), enthielt aber eine gut gewählte Songanordnung (schöne Mischung aus rockigeren und ruhigeren Sachen) und abgesehen von „Old Love“, das nicht gespielt wurde, eine Art ‚Best Of-Programm, mit dem man allerdings jetzt schon recht lange unterwegs ist. Ganz witzig fand ich zwei Mädels vorne direkt an der Bühne, die ihre augenscheinliche Passion für die Truppe mit farblich und strukturell ähnlichen Flanellhemden wie Alan Nimmos Kilt zur Schau trugen.
Photo Credit: Adam Zegarmistrz Glagla

Der absolute König auf der Bühne war natürlich besagter Protagonist, der seinen Untertanen neben sich gerade genau das Maß an Aufmerksamkeit gewährte, dass vermutlich jeder bandinterne Funke von Aufruhr im Keim erstickt wird. So durfte sich Keyboarder Jonny Dyke mal mit Intros oder ab und zu mit einem Kurz-Solo einbringen, aber was die Gitarrenparts anging, hatte es schon fast Bonamassasche Dimensionen.

Am Ende durfte der lange Zeit zum Statisten degradierte Bruder Stevie dann zumindest im Enddrittel bei „I Will Not Fall“ und bei der meistens gebrachten Zugabe, dem launigen Schunkler „Let Love In“, auch mal seine Fingerfertigkeit an den Saiten vorführen, die hier dann auch in schöne Twins mit Bruder Alan mündete.

Geärgert habe ich mich, dass der Schotte damit geizte, für ein vorher angefragtes VIP-Bild mit unserem Logoschild zur Verfügung zu stehen, obwohl es nur eine Minute gedauert hätte und ich auch schon eine Stunde weit vor dem Gig präsent gewesen bin.

Ob der Frust über den abgesagten Gig in Dresden mangels des dortigen Zuschauerinteresses noch in den Knochen saß, weiß ich nicht, aber mal höchstens zwei Minuten für ein Magazin zu investieren, das einen schon sehr lange protegiert, ist in der Regel oft gut investierte Zeit und bricht sicherlich keine Zacken aus der vermeintlichen Krone.

Meine Wenigkeit wird sich unter diesen Bedingungen weitere KK-Besuche mitten in der Arbeitswoche, bei nicht unerheblichem Anreiseweg, sicherlich in Zukunft zweimal überlegen.

Insgesamt muss man aber, abseits der eigenen Befindlichkeiten, fairer Weise attestieren, dass King King von der musikalischen Leistung her mit ihrem eigenständigen Blues Rock-Konglomerat vermischt mit Clapton-, Bad Co.- und Whitesnake-Einflüssen auf jeden Fall überzeugt haben und demnach für eine begeisterte und gut mitgehende Dortmunder Audienz gesorgt haben.

Line-up:
Alan Nimmo: electric guitar, lead vocals
Stevie Nimmo: electric guitar, vocals
Zander Greenshields: bass, vocals
Jonny Dyke: keyboards, vocals
Andrew Scott: drums

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

King King
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Musiktheater Piano
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Ana Popovic – 21.03.2024, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Wie schon im letzten Jahr sorgt Ana Popovic sorgt für ein ausverkauftes Musiktheater Piano in Dortmund. Am, von ihr beschriebenen Jetlag – sie kam erst im Laufe des Tages aus Amerika in Deutschland an – ist ihr nichts anzumerken.

Knapp zwei Stunden Blues mit Soul- und Jazz-Einflüssen sorgen für beste Stimmung wobei sie ihren Begleitmusikern den Raum für etliche Soli lässt. Stark ist, wie sie sich mit Michele Papadia an den Keyboards, Claudio Giovagnoli am Saxophon und Davide Ghidoni an der Trompete ergänzt.

Aber auch Cory Burns mit einem mehrminütigen Bass-Solo, in das am Ende Jerry Kelley an den Drums einsteigt, können ihre Klasse beweisen.

Die Setlist umfasst zum großen Teil Songs des letzten Albums „Power“, das auch schon im letzten Jahr im Mittelpunkt stand, für mein Empfinden aber stärker und druckvoller präsentiert wird.

So ist es nicht verwunderlich, dass es nach dem letzten Song zu lautstarken Zugabeforderungen kommt, aus denen das fast hymnisch vorgetragene „Slow Dance“, incl. einer kleinen Tanzeinlage mit Giovagnoli herausragt und ein Abend mit Popovic in Hochform endet.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Jerry Kelley (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)
Claudio Giovagnoli (saxophone)
Davide Ghidoni (trumpet)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Ana Popovic
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Musiktheater Piano, Lütgendortmund