Ein stressiges, aber auch wunderbares und ereignisreiches Wochenende liegt hinter mir. Noch Jetleg-geplagt, aber überglücklich, bin ich gestern Vormittag aus Kanada von den Juno Awards aus Hamilton, Ontario, zurückgekehrt, wo die Veranstaltung am 29. März im dortigen TD Coliseum diesmal durchgeführt wurde.
Die Juno Awards (u. a. mit Nelly Furtado und Joni Mitchell, die mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet wurde, als prominente Gaststars) gelten ja quasi als das Pendant zu den US-Grammys und werden von daher auch liebevoll als die ‚kanadischen Grammys‘ betitelt. Nachdem ich zuvor zwei Sehenswürdigkeiten der Stadt, zum einen das Dundum Castle, zum anderen das McMaster Museum of Art besucht hatte, ging es dann Sonntag-Abend zur Verleihung.
Wir als Sounds Of South waren in der Rubrik ‚Best Contemporary Foreign Rock Music Magazine‘ nominiert, was ja schon ein unglaublicher Erfolg an sich war. Aber am Ende sahnten wir wegen unserer außerordentlichen Verdienste um die kanadische Musik über die letzten zehn Jahre in dieser Sparte, auch den Titel ab, wie es die mir gegenüberstehende Laudatorin Shania Twain als Begründung der Jury verkündete.
Auf der anschließenden After-Show-Party hatte ich die Gelegenheit, viele dieser bekannten Interpreten, aber auch neue Gesichter kennenzulernen. Die größte Überraschung für mich war, als sich Justin Bieber mir gegenüber als passionierter Southern Rock-Fan outete und mir ‚steckte‘, dass er schon seit längerem mit Ewan Currie von The Sheepdogs und Tom Hambridge an Songmaterial für ein entsprechendes Album arbeiten würde, das von letztgenanntem dann in Nashville produziert werden soll.
Nach so einigen Champagner-Gläschen und diversen Gin-Tonic zur Feier des Tages bis in die tiefe Nacht hinein, ging es am nächsten Morgen dann mit der Lufthansa, immer noch etwas berauscht, wieder zurück nach Düsseldorf. Das Foto mit der Trophäe wurde übrigens auf der After-Show-Party von Bryan Adams ‚geschossen‘.
Kanada-Zeit in Sounds of South. Nachdem ich zuletzt Alben von Crsytal Shawanda und den Sheepdogs reviewt hatte, folgte gestern Abend schon der nächste Act aus diesem Land.
Ich hatte in meinem letzten Jahresrückblick schon angedeutet, dass ich mich in Zukunft, was Konzertberichte betrifft, mehr auf Interpreten fokussieren werde, die im SoS noch nicht so inflationär beleuchtet wurden.
Die Bros- Landreth, alias Joey und Dave Landreth, boten dazu im Kölner Luxor einen guten Anlass, da ich von ihnen zwar Alben besitze, aber sie noch nie live gesehen habe.
Im Schlepptau hatten sie die schillernde Künstlerin Begonia (bürgerlicher Name Alexa Dirks), ebenfalls aus Kanada kommend. Joey Landreth hat auf ihrem aktuellen Album „Fantasy Life“ bei einem Track an der Gitarre mitgewirkt. Begonien sind ja für ihre Farbvielfalt bekannt, von daher im übertragenen Sinne ein passender Name für die wuchtige schrille Dame.
Sie wurde an den Keys von Graeme Leaver begleitet und gab rein gesangsmäßig Stücke wie „Juniper“, „So High“, „Marigold“, „I Wanna Be Alive With You“, „Butterfly“, „Get To You“ und „Hotter Than The Sun“ aus ihren bisherigen Alben zum Besten.
Sie punktete mit einer schillernden Bühnenpräsenz, ihrer ausdrucksstarken Stimme und humorvollen, zum Teil selbstironischen Texten in ihren Liedern und heimste viel Applaus vom Kölner Publikum ein.
Die Bros. Landreth haben sich peu a peu zu einem Geheimtipp in der Americana-Szene und darüber hinaus entwickelt. In Köln hallt ihnen aufgrund mehrerer Auftritte in der Vergangenheit, ein überaus guten Ruf nach, das Luxor war rappelvoll.
Die Brüder präsentierten sich im klassischen Trio, der dritte im Bunde war Schlagzeuger Roman Clarke. Sie sind wie auch auf ihren Alben keine echten Rampensäue, zeichnen sich aber durch ihre sympathische Art sowie spielerische Finesse und Variabilität aus.
So bekam man ein geschickt ineinander greifendes Konglomerat aus verschiedensten Stilen wie Roots Rock, Americana, Blues, Rock und auch Southern Rock geboten (Joey immer wieder mit viel Slide zwischendurch), Schubladendenken ist hier fehl am Platz.
Mit den eigängigen Tracks „Made Up Minds“ und der Ballade „Our Love“ (Publikum singt mit) wurde ein erstes Stimmungshoch erreicht. Auf ihrem aktuellen Longplayer „Dog Ear“ waltete beim Song „Knuckles“ keine geringere als Bonnie Raitt als Duettpartnerin auf, hier wurde sie samt schöner Geste durch Begonia vertreten.
Mein persönliches Highlight des Abends war allerdings die Coverversion des Muddy Waters-Klassikers „Rollin‘ and Tumblin'“, der durch das Trio regelrecht zerpflückt wurde. Ganz groß, was Joey Landreth hier, im Zusammenspiel mit seiner ebenfalls fulminant agierenden Rhythmusfraktion, an seiner E-Gitarre abließ.
Dave Landreth übernahm die Lead vocals bei „Vincent“. Gegen Ende bei den Stücken „Tell Me Something Good“ (mit Teil-Lead vocals von Roman Clarke) und „Got To Be You“, wurde erneut Begonia eingebunden. Letztgenannter Track, in stampfiger, dezenter Little Feat-Manier vorgetragen, bildete dann das Ende des Hauptteils.
Die stürmisch geforderte Zugabe wurde mit dem soulig-bluesigen „I Can’t Win“ bedient, hier wurden nochmals alle Register in Sachen toller Harmoniegesänge gezogen.
Dieser Auftritt, mit soviel Begeisterung und toller Durchmischung von Jung und Alt im Publikum, gibt Grund zur Hoffnung, was handgemachte Rockmusik in unserem Lande angeht. Es scheint doch noch nicht ‚Hopfen und Malz‘ in Sachen Geschmack verloren zu sein. Die Bros. Landreth waren ein ermutigendes Beispiel dafür!
Line-up: Joey Landreth (lead vocals, electric guitar) Dave Landreth (bass, vocals) Roman Clarke (drums, vocals)
Seit Sheepdogs-Fronter Ewan Currie eine zeitweilige Lebenskrise überwunden hat und seine Band von Majorlabelzwängen befreit ist (man hat mit Right On Records ein eigenes gegründet), trumpfen die Kanadier in ständiger Regelmäßigkeit groß auf.
Wir haben alle ihre letzten EP-Veröffentlichungen („Hell Together“ und „Paradise Alone“ besprochen und dementsprechend gewürdigt, vollends überzeugt hatten sie mich persönlich mit ihrem grandiosen Gig Ende 2024 im Kölner Luxor, eines der besten Southern Rock-Konzerte, das ich je erlebt habe.
Nach einer ausverkauften Arenatournee durch Kanada als Vorgruppe von Bryan Adams, gibt es jetzt mit „Keep Out Of The Storm“ einen neuen Longplayer, der alles in sich vereint, wie man eine Genre-Scheibe dieser Art heutzutage anbieten sollte, um die immer noch bestehende recht große Fan-Gemeinde in ihrer Gesamtheit, aber auch in ihrer Diversität im Rahmen der Ansprüche ‚einzufangen‘.
Ihr langjähriger Schlagzeuger Sam Corbett ist nicht mehr dabei, auf dem Werk wurde er durch eine ganze Reihe von Drummern wie der JUNO nominierte Trevor Falls, Adam Hindle (Dwayne Gretzky, Born Ruffians), Steve Kiely (Golden Feather), Jordan Murphy (Walrus, Adam Bladwin) oder Dani Nash (July Talk) ersetzt.
Die vier Stücke „Nobody But You“ (Platz 17 der Billboard Mainstream Rock-Charts), „Playing All Night. Long“, „All I Wanna Do“ und das abschließende „Out All Night“, bieten klassischen Southern Rock-Stoff der Endsiebziger Jahre (so ein wenig wie 38 Special auf ihren beiden ersten Alben) und werden den Traditionalisten sicherlich am meisten zusagen.
Der Rest macht die Scheibe ‚bunt‘ und spannend. Der Titeltrack „Keep Out Of The Storm“ mit seinen Metal-ähnlichen Riffs im Refrain, „I Do“, als wenn die Rubettes (wer sie noch kennt) auf Southern-Pfade abgebogen wären, „Take A Look At Me Riding“ mit bluesigem JJ Cale-Esprit, „Bad For Your Health“ mit 70er-Psychedelic-Doors-Touch, das luftige „Breezy“ als eine Art Nitty Gritty Dirt Band meets The Allman Brothers“, das proggig-atmosphärische „The Owl“ und das allmaneske Instrumentalstück „The Yellow Line“, allerdings mit integrierten Bläsersätzen als neuer Variante, erzeugen, in der Gesamtschau mit den vier o. a. Tracks, eine stilistische Erweiterung.
Das Album wurde mit dem langjährigen Kollaborateur Thomas D’arcy aufgenommen und von Ewan Currie produziert. JUNO-Award-verdächtig!
Im November 2026 sind die Jungs auch wieder bei uns zu sehen, das sind die Termine: 18.11.26, Köln, Gebäude 9 21.11.26, Hamburg, KENT Club 30.11.26, Berlin, Hole44 01.12.26, München, Technikum
Hingehen ist Pflicht!
Right On Records (2026) Stil: Southern Rock
Tracklist: 01. Nobody But You 02. Keep Out Of The Storm 03. I Do 04. Playing All Night. Long 05. Take A Look At Me Riding 06. All I Wanna Do 07. Bad For Your Health 08. Breezy 09. The Owl 10. The Yellow Line 11. Out All Night
Selbst mich, der Crystal Shawanda ja bereits schon länger kennt, haut es nach den ersten gesungenen Zeilen des Openers „Preachin‘ Blues“ (Son House-Cover) förmlich aus den ‚Socken‘. Was für eine Röhre, die einem da entgegenschallt. Ich glaube, selbst der Mikrofonständer ist bei der Aufnahme im Studio, vermutlich vor Schreck, direkt nach hinten umgefallen.
Auf dem sich schon etwas länger auf dem Markt befindlichen neuen Album „Sing Pretty Blues“ der aus Northern Ontario stammenden Kanadierin, ist der Titel des Werkes Programm. Dabei begann die, wie sooft aus einem musikalischen Elternhaus kommende Protagonistin, Juno-Award-Gewinnerin, zunächst im Country, sogar unter Major-Flagge. Beim letzten Stück „Dirty“ (nur Gesang zu einer Dobro) lässt sie ihr Talent auch für dieses Genre wieder kurz aufblitzen.
Ihre wahre Liebe galt aber immer dem Blues und der wird hier in vielfacher Hinsicht mit Bravour gehuldigt. Der entscheidende Mann hinter Shawanda ist ihr Ehemann Dewayne Strobel, der hier in Sachen Produktion und instrumenteller Umsetzung auch maßgeblich mitmischt.
Weitere involvierte Musiker sind u. a. Leute wie Nioishi Jackson, Jonathan Nixon, Peter Keys (Lynyrd Skynyrd), Stephan Hanner, Steve Marriner oder Chris West.
Insgesamt muss man sagen, dass hier das exzellente Zusammenspiel von den Hauptinstrumenten wie Harp, Piano/Orgel sowie E-Gitarre in Verbindung mit Shawandas unnachahmlichen Gesang, den Reiz dieses Albums ausmachen, besonders veranschaulicht in Tracks wie „I Gave Up Everything For You ‚Cept The Blues“ und dem packenden Southern Blues „Too Far To Turn Around“.
Soulig emotional geht es beim herrlichen „Waitin‘ For My Lover To Call“ (was für ein toller relaxter Groove!) zu, Tom Petty-Freunde können sich an einer fesselnden, dezent swampigen Fassung von „Honey Bee“ laben.
Ach ja, dann wären noch die drei toll instrumentierten Killerballaden zu erwähnen, die mit dem famosen Gesang Gänsehautgarantie beinhalten: „Would You Know Love“ mit gefühlvollen Bläsersätzen veredelt, „Don’t Let Me Be Lonely“ (eine Art „The Weight“ in Ruhig) und die exzellente Adaption des Ozzy Osborne-/Black Sabbath-Klassikers „Changes“ (hier mit dem Zusatz ‚For Snowflake‘ betitelt).
Juno-Award-Gewinnerin Crystal Shawanda beweist mit diesem grandiosen Album, dass sie nicht nur schön ‚Blues singen‘ kann. Die Kanadierin würde (wie auch schon im Country nachgewiesen) mit ihrer phänomenalen Stimme vermutlich in jedem Genre mit Bestnote performen. Für mich persönlich ist sie eine der besten Sängerinnen, die ich je im Rahmen meiner Review-Tätigkeiten gehört habe.
Fazit: Einfach ‚pretty damn good‘!
New Sun Records (2025) Stil: Blues & More
01. Preachin‘ Blues 02. Stop Funkin‘ Around 03. Would You Know Love 04. I Gave Up Everything For You ‚Cept The Blues 05. Sing Pretty Blues 06. Don’t Let Me Be Lonely 07. If That’s All It Takes 08. Waitin‘ For My Lover To Call 09. Changes (For Snowflake) 10. Honey Bee 11. Too Far To Turn Around 12. Dirty (For JC)
Was für ein grandioser kanadischer Southern Rock-Abend im Kölner Luxor. Ich persönlich muss zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich lange Zeit so meine Probleme mit dem Hauptact The Sheepdogs hatte. Frühere CDs trafen nur partiell meinen Geschmack, was vermutlich aber auch eher meinem oberflächlichen Musikgenuss geschuldet ist, der mittlerweile intensiv eigentlich nur noch im Rahmen von anstehenden CD-Reviews stattfindet.
Richtigen Zugang habe ich, trotz immer währender Bemühungen des geschätzten Kollegen Mangold, mich mal zu einem Konzertbesuch zu motivieren, erst mit den beiden starken, in diesem Jahr veröffentlichten EPs „Paradise Alone“ und „Hell Together“ zu ihnen gefunden. Deshalb war dann der Termin in Köln auch gesetzt.
Der Abend startete jedoch zunächst mit den ebenfalls aus Kanada stammenden The Commoners, die in einer guten Drei-Viertelstunde insgesamt einen ordentlichen Gig hinlegten, der aber einige ‚Aber‘ beinhaltete. Dar war zunächst der laute und viel zu breiige Sound, der bei den ersten drei recht fett rockenden Tracks die Stimme des Fronters Chris Medhurst regelrecht übertönte, auch die von Bassist Ben Spiller, der in den Refrains sporadisch immer wieder mit einzelnen Zeilen-Intermezzi aufwartete.
Besser wurde es bei ruhigeren Liedern wie „Restless“ oder „See You Again“, als Medhurst, mit der Akustikgitarre behangen, durchaus gute stimmliche Qualitäten offenbarte. Auch Keyboarder Miles Evans-Branag ging so gut wie immer unter. Als überragender Akteur des Quintetts entpuppte sich Ross Hayes Citrullo, der sich an der Leadgitarre mit vielen Soli für die besonderen Freudenmomente der anwesenden Southern-Gemeinde maßgeblich verantwortlich zeigte.
Das Gesamtkonglomerat der Eigenkompositionen, irgendwo zwischen Molly Hatchet (die sind ja mittlerweile auch für ihren Sound berüchtigt…) und Black Crowes angelegt, kam insgesamt jedenfalls im ansehnlich gefüllten Luxor gut an und die Burschen wurden nach dem finalen „Find A Better Way“ mit viel Applaus in den Backstage-Bereich entlassen. Man sollte vielleicht an einem etwas transparenteren Klang feilen, Potential hat die Band ohne Zweifel.
Line-up The Commoners: Chris Medhurst -lead vocals and guitars Ben Spiller – bass and vocals Ross Hayes Citrullo – lead guitar Adam Cannon – drums and vocals Miles Evans-Branagh – keys and vocals
Wie man es besser macht und daran ließen die Protagonisten von Beginn an keinen Zweifel, zeigte schon der herrlich rock and rollig abgehende Opener „Find The Truth“, in dem die Gehörgange der Audienz direkt auf Twin-Tonalitäten eingenordet wurden.
Was für ein Kerl dieser Ewan Currie, dachte ich spontan, als sich sein imposantes Erscheinungsbild in Richtung Front-Mikro bewegte, ein echter kanadischer Holzfällertyp, wie er im Buche steht, da kriegte man schon fast Angst, dass er gleich die Stützfeiler des Luxors durchsägt. Aber sowohl vokal als auch, was die Fingerfertigkeit an den Gitarrensaiten anging (ich war erstaunt, was er für Töne aus seiner, eher in Blues Krechel-Sphären beliebten Gibson ES herauskitzelte), bewegte er sich trotz seiner körperlichen Wucht, im eher grazilen Spektrum.
Zwei Etagen tiefer (von der Größe her) wuselte dann der ’neue‘ Gitarrist Ricky Paquette genauso so quirlig wie seine herunterhängende Lockenpracht. Unzählige Hammer-Soli, auf allen möglichen unterschiedlichen Modelllen von der Les Paul bis hin zu Telecaster, Firebird und Gibson SG und dann immer wieder in brillantes Wechselspiel oder Twins mit Currie mündend.
Alleine schon die fulminante Version von „Bad Lieutnant“, wo ich spontan zweifelte, ob man diesen Song im weiteren Verlauf überhaupt noch steigern kann, ließ das schlechte Gewissen bezüglich meiner bisherigen Ignoranz der Truppe, heftig aufblitzen. Auch wenn es tatsächlich am Ende mein persönliches Lieblingsstück blieb, wurde des hohe Niveau durchgehend gehalten.
Besondere Freude kam dann natürlich auf, als Currie & Co. die beiden o. a. EPs in Form von Tracks wie „Now Or Never“, „Take Me For A Ride“, „Darlin‘ Baby“ (Schwofer mit herrlichem Eagles-„Lyin‘ Eyes“-Flair) oder „Hell Together“ bemusterten. Besonders letztgenannter Song dürfte mit den markanten Duane Allman-Gedächtnis-Slides von Paquette, die Allman Brothers-Fans unter den Anwesenden in nostalgische Träumereien wegdriften lassen.
Mit „Scarborough Street Fight“ folgte eine weitere sensationell performte Nummer, der Schunkler „I Don’t Know“ und „Nobody“, bei dem Keyboarder Shamus Currie die dritte E-Gitarre ergänzte und auch ordentlich im Soli-Rausch mitmischte, bildeten den Abschluss eines extrem starken und kurzweiligen Hauptteils.
Ach so, die Rhythmusabteilung sollte auch noch erwähnt werden. Hier glänzte Ryan Gullen neben seinem routinierten Spiel auch mit seinem äußeren Erscheinungsbild und der direkt vor dem, mit Glühbirnen illuminierten Bandlogo trommelnde Sam Corbett mit seinem immer passenden Drive ebenso.
Als Zugaben hatte der Fünfer dann noch „Rough Rider ’89“ und das nochmals furiose „I’m Gonna Be Myself“ (mit kurz inkludierter „Jessica“-Passage) im Angebot. Die durchgehend prächtig mitgehende Luxor-Audienz verabschiedete die Kanadier mit stehenden Ovationen. So muss modern interpretierter Southern Rock gespielt werden, ich denke, ein Ronnie Van Zant hätte auch einen Heidenspaß an dieser engagierten Leistung gehabt.
Ich persönlich sage „Asche auf mein Haupt“ und gelobe Besserung!. Es war sicherlich das Top-Konzert des Jahres. Potentielle weitere Sheepdogs-Gigs in der Zukunft in unseren Gefilden stehen daher zukünftig mit höchster Prio in meinem Terminkalender, fest versprochen!
Line-up The Sheepdogs: Ewan Currie – lead vocals and electric guitar, percussion Ryan Gullen – bass and vocals Sam Corbett – drums and vocals Shamus Currie – keys, percussion, electric guitar and vocals Ricky Paquette – electric guitar and vocals
Mit „A War On Everything“ (2019) heimsten The Glorious Sons ihren zweiten JUNO-Award erneut in der Kategorie des besten Rockalbums ein. Die Band aus Ontario ließen sich nun vier Jahre Zeit, um den Nachfolger „ Glory“ herauszubringen. Dazwischen veröffentlichten sie einige Tracks, die sich auf keinem Album finden. „Daylight“ schafftet den Sprung in die kanadischen Rock-Radio-Charts und „Hold Steady“ erreichte dort sogar die Spitzenposition. Es spricht für das Selbstbewusstsein der Gebrüder Emmons, dass sie auf die Wiederverwertung der Songs auf dem aktuellen Longplayer verzichten. Auf ihm sind zehn neue Titel vertreten.
The Glorious Sons bestehen seit nunmehr zwölf Jahren. Von den Gründungsmitgliedern ist neben Brett Emmons und seinem Bruder Jay noch Drummer Adam Paquette dabei. Chris Koster stieg 2015 in die Band ein. Das Sextett wird derzeit von Josh Hewson sowie Peter van Helvoort komplettiert. Nach Aussage von Songwriter und Frontmann Brett Emmons befanden sich The Glorious Sons an einem Scheidepunkt, an dem eine Entscheidung über den einzuschlagenden Weg anstand. Letztlich setzte die Band auf Kontinuität. Dass der Entwicklungsprozess der Songs für Brett wohl schwierig war, ist dem Werk nicht anzumerken. Die Truppe versprüht auf ihrem vierten Album weiterhin etwas von dem jugendlichen, rauen Charme ihrer früheren Werke. Darüber hinaus zeigt sie sich an manchen Stellen etwas glatter. Insgesamt bleiben die Modifikationen im Sound aber moderat.
Dass The Glorious Sons wieder vieles richtig gemacht haben, zeigt der Erfolg der ersten Single „Mercy Mercy“, die in den Alternative-Charts unter den ersten zwanzig Songs rangierte. Der Track folgt ganz ihrer bisherigen Linie mit einem kraftvollen, mehrstimmigen Refrain. Die weitere Vorabauskopplung „Dream“ wirkt zahmer und durch die Keys erhält sie streckenweise eine leicht poppige Note.
Vor allem in der ersten Hälfte des Albums finden sich einige Songs, die opulent arrangiert sind und nahezu hymnische Züge tragen. Diese waren den Glorious Sons ja schon früher nicht ganz fremd. Während die dynamische Struktur von „Glory“ den Bombast noch auffängt, schlägt er bei „Cellular“ durch. Das Stück wird vor großem Publikum mit Sicherheit funktionieren. „House Lights“, das ruhig beginnt, schwillt dann zu einem vollen Sound an. Die Emotionen des fast schon zerbrechlich wirkenden Gesangs von Brett Emmons am Anfang gehen so im Laufe des Stücks etwas verloren.
Insgesamt erscheint der zweite Teil der Scheibe interessanter. „Speed Of Light“ scheppert aggressiv durch die Boxen wie bei einer Garage-Band. Der Refrain von „Lightning Bolt“ geht in eine ähnliche Richtung, wobei der Song insgesamt eher locker daherkommt. „You Stay Young“ nimmt dann auf einen Ritt mit, der durch den galoppierendem Rhythmus, den das Schlagzeug vorgibt, angetrieben wird. Sehr schön ist hier auch die Dynamik des Stückes, bei der zwischen leiseren und lauteren, orchestral anmutenden Passagen gewechselt wird. Vor dem glänzenden Abschluss „Cosmic Beam“ streuen The Glorious Sons noch das ruhige „Time Will Reign Down On Me” ein.
Im Anschluss an „A War On Everything“ legen The Glorious Sons mit „Glory” ein Album nach, das das Potential hat, an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Insgesamt reicht das neue Werk nicht ganz an den vorherigen, preisgekrönten Longplayer heran, bietet aber eine ausgewogene Mischung zwischen stadiontauglichem und alternativem Rock. In Kanada rufen sich The Glorious Sons mit ihm als feste Rockgröße in Erinnerung. In Deutschland untermauern sie mit ihm zumindest ihren Status als Geheimtipp.
TGS Music-Warner Music Canada/ADA Warner (2023) Stil: Rock
Tracks: 01. Glory 02. Mercy Mercy 03. Cellular 04. Dream 05. House Lights 06. Speed Of Light 07. Lightning Bolt 08. You Stay Young 09. Time Will Reign Down On Me 10. Cosmic Beam
Drittes Album der beiden Brüder David und Joey Landreth alias The Bros. Landreth. Mit ihrem Debüt „Let It Lie“ sorgten die beiden Kanadier 2015 für großes Aufsehen in der Americana-/Roots-Szene und ergatterten dafür sogar einen JUNO-Award. Auch mir persönlich gefiel das Werk richtig gut.
2017 hatte ich dann erstmals die Gelegenheit eine Solo-EP („Whiskey„) von Joey begutachten zu dürfen, auch hier wurde der gute Eindruck, den das Duo hingelegt hatte, erneut bestätigt.
Mit dem Nachfolger der wieder vereinten Brüder „’87“ im Jahr 2019 hatte ich dann so meine dezenten Probleme. Das Songmaterial sprach mich nicht mehr so an wie beim Vorgänger, wenn auch ein akzeptables Ergebnis am Ende dabei zu Buche stand. Nunmehr also der dritte Streich der beiden mit „Come Morning“.
„Das übergreifende Thema hier ist die Hoffnung“, sagt Joey Landreth. „Viele der Songs berühren schwierige Themen, zum Beispiel das Verarbeiten emotionaler Traumata und das Zurückfinden zu einer neuen Stärke. Es ist ein Mythos, dass man diesen Prozess jemals beendet. Dave und ich haben diese Reise gerade erst angetreten; deshalb ist diese Platte auch eine Wiedergeburt dessen, was wir mit „’87“ erreichen wollten. Wir arbeiten uns durch den Schmerz, verarbeiten ihn, packen unser sprichwörtliches Gepäck aus und fangen an, vorwärts zu gehen. Beim letzten Mal sind wir nur auf dem Teppich gelaufen, unter den wir alles Mögliche gekehrt hatten.“
Und in der Tat spürt man bei jedem Song das Bemühen, Text, Musik und die Stimmungen der Musiker exakt wieder zugeben. In ihrem Streben nach Perfektion erinnern mich die beiden ein wenig an die Art von Steely Dan, nur mit einem Stil, der halt in Country-/Roots-Americana-Gefilden verwurzelt ist.
Center-Track und für mich ist das mit einem 90er-Shynthie-Gedächtnis Pump-Groove angetriebene „Drive All Night“ das zunächst im vorderen Teil in der Langversion gebracht wird und als Ausklang nochmals in einer abgeschnittenen Radio-Version serviert wird.
Der Rest auf diesem Album ist größtenteils entspannte, unaufgeregt nachdenkliche, immer melodsiche Roots-Country-Americana-Musik, teils sanft soulig und auch Barroom-mäßig ausstaffiert, für die man die entsprechende Ruhe zum intensiven Zuhören mitbringen muss.
The Bros. Landreth finden wieder langsam zu alter Stärke und Geschlossenheit zurück und beweisen mit „Come Morning“ dass bei ihnen musikalisch noch lange nicht aller Tage Abend ist.
Cake Records (2022) Stil: Country Folk
01. Stay 02. What In The World 03. Drive All Night 04. Shame 05. You Don’t Know Me 06. After The Rain 07. Don’t Feel Like Crying 08. Curduroy 09. Come Morning 10. Back To Thee 11. Drive All Night (Radio Edit)
Was für ein Abend mit Samantha Martin & Delta Sugar in der erstmals seit langem wieder ausverkauften Kulturrampe. Ok, ganz so viele Konzertgelegenheiten hat es seit dem Corna-bedingten Lockdown in der Krefelder Location ja auch noch nicht gegeben. Aber immerhin fand auch parallel zur gleichen Zeit ein Mega-Sport-Event im naheliegenden Mönchengladbach statt (Borussia Mönchengladbach Ü23 – Rot-Weiss Essen 1:2). Wie bekannt, war man ja in den etwas wärmeren Zeiten mit Open-Air-Events in den ebenfalls schönen Schlachtgarten ausgewichen.
Apropos schön, in dieser Phase haben Leute um Pille Peerlings herum, mit viel Engagement der Rampe ein neues Antlitz verpasst, das ich an diesem Abend zum ersten Mal in Augenschein nehmen durfte. Der Outdoor-Bereich wurde relativ unscheinbar aufgewertet, im Großen und Ganzen so belassen, er wirkt aber trotzdem deutlich einladender.
Der entscheidende Durchbruch wurde allerdings durch einen Durchbruch der Wand zwischen dem ‚Kneipenbereich‘ und dem Bühnenareal erreicht, der der Location ein deutlich großzügigeres und ‚luftigeres‘ Ambiente vermittelt. Gemütlichkeit wird durch die vielen schönen Accessoires, die stilvolle Beleuchtung und noch eine rötlich verziegelte Seitenwand vermittelt. Alles in Allem ein echtes Kompliment an die Macher, klasse Arbeit!
Gegen 21:15 Uhr betrat Rampenchef Pille Peerlings wie gewohnt zur Ansage die im bisherigen Format belassene, enge Querbühne und ließ in spitzzüngiger humorvoller Manier seine Begrüßungsworte in Richtung der zahlreich erschienenen Audienz los. Danach folgte dann stante pede die recht klein gewachsene, aber mit umso größerer Stimme gesegnete Kanadierin Samantha Martin und ihr Begleit-Line-up und verwandelte die Rampe in zwei Sets mit ihrer unwiderstehlichen Mischung aus Funk, Soul, Blues, Country und Rock, in einen brodelnden Tanzkessel.
Im Fokus stand natürlich ihr neues Album „The Reckless One“ mit vielen Tracks wie u. a, „Love Is All Around“, „Don’t Have To Be“, So I Always Know“, I’ve Got Afeeling“, „Pass Me By“ und „Lovin You Is Easy“, aber auch Sachen des Vorgängers „Run To Me“ wie „Good Trouble“, „You Are The Love“ oder „All Night Long“.
Mein Favorit des ersten Sets war allerdings das swampig-countryeske, an Lucinda Williams erinnernde „Dark Angel“, wo der wieder mit seinem unaufdringlichen, aber sehr quirligen Begleit- und Hintergrund-E-Gitarrenspiel glänzende Curtis Chaffey ein herrliches Solo in bester Southern Rock-Qualität hinlegte.
Auch der rauschebärtige Keyboarder Jeff Heisholt trug ebenso, wie die satt groovende Rhythmusfraktion mit dem starken Drummer Will Fisher und Bassist Ian MacEwan, mit seiner weitgefächerten Tasten-Arbeit (Orgel, E-Piano, HT-Piano) viel zum prallen Gesamtsound der Kanadier bei. Die beiden Backgroundsängerinnen Sherie Marshall (mit beeindruckender Afro-Mähne) und Aisha Jarvis sorgten allein schon durch ihre Präsenz samt ihrer gospeligen-souligen ‚Uuhs‘ und ‚Aahs‘ für weitere vokale Würze zur Stimmgewalt der bestens aufgelegten und energiegeladenen Fronterin.
Grandiose Stimmung (wie heiß es in der Rampe zuging, kann man auch auf der unten anhängenden schönen Bildergalerie des Kollegen Mangold gut nachvollziehen) erzeugten natürlich besonders die gelungenen Coverversionen wie das fröhlich rockende „Happy“ der Stones in Set 2, aber besonders die beiden Zugabennummern am Anfang mit „Proud Mary“, das mit seinem langsameren Beginn (samt Publikumsmitsinginteraktion) und umso temperamentvollen Umschwung in eine Speedversion, am Ende sofort mal die, durch den Durchbruch verursachte Statikveränderung der Rampe auf eine harte Probe stellte. Das Publikum tanzte, tobte und wollte Nachschlag.
Zum Runterkommen gab es dann noch mit „Sweet Love“ von Lucinda Williams eine echte Perle. Samantha fing zunächst alleine mit der Akustikgitarre singend an, dann gesellten sich peu à peu Gitarrist Chaffey (mit gefühlvollem E-Solo), die beiden Backgroundsängerinnen und letztendlich Keyboarder Jeff Heisholt dazu (die Rhythmusfraktion durfte sich schon das Feierabendbier gönnen) und ließen diesen herrlichen Abend, im Country-Ambiente sanft und dennoch stimmungsvoll ausklingen.
Wie schon vor knapp drei Jahren bei ihrem Gig an gleicher Stelle bewiesen Samantha Martin & Delta Sugar, dass ihre Auftritte immer als Pflichttermin eines rockmusikbegeisterten Konzertgängers im Kalender stehen sollten. Kaum war der Gig vorbei, stand die sympathische und lebensfreudige Protagonistin schon wieder am Merchandising-Stand im gemütlichen Thekenbereich zum Signieren und Smalltalk für ihre Fans zur Verfügung. Mit eines der echten Highlights dieses Jahres!
Line-up: Samantha Martin (lead vocals, acoustic guitar, percussion) Curtis Chaffey (electric guitar) Ian MacEwan (bass) Will Fisher (drums) Jeff Heisholt (keys) Sherie Marshall (bgv, percussion) Aisha Jarvis (bgv, percussion)
Der in seinem Heimatland Kanada enorm erfolgreiche Brett Kissel (mittlerweile allerdings in Nashville lebend), ist nicht nur ein guter Musiker und Songwriter, an ihm scheint wohl auch ein tiefgründiger Philosoph verloren gegangen zu sein. Auf seinem neuen Album befasst er sich mit einer der zentralen Menschheitsfragen „What Is Life?“, oder besser gesagt, wohl damit, was ein solches lebenswert macht.
Antworten dazu finden sich bereits in seinem gesprochenen Prolog zu Beginn, aber auch in manchen Songs. Klar zum Ausdruck kommt, dass für Brett seine Familie die wesentliche Rolle spielt, nicht ohne Stolz gewährt er hier seinen drei Kindern und der Ehefrau mittels kleiner Sprech-Intermezzi zwischen den Liedern, so etwas wie eine kleine Teilhabe an seinem Schaffen.
Rein musikalisch betrachtet, bleiben dann zehn Stücke über, die deutlich offerieren, warum Kissel, der in Kanada in letzter Zeit fast alles an Preisen (u. a. JUNO-Award, CCMA Awards) abgeräumt hat und seitens der Presse als ‚The New King of Canadian Country‘ betitelt wird, schon US-Mega-Größen wie Brad Paisley oder Garth Brooks supportet hat.
Als Bezugsgrößen fallen mir im US-Bereich aber eher moderne Interpreten wie Keith Urban (vor allem der Opener „Make A Life, Not A Living“), Sam Hunt & Co. ein, auf kanadischer Seite sehe ich ihn in ähnlichen Regionen wie z. B. die dortigen Kollegen Tebey oder Doc Walker.
Mir gefallen besonders die relativ gitarrenlastigen Tracks wie „Night In The Life“ (da gibt es sogar ein kurze Twin-E-Passage, die an die guten alten Thin Lizzy erinnert) oder „Slidin’ Your Way“, wo dann dem Titel entsprechend, mittels Dobro geslidet wird. Toll auch das vorwiegend zurückgenommene, von Moll-Piano-Klängen und dezenten Streichern begleitete „From This Day Forward“, bei dem sich Kissels gute Stimme besonders herauskristallisieren kann.
Am Ende stellt er beim Abschlusstrack und quasi Abschlussfazit zugleich, „Kindness“ (nur Gesang, begleitet von einer Akustikgitarre), mit den Worten „if kindness is contagious“ die Hypothese in den Raum, dass bei einer herzlichen Erziehung oder Verhaltensweise, auf dieser Welt kein Platz für Hass und die daraus dementsprechend negativen Folgen resultieren würden.
Damit hat er unbestritten recht, ich gehe da persönlich sogar noch etwas weiter, wenn die reichen und mächtigen Bestimmer dieser Erde, sich nicht so egoistisch, beziehungsweise asozial verhalten würden, wäre ein noch größerer Schritt in die richtige Richtung vollzogen. Aber in diesen Sphären sind Begriffe wie ‚Teilen‘ oder ‚Verzichten‘ ja bekanntlich von vorne herein Fremdworte, da führt man lieber Krieg und gibt keine Ruhe, bis man auch den letzten potentiellen Widersacher aus dem Weg geräumt hat.
Aber das Abschlussfazit soll natürlich musikalischer Natur und dem Protagonisten vorbehalten sein. Der in unseren Breitengraden vermutlich noch nicht so bekannte Brett Kissel liefert auf seinem aktuellen Longplayer „What Is Life?“ zehn schön ins Ohr gehende, melodische, knackig und lebhaft produzierte New Country-Stücke, die sein erfolgreiches Standing von Kanada bis nach Nashville hin festigen, gegebenenfalls sogar ausbauen werden. Somit also auch ein heißer Tipp für die New Country-Fan-Gemeinde in unserem Land!
Warner Music Canada (2021)
Stil: New Country
01. What Is Life? – A Perspective
02. Make A Life, Not A Living
03. Die To Go Home
04. From Aria (Interlude)
05. Down To Earth
06. Better Bad Idea
07. Night In The Life
08. From Leo (Interlude)
09. Everything In The Rearview
10. Slidin’ Your Way
11. Without
12. From This Day Forward
13. From Mila (Interlude)
14. Kindness
Im Jahr 2019, als die musikalische Welt noch in Ordnung war, hatte uns der kanadische Singer/Songwriter Tebey Solomon Ottoh, oder kurz Tebey, im Rahmen der SOUND OF NASHVILLE-Konzertreihe in Köln schon absolut positiv überrascht.
Jetzt zu Anfang dieses Jahres bringt er sein erstes Album „The Good Ones“ (insgesamt sein drittes) auf seinem eigens gegründeten Label Jayward Artist Group heraus. Stark mit involviert an allen Fronten auch wieder, wie damals in Köln beim Gig, Danick Dupelle, den Insider auch von der Gruppe Emerson Drive kennen werden, der sich hier als Co-Writer und -Producer, als auch Instrumentalist (Guitars, Bass, Keys, Ganjo, Banjo, Programming) vielschichtig in die Credits einträgt.
Dass Tebey ein feines ‚Händchen‘ für Songs mit Chartpotential hat, weiß man nicht zuletzt von Nr. 1-Hits wie „Somebody Else Will“, dass er für Justin Moore kreiert hat, als auch u. a. Who’s Gonna Love You“, mit dem er selbst die Pole-Position in Kanada erreichte.
Und so liefert er auch auf diesem Werk wieder acht traumhaft schöne Tracks ab, bei denen die Hooks und Refrains, fließend ins Blut und Gedächtnis gehen. Was mir dabei besonders gefällt ist, obwohl ich ja gewöhnlich eher rauer singende Fronter mag, seine außergewöhnlich klare und absolut auf den Punkt zu den Songs passende Stimme. Bestes Beispiel direkt, der auch schon in Köln performte Opener „Shotgun Rider„, der perfekt die positiv ansteckende Gesamtstimmung des Werkes widergibt.
Danick Dupelle sorgt mit seinen Ganjo-/Banjo-Untermalungen und immer wieder schön eingeflochtenen E-Gitarren (auch das eine oder andere starke Kurz-Solo ist zugegen) dafür, dass dem überwiegend poppigen Charakter der Stücke ein countryesker Mindestgehalt beigemischt wird.
Beim tollen „Good Jeans“ kommt man um den unweigerlichen Vergleich mit Keith Urban nicht mehr herum, klasse auch sein atmosphärisches Bariton-E-Spiel beim finalen „Doing It Again“. Auch Dupelles Band Emerson Drive oder Leute wie Drew Womack (Ex Lead-Sänger von Sons Of The Desert), Mitchell Tenpenny & Co. fallen einem spontan als Vergleichsgrößen ein.
Zu gefallen weiß natürlich auch der herrlich dahin schmachtende Titeltrack, bei dem im Wechsel- und Harmoniegesang mit der kanadischen Kollegin Marie-Mai (Star Académie, Sängerin auf der Abschlussfeier der olympischen Winterspiele in Vancouver) alle alle Register der Duettgesangeskunst gezogen werden.
Fazit nach 24 Minuten gute Laune versprühender, melodischer und eingängiger Countrypop-Musik: Tebey beweist mit „The Good Ones“ eindrucksvoll, dass er zu den wirklich Guten des Genres zählt. Für solche Musik wurden – so meine ich – irgendwann Cabriolets erfunden.
Jayward Artist Group (2021) Stil: New Country
01. Shotgun Rider
02. Happened On A Saturday Night
03. The Good Ones
04. Song Of The Summer
05. Bad For Me
06. Good Jeans
07. See You Around
08. Doing It Again
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