Shania Twain – Little Miss Twain – CD-Review

Shania Twain zählt zweifellos zum Who Is Who, wenn es um weibliche (New) Countrymusik geht. Ihr Album „Come On Over“  inklusive des Mega-Hits „That Don’t Impress Me Much“ gilt mit über 40 Millionen verkauften Einheiten immer noch als meistverkaufter Longplayer einer weiblichen Künstlerin aller Zeiten. Zu dieser Phase kam es zu einem regelrechten Hype um die Kanadierin.

Es gab aber auch bittere Momente in ihrem Leben wie u. a. der Missbrauch durch den Stiefvater in frühsten Kindestagen, das Ehedebakel mit Robert ‚Mutt‘ Lange oder der Verlust ihrer Stimme im Rahmen einer Borreliose-Erkrankung. Mit ihrem von der Mutter anerzogenen Kämpferherz hat sie all diese Tiefschläge überwunden. Nun lässt sie mit ihrem mittlerweile siebten Album „Little Miss Twain“ erneut aufhorchen und reflektiert hier größtenteils ihre Kindheit in Kanada.

Der Silberling beinhaltet 15 neue Stücke, von denen die Protagonistin 14 selbst- oder mitkreiert hat. Wie sich für eine Interpretin ihres Ranges gehört, wurde durch ihr Label an nichts gespart. Diverse Produzenten (Ammo, Eren Cannata, Justin Tranter, David Paich, Zach Daes, Jeff Gitelman), zig arrivierte Musiker (u. a. Jay Bellrose, Grgg Bissonette, Nathan East, Russ Pahl, T Bone Burnette, Greg Leisz), sowie prominente Gäste wie Tanya Tucker, Josh Homme (Queens Of The Stone Age) und The War And Treaty  aus diversen Richtungen, machen ihre Scheibe zu dem, wofür sie seit Beginn ihrer Erfolgsgeschichte steht: New Countrymusik mit ergänztem Crossover-Appeal. Und selbst Sohnemann Eja Lange glänzt mit sporadischer Präsenz bei Tracks wie „Right Time“ und „Little Miss Twain“ (Produktion, BGVs).

Wie schon erwähnt, kokettiert Ms. Twain mit den diversesten Stilen, wie u. a. Country, Rock, Pop, Swing, R&B, Westcoast oder Tex-Mex und lässt alles geschickt zusammenfließen. wobei es ihr gelingt, erneut viele markante Refrains, die recht schnell ins Ohr gehen, in den Vordergrund zustellen.

„Right Time“ (mit markantem Banjo) bohrt sich schon direkt nach dem ersten Abspielen ins Langzeitgedächtnis. „Little Miss Twain“ bildet einen Höhepunkt in emotionaler Sicht (hier singt sie im Refrain; „According to my mother, I’m the next Tanya Tucker, I’m gonna be a star, Yeah, I’m gonna be a star“) mit dabei bei den Harmoniegesängen natürlich: Tanya Tucker!

Das dezent swampige „Dirty Rosie“ (mit unterschwelliger CCR-Note) und das atmosphärische „Faded Blue Jeans“ (mit Josh Homme im Background) entpuppen sich als meine persönlichen Favoriten, „Quit My Life“ mit ‚Abba goes Country‘-Charakter hat Hitpotential, die beschwingten  „Scary Little Thing“ und „New Love“ sind weitere ‚Gute Laune-Bringer‘, im Balladenbereich wissen „Problematic“ und „Take It To The River“, unter Mitwirkung des angesagten Erfolg-Duos The War & Treaty, zu gefallen.

Die fünffache Grammy-Gewinnerin Shania Twain bietet mit „Little Miss Twain“ einen bunten Strauß an Musikstilen mit autobiografischem Hintergrund, mit dem sie sicherlich zumindest kurzfristig mal die Dominanz von Ella Langley und Morgen Wallen stören könnte. Gut gemacht, Ms. Twain!

Republic Nashville (2026)
Stil: New Country / Crossover

01. Stranger Things
02. Right Time
03. Little Miss Twain
04. Dirty Rosie
05. Quit My Life
06. Problematic
07. Scary Little Thing
08. I’d Be Loving Me
09. Faded Blue Jeans
10. Northern Town
11. That’s The Money
12. Down The Middle
13. Take It To The River
14. New Love
15. Rock Stars

Shania Twain
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Universal Music

Ella Langley – Dandelion – CD-Review

Da wollte ich doch tatsächlich mal wissen, wem es gelungen ist, Morgan Wallens Albumdauervormachtstellung in den Billboard-Charts, wenn auch vermutlich nur temporär, zu durchbrechen.

Es handelt sich um die junge, aus Hope Hull, Alabama stammende Ella Langely, die 2024  mit ihrem Debüt-Longplayer „Hungover“ und der inkludierten Single „You Look Like You Love Me“ im Duett mit Riley Green erste Achtungserfolge erzielt hatte und jetzt mit dem nachfolgenden Longplayer „Dandelion“ förmlich durch die Decke geht.

Manchmal muss man halt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Nach dem Hype um eine andere Kollegin aus Alabama, scheinen jetzt die großen Tage dieser jungen Dame gekommen zu sein. Dass sie auch noch bildhübsch aussieht, was vermutlich auch nicht von Nachteil ist, sei am Rande erwähnt.

Laut Langley hat der Titel (Dandelion = Löwenzahn) für sie selbst symbolische Bedeutung in Sachen Unvergänglichkeit, Hoffnung, Heilung und Widerstandsfähigkeit. Attribute mit denen sie ihr eigene Entwicklung verbindet.

Die achtzehn Tracks beginnend und endend mit einem Traditional Intro und Outro „Froggy Went A Courtin'“), bieten eigentlich soliden, eher traditionell ausgerichteten (New-) Country-Stoff, es gibt unzählige Scheiben, die mir deutlich besser gefallen, aber auch deutlich weniger Erfolg aufwiesen. Allerdings, je öfter man einzelne Tracks hört, desto deutlicher wird die Strahlkraft und die dementsprechende Wirkung.

Das Engrow der Stücke hat die Protagonistin im Verbund mit bekannten Songwritern wie u. a. Brett Tyler, Luke Dick, John Nite, Laura Veltz oder aber auch Kollegen wie Hardy oder Miranda Lambert kreiert, letztgenannte hat ihr auch samt Ben West in Sachen Produktion assistiert.

Auch bei den vielen involvierten Musikern stößt man auf bekannte Namen wie u. a.  Charlie Worsham, Tom Bukovac, Dave Cohen, Lonnie Wilson oder  Rob McNelley, die ein Qualitätsprodukt garantieren.

Center-Song ist zweifellos der Ohrwurm „Choosin‘ Texas“ der so ein wenig dem Hit „Drinkin‘ Problem“ nacheifert. Überhaupt hat die Langley-Scheibe viel Midland-Esprit, eben mit weiblicher Stimmnote, und die ist zweifellos klasse. Also eine erfolgsversprechende Mischung, die Billboard-Charts lügen nicht.

Und so bekommt man eine gut angeordnete Mischung aus eingängigen Ohrschmeichlern wie „Dandelion“, „We Know Us“, „Be Her„, „Bottom Of Your Boots“, „Speaking Terms“, „Broken“, „Butterfly Season“ (Frauenpower zusammen mit Miranda Lambert), oder das in einer Akustikversion gespielte „Most Good Things Do“ (mein Lieblingssong) und traditionell angefärbten Countryheulern wie „I Gotta Quit“, „It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels“ und dem Schwofer „Last Call For Us.

Ella Langley ist die Country-Künstlerin der Stunde, das steht jedenfalls fest. Mit „Dandelion“ hat sie der Kollegin Kacey Musgraves, ihr nächstes Nr.1-Album förmlich vermiest, hält die Morgan Wallen-Album-‚Armada‘ seit einigen Wochen in Schach und steht auch mit den inkludierten Tracks „Choosin’Texas“, „Be Her“ und „I Can’t Love You Anymore“ in den Song-Charts mit einem Triple an der Spitze. Da scheint sich ein schönes Duell für die nächsten Jahre anzubahnen. Die Frage zunächst bleibt, wann der Dominator wieder zurückschlägt?

Columbia Records/Sony Music (2026)
Stil: (New) Country

Tracks:
01. Froggy Went A Courtin‘ – Intro
02. Dandelion
03. Choosin‘ Texas
04. We Know Us
05. Low Lights
06. Be Her
07. You & Me Time
08. Loving Life Again
09. Bottom Of Your Boots
10. Speaking Terms
11. I Gotta Quit
12. It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels
13. Last Call For Us
14. Broken
15. Somethin‘ Simple
16. Butterfly Season
17. Most Good Things Do
18. Froggy Went A Courtin‘ – Outro

Ella Langley
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Sony Music

49 Winchester – Change Of Plans – CD-Review

Ich besitze ein T-Shirt von Blackberry Smoke, wo auf der Rückseite der Slogan ‚Too Rock for Country, Too Country For Rock‘ als Charakteristikum der Band platziert ist und bei dem gleichzeitig auch so treffend das Erfolgsrezept von Charlie Starr & Co. beschrieben wird.

Eine Gruppe, die sich mit zunehmender Dauer ebenfalls dieser Attitüden bedient und im gleichen musikalischen Fahrwasser mitschwimmt, ist 49 Winchester.  Die Truppe um Bandleader Isaac Gibson, samt Bus Shelton (Leadgitarre), Chase Chafin (Bass), Noah Patrick (Pedal Steel), Tim Hall (Keys) und Justin Louthian (Schlagzeug), bringt jetzt mit „Change Of Plans“ ihr bereits sechstes Album auf den Markt.

Produziert hat es kein geringerer als der GRAMMY-prämierte Dave Cobb (Chris Stapleton, Sturgill Simpson) innerhalb von nur acht Tagen in seinem Aufnahmestudio in Savannah, Georgia. Der auf dem Werk enthaltene Track „Oh Savannah„, geschrieben von Frontmann Isaac Gibson gemeinsam mit Jessie Jo Dillon und Chris Tompkins, ist quasi eine Inspiration der Band während der Aufnahmen mit Cobb.

Das Lied folgt als dritte Single, nachdem man zuvor bereits die beiden Stücke „Slowly“ und das ein wenig an „Can’t You See“ erinnernde „Pardon Me ins Rennen gesendet hatte. Auffällig auf dem neuen Silberling sind die dezent eingebundenen Prog- und Classic Rock-Ingredienzien (ohne dabei ihr charakteristisches Storytelling zu vernachlässigen), die man bei Liedern wie „Bluebird“, der tollen Black Sabbath-Adaption „Changes“, oder auch beim furiosen, fast theatralischen Abschluss „Heavy Chevy“ entdeckt.

Weitere Highlights sind das roots-rockige „All Over Again“ (mit packenden atmosphärischen Tempowechseln)  oder der Southern-Countryheuler im Stile der Charlie Daniels Band,“Bringin‘ Home The Bacon“, mit integriertem Billy Power-Gedächtnis-HT-Geklimper. 

Mit „Change Of Plans“ fügt das Sextett aus Virginia einen weiteren kreativen Höhepunkt in ihr Portfolio, der Rohheit mit Raffinesse samt den Themen wie Wandel, Reife und Ausdauer ineinander fließen lässt.

„Wir haben das alles aus dem Nichts aufgebaut… und indem wir dieser Haltung treu geblieben sind, fühlt es sich jetzt endlich an, als wäre es unsere Zeit“, so Isaac Gibson zur Entwicklung der Gruppe. Womit er zweifellos eindeutig Recht hat!

New West Records / MCA (2026)
Stil: Southern Rock, New Country

Tracks:
01. The Window
02. Bluebird
03. Changes
04. All Around Me
05. Slowly
06. All Over Again
07. Oh Savannah
08. Bringin‘ Home The Bacon
09. Pardon Me
10. Heavy Chevy

49 Winchester
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Lime Tree Music

Kacey Musgraves – Middle of Nowhere – CD-Review

Die Karriere der Singer/Songwriterin Kacey Musgraves ist seit ihrem Debüt „Same Trailer Different Park“ im Jahr 2013 eine einzige Erfolgsgeschichte. Jeder bisher veröffentlichte Longplayer  landete auf Platz 1 der Country Billboard Charts.

Seither hagelte es acht Grammys  (u. a. das Album des Jahres für „Golden Hour“) und vielfache weitere Auszeichnungen in diversen Rubriken für die humorvolle und sympathische Texanerin. Sie stammt ja aus einer Kleinstadt mitten im Nichts des Lonestar States und auch beziehungstechnisch schien es wohl in letzter Zeit nicht rund gelaufen zu sein. Somit erscheint der Titel ihres neuen Werkes „Middle of Nowhere“ auch in metaphorischer Hinsicht eine aktuelle und treffende Beschreibung des Istzustandes, den es hier aufzuarbeiten galt.

Und es ist ihr mit Brillanz gelungen, natürlich auch, weil hier nichts dem Zufall überlassen wurde. In der Zusammenarbeit beim Songwriting und der glasklaren Produktion wurde mit Leuten wie u. a. Daniel Tashian und Ian Fitchuk wieder auf Altbewährtes gesetzt. Zusätzliche Glanz verbreiten Gastpräsenzen von Künstlern wie Willie Nelson, Miranda Lambert, Billy Strings und Gregory Alan Isakov.

Die neuen Songs bestechen durch ihre Simplizität bei maximaler Effektivität. Das sind alles wunderbar ‚leichtfüßige‘ Melodien, arrangiert mit lockeren, transparent ausgesteuerten Akustik- und E-Gitarren, sowie typischen Steeleinlagen für das Countrylabel. Die Drums, sporadisch immer wieder  loopähnlich eingesetzt, geben Tracks wie „Dry Spell„, „Back On The Wagon“, „I Believe In Ghosts“, Loneliest Girl In The World“, „Everybody Wants To Be A Cowboy“, „Rhinestoned“ oder „Mexico Honey“ dieses radiotaugliche Esprit, das natürlich von Musgraves‘ betörender Stimme den endgültigen Kick enthält. Einfach zum Dahinfließen.

Und für die Traditionalisten sorgen atmosphärischen Lieder mit Western Touch wie „Abilene“ und „Coyote“, als auch humorvolle Schunkler der Marke „Horses and Divorces“ (allein schon der Titel ist klasse) und „Uncertain, TX“ (beide mit integrierten Akkordeonklängen) für das entsprechende Gegengewicht. Am Ende ist es der Protagonistin gegönnt, bei „Hell On Me“ die gescheiterte Beziehung unter schmerzvollem Gesang zu reflektieren.

Mit dem neuen Album „Middle of Nowhere“ (das Coverbild wurde übrigens von Kaceys Schwester fotografiert)  sollte es zumindest in beruflicher Hinsicht wieder vollauf ins Rampenlicht gehen. Eine erneute Top-Platzierung in den Charts liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Und vielleicht klappt es dann ja auch wieder mit der Liebe. Die Liste der Verehrer dürfte sehr sehr lang sein…

Lost Highway Records (2026)
Stil: New Country

01. Middle of Nowhere
02. Dry Spell
03. Back On The Wagon
04. I Believe In Ghosts
05. Abilene
06. Coyote
07. Loneliest Girl In The World
08. Everybody Wants To Be A Cowboy
09. Horses and Divorces
10. Uncertain, TX
11. Rhinestoned
12. Mexico Honey
13. Hell On Me

Kacey Musgraves
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Universal Music

Jackson Dean – Magnolia Sage – CD-Review

Mit dem aus Maryland stammenden Jackson Dean veröffentlicht einer derzeit angesagtesten Songwriter in der New Country-Szene mit „Magnolia Sage“ sein drittes Studio-Album unter Major Flagge (dem Big Machine Nachfolger Blue Highway Records).

Nach diversen Platin- und Gold-ausgezeichneten Single-Erfolgen („Don’t Come Lookin'“, „Fearless (The Echo)“) und einer ACM-Nominierung als bester neuer männlicher Künstler in 2023 stehen nun die Zeichen offensichtlich darauf, in die Phalanx der Platzhirsche Morgen Wallen und Luke Combs einzugreifen.

Dazu standen dem Protagonisten für die elf neuen Songkreationen klingende Erfolgsschreiber wie u. a. Luke Dick (der das Werk auch produziert hat), Rodney Clawson, Laura Veltz, Natalie Hemby, Josh Miller, Josh Thompson oder Chris Tompkins) an der Seite.

Der LP-Titel „Magnolia Sage“ thematisiert Gegensätzlichkeiten, die von Dean quasi durch zwei verschiedene Linsen beleuchtet werden. Seine hervorragende Stimme ist dazu prädestiniert, sowohl in rauer als auch soulig-gefühlvoller Manier zu agieren.

Mein Herz hat der mir bis dato unbekannte Künstler mit dem flockigen, samt Tempowechseln verschachtelten Opener „Blacktop Blues” gewonnen, der von einer markanten E-Gitarren-Slide Hook eingeleitet wird sowie auch, surrende Fills als auch ein dementsprechendes Solo enthält und somit geneigte Southern-Fans ansprechen wird.

Diese südstaatliche Note bleibt dank der exzellenten involvierten Gitarristen unterschwellig durch das gesamte Werk enthalten, allerdings zielen die ausnahmslos hitverdächtigen mitsingbaren Refrains mit ihren hohen Wiedererkennungswerten primär auf das massenkompatible New Country-Publikum.  Die Karaoke-Bars im Süden werden hier reichhaltigen Zusatzstoff für ihr Sortiment verzeichnen können.

Deans famose, angeraute Wohlfühl-Stimme (Marke Travis Tritt) kommt natürlich am besten bei den ruhigeren souligen Tracks wie “Be Your Man”, “Tennessee Moon”, “Hey Mississippi” (aktuelle Single) oder „“Something Easy” zur Geltung. Zur Unterstützung sind vereinzelt weibliche Backgroundsängerinnen vertreten. Da könnten gleich mehrere Chart-Topper bei rauspringen.

Den in Amiland gut ankommenden Patriotismus gibt es dazu noch bei Liedern, die von vorne herein geografischen Bezug im Titel haben, wie auch bei “5th Of July” oder “Dust On A Dirt Road”. Einen melancholischen Abschluss bildet „Heart On The Range“.

Jackson Dean überzeugt auf seinem Album „Magnolia Sage“ restlos. Die oben erwähnten Stars der Branche müssen sich über Kurz oder Lang auf ernstzunehmende Konkurrenz einstellen. Eine Scheibe, die in den wärmeren Monaten demnächst noch öfter bei mir laufen wird. Klasse!

Blue Highway Records (2026)
Stil: New Country

01. Blacktop Blues
02. Make A Liar)
03. Be Your Man
04. 5th Of July
05. Tennessee Moon
06. Over And Over
07. Hey Mississippi
08. Something Easy
09. Wildfire
10. Dust On A Dirt Road
11. Heart On The Range

Jackson Dean
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Larry Fleet – Another Year Older – CD-Review

Ich bin auf Larry Fleet durch den Song „Baby We Do“ von seinem Debüt-Album „Working Hard“ gestoßen, ein Country-Ohrwurm, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Southern Soul und gesungen von einer grandiosen Wohlfühl-Reibeisenstimme (wie eine Mischung aus Travis Tritt und Kenny Rogers).

Das zum Album gehörige Review übernahm der geschätzte Kollege Michael Segets, dessen Analyse man quasi 1:1 auch auf Fleets neues Werk „Another Year Older“ übertragen könnte.

Der von Jake Owen entdeckte Singer/Songwriter ist mittlerweile auf einem Independant-Label (EMPIRE) unterwegs, das sich die Förderung kulturell relevanter Musik, die die Persönlichkeit des Künstlers in den Vordergrund rückt, auf die Fahne geschrieben hat.

Dies trägt sicher dazu bei, dass er sich ganz auf seine Stärken konzentrieren kann: dezent melancholisches Storytelling, überwiegend verpackt in melodische Countrysongs mit Veranda-Charakter, ab und zu mal  etwas lebhafter, wenn er seine Passion für Soulmusik mit einfließen lässt.

Hitverdächtig in einer elf-stückigen Singleansammlung (da hat man wirklich die Qual der Wahl bei der Auswahl) sind für den patriotisch/gläubig gestrickten Ami sicherlich „Baseball On The Radio“, „Hotel Bible“ und „American Made„, das mit einem dezenten ‚Bruce Springsteen-/Bob Seger go Country‘-Esprit (typische Piano-Untermalung) daherkommt.

Meine Key-Tracks sind natürlich die Sachen, die wieder im southern-souligen „Baby We Do“-Stil angelegt sind. Da gibt es diesmal gleich drei Ohrwürmer an der Zahl zu vermelden:  „If These Walls Could Talk“, „Whoke Lotta Little Things“ und „Drunk Advice“, alle mit viel Piano, hallendem Organ und schönen E-Slide-oder Fill-Einlagen. Herrlich, einfach zum Reinlegen!

Am Ende ist Larry Fleet mit seinem fünften Longplayer  „Another Year Older“ wieder ein überaus eingängiges und melodisches Werk gelungen, das man zu jeder Zeit auflegen kann, wenn man mal entspannt abschalten möchte.

Ich freue mich schon jetzt darauf, ihn am 06. Mai live im Kölner Yard Club begutachten, beziehungsweise kennenlernen zu können.

Stellar Way Records / EMPIRE (2026)
Stil: Country, Soul

Tracks:
01. More Of That
02. Baseball On The Radio
03. Hotel Bible
04. If These Walls Could Talk
05. 5:25
06. Both Sides Of The Fence
07. Another Year Older
08. Whoke Lotta Little Things
09. Drunk Advice
10. If I Still Was
11. American Made

Larry Fleet
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Drake Milligan – Tumbleweed – CD-Review

Zweites Album des Neo-Traditional Country-Sonnyboys und Durchstarters Drake Milligan. Wir hatten ja vor geraumer Zeit mal die Gelegenheit, um uns vom Talent des Texaners im Kölner Gloria zu überzeugen, wo er auch auf der Bühne schon seine Entertainer-Qualitäten und seine stimmliche Reife bestens zur Schau stellte.

Jetzt im Studio liefert er mit „Tumbleweed“ wieder ein starkes Album ab, das mit satten 14 Songs daherkommt. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Stimme des 27-Jährigen der Star des Albums, die man angesichts seines noch sehr jungenhaften Aussehens (vielleicht ähnlich wie bei Scotty McCreery) zunächst überhaupt nicht erwarten würde.

Das von Trent Willmont klar und transparent produzierte Werk baut überwiegend auf traditionellem Fundament auf, da hört man von Elvis, über swingende Sachen der Marke Sinatra/Grant/Orbinson („Goodbye Ain’t All That Bad“, „Talk Texas“), Bakersfield-Klänge, bis hin zu George Strait viele, auch tanzbare (die Line-Dancer bekommen hier viel neuen Stoff) ins (texanische) Country-Gewand verpackte Einflüsse, die durch die herzerfrischende moderne Einspielung der involvierten Musiker allerdings nie altbacken klingen.

Sein Faible für Elvis-Musik kommt dann auch sofort beim Opener, einem knackigen Herz-Schmerz-Schunkler „Cryin’ Shoulder“ zum Ausdruck. Also mal kein ‚Crying In My Beer‘-, sondern ein ‚Crying On My Shoulder‘-Song! Der Tex-Mex-Heuler „Hearts Together“ wie auch ein paar andere Tracks dürften der Midland-Klientel zusagen. Die ‚modernste‘ Phase beginnt mit dem Heartland-trächtigen Titelsong „Tumbleweed„, den Drake auch in der Kelly Clarkson Show präsentieren konnte und geht über das Blake Shelton-verdächtige „Turn It Off“ und blitzt dann noch mal ganz am Schluss auf.

Herrlich gemacht ist das, sowohl textlich als auch musikalisch, antagonistisch konstruierte „Slow Dancing To A Fast Song“: Flotte Uptempo-Strophen und Solo (Steel-E-Gitarre-Fiddle-Kombi) und langsame Refrains, grandios performt von allen Beteiligten.

Auch der immer wieder augenzwinkernde Wortwitz in den Texten bei launigen Liedern wie „Old Flames, Old Whiskey“, dem Bakersfield-Heuler „Girl Like You“ (wieder herrlich gespielt) oder „Goodbye Ain’t All That Bad“, weiß immer wieder zu gefallen.

In gleicher Hinsicht geht es am Ende dann beim launigen country-rockigen Rausschmeißer „How Much Beer“ noch um eine hochphilosophische Frage: Wieviel Biere ist ein Mann nach einer harten Arbeitswoche im Anschluss zu trinken in der Lage? Zur Beantwortung hat sich der Protagonist den auch uns bekannten Musiker Randall King gesanglich mit in den Diskurs geholt.

Sowohl King als auch Milligan kommen am Ende, so wie ich es persönlich auch sehen würde, zum Ergebnis, dass nur der selbst durchgeführte, intensive Praxistest für fundierte Erkenntnisse in dieser Angelegenheit sorgen kann…

Ein Song, der sicherlich auch wieder für viel lautstarke Stimmung bei Drakes bevorstehenden Headliner-Terminen in Paris und Brüssel im März 2026 sowie seinen geplanten Auftritten auf der Hauptbühne des C2C: Country to Country Festivals in Rotterdam, Berlin, London, Glasgow und Belfast sorgen wird.

Stoney Creek Records (2025)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Cryin’ Shoulder
02. Hearts Together
03. Tumbleweed
04. Turn It Off
5. Like The Moon
06. Good As Gone
07. Slow Dancing To A Fast Song
08. Old Flames, Old Whiskey
09. Girl Like You
10. Hard Headed Cowboy
11. Lonely:30
12. Goodbye Ain’t All That Bad
13. Talk Texas
14. How Much Beer (feat. Randall King)

Drake Milligan
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Lime Tree Music

Cat Lion – On My Cloud – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Kinderträume sind manchmal Antriebsfedern, die ihre Schwungkraft auch viel später nicht verlieren. Ihre frühkindlichen Erinnerungen vom Cowgirl Outfit und Country Sound haben die Sängerin Clara Löw aka Cat Lion im Jahr 2022 dazu verleitet, mit ihrer eigenen Band eine musikalische Karriere anzugehen. Nach ersten Erfolgen auf verschiedenen Trucker- und Country-Festivals und einem Auftritt bei den International Country Music Awards in Houston, Texas, war Nashville eine spannende Erfahrung für die Songwriterin aus Österreich.

Anfang 2024 entstand in den renommierten Sound Emporium Studios das Debütalbum “On My Cloud”. 11 neue Songs, davon 10 im Co-writing konnte Cat Lion mit namhaften Session-Musikern, wie den Gitarristen Dan Dugmore (u. a. Linda Ronstadt), Tim Galloway (u.a. Keith Urban), Jon Conlay (u.a. Johnny Cash), dem Pianisten Michael Rojas (u. a. Lady A), Drummer Matt King (u. a. Brothers Osborne), sowie Bassist Lex Price (u.a. Miranda Lambert) formvollendet einspielen. Die magische Zusammenarbeit war eine unglaubliche Inspiration, so Cat Lion, und lobte die harmonische Atmosphäre der Produktion.

Die erste Vorab Single “Two Lives“ bringt ein frisch stompenden Track und eröffnet damit die Scheibe, einen Reigen aus teils traditionellen und teils poppig angehauchten Titeln. Die sehr gelungene Mischung vereint auffallend überwiegend temporeiche Aufnahmen (z. B. “Upside Down”, “Inside Out”, “Pin Me Up” oder “Pretty Baby”) mit ansprechenden, balladenartigen Kompositionen (z. B. “‘Cause Memories”, “They Last“ und “Out Of My Heart”), sowie mid-tempo Rock (“This Ain’t Love”) zum abwechslungsreichen Longplayer. Die gute Inszenierung lässt einen ebensolchen Titel-Song natürlich nicht aus und begeistert bis zum Schluss mit dem gleichermaßen radiotauglichen “Not Too Late”.

In einer Szene, in der sich Innovation oft nur in Nuancen zeigt, hebt sich Cat Lion durch eine entschlossene Ausrichtung und ein feines Gespür für Songstruktur und Produktion ab. Die Aufnahmen sind für ein Debutalbum weit ausgereift, ohne dabei überproduziert zu wirken. Inhaltlich zeigt sich die Künstlerin thematisch fokussiert – persönliche Erfahrungen und Reflexionen stehen im Zentrum der Songs. Insgesamt handelt es sich um ein Debut mit hohem Wiedererkennungswert, das Cat Lion innerhalb eines nach wie vor wachsenden europäischen Genres positioniert und Newcomer-Qualitäten erkennen lässt.

My Redemption Records (2025)
Stil: Country

Tracks:
01. Two Lives
02. Upside Down, Inside Out
03. Stop!
04. Cause Memories, They Last
05. The Drizzle
06. Pin Me Up
07. Pretty Baby
08. Out Of My Heart
09. This Ain’t Love
10. My Cloud
11. Not Too Late

Cat Lion
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Another Dimension

Morgan Wallen – 28.05.2025 – The Roundhouse, London – Konzertbericht

If Daniel Daus is going to London, Morgan Wallen might be the reason! Und so war es dann tatsächlich auch. Universal Music hatte mich recht kurzfristig um ein Konzertreview im Londoner Roundhouse gebeten und die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür geschaffen.

Und so begann für mich eine aufregende Kurzreise in die britische Metropole, um den amerikanischen New Country-Superstar und Bad Boy bei der Live-Präsentation vieler Songs seines neuen Albums „I’m The Problem“ zu begutachten.

Vormittags ging es von Düsseldorf los, Ankunft war knapp eine Stunde später in Heathrow. Es war mein erster Besuch in London seit 44 Jahren. Somit hieß es erstmal, sich zurechtzufinden mit den Verkehrsbegebenheiten, aber mit ein bisschen Fragen (sehr hilfsbereit die Leute), verlief dann die Fahrt  zum schönen Hotel im Stadtteil Old Street absolut unproblematisch.

Als ich aus der U-Bahn stieg, musste ich erstmal durchatmen, hypermoderne Wolkenkratzer und ein buntes Treiben um mich herum, da staunt der zwar in einer Großstadt arbeitende, aber privat in einer Kleinstadt lebende Normalbürger. Einchecken im Hotel, danach war das Zeitfenster bis zum Konzert samt Anfahrt schon kurz getaktet.

Ich entschied mich, Westminster zu besuchen, auf der Rückstrecke ging es noch schnell zur Tower Bridge. Zurück zum Hotel, duschen und dann war ich schon wieder in die ehemalige Punker-Hochburg Camden unterwegs, wo das Roundhouse beherbergt ist.

Allein auf dem Fußweg von der U-Bahnstation die ganzen Geschäfte und das bunte Bild der Leute zu beobachten, war schon überaus unterhaltsam, vor der Location hatte sich gegen 18:45 Uhr bereits eine lange Schlange gebildet, die sich dann aber mit dem Einlass schnell in Bewegung setzte.

Das Roundhouse hielt von innen das, was die Bilder, die ich mir im Netz angeschaut hatte, versprachen. Man merkte schon sofort, dass eine besondere Spannung und Atmosphäre in der ‚Luft‘ lag.

Als der Protagonist auf Rundbühne mit dem Titelstück der neuen Doppel-CD um 20:30 Uhr loslegte, brandete sofort das Gekreische und die heute übliche Handylawine auf, das Publikum begann direkt lautstark mitzusingen. Morgan saß im Vordergrund auf einem Hocker, sein ihn begleitendes Personal war an den seitlichen Rundungen ebenfalls sitzend positioniert und am Ende eher mehr schmückendes Beiwerk zur One Man-Show. Hier war alles Chefsache!

Wallen sang mit seiner typischen Stimme, spielte ab und zu mal die Akustikgitarre und bediente zwischenzeitlich bei „Sand In My Boots“ das Piano, das dafür nach vorne an seine Front-Position geschoben wurde.

Am Ende wurden es 12 Stücke vom neuen Longplayer („‚I’m The Problem“. „Kick Myself“, „20 Cigarettes“, „Kiss Her In Front Of You“, „Don’t We“, „Eyes Are Closed“, „I Got Better“, „I’m A Little Bit Crazy“, „Superman“, „Love Somebody“, „What I Want“ und „Just In Case“) zwischendurch immer mal flankiert von Hits der Voralben wie u. a. „Cover Me Up“, „Whiskey Glasses“ und das finale „Last Night“ als Abschluss. Keine Zugabe, trotz riesiger Stimmung, die das Publikum entfacht hatte.

Bei Morgan Wallen sind seine kontroverse Persönlichkeit und vor allem der Wiederkennungswert der Lieder der Schlüssel zum Erfolg. Musikalisch war es eher monoton, ich kann mich an kaum ein Solo der Mitmusiker erinnern, auch wenn immer wieder fleißig die Gitarren getauscht wurden. Trotzdem hätte man sich vielleicht doch noch ein bis zwei Zugaben gewünscht. Der Schluss war dann jedenfalls ziemlich abrupt.

Und schon befand ich mich wieder, geflasht von den ganzen Eindrücken des Tages, auf dem Rückweg durch das abendliche Treiben in Camden zur Underground. Zurück im Hotel, ein paar wenige Stunden geschlafen, kurz nach Sechs wieder auf dem Weg nach Heathrow, Rückflug nach Düsseldorf. Heimfahrt mit dem Auto, ein paar Stunden Schlaf, eine Runde mit dem Hund, Essen und der Review und damit die Gelegenheit, dieses schon fast von Reizüberflutung gekennzeichnete, fast surreal wirkende Ereignis zu verarbeiten.

Mein großer Dank geht an Simone Geldmacher von Universal Music, die das alles ermöglicht hat.

Photo credit: Lewis Smith

Morgan Wallen
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Universal Music Group

Morgen Wallen – I’m The Problem – Do-CD-Review

Morgan Wallen beherrscht, seit der Veröffentlichung seines zweiten Albums „Dangerous“ (mit satten 30 Tracks) , mittlerweile seit gut fünf Jahren die Country-Szene und auch die arrivierte Konkurrenz nach Belieben. Selbst einige üble private Eskapaden, konnten seine Popularität nicht ankratzen, das 2023 nachgeschobene „One Thing At A Time“ (diesmal mit 36 Stücken),  entwickelte sich seitdem ebenfalls zum Dauerbrenner.

Wallen bleibt egal, was er macht, zumindest bei seiner stetig wachsenden Fanbase ‚Everybody’s Darling‘. Er ist dabei, zu einem der aller größten Country-Künstler dieser Zeit zu werden! Diese Ambitionen werden nun durch das Werk „I’m The Problem“ nochmals tatkräftig untermauert.

Und zumindest was die Anzahl der Stücke betrifft, weist es eine erneute Steigerung auf. Jetzt sind es sogar 37 an der Zahl, physikalisch wieder als Doppel-CD und Dreifach-LP zu erwerben.

Das Problem, bei einer zeitnahen Rezension einer Veröffentlichung dieser Dimension, ist die Kürze der Zeit einer Bewertung, da, wie oft schon erlebt, sich Songs erst nach mehrmaligem Hören oder einer gewissen Zeit ‚entwickeln‘. Deshalb wäre es derzeit vermessen, Vergleiche zu den beiden Vorgängern zu ziehen.

Es ist klar, dass bei der ungeheuren Anzahl der Titel sich immer die Frage stellen wird, ob hier mehr auf Quantität oder Qualität gesetzt wird, aus meiner Sicht, überwiegt letztendlich die Qualität, anders ist der kontinuierliche Erfolg wohl kaum durchzuhalten.

Hier daher ein paar spontane Eindrücke: Wie der Album-Titel es schon suggeriert, weiß Morgan schon, sich und seine ‚dunklen‘ Seiten selbst zu reflektieren, auch wenn der Titelsong sich thematisch eher mit einer Beziehung auseinander setzt. In die Richtung interpretierbare Anspielungen findet man u. a. in Liedern wie „Superman„, „Kick Myself“, „Genesis, oder beim finalen Stück als gute Zusammenfassung seines bisherigen Lebens „I’m A Little Bit Crazy„.

Musikalisch würde ich den Opener, „I’m The Problem„, „Superman“, die Kooperation mit Pop-Sternchen Tate McRae auf „What I Want“ und das Duett mit Eric Church auf „Number 3 and Number 7“ als die schillernden Nummern auf dem ansonsten ein wenig im Midtempo dahinplätschernden ersten Silberling (allerdings ohne tatsächlich schwachen Song – ich kenne eh keinen von ihm), charakterisieren.

Der zweite Part weist aus meiner Sicht zumindest nach kurzer Betrachtung deutlich mehr Dynamik auf. Klasse hier die country-rockigeren Sachen wie „Come Back As A Redneck“ (feat. HARDY, mit dezentem Marshall Tucker Band– Flair) und der swampige „Working Man’s Song“ (mit schönen E-Soli), mit leichter Skynyrd– Note.

Das fluffig dahinrauschende „Love Somebody“ (mit herrlichem Flamenco-artigen Akustikgitarren-Solo) entpuppt sich, zumindest aus meiner Sicht, als der eingängigste Ohrwurm der Gesamt-.Scheibe. Sehr atmosphärisch kommt die Piano-getränkte Ballade „Drinking Til It Does“. Den tollen Abschluss bildet das reduziert gehaltene, mit einer Akustikgitarre untermalte Countrystück „I’m A Little Crazy“, das voller Selbstkritik strotzt, aber auch die eigene Schuld wieder ein wenig relativiert („I’m a little crazy but the world’s insane“).

Am Ende meine ich mich nicht allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn ich behaupte, dass „I’m The Problem“ auch wieder durch die Decke gehen wird und Morgan Wallen (zumindest) in den Country-Billboard-Alben-Charts vom Langzeit-Double-Spitzenreiter zum Dauer-Triple-Anwärter avancieren wird.

Ich freue mich schon auf den 28. Mai, wo es mir vergönnt sein wird, diesen schillernden Musiker erstmals im Londoner Roundhouse live erleben zu können.

Big Loud / Republic / Universal (2025)
Stil: New Country

Tracks:
CD1
01. ’m The Problem
02. I Got Better
03. Superman
04. What I Want feat. Tate McRae
05.Just In Case
06. Interlude
07. Falling Apart
08. Skoal, Chevy, and Browning
09. Eyes Are Closed
10. Kick Myself
11. 20 Cigarettes
12. TN
13. Missing
14. Where’d That Girl Go
15. Genesis
16. Revelation
17. Number 3 and Number 7 feat. Eric Church
18. Kiss Her In Front Of You
19. If You Were Mine

CD2
01. Don’t We
02. Come Back As A Redneck feat. HARDY
03. Love Somebody
04. Dark Til Daylight
05. The Dealer feat. ERNEST
06. Leavin’s The Least I Could Do
07. Jack and Jill
08. I Ain’t Comin’ Back feat. Post Malone
09. Nothin’ Left
10. Drinking Til It Does
11. Smile
12- Working Man’s Song
13. Whiskey In Reverse
14. Crazy Eyes
15. LA Night
16. Miami
17. Lies Lies Lies
18. I’m A Little Crazy

Morgan Wallen
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