Kacey Musgraves – Middle of Nowhere – CD-Review

Die Karriere der Singer/Songwriterin Kacey Musgraves ist seit ihrem Debüt „Same Trailer Different Park“ im Jahr 2013 eine einzige Erfolgsgeschichte. Jeder bisher veröffentlichte Longplayer  landete auf Platz 1 der Country Billboard Charts.

Seither hagelte es acht Grammys  (u. a. das Album des Jahres für „Golden Hour“) und vielfache weitere Auszeichnungen in diversen Rubriken für die humorvolle und sympathische Texanerin. Sie stammt ja aus einer Kleinstadt mitten im Nichts des Lonestar States und auch beziehungstechnisch schien es wohl in letzter Zeit nicht rund gelaufen zu sein. Somit erscheint der Titel ihres neuen Werkes „Middle of Nowhere“ auch in metaphorischer Hinsicht eine aktuelle und treffende Beschreibung des Istzustandes, den es hier aufzuarbeiten galt.

Und es ist ihr mit Brillanz gelungen, natürlich auch, weil hier nichts dem Zufall überlassen wurde. In der Zusammenarbeit beim Songwriting und der glasklaren Produktion wurde mit Leuten wie u. a. Daniel Tashian und Ian Fitchuk wieder auf Altbewährtes gesetzt. Zusätzliche Glanz verbreiten Gastpräsenzen von Künstlern wie Willie Nelson, Miranda Lambert, Billy Strings und Gregory Alan Isakov.

Die neuen Songs bestechen durch ihre Simplizität bei maximaler Effektivität. Das sind alles wunderbar ‚leichtfüßige‘ Melodien, arrangiert mit lockeren, transparent ausgesteuerten Akustik- und E-Gitarren, sowie typischen Steeleinlagen für das Countrylabel. Die Drums, sporadisch immer wieder  loopähnlich eingesetzt, geben Tracks wie „Dry Spell„, „Back On The Wagon“, „I Believe In Ghosts“, Loneliest Girl In The World“, „Everybody Wants To Be A Cowboy“, „Rhinestoned“ oder „Mexico Honey“ dieses radiotaugliche Esprit, das natürlich von Musgraves‘ betörender Stimme den endgültigen Kick enthält. Einfach zum Dahinfließen.

Und für die Traditionalisten sorgen atmosphärischen Lieder mit Western Touch wie „Abilene“ und „Coyote“, als auch humorvolle Schunkler der Marke „Horses and Divorces“ (allein schon der Titel ist klasse) und „Uncertain, TX“ (beide mit integrierten Akkordeonklängen) für das entsprechende Gegengewicht. Am Ende ist es der Protagonistin gegönnt, bei „Hell On Me“ die gescheiterte Beziehung unter schmerzvollem Gesang zu reflektieren.

Mit dem neuen Album „Middle of Nowhere“ (das Coverbild wurde übrigens von Kaceys Schwester fotografiert)  sollte es zumindest in beruflicher Hinsicht wieder vollauf ins Rampenlicht gehen. Eine erneute Top-Platzierung in den Charts liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Und vielleicht klappt es dann ja auch wieder mit der Liebe. Die Liste der Verehrer dürfte sehr sehr lang sein…

Lost Highway Records (2026)
Stil: New Country

01. Middle of Nowhere
02. Dry Spell
03. Back On The Wagon
04. I Believe In Ghosts
05. Abilene
06. Coyote
07. Loneliest Girl In The World
08. Everybody Wants To Be A Cowboy
09. Horses and Divorces
10. Uncertain, TX
11. Rhinestoned
12. Mexico Honey
13. Hell On Me

Kacey Musgraves
Kacey Musgraves bei Facebook
Universal Music